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Geschichte
Historische Altstadt und Mildenburg
Miltenberg (am linken Bildrand) in der Karte des Spessarts von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)
Bis zur Gemeindegründung

Schon die Menschen der Vor- und Frühgeschichte wussten um die strategische Bedeutung des Engpasses am Mainknie zwischen Odenwald und Spessart und errichteten mächtige Ringwälle auf dem Greinberg (Ringwall Greinberg) oberhalb Miltenbergs und auf dem Bürgstadter Berg (Ringwall Bürgstadter Berg). Um 155 n. Chr. schlossen die Römer hier den fast schnurgerade nach Süden verlaufenden „vorderen Limes“ an den Main an. In der Nähe des heutigen Miltenberg stieß der Limes auf den Main, der ab hier weiter nordwärts die natürliche Grenze des Römischen Reiches nach Germanien hin darstellte. Es befinden sich die Überreste zweier römischer Kastelle zwischen Miltenberg und Kleinheubach (Kastell Miltenberg-Altstadt, ORL 38) sowie zwischen Miltenberg und Bürgstadt (Kastell Miltenberg-Ost, ORL 38a).

Computer-Rekonstruktion des Altstadt-Kastells Miltenberg.

Mit dem Fall des Limes in der Mitte des 3. Jahrhunderts verloren die Kastelle ihre Funktion der Grenzsicherung. Das Kastell Miltenberg-Altstadt war jedoch noch im 4. Jahrhundert bewohnt, was durch Münzfunde belegt ist. Für das 5. Jahrhundert lassen sich keine sicheren Besiedlungsspuren erbringen. Ab dem 7. Jahrhundert, möglicherweise bereits im 6. Jahrhundert waren die römischen Ruinen wieder bewohnt. In der Ostecke des ehemaligen Kastelles wurde damals unter Ausnutzung der römischen Mauer eine Mörtelmauer errichtet. Sporenfunde deuten auf hochrangige Personen hin und sprechen dafür, dass das Kastell im Zusammenhang mit der fränkischen Ostkolonisation stand. In den folgenden Jahrhunderten war die Anlage kaum genutzt, bis im 12. Jahrhundert, wiederum in der Ostecke des alten Kastells ein Wohnturm angelegt wurde. Hierbei könnte es sich bereits um den Sitz des Adelsgeschlechtes Wallhausen gehandelt haben, die kurz darauf hier bezeugt sind.[4]

Im Schutz der Mildenburg (erbaut um 1200) entwickelte sich die Stadt Miltenberg. Sie wurde 1237 erstmals schriftlich erwähnt. Etwa ab 1379 begrenzten die beiden Stadttürme, das Mainzer und das Würzburger Tor, den zwischen Fluss und Berghang eng und lang gestreckt gewachsenen heutigen Altstadtbereich nach Westen und Osten. Bereits im Mittelalter war der Miltenberger Buntsandstein sehr begehrt. Daher wurden in den umliegenden Wäldern Objekte wie Mahlsteine oder Säulen gehauen. Bereits vor dem Jahr 1319 wurde das Spital St. Peter durch Erzbischof Peter von Aspelt gegründet. In Miltenberg existierte nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde „vor der Stadt“, in der heutigen Eichenbühler Strasse, ein mittelalterliches Leprosorium, das jedoch Mitte des 18. Jahrhunderts nicht mehr bestand.[5]

Hinweisplatte an der Heunen-Säule in Mainz
Miltenberg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Torhaus der Mainbrücke

Bis 1803 gehörte Miltenberg zu Kurmainz und war dort Sitz des Amtes Miltenberg. Dies manifestiert sich bis heute im Mainzer Rad im Stadtwappen. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss kam Miltenberg zum Fürstentum Leiningen, mit dem es 1806 dem Großherzogtum Baden einverleibt wurde. Nachdem die Stadt ab 1810 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörte, wurde sie infolge des am 30. Juni 1816 zu Frankfurt a. M. zwischen Österreich, Preußen und Hessen Darmstadt abgeschlossenen Vertrags und nach Übereinkunft vom 7. Juli 1816 Teil des Königreichs Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige städtische Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Miltenberg lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Miltenberg war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

20. und 21. Jahrhundert

Aus Miltenberg stammen auch die sog. Heunensäulen, die für den Bau des Mainzer Domes bestimmt waren. Mitten auf dem Mainzer Domplatz steht heute eine dieser Heunesäulen mit einer entsprechenden Hinweistafel.

Miltenberg verfügt über eine historische Altstadt, die zahlreiche Fachwerkhäuser aufweist.

Am 22. Februar 1945 griffen sechs amerikanische Jagdbomber die Stadt mit Bomben und Bordwaffen an. Es gab 20 Tote. Die Mainbrücke wurde am 28. März 1945 von zurückweichenden deutschen Truppen gesprengt. Torhaus und Pfeiler blieben erhalten. Am 31. März rückten US-Truppen in Miltenberg ein.

In den Jahren 1912 und 1955 erwarb Miltenberg Gelände auf der rechten Mainseite zur Erweiterung der Stadt. Die Mildenburg ist seit 1979 Eigentum der Stadt Miltenberg, 1971 wurden die Außenteile renoviert, eine mehrjährig angelegte Sanierung und Restaurierung wurde im Jahr 2011 abgeschlossen. Im Burginneren befindet sich nun ein Museum mit Kunstsammlungen der Diözese Würzburg. Im Burghof stand früher der Toutonenstein (jetzt im Städtischen Museum), eine fünf Meter hohe Sandsteinsäule, deren Inschrift bis heute bezüglich ihrer Bedeutung ein Rätsel darstellt.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Breitendiel eingemeindet.[6] Am 1. Januar 1976 kamen Mainbullau, Schippach (mit Berndiel) und Wenschdorf (mit Monbrunn) hinzu.[7]

Politik
Rathaus (2012)
Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus 21 Mitgliedern, die sich nach der Kommunalwahl vom 16. März 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 55,46 % wie folgt aufteilen:[8]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze G/V
CSU 32,9 % 7 –2
Liberale Miltenberger* 19,2 % 5 +1
SPD 15,2 % 3 –1
Grüne und ödp 12,6 % 2 ±0
MWG** 11,2 % 2 ±0
Freie Wähler 8,8 % 2 +2

G/V: Gewinn oder Verlust gegenüber der Wahl 2008

* einschließlich Bürgermeister
** Miltenberger Wahlgemeinschaft e. V.

Bürgermeister der Stadt

1870–1905: Jakob Josef Schirmer
1906–1924: Franz Breitenbach
1925–1930: Dr. Roland Schmid
1930–1933: Wilhelm Schwesinger
1933–1935: Josef Funk
1935–1945: Anton Burkart
1945–1951: Oskar Sermersheim
1952–1966: Anton Blatz
1966–1978: Ludwig Büttner
1978–1990: Anton Vogel
1990–2014: Joachim Bieber
2014-heute: Helmut Demel

Kath. Pfarrer der Stadt (seit 1985)
1985–1998: Pfr. Dr. Benno von Bundschuh
2000–2008: Pfr. Ulrich Boom
2009–2010: Pfarradm. Robert Stolzenberger
2010–2014: Pfr. Dr. Christian Lutz
2015–2016: Pfr. Dr. Hermann Steinert (†)
2017-heute: Pfr. Jan Kölbel
Städtepartnerschaft

Es besteht seit Juni 1982 eine Städtepartnerschaft mit Arnouville in Frankreich. Seit 16. November 2004 besteht eine Städtepartnerschaft mit Dux in Böhmen.

Patenschaft

1960 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus Stadt und Landkreis Dux übernommen, die 2004 in die Städtepartnerschaft mündete.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Miltenberg
Sehenswürdigkeiten
Mildenburg
Historische Altstadt
„Schnatterloch“ am historischen Marktplatz
Hotel Zum Riesen (eines der ältesten oder eventuell das älteste Gasthaus Deutschlands)
Altes Rathaus
Würzburger Tor
Mainzer Tor
Stadtpfarrkirche St. Jakobus
Franziskanerkirche
Johanneskirche (1895–1897, Architekt Ludwig Hofmann)
Laurentiuskapelle mit dem angrenzenden Laurentiusfriedhof (ca. 14. Jahrhundert).

Miltenberg liegt am Fränkischen Rotwein Wanderweg, der 1990 angelegt wurde und von Großwallstadt am Main entlang über Miltenberg nach Bürgstadt führt.

Ein neues Konzept wurde mit der Route der Industriekultur Rhein-Main eröffnet. Darin werden Industriebauwerke auf den 160 Kilometern zwischen Miltenberg und Bingen am Rhein zu einer Erlebnisroute über das Industriezeitalter in Süddeutschland verknüpft.[9] Bereits 700 Bauwerke sind wissenschaftlich erfasst, so beispielsweise der alte Miltenberger Hauptbahnhof.

Hotel „Zum Riesen“

Stadtpfarrkirche St. Jakobus

Das Würzburger Tor östlich der Innenstadt

Schnatterlochtor

Marktplatz Miltenberg

Hauptstraße Miltenberg

Friedhofskapelle Sankt Laurentius

Museen
Museum.Stadt.Miltenberg
Museum.Burg.Miltenberg
Regelmäßige Veranstaltungen
Am ersten Wochenende im Juli findet im 2-Jahresrhythmus das Mainfest statt, welches das traditionelle (Alt-)Stadtfest abgelöst hat.
Ende Juli finden die Mildenburger Theatertage statt.
Ab dem letzten Wochenende im August bis zum ersten Wochenende im September findet zehn Tage lang die Michaelismesse, das größte Volksfest am Bayerischen Untermain, statt.
An den vier Adventswochenenden (Freitag bis Sonntag) ist der Weihnachtsmarkt geöffnet.
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenPanorama der Miltenberger Altstadt von der Brücke über den Main aus gesehen
Wirtschaft und Infrastruktur

Wichtig ist vor allem der Tourismus, der insbesondere am Wochenende zahlreiche Besucher aus den hessischen Ballungszentren (Hanau, Offenbach am Main, Darmstadt, Frankfurt am Main) nach Miltenberg bringt, ferner der Buntsandstein und der Handel.

Verkehr
Das neue Empfangsgebäude des Bahnhofs von 1977

Miltenberg liegt an der Bahnstrecke von Aschaffenburg nach Wertheim (Maintalbahn). Außerdem zweigt hier die Bahnstrecke Seckach–Miltenberg (Madonnenlandbahn) in Richtung Seckach ab. Nach Aschaffenburg gibt es tagsüber stündliche Verbindungen. 1977 legte die Deutsche Bundesbahn den stadtnahen Kopfbahnhof (Miltenberg Hauptbahnhof) still und ersetzte ihn durch den nördlich des Mains gelegenen vom schon bestehenden Haltepunkt zum Bahnhof Miltenberg aufgewerteten Durchgangsbahnhof.

Miltenberg ist an die hessischen Ballungsgebiete angebunden, in denen viele Einwohner Arbeit finden. Seit 1900 überspannt eine Straßenbrücke den Main und verbindet die Altstadt mit Miltenberg Nord. Im Jahr 2008 wurde die seit über 25 Jahren diskutierte und geplante Ortsumgehung fertiggestellt. Die Finanzierung der Baukosten in Höhe von 55 Millionen Euro erfolgte erstmals in Bayern über das sogenannte Public Private Partnership-Modell.

Im etwa drei Kilometer entfernten Ortsteil Mainbullau liegt ein Verkehrs- und Sportflugplatz.

Radwanderwege
Hinweisschilder an einer Rad- und Wanderwegekreuzung in Miltenberg

Durch das Stadtgebiet führen folgende Radwanderwege.
Entlang der Mud, durch den Stadtteil Breitendiel:

Der 225 km lange 3-Länder-Radweg führt als Rundweg durch das Dreiländereck von Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Entlang von Mümling, Neckar und Main erkundet die Route den Odenwald.
Der Deutsche Limes-Radweg führt von Bad Hönningen durch Westerwald, Taunus und Odenwald zum 818 Kilometer entfernten Regensburg und orientiert sich dabei am historischen Verlauf des Obergermanisch-Raetischen Limes.

Entlang des Mains:

Der Main-Radweg führt von den beiden Quellen des Mains entlang des Flusses bis zu dessen Mündung in den Rhein bei Mainz. Er hat eine Gesamtlänge von etwa 600 Kilometern.
Der Main-Tauber-Fränkische Rad-Achter
Die D-Route D5 (Saar-Mosel-Main). Sie führt über 1021 Kilometer von Saarbrücken über Trier, Koblenz, Mainz, Frankfurt am Main, Würzburg und Bayreuth bis zur tschechischen Grenze.
Wanderwege

Der etwa 180 km lange Jakobsweg Main-Taubertal beginnt in Miltenberg. Durch das Schnatterloch, die Altstadt und entlang des Mains verläuft der Nibelungensteig, ein 124 Kilometer langer, mit dem Gütesiegel „Wanderbares Deutschland“ zertifizierter Fernwanderweg. Ebenfalls führt der 794 km lange Fränkische Marienweg durch Miltenberg. Der Limes-Wanderweg des Schwäbischen Albvereins, ein Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs, beginnt in Miltenberg. Bis Osterburken wird dieser Weg als Östlicher Limesweg vom Odenwaldklub betreut.

Schulen

In Miltenberg sind verschiedene Schularten vertreten:

Berufsschule Miltenberg-Obernburg
Grundschule Miltenberg
Mittelschule Miltenberg
Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule (Förderzentrum)
Johannes-Butzbach-Gymnasium
Johannes-Hartung-Realschule
Brauereien

Heute existiert auf dem Stadtgebiet eine Brauerei, namentlich das Brauhaus Faust. Eine weitere Brauerei, die Kalt-Loch-Bräu, bestand bis Ende März 2010.[10]

Papierfabrik

Zum produzierenden Gewerbe zählt u.a. die Hygienepapierfabrik Fripa, einer der Hersteller von Toilettenpapier und Papiertaschentüchern.

Energie

In Miltenberg befindet sich der Sitz der EMB Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt GmbH & Co. KG, an der die Stadt Miltenberg und der Markt Bürgstadt beteiligt sind. Die EMB ist für die Stromversorgung in Miltenberg mit dem Stadtteil Breitendiel und der Marktgemeinde Bürgstadt zuständig. Daneben ist sie ebenfalls für die Wasserversorgung der Stadt Miltenberg mit den Stadtteilen Breitendiel und Mainbullau, sowie der Marktgemeinde Bürgstadt zuständig.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Miltenberg
Söhne und Töchter der Stadt
Johannes Butzbach (1477–1516), Humanist
Johannes Hartung (1505–1579), Gräzist und Hebräist
Christoph Wamser (1580–1649), Barockarchitekt
Nikolaus Blöchinger (1659–1715 Seligenstadt), Abt Franziscus II.
Joseph Martin Kraus (1756–1792), Komponist
Joseph Anton Helfrich (1762–1837 Bamberg), Domkapitular, Diplomat auf dem Wiener Kongress
Franz Ambros Alexander, Gründer der Musikinstrumentenfabrik Gebr. Alexander Mainz
Philipp Wirth (1808–1878), Maler
Carl Gerster (1813–1891), Arzt und Begründer des Fränkischen Sängerbundes
Joseph Georg von Ehrler (1833–1905), Bischof von Speyer
Hermann Graml (* 1928), Historiker und Publizist
Bernhard Oswald (* 1930), Unternehmer
Norbert Walter (1944–2012), Ökonom, Chefvolkswirt der Deutschen Bank AG
Ernst Volland (* 1946), Künstler
Heiko Michael Hartmann (* 1957), Jurist und Schriftsteller
Maria Bachmann (* 1964), Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin
Bodo Kuhn (* 1967), Leichtathlet
Bernd Roos (* 1967), Handballspieler
Vince Ebert (* 1968), Kabarettist, Comedian und Physiker
Philipp Weber (* 1974), Kabarettist
Björn Hertl (* 1976), Fußballspieler bei Wacker Burghausen
Heiko Grimm (* 1977), Handballspieler
Andreas Kunz (* 1982), Handballspieler
Dominik Klein (* 1983), Handballspieler beim THW Kiel und Weltmeister 2007
Philipp Grimm (* 1985), deutscher Handballspieler
Sebastian Heidinger (* 1986), Fußballspieler beim RB Leipzig
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
Matthias von Buchegg (?–1328), Erzbischof von Mainz und Reichserzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
Johann Draconites auch Johannes Drach oder Trach(e) (?–1566), Theologe und Reformator, (1522–1523 Pfarrer in Miltenberg)
Die Bildhauerfamilie Juncker (Ende 16. bis Ende 17. Jahrhundert)
Johann Martin Schmidt (1700–1763), Baumeister des Barock und Rokoko
Johann Robert von Capitain (1824–1881), kaiserl. türkischer Major, Besitzer des „Weißen Schlösschen“ auf dem Grauberg
Wilhelm Conrady (1829–1903), provinzialrömischer Archäologe;
Rudolf Hirth du Frênes (1846–1916), Maler
Ludwig Hofmann (1862–1933), Architekt der ev. Kirche 1895–1897, der ev. Schule ca. 1900, der Synagoge 1903–1904 und der Villa des Kommerzienrates Gustav Jacob
Jakob Fischer-Rhein (1888–1976), Maler
Petrus Karl Mangold (1889–1942), Franziskaner, 1920–1931 Seelsorger und Volksmissionar im Kloster Miltenberg
Werner Beierwaltes (* 1931), Philosophieprofessor
Anton Schlembach (* 1932), Altbischof von Speyer
Ulrich Boom (* 1947), seit 6. Dezember 2008 Weihbischof in Würzburg (2000–2008 Pfarrer in St. Jakobus, Miltenberg)
Kurioses

Neben dem bekannteren alten Brunnen am „Schnatterloch“ (wie der Marktplatz umgangssprachlich auch genannt wird) gibt es noch den „Staffelbrunnen“, zu dem ein paar Stufen hinabführen. Die Miltenberger benutzten in vergangener Zeit dieses Fließgewässer und wurden deshalb ganz städtisch-vornehm „Staffelbrünnler“ genannt. Der Volksmund nannte sie aber „Staffelbrunser“; allerdings mit s und nicht mit z.[11]

Lilli Chapeau und Clemens Bauer führen in Miltenberg (ohne Angestellte) das kleinste professionell geführte Theater der Welt. Es misst 20 m² und bietet dem Publikum 27 Plätze.

Im Jahr 2006 fand in Miltenberg auf dem Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur katholischen Stadtpfarrkirche St. Jakobus eine Demonstration einer NPD-Jugendorganisation statt. Der damalige Pfarrer Ulrich Boom ließ aus Protest die Glocken der Kirche 20 Minuten lang läuten. Das zweitschwerste Glockengeläut im Bistum Würzburg war dabei so laut, dass die Kundgebung wenig später aufgegeben werden musste. Die Aktion, für die Boom mit dem Aschaffenburger Mutig-Preis ausgezeichnet wurde, erlangte bundesweit mediale Aufmerksamkeit.[12]

Literatur
Bernhard Oswald (Hrsg.): Lebenswege. Miltenberger Abiturienten 1950, Miltenberg 2007, ISBN 978-3-00-020445-6
Bernhard Oswald: Das Limes-Kastell Miltenberg-Altstadt ISBN 978-3-937996-18-9.
Werner Reuling: Miltenberg Anno dazumal. Die Stadt und ihre Geschichte auf alten Ansichtskarten. M. Metzger, Miltenberg 2001. ISBN 3-00-008208-5.
Jakob Josef Schirmer: Chronik der Stadt Miltenberg, Miltenberg 2004, ISBN 3-00-013149-3
750 Jahre Stadt Miltenberg 1237–1987. Beiträge zur Geschichte, Wirtschaft und Kultur einer fränkischen Stadt, Miltenberg 1987
Rudolf Vierengel: Miltenberg am Main. Ein kultur- und kunstgeschichtlicher Wegweiser durch die alte Stadt am Main mit Betrachtungen über Großheubach, Kloster Engelberg, Kleinheubach und Bürgstadt. 4., erweiterte und ergänzte Auflage, Amorbach 1985
Michael Josef Wirth: Chronik der Stadt Miltenberg, Miltenberg 1890; Reprint: Neustadt/Aisch 1987, ISBN 3-923006-58-6
Wilhelm Otto Keller: 775 Jahre Stadt Miltenberg 1237–2012. Beiträge zur Stadtgeschichte von Wilhelm Otto Keller, Miltenberg 2012, ISBN 978-3-87707-864-8
Weblinks
 Commons: Miltenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Miltenberg – Reiseführer
 Wikisource: Milteberg in Merians Topographia Hassiae – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Milteberg in der Topographia Colonia et al. (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Stadt Miltenberg
Fränkische Heunesäulen
Museum der Stadt Miltenberg
Ehem. jüdische Gemeinde in Miltenberg Jüdische Friedhöfe
Industriekultur im Landkreis Miltenberg (Memento vom 3. Dezember 2008 im Internet Archive) im Internet Archive
Eintrag zum Wappen von Miltenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Miltenberg: Amtliche Statistik des LfStat
Bilder, Videos und Texte aus Miltenberg
Miltenberg auf sagenhafter-odenwald.de
Virtueller 360°-Rundgang durch die Miltenberger Altstadt