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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Neu-Anspach nicht vorenthalten.

Geschichte
Südlicher Teil des alten Ortskerns

Urkundlich wird der namensgebende Stadtteil Anspach im Jahre 1274 zum ersten Mal als Langenansbach erwähnt. Ursprünglich zog sich die Bebauung vom heutigen Waldschwimmbad bis zum alten Ortskern hin. Der benachbarte Ort Stahlnhain wurde Ende des 14. Jahrhunderts zur Wüstung und Teil der Gemarkung Langenansbachs.

Anekdotisch: „Während des 30-jährigen Krieges wurde Anspach von feindlichen Truppen belagert, wodurch sich die Bevölkerung in die umgebenden Wälder flüchtete. Nach einiger Zeit schlich sich der damalige Schultheiss Johannes Paul Löw aufgrund eines Traumes in das Dorf zurück, um zu überprüfen, ob seine verborgenen Schätze entdeckt worden seien. Als er feststellte, dass keine feindlichen Truppen mehr zugegen waren, begann er die Kirchenglocken zu läuten um die Bevölkerung zu informieren. Angeblich passierte dies um zehn Uhr, so dass die Glocken der evangelischen Kirche täglich um zehn Uhr (heute um elf Uhr) zum Angedenken läuteten. In Erinnerung an diese Tat wurden die Glocken in das neue Wappen des Ortsteils Anspach aufgenommen.“

Neu-Anspach entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Dezember 1970 als freiwilliger Zusammenschluss der vorher selbständigen Gemeinden Anspach, Rod am Berg und Hausen-Arnsbach[3]. Westerfeld kam als vierter Ortsteil am 31. Dezember 1971 hinzu.[4] Ortsbezirke wurden in Neu-Anspach nicht gebildet.

Im Norden der Gemarkung Anspach nördlich der Usa und in Höhe des Bahnhofs der Taunusbahn entstand sodann zwischen den vier Ortsteilen auf freier Fläche ein ausgedehntes Neubaugebiet mit einer neuen Ortsmitte. Um einen Marktplatz gruppieren sich das Einkaufszentrum Feldberg-Center, das Bürgerzentrum und die Katholische Kirche St. Marien mit Gemeindezentrum.

Der größte politische Skandal der Stadt war die Verhaftung des Bürgermeisters Heinz Born (SPD) am Buß- und Bettag 1991 wegen Korruptions-Verdachts im Zusammenhang eines Bauvergabekartells auf Kreisebene.[5]
Bei der folgenden Kommunalwahl wurde die langjährig dominierende SPD-Fraktion halbiert.

Im August 2007 legte Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) der Gemeindevertretung den Plan vor, Stadtrechte zu beantragen. Am 3. September 2007 stimmte die Gemeindevertretung einstimmig diesem Plan zu. Nach einem Beschluss der Hessischen Landesregierung wurde der Gemeinde schließlich am 30. Oktober 2007 das Recht verliehen, die Bezeichnung Stadt zu führen.[6]

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[8][9]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

       

Insgesamt 37 Sitze Linke: 2 SPD: 6 Grüne: 3 FDP: 1 CDU: 12 FW: 3 B-NOW: 10

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,9 12 43,7 16 46,9 18 40,4 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,0 6 22,7 8 27,8 10 34,9 13
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 8,0 3 19,5 7 11,7 4 12,1 4
FWG-UBN Freie Wählergemeinschaft der unabhängigen Bürger in Neu-Anspach 9,2 3 10,1 4 7,4 3 7,7 3
FDP Freie Demokratische Partei 3,2 1 3,9 2 6,2 2 4,9 2
B-NOW Bürgerliste-Neue offene Wählergemeinschaft 27,0 10
LINKE Die Linke 4,6 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 53,3 53,3 42,1 52,7

Bürgermeister

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Anspach, ab 1970 der Gesamtgemeinde Neu-Anspach und ab 2007 der Stadt Neu-Anspach:

Da Anspach zwei unterschiedlichen Landesherren unterstand, hatte es teilweise auch zwei Schultheiße.

Cuntz Keller (um 1560)
Johann Keller
Johannes Paul Löw
Sebastian Keller (?–1640)
Hanß Ernst (1640–?)
Johann Keller
Henrici (um 1800)
Wörner (um 1800)
Johann Weill Föller (etwa 1830 bis etwa 1850)
Christian Jakob Henrici (etwa 1850 bis etwa 1880)
Friedrich Jakob Henrici (etwa 1880–1911)
Fritz Jäger (1911–1918)
Emil Becker (1918–1933)
Rudolf Henrici (1933–1946)
Heinrich Schneider (1946–1960)
Rudolf Selzer (1960–1984)
Heinz Born (1984–1991)
Rudi Rübsamen (kommissarisch) (1991–1993)
Gerd Hillen (1993–2005)
Klaus Hoffmann (2005–2017)
Thomas Pauli (2017–heute)[10]
Wappen

Das Wappen der Stadt zeigt einen geviertelten Schild, der die vier Elemente der Wappen der ehemals eigenständigen Gemeinden Anspach (goldene Glocke auf blauem Grund, 1817 bis 1953 fünf grüne, nach oben oval geschlossene Rundhöcker zweizeilig übereinandermontiert), Hausen-Arnsbach (Rose mit grünen Butzen auf goldenem Grund), Rod am Berg (rote Hirschstange auf goldenem Grund) und Westerfeld (goldene Ähre auf grünem Grund) zeigt. In die Mitte ist ein mit verwechselten Farben gestalteter Ring gelegt. Die Genehmigung zur Führung dieses von Heinz Ritt entworfenen Wappens erhielt die Gemeinde am 13. Februar 1974 vom hessischen Innenminister.[11]

Partnerstädte
Osterreich Thalgau, Österreich, seit 1974
Frankreich Saint-Florent-sur-Cher, Frankreich, seit 1982
Slowenien Šentjur pri Celju, Slowenien, seit September 2006[12]
Wirtschaft und Infrastruktur
Kirche und alte Schule Hausen-Arnsbach
Kaufkraft

Am 31. Dezember 2009 lag der Kaufkraftindex bei 126,1 Prozent (Durchschnitt der Bundesrepublik Deutschland liegt bei 100 Prozent).[13] Im Jahr 2009 lag die Kaufkraft des Hochtaunuskreises wieder an erster Stelle aller deutschen Stadt- und Landkreise.

Wirtschaft

Die Wirtschaft der zusammengehenden ehemaligen Dörfer war landwirtschaftlich geprägt und eher kleingewerblich ausgerichtet. Es war Ziel des Zusammenschlusses von 1970/72, auf neu ausgewiesenen Bauflächen vor allem die Ansiedlung von Bürgern voranzutreiben, die ihre Arbeitsstätten überwiegend im Raum Frankfurt am Main haben. Dennoch hat sich neben zahlreichen Handels- und Dienstleistungsbetrieben eine Reihe von mittelständischen Betrieben angesiedelt:

Vergärungsanlage für nachwachsende Rohstoffe (seit 2007) am Standort Deponie Brandholz, Bauherr Rhein-Main Deponie GmbH, Betreiber AGROGAS SERVICE GmbH & Co KG (i.G.) und der landw. Erzeugergemeinschaft „NawaRo“ Hochtaunus
Möbelfabrik Schlapp Möbel GmbH & Co. KG, Internationale Objekteinrichtungen
Fa. Greentop, Rußpartikelfilter
Adam Hall GmbH, Hersteller und Vertriebsunternehmen, das Event Technologie-Lösungen für Geschäftskunden weltweit anbietet (z.B. Flightcase Hardware und Audiozubehör)
ICS International AG, IT-Systemhaus und Anbieter industrieller Kennzeichnung
Pferdesport Wintermühle GmbH (Reitsport, Pferdehandel)
Landwirtschaftliches Lohnunternehmen Staehr, Dienstleistungen für die Landwirtschaft
Verfahrenstechnik Schweitzer (VTS), Förder- und Lagerungstechnik für kommunale Abwasserbetriebe
Verkehr
Bahnhof der Taunusbahn
Viadukt kurz vor dem Bahnhof

Der nächste Anschluss an die Bundesautobahn 661 ist etwa 13 Kilometer vom Ortszentrum entfernt. Der Anschluss zur Bundesautobahn 5 ist etwa 15 Kilometer entfernt, nach Bad Homburg sind es etwa 12 Kilometer und zum Flughafen Frankfurt am Main etwa 35 Kilometer.

Im öffentlichen Nahverkehr auf der Schiene gibt es direkte Verbindungen nach Bad Homburg (teilweise bis nach Frankfurt am Main), Grävenwiesbach (von dort Busanschluss nach Weilburg) und Brandoberndorf mit der vom Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) betriebenen RMV-Linie 15 (Taunusbahn). Außerdem gibt es Buslinien nach Usingen, Schmitten und Königstein im Taunus.

In Neu-Anspach liegt der Flugplatz Anspach.

Öffentliche Einrichtungen

Neu-Anspach war bis 2011 der Sitz des kommunalen Zweckverbandes Naturpark Taunus. Dieser zog 2011 von seinem Gebäude auf der ehemaligen Mülldeponie Brandholz in das neue Taunus-Informationszentrum in Oberursel.

Mit drei Standorten besitzt die Stadt Neu-Anspach drei Freiwillige Feuerwehren (Anspach, Hausen und Rod am Berg), wobei der Standort Anspach als zentrales Feuerwehrhaus dient, das über eine Atemschutzwerkstatt und eine Schlauchwäsche verfügt. Hier werden sämtliche Atemschutzgeräte und Feuerwehrschläuche von ehrenamtlichen Gerätewarten geprüft, gewartet und gereinigt.
Mitte 2013 wurde der Feuerwehrstandort Westerfeld geschlossen und mit dem Standort Anspach zusammengelegt.

Bildungseinrichtungen
Grundschule am Hasenberg
Grundschulen

In Neu-Anspach gibt es die Grundschule am Hasenberg und die Grundschule an der Wiesenau.

Die Grundschule in der Wiesenau wurde 1995 direkt neben der Adolf-Reichwein-Schule erbaut. 20 Lehrer unterrichten 280 Kinder in 14 Klassen. Seit 2004 besteht eine Schulpartnerschaft mit der Fanaka Memorial Secondary School in Tansania.

Die Grundschule am Hasenberg liegt am Ortsrand von Hausen-Arnsbach und wurde 1999 eröffnet. 2010 wurde mit der Erweiterung der Schule um ein Betreuungszentrum und Fachräume begonnen. Der Neubau in der Nähe der Anspacher Neubaugebiete war durch das starke Bevölkerungswachstum nötig geworden. 330 Kinder werden von 18 Lehrkräfte unterrichtet.

Eingangsschild
Adolf-Reichwein-Schule
Neubau der Adolf-Reichwein-Schule

Die Adolf-Reichwein-Schule ist eine 1966 eröffnete Gesamtschule. Benannt wurde sie nach dem deutschen Widerstandskämpfer Adolf Reichwein.

Mit der Schaffung einer gymnasialen Oberstufe wurde die Attraktivität der Schule deutlich gesteigert. Im Schuljahr 2001/2002 wurde an der Adolf-Reichwein-Schule das erste Abitur abgelegt. Im Jahr 2005 wurde ein moderner Neubau eröffnet, der die inzwischen sanierungsbedürftigen 1960er-Jahre-Zweckbauten ergänzt. Der Schulkomplex umfasst acht Gebäude, zwei große und eine kleine Turnhalle sowie einen Sportplatz. Es besuchen etwa 1700 Schüler diese Schule.[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Kulturdenkmäler in Neu-Anspach
Hessenpark (Marktplatz)

Die bekannteste Sehenswürdigkeit Neu-Anspachs ist das seit 1974 südlich angesiedelte und viel besuchte Freilichtmuseum Hessenpark. Das bei Bad Homburg gelegene Römerkastell Saalburg ist 5 Kilometer südlich erreichbar.

Im Nachbarort Wehrheim liegt der bei Familien mit Kindern beliebte Freizeitpark Lochmühle.

Waldschwimmbad
Waldschwimmbad

Das westlich von Anspach gelegene Waldschwimmbad im Usbachtal ist ein Freibad.

Weitere Einrichtungen

Als einziger Ort im Usinger Land verfügt der Stadtteil Anspach über ein Kino.
Zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements hat die Freiwilligen-Agentur Usinger Land ihren Sitz in Neu-Anspach. Der Verein ist Anlaufstelle für Menschen, die sich engagieren möchten, vermittelt diese an andere Organisationen oder entwickelt eigene Engagementprojekte.

Die Bildungsstätte Alte Schule Anspach ist eine vom Bund Deutscher Pfadfinder betriebene Bildungsstätte in der alten Schule des Stadtteils Anspach.

Außerdem verfügt Neu-Anspach über zahlreiche Sportvereine, die unter dem Hauptverein SG Anspach zusammengefasst sind. Die SG Anspach wurde am 15. oder 17. Mai 1862 als Turn- und Singverein gegründet. Die 43 Gründungsmitglieder turnten zunächst in der Gastwirtschaft von Otto Ernst. Die Gemeinde überliess dem Turnverein einen ehemaligen Sportplatz an der heutigen Saalburgstraße, der als Vereinsgelände genutzt wurde.[15]

Grünwiesenweiher

Der Grünwiesenweiher nahe dem Stadtteil Hausen-Arnsbach ist mit einer Größe von 1,3 Hektar eine der wenigen größeren Wasserflächen des Taunus. Geologisch bedingt gibt es im Taunus keine nennenswerten natürlichen Seen. Auch der Grünwiesenweiher ist künstlich angelegt und dient seit dem 18. Jahrhundert als Reservoir für die Mühlen an der Usa und Fischgrund. Der erste urkundliche Nachweis des Weihers stammt aus dem Jahr 1805. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Weiher auch als Badesee genutzt. Am Ostufer wurden hierfür auch eine Bruchsteinmauer, ein Badesteg und eine Grillhütte angelegt. Aufgrund der Waldlage und dem geringen Wasseraustausch „kippte“ der Weiher aber durch die Badenutzung regelmäßig um, so dass sich die Gemeinde 1987 entschloss, die Badenutzung zu untersagen und den Weiher unter Naturschutz zu stellen.[16]

Weblinks
 Commons: Neu-Anspach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Internetpräsenz der Stadt Neu-Anspach
„Neu-Anspach, Hochtaunuskreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Literatur über Neu-Anspach in der Hessischen Bibliographie
Literatur von und über Neu-Anspach im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Linkkatalog zum Thema Neu-Anspach bei curlie.org (ehemals DMOZ)