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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Neukalen nicht vorenthalten.

Geschichte
Neukalen

Name

Der Name Kalen oder auch Kalno und Kalna kommt aus dem altpolabischen und bedeutet Sumpf (kal) oder Morast. Zunächst wurde 1174 das heutige Altkalen erwähnt, 1232 als urbs (Stadt) et stagnum (See) Kalenth und 1244 sowie 1283 als civitas et castrum Kalant. 1306 heißt es dann Novum Kalant und 1366 Nygenkalant.[3]

Mittelalter

(Alt-) Kalen wurde erstmals in einer Urkunde von 1174 erwähnt, wonach der Fürst Borwin I. eine Stadt errichten ließ. Nach 1236 wurde Kalen, heute Altkalen, an der Handelsstraße von Stettin nach Rostock gelegen, von Fürst Heinrich Borwin III. zu Rostock als Stadt mit einer starken Befestigung ausgebaut. Die neue Stadt bekam Ländereien und ihr wurde 1253 das Lübische Stadtrecht verliehen. Bereits 1281 wurde die Stadt aus unbekanntem Grund von dessen Sohn Fürst Waldemar von Rostock mit allen ihren Rechten an einen anderen Ort verlegt. Wahrscheinlich hatten sich durch die erstarkenden Städte Gnoien, Teterow und Malchin die Handelsströme verändert und sie lag verkehrstechnisch nicht mehr günstig. So fand man zehn Kilometer südlich in dem Ort Bugelmast einen besseren Platz. Hier wurde laut Urkunde die Stadt Kalen 1281 neu gegründet, deshalb der Name Neukalen. Das alte Kalen wurde wieder zu einem Dorf, zu Altkalen. Innerhalb weniger Jahrzehnte errichteten die Bürger ihre Stadt neu. Der Grundriss der Stadt ist nahezu kreisförmig, durchzogen von rechtwinklig zueinander verlaufenden, damals ungepflasterten Straßen. Im Zentrum steht, umgeben vom Friedhof, die Kirche, mit deren Bau recht bald begonnen wurde. Eine Urkunde erwähnt 1318 zum ersten Mal eine Kirche.

1314 kam Neukalen zum Fürstentum Werle und 1382 wurde das gesamte Stadtgebiet an die Familie von Levetzow verpfändet. Es entstanden eine Stadtmauer mit Wall und Graben sowie zwei Stadttore, das Mühlen- und das Malchiner Tor. Im frühen 15. Jahrhundert wurde die einschiffige spätgotische Stadtkirche St. Johannes errichtet. Der Turm mit seinem achteckigen Turmhelm konnte 1439 vollendet werden. Neukalen war Landstadt in Mecklenburg und als solche eine der Städte im Wendischen Kreis, die bis 1918 auf mecklenburgischen Landtagen der 1523 vereinten Landstände vertreten waren.

Neuere Zeit

1809 wurde das baufällige Malchiner Tor abgerissen, 1875 auch das Mühlentor.

Am 1. Januar 1951 wurden die bisher eigenständigen Gemeinden Schlakendorf, Schorrentin und Warsow eingegliedert.

Innenstadt und Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert.

Schorrentin

Schorrentin wurde nach seinen ersten slawischen Besitzern Skoreta als Skoretin benannt. Eine heilige Stätte war ein Lindenhain, in welchem die Slawen ihren Göttern Opfergaben brachten. Spätestens in der Mitte des 13. Jahrhunderts dürften die ersten deutschen Siedler eingetroffen sein. Es gab danach das alte slawische Dorf und in einiger Entfernung das neue deutsche Schorrentin mit einer Kirche. Der Bau der ersten Kirche erfolgte um 1230/1260; das Langhaus als Ersatz folgte bis 1390. Das slawische Dorf hat noch mindestens bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts selbstständig bestanden. Schorrentin und die Kirche wurden urkundlich am 16. Juni 1305 erwähnt.
Gutsbesitzer waren u.a. die Familien von Levetzow (1366 – nach 1755) und von Viereck (1826–1917).

Schönkamp

Der herzogliche Pachthof von ab 1756 mit Tagelöhnerkaten und Wirtschaftsgebäuden erhielt 1758 die Bezeichnung Schönenkamp. Bis 1945 bewirtschafteten Pächter die 306 Hektar, zuletzt die Familie Mussäus. Das baufällige Herrenhaus wurde um 1990 abgerissen. Heute gibt es in Schönkamp nur noch wenige Einwohner.

Warsow

Das ehemalige Bauerndorf wird in einer Urkunde vom 4. April 1232 erstmals erwähnt. Der ursprüngliche Dorfkern mit den niederdeutschen Hallenhäusern ist nicht mehr erkennbar. Die Wohnhäuser sind recht weitläufig über die Feldmark verteilt, nachdem von 1829 bis 1831 elf Büdnereien am Weg von den sogenannten Judentannen bis zum Wald am nördlichen Dorfrand – früher als Eisser Born bezeichnet – entstanden und ab 1908 auch Häuser an der Straße von Neukalen nach Dargun erbaut wurden.

Schlakendorf

Der Ort wurde erstmals in einer Urkunde vom 30. März 1287 genannt. Um 1314 war es ein recht bedeutender Ort im Lande Hart. Das Dorf hatte 25 Bauernstellen sowie eine 1305 errichtete Kirche mit Pfarrstelle und Küsterei. Die Bauern waren im Laufe der Zeit gelegt worden und das Dorf kam in der Mitte des 17. Jahrhunderts unter herzogliche Verwaltung (Domäne). 1738 war die baufällige Kirche einstürzt. 1756 wurde die Verwaltung des Amtes Neukalen nach Schlakendorf verlegt und ein großes zweistöckiges Gebäude dazu errichtet. Als ab 1782 die Amtsverwaltung von Dargun aus erfolgte, bezog der neue Pächter Döhn das große Haus. Maurermeister Wilhelm Harm erbaute 1888 auf dem 1879 neu angelegten Friedhof eine sehenswerte kleine Friedhofskapelle. Das Schulgebäude stammt von 1887. Der letzte Pächter des Hausgutes, Ahlert, musste Schlakendorf 1945 verlassen.

Karnitz

Erstmals wurde das Dorf in einer Urkunde vom 4. April 1232 erwähnt. 1314 waren 16 Bauernstellen vorhanden, die aber nach und nach gelegt wurden. Mitte des 18. Jahrhunderts kam Karnitz in den Besitz der Rittergutsfamilie von Levetzow auf Lelkendorf. Es gab eine Ziegelei und eine Windmühle (bis 1908). 1932 kaufte Professor Hass aus Hamburg das Gut, musste es aber 1945 verlassen. Bei der Bodenreform wurde das Land aufgeteilt. Das Gutshaus brannte 1978 ab.

Franzensberg

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde für den herzoglichen Forst ein neues Forsthaus benötigt. Dieses Forstgehöft wurde nahe der herzoglichen Waldung erbaut und erhielt zu Ehren des regierenden Herzogs Friedrich Franz I. von Mecklenburg den Namen Franzensberg. 1821 bezog der Förster Georg Friedrich Pflugradt das neue Forstgehöft. Ab 1913 wurde das Gehöft als Bauernstelle mit wechselnden Besitzern verpachtet. Seit 1958 wird es als Landschulheim benutzt.

Religion

34 % der Bevölkerung sind Lutheraner, 8 % der Katholiken.[4]

Gotteshäuser der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Neukalen sind die Johanneskirche (Neukalen) und die Radwanderkirche Schorrentin. Die Gemeinde gehört der Region Rostock im Kirchenkreis Rostock der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland an.

Die katholische Kirche Neukalen, die erst 1994 eingeweiht wurde, gehört zur Pfarrgemeinde St. Petrus (Teterow) im Erzbistum Hamburg.

Politik
Wappen

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, festgelegt und unter der Nr. 131 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein offenes rotes Stadttor, bestehend aus zwei durch einen Bogen verbundenen, dreifach gezinnten Seitentürmen mit je zwei schwarzen Fenstern und je einer nach innen weisenden, abgestützten Zinnenplattform, auf dem Bogen ein Turm mit drei schwarzen Fenstern, Zinnenplatte und Spitzdach; im Torbogen ein nach rechts gelehnter goldener Schild, darin ein hersehender, gold gekrönter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul und silbernen Hörnern, auf dem Schild ein rechts gekehrter blauer Kübelhelm mit einer Pfauenfederrosette in natürlichen Farben.“

Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Neukalen
Pfarrkirche St. Johannes, erstmals 1318 erwähnte gotische Backsteinkirche, mit Kirchenschiff von um 1400; Westturm von 1439.
Katholische Kirche von 1994
Altstadt von Neukalen: Zahlreichen Straßen mit der kreisförmigen Siedlungsplanung
Schulhaus von Neukalen von um 1863 im Tudorstil
Windmühle in Neukalen von 1866; heute Wohnhaus ohne Flügel
Bahnhof Neukalen von 1908; heute Eisenbahnmuseum
Hafen mit Wasserwanderrastplatz an der Peene nahe dem Kummerower See
Naturschutzgebiete Neukalener Moorwiesen, Kleine Rosin und Große Rosin
Jüdischen Friedhof mit um zehn Grabsteine
Dorfkirche Schorrentin mit Langhaus aus dem im 14. Jahrhundert; Kirchturm von 1767. Neben der Kirche befindet sich das Mausoleum der Familie Viereck.
Gutshaus Schorrentin im Tudorstil
Gedenkstein in Schorrentin, am Ortsausgang in Richtung Neukalen: Erinnerung an den kommunistischen Landtagsabgeordneten Willi Schröder, der 1944 im KZ Sachsenhausen ermordet wurde.

Peenelandschaft

Rathaus in Neukalen

Pfarrkirche St. Johannes

Gutshaus in Schorrentin

Dorfkirche in Schorrentin

Persönlichkeiten
Gustav Pflugradt (* 28. September 1828 Franzensberg; † 20. Mai 1908 Berlin), Landschaftsmaler
Sigmund Hirsch (1845–1908), Unternehmer
Willi Schröder (* 1897 Schorrentin; † 27. Oktober 1944 KZ Sachsenhausen), deutscher kommunistischer Landtagsabgeordneter von Mecklenburg-Schwerin
Hans Wilhelm Viereck (* 12. Oktober 1903 in Schorrentin; † 6. Dezember 1946 im Speziallager Fünfeichen) war ein deutscher Pflanzensammler in Mexiko
Anke Borchmann (* 23. Juni 1954), Ruderin, Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin
Literatur
Wolfgang Schimmel: Aus der Geschichte Neukalens. In: Festzeitschrift zur 700-Jahrfeier der Stadt Neukalen 1281. o. O. 1981, S. 12–16.
250 Jahre Schönkamp, 2008, Heimatverein Neukalen
725 Jahre Schlakendorf, 2010–2012, Heimatverein Neukalen
775 Jahre Warsow, 2007, Heimatverein Neukalen
Das Dorf Schorrentin, 2004–2006, Heimatverein Neukalen
Weblinks
 Commons: Neukalen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Topographia Saxoniae Inferioris:NewenCalen – Quellen und Volltexte
Offizielle Internetseite der Stadt Neukalen