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Geschichte
Römische Zeit

Bei Bauarbeiten in den 1950er Jahren auf dem Gelände der 1837 abgerissenen Sebastianskirche stieß man auf Mauerreste, Ziegelsteine als Bodenbelag, ein Wasserbecken und einen gemauerten Kanal. Diese Funde weisen darauf hin, dass an dieser Stelle römische Bauten gestanden haben. In den Nachbarorten Dienheim und Nierstein wurden lediglich Grabstellen entdeckt, die nach römischer Sitte nur außerhalb von Siedlungen angelegt wurden. Der ehemalige rheinland-pfälzische Landesarchäologe Gerd Rupprecht lokalisierte an dieser Stelle das Römische Militärlager Buconica.[3]

Mittelalter (500–1500)

Bereits am 20. Juli 765 fand das fränkische Dorf seine erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex mit zwei Schenkungen über je einen Weinberg durch Folrad (Urkunde 1560)[4] und Bertrich (Urkunde 1578)[5] an das Kloster Lorsch. 774 schenkte Karl der Große Oppenheim dem Kloster Lorsch.

1008 erhielt Oppenheim Marktrechte. Im Oktober 1076 erlangte Oppenheim besondere Bedeutung im Investiturstreit. Auf dem Reichstag von Tribur und Oppenheim forderten die Fürsten König Heinrich IV. auf, sich vom päpstlichen Bann zu lösen. Dies war der Auslöser für Heinrichs Gang nach Canossa. Als Oppenheim später in Interessenskonflikte zwisched dem Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken und dem Stauferherzog Friedrich II. (Schwaben) geraten war, wurde Oppenheim von ersterem 1118 zerstört. Als das Kloster Lorsch in den 1140er Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geriet, gab es Oppenheim an den König des „Heiligen Römischen Reiches“ zurück.[6] Damit begann Oppenheims Geschichte im Reich. Zur Zeit des Stauferkaisers Friedrichs II. wurde Oppenheim 1225 Freie Reichsstadt.[7] Die Stadt war zu dieser Zeit wegen ihrer Reichsburg und den dort ansässigen Burgmannen bedeutsam. 1254 schloss sich die Stadt dem Rheinischen Städtebund an, der sich verpflichtete Frieden und Recht für alle Personen zu gewährleisten. Damit waren explizit auch Angehörige jüdischer Religion gemeint. Seit dieser Zeit hatten auch die Juden, die seit etwa 1225 in Oppenheim wohnten, Rechtsschutz.[8]

In Oppenheim fanden bis auf die Zeit zwischen 1315 und 1353 weniger Pogrome an der jüdischen Bevölkerung statt als in den Nachbarstädten Mainz und Worms. Die Juden erhielten das Niederlassungsrecht aber nur gegen relativ hohe Sondersteuern. In Oppenheim wurde den Burgherren der Burg Landskron unter anderem durch den König Rudolf von Habsburg das Recht zum Genuss der Steuern der Juden zugesprochen.

1315 wurde die Stadt Oppenheim an den Erzbischof von Mainz verpfändet. Das dauerte bis 1353. In dieser Zeit fanden die einzigen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung im Mittelalter statt. Trotzdem wurde 1325 ein neu gebaute Synagoge eingeweiht. Diese wurde bei einem Pogrom schon 1349 wieder zerstört. Die Mehrheitsbevölkerung schob den Juden die Verantwortung für die Ausbreitung der Pest in Oppenheim zu.[9] Nach dieser Verfolgung siedelten sich erst nach einigen Jahren wieder Juden an. Ab 1375 gehörte Oppenheim zum Territorium des Kurfürsten der Pfalz. Es war zuvor von Kaiser Karl IV. an Kurfürst Ruprecht I verpfändet worden, der das Pfand einlöste.[10] 1444 lebten 4 jüdische Familien in Oppenheim. Später waren es so viele, dass die Gemeinde 4 Rabbiner beschäftigte.[11]

Neuzeit (ab 1500) bis 1900

Am 14. September 1620 wurde Oppenheim durch spanische Truppen im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) erobert. Im Juni 1631 überquerte König Gustav II. Adolf mit seinem Heer bei Oppenheim den Rhein und eroberte die Stadt.[12] An diesen Rheinübergang erinnert die Schwedensäule bei dem rechtsrheinischen Erfelden im heutigen Hessen.

Oppenheim wurde dann 1688 durch französische Truppen im Zuge des Pfälzer Erbfolgekriegs (1688–1697) erobert. Am 31. Mai 1689 zerstörten die französischen Truppen unter General Ezéchiel de Mélac die Burg Landskrone und die Stadt.

Auch im 17 und 18. Jahrhundert lebten Juden in Oppenheim. 1765 waren es 10 Familien.

Bis 1797 blieb Oppenheim kurpfälzischer Besitz. Nach der Französischen Revolution eroberten französische Truppen im Ersten Koalitionskrieg unter Napoleon die linksrheinischen Gebiete der Kurpfalz und auch Oppenheim. Von 1798 bis 1814 waren Oppenheim und die linksrheinischen Gebiete in den französischen Staat eingegliedert. Sie gehörten überwiegend zum von Napoleon neugeschaffenen Département du Mont-Tonnerre (französisch für den Donnersberg). Nach dem Ende der napoleonischen Zeit kam Oppenheim 1816 mit einigen anderen linksrheinischen Städten und Gebieten zum Großherzogtum Hessen. Dieses Gebiet erhielt den Namen Rheinhessen. 1804 gab es in Oppenheim 74 Juden, 1824 waren es 162, 1861 schon 184 Personen. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ging die Zahl leicht zurück.[13] 1900 wohnten 129 Bürger israelitischen Bekenntnisses in Oppenheim. Die Kultusgemeinde, zu der auch die Nachbarorte gehörten, hatte 219 Mitglieder.[14]

1864 hatte die jüdische Gemeinde in der Rathofstrasse 19 eine neue Synagoge erbaut. Die festliche Einweihung fand am 19. und 20. August 1864 statt. Es waren viele Gäste geladen und das Oppenheimer Kreisblatt bewertete das Ereignis als „eines der schönsten und interessantesten Feste des Sommers“.[15]

20. Jahrhundert bis 1945

Bei der nationalsozialistischen Machtergreifung am 30. Januar lebte eine heute nicht bekannte Anzahl Juden in der Stadt. Gleich nach der Machtergreifung setzte die Verfolgung dieser Minderheit in der Stadt ein. Sie erlitten Ausgrenzung, Verlust von Freunden, Boykott von Geschäften, Verlust des Arbeitsplatzes und Rechtlosigkeit. 1934 wurde der jüdische Friedhof an der heutigen Amselstrasse geschändet. Bis zum 9. November 1938, dem Tag der reichsweiten Ausschreitungen gegen die Juden, waren 108 Juden weggezogen. 25 waren verstorben, einige vor 1933, einige nach schweren Drangsalen später. Von den Weggezogenen konnte sich ein Teil ins Ausland retten. Nur die Oppenheimer, die es schafften, weit weg von Deutschland zu kommen, konnten den Deutschen entrinnen. Diejenigen, die sich in die Nachbarstaaten Deutschlands gerettet hatte, kamen bei der Expansion Deutschlands nach Ost und West wieder in den Machtbereich der Deutschen. Die meisten von ihnen wurden dann in Vernichtungslager deportiert – genauso wie die, die aus Oppenheim in andere Orte in Deutschland geflüchtet waren.

In Oppenheim erlebten die 40 dort noch lebenden Juden in der Nacht vom 9. auf den 10. November und auch tagsüber am 10. November 1938 die Ausschreitungen in der von der NS-Führung angeordneten Reichspogromnacht. In der Nacht wurden in Oppenheim die jüdische Bewohner in dreizehn Wohnungen durch mit Knüppeln und Eisenstangen ausgerüstete auswärtige SA-Trupps aus ihrem Schlaf gerissen und überfallen. Die Bewohner wurden teils misshandelt und ihre Wohnungen zum großen Teil demoliert. Dabei wurde größtenteils wie in fast allen Städten das Inventar kurz und klein geschlagen. Zum Teil wurden die Betten aufgeschlitzt und die Federn auf die Straße geschüttet. Bei der Demolierung und teilweise auch stattfindendenen Plünderung der Wohnungen beteiligten sich nach Schilderungen von Augenzeugen in dem Buch 2009 erschienenen Buch von Wolfgang Kemp neben SA-Leuten und SS-Leuten auch Oppenheimer „Rowdies, Arbeitslose und im Sold der NSDAP stehende“ Bewohner Oppenheims.[16] Frühmorgens wurden alle jüdischen männlichen Personen festgenommen. Sie mussten die Schuhe an den Schnürsenkeln um den Hals tragen und wurden so barfuß unter schweren Mißhandlungen über den Viehweg zum Rhein getrieben. Von diesen wurde 5 männliche Personen zur Gestapo nach Darmstadt abgeführt und dann für mehrere Monate ins KZ Buchenwald eingeliefert. Dazu gehörten die beiden gerade erst 16-Jahre alt gewordenen Jugendlichen Edmund Hirsch und Julius Mannheimer. Edmund Hirsch kam etwa am 23. Dezember wieder frei und zurück nach Oppenheim. Er wurde um den 27. Dezember bei Verladearbeiten in Frankfurt, zu denen er gezwungen worden war, totgeschlagen.[17] Julius Mannheimer kam schwerkrank kurze Zeit später frei. Er gelangte auf Betreiben seiner Eltern auf einen Transport von jugendlichen Juden nach Großbritannien. Dort wurde er zuerst als feindlicher Ausländer interniert und dann Australien gebracht. Er besuchte in Sydney die Universität. Auf der Rückreise von Australien wurde sein Schiff durch ein deutsches Schiff torpediert und Julius Mannheimer ging mit dem Schiff unter.[18]

Am Vormittag bog, wie ein Augenzeuge berichtete, gegen 11:30 ein Lastwagen mit 3 auswärtigen SA-Leuten in die Rathofsstrasse ein und hielt vor der Synagoge. Zwei Männer brachen mit Beilen die Synagoge auf. Der Dritte holte aus einem Haus in der Nähe, in dem möglicherweise ein Jungvolkführer wohnte, zwei mit Benzin gefüllte Kanister. Damit zündeten sie das Gotteshaus an. Es entstand ein großes Feuer, Die Feuerwehr sperrte das Brandareal ab, kümmerte sich aber nicht um das Feuer in der Synagoge. Nach den Schilderungen bei Kemp schützte sie nur die angrenzenden Häuser. Es ist nach Kemp nicht bekannt, ob ein Befehl gegeben wurde, die Synagoge nicht zu löschen. Ein Zeitzeuge, der Mitglied der Feuerwehr war, und Feueralarm gegeben hatte, als er das Entstehen des Brandes beobachtete, wurde von seinen Vorgesetzten dafür bestraft.[19] Die Synagoge brannte vollständig aus. Kurze Zeit später ließen die Nationalsozialisten sie abreißen. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde an dieser Stelle ein Luftschutzbunker errichtet.[20]

53 Juden aus Oppenheim wurde der Aufstellung von Wolfgang Kemp zufolge Opfer von Deportation und gewaltsamem Tode.[21]
Oppenheim blieb bis 1945 hessisch.[22]

Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute

Nachdem fast sämtliche Rheinbrücken durch die Deutschen gesprengt worden waren, gelang den Amerikanern unter General George S. Patton am 22. März 1945 zwischen Oppenheim und Nierstein einen Übergang über den Rhein herzustellen und zu halten. Damit gelang es den Amerikanern, zahlreiche Truppen auf die rechte Rheinseite zu transportieren.[23]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oppenheim, die Daten von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 2.098
1835 3.064
1871 3.085
1905 3.674
1939 4.086
1950 4.991
Jahr Einwohner
1961 5.462
1970 5.284
1987 5.289
1997 6.398
2005 6.855
2015 7.341

Politik
Stadtrat

Der Stadtrat in Oppenheim besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[24][25]

Wahl SPD CDU FDP AL Gesamt
2014 12 5 5 22 Sitze
2009 10 5 1 6 22 Sitze
2004 11 6 1 4 22 Sitze

AL = Alternative Liste e. V.
Städtepartnerschaften
Givry (Saône-et-Loire), Frankreich
Adnet, Österreich
Werder, Deutschland
Calpe, Spanien
Sant’Ambrogio, Italien
Wappen

Blasonierung: „In Gold (Gelb) ein schwarzer Adler.“
Wappenbegründung: Das Wappen wurde von Otto Hupp entworfen und entstammt einem Siegel von 1238. Der Reichsadler erinnert an die Erhebung des ehemaligen Fleckens zur Reichsstadt durch Kaiser Friedrich II. im Jahre 1226.

Weinpatenschaft

In Oppenheim erhielt die Weinwerbung durch den Bürgermeister Heinz Scheller nach dessen Amtsantritt 1935 kräftige Impulse: Als Weinpatenstadt für Oppenheim kam für ihn nur die Reichshauptstadt Berlin in Betracht. Die Städte Ansbach und Osnabrück folgten. Zur Wiederbelebung dieser Weinpatenschaft und zum Dank für Verdienste um die Stadt Oppenheim wurde der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit am 11. März 2006 durch Stadtbürgermeister Marcus Held zum Weinritter geschlagen.
Aktiven Ausdruck findet die Weinpatenschaft unter anderem durch die Teilnahme der Stadt Oppenheim an den Hoffesten des Senats von Berlin seit dem Jahr 2007 bis heute mit jeweils einem Weinstand. Auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit nahm eine Bürgerdelegation unter Stadtbürgermeister Marcus Held an den Feierlichkeiten der deutschen Botschaft in Paris zum Tag der Deutschen Einheit und zum Jubiläum der Städtepartnerschaft Berlin-Paris teil.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Oppenheimer Beinhaus
Rathaus von Oppenheim
Marktplatz mit Rathaus
Uhrturm

Sehenswert ist die Katharinenkirche mit ihren Glasgemälden, den beiden Schaufenstern, der Oppenheimer Rose und der Oppenheimer Lilie, und dem bis heute belegten Beinhaus. Die Katharinenkirche ist der herausragendste gotische Sakralbau am Rhein zwischen Köln und Straßburg. Auch die anderen Oppenheimer Sakralbauten sind interessant. Ebenso sind die Ruine Landskron (mit dem schönen Blick in die Rheinebene und als Austragungsort der Festspiele und anderen kulturellen Veranstaltungen), die Altstadt mit Marktplatz, Rathaus von 1621 (davor eine Säule aus dem Saal der Burg Landskron, die angeblich aus der Ingelheimer Kaiserpfalz stammt) und ehemaliger Stadtbefestigung (Gautor, Ruprechtsturm, Rheintorpforte, Uhrturm, Stadtmauerreste) sowie das Deutsche Weinbaumuseum und das Stadtmuseum zu nennen.

Außergewöhnlich ist das Oppenheimer Kellerlabyrinth unter der Altstadt.

Burgruine Landskron Theater

Auf wechselnden Höhenlagen verbinden unterirdische Gänge, Treppen und Räume die Häuser und Anlagen miteinander. Im Altstadtkern, rund um das Rathaus, sind insgesamt ca. 650 Meter Kellergänge touristisch erschlossen und weitgehend historisch erhalten. Der genaue Umfang der unterirdischen Gänge ist trotz umfangreicher Untersuchungen im Auftrag der Stadt noch immer nicht endgültig bekannt, beträgt aber mindestens 40 km (Die begehbaren Teile rund um das Rathaus machen demnach nur 1 bis 2 Prozent des Gesamtvolumens an historischen Kelleranlagen aus, geben aber einen imposanten Eindruck). Führungen durch dieses einmalige Kellerlabyrinth, sowie Kirchenführungen, Führungen im Deutschen Weinbaumuseum, Stadtführungen und Nachtwächterführungen bietet das Tourist- und Festspielbüro der Stadt ganzjährig an.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Oppenheim, Oppenheimer Sakralbauten

Theater

Zwischen August und Oktober finden jährlich die Oppenheimer Theaterfestspiele im Kulturkeller der Stadt und auf der Burgruine Landskron statt. Seit dem Jahre 2009 werden die Festspiele der Stadt Oppenheim durch Jugendtheateraufführungen unter anderem des Oppenheimer Gymnasiums und ein Schlagerfestival erweitert.[26] Der kulturelle Schwerpunkt der Theaterfestspiele der Stadt liegt bei Shakespeareaufführungen in der Burgruine Landskron. Dazu kommen Kinder- und Jugendtheateraufführungen sowie Kabarett und Jazz im Kulturkeller. Die Stadt wird in ihrem kulturellen Engagement durch das Land Rheinland-Pfalz, zahlreiche Sponsoren und den Förderverein der Festspiele e. V., der sich aus kulturell interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zusammensetzt, maßgeblich unterstützt.

Museen

Neben der Katharinenkirche, dem Stadtmuseum und dem Untergrund der Stadt gilt der Besuch des Deutschen Weinbaumuseums als besonderes lohnend. Es zeigt Wissenswertes rund um den Wein und Raritäten wie die älteste Kelter der Region von der Geistermühle aus Flonheim.

Musik

Im Kultursommer finden regelmäßig Konzerte auf dem historischen Marktplatz der Stadt vor dem Rathaus statt. Durch die engagierte Arbeit des Kantorenehepaares Bibiella in der Katharinenkirche ist auch die neue Orgel zu einem musikalischen Anziehungspunkt geworden, die regelmäßig von hochklassigen Musikern mit internationalem Ruf bespielt wird. Erwähnenswert ist auch der Oppenheimer Posaunenchor.

Sport

In Oppenheim betätigen sich mehrere Sportvereine, unter anderem der TC Rot-Weiß Oppenheim (Tennis), der TC Landskrone Oppenheim (Tennis), der FSV Oppenheim (Fußball), der mitgliedsstärkste TV Oppenheim 1846 (überregional erfolgreich im Turnen, Schwimmen, Radsport und vor allem im Basketball) und der Schachclub Landskrone.

Bauwerke
Burg Landskron
Landschreibereigebäude
Die Krämerstraße am Oppenheimer Marktplatz
Landschreibereigebäude und Casino
An der Stelle des denkmalgeschützten stattlichen Barockgebäudes Ecke Wormserstraße/Landschreibergasse mit seinen großen überdachten Fenstern und dem Mansarddach stand im Mittelalter das Bürgerhaus „zum Krebs“ mit der Ratstrinkstube dahinter.
Zwei Jahrzehnte nach der Stadtzerstörung von 1689 errichtete der kurpfälzische Landschreiber Johann Williges Landvogt von 1709 bis 1711 auf den Ruinen der beiden Häuser das heutige Gebäude. Das Doppelwappen an der Frontseite oben weist auf die Familien des Erbauers und seiner Ehefrau hin: links Landvogt, rechts Gambs. Eine entsprechende Bauinschrift ist heute durch einen Anbau aus den 1940er Jahren überdeckt.
Von 1740 bis 1821 war hier die Löwenapotheke untergebracht, die Friedrich Koch in die Krämerstraße 2 verlegte. Aus dieser Zeit stammt auch die Hausbezeichnung „zur roten Lilie“, deren Zeichen über der Heiligenfigur an der Ecke zu sehen ist.
1888/1889 erwarb die Casino-Gesellschaft das Haus und baute es für ihre Zwecke um. 1899 riss man dann die dahinterliegende baufällige Scheuer ab und errichtete den Saalanbau. Die Gesellschaft betrieb die Gastwirtschaft, richtete auch einen Weinvertrieb ein und veranstaltete hier ihre Treffen und Feste. Über Jahrzehnte repräsentierte das „Casino“ den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Oppenheim.[27]
Vereine
Oppenheimer Geschichtsverein e. V.
Carnevalverein 1873 Oppenheim e. V.
Club kochender Männer
DLRG Ortsgruppe Oppenheim e. V.
Gesangverein Harmonie 1845 Oppenheim e. V.
Vereinigung der Oppenheimer Gewerbetreibenden
Schiess-Sport-Verein Oppenheim/Nierstein e. V.
Aero-Club Oppenheim-Guntersblum am Rhein e. V.
„Oppenheim bewegt“ Stadtförderverein e. V.
FSV Oppenheim 1945 e. V.
AWO Oppenheim
Förderverein der Festspiele e. V.
Regelmäßige Veranstaltungen

Alljährlich finden in der Ruine Landskron und im Kulturkeller unter dem Amtsgerichtsplatz die Festspiele Oppenheim statt.

Ebenfalls alljährlich findet in der Altstadt ein Ostermarkt im Frühjahr und der Katharinenmarkt im Spätjahr statt.

Weitere regelmäßige Veranstaltungen der Stadt sind:

Zwei Wochen vor Ostern der Oppenheimer Osterkünstlermarkt
Am zweiten Wochenende im August das bekannte und beliebte Oppenheimer Weinfest
Anfang Mai das Mittelalterspectaculum
Anfang Mai Rheinradeln zwischen Oppenheim und Worms-Herrnsheim und Oppenheim auf der alten B 9, jetzt die K 40 und die L 439
Mai / Juni Via Vini – Weinprobiermeile entlang der Wormser Straße
Juni – Pfingstsonntag – Tag der offenen Tür des Aero Club Oppenheim-Guntersblum am Flugplatz
Am dritten Advent der Märchenweihnachtsmarkt mit seinem mittelalterlichen Schwerpunkt beim historischen Rathaus, der Katharinenkirche und auf dem Marktplatz
Wirtschaft und Infrastruktur
Stadteinfahrt von Dienheim kommend- im Hintergrund sind die Burg Landskron sowie die Katharinenkirche zu sehen
Oppenheimer Bahnhof mit RB 44 der Baureihe 425 auf dem Weg nach Mannheim
Der Oppenheimer Hafen
Öffentliche Einrichtungen

Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim befand sich in Oppenheim. Seit dem 1. Juli 2014 befindet sich im selben Gebäude, dem Rondo, die Verwaltung der neu gebildeten Verbandsgemeinde Rhein-Selz.

Jeweils Außenstellen halten vor Ort das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim sowie die Kfz-Zulassungsstelle der Kreisverwaltung Mainz-Bingen.

Bildung

Neben drei Kindertageseinrichtungen bzw. Kindergärten (davon zwei städtische Kindertagesstätten) gibt es die Grundschule „Am Gautor“. Darüber hinaus sind in Oppenheim das Gymnasium zu St. Katharinen, die Realschule plus, die Integrierte Gesamtschule Oppenheim sowie die Landskronschule als Förderschule angesiedelt. Ergänzt wird das Bildungsangebot durch die Berufsfachschule für Weinbau und Agrarwissenschaften.

Medien

Es erscheint die Allgemeine Zeitung mit Lokalberichtserstattung sowie eigener Geschäftsstelle in Oppenheim. Darüber hinaus erscheint wöchentlich das Rheinhessische Wochenblatt, ebenfalls herausgegeben von der Verlagsgruppe Rhein Main.

Verkehr

Oppenheim liegt an der Bundesstraße 9, die großräumig von der niederländischen Grenze bei Kleve zur französischen Grenze bei Kandel führt. Lokal dient sie vor allem der Anbindung an die nahe gelegenen Städte Mainz und Worms sowie an den Mainzer Autobahnring im Norden und der Autobahn 6 im Süden.

Des Weiteren ist Oppenheim durch den Bahnhof Oppenheim an der Bahnstrecke Mainz–Ludwigshafen an den Schienenverkehr der Deutschen Bahn angebunden. Dieser wurde in den Jahren 2009 bis 2011 saniert und barrierefrei, mit einer neuen Brücke und zwei Fahrstühlen, ausgebaut. Am Bahnhof Oppenheim verkehrt die Regionalbahn-Linie RB 44 von Mainz über Worms nach Mannheim. Ferner fahren Regionalbuslinien der Omnibusverkehr Rhein-Nahe von Oppenheim über Nierstein, Dexheim, Dalheim, Weinolsheim, Friesenheim und Köngernheim nach Undenheim (Linie 662) sowie von Oppenheim über Uelversheim und Eimsheim nach Guntersblum (Linie 663). Im Schulverkehr tritt eine Fahrt nach Wörrstadt hinzu (Linie 668).

Der Rheinradweg und die Rheinterrassenroute sind beliebte Ausflugs- und Anreisewege.

Zudem besitzt Oppenheim einen eigenen kleinen Hafen mit Verbindung zum Rhein.

Auch mit Luftfahrzeugen ist Oppenheim zu erreichen. Im Osten der Stadt, direkt am Rhein gelegen, befindet sich der Flugplatz Oppenheim. Dieser Sonderlandeplatz (International-Civil-Aviation-Organization-Code: EDGP) hat eine Graspiste von 800 Metern Länge, 30 Metern Breite und ist offen für Luftfahrzeuge und Hubschrauber bis 2 Tonnen. Betrieben und unterhalten wird der Flugplatz vom Aero-Club Oppenheim-Guntersblum am Rhein e. V., dessen Mitglieder Luftsportarten wie Modellflug, Gleitschirm, Segelflug, Motorsegler, Motorflug, Ultraleicht und Heißluftballon ausüben.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Johann von Dalberg (1455–1503), 1480 Dompropst in Worms und Kanzler der Universität Heidelberg, 1482 Kanzler des Kurfürsten Philipp von der Pfalz, 1482 Bischof von Worms, machte Heidelberg und Worms zu den damaligen Mittelpunkten des Humanismus.
Kaspar Sturm (1475–1552), Reichsherold, begleitete Martin Luther 1521 auf seinem Weg zum Reichstag zu Worms und zurück.
Michael Philipp Beuther (1564–1616), reformierter Theologe und Generalsuperintendent des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken
Friedrich Adam Widder (1724–1784), Mathematiker
Sigismund von Dawans (1744–1822), badischer Finanzminister
Johann Paulsackel (1805–1855), Vorkämpfer für demokratische Freiheitsrechte
Carl Koch (1833–1910), Pharmafabrikant, Weingutsbesitzer, Bürgermeister, Abgeordneter der 2. Kammer der hessischen Landstände, Ehrenbürger, Patriarch mit sozialem Gewissen, Sohn Friedrich Kochs
Paul Wallot (1841–1912), Architekt, Erbauer des Reichstagsgebäudes in Berlin
Karl Hirsch (1870–1930), Internist und Hochschullehrer
Johanna Senfter (1879–1961), herausragende Komponistin des 20. Jahrhunderts
Carl Wilhelm Witterstätter (1884–1964), Flugpionier
Jakob Steffan (1888–1957), sozialdemokratischer Politiker, ab 1933 mehrfach inhaftiert, organisierte den zivilen Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Süd- bzw. Rheinhessen, (1946–1950) Innen- bzw. Sozialminister von Rheinland-Pfalz
Heinrich Gottron (1890–1974), Dermatologe und Hochschullehrer
Paul Witterstätter (1892–1966), expressionistischer (später realistischer) Maler
Personen in Verbindung mit Oppenheim
Susanne Völker (* 1974), Deutsche Weinkönigin 1998/1999
Ehrenbürger
Paul Laufenburg (1888–1958), katholischer Pfarrer in Oppenheim[28]
Paul Wallot
Norbert Becher
Horst Gradinger
Heinz Kolb
Erich Menger
Philipp Schwöbel
Ernst Jungkenn
Personen die hier gewirkt haben
König Ruprecht I. (* 1352; † 1410), als Ruprecht III. von der Pfalz von 1398 bis 1410 Pfalzgraf und Kurfürst der Pfalz und von 1400 bis 1410 sehr bemühter aber erfolgloser römisch-deutscher König, verbrachte seine letzten Lebenswochen auf Burg Landskron bei Oppenheim und starb dort am 18. Mai 1410.
Madern Gerthener (* um 1360; † 1430), Stadtbaumeister der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main, Bildhauer und einer der wichtigsten Künstler der Spätgotik am Mittelrhein schuf den Westchor der Katharinenkirche, ab 1414
Wolf II. von Dalberg (1426–1476), kurpfälzischer Hofmarschall, Bürgermeister von Oppenheim, mit prachtvollem Grabdenkmal in der Katharinenkirche
Johannes Pauli (* 1450/54; † nach 1530), Franziskaner, Schwankdichter, Wegbereiter für die komische, zugespitzte Kurzgeschichte (Fazetie) im Deutschland der Frührenaissance (1499 Prediger im Oppenheimer Franziskaner-Konvent).
Friedrich von Dalberg (1459–1506), Ritter und Bürgermeister von Oppenheim, mit prachtvollem Grabdenkmal in der Katharinenkirche
Wolfgang von Dalberg (1473–1522), kurpfälzischer Amt- und Burgmann in Oppenheim, mit prachtvollem Epitaph in der Katharinenkirche
Jakob Köbel (1460–1535), ab 1494 in Oppenheim tätig als Stadtschreiber (Kanzleivorsteher), Buchdrucker, Verleger, bedeutender (mathematischer) Schriftsteller, Mitglied (Sodale) der humanistischen Vereinigung Sodalitas litteraria Rhenana und Hospes der Sektion Oppenheim.
Conrad von Hanstein († 1553), kaiserlicher Offizier, in Oppenheim bestattet, mit prachtvollem Grabdenkmal in der Katharinenkirche
Anton Praetorius (1560–1613), Pfarrer in Oppenheim (1589–1592), Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter.
Johann Theodor de Bry (1561–1623), wirkte von 1609 bis 1619 als Verleger und Kupferstecher in dem calvinistischen Glaubensflüchtlingen wohlgesinnten Oppenheim. Spezialität: Das reich illustrierte wissenschaftliche Buch. 1617 Schwiegervater von Matthäus Merian.
Hieronymus Galler, Drucker aus Basel, verließ mit Johann Theodor de Bry 1609 Frankfurt und betrieb von 1610 bis 1620 in Oppenheim eine leistungsfähige Druckerei.
Albert Molnár (1574–1634), reformierter Theologe und Wandergelehrter aus Ungarn, von 1615 bis 1619 Kantor und Rektor der Lateinschule in Oppenheim
Johann Ludwig Gottfried (1584–1633), Theologe, Übersetzer, Autor, Herausgeber und Korrektor. Schriftstellerisch wirkte er bei den Verlagshäusern de Bry, Merian und Jennis von 1619 bis 1624 in Oppenheim und von 1624 bis zu seinem Lebensende in Frankfurt am Main.
Lucas Jennis (* 1590; † nach 1631), Buchdrucker, Verleger, Kunsthändler und Kupferstecher
Matthäus Merian (1593–1650), wirkte von 1616 bis 1619 als Kupferstecher in Oppenheim.
Ferdinand Emonds (1754–1813), Stadtschreiber (Kanzleivorsteher) und Maire in Oppenheim sowie Präfekturrat im Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg)
Franz Christoph Braun (1766–1833), langjähriger Pfarrer in Oppenheim und ehemaliger Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
Friedrich Koch (1786–1865), Apotheker, Erfinder der industriellen Chininherstellung
Helmut Krethe (* 1955), Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Verdienstmedaille des Landes Niedersachsen sowie ehemaliger Bundes- und Landesvorsitzender des Deutschen Guttempler-Ordens
Katrin Bibiella (* 1964), Kirchenmusikerin und Autorin
Pia Schellhammer (* 1985), Politikerin und MdL, wuchs in Oppenheim auf
Literatur
Beitrag Oppenheim – Jüdische Geschichte/ Synagogen auf dem Geschichtsportal Alemannia Judaica. [3]
Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart, Gießen 1905, S. 367–377.
Karl Josef Minst: Lorscher Codex III, Lorsch 1970, 77 Urkunden ab 766.
Heinz Leiwig: Finale 1945 Rhein-Main, Düsseldorf 1985, ISBN 3-7700-0675-5, S. 68–78.
Wolfgang Kemp: Dokumentation Oppenheimer und Niersteiner Juden 1933–1945. Korrigierte, ergänzte und wesentlich erweiterte Neuauflage. Verlag der Rheinhessischen Druckwerkstätte, Alzey 2009, ISBN 978-3-87854-221-6.
Julian Hanschke: Oppenheim am Rhein in historischen Ansichten. Druckgraphik, Gemälde, Aquarelle, Handzeichnungen, Photographien 1600 – 1900. Mainz: Philipp von Zabern, 2006. ISBN 978-3-8053-3607-9
Julian Hanschke: Oppenheim am Rhein. Baugeschichte, Baudenkmäler, Stadtgestalt (Materialien zur Baugeschichte, 16). Karlsruhe, 2010. ISBN 978-3-941850-22-4.
Literatur über Oppenheim in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Weblinks
 Commons: Oppenheim – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Oppenheim – Reiseführer
 Wikisource: Oppenheim in Merians Topographia Hassiae – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Oppenheim in der Topographia Palatinatus Rheni (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Internetpräsenz der Stadt Oppenheim
Illustration von Daniel Meisner von 1623: Oppenheim. Ars Nostro Spernitur Ævo (Digitalisat)