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Geschichte
Rehnaer Kloster

Rehna wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts von Siedlern aus dem hessischen Rhena gegründet.[3] Die erste Kirche von Rehna wird bereits 1230 im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet.
Am 26. Dezember 1237 bestätigt der Ratzeburger Bischof Ludolf I. feierlich das neue Kloster Rehna. Rehna gehörte jedoch nie zum Hochstift bzw. später zum Fürstentum Ratzeburg (Mecklenburg-Strelitz). Rehna war vielmehr eine Landstadt in Mecklenburg und bis 1918 als Teil der Städte des Mecklenburgischen Kreises auf Landtagen vertreten.

Nach Einführung der Reformation und Auflösung des Klosters war Rehna Leibgedinge der Witwen und unversorgten Töchter Mecklenburger Herzöge sowie Sitz eines Amtmanns. 1734–1768 war das Amt Rehna im Pfandbesitz des Kurhannovers. 1791 erhielt der Ort das Stadtrecht.

Die Innenstadt und das Klostergebäude wurden im Rahmen der Städtebauförderung im Zeitraum von 1991 bis 2005 saniert, dafür wurden rund neun Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Die Sanierung der Stadt ist inzwischen weitgehend abgeschlossen und sie wurde im Jahr 2006 nicht mehr in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen.

Hexenverfolgung

Mindestens 20 Personen (18 Frauen, zwei Männer) gerieten 1595–1684 in Hexenprozesse, davon wurden wahrscheinlich elf hingerichtet.[4] 1668 wurde Ilse Klink, die Witwe des ehemaligen Bürgermeisters Hinrich Klink, verbrannt. Sie hatte erst nach mehrfacher Folter zu einem Geständnis gezwungen werden können. Als sie ihr Geständnis widerrief, wurde sie erneut der Folter unterworfen.[5]

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1950 wurde Othenstorf nach Brützkow und Falkenhagen nach Löwitz eingemeindet.[6] Brützkow wurde wiederum am 1. Juli 1973 nach Rehna eingemeindet.[6] Löwitz gehört seit dem 13. Juni 2004 zu Rehna.[7] Am 25. Mai 2014 wurden Nesow und Vitense in die Stadt eingemeindet.[8]

Geschichte der Ortsteile
Löwitz
Um 1230 wurde unter den Ortsnamen Lovetse und Lowitze die Burg Lovetze erstmals erwähnt, deren Reste sich noch im Park befinden. Das Gut Löwitz war u.a. im Besitz der Familien von Bülow (ab Mittelalter), von Pentz (ab 1803), Joachim Heinerich Koch und Erben (1855 bis 1919), von Soden und von Forstner (bis 1945). Das stark verfallene Gutshaus Löwitz stammt von 1856.
Politik
Gemeindevertretung

Die Gemeindewahl vom 25. Mai 2014 hatte folgendes Ergebnis (in Klammern Unterschied zu 2009):[9]

AWG 6 Sitze (+ 2)
Bürger für Rehna 3 Sitze (± 0)
CDU 2 Sitze (+ 1)
SPD 1 Sitz0 (± 0)
Die Linke 0 Sitze (− 1)
Aktive Bürger für Nesow 1 Sitz0 (+ 1)
UWG Vitense 1 Sitz0 (+ 1)
Wählergemeinschaft Löwitz 1 Sitz0 (± 0)
Einzelbewerber Böttcher 1 Sitz0 (± 0)

Wappen und Flagge
Wappen in der DDR

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 125 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Die jetzige Form wurde 1997 vom Weimarer Michael Zapfe gezeichnet.

Blasonierung: „In Gold ein hersehender schwarzer Stierkopf mit goldener Krone, silbernen Hörnern, aufgerissenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell, das bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt.“[10]

Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Gold (Gelb) und Schwarz; in der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des goldenen (gelben) und des schwarzen Streifens übergreifend, das Wappen der Stadt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Sehenswürdigkeiten
Deutsches Haus
Bauwerke
Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Rehna
Kloster Rehna, ehemaliges Benediktinerinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert mit urspr. spätromanischer einschiffige Backsteinkirche, die im 15. Jahrhundert beträchtlich verändert wurde sowie Arkadengang, ehem. Klostergebäude (heute Amtsgebäude) und Klostergarten.
Altes Rathaus vom Ende des 17. Jahrhunderts, barockes, zweigeschossiges, geputztes, giebelständiges Fachwerkhaus auf Feldsteinsockel, mit Mansarddach, rundem Giebel und Laternentürmchen.
Deutsches Haus
Hauptartikel: Deutsches Haus (Rehna)

Das Deutsche Haus zählt mit zu den ältesten Häusern der Klosterstadt Rehna. Auch wenn das Haus in der Gesamtdarstellung heute nur noch die ursprüngliche Größe erahnen lässt, so ist doch beim genauen Betrachten der Ursprung zu erkennen. Der Gebindeabstand beträgt 1,8 bis 2 Meter und deutet noch auf eine Dacheindeckung aus Stroh hin. Das etwa vier Meter hohe Erdgeschoss nimmt die große Diele im hinteren Bereich auf.
Das Haus ist Herberge für den Martensmann. Dieser Brauch wird erstmals 1520 erwähnt. Es wird alljährlich am Martinstag den Mecklenburger Fürsten eine Tonne (Fass) Wein gesandt, auf dass sich die Fürsten vertragen.
Heute wird das Deutsche Haus als Vereinshaus der Stadt Rehna genutzt und beherbergt die Stadtbibliothek Rehna.

Gutshaus Löwitz um 1830
Gutshaus Löwitz

Das bereits 1857 im neugotischen Stil errichtete Gutshaus in Löwitz war der erste Gutshaubau des erst 28-jährigen Schweriner Architekten Georg Daniel. Er hatte zu dieser Zeit sein zweites Bauexamen noch nicht abgelegt, benötigte aber Geld für seine erste Studienreise nach Wien. Daniel entwarf hier keinen Backstein-, sondern einen Putzbau mit tudorgotischen Formen. Er wertete dabei das zweigeschossige Gutshaus besonders durch Turmanbauten, mit Zinnenkränzen sowie Balkone und mit Ornamentik in Anlehnung an die Schinkelschen Bauten, wie das Schloss Babelsberg, auf.[11]

Im Gutshaus war nach 1945 ein Kindergarten, später ein Lehrlingswohnheim, ab 1972 die Werkküche der LPG und ein Kultur- und Versammlungsraum untergebracht. Es verfiel nach der Wende.

Das Allodialgut war u.a. im Besitz der Familien von Pentz (1803), Joachim Heinerich Koch und Erben (1855 bis 1919), von Soden und von Forstner (bis 1945).

Gräber und Denkmäler für die Opfer des Zweiten Weltkrieges

Acht Gräber von Zwangsarbeitern für vier polnische Frauen und vier Männer, alle namentlich bekannt, die Opfer der Zwangsarbeit wurden, befinden sich auf dem Friedhof. Waren es anfänglich Holzkreuze, so erinnern seit 1986 Gedenksteine an diese Opfer unter den 3000 bis 4000 Männern und Frauen, überwiegend aus Polen, die im Amtsbereich von Rehna während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit auf Gütern und bei Gewerbetreibenden verrichten mussten. Ebenfalls auf dem Friedhof existiert eine Gedenkstätte aus dem Jahre 1949 für den antifaschistischen Widerstand, die u. a. an den kommunistischen Stadtverordneten Friedrich Dreyer erinnert, der zu den Opfern des Todesmarsches vom April 1945 gehört. In der Friedrich-Dreyer-Straße hängt eine Informationstafel für den ermordeten Kommunisten.

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehrsanbindung
Bahnhof in Rehna

Direkt an der Bundesstraße 104 gelegen, mit Bahnanschluss in die Landeshauptstadt Schwerin und der acht Kilometer entfernten Autobahn-Anschlussstelle Schönberg A 20 von Lübeck nach Rostock, verfügt Rehna über eine gute überregionale Verkehrsanbindung. Pläne, die Bahnstrecke von Schwerin über Rehna hinaus bis nach Schönberg an der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen zu verlängern, wurden noch bis in die 1940er Jahre verfolgt, aber – bis auf ein paar Brückenbauwerke – nie verwirklicht.

Ortsansässige Unternehmen

Die Awek Protech GmbH mit Sitz im Gewerbegebiet Am Kajatz produziert Kabelkonfektionen und Systemtechnik für Automatisierungstechnik, Bahn- und Luftfahrtindustrie sowie Bauteile für Robotertechnik. Das Unternehmen ist seit 1990 dort ansässig und gehört mit zu den größten Arbeitgebern der Region.

Söhne und Töchter
Ilse Klink († 1668) war die Witwe des ehemaligen Bürgermeisters Hinrich Klink. Sie wurde Opfer der Hexenverfolgung und verbrannt[12]
Johann Daniel Riedel (* 5. November 1786; † 11. Februar 1843 in Berlin), Apotheker und Unternehmer
Peter Heinrich Lemke (* 27. Juli 1799; † 29. November 1882 in Carrolltown, USA), katholischer Priester und Wegbereiter der Benediktiner in Nordamerika
Lewis Jacob Marcus (* 15. Oktober 1809; † 7. Oktober 1881 in Manchester/England), Advokat und Ehrenbürger von Schwerin/Mecklenburg
Amely Bölte (* 6. Oktober 1811; † 15. November 1891 in Wiesbaden), deutsche Schriftstellerin
Georg Daniel (* 15. Januar 1829; † 8. April 1913 in Schwerin), deutscher Baumeister
Albert Schultz-Lupitz (* 26. April 1831; † 5. Januar 1899 in Lupitz), bekannt durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Nährstoffversorgung von Pflanzen
Wolfgang Rohner-Radegast (* 1920; † 7. Juli 2002 in Freiburg), deutscher Verlagslektor, Lehrer und Schriftsteller
Siegfried Stark (* 12. Juni 1955), deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer
Literatur
Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, S. 423 ff., ISBN 3-910179-06-1.
Weblinks
 Commons: Rehna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
www.stadtrehna.de
www.rehna.de
Quellen

↑ Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).

↑ Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015

↑ Verena Friedrich: Die ehemalige Klosterkirche St. Maria und Elisabeth in Rehna, Passau; S. 2

↑ Sönke Lorenz: Die Quellen, Die Hexenprozesse in den Rostocker Spruchakten von 1570 bis 1630, Frankfurt am Main 1983

↑ Katrin Moeller: Dass Willkür über Recht ginge, Hexenverfolgung in Mecklenburg im 16. und 17. Jahrhundert (Hexenforschung Band 10), Bielefeld 2007, S. 112, 114, 296, 452, 453.

↑ a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt

↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004

↑ Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 18.1 bis 15.3.2014

↑ Wahlergebnis 2014 Stadt Rehna

Stadt Rehna. 11. August 2009; abgerufen am 27. August 2017 (Wappen). 

↑ Horst Ende: Georg Daniel als Architekt und Denkmalpfleger in Mecklenburg. Vortrag am 11. Februar 2004 zum 175. Geburtstag Georg Daniels im Landesamt für Denkmalpflege Schwerin.

↑ Katrin Moeller: Dass Willkür über Recht ginge, Hexenverfolgung in Mecklenburg im 16. und 17. Jahrhundert (Hexenforschung Band 10), Bielefeld 2007, S. 112, 114, 296, 452, 453.

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Normdaten (Geografikum): GND: 4390018-5 (AKS)

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Kategorien: RehnaGemeinde in Mecklenburg-VorpommernOrt im Landkreis Nordwestmecklenburg

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Diese Seite wurde zuletzt am 27. August 2017 um 14:26 Uhr bearbeitet.
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