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Geschichte
Der Wasemer Turm der Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert wurde teilweise aus dem Gussmauerwerk des die Stadt durchquerenden Römerkanals erbaut
Fachwerkhäuser an der Hauptstraße

Der Name Rheinbach ist aus Reginbach entstanden. Der erste Teil des Namens leitet sich vermutlich von dem althochdeutschen Wort „regan“ = Regen ab, so dass mit dem späteren Ortsnamen wohl zunächst ein Bach bezeichnet wurde, der nur bei Regen ausreichend Wasser führte.

Antike bis Mittelalter

Die Römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln, auch Römerkanal genannt und etwa ab 80 n. Chr. gebaut, führte durch das heutige Stadtgebiet Rheinbachs. Einige geborgene Teilstücke sind in der Stadt aufgestellt, so z. B. an der Pützstraße ein Teilstück, das aus Mechernich-Breitenbenden stammt, und am Kreisel Aachener Straße ein Teilstück, das in Rheinbach geborgen wurde und dessen Sohle und Wangen aus römischem Stampfbeton besteht. Die Wasserleitung verlief in Rheinbach unter der heutigen Münstereifeler Straße und der Bahnhofstraße. Nach der römischen Zeit wurde die Eifelwasserleitung in Rheinbach zur Gewinnung von Baumaterial ausgebeutet. So findet man z. B. am Wasemer Turm und am Hexenturm in Rheinbach aus römischem Stampfbeton bestehendes Baumaterial verbaut.[2]

Die erste Erwähnung der Ansiedlung als Reginbach erfolgte am 13. August 762[3], als der fränkische König Pippin und seine Frau Bertrada der Abtei Prüm Ländereien im Umfeld der heutigen Stadt Rheinbach schenkten.[4] Als die Abtei Prüm 892 von marodierenden Wikingern überfallen, ausgeraubt und alle Unterlagen angezündet wurden, ließ der Abt im Folgejahr ein Verzeichnis der Güter der Abtei erstellen. Dieses Prümer Urbar führt für Rheinbach (dort Rembahc genannt) fast fünfzig Bauernstellen im Besitz der Abtei auf und weist sie damit als größten Grundherrn der Region aus.[5]

Im 12. Jahrhundert wird ein Edelmann namens Emelricus als Herr von Rheinbach genannt. Das Geschlecht der Ritter von Rheinbach, die zunächst „Angestellte“ Prüms waren, lebte auf der Rheinbacher Burg und wurde in der Folgezeit immer mächtiger. Im Jahre 1246 übertrug Graf Friedrich von Hochstaden, der damals Prümer Vogt u. a. in Rheinbach war, die Vogteirechte an seinen Bruder Konrad, Erzbischof von Köln. Nach der Bestätigung durch den Prümer Abt war nun der Kölner Erzbischof Landesherr in Rheinbach. Als aber das Erzstift 1288 in der Schlacht von Worringen eine schwere Niederlage erlitt und dadurch stark geschwächt wurde, nahmen die Herren von Rheinbach das Heft in die Hand. Sie befestigten den Ort mit Mauern, Türmen und Halbtürmen. Widerrechtlich ohne Genehmigung des Landesherrn erbauten die Ritter von Rheinbach eine Stadt. 1298 wird der Ort erstmals als „oppidum“ bezeichnet. 1343, als ein Aussterben des Geschlechts von Rheinbach abzusehen war, erwarb der Kölner Bischof alle Rechte an Burg und Stadt Rheinbach zurück und die Stadt blieb bis zum Jahr 1789 Teil des Erzstifts Köln und so unter Kurkölner Kontrolle.

In der Folgezeit entwickelte sich Rheinbach auch zum Verwaltungsmittelpunkt für die kurkölnischen Einnahmen aus der Grafschaft Neuenahr. Nach dem Verlust Neuenahrs an Jülich sank die Bedeutung Rheinbachs für den Erzbischof enorm und er verpfändete die Stadt häufig an größere oder kleinere Herren. So wurde ein weiterer Ausbau der Stadt gehemmt. Das zunächst blühende Tuchhandwerk und das regional bedeutende Gerbereiwesen verloren zunehmend an Bedeutung.

Frühe Neuzeit

An die Hexenprozesse in Rheinbach, die zwischen 1631 und 1636 wüteten, erinnert der Hexenturm, der damals als Gefängnis diente und Teil der Rheinbacher Burg ist, die von den Herren von Rheinbach gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet wurde und heute noch in Teilen vorhanden ist. Unter den Hexenkommissaren Franz Buirmann und Jan Möden wurden etwa 130 Menschen aus Rheinbach, Flerzheim und Meckenheim als Hexen angeklagt, gefoltert und verbrannt.[6][7] In Rheinbach entpuppten sich die Hexenverfolgungen als mörderischer Machtkampf innerhalb der städtischen Führungsschicht. Fünf der sieben Schöffen mussten fliehen oder wurden ermordet. Hermann Löher, ehemaliger Bürgermeister und Chronist dieser Ereignisse, rettete sich nach Amsterdam. Den Vogt Schwegeler verbrannten die Hexenrichter vor den Stadttoren.

Am 11. Juni 2012 distanzierte sich der Rat der Stadt Rheinbach einstimmig von den im 16. und 17. Jahrhundert auf Rheinbacher Stadtgebiet geschehenen Gräueltaten und bedauerte, dass unschuldige Frauen und Männer als Hexen und Zauberer denunziert, gefoltert, durch die Folter getötet oder schließlich hingerichtet worden seien; Folter und Todesstrafe seien früher wie heute Unrecht.[8]

Im Jahre 1673 stand der Prinz von Oranien mit vier Regimentern vor der Stadt. Nachdem sich Bürgermeister Averdunck geweigert hatte, Rheinbach freiwillig zu übergeben, plünderten die Truppen des Prinzen die Stadt und steckten sie in Brand. Nur 20 der ca. 150 Häuser blieben vom Feuer verschont. 25 Rheinbacher Bürger und 23 Bauern aus den umliegenden Ortschaften kamen um.

Französische Revolution bis Zweiter Weltkrieg

Nach dem Einmarsch französischer Truppen 1794 ins Rheinland wurde Rheinbach Teil eines neugebildeten Département de Rhin-et-Moselle. Ab 1802, als die deutschen Gebiete westlich des Rheins in den französischen Staat integriert wurden, waren auch die Rheinbacher französische Staatsbürger. Durch diese Eingliederung in den französischen Staat blieb die zuvor erfolgte Ausrufung der Republik „Freies Land Rheinbach“ durch den Publizisten Johann Baptist Geich nur eine Fußnote der Geschichte. Geich und seine Mitstreiter hatten beabsichtigt, eine eigenständige Rheinische Republik nach französischem Vorbild zu errichten. In dieser Zeit wurden auch die noch heute zu Rheinbach gehörenden Ortschaften verwaltungsmäßig mit der Kernstadt verbunden.

Nach den erfolgreich geführten Befreiungskriegen – insbesondere aber infolge des Wiener Kongresses – fiel Rheinbach 1815 an Preußen und wurde zunächst Teil des Großherzogtums Niederrhein und dann bis 1945 Teil der Rheinprovinz. In der Potsdamer Konferenz wurde diese in einen französischen und in einen britischen Sektor geteilt. Rheinbach lag direkt an der Sektorengrenze, jedoch noch im britischen Bereich. Die damalige Sektorengrenze ist identisch mit der Grenze zum Landkreis Ahrweiler, der im Land Rheinland-Pfalz liegt, und ist damit zugleich Landesgrenze.

1820 wurde mit dem Abriss der Rheinbacher Stadtbefestigung begonnen. Anfang der 1850er Jahre begann in Rheinbach die Förderung und Verhüttung von Eisenerz. Aber schon nach wenigen Jahren wurde dieser Bergbau eingestellt.[9]
Der seit Jahrhunderten in den rheinbacher Höhenorten betriebene Kupfer- und Bleierzbergbau – zuletzt auf der Grube Hedwigsglück – endete mit dem Ersten Weltkrieg.[10]

Als preußischer Kreishauptort, später Kreisstadt, entwickelte sich Rheinbach zu einem wichtigen Behördenstandort. Die hiesige Beamtenschaft legte Wert auf gute Schulbildung ihrer Kinder, so dass 1852 bereits eine höhere städtische Lehranstalt errichtet wurde, die 1909 als Vollgymnasium anerkannt wurde. 1862 durfte sich Rheinbach wieder „Stadt“ nennen, nachdem es diese Rechte in der Franzosenzeit infolge der Gleichstellung von Stadt und Land verloren hatte.

1866 wurde in Rheinbach eine Filiale der Armen Dienstmägde Jesu Christi eröffnet. Die Schwestern widmeten sich der Krankenpflege und richteten eine Kinderbewahrstelle und eine Handarbeitsschule für Mädchen ein. Ab 1869 entwickelte sich daraus das Rheinbacher Krankenhaus, welches 2006 jedoch seine Tore schloss und nun zu einer Pflegestation mit dem angrenzenden Seniorenheim Marienheim umgebaut wurde.

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1880 ermöglichte in der Folgezeit die Entwicklung einer bedeutenden Keramikindustrie, die um 1960 ihren künstlerischen Höhepunkt fand. Heute arbeiten hier noch zwei Betriebe.

1914 wurde in Rheinbach die Strafanstalt, heute Justizvollzugsanstalt Rheinbach, gegründet. Einige Jahrzehnte lang befand sich dort eine Abteilung für Langzeitgefangene, die der Haftanstalt aufgrund einiger spektakulärer Ausbrüche, aber auch aufgrund prominenter Insassen wie dem „Kanzlerspion“ Günter Guillaume zu einer Bekanntheit über die Grenzen Rheinbachs hinaus verhalfen. Von 1918 bis 1929 wurde die Stadt zunächst von Briten, dann von Franzosen besetzt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark in Mitleidenschaft gezogen. 1901 lebten hier 113 Juden, die auch eine Synagoge, einen eigenen Friedhof und eine eigene Schule unterhielten. 1942 wurden die letzten jüdischen Bürger Rheinbachs nach Osteuropa deportiert. 34 davon wurden dort ermordet. Viele Gebäude, darunter die Pfarrkirche, wurden durch Bombardierungen aus der Luft völlig zerstört. Nahezu 700 Kriegstote hatten Rheinbach und das Amt Rheinbach-Land in diesem Krieg zu beklagen. Die Hälfte davon fiel als Soldaten an der Front, die andere durch Artilleriebeschuss oder Bombenabwürfe in der Heimat. Rheinbach wie auch die Stadt Meckenheim lagen an der Vormarschroute der 9. US-Panzerdivision auf dem Weg zur berühmten Ludendorff-Brücke („Brücke von Remagen“).

Gegenwart

Aus dem Sudetenland vertriebene Glasveredler siedelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Rheinbach an. Bis September 1947 hatten sich acht Glasfachbetriebe aus Böhmen in der Stadt niedergelassen, die den Ruf Rheinbachs als „Glasstadt“ begründeten. Bereits 1948 wurde eine Staatliche Glasfachschule in Rheinbach eröffnet, die heute unter dem Namen „Staatliches Berufskolleg Glas, Keramik, Gestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen“ firmiert und internationale Anerkennung gefunden hat.

Im Rahmen des Bonn-Berlin-Ausgleichs wurde in Rheinbach 1995 eine Abteilung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg eingerichtet. 1968 eröffnete der Förderverein „Freunde des edlen Glases“ das Glasmuseum Rheinbach mit dem Ausstellungsschwerpunkt „Böhmisches Hohlglas“, das seit 1989 im Himmeroder Hof etabliert ist.

Am 1. August 1969 wurden die Stadt Rheinbach und die bisher selbständigen und zum Amt Rheinbach-Land gehörenden Gemeinden Flerzheim, Hilberath, Neukirchen, Niederdrees, Oberdrees, Queckenberg, Ramershoven, Todenfeld und Wormersdorf zur neuen Stadt Rheinbach zusammengeschlossen.[11]

Rheinbach als Bundeswehrstandort
Hauptartikel: Tomburg-Kaserne

1957 wurde Rheinbach Bundeswehrstandort. Dazu wurde die Tomburg-Kaserne (⊙50.619376.93021), die nach der beim Ortsteil Wormersdorf gelegenen Tomburg benannt ist, von den belgischen Streitkräften übernommen.

Zuerst wurde eine Führungsfernmeldekompanie untergebracht, die schnell zum Bataillon und zum Fernmelderegiment oberste Bundeswehrführung und letztlich zur Führungsunterstützungsbrigade 900 unter Brigadegeneral Eckard Lisec aufwuchs. Der Fernmeldeverband wurde nach dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin verkleinert, mehrfach restrukturiert und verlegt.

Rheinbach war aber auch Stationierungsort für das Fernmeldekommando 900, das am Stadtpark 14 (⊙50.622676.95044), heute Albert-Schweitzer Schule, stationiert war. Es war der Vorläuferverband des Kommandos Strategische Aufklärung, das am 17. Januar 2002 in der Tomburg-Kaserne in Dienst gestellt wurde. Das Kommando verlegte 2007/2008 die Hauptkräfte nach Grafschaft-Gelsdorf.

Gemäß Stationierungskonzept 2011[12] ist vorgesehen, die Anzahl der Dienstposten in Rheinbach von 610 (2011) auf 720 (2013) anzuheben. Danach werden in Rheinbach stationiert

Kommando Strategische Aufklärung, Teile
Regionale Sanitätsversorgung
Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BtrbZ IT-SysBw)
weitere (nicht benannte) Dienststellen
Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Delta Quelle
1867 01.867 [13]
1872 01.889 +00022 [14]
1971 20.000 +18.111 [15]
Jahr Einwohner Delta
1996 25.381 +418
1997 25.846 +465
1998 25.579 −267
1999 25.688 +109
2000 25.943 +255
Jahr Einwohner Delta
2001 25.986 +43
2002 26.044 +58
2003 26.149 +105
2004 26.273 +124
2005 26.533 +260
Jahr Einwohner Delta
2006 26.345 −188
2007 26.779 +434
2008 26.924 +145
2009 27.098 +174
2010 28.372 +1274
Jahr Einwohner Delta
2011 28.590 +578
2012 28.742 +152
2013 28.888 +146
2014 28.918[16] Stand 31. Oktober
2015

Einwohner ab 1995 (24.963) jeweils zum 31. Dezember mit Haupt- und Nebenwohnung

Religionen
Katholische Gemeinden
Pfarrkirche Sankt Martin in Rheinbach
Kath. Kirchengemeinde St. Martin, Rheinbach im Dekanat Meckenheim-Rheinbach (Erzbistum Köln) mit den Kirchen
St. Martin in Flerzheim
St. Martin in Hilberath
St. Margareta in Neukirchen
St. Mariä Himmelfahrt in Merzbach
St. Antonius in Niederdrees
St. Ägidius in Oberdrees
St. Joseph in Queckenberg
St. Basilides in Ramershoven
St. Hubertus in Todenfeld
St. Bartholomäus in Kalenborn
St. Martin in der Kernstadt von Rheinbach (Pfarrkirche)[17]
Kath. Kirchengemeinde St. Martin, Wormersdorf in der Pfarreiengemeinschaft Meckenheim (Dekanat Meckenheim-Rheinbach).
Klöster und Niederlassungen religiöser Gemeinschaften in Rheinbach
Deutscher Orden (OT): Kloster und Pfarrseelsorge (1. September 2012 bis 15. November 2014)[18][19]
Pallottiner (SAC): Kloster und Schule (bis Juli 2016)[20]
Schwestern Unserer Lieben Frau (SND): Kloster, Schule und Internat (1911–1999)
Töchter der Göttlichen Liebe (DDL): Antoniuskloster in Flerzheim (mit Sitz der Deutschen Region des Ordens; ca. 1990–2015)[21]
Arme Dienstmägde Jesu Christi (ADJC): Krankenhaus (23. Oktober 1866 bis ); Hermanianum (15. April 1890 bis ).
Evangelische Gemeinden
Ev. Gemeinde Rheinbach, Gnadenkirche
Freie Ev. Gemeinde, FEG
Politik
Stadtrat

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 58,54 % (+1,04 %p.)

 %50403020100

45,6028,269,467,998,69n. k.

CDUSPDUWGFDPGrüneVolksab.
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   8   6   4   2   0  -2  -4

-1,39
+7,07-2,51-2,71+0,94-1,4
CDUSPDUWGFDPGrüneVolksab.

Von 22.058 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern wurden am 25. Mai 2014 12.677 gültige Stimmen abgegeben. Im Folgenden die Stimmenverteilung und die Anzahl der auf die Parteien fallenden Mandate von insgesamt 36 zu vergebenden Ratssitzen:

Partei Prozent Sitze
CDU 45,46 17
SPD 28,26 10
UWG 9,46 3
FDP 7,99 3
Grüne 8,69 3

Wappen

Blasonierung: „Im geteilten Felde, oben in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, unten gespalten, links in Silber ein mit dem Barte linkshin gewendeter blauer Schlüssel, rechts auf rotem Grund ein blau bewehrter halber silberner Adler am Spalt.“[22]
Wappenbegründung: Das schwarze Kreuz auf silbernem Grund steht für das Erzstift Köln. Der Schlüssel deutet auf den hl. Petrus als Patron der Kirche oder des Erzstiftes. Der Adler aus dem Wappen der Grafen von Are-Hochstaden knüpft an die Übertragung von 1246/47 an und ignoriert die widerrechtliche Aneignung des Besitzes durch die Ritter von Rheinbach. Das Stadtwappen geht zurück auf das zweite Schöffensiegel, das mit Abdruck seit 1344 existiert. Die Wappenverleihung fand 1915 durch König Wilhelm II von Preußen statt und wurde 1970 durch den Regierungspräsidenten von NRW bestätigt. Die Flaggenfarbe der Stadt ist schwarz weiß.[23]

Städtepartnerschaften
Deinze, Belgien
Kamenický Šenov (Steinschönau), Tschechien
Sevenoaks, Kent, Vereinigtes Königreich
Villeneuve-lès-Avignon, Frankreich
Kultur und Sehenswürdigkeiten, Freizeit
Museen
Glasmuseum Rheinbach
Kutschenmuseum Mostert
Naturparkzentrum des Naturparks Rheinland im Himmeroder Hof
Bauwerke
Gruss aus Rheinbach (1900)
Pfarrkirche St. Martin Rheinbach
Burgruine Tomburg bei Wormersdorf
Hexenturm
Wasemer Turm
Kallenturm
Windmühlenturm
Bocksturm
Himmeroder Hof (Rheinbach)
Waldhotel Rheinbach
Waldkapelle
Römische Wasserleitung („Römerkanal“)
„Altes Bürgerhaus“ (nicht erhalten, Grundriss im Pflaster des Plätzchens „Am Bürgerhaus“ – Hauptstraße/Ecke Bachstraße – nachempfunden)
Haus Am Bürgerhaus 5 (Raths), eines der älteren Gebäude Rheinbachs mit Kellerteilen aus dem 16. Jh., ehemals Gerberei, Lederhandel, Sägewerk/Holzhandel, Stellmacherei, Restaurant
ehemalige „Herberge zum Heiligen Geist“, Martinstraße 12
Der Hans-Wischeler-Turm war ein 16 m hoher hölzerner Aussichtsturm auf dem südwestlich von Rheinbach gelegenen 291,9 m ü. NHN[24] hohen Beuelskopf, der 2002 durch Brandstiftung zerstört wurde. Seit einigen Jahren existieren Pläne für den Wiederaufbau.[25]
ehemaliger Wasserturm aus den 1890er Jahren, heute Atelier eines Studioglaskünstlers
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Rheinbach
Freizeit
Neben dem Freizeitpark mit Kinderspielplatz, Seen, Minigolfanlage und Grillplätzen zählt das monte mare Freizeitbad und Saunaparadies mit seinem 10 Meter tiefen Indoor-Tauchbecken zu den beliebten Ausflugszielen.
Immer am dritten Wochenende im Juli finden in Rheinbach die Rheinbach Classics statt, ein überregionales Oldtimerfestival, welches jährlich über 30.000 Zuschauer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern anzieht.
Infrastruktur und Wirtschaft
Verkehr
Schienenverkehr
Ehemaliges, heute privatisiertes Empfangsgebäude des Bahnhofs Rheinbach

Der Bahnhof Rheinbach liegt an der Voreifelbahn (Bonn Hbf–Rheinbach–Euskirchen(–Bad Münstereifel)), auf der im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) die S-Bahnlinie 23 verkehrt.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB-Regio NRW, die für die Voreifelbahn Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 644 in Ein- bis Zweifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h einsetzt.

Busverkehr

Buslinien der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) verbinden Rheinbach sternförmig mit Bonn über Witterschlick, Euskirchen, verschiedenen Ortschaften der Gemeinde Swisttal sowie im Schülerverkehr auch mit Meckenheim. Innerhalb Rheinbachs verkehrt unter dem Namen „Rheinbacher Stadthüpfer“ eine Quartierbuslinie mit einem barrierefreien Kleinbus (Liniennummer: 813).[26] Für alle diese Linien gilt der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

Weitere Linien aus dem VRM (Verkehrsverbund Rhein-Mosel) verbinden Rheinbach und seine Höhenorte mit mehreren Ortsteilen von Altenahr sowie mit Ersdorf und Altendorf.

Straßen

Rheinbach liegt an der Bundesautobahn 61 Köln–Ludwigshafen am Rhein. Der zentrale Bereich Rheinbachs und mehrere Ortsteile werden zudem von der Bundesstraße 266 erschlossen.

In Rheinbach waren am 1. Januar 2012 17.696 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 15.073 Pkw.[27]

Radwege

Die Stadt ist an mehrere Radwanderwegen angeschlossen:

Die 524 km lange Wasserburgen-Route verbindet mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.
Die 1.045 km lange D-Route 4 (Mittelland-Route) führt von Aachen über Bonn, Siegen, Erfurt, Jena und Chemnitz nach Zittau.
Die 733 km lange D-Route 7 (Pilgerroute) führt von Aachen über Köln, Düsseldorf, Duisburg, Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg nach Flensburg.
Bildung

In der Stadt gibt es fünf Grundschulen[28], eine Gesamtschule sowie zwei Gymnasien.

Das Städtische Gymnasium Rheinbach ist die älteste Schule Rheinbachs, das Erzbischöfliche St.-Joseph-Gymnasium (zuvor für Mädchen, jetzt bi-edukativ) ist ein privates Gymnasium; es übernahm die Schüler des Vinzenz-Pallotti-Kollegs (für Jungen), das im Juli 2016 geschlossen wurde. Die Gemeinschafts-Hauptschule Am Dederichsgraben und die Tomburg-Realschule befinden sich zugunsten einer Gesamtschule in Auflösung. Die Albert-Schweitzer-Schule, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, wurde im Juli 2016 aufgrund zu niedriger Anmeldezahlen geschlossen.[29]

Darüber hinaus beherbergt Rheinbach das Staatliche Berufskolleg Glas, Keramik, Gestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, welche einen zweiten Standort im rechtsrheinischen Sankt Augustin besitzt.[30]

Telefonvorwahlen

Die Stadt hat die Vorwahl 02226. Abweichend hiervon gelten in Flerzheim und Wormersdorf die 02225 sowie in Queckenberg, Loch und Hardt-Sürst die 02255.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Johannes Adam von Nettinghofen (1680–1738), Rektor der Universität Wien, Böhmischer Ritter und Niederösterreichischer Regimentsrat
Johann Joseph Müller (1768–1850), Domherr in Köln und Wohltäter seiner Heimatstadt Rheinbach
Andreas Gau (1800–1862), katholischer Theologe, Dozent und Subregens in Köln, Stiftsherr in Aachen, Abgeordneter im preußischen Landtag für den Wahlkreis Bonn-Rheinbach
Elke Erb (* 1938, Scherbach), Schriftstellerin
Ute Erb (* 1940, Scherbach), Dichterin
Frank Kolb (* 1945, Merzbach), Althistoriker (Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen)
Bernd Schumacher (* 1952), Kriminalromanautor und Liedermacher
Barbara Ruscher (* 1969), Kabarettistin[31]
Tim Lobinger (* 1972), Leichtathlet und Olympiateilnehmer
Stefan Parinussa (* 1974), Radrennfahrer
Antoine Monot, Jr. (* 1975), Schauspieler
Markus Pröll (* 1979), Fußballspieler
Jérôme Becher (* 1979), Europarekordhalter im 24-Stunden-Schwimmen
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
Andreas Schweigel (1566–1636), Jurist, kurfürstlicher Vogt und Hexenprozessgegner
Franz Buirmann (1590–nach 1638), kurkölnischer Hexenkommissar
Hermann Löher (1595–1678), Gegner der Hexenprozesse
Wilhelm Busch (1867–1923), Mitglied des Preuß. Abgeordnetenhauses (Zentrum), Parlamentarischer Staatssekretär im preußischen Landwirtschaftsministerium, 1922 Ehrenbürger von Rheinbach
Hans Hirschmann (1893–1968), Arzt und Bürgermeister in Rheinbach, Landrat des Landkreises Bonn
Joseph Roth (1896–1945), Lehrer, Politiker und NS-Gegner, seit 2000 Märtyrer der kath. Kirche
Hans von der Groeben (1907–2005), Diplomat, Wissenschaftler und Publizist
Franz Wendler (1913–2007), Glaskünstler
Paul Reding (* 1939), Künstler und Schriftsteller
Wolfgang Niedecken (* 1951), Sänger, Musiker und bildender Künstler
Stefan Raetz (* 1959), Bürgermeister
Thomas Quast (* 1962), Richter, Musiker und Komponist
Norbert Röttgen (* 1965 in Meckenheim), Politiker (CDU), 2009–2012 Bundesumweltminister
Jenny Elvers (* 1972), Schauspielerin und Moderatorin
Hans Adu Sarpei (* 1976), ghanaischer Fußballspieler
Alexander Hennig (* 1977), deutscher Wirtschaftswissenschaftler
Artur Kolodziejski (* 1979), deutscher Basketballspieler
Christian Knees (* 1981), Profi-Radrennfahrer
Lukas Sinkiewicz (* 1985), Fußballnationalspieler (Deutschland) polnischer Herkunft
Pius Heinz (* 1989), Pokerweltmeister
Literatur
Carl-Wilhelm Clasen: Stadt Rheinbach (= Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz [Hrsg.]: Rheinische Kunststätten. Heft 249). 2. Auflage. Neusser Druckerei und Verlag, Köln 1988, ISBN 3-88094-623-X. 
Klaus Fink: Geschichte der Burg, der Stadt und des Amtes Rheinbach: von den Anfängen bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Roehrscheid Verlag, Bonn 1965.
Klaus Fink: Rheinbach unterm Krummstab. Stadt Rheinbach, Rheinbach 2005, ISBN 978-3-9806176-1-1.
Klaus Grewe: Auf Römerspuren rund um Rheinbach. Wasserleitungen und Fernstraßen von der Römerzeit bis zum Mittelalter (= Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.): Rheinische Kunststätten. Heft 466). 1. Auflage. Neusser Druckerei und Verlag GmbH, Neuss 2001, ISBN 3-88094-884-4.
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