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Geschichte
Das Burgtor aus dem 12. Jahrhundert, ältester und größter Torturm mit Vorbauten aus dem 16. Jahrhundert
Bis zum 17. Jahrhundert

Die Wurzeln von Rothenburg liegen im heutigen Ortsteil Detwang. Diese Pfarrei wurde um 970 von einem ostfränkischen Adligen namens Reiniger errichtet. Es folgten die Errichtung der Comburg bei Schwäbisch Hall sowie der Grafenburg auf dem sogenannten Essigkrug oberhalb der Tauber, aus deren geographischer Lage sich der Namenszusatz ob der Tauber ableitet.

Bis zu deren Aussterben im Jahr 1116[3] befand sich die abgegangene Burg im Besitz der Grafen von Comburg-Rothenburg. Neben Rothenburg ob der Tauber gründete die Grafenfamilie sechs weitere Städte mit dem Namen Rot(h)enburg. Vier von ihnen liegen heute innerhalb Deutschlands und eine in der Schweiz. Rothenburg an der Oder gehört seit 1945 zu Polen und trägt seitdem den Namen Czerwieńsk.

Graf Heinrich von Rothenburg, das letzte Familienmitglied, vermachte die Burg dem Kloster Comburg. Heinrich V., der diese Schenkung nicht bestätigte, gab den Besitz an seinen Neffen Konrad III. als Lehen. Dieser erlangte 1137 die Königswürde, hielt Hof in Rothenburg und errichtete auf der Fläche des heutigen Burggartens die Reichsburg Rothenburg, die vermutlich durch ein Erdbeben um 1356 zerstört oder zumindest beschädigt wurde. Sein Sohn, Friedrich von Rothenburg, stand zunächst unter der Vormundschaft seines Vetters Friedrich I. (er war noch minderjährig, als sein Vater starb) und erhielt mit seinem Ritterschlag von 1157 den Titel „Herzog von Rothenburg“. Durch Friedrich I. wurde Friedrich von Rothenburg auch das Egerland übergeben.

1188 wird das castrum Rotenburch in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Herzog Konrad II. von Schwaben und Alfons’ Tochter Berengaria vereinbart wurde, erwähnt. Die Burg gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe nie vollzogen.[4]

Seit dem 13. Jahrhundert hatte der Deutsche Orden eine Niederlassung, die Kommende Rothenburg.[5]

Die Erhebung von Rothenburg zur Reichsstadt erfolgte am 15. Mai 1274 durch König Rudolf von Habsburg. Prominenteste Figur des Mittelalters war Heinrich Toppler (ca. 1340–1408), der mit seiner energischen Politik und seinen Landkäufen das Schicksal der Stadt weit über seinen umstrittenen Tod hinaus beeinflusst hat. Im Jahr 1474 logierte der König von Dänemark, Norwegen und Schweden Christian I. eine Woche lang in einem Gasthaus am Markt (heute „Altehrwürdige Ratsstube“).

Die jüdische Gemeinde Rothenburgs gehörte zu den ältesten in Deutschland. Aus ihr ging der berühmte Rabbi Meir von Rothenburg (um 1220-1293) hervor. Während des Rintfleisch-Pogroms von 1298 wurde nahezu die ganze Gemeinde, ca. 450 Menschen, ermordet. Bald schon siedelten sich aber wieder Juden in der Stadt an. Die neu entstandene Gemeinde fiel im Pestjahr 1349 erneut einem Pogrom zum Opfer.[6] Auch danach siedelten sich wieder Juden in Rothenburg an. Im Jahr 1520 erfolgte die endgültige Vertreibung. Das Vermögen der Gemeinde wurde eingezogen. Erst im 19. Jahrhundert konnten sich abermals Juden in Rothenburg ansiedeln.[7]

Von 1500 bis 1806 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.

1544 wurde in Rothenburg die Reformation eingeführt. Der Deutsch- und der Johanniterorden blieben zwar katholisch, mussten aber ihre Kirchen St. Jakob und St. Johannis abgeben. Bürgermeister und Rat zu Rothenburg auf der Tauber unterzeichneten 1579 die lutherische Konkordienformel von 1577.[8]

Dreißigjähriger Krieg

Der Dreißigjährige Krieg stellte für Rothenburg von Beginn an ein Problem dar. Als evangelische Reichsstadt war man dem katholischen Kaiser Ferdinand II. zur Treue verpflichtet. Auf der anderen Seite sympathisierte man verdeckt mit dem evangelischen schwedischen König Gustav II. Adolf. Dieser schlug im September 1631 Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen, drängte weiter nach Süden und besetzte Mitte Oktober Würzburg. Der kaiserlich-katholische Befehlshaber General Graf von Tilly hingegen versuchte in Franken eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. So geriet das militärisch und politisch eigentlich unbedeutende Rothenburg zwischen die Fronten.

Anfang Oktober 1631 befanden sich 800 Mann kaiserliche Truppen in der Stadt. Am 7. Oktober wurde in der Nähe Rothenburgs ein kaiserlicher Truppenverband des Kriegskommissars Alessandro Massoni von schwedischen Truppen vernichtend geschlagen. Einen Tag später, am 8. Oktober, ergab sich die kaiserliche Besatzung Rothenburgs den schwedischen Truppen auch ohne Belagerung der Stadt. Teile kaiserlichen Truppen meuterten und schlossen sich den Schweden an, der Rest durfte frei abziehen. Die Schweden besetzten darauf Rothenburg. Doch schon zwei Wochen später erreichte Tilly mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres die Gegend. Am 27. Oktober wurde der Rat Rothenburgs von der kaiserlichen Armee aufgefordert Übergabeverhandlungen einzuleiten. Da sich die Rothenburg weigerte, schlossen am 29. Oktober die kaiserlichen Truppen einen Belagerungsring um die Stadt. Die Bürger Rothenburgs bereiteten sich darauf vor die Stadt zusammen mit der schwedische Besatzung zu verteidigen; wahrscheinlich hoffte man auf Entsatz von Würzburg. Am 30. Oktober begann der Beschuss der Stadt, insbesondere von Norden zwischen Klingen- und Galgentor. Die Verteidiger brachten den Angreifern schwere Verluste zu (etwa 300 Mann) aber als in der Klingentorbastei gelagertes Schwarzpulver eine Explosion verursachte, stellte die schwedische Besatzung den Kampf ein. Die Schweden durften nach kurzer Verhandlung abziehen.

Nachbildung des „Meistertrunks“ im Historiengewölbe im Rothenburger Rathaus

Wahrscheinlich in der Nacht von 30. zum 31. Oktober wurde die Stadt zur Plünderung freigegeben. Der Stadtrat wurde festgehalten und mit dem Tode bedroht. Es gelang ihm aber wohl zu beweisen, dass die Stadt keinen Anteil an der Vernichtung der Truppen des Kriegskommissars Massoni und der Meuterei der ursprünglichen kaiserlichen Besatzung hatte. Wahrscheinlich hat sich auch die Stadtbevölkerung auf dem Marktplatz versammelt und um Gnade gebeten.[9] Es ist anzunehmen, dass Tilly die Stadt verschonte, da er nicht wollte, dass sich die Geschehnisse von Magdeburg, wo seine Truppen wenige Monate zuvor die Bevölkerung massakrierten und die Stadt niederbrannten, wiederholten. Nach der Legende leerte der damalige Alt-Bürgermeister Georg Nusch auf Befehl General Tillys 3,25 Liter Wein auf einen Zug und bewahrte damit die Stadt vor der Zerstörung. Aus diesem Anlass findet noch heute jährlich das Festspiel „Der Meistertrunk“ statt. Dass es den Meistertrunk so gegeben hat, ist unwahrscheinlich. Der Rothenburgische Chronist und Augenzeuge Sebastian Dehner beschrieb die Geschehnisse der Belagerung und Einnahme ohne den Meistertrunk. [10]

Die Plünderungen wurden eingestellt, die Stadt musste aber eine Strafzahlung leisten und die Einquartierung der kaiserlichen Soldaten erdulden. Für die Bevölkerung bedeutete das weitere Übergriffe der Soldaten, Hunger und eingeschleppte ansteckende Krankheiten. Am 13. Januar 1632 verließen die kaiserlichen Truppen die Stadt. [9]

18. Jahrhundert

Nach dem dreißigjährigen Krieg versank die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf. Die Entwicklung stand praktisch still, und die Stadt verlor an Bedeutung. Das ist der Grund, warum sich die Stadt bzw. ihre alte Bausubstanz in einem dermaßen gut erhaltenen Zustand befindet.

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ist die Stadt ein Teil Bayerns. Auf der Basis des Pariser Vertrags vom 28. Februar 1810 zwischen Frankreich und Bayern, der eine Verständigung über Gebietsarrondierungen zum Gegenstand hatte, kam es zum Grenzvertrag zwischen dem Königreich Bayern und dem Königreich Württemberg vom 18. Mai 1810, in dem der Westteil des Stadtgebiets damals an Württemberg verloren ging. 1870 besuchte der damals 19-jährige Landschaftsmaler Gustav Schönleber[11] Rothenburg, es folgte 1877 Eugen Bracht der sichtlich beeindruckt war,[12] ab den 1880 folgten weitere Maler insbesondere der Spätromantik, darunter Hans Thoma und Carl Spitzweg, bald wurde die Stadt auch zu einem Ziel des Fremdenverkehrs. 1884 wurde erstmals außerhalb der Stadtmauer gebaut.[13] Bereits um die Jahrhundertwende wurde Rothenburg dann ein beliebtes Tourismusziel für Engländer und Franzosen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg trafen Ausflugsbusse mit gehobener Gesellschaft ein, die im Hotel Eisenhut residierte, das heute noch existiert.

20. und 21. Jahrhundert

In der Weimarer Republik entwickelten sich Stadt und Wahlbezirk Rothenburg zu einer Hochburg der NSDAP, die 1933 dort 83 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Noch im selben Jahr kam es in Rothenburg zu antisemitischen Übergriffen. Im Oktober 1938, also kurz vor der Reichspogromnacht, wurden die letzten 17 Juden vom NSDAP-Kreisleiter Steinacker aus der Stadt gewiesen, SA-Leute und Hitlerjungen führten die Vertreibung aus. Auch die Einrichtung der Synagoge wurde zerstört. In Rothenburg fand ein „Freudenfest“ anlässlich der „Befreiung von den Juden“ statt.[14]

Spendentafel Stadtmauer
Röderbogen und Markusturm, um 1900
Zerstörter Teil der Altstadt, 1945

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 31. März 1945 etwa 45 % der Bausubstanz Rothenburgs durch den Angriff einer Staffel der 386. Bombardement Group der US-Luftwaffe beschädigt oder zerstört.[15] Der Bombenangriff galt einem Öllager im oberfränkischen Ebrach, das aber wegen Vernebelung nicht angegriffen werden konnte, so dass Rothenburg – obwohl ohne militärische Bedeutung – als Ersatzziel angegriffen wurde. Die Zerstörung betraf hauptsächlich den neueren Ostteil der Altstadt, so dass die bedeutendsten Baudenkmäler erhalten blieben. Nach dem Krieg wurden die Gebäude originalgetreu wiederaufgebaut bzw. saniert. Die später befragten Piloten sagten aus, sie hätten nicht geahnt, welche Kulturstadt sie bombardierten. Nach Kriegsende beteiligten sich die Amerikaner mit Spenden am Wiederaufbau, wie die Spendertafeln am Wehrgang noch heute belegen.

Am 17. April 1945 ging der Krieg für die Rothenburger zu Ende, während andernorts noch drei Wochen lang weitergekämpft wurde. Der damalige US-Hochkommissar für Deutschland, McCloy, erklärte 1950 schriftlich, er habe einen auf Rothenburg geplanten Artillerieangriff durch seine Intervention beim zuständigen General Devers verhindert. McCloy kannte Rothenburg nur aus Erzählungen seiner Mutter, die die Stadt vor dem Krieg besucht hatte und von dem mittelalterlichen Ort schwärmte.

Bis ins Jahr 1972 war die Stadt kreisfrei und Sitz des gleichnamigen Landkreises, weshalb sie das eigene Kfz-Kennzeichen ROT führte.
Mit der bayerischen Gebietsreform wurden Stadt und Landkreis mit Wirkung zum 1. Januar 1972 dem Landkreis Ansbach zugeordnet. Die Stadt behielt allerdings den Status einer Großen Kreisstadt. Sie ist die kleinste Große Kreisstadt in Bayern. Seit dem 10. Juli 2013 ist das Kennzeichen ROT offiziell auch für Neuzulassungen wieder verfügbar.

Siehe auch: Terziarenkloster Rothenburg ob der Tauber und Franziskanerkloster Rothenburg ob der Tauber
Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Leuzenbronn eingegliedert.[16] Am 1. Mai 1978 kam Bettenfeld hinzu.[17]

Politik
Stadtrat

Der Stadtrat von Rothenburg ob der Tauber hat 24 Mitglieder. Mit der Freien Rothenburger Vereinigung (FRV) und der Wählervereinigung Unabhängige Rothenburger (UR) verfügt Rothenburg über zwei lokale, parteiunabhängige Wählergruppen.

Die Sitzverteilung im Überblick:

CSU SPD Grüne FRV UR FDP Gesamt
2002 9 8 2 4 1 24 Sitze
2008 6 8 2 5 3 0 24 Sitze
2014 6 6 3 5 4 0 24 Sitze

Luftbild der Altstadt von Rothenburg, 2005
Renaissance-Fassade des Rathauses mit barockem Arkadenvorbau, dahinter der gotische Teil mit 60 Meter hohem Turm
Historiengewölbe im gotischen Teil des Rathauses
Fleisch- und Tanzhaus (links) und Jagstheimerhaus (rechts) am Marktplatz, 2014
Blick über den Marktplatz und die Stadt, fotografiert vom Rathausturm, 2014
Klingentor, 2010
Das sogenannte Hegereiterhaus von 1591
Bürgermeister

Seit 1336 gibt es in Rothenburg das Amt des Bürgermeisters. Aufgrund des Status als Große Kreisstadt ist Rothenburg heute berechtigt, einen Oberbürgermeister zu wählen – auch nach der Auflösung des Landkreises Rothenburg ob der Tauber. Rothenburg ist damit die kleinste deutsche Stadt mit einem Oberbürgermeister. Bei der Wahl 2006 gewann Walter Hartl, der für die parteiunabhängige Gruppierung „Für Rothenburg“ angetreten und im zweiten Wahlgang auch von der SPD unterstützt worden war. Hartl ist seit dem 2. Mai 2006 im Amt. Er folgte auf den langjährigen Oberbürgermeister Herbert Hachtel (SPD), der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Bei der OB-Wahl im März 2012 wurde Hartl (er war der einzige Kandidat) mit 90,2 % der Stimmen wiedergewählt.

Bürgermeister des Inneren- und Äußeren Rats
Heinrich Toppler (1340–1408)
Peter Northeimer
Heinrich Trüb
Bonifacius Wernitzer, im Amt von 1525 bis 1546[18]
Andreas (Endres) Stellwag (1525–?)
Johann Hornburg
Michael Reichshöfer (1545–?)
Josaphat Stellwag (1558–?)
Johann Staudt (1567–1634)
Johann Bezold (1582–1634)
Georg Nusch (1588–1668)
Johann Georg Styrzel (1591–1668)
Johann Stellwag (1607)
Nicolaus Göttlingk (1608–1679), im Amt von 1655 bis 1679[19]
Philipp Seyboth
Johann Gottlieb Ebert
Christoph Friedrich Albert (1749–1831)
Johann Friedrich Christoph Schrag
Gustav David Bezold
Johann Christoph Raab
Liste der Rechtskundigen Bürgermeister
1848–1851: Friedrich Karl Julius Wächter
1852–1883: Georg Gottfried Scharff

1886–1907: Karl Mann
1908–1919: Ludwig Siebert, Bayerische Volkspartei
1920–1936: Dr. Friedrich Liebermann, NSDAP
1936–1945: Dr. Friedrich Schmidt, NSDAP
Liste der Oberbürgermeister
1945–1952: Friedrich Hörner, SPD
1952–1964: Dr. Erich Lauterbach (1879–1966), parteilos
1964–1976: Alfred Ledertheil, SPD
1976–1988: Oskar Schubart[20]
1988–2006: Herbert Hachtel (* 1941), SPD
seit 2006: Walter Hartl (* 1956), parteilos
Städtepartnerschaften

Rothenburg ob der Tauber unterhält Städtepartnerschaften mit[21]

Frankreich Athis-Mons (Frankreich), seit 1976
Russland Susdal (Russland), seit 1988
Japan Uchiko (Japan), seit 1995

Des Weiteren bestehen offizielle Städtefreundschaften mit

Italien Montagnana (Italien), seit 1983
Polen Czerwieńsk (Polen), seit 1990[22]
Tschechien Telč (Tschechien), seit 1992

Mit der chinesischen Stadt China Volksrepublik Jingjiang besteht seit Oktober 2004 eine Partnerschaft.

Außerdem bestehen langjährige Freundschaften mit anderen Rot(h)enburgs:

Rothenburg/Oberlausitz
Rotenburg an der Fulda
Rotenburg an der Wümme
Rothenburg/Schweiz
Wappen

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg, bestehend aus einer beidseitig unten bogig eingeschnittenen Mauer, überragt von zwei roten Zinnentürmen, ein spitzbedachtes rotes Häuschen auf zwei Pfosten einschließend.“

Wappenerklärung und -geschichte: Die Burg aus Mauer und Türmen mit dem Häuschen, der Gerichtslaube, symbolisiert als redendes Wappen den Namen der Stadt Rothenburg. Andere Darstellungen des Wappens besonders im 19. Jahrhundert zeigen eine beidseitig unten abgeschrägte dreizinnige Mauer ohne das Häuschen. Ein ähnliches Wappen verwendet die Stadt Rothenburg auf ihren historischen Hinweistafeln.

Das älteste Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Es zeigt die Umschrift S.[IGILLUM] CONSILII ET VNIVERSITATIS CIVIVM IN ROTENBVRCH (SIEGEL DES RATES UND DER GESAMTHEIT DER BÜRGER IN ROTHENBURG). Zwischen den beiden Zinnentürmen steht ein kleines Haus mit Spitzdach auf zwei Säulen bzw. Wänden und offener Front – der so genannten Gerichtslaube – ein möglicher Hinweis auf den Landgerichtssitz. Die zweitürmige Burg entstammt dem Siegel der Rothenburger Burgvögte und Schultheißen von 1227 aus der Familie der Küchenmeister von Nortenberg. Seit 1555 zeigt das Wappen statt der Burg den Reichsadler aus dem Siegel des kaiserlichen Landgerichts mit Brustschild, darin das Stadtwappen mit der Burg. Im 19. Jahrhundert ist die Burg wieder ohne Adler im Wappen, oft ohne Gerichtslaube.

Stadtsiegel von 1320

Wappen mit Gerichtslaube

Fahne mit Reichsadler und Rothenburger Brustschild

Wappen ohne Häuschen

Aktuelles Wappen der Stadtverwaltung

Wirtschaft und Infrastruktur
Tourismus

Rothenburg ist stark touristisch geprägt und als fränkischer Weinort an der Tauber mit der Lage Rothenburger Eich bekannt. Zudem gibt es einen Rebsortenlehrpfad mit über 120 verschiedenen Rebsorten. Die Stadt Rothenburg bildet den südlichsten Punkt des umfangreichen fränkischen Weinlandes. In Rothenburg gibt es neben vielen alteingesessenen Weinschänken auch ein selbstausbauendes Weingut. Früher war der Weinbau ein bedeutender Wirtschaftszweig, heute wird der erzeugte Wein überwiegend an Touristen verkauft.

Historische Altstadt

Rothenburg ist bekannt für seine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter mit vielen verschachtelten Gässchen, Türmen und von Fachwerkhäusern umstandenen kleinen Plätzen. Aus diesem Grund wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt; sie gilt im Ausland als Prototyp einer mittelalterlichen deutschen Stadt. Insbesondere Besucher aus Asien machen bei organisierten Reisen durch Europa hier Halt. Die Stadt bietet neben Hotels und Gasthöfen auch einen nahe gelegenen Campingplatz und zwei Reisemobil-Stellplätze sowie eine Jugendherberge, die in der ehemaligen Rossmühle der Stadt untergebracht ist.

Wegen der gut erhaltenen Altstadt diente Rothenburg auch als Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen (siehe Abschnitt: Rothenburg als Filmkulisse).

Ferienstraßen

Die Romantische Straße führt von Würzburg über das Taubertal nach Rothenburg. Von dort führt sie weiter bis nach Füssen. Daneben wird die Romantische Straße in Rothenburg von der in west-östlicher Richtung verlaufenden Burgenstraße gekreuzt.

Rad- und Wanderwege

Rothenburg o. d. T. wird zudem von zahlreichen Radwanderwegen berührt. Der bekannteste davon ist der Taubertalradweg. Dessen Hauptvariante „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ beginnt in Rothenburg und führt auf 100 km Länge bis nach Wertheim. Der ergänzende Radweg „Liebliches Taubertal – der Sportive“ führt auf 160 zusätzlichen Kilometern durch das Main- und Taubertal bis nach Rothenburg zurück. Entlang des Radwegs „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ besteht ab Bieberehren über den Gaubahn-Radweg eine Verbindung zum Main-Radweg bei Ochsenfurt.

Eine Alternativroute des Main-Tauber-Fränkischen Rad-Achters führt über Rothenburg ob der Tauber.

Der Altmühltalradweg erstreckt sich auf 250 km von Rothenburg ob der Tauber im Nordwesten bis Kelheim an der Mündung der Altmühl in die Donau im Südosten. Der Aischtalradweg verbindet auf 137 Kilometern Länge Rothenburg ob der Tauber mit Bamberg am Main-Radweg. Der Weg verläuft durch das Tal der Aisch.

Der etwa 130 km lange Panoramaweg Taubertal beginnt und der etwa 180 km lange Jakobsweg Main-Taubertal endet in der Stadt.

Verkehr
Bahnhof
Flugplatz Rothenburg o. d. T., Luftaufnahme (2016)
Straßenverkehr

Rothenburg o. d. T. liegt an der Autobahn A7 mit der Anschlussstelle Rothenburg ob der Tauber in geringer Entfernung zur Stadt.

Die Staatsstraße 2419 verläuft parallel zur A7 von Nord nach Süd als deren Ausweichroute.

Eisenbahnverkehr

Die Stadt ist Endpunkt der am 1. November 1873 eröffneten Bahnstrecke von Steinach an der Hauptbahn Würzburg–Ansbach. Heute verkehrt hier die Regionalbahnlinie R82 im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.

Von 1905 bis 1971 wurde die heute in Rothenburg endende Strecke über Schillingsfürst bis nach Dombühl an der Hauptstrecke Ansbach–Crailsheim befahren.

Flugverkehr

Etwa drei Kilometer nordöstlich der Stadt befindet sich der Verkehrsflugplatz Rothenburg ob der Tauber.

Ansässige Unternehmen

Rothenburg beheimatet ein Werk des großen Hausgeräteherstellers Electrolux (ein ehemaliges AEG-Werk), ein Ersatzteilzentrum des großen Baumaschinenherstellers Yanmar, mittelständische Maschinenbaubetriebe sowie mit der D. Lechner GmbH Europas zweitgrößten Produzenten für Küchenarbeitsplatten. Daneben befinden sich weitere bekannte Unternehmen in der Stadt:

Ebalta (Kunststoffe, Gießharze, Kleber)
Käthe Wohlfahrt (Weihnachtsschmuck)
Neuberger Gebäudeautomation
Rotabene Medienhaus (u. A.: Fränkischer Anzeiger und Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Schandkorb des Mittelalterlichen Kriminalmuseums
Das Kriminalmuseum ist das bedeutendste deutsche Rechtskundemuseum und gibt einen Einblick in das Rechtsgeschehen der letzten 1000 Jahre; Ausstellungsstücke sind Folter- und Hinrichtungsinstrumente, Halsgeigen, Schandmasken, Richtschwerter, Richträder, mittelalterliche Gesetzestexte und Anleitungen zu Hexenprozessen
Das Reichsstadtmuseum im ehemaligen Dominikanerinnenkloster mit den städtischen Sammlungen, den Sammlungen des Vereins Alt-Rothenburg und der Stiftung Baumann
Das Puppen- und Spielzeugmuseum (seit 2014 geschlossen)
Das Schäfertanzmuseum in der Wolfgangskirche
Das Deutsche Weihnachtsmuseum
Das Handwerkerhaus, das in elf Räumen das Alltagsleben von Handwerkerfamilien in Rothenburg zeigt
Das Historiengewölbe mit Staatsverlies.
Bauwerke
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Rothenburg ob der Tauber
Das 1500 bis 1505 geschaffene Heiligblut-Retabel in der Stadtkirche St. Jakob
Im Jahr 2010 eingeweihte Stauferstele im Burggarten, im Hintergrund das Burgtor
Kirchen
St.-Jakobs-Kirche mit Heiligblut-Retabel von Tilman Riemenschneider; ein weiterer Riemenschneideraltar (Heilig-Kreuz-Altar) ist in der Detwanger Kirche
Wolfgangskirche am Klingentor (Wehrkirche)
Blasiuskapelle im Burggarten, ein im Jahr 1400 rekonstruierter Rest der ehemaligen Reichsburg; heute eine Gedächtnisstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege
Dominikanerinnenkloster (heute Reichsstadtmuseum)
Franziskanerkirche
St.-Johannis-Kirche mit Steinmeyer-Orgel
Weitere
Stadtmauer mit Wehrgang und Mauertürmen, innere Stadtmauer um 1172, äußere Stadtmauer um 1360–1388
Stadttore: Klingentor (Norden), Würzburger- oder Galgentor (Nordosten), Rödertor (Osten), Sieberstor (Südtor), Spitaltor (1556, Süden), Kobolzellertor (Taubertal), Burgtor (Westen), Weißer Turm (1. Stadtmauer, Nordosttor), Markusturm mit Röderbogen (1. Stadtmauer, Osttor)
Plönlein („Plänlein“[23] – von lat. planellum: kleine Ebene, Platz), Straßengabelung und ehemaliger Fischstapelplatz mit Fachwerkhäusern und Blick auf Sieberstor und Kobolzellertor
Spitalbastei, eine Barbakane mit Abwurfdach erbaut vom Rothenburger Baumeister und Steinmetz Leonhard Weidmann
Spitalbereiterhaus, erbaut von Leonhard Weidmann 1591; ehemaliger Amtssitz des Spitalbereiters und der Spitalküche. Der Spitalbereiter war im heutigen Sinne Verwaltungschef und Liegenschaftsmanager des Heilig-Geist-Spitals. Durch romantisierenden Historismus wird das Gebäude irrtümlich auch als Hegereiterhaus bezeichnet. Mit den Hegereitern, die für die Rothenburger Landhege verantwortlich waren, hat es aber nichts zu tun, denn die wohnten in den Orten ihrer Zuständigkeit.
Baumeisterhaus, Werk und Wohnhaus des Steinmetzen Leonhard Weidmann
Stauferstele im Burggarten in Erinnerung an die im Jahr 1142 vom Staufer-König Konrad III. gegründete Reichsburg, die 1356 vermutlich bei einem Erdbeben beschädigt und danach abgetragen wurde (2010 eingeweiht)[24]
Topplerschlösschen im Taubertal
Doppelbrücke über die Tauber
Wildbad Rothenburg, zwischen 1898 und 1903 von Friedrich Hessing als Kurhotel erbaut; seit 1982 findet es Verwendung als evangelische Tagungsstätte
Historisches Rathaus mit Glockenturm; der Rathausturm bietet in 60 Meter Höhe eine Aussichtsplattform,[25] die über 220 Stufen zu erreichen ist
Ratstrinkstube (1466) mit Kunstuhr (Figuren von Valentin Oeckler), die von 11 bis 15 und von 20 bis 22 Uhr zu jeder vollen Stunde die legendäre Meistertrunkszene zeigt
Altes Brauhaus
Alte Schmiede
Jüdischer Friedhof
Judentanzhaus.
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenPanoramablick vom Burggarten zum südlichen Teil der Stadt, 2008
Regelmäßige Veranstaltungen
Die 1446 erbaute Ratstrinkstube, 2014
Rothenburger Reiterlesmarkt
Das historische Festspiel „Der Meistertrunk“ zu Pfingsten
Die Münzer von Rothenburg ob der Tauber
Reichsstadttage
Taubertal-Festival
Weihnachtsmarkt „Reiterlesmarkt“
Schäfertanz
Kirchenmusik in St.Jakob
Toppler-Theater
Volksfest mit Krämermarkt
Herbstmesse
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Der Grabstein Heinrich Topplers in St.Jakob
Heinrich Toppler (um 1340–1408 in Rothenburg), Bürgermeister
Friedrich Herlin (um 1430–1500), Maler
Johann Haller (1463–1525), Buchdrucker
Petreius Aperbacchus (um 1480–1531), Humanist
Valentin Ickelsamer (um 1500–1547), Pädagoge
Hans Baumann (um 1510–1570), Buchdrucker und Chronist
Georg Conrad Jung (1612–1691), Drucker, Maler, Kupferstecher, Geograph und Kartograph
Johann Ludwig Hartmann (1640–1680), Theologe und Volksschriftsteller
Johann Georg Joch (1676–1731), evangelischer Theologe
Johannes Balthasar Wernher (1677–1743), Rechtswissenschaftler und Mathematiker
Johann Adam Lehmus (1707–1788), evangelischer Pfarrer und Dichter
Johann Georg Model (1711–1775), Apotheker am Zarenhof zu Sankt Petersburg
Karl Georg Christian von Staudt (1798–1867), Mathematiker
Georg Wilhelm Wanderer (1803–1863), Genre- und Porträt-Maler
Gustav Kraus (1804-1852), Lithograph
Friedrich Wilhelm Walther von Walderstötten (1805–1889), General der Infanterie und Kartograf
Friedrich Lehmus (1806–1890), Pfarrer und Gründer einer der ersten Kinderbewahranstalten in Deutschland
Franz von Leydig (1821–1908), Zoologe
Hanno Bernheim (1824–1862), Philosoph
Ernst Leybold (1824–1907), Kaufmann und Unternehmer
Adam Hörber (1827–1905), Dichter und Glasermeister. Urheber des Theaterstücks „Der Meistertrunk“, das 1881 uraufgeführt wurde.
Gustav von Bezold (1828–1892), Reichsgerichtsrat
Friedrich Bezold (1842–1908), HNO-Mediziner
Fritz Birkmeyer (1848–1897), Zeichner, Maler, Glasmaler und Illustrator
Leonhard Vogel (1863–1942), Veterinär
Franz Boll (1867–1924), Klassischer Philologe, Wissenschaftshistoriker und Bibliothekar
Wilhelm Borkholder (1886–1945), Jurist und Oberbürgermeister von Ansbach
Friedrich Uebelhoer (1893–1945), Politiker (NSDAP)
Wilhelm Heer (1894–1961), Politiker (NSDAP), Mitglied des Reichstages
Hans Kern (1898–1984), Fußballfunktionär, Manager und Politiker
Hans Böhme (1905–1982), Landschaftsmaler, Radierer und Zeichner
Linus Memmel (1914–2004), Politiker (CSU), MdB
Viktor Lukas (* 1931), Organist und Hochschullehrer
Ulrich Fleischmann (1938–2011), Karibikforscher
Christof Stählin (1942–2015), Schriftsteller, Liedermacher, Kabarettist
Otto A. Böhmer (* 1949), Schriftsteller
Horst F. Rupp (* 1949), evangelischer Theologe und Religionspädagoge
Klaus Pohl (* 1952), Schauspieler, Theaterregisseur und Drehbuchautor
Ruth Lindner (1954–2008), Klassische Archäologin
Thomas Jorberg (* 1957), Vorstandssprecher der GLS Gemeinschaftsbank
Angela Christlieb (* 1965), Filmregisseurin und Videokünstlerin
Christian Mittermeier (* 1965), Koch
Jan Konsolke (* 1993), American-Football-Spieler
Mit Rothenburg verbundene Persönlichkeiten
Nachbildung des Labors von Andreas Libavius im Historiengewölbe des Rathauses
Meir von Rothenburg (1215–1293), berühmter Rabbiner und Talmudgelehrter
Johannes Böhm (1485–1534), Humanist und Mitglied des Deutschen Ordens
Primož Trubar (1508–1586), Diakon in Rothenburg von 1548 bis 1552, gilt als Begründer des slowenischen Schrifttums wie auch der evangelischen Kirche in Slowenien und wird auch der Luther Sloweniens genannt.
Andreas Libavius (1555–1616), Chemiker, Universalgelehrter
Erasmus Widmann (1572–1634), Komponist und Organist
Georg Siegmund Leyser (1662–1708), Orgelbauer, schuf z.B. die barocke Orgel in St. Andreas (Leuzenbronn)
Franz Vollrath Buttstedt (1735–1814), Komponist und Organist
Johann Michael Schiller (1763–1825), Apotheker, Chemiker und Lehrer. Gründer der Marienapotheke
Arthur Wasse (1854–1930), Maler. Der Brite zog 1895 nach Rothenburg in die Klingentorbastei 1a und wohnte im Ort bis zu seinem Tod. Er ist in Rothenburg begraben.
Elise Mahler (1856–1924), Malerin und Grafikerin. Mahler hatte mit Maria Ressel einen Kunstladen in der Georgengasse.
Peter Philippi (1866–1945), Maler. Mitbegründer des Rothenburger Künstlerbundes
Ludwig Siebert (1874–1942), Politiker, 1908 bis 1919 Bürgermeister in Rothenburg, später als NSDAP-Mitglied bayerischer Finanzminister und dann Ministerpräsident, SA-Gruppenführer; in Rothenburg war bis 2015 eine Straße nach ihm benannt
Maria Ressel (1877–1945), Malerin, Grafikerin und Illustratorin, lebte und arbeitet von 1896 bis 1912 in Rothenburg
Constantin von Mitschke-Collande (1884–1956), Maler, Holzschneider und Lithograf, lebte und arbeitet von 1945 bis 1952 in Rothenburg. War Mitglied des Rothenburger Künstlerbundes.
Franz Bi, gebürtig als Franz Bartlakowski (1899–1968), Architekt und Filmarchitekt
Rolf Trexler (1907–1985), Puppenspieler; leitete in Rothenburg das international bekannte Figurentheater Der Lustigmacher
Hans Karl Adam (1915–2002), Fernsehkoch
Bernhard Doerdelmann (1930–1988), Verlagsdirektor und Lyriker
Papst Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) (* 1936), lebte von August bis Oktober 1986 in Rothenburg in der Judengasse[26]
Wolf Stegemann (* 1944), Journalist, Buchautor, Lyriker
Rezeption

Als Sinnbild einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt wird der Name Rothenburg gerne auf Städte außerhalb Frankens oder sogar Deutschlands übertragen, deren historische Ortsbilder sich ebenfalls (zumindest im regionalen Vergleich) überdurchschnittlich gut erhalten haben. Als für sich stehende „Schwester Rothenburgs“ gilt das der Stadt Rothenburg nahe, ebenfalls an der Romantischen Straße gelegene Dinkelsbühl. Als Bayerisches Rothenburg bezeichnet man die oberbayerische Kreisstadt Landsberg am Lech aufgrund ihrer mit Rothenburg ob der Tauber vergleichbar gut erhaltenen, mittelalterlichen Bausubstanz. Beilstein an der Mosel nennt sich Miniatur-Rothenburg. Der seit November 2013 nicht mehr selbständige Ort Hornburg in Niedersachsen wird aufgrund seiner Fachwerkhäuser mitunter als Rothenburg des Nordens bezeichnet, historisch wurde dieser Begriff auch für die mecklenburgische Stadt Neubrandenburg mit ihrer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer und vier gotischen Stadttoren verwendet. Der kleine Südtiroler Ort Glurns nennt sich gerne Das Rothenburg Südtirols. Dank seines gut erhaltenen Ortskernes mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern wird die im Kreis Steinfurt gelegene Stadt Tecklenburg manchmal als westfälisches Rothenburg apostrophiert. Bis zu ihrer schweren Zerstörung 1945 und dem Verlust der Zugehörigkeit zu Deutschland wurden die Städte Pyritz und Preußisch Holland als pommersches bzw. ostpreußisches Rothenburg bezeichnet.
Herborn in Hessen wird auch nassauisches Rothenburg genannt.

Im europäischen Kontext werden z. B. die in Frankreich gelegenen Orte Cité von Carcassonne, Le Mont-Saint-Michel und Riquewihr (Reichenweier), sowie das tschechische Český Krumlov (Krumau), das kroatische Dubrovnik (Ragusa) und das portugiesische Évora mit Rothenburg ob der Tauber als „Bilderbuchstädte Europas“ verglichen.[27]

Rothenburg als Filmkulisse

In der Altstadt von Rothenburg wurden zahlreiche Filme gedreht, darunter:

1940: Die Darstellung des Heimatdorfes des Titelhelden in Walt Disneys Pinocchio ist Rothenburg nachempfunden.
1944: Das kleine Hofkonzert mit Elfie Mayerhofer und Hans Nielsen – Deutschland
1953: Martin Luther mit Niall MacGinnis, John Ruddock, Pierre Lefevre. Oscar-Nominierung 1954
1956: Die Christel von der Post mit Hardy Krüger, Paul Hörbiger, Claus Biederstaedt
1959: Der blaue Engel (The Blue Angel) mit Curd Jürgens und May Britt – USA
1960: Gustav Adolfs Page mit Liselotte Pulver und Curd Jürgens – Deutschland
1962: Die wundervolle Welt der Brüder Grimm (The Wonderful World of the Brothers Grimm) mit Karlheinz Böhm – USA
1967: Die Schlangengrube und das Pendel mit Karin Dor und Lex Barker – Deutschland
1968: Tschitti Tschitti Bäng Bäng (Film) mit Dick van Dyke – UK/USA
1971: Zwanzig Mädchen und die Pauker: Heute steht die Penne kopf – Deutschland
1975: Royal Flash mit Malcolm McDowell und Alan Bates – England, Deutschland
1976: Die Elixiere des Teufels mit Dieter Laser
1983: Der Trotzkopf
1995: The Beast Within: A Gabriel Knight Mystery – USA
2008: Der Brief für den König

Für Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 wurden zwei Tage lang Luftaufnahmen von der Stadt angefertigt, jedoch wurden sie im Film nicht verwendet.[28] Eine weitere Szene, in der Grindelwald den Elderstab stiehlt, wurde in Rothenburg gedreht und ist auch im Film zu sehen.[29] Der Abspann des Films enthält eine Danksagung an die Stadt.

Literatur
Johann Kaspar Bundschuh: Rothenburg ob der Tauber. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 608–665 (Digitalisat). 
Karl Heller: Rothenburg ob der Tauber in Wehr und Waffen (Nachdruck der Ausgabe von 1926), Degener & Co., Insingen 2007, ISBN 978-3-7686-9313-4
Michael Kamp: Die touristische Entdeckung Rothenburgs ob der Tauber im 19. Jahrhundert – Wunschbild und Wirklichkeit, Schillingsfürst 1996. ISBN 3-00-000491-2
Eugen Mayer: Das Bürgerhaus zwischen Ostalb und oberer Tauber (Das deutsche Bürgerhaus, Band 26) Tübingen 1978
Manfred Vasold: Geschichte der Stadt Rothenburg ob der Tauber. Überarbeitete Neuauflage, Ostfildern 2008
Johann David Wilhelm von Winterbach: Geschichte der Stadt Rothenburg an der Tauber und ihres Gebietes. Rothenburg 1826–1827 (Digitalisat: Bd. 1, Bd. 2)
Horst F. Rupp/Karl Borchardt (Hrsg.): Rothenburg ob der Tauber. Geschichte der Stadt und ihres Umlandes. Theiss Verlag/Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2016. ISBN 978-3-8062-2962-2
Ludwig Schnurrer: Rothenburg im Mittelalter, Rothenburg 1997
Herbert Woltering: Die Reichsstadt Rothenburg und ihrer Herrschaft über die Landwehr, Insingen 2010″
Andrea M. Kluxen, Julia Krieger (Hrsg.): Geschichte und Kultur der Juden in Rothenburg o. d. T. (= Franconia Judaica; Band 7) Ergon Verlag, Würzburg 2012. ISBN 978-3-89913-927-3

Rupp Borchardt Rothenburg ob der Tauber Geschichte der Stadt und ihres Umlandes 2016 Darmstadt ISBN 978-3-8062-2962-2

Weblinks
 Commons: Rothenburg ob der Tauber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rothenburg ob der Tauber – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Rothenburg ob der Tauber – Reiseführer
Offizielle Internetpräsenz der Stadt
Eintrag zum Wappen von Rothenburg ob der Tauber in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Rothenburg unterm Hakenkreuz – Internet-Dokumentation
Historisches Lexikon Bayerns: Rothenburg, Reichsstadt