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Geschichte
Gründung bis 1800
Saalfeld um 1650 bei Merian
Das Blankenburger Tor in Saalfeld

Saalfeld wurde im Jahre 899 erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Gründungen Ostthüringens. Hier bestand eine karolingische Königspfalz, deren Kapelle die Kirche des Ortsteils Graba ist. Kaiser Heinrich II. schenkte das Gebiet um Saalfeld im Jahr 1012 dem Pfalzgrafen Ezzo von Lothringen, dessen Tochter Richeza es 1056 dem Erzbistum Köln schenkte. Als 1071 (andere Angabe: 1074) der Kölner Erzbischof Anno II. hier das Benediktinerkloster St. Peter und Paul gründete, entwickelte sich der Ort schnell zum kirchlichen Machtzentrum im östlichen Thüringen. Das Kloster leitete die Christianisierung und Besiedlung der Umgebung. Über die Gründung des Klosters berichtet der Geschichtsschreiber Lampert von Hersfeld, der mehrere Wochen im Saalfelder Kloster verweilte. Seine Chroniken sind für viele Jahre die einzigen Schriftquellen zur Regionalgeschichte. Das Kloster bestand bis nach der Reformation (bis 1526).

Nachdem es wieder in Reichsbesitz kam, erhielt Saalfeld 1208 als vierter Ort in Thüringen das Stadtrecht. Parallel dazu wurde von Kaiser Friedrich Barbarossa die Anlage einer städtischen Siedlung beauftragt, die südlich des alten Dorfes (Altsaalfeld) entstand. Bestätigung findet das Stadtrecht im Jahr 1208 bei den Schwarzburgern, die zur damaligen Zeit die Lehnsherren über das Saalfelder Gebiet waren. 1363 wurde die Stadtmauer errichtet, ein erstes Rathaus gab es 1389, und eine erste Saalebrücke wird 1373 genannt. Um 1250 kam zum Benediktinerkloster ein Franziskanerkloster hinzu, welches bis 1534 Bestand hatte. Es befand sich im Gebäude des heutigen Stadtmuseums. Als Wirtschaftszweige sind ab 1258 die Saaleflößerei und ab dem späten 13. Jahrhundert der Bergbau bekannt. 1346 erhielt die Stadt schließlich das Recht, in der Saale Fischfang zu treiben, wofür bis heute die Barben im Stadtwappen stehen. Ein weiteres Recht kam 1482 hinzu, als die Saalfelder die Hohe Gerichtsbarkeit über Hals und Hand erhielten. Eine wirtschaftliche Blütezeit setzte ein. Saalfeld gelangte im Jahr 1389 von den Schwarzburgern an die Wettiner, in deren Besitz es bis zur Abschaffung der Monarchie 1918 blieb. Bei der Erfurter Teilung 1572 gelangte Saalfeld an Sachsen-Weimar, 1603 an Sachsen-Altenburg und 1673 an Sachsen-Gotha.

Stadtkirche
Schloss Saalfeld
Saalfeld um 1900
Die heutige Marktapotheke war im Mittelalter erster Sitz des Stadtvogts
Hoher Schwarm
Gedenkstein „Todesmarsch der Buchenwald-Häftlinge“

1514 wurde die Johanneskirche nach fast 150-jähriger Bauzeit fertiggestellt. Allerdings zerstörte schon 1517 ein Stadtbrand wieder große Teile Saalfelds. Beim folgenden Wiederaufbau erhielt die Stadt ihr heutiges, durch Renaissancebauten geprägtes Bild. Es entstanden unter anderem das Rathaus (1529 bis 1537), die Münze (1551) sowie viele Bürgerhäuser und etwas später auch die Stadtapotheke (1617 bis 1620).

Herzog Albrecht machte 1675 Saalfeld zu seiner Residenz und begann 1677 mit dem Bau von Schloss Saalfeld, das dann nach der Erbteilung 1680 von seinem jüngeren Bruder Johann Ernst übernommen und bis 1726 vollendet wurde. Es entstand auf dem Gebiet des ehemaligen Benediktinerklosters, welches dafür abgerissen wurde. Die Notwendigkeit eines Residenzschlosses ergab sich aus einer ab 1675 in Aussicht stehenden und 1680 schließlich durchgeführten Erbteilung der Ernestiner, bei der das Herzogtum Sachsen-Saalfeld entstand, welches nur bis 1745 existierte und anschließend in den Besitz von Sachsen-Coburg (danach als Sachsen-Coburg-Saalfeld bezeichnet) überging. Nachdem die Linie Sachsen-Gotha und Altenburg 1825 ausgestorben war, kam Sachsen-Gotha zu Sachsen-Coburg-Saalfeld (deshalb umbenannt zu Sachsen-Coburg und Gotha), das dafür Saalfeld und den größten Teil Sachsen-Hildburghausens an Sachsen-Meiningen abgab. Friedrich von Sachsen-Hildburghausen wurde Herzog des wiedergegründeten Sachsen-Altenburg.

Saalfeld war 1544–1677 von Hexenverfolgung betroffen. Esther Wolf, „Comorra“ genannt, „ein Bettelweib aus Ungarn“, geriet in einen Hexenprozess, wurde an einem Pfahl stranguliert und verbrannt. In den Ortsteilen Arnsgereuth und Obernitz gerieten zwei Frauen in einen Hexenprozess, eine wurde verbrannt.[2]

1800 bis heute

Am 10. Oktober 1806 fand das Gefecht bei Saalfeld statt, welches mit einem Sieg der 14.000 französischen Soldaten über ein 9.000 Mann starkes Heer der Preußen endete und bei dem der preußische Prinz Louis Ferdinand ums Leben kam. Im 19. Jahrhundert begann auch die Industrialisierung in Saalfeld, die ihren größten Aufschwung nach der Eröffnung der Bahnstrecke Leipzig–Gera–Saalfeld im Jahr 1871 nahm. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Saalfeld zu einem wichtigen Eisenbahnknoten zwischen Leipzig und Nürnberg mit weiteren Verbindungen nach Hof und Gera im Osten, Jena im Norden, Nürnberg im Süden sowie Erfurt und Sonneberg im Westen. Lokale Bahnstrecken führten außerdem über Rottenbach nach Königsee und Katzhütte. 1939 wurde die steile Frankenwaldbahn erstmals elektrifiziert, bevor die Sowjetunion den Fahrdraht 1945 als Reparationsleistungen wieder entfernen ließ. Die erneute Elektrifizierung der Strecke zwischen Probstzella und Saaleck erfolgte erst 1995 nach der deutschen Wiedervereinigung. Während der Industrialisierung entwickelte sich aus dem seit dem Mittelalter betriebenen Saalfelder Bergbau die Maxhütte Unterwellenborn, ein 1872 gegründetes Zweigwerk der Oberpfälzer Maxhütte. Die ebenfalls seit dem Mittelalter betriebene Saaleflößerei wurde erst 1938 nach dem Bau der Saalekaskade eingestellt.

1914 wurden die Feengrotten öffentlich zugänglich gemacht, nachdem sie bereits 1910 in alten Bergwerksstollen entdeckt worden waren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Monarchien abgeschafft und der neue Freistaat Thüringen gegründet. Saalfeld wurde nun die Kreisstadt des Landkreises Saalfeld, der noch bis 1994 bestand. Vorher war die Stadt bereits seit 1868 der Verwaltungssitz des Kreises Saalfeld im Herzogtum Sachsen-Meiningen, der jedoch einen wesentlich anderen Gebietszuschnitt als sein Nachfolger hatte.

In der Zeit des Nationalsozialismus waren Menschen aus rassistischen, politischen und religiösen Gründen Verfolgungen ausgesetzt, die 1933 mit der Einlieferung in das Amtsgerichtsgefängnis begannen, im Volksmund Hutschachtel genannt. Verfolgt wurden Menschen auch aus eugenischen Gründen, wie die 571 Personen, die vom Erbgesundheitsgericht zu Opfern der Zwangssterilisation gemacht wurden. Die jüdischen Bürger Saalfelds wurden in die Emigration gedrängt und ab 1941 in Ghettos oder Vernichtungslagern zu Tode gebracht.

Schon 1939 wurden Juden im Rahmen des Geschlossenen Arbeitseinsatzes beim Bau der Hohenwarte-Talsperre eingesetzt und in einem Lager in der Nähe von Saalfeld untergebracht.[3] Während des Zweiten Weltkrieges mussten 1.491 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern, vorwiegend aus der Sowjetunion, Zwangsarbeit verrichten: bei der Optischen Anstalt 99, bei der SAG 99, bei den Mecano-Werken, bei der Mitteldeutschen Elektro, bei der Firma Max Schaede, bei Firma Auerbach & Scheibe, bei der Arbeitsgemeinschaft Saaletalsperre in Hohenwarte, bei Firma Paschold, Döger & Co., beim Schokoladenwerk Mauxion, bei der Firma Adolf Knoch, bei der Firma Paul Eberlein Söhne, bei Firma Gustav Bodenstein und bei der Reichsbahn. Auf dem Friedhof entstand 1947 eine sowjetische Gedenkstätte mit 68 Grabsteinen und drei Gedenktafeln. Zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches vom KZ Buchenwald im April 1945 wurde 1985 eine Stele an der Kreuzung Schloßstraße/Auf dem Graben errichtet.[4] 2008 wurden 10 Stolpersteine für jüdische Opfer des Nationalsozialismus in Saalfeld verlegt.[5]

Von 1936 bis 1945 war Saalfeld Standort der Wehrmacht (die Prinz-Louis-Ferdinand-Kaserne befand sich außerhalb des Stadtgebiets, in der Gemeinde Beulwitz).

→ Hauptartikel: Luftangriffe auf Saalfeld

Die Stadt wurde bei Bombardements gegen Ende des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt, Angriffsschwerpunkte waren hierbei die umfangreichen Eisenbahnanlagen. Bei einem amerikanischen Luftangriff am Montag, dem 9. April 1945, starben im kurz vor 9 Uhr einsetzenden und bis 19 Uhr anhaltenden Bombenhagel der 52 Angriffe von jeweils sechs bis sieben Flugzeugen oder durch ihre Bordwaffen, mindestens 208 Menschen. Opfer waren zumeist Frauen und Kinder, Militärpersonen, Verwundete eines im Bahnhof stehenden Lazarettzuges und Bahnpersonal. Dazu kamen unzählige Schwerverletzte. Aus Erhebungen der Stadtverwaltung geht hervor, dass in Saalfeld durch diesen Angriff 22 Häuser völlig zerstört, 146 Wohnungen zerbombt und 573 beschädigt wurden. Es entstand ein Schaden von 7,5 Millionen Reichsmark, den mehr als 1.300 Bomben mit einer Sprengkraft von 500 bis 1.000 Pfund sowie die Brände verursacht hatten. Schwer zerbombt wurden u. a. der Bahnhof, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, und das Industriegelände (Altsaalfeld) in Bahnhofsnähe. Ein Fliegerangriff gegen 8:20 Uhr brachte auch die Produktion in der Maxhütte zum Erliegen, weil das Energie-Versorgungszentrum voll getroffen wurde. Auch Baudenkmale der Altstadt wurden in Mitleidenschaft gezogen: die Johanneskirche, das Franziskaner-Kloster (Stadtmuseum), das Schloss Saalfeld, das Schlösschen Kitzerstein, das Saaltor und das Rathaus.[6]

Am 12. April standen US-Truppen am Stadtrand, am 13. April vormittags wurde Saalfeld vom amtierenden Bürgermeister an die Amerikaner übergeben. Vorher – am 12. und 13. April – waren noch alle Saalebrücken der Stadt und Umgebung von der Wehrmacht gesprengt worden.

819 Einwohner von Saalfeld fielen im Zweiten Weltkrieg.

Saalfeld wurde, wie ganz Thüringen, Anfang Juli 1945 von den Amerikanern an die Rote Armee übergeben und damit Teil der SBZ, ab 1949 der DDR.

Am 16. August 1951 stürmte eine große Anzahl aufgebrachter Wismut-Bergarbeiter das Gefängnis und das Polizeirevier der Stadt und verlangten die Freilassung inhaftierter Kumpel. Hintergrund war die Unzufriedenheit mit den schlechten sozialen Bedingungen, die der rasche Zuzug vieler Bergleute zur Forcierung des Uranerz-Abbaus für das sowjetische Atomwaffen-Programm mit sich brachte. Im Mai 1952 verurteilte das thüringische Staatsgericht zwölf vermeintliche Rädelsführer zu acht bis 15 Jahren Haft.[7] Der Abbau von Uranerz in der Umgebung von Saalfeld erwies sich dann als nicht lohnend und wurde eingestellt.

1994 wurden die 1952 entstandenen Kreise Saalfeld und Rudolstadt zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zusammengelegt, dessen Kreissitz Saalfeld wurde. 1999 fand der Thüringentag in Saalfeld statt.

Eingemeindungen

Am 6. April 1994 wurde Beulwitz eingemeindet, zum 1. Dezember 2011 Arnsgereuth.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1833 bis 1950

1833: 4.604
1890: 9.801
1905: 13.242
1910: 14.347
1925: 17.960
1933: 19.148
1939: 22.903
1946: 26.387
1950: 27.673

1960 bis 1997

1960: 26.876
1970: 33.643
1981: 34.256
1984: 33.586
1985: 33.614
1994: 32.349
1995: 31.922
1996: 31.983
1997: 31.489

1998 bis 2006

1998: 30.299
1999: 29.868
2000: 29.511
2001: 29.060
2002: 28.759
2003: 28.393
2004: 28.173
2005: 27.918
2006: 27.728

ab 2007

2007: 27.488
2008: 27.242
2009: 26.912
2010: 26.755
2011: 26.837
2012: 25.278
2013: 25.098
2014: 25.139

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Politik

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 43,5 % (2009: 43,5 %)

 %403020100

31,9 %22,9 %12,7 %8,9 %8,4 %8,1 %7,1 %

CDULinkeSPDFDPDie JungenGrüneFW/BI
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p 10   8   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8-10

+2,5 %p
-1,0 %p-8,3 %p-3,7 %p+8,4 %p+8,1 %p-6,0 %p
CDULinkeSPDFDPDie JungenGrüneFW/BIVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe – Dunkel
Stadtrat

Die Stadtratswahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 43,5 % zu folgender Sitzverteilung:[8][9]

CDU: 10 Sitze (+1)
LINKE: 7 Sitze (±0)
SPD: 4 Sitze (−2)
FDP: 4 Sitze (±0)
Die Jungen: 2 Sitze (+2)
Bündnis 90/Die Grünen: 2 Sitze (+2)
FW/BI: 1 Sitz (−3)
Bürgermeister
Rathaus

Bürgermeister ist Matthias Graul. Bei der Bürgermeisterwahl am 22. April 2012 erhielt Graul 84,4 % der abgegebenen Stimmen. Außer Graul trat Norbert Schneider zur Wahl an. Er erhielt 15,6 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,1 %.[10]

Wappen

Blasonierung: „In Grün zwei aufgerichtete abgewendete silberne Barben, begleitet von zwei sechseckigen silbernen Sternen.“

Der Ort hat seinen Namen von der Lage an der Saale abgeleitet, weshalb in dem Wappen Fische vorherrschen. Bei der Wahl der Farben waren wohl die grün-silbernen Landesfarben der sächsischen Herzogtümer in Thüringen von Bedeutung. Saalfeld gehörte bis 1918 zu Sachsen-Meiningen und hat 1921 nach der damals im neuen Freistaat Thüringen üblich gewordenen Regel das Wappen durch ein Ortsgesetz festgestellt.

Städtepartnerschaften

Saalfeld unterhält Städtepartnerschaften mit:

Stains (Frankreich) seit 1964
Sokolov (Falkenau an der Eger) (Tschechien) seit 1974
Kulmbach (Bayern) seit 1988
Samaipata (Bolivien) seit 1996
Zalewo (Saalfeld) (Polen) seit 2001

Am Rande: In Lünen an der Lippe wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Reminiszenz an Saalfeld eine Siedlung (Nebenerwerbsstellen) für von dort Vertriebene und Flüchtlinge mit dem Namen ‚Saalfeld‘ errichtet.

Städtedreieck Saalebogen

Die Städte Saalfeld/Saale, Rudolstadt und Bad Blankenburg arbeiten seit 1997 als Städteverbund Städtedreieck am Saalebogen zusammen. Eine Diskussion über einen möglichen festen Zusammenschluss der drei Städte zu einer neuen großen Stadt verlief in der Öffentlichkeit schnell im Sande. Auf Verwaltungsebene werden jedoch sinnvolle mögliche Teilkooperationen weiter diskutiert. Ein Ergebnis ist u. a. die Zusammenlegung der städtischen Wirtschaftsförderungsämter zu einer regionalen Wirtschaftsförderagentur im Juli 2007. Weiterhin ist die Ansiedlung einer höherwertigen Bildungseinrichtung geplant. So wurden verschiedene Immobilien dem Wissenschaftsministerium als Standort für eine Fachhochschule oder Berufsakademie vorgestellt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptartikel: Liste der Kulturdenkmale in Saalfeld/Saale
Amtsgefängnis Saalfeld/Saale

Chöre

Thüringer Sängerknaben
Mädelchor Saalfeld
Oratorienchor Saalfeld
Kammerchor der Schlosskapelle Saalfeld
Bauwerke
Amtsgefängnis „Hutschachtel“
Hauptartikel: Amtsgefängnis Saalfeld/Saale

Der turmartige Rundbau wurde als Gefängnis nach den Plänen des meiningischen Landbaumeisters Carl Rudolf Tröger von 1857 bis 1859 gebaut und kostete 14500 Gulden. Am 25. November 1859 erfolgte die Übergabe als Amtsgefängnis an das Herzogtum Sachsen-Meiningen. Bis 1950 wurde es noch von den Nationalsozialisten und später der sowjetischen Militäradministration als Gefängnis genutzt. 1973 übernahm die Stadt Saalfeld das Gebäude und nutzte es nach dem Umbau als Stadtarchiv.

Weitere Bauwerke
Das Saaltor in Saalfeld
Schloss Kitzerstein
Patrizierhaus in der Saalstraße
Die größte Kirche der Stadt und eine der größten Hallenkirchen Thüringens[11] ist die gotische Johanneskirche, die evangelische Stadtkirche Saalfelds.
Das Thüringer Heimatmuseum ist im Westen der Altstadt im ehemaligen Franziskanerkloster untergebracht. Es stammt aus der Zeit zwischen 1490 und 1520 und ist im Renaissancestil errichtet. Nach seiner Aufhebung im Zuge der Reformation (1534) wurde es städtische Lateinschule (bis 1914), und ab 1904 kam auch eine bis heute anhaltende museale Nutzung hinzu. Angeschlossen ist die Klosterkirche aus dem Jahr 1293 bzw. 1513, die 1729 eine barocke Flachdecke erhielt.
Die katholische Kirche verfügt ebenfalls über ein eigenes Gotteshaus in Saalfeld. Ihre Corpus-Christi-Kirche wurde 1905/06 im neuromanischen Stil errichtet und verfügt heute noch weitestgehend über die Originalausstattung aus der Bauzeit.
Die Stadtbefestigung wurde 1363 das erstmals urkundlich erwähnt. Die Mauer ist größtenteils, die vier Tore vollständig erhalten. Teilweise wurde die Mauer ab 1832 geschleift. Das Blankenburger Tor ist der nördliche Ausgang der Altstadt und stammt in seiner barocken Ausführung aus dem Jahr 1739. Das Darrtor zum Schloss hin ist heute als Aussichtsturm begehbar und älter als das Blankenburger Tor. Das Saaltor nach Osten zur Saalebrücke hin ist dem Darrtor in der Ausführung ähnlich. Das Obere Tor von 1738 bildet den südlichen Zugang zur Altstadt.
Das Schloss ist heute das Landratsamt und entstand, nachdem man 1676 das Benediktinerkloster abgerissen hatte. Es wurde zwischen 1677 und 1679 von Christian Wilhelm Gundermann errichtet und war zwischen 1680 und 1745 Residenz von Sachsen-Saalfeld. Die zugehörige Schlosskapelle entstand ab 1704 und wurde 1720 geweiht.
Schloss Wetzelstein, ein neoromanisches Gebäude von 1878 bis 1880, einstmals Besitztum des Schokoladenfabrikanten Hüther
Der Hohe Schwarm, die Ruine einer Burganlage aus der Zeit um 1300, throhnt über dem Steilufer der Saale am östlichen Rand der Altstadt. Damals wurde sie von den Grafen von Schwarzburg zur Kontrolle der Stadt und des Saaletals errichtet.
Unweit der Burgruine befindet sich das Schloss Kitzerstein aus dem Jahr 1435. Heute ist dort die Musikschule untergebracht.
Das Rathaus am Marktplatz entstand nach dem Stadtbrand von 1517 in der Zeit zwischen 1529 und 1537 und gilt als eines der bedeutendsten Renaissance-Rathäuser Thüringens.
Die ehemalige Kirche St. Nikolai (Saalfeld/Saale)
Die gotische Martinskapelle ist der älteste Bau der Stadt.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind

die Stadtapotheke, ein Renaissancebau von 1618/20,
die Marktapotheke, bis 1992 im Besitz der Familie Arndt, in einem massiven Wohnturm von 1468,
das Patrizierhaus in der Saalstraße
die Gertrudiskirche im Ortsteil Graba, ein Bestandteil der Saalfelder Königspfalz.

Markt

Obere Straße

Johanneskirche

Johanneskirche

Ehem. Franziskanerkloster

Brudergasse 17

Hiltmann’sches Haus

Das Loch

Darrtor

Oberes Tor

Naturdenkmäler
Feengrotten

Bedeutendste Sehenswürdigkeit sind die Feengrotten, ein ehemaliges Alaunschieferbergwerk, in dem die Natur ein faszinierendes Wunderwerk aus Tropfsteinen und vielfarbigen Mineralen geschaffen hat. Durch die nachträgliche Anlage von kleinen Wasserbecken in der Grotte wirken die Farben und Spiegelungen besonders effektvoll. Im Guinness-Buch der Rekorde sind sie als „die farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ vermerkt. Die Feengrotten sind auch eine der ältesten touristisch erschlossenen Höhlen der Welt. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg haben hier Führungen stattgefunden.

In der Gemarkung des eingemeindeten Stadtteils Obernitz ragt der Gleitsch als spitzer Sporn von Norden in das Saaletal und ändert somit den Lauf der Saale zu einer scharfen Biegung nach Süden, dann nach Westen und Norden. Der Berg bildet dort einen markanten natürlichen Punkt. Dort befindet sich auch die Teufelsbrücke mit einer sich zum Süden öffnenden Höhle. Hier wurden auch altsteinzeitliche Steinzeichnungen gefunden. Außerdem konnten Funde der späteren Bronzezeit und der vorrömischen Eisenzeit geborgen werden. Über diesem Siedlungsplatz befand sich auf dem Gipfel eine Wallanlage mit einem Opferplatz.[12]

Den Abhang dieses Berges zur Saale hin bildet eine 600 Meter lange und etwa 120 Meter hohe Felswand die sogenannte Bohlenwand. Wegen der geologischen Besonderheiten dieser Felswand, an der zahlreiche tektonische, stratigraphische und paläontologische Besonderheiten sichtbar sind, wurde die Bohlenwand 2006 in der Liste der Nationalen Geotope aufgenommen.[13]

Sport

Es gibt den auf Landesebene erfolgreichen Saalfelder Leichtathletik-Verein, die Fußballvereine FC Saalfeld und TSG „Bau“ Remschütz sowie seit 2011 den 1. FrauenFußballClub Saalfeld, die Sportvereine 1. SSV Saalfeld und MTV 1876 Saalfeld, Saalfelder Schwimmverein, mit den Saalfeld Titans einen American Football Verein, die Schützengesellschaft Saalfeld a. S. 1446 e. V., im Bereich Kampfsport den Judo-Sport Club Saalfeld e. V. (1990) und der Budokan Saalfeld e. V. (1996) sowie noch viele andere kleinere Sportvereine.

Im Jahr 2014 gründete sich mit dem FC Saalfeld e.V. ein neuer Fußballverein, der die Traditionslinien des FC Lok Saalfeld und des VFL 06 Saalfeld aufgreift.

Ostereierbaum

Mediale Aufmerksamkeit erreicht jährlich ein mit 10.000 Eiern geschmückter Ostereierbaum. Von 1965 bis 2015 stand er auf dem Grundstück der Familie Kraft. Im Jahr 2016 stand der Baum im Stadtpark vor dem Landratsamt.[14]

Ostereierbaum, mit 10.000 Eiern geschmückt

2017 wurde ein Baum in der Fußgängerzone in der Blankenburger Straße dafür ausgewählt.

Wirtschaft und Infrastruktur
Thüringer Schokoladewerk Stollwerck Südansicht

Die Wirtschaft Saalfelds wird von Klein- und Mittelstandsbetrieben dominiert, die fast das gesamte Branchenspektrum abdecken. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist die Samag Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH, ein Maschinenbauunternehmen mit 400 Mitarbeitern. Das zweitgrößte Unternehmen in Saalfeld ist die Trumpf Medizin Systeme GmbH mit etwa 310 Mitarbeitern, die medizinische Geräte herstellt. Historisch bedeutend ist auch die Maxhütte Unterwellenborn im Nachbarort Unterwellenborn, in der viele Saalfelder Arbeit fanden und finden. Sie firmiert heute als Stahlwerke Thüringen und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter.

Ein weiteres bekanntes Unternehmen aus der DDR-Zeit war der Schokoladenhersteller Rotstern (unter anderem Schlager-Süßtafel). Die Brüder Alfred und Felix Mauxion kauften im Jahr 1901 die Saalfelder Neumühle und eröffneten hier eine moderne Schokoladenfabrik. 1917 übernahm Ernst Hüther das Unternehmen und führte Mauxion zu seiner Blütezeit. Bis zu 1800 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen mit der Produktion von Kakaopulver, Schokoladentafeln, Pralinen, Desserts, Schokoladenmilch und Kakaotrunk. Heute wird die Süßwarenindustrie der Stadt durch die Feengrotten Schokoladenmanufaktur und ein Werk von Stollwerck repräsentiert, auch Scho-Ka-Kola wird in Saalfeld produziert. Weiterhin gibt es in der Stadt die Brauerei „Bürgerliches Brauhaus Saalfeld“. Seit 1673 ist die Wiedemannsche Druckerei in Saalfeld ansässig.

Die Stadt Saalfeld ist Mitglied einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsförderung, die gemeinsam mit dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und den Städten Rudolstadt und Bad Blankenburg eine Wirtschaftsförderagentur betreibt.

Verkehr
Luftbild der Innenstadt
Bahnhof Saalfeld (Saale)
Straße

Saalfeld ist über die Bundesstraßen 85 (Weimar–Kronach) und 281 (Eisfeld–Gera) an das Bundesstraßennetz angebunden. Nahe der Stadt verlaufen auch die B 88 (Ilmenau–Jena) und die B 90 nach Hof. Eine Ortsumgehung als Schnellstraße nördlich der Stadt ist fertiggestellt. Sie ist Teil des Ausbaus der B 85/B 281 Rudolstadt–Saalfeld–A 9 AS Triptis. An das Autobahnnetz ist die Stadt nicht angebunden, der Bau einer Zubringerautobahn zur A 71 nach Arnstadt wurde diskutiert, dann aber wieder verworfen. Stattdessen wird der Bau der Bundesstraße 90n Rudolstadt–Stadtilm–A 71 geplant. Zur A 9 sind es 35 km nach Osten, die A 4 verläuft 40 Kilometer nördlich und die A 71 30 Kilometer westlich von Saalfeld.

Eisenbahn

Saalfeld ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Die Stadt verfügt über den Bahnhof Saalfeld (Saale) als wichtigsten Knotenpunkt Ostthüringens. RegionalExpress-Züge verkehren von Saalfeld nach Arnstadt, Jena, Leipzig, Gera und Nürnberg sowie Regionalbahnen nach Erfurt, Katzhütte, Naumburg, Gera, Bad Lobenstein–Blankenstein und Lichtenfels. Die Bahnstrecke nach Sonneberg über Probstzella wurde 1997 stillgelegt und die Bahnstrecke nach Hof 1945 von der innerdeutschen Grenze unterbrochen. Sie wird heute nur noch bis Blankenstein befahren, allerdings ist ein Wiederaufbau eines fünf Kilometer langen Abschnitts der (Höllentalbahn) in der Diskussion.

Im Dezember 2017 verlor Saalfeld seinen ICE-Halt, da der Hochgeschwindigkeitsverkehr seitdem über die neue Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt abgewickelt wird.

Fernwege

Saalfeld liegt am Saale-Radweg, am Saale-Orla-Weg, am Bergwanderweg Eisenach–Budapest und am Feengrotten-Kyffhäuser-Weg.

Medien

In Saalfeld erscheint die Ostthüringer Zeitung als Tageszeitung mit einer Lokalausgabe.

Saalfeld verfügt mit SRB über einen regionalen Bürgermediensender der bis Mai 2009 als reiner Fernsehsender und ab diesem Zeitpunkt als Radiosender mit einem kleineren Fernsehanteil für die gesamte Region tätig ist. Träger des SRB als Offener Kanal ist ein eingetragener Verein. Neben dem Programm engagiert sich der Trägerverein insbesondere im Bereich der Vermittlung von Medienkompetenz. Der Trägerverein des SRB, der Offene Kanal Saalfeld e. V., setzt sich im überwiegenden Maße aus sozialen und gesellschaftlichen Leistungsträgern zusammen. Damit wird eine breite Verankerung des Gedankens der Bürgermedien in der Region erreicht. In dem Trägerverein ist die Stadt Saalfeld selbst Mitglied. Vorsitzender des Vereins ist von Beginn an Mathias Moersch. Dem Status nach ist der Offene Kanal Saalfeld dem Öffentlichen Rundfunk zuzuordnen.

Der SRB realisiert den Fernsehbetrieb nur noch zum Zwecke der Ausbildung, für die Gehörlosenredaktion und für regionale Veranstaltungen. Der Hauptaugenmerk liegt auf dem Radioprogramm auf der UKW-Frequenz 105.2 MHz und in den regionalen Kabelnetzen.

Weiterhin ist in Saalfeld ein Regionalstudio des MDR-Hörfunks präsent.

Ein weiterer Sender ist der Saale-Info-Kanal (kurz SIK). Sein Programm besteht aus Standbildern und Videobeiträgen von Veranstaltungen sowie Kleinanzeigen der Bürger und Firmen der Stadt. Gemäß dem Thüringer Landesmediengesetz ist die Verbreitung auf das örtliche Kabelnetz beschränkt und erreicht somit rund 9.000 Haushalte in und um Saalfeld.

Öffentliche Einrichtungen
Klinik

Die Thüringen-Kliniken sind ein Verbund öffentlicher Krankenhäuser mit Standorten in Pößneck, Rudolstadt und Saalfeld.

Saalfeld ist Sitz einer der sieben Polizeidirektionen der Thüringer Polizei.

Bildung

Es gibt in Saalfeld zwei Gymnasien, das Heinrich-Böll-Gymnasium und das Erasmus-Reinhold-Gymnasium in Gorndorf. Außerdem gibt es zwei staatliche Regelschulen, drei Grundschulen sowie zwei staatliche Förderzentren mit den Schwerpunkten geistige Entwicklung beziehungsweise Lernförderung. Die Kreisstadt ist zudem Standort der SBBS Medizinische Fachschule Saalfeld „Georgius Agricola“ sowie einiger Schulen in freier Trägerschaft (sowohl Grund-, Regel- als auch berufsbildende Schulen). Des Weiteren befindet sich in der Nähe des Bergfrieds seit 1995 die Bildungsstätte Saalfeld der Gewerkschaft ver.di, die einzige in den neuen Bundesländern.

Persönlichkeiten

Saalfeld war Residenz der Herzöge von Sachsen-Saalfeld.

Ein Ehrenbürger Saalfelds war Friedrich Trinks.

Siehe auch: Sachsen-Coburg-Saalfeld und Liste von Persönlichkeiten der Stadt Saalfeld/Saale
Literatur
Luise Grundmann (Hrsg.): Saalfeld und das Thüringer Schiefergebirge. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Saalfeld, Leutenberg und Lauenstein (= Landschaften in Deutschland. Bd. 62). Böhlau, Köln u. a. 2001, ISBN 3-412-10800-6.
Renate Reuther: Villen & Landhäuser in Saalfeld. Culturcon-Medien, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-941092-51-8.
Christian Wagner: Wagner’s Chronik der Stadt Saalfeld im Herzogthum Sachsen-Meiningen. Nach des Begründers Tode fortgesetzt von Ludwig Grobe. Niese, Saalfeld 1867, (Digitalisat).
Gerhard Werner et al: Feengrottenstadt Saalfeld an der Saale. Geschichte – Landschaft – Tipps – Wanderungen. Grünes Herz, Ilmenau u. a. 2008, ISBN 978-3-86636-150-8, S. 168. 
Weblinks
 Commons: Saalfeld/Saale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Salfeld in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Offizielle Webseite der Stadt Saalfeld/Saale
Offizielle Website des Städteverbundes „Städtedreieck am Saalebogen“ (Saalfeld-Rudolstadt-Bad Blankenburg)
Linkkatalog zum Thema Saalfeld bei curlie.org (ehemals DMOZ)