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Geschichte
Jagdschloss Holte
Mittelalter bis 19. Jahrhundert

Die erste urkundliche Erwähnung der Stukenbrocker Urhöfe „Brechtme“ und „Gokersterteshusen“ (Brechmann und Gauksterdt) stammt aus dem Jahre 1153. Seit 1531 ist die Bezeichnung „Stukenbroike“ für Stukenbrock überliefert.

Zu dieser Zeit stand bereits das Haus „Holte“, eine Wehrburg am Ölbach, die 1556 durch Bernhard VIII. (Lippe) zerstört wurde. Graf Johann III. und Gräfin
Sabina Katharina von Rietberg und Ostfriesland ließen auf diesen Fundamenten in den Jahren 1608–1616 das Jagdschloss Holte bauen. Das im Laufe der Jahrhunderte mehrmals veränderte Bauwerk der Renaissance ist bis heute erhalten. Gegenüber dem Schloss und unweit des heutigen Ortsteils Schloß Holte befindet sich ein Zeugnis der frühen Industrialisierung: die um die Mitte des 19. Jahrhunderts gegründete Holter Eisenhütte, in der Raseneisenerz verhüttet wurde.

Zeit des Nationalsozialismus

Auf dem heutigen Stadtgebiet befand sich vom Frühjahr 1941 bis zum 2. April 1945 das Stammlager „Stalag 326 (VI K) Senne“.[6] Es gehörte zum Wehrkreis Münster und diente der Wehrmacht zur Unterbringung von Kriegsgefangenen vornehmlich aus der damaligen Sowjetunion. In dem so genannten Westlager waren auch Gefangene aus Frankreich, Serbien, Polen und Italien untergebracht.

Etwa 180.000 Gefangene sind im Stalag 326 registriert worden. Weitere Gefangene durchliefen das Lager zu Arbeitseinsätzen im Ruhrgebiet. Wie viele Inhaftierte den schlechten Bedingungen zum Opfer fielen ist nicht bekannt. Verschiedene Angaben schätzen die Zahl der Toten zwischen 15.000 und 65.000, die vor allem an Entkräftung und Tuberkulose starben.

Am 2. April 1945 wurde das Lager von vorrückenden US-amerikanischen Panzern befreit. Später, vom 1. Oktober 1946 bis zum 31. Dezember 1947, war auf dem Gelände des Stammlagers das britische Internierungslager Civil Internment Camp 7 unter der Bezeichnung Internierungslager Eselheide eingerichtet. Die Siegermächte hielten dort 8885 Männer fest, bis diese vor Gericht geführt werden konnten.

Religion

Fast die Hälfte der Bevölkerung (46,5 %, Stand: 31. Dezember 2004) gehört zu einer der katholischen Pfarrgemeinden, die seit dem 1. August 2007 zum Pastoralverbund zusammengeschlossen sind. Der Pastoralverbund besteht aus den Pfarrgemeinden Sankt Ursula (Schloß Holte), Sankt Joseph (Liemke), Sankt Heinrich (Sende), Sankt Johannes Baptist (Stukenbrock) und Sankt Achatius (Stukenbrock-Senne) und gehört zum Dekanat Rietberg-Wiedenbrück im Erzbistum Paderborn.

Die evangelischen Christen gehören der Evangelischen Kirchengemeinde Schloß Holte-Stukenbrock an. Diese gehört zum Kirchenkreis Gütersloh der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Die Anfänge dieser Gemeinde liegen in den 1830er Jahren, als die Ansiedlung verschiedener Erwerbsbetriebe viele evangelische Arbeiter und Beamte nach Schloß Holte zog. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges lebten nur 200 evangelische Christen vor Ort. Durch Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten wuchs die Zahl Ende 1945 auf 1400 und 1949 auf 2500 evangelische Christen an, so dass im Jahr 1950 eine selbstständige Kirchengemeinde gegründet wurde. Der Anteil der evangelischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung Schloß Holte-Stukenbrocks beträgt 25,0 % (Stand: 31. Dezember 2004). Seit dem Jahr 2000 wird alle fünf Jahre ein ökumenischer Stadtkirchentag veranstaltet.[7]

Eingemeindungen

Schloß Holte-Stukenbrock besteht seit dem 1. Januar 1970 und wurde im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform mit dem „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld“ vom 4. Dezember 1969 gebildet.[8] Die beiden bis dahin amtsangehörigen Gemeinden Schloß Holte (Amt Verl, Kreis Wiedenbrück, vor dem 28. Oktober 1964 Gemeinde „Liemke“)[9] und Stukenbrock (Amt Schloß Neuhaus, Kreis Paderborn) wurden zur neuen Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock zusammengeschlossen und zunächst in den Kreis Bielefeld eingegliedert. In die neue Gemeinde wurden Teile der Gemeinde Sende eingegliedert. Teile der früheren Gemeinde Schloß Holte wurden in die neu gebildete Gemeinde Verl umgegliedert. Mit dem „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Bielefeld (Bielefeld-Gesetz)“ vom 24. Oktober 1972 wurde die Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock am 1. Januar 1973 in den neu gebildeten Kreis Gütersloh eingegliedert.[10] Seit dem 1. Januar 2003 besitzt Schloß Holte-Stukenbrock Stadtrechte.[11]

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock bzw. für 1939, 1950 und 1961 die Einwohnerzahlen des heutigen Stadtgebietes. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[12] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik.[13] Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Im Stadtteil Schloß Holte leben 10.280 Einwohner, im Stadtteil Sende 4.923 Einwohner und im Stadtteil Stukenbrock 10.987 Einwohner (31. Dez. 2007).

Bevölkerungsentwicklung in Schloß Holte-Stukenbrock von 1939 bis 2007

Jahr Einwohner
1939 (17. Mai) 7.364
1950 (13. Sep.) 10.681
1961 (6. Juni) 14.292
1969 (31. Dez.) 15.107
1970 (27. Mai) 15.605
1974 (30. Juni) 18.338
1975 (31. Dez.) 18.749
1980 (31. Dez.) 20.422
Jahr Einwohner
1985 (31. Dez.) 20.982
1987 (25. Mai) 20.183
1990 (31. Dez.) 21.402
1995 (31. Dez.) 23.248
2000 (31. Dez.) 25.562
2005 (31. Dez.) 26.016
2007 (31. Dez.) 26.190
2012 (31. Dez.) 26.329

Bei den Angaben bis 1970 wurden die hinzugekommenen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Sende nicht berücksichtigt. Hier lebten am 31. Dezember 1969 nach Angaben des Statistischen Landesamtes NW insgesamt 1984 Einwohner.

Politik

Stadtratswahl 2014

 %6050403020100

54,119,213,67,85,3

CDUSPDGrüneCSBFDP
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   4   2   0  -2  -4

+3,8
+3,4-1,1-2,2-3,9
CDUSPDGrüneCSBFDP
Stadtrat

Sitzverteilung im
Stadtrat 2014

     

Insgesamt 32 Sitze Grüne: 4 SPD: 6 CSB: 3 FDP: 2 CDU: 17

Schloß Holte-Stukenbrock gehört zum Landtagswahlkreis Gütersloh III, in dem bei der Landtagswahl 2012 André Kuper (CDU) als Direktkandidat gewählt wurde. Auf Bundesebene gehört Schloß Holte-Stukenbrock als einzige Gemeinde vom Kreis Gütersloh zum Bundestagswahlkreis Paderborn, in dem Carsten Linnemann (CDU) 2013 zum zweiten Mal als Direktkandidat gewählt wurde.

Der Stadtrat hat gegenwärtig 32 Mitglieder aus fünf Parteien. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[14][15][16][17] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 17 54,11 17 50,34 18 55,45 20 61,00 17 47,65 21 48,88 23 54,69 23 55,72 26 64,32
SPD 6 19,22 5 15,72 6 20,16 7 22,95 9 26,46 12 28,20 12 30,86 12 30,24 11 28,86
Grüne 4 13,59 4 14,71 2 6,14 1 4,33 2 7,86 2 6,87
CSB-FWG1 3 7,79 3 10,03 3 9,66 3 9,30 5 15,73 4 11,30 4 10,55 4 9,42 2 6,82
FDP 2 5,29 3 9,20 2 4,92 1 2,42 0 2,30 0 4,75 0 3,91 0 4,62
Offensive D 1 2,54
SBF 0 1,13
Gesamt2 32 100 32 100 32 100 32 100 33 100 39 100 39 100 39 100 39 100
Wahlbeteiligung 50,89 53,89 56,37 57,30 81,26 66,40 65,14 70,23 87,11

1CSB-FWG: bis 1989: FWG; 1994: CSB: 9,01 %, 3 Sitze, FWG: 6,72 %, 2 Sitze; ab 1999: CSB-FWG
2ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister

Gegenwärtiger Bürgermeister ist Hubert Erichlandwehr (CDU). Bei der Wahl 2014 erhielt er 74,32 % der Stimmen.[18] Er wurde bereits am 26. September 2004 mit 73,5 % der gültigen Stimmen gewählt und am 30. August 2009 mit 70,42 % bestätigt. Auch in der Wahlperiode vom 1999 bis 2004 war Erichlandwehr bereits Bürgermeister, am 12. September 1999 wurde er mit 65,9 % der gültigen Stimmen gewählt.

Wappen

Das Wappen der Stadt wurde am 19. Dezember 1979 genehmigt, damals war Schloß Holte-Stukenbrock noch eine Gemeinde.

Die Beschreibung ist wie folgt:
Unter einem gespaltenen roten Schildhaupt – darin rechts ein goldenes (gelbes) durchgehendes Kreuz, links ein goldener (gelber) Adler – in Silber (weiß) eine grüne Eiche mit zwei goldenen (gelben) Eicheln.

Das Kreuz erinnert an die frühere Zugehörigkeit Stukenbrocks zum Fürstbistum Paderborn, der Adler an die frühere Zugehörigkeit Schloß Holtes (ehemals Liemke) zur Grafschaft Rietberg. Die beiden Symbole sind den früheren Gemeindewappen von Schloß Holte (genehmigt am 24. Juni 1938) und Stukenbrock (genehmigt am 31. August 1953) entnommen. Der Baum symbolisiert den Waldreichtum des Stadtgebietes bzw. konkret die 1000-jährige Eiche im Holter Wald.

Das Wappen wird heute nur noch auf Siegeln, bei feierlichen Anlässen oder speziellen Schreiben des Bürgermeisters genutzt, im alltäglichen Schriftverkehr ist es durch ein Logo abgelöst worden.

Städtepartnerschaften

Schloß Holte-Stukenbrock unterhält keine nationalen oder internationalen Städtepartnerschaften.
Von 1990 bis 2008 war Ostritz an der Lausitzer Neiße Partnerstadt.

Jugendparlament

Seit 2004 gibt es das Jugendparlament der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock. Es besteht aus Vertretern der Haupt- und Realschule, des Gymnasiums und der Freien Liste. Es wird für 2 Jahre gewählt. Das Parlament hat zwei Sitze in Ausschüssen der Stadt und ist dort redeberechtigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater

Die Stadt hat kein Theater und kein Kino, es gibt keine regelmäßigen Theateraufführungen.

Der Kinoverein „Rhythmus“ Filmtheater Schloß Holte-Stukenbrock e.V. bietet mit dem Rhythmus-Filmtheater ein Kino in der Aula der Realschule.

Museen
Eines der beiden Gebäude des Heimathauses in Stukenbrock

Im Heimathaus Stukenbrock, bestehend aus zwei Gebäuden, werden Fotos und Geräte gezeigt, die einen Eindruck des bäuerlichen Lebens im Senneraum in früherer Zeit vermitteln. Weiterhin gibt es eine Sammlung von Öfen der Holter Eisenhütte, ein Uhrenzimmer mit der alten Stukenbrocker Turmuhr der Pfarrei St. Johannes – Baptist und eine umfangreiche Heimatbücherei. Die Bücherei umfasst 443 Althofbücher, in denen über 560 Althöfe beschrieben werden, die vor 1800 als Hofstätten angelegt wurden.

Darüber hinaus informieren etwa 350 Postkarten sowie auch Literatur über die Ostprovinzen des Deutschen Reiches, namentlich über Ost- und Westpreußen, Danzig, Pommern, Ostbrandenburg, Schlesien und das Sudetenland.[19]

Auf dem Gelände der heutigen Polizeischule ist die Dokumentationsstätte des Stalag 326 (Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager) im ehemaligen Arrestgebäude untergebracht, das über die Geschichte des Lagers informiert. Auf dem nahegelegenen Friedhof mit den Massengräbern der gestorbenen Gefangenen erinnert ein etwa zehn Meter hoher Obelisk, der am 2. Mai 1945 errichtet wurde, an die Opfer des Stammlagers. Seit 1967 finden jährlich um den 1. September Gedenkveranstaltungen statt. Während die Organisatoren zunächst gegen heftige Widerstände aus Politik und Öffentlichkeit zu kämpfen hatten, erfahren die Veranstaltungen seit einigen Jahren mehr wohlwollende Beachtung aus der Bevölkerung. Diese steigende Beachtung führte am 6. Mai 2015 zum Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck, der gemeinsam mit Überlebenden einen Kranz niederlegte. [20]

Musik

An musikalischen Angeboten gibt es in Schloß Holte-Stukenbrock fünf Blasorchester und Bläserkreise, drei Spielmannszüge, ein Akkordeon-Orchester und eine Schützen-Kapelle sowie sechs Chorgemeinschaften.[21]

Bauwerke
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schloß Holte-Stukenbrock
Katholische Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist in Stukenbrock. Die flach gedeckte Saalkirche von 1614 mit integriertem Westturm wurde 1683 erweitert. Die Weihe der Kirche folgte dann 1686. Das Querschiff fügte man 1820 hinzu, den Ostteil 1936. Zur Ausstattung gehören ein 1683 vom Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg gestifteter Hochaltar, zwei 1774 vom Paderborner Hofbildhauer Johann Jakob Pütt geschaffene Rokoko-Seitenaltäre, die 1666 bezeichnete Kanzel, der um 1680 geschaffene Taufstein, das Orgelgehäuse von 1696 sowie die Skulptur der Mater Dolorosa aus dem Jahr 1636. – Unterhalb der Kirche, an der Hauptstraße 5, befindet sich mit dem ehemaligen Gasthaus Peters (jetzt „Tor“ Deele) eines der wenigen noch erhaltenen Fachwerkhäuser des Ortskernes.
Die Katholische Pfarrkirche St. Achatius in Stukenbrock-Senne wurde 1896 geweiht. Der neugotische Backsteinbau erwies sich schon bald als zu klein und wurde 1930 in expressionistischen Formen erweitert. Das Gebäude wurde 1966 umfassend renoviert.
Katholische Pfarrkirche Sankt Ursula in Schloß Holte. Die Grundsteinlegung erfolgte 1912 und die Konsekration erfolgte am 13. Oktober 1913.
Brinkkapelle in Stukenbrock. Der kleine Fachwerkbau mit Dachreiter entstand um 1730, wurde später nach beiden Seiten erweitert und ist dem Hl. Antonius von Padua geweiht. Von 1983 bis 1985 wurde er restauriert.
Schloss Holte: Die Wasserschlossanlage Schloss Holte wurde erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt und entstand durch die Grafen von Ostfriesland zwischen 1616 und 1664. Im 19. Jahrhundert wurden Umbauten durchgeführt.
Hof Welschof (Thorwesten). Das einstige Hauptgebäude, die so genannte Vogtei, wurde angeblich 1554 errichtet. Es handelt sich um einen Vierständer-Bau mit Krüppelwalmdach.
Zu den eindrucksvollsten Hofbauten der Umgebung gehört das stattliche Haupthaus des Hofes Bokelmeyer, dessen verbretterter Giebel über Knaggen vorkragt. Es entstand 1673.

Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Stukenbrock

Katholische Pfarrkirche St. Achatius im Ortsteil Stukenbrock-Senne

Katholische Pfarrkirche Sankt Ursula in Schloß Holte

Brinkkapelle in Stukenbrock

Um die Jahrhundertwende entstandenes Wohnhaus des Gutes Welschof

Parks

Auf dem Gebiet der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock gibt es keine öffentlichen Parks. Es existiert ein sowjetischer Ehrenfriedhof im Ortsteil Stukenbrock-Senne.[22] Es handelt sich um einen historischen Friedhof von etwa 2 ha Größe, auf dem zwischen 40.000 und 50.000 an Hunger und Krankheiten gestorbene sowjetische Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs begraben liegen. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Einfahrt zum Zoo Safaripark Stukenbrock

Ein privater, nicht zugänglicher Park ist der Garten des Schlosses Holte.[23] Dabei handelt es sich um einen nicht öffentlichen, historischen Schlosspark von rund einem Hektar Größe.

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Der Zoo Safaripark Stukenbrock ist ein Vergnügungspark, der neben Fahrgeschäften auch einen Freilandzoo bietet. Die Gehege des Parks können mit dem Auto durchfahren werden, die Tiere laufen in ihren jeweiligen Gehegen frei. Als besondere Attraktion bietet der Park weiße Tiger und weiße Löwen.

Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete
Naturschutzgebiete in Schloß Holte-Stukenbrock

Im Stadtgebiet entspringt in der Senne-Landschaft im Naturschutzgebiet Moosheide die Ems. Weitere mit Wasser in Verbindung stehende Naturschutzgebiete sind die Kipshagener Teiche, die Schluchten und Moore am oberen Furlbach, das Ölbach- und das Wehrbachtal.

Die Ems-Erlebniswelt in der Nähe der Emsquellen bietet eine interaktive Informationstour mit Informationen zum Fluss von der Quelle bis zu seiner Mündung in die Nordsee und seiner Umgebung. Weiter werden auch Informationen zum in unmittelbarer Nähe beginnenden Emsradweg geboten.[24]

Darüber hinaus ist der Holter Wald mit seiner 1000-jährigen Eiche und einem Brusthöhenumfang von 8,15 m (2014) zu nennen.[25]

Insgesamt sind ca. 930,75 ha bzw. 13,8 % des Stadtgebiets unter Schutz gestellt.

Sport
Allgemeinsport:
FC Stukenbrock e. V., mit über 1400 Mitgliedern größter Verein im Stadtgebiet, die erste Fußballmannschaft spielt in der Bezirksliga (Badminton, Basketball, Fußball, Freizeit- und Breitensport, Aikido, Eltern-Kind-Turnen, Tanzwerkstatt, Jazz-Dance, Callaerobic, Frauen-Fitness, Boccia, Koronarsport, Volleyball, Handball, Tennis, Tischtennis, Safari-Volkslauf, Taekwondo, Turnen)
PSV (Polizei Sport Verein) Stukenbrock-Senne e. V. (Fußball, Breitensport, Gymnastik für Frauen, Gymnastik für Männer, Koronarsportgruppe, Eltern- und Kinderturnen, Sport und Spiel für Kinder, Badminton, Schießsport, Bogenschießen, Tauchsport, Radsport, Budo, Judo, Ju-Jutsu, Modern-Arnis, Karate)
Schwarz-Weiß Sende e. V. (Fußball, Lauftreff, Gymnastik, Aerobic, Kinderturnen)
SCW Liemke e. V. (Fußball, Eltern-Kind-Turnen, Krabbelgruppe, Aerobic, Tennis, Frauenfitness)
VfB Schloß Holte 1919 e. V. (Herrenfußball, Damen- und Mädchenfußball, Taekwondo, Volleyball)
Andere Angebote:
ASG Ausdauersportgemeinschaft Teutoburger Wald e. V. (Langstreckenlauf, Orientierungslauf, Skilanglauf, Triathlon, Radsport, Kanufahren)
DJK Frauensportgruppe „Amisia“ Stukenbrock e. V.(Gymnastik, Frauensport)
FC Kastrioti Stukenbrock e. V. (Fußball)
MSC MotorSportClub Schloß Holte-Stukenbrock e. V.
Schach-Club Stukenbrock 69 e. V.
Senne-Golfclub Gut Welschof e. V.
TC Tennis-Club Grün-Weiß Schloß Holte-Stukenbrock e. V. (Leistungstennis, Hobbytennis, Kinder- und Jugendtennis, Nordic-Walken, Hockey)
TG Turngemeinschaft Sende e. V.(Kleinkinder- und Kinderturnen, Gymnastik, Frauenturnen, Turnen für jedermann, Aerobic, Trampolin, Kinder mit mangelnder Bewegung, Völkerball, Basketball, Leistungsturnen für Mädchen, Ballsport allgemein, Rope-Skipping)
TTSV Tischtennis-Sport-Verein Schloß Holte-Sende e. V.
Pferdesport:
Reit-Club Senne e. V.
Reitverein Helleforth e. V.
Zucht-, Reit- und Fahrverein Schloß Holte e. V. 1925 (Züchtung, Dressurreiten, Springreiten, Fahren, Voltigieren)
Schießsport:
„Diana“-Sportschützenverein Schloß Holte e. V.
St. Johannes Sportschützen-Stukenbrock e. V.
St. Achatius Schützenbruderschaft Stukenbrock-Senne e. V.
Schwimmsport:
DLRG-Ortsgruppe Schloß Holte-Stukenbrock e. V. (Schwimmen, Schwimmkurse, Rettungsschwimmen, Wassergymnastik)
SSC ‘90 Schloß Holte-Stukenbrock e. V. (Schwimmen für alle Altersgruppen, Schwimmkurse für 4- bis 6-jährige, Aquatic Fitness, Babyschwimmen, Nordic Walking)
Regelmäßige Veranstaltungen

In einer der Karnevalshochburgen der Region findet neben dem bekannten Weiberkarneval auch ein Kinderkarnevalsumzug statt.

Von 2006 bis 2015 fand einmal im Jahr das Serengeti Festival statt, eines der größten internationalen Rock- und Pop-Festivals in Ostwestfalen-Lippe.

Seit 2000 findet jährlich im November im Ortsteil Stukenbrock-Senne die von den Jungschützen St. Achatius Stukenbrock-Senne organisierte „Senner Gitarrennacht“ statt.[26]

Das seit 2007 wieder regelmäßig in den Sommermonaten veranstaltete Holter Meeting – Umsonst & Draußen ist ein Festival mit regional und überregional bekannten Bands.

Im Herbst wird alljährlich im Ortsteil Liemke das Erntedankfest gefeiert.

Im Stadtteil Stukenbrock findet immer am vierten Wochenende im September die historische Kirmes Stukenbrocker Herbst statt.

Auf dem ehemaligen Gelände des Kriegsgefangenenlager Stammlager VI K (326) wird jährlich im September der Antikriegstag vom „Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock“ veranstaltet.

Am dritten Oktoberwochenende findet von Samstag bis Montag mit dem Pollhansmarkt einer der größten Jahrmärkte der Region statt. Der auf eine 350-jährige Geschichte zurückblickende Markt lockt jährlich bis zu 250.000 Besucher an.

Im Ortsteil Schloß Holte findet am dritten Adventswochenende jährlich der Weihnachtsmarkt statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Schloß Holte-Stukenbrock ist bekannt für die niedrigen Gemeindesteuern und wird deswegen auch unter anderem vom Bund der Steuerzahler als Steueroase bezeichnet. Die Hebesätze der Grundsteuer sind mit 175 Prozentpunkten für Land- und Forstwirte, bzw. 280 Prozentpunkten für andere Landnutzung unter den niedrigsten in ganz Nordrhein-Westfalen. Auch der Hebesatz für die Gewerbesteuer liegt mit 370 Prozentpunkten am unteren Ende in Nordrhein-Westfalen.[27][28]

Verkehr
Straßenverkehr

Die Stadt liegt an der Bundesautobahn 33 (Bielefeld − Bad Wünnenberg/Brilon). Im Stadtgebiet gibt es zwei Anschlussstellen: Schloß Holte-Stukenbrock (Nr. 22) und Stukenbrock-Senne (Nr. 23). In der Vergangenheit wurde über eine dritte Anschlussstelle zwischen den bereits existierenden diskutiert. Befürworter dieser Lösung erwarteten eine deutliche Entlastung der durch Wohngebiete führenden Hauptverbindung zwischen den Stadtteilen Schloß Holte und Stukenbrock. Gegner dieser Lösung dagegen erwarteten ein wachsendes Fahrzeugaufkommen und damit verbundene Emissionsbelastungen oberhalb der EU-Grenzwerte in diesen durch Wohnbebauung gekennzeichneten Siedlungsflächen.

Schienenverkehr
Bahnhof Schloß Holte

Die Regionalbahn Bielefeld − Paderborn (Senne-Bahn, RB 74) bedient in den Hauptverkehrszeiten halbstündig den Bahnhof Schloß Holte, in den Mittags- und Abendstunden dagegen im Stundentakt. Der Verkehr auf der Strecke wird von der NordWestBahn betrieben. Schloß Holte-Stukenbrock gehört dem Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) an, nach Paderborn (nph Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter „Hochstift-Tarif“) gibt es einen Übergangstarif.

Flugverkehr

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ist 42 Kilometer entfernt.
Der Flughafen Münster/Osnabrück ist 103 Kilometer entfernt.
Der Flughafen Dortmund ist 106 Kilometer entfernt

Fuß- und Radverkehr

Der Radfernweg Europaradweg R1, die BahnRadRoute Teuto-Senne sowie der Emsradweg führen durch Schloß Holte-Stukenbrock. Der Heimat- und Verkehrsverein SHS unterhält acht lokale Rundwanderwege (A 1−8) und drei Radrundwege (SHS 1−3).

Medien

In Schloß Holte-Stukenbrock sind drei Tageszeitungen vertreten. Täglich montags bis samstags erscheinen die Neue Westfälische mit Regionalteil sowie eine Lokalausgabe des Westfalen-Blatts. Beide Zeitungen beziehen Ihren Mantel von ihren jeweiligen Mantelredaktionen aus Bielefeld. Ebenfalls mit lokaler Berichterstattung erhältlich sind montags bis samstags Die Glocke aus Oelde.

Monatlich erscheinen die Stadtmagazine Der Stadt-Anzeiger, SenneFORUM und das Stadtjournal SHS.

Die Stadt gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR.
Außerdem wird sie vom Lokalsender Radio Gütersloh, der zur privaten Radio NRW-Gruppe gehört, in der Berichterstattung mit abdeckt.

Öffentliche Einrichtungen

Schwimmer können das Gartenhallenbad am Schulzentrum nutzen. Es verfügt über ein 25 m-Becken, Sprungturm, Lehrschwimmbecken und Kleinkindbecken. Im Außenbereich befinden sich eine Liegewiese, ein Beach-Volleyballfeld und ein Spielplatz. Ein Freibad gibt es nicht.

Jugendlichen werden drei christliche Jugendeinrichtungen zur Auswahl gestellt. Dies sind das Jugendcafe St. Ursula, die katholische Jugendfreizeitstätte St. Johannes Baptist und das evangelische Jugendhaus „Wadi Holte“.

Es gibt in Schloß Holte-Stukenbrock kein Krankenhaus, daher müssen die Einrichtungen der umliegenden Städte und Gemeinden genutzt werden.

Im Stadtgebiet unterhalten die evangelische Kirche zwei und die katholische Kirche drei Gemeindebüchereien. Darüber hinaus gibt es eine Heimatbücherei im Heimathaus.

Die Freiwillige Feuerwehr Schloß Holte-Stukenbrock unterhält zwei Löschzüge, davon jeweils einer in den Ortsteilen Schloß Holte und Stukenbrock und eine Jugendfeuerwehr.

Bildung

Die Stadt bietet einige gängige Schulformen an. Die Schulausbildung im Stadtgebiet wird gewährleistet durch fünf Grundschulen (Katholische Grundschule Stukenbrock, Elbrachtschule, Grauthoffschule in Schloß Holte, Michaelschule und Pollhansschule) sowie die Lisa-Tetzner-Schule (Hauptschule), die Realschule Schloß Holte-Stukenbrock, das Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock und ab dem Schuljahr 2014/2015, die in einem Anbau der Lisa-Tetzner-Schule untergebrachte Gesamtschule. Die Gesamtschule Schloß Holte-Stukenbrock ist eine gebundene Ganztagsschule mit einem Ganztagsbetrieb an drei Nachmittagen. Die Gesamtschule startete mit 134 Schülern in 5 Klassen.

Für die Erwachsenenbildung gibt es die Volkshochschule Harsewinkel – Schloß Holte-Stukenbrock – Verl.

Im Jahr 2006 wurden an den Schulen der Stadt mit 194 Lehrkräften insgesamt 3.364 Schüler unterrichtet, davon ca. 40,9 % an den Grundschulen, ca. 13,9 % an der Haupt-, ca. 20,8 % an der Realschule und etwa 24,4 % am Gymnasium.[4]

Außergewöhnliche Bildungseinrichtungen sind das Polizeiausbildungsinstitut „Erich Klausener“ und die Landespolizeischule für Diensthundeführer.

Ansässige Unternehmen

Schloß Holte-Stukenbrock zeichnet sich durch eine ausgesprochen mittelständische und diversifizierte Wirtschaftsstruktur aus. Herausragender Wirtschaftszweig ist das verarbeitende Gewerbe, in diesem Sektor sind rund 52 % der sozialversicherungspflichtig in der Stadt Beschäftigten tätig.[4] Im Ortsteil Liemke befindet sich ein Zentrallager der Firma Aldi Nord.

vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenZentrallager von Aldi-Nord im Ortsteil Liemke

Zu den überregional bekannten Firmen gehört unter anderem die 1877 in Stukenbrock gegründete Gießerei Brechmann-Guss, die Produkte rund um den Werkstoff Sphäroguss herstellt. Sowie mit der Synaxon AG die größte IT-Verbundgruppe Europas. Mit dem Startup Tinkerforge GmbH gehört ein Preisträger des Chip Awards (2012)[29] zu den ansässigen Firmen im Ort.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Ewald Lienen wurde in Liemke geboren
1953: Ewald Lienen, Fußballspieler und -trainer
1967: Frank Werneke, Gewerkschafter
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Keine gebürtigen Schloß Holte-Stukenbrocker, aber Persönlichkeiten, die hier gelebt haben, sind:

Elmar Brok (* 1946), Europapolitiker
Gerd Roggensack (* 1941), Trainer und ehemaliger Profifußballspieler
Heinrich Schmidtgal (* 1985), Profifußballspieler
Karin Struck (1947−2006), Schriftstellerin
Fritz Wildhagen (1878−1956), Landschaftsmaler
Marco Hagemann (* 1976), Sportkommentator
Walent Czerkez (* 1975), Festival- und Konzertveranstalter
Literatur
Heinrich Albertz: Blumen für Stukenbrock – Biographisches, Rowohlt, 1983; ISBN 3-499-17772-2
Peter Hagenkordt: Pollhans – Historischer Jahrmarkt in der Senne, Verlag Thomas P. Kiper, 2002; ISBN 3-9803990-8-7
Volker Pieper, Michael Siedenhans: Die Vergessenen von Stukenbrock – Die Geschichte des Lagers in Stukenbrock-Senne von 1941 bis zur Gegenwart, Verlag für Regionalgeschichte, 1988; ISBN 3-927085-04-9
Günter Potthoff: Ein Blick zurück – Fotografische Erinnerungen, Heimatverein Schloß Holte-Stukenbrock, 1988
Karin Struck: Klassenliebe, Suhrkamp, 1973; ISBN 3-518-10629-0
Alexander Wassiljew: Rückkehr nach Stukenbrock – Erinnerungen eines russischen Kriegsgefangenen, Röderberg im Pahl-Rugenstein-Verlag, 1989, ISBN 3-87682-856-2