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Geschichte

Der Ort wurde erstmals 1010 erwähnt. 1270 erschien Schmidmühlen in einem Salbuch Herzog Ludwigs des Strengen als Markt.[3] Wirtschaftlich war der Ort im Mittelalter als Hafen am Zusammenfluss von Lauterach und Vils sowie als Standort eines der größten Hammerwerke der damaligen Zeit von Bedeutung. Der Markt Schmidmühlen war Amtssitz und gehörte ursprünglich zur Münchner Linie der Wittelsbacher. 1505 wurde Schmidmühlen mit den anderen Gebieten des bayerischen Nordgaus dem neu geschaffenen Herzogtum Pfalz-Neuburg eingegliedert.[4] Die Grenze zur Oberpfalz lag drei Kilometer nördlich, was immer wieder zu Auseinandersetzungen vor allem mit dem mächtigen Amberg führte. Während des Spanischen Erbfolgekrieges fand 1703 die sogenannte Schlacht bei Schmidmühlen statt.[5] Mit der 1778 erfolgten Regierungsübernahme Karl Theodors von Pfalz-Sulzbach in München wurde das Gebiet wieder zu einem Teil des Kurfürstentums Bayern, doch wurden die Gebiete erst nach den napoleonischen Kriegen der Oberpfalz eingegliedert. Schmidmühlen besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde, die bis zur Gebietsreform eng mit Burglengenfeld als Gerichtsort und später als Landkreissitz verbunden war. Heute ist Schmidmühlen die südlichste Gemeinde des Landkreises Amberg-Sulzbach. Damit kam eine Umorientierung in Richtung Norden zum Abschluss, die bereits vor 100 Jahren mit dem Bau der Eisenbahnlinie Amberg-Schmidmühlen (1910–1985, heute Teil des Fünf-Flüsse-Radwegs) begonnen hatte.[6]

Montangeschichte

Schmidmühlen verdankt seinen Ortsnamen nicht geografischen, geologischen oder besiedelungsspezifischen Merkmalen, sondern zwei wichtigen Industriezweigen, die beide auf Wasserkraft angewiesen sind – Schmieden und Mühlen. Am linken Lauteracharm befanden sich Obere und die Untere Mühle, am rechten Arm des Flussdeltas ursprünglich mehrere Schmieden, die sich zu bedeutenden Hammerwerken entwickelten. In einem Eisenhammer wurde das Eisen durch einen mit einem Wasserrad angetriebenen Hammer ausgeschmolzen. Die Eisenhämmer verhütteten Eisenerz mit Holzkohle in den so genannten Rennherden, in denen das Eisen zerrann. In diesen Schmelzöfen wurde das Erz zu einem glühenden Klumpen aus rohem Eisen, Schlacke und Kohleresten verschmolzen. Dieser Klumpen wurde dann auf den Hämmern so lange ausgeschmiedet, bis Schlacke und Kohlenreste entfernt waren. Das Eisen wurde in Schienen- oder Blechform für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Neben einem Fluss für die Wasserkraft waren für Standorte von Eisenhämmern auch Wälder zur Gewinnung großer Mengen von Holzkohle sowie Eisenerzvorkommen in der näheren Umgebung wichtig. Diese Voraussetzungen, Holz im Hirschwald und Gruben im Blaugrund, bei Pilsheim und durch die Wasserstraße beliefert mit Sulzbacher Erz, ließen Schmidmühlen zum größten Eisenhammer des Mittelalters im damaligen Bayern aufsteigen. Anno 1326 zinste der Hammer Schmidmühlen mit dem dreifachen Betrag anderer Hämmer. Das Schmidmühlner Schieneisen wurde mit Schiffen nach Regensburg transportiert und von dort im ganzen Donauraum gehandelt. Als ab dem 18. Jahrhundert mit Beginn der industriellen Revolution die Stahlproduktion in anderen Gebieten ihren Aufschwung nahm, wurde der Hammer zerschlagen. Neben den beachtlichen baulichen Relikten, das prächtige Hammerschloss, das ehemalige Hammerwerk und ein Wasserrad, erinnert noch das Schmidmühlner Wappen mit Hammer und Mühlrad an die große industrielle Vergangenheit des damals nicht so idyllischen Ortes.[7]

Hopfenanbau

Über Jahrhunderte war der Anbau von Hopfen der Haupterwerbszweig des Marktes. Bereits auf den frühesten Abbildungen Schmidmühlens aus dem 16. Jahrhundert sind die charakteristischen Hopfenstangen zu sehen. Als „Siegelhopfen“ wurde er wegen seiner besonderen geografischen Herkunft ausgezeichnet und war bei Bierbrauern sehr begehrt. 1867 wurde zum ersten Mal die Hälfte des Hopfens vom Kupferbrand, einer neu auftretenden Hopfenkrankheit, befallen. Da es damals noch kein Mittel dagegen gab, wurde der Hopfenanbau immer unrentabler. Um 1900 gab es in Schmidmühlen nur mehr drei Hopfenbauern, der letzte gab vor dem Zweiten Weltkrieg auf. Heute kann man an den mächtigen Giebeln der Hauptstraße noch die ehemaligen Hopfentore und Lüftungsfenster entdecken, hinter denen sich Hopfentrockenböden befanden. Auch die bis zu einem Meter hohen aufgeschichteten Steinmauern, welche die Hopfengärten vor Wind und Hochwasser schützten, sind oberhalb des Sportplatzes noch gut zu erkennen. Doch zeugen dort nur mehr vereinzelte wilde Hopfenpflanzen von der besonderen Ackerbaugeschichte Schmidmühlens.[8]

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Gemeinde in der heutigen Ausdehnung.[9]

1961: 2175 Einwohner
1970: 2270 Einwohner
1987: 2217 Einwohner
1991: 2360 Einwohner
1995: 2352 Einwohner
2000: 2425 Einwohner
2005: 2459 Einwohner
2010: 2371 Einwohner
2015: 2330 Einwohner
Politik
Bürgermeister

Bürgermeister ist Peter Braun (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Manfred Puchta (SPD/Unabhängige Wähler).

Steuereinnahmen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 1.648.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen 430.000 Euro.

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,8 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU     7 Sitze  (42,69 %)
  SPD 2 Sitze (16,49 %)
  Freie Wähler 3 Sitze (28,87 %)
  Freie Wählergruppe Emhof 2 Sitze (11,95 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Sehenswürdigkeiten

Mittelpunkte des Ortes sind die Pfarrkirche St. Ägidius sowie das Obere Schloss und das Hammerschloss (Unteres Schloss), die beide mit kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten aufwarten.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schmidmühlen

Kirchen
Pfarrkirche St. Ägidius

1486 erbaut (Jahreszahl neben dem Hauptportal), war die ursprüngliche Kirche ein vierjochiger Saalbau mit gotischen Sterngewölben. 1807 stürzte am 28. Mai, dem Fronleichnamstag, der mit einer barocken Zwiebelhaube bekrönte Turm ein und zerstörte auch den Chor. Der Turm wurde 1832–1834 an der Westseite neu errichtet und erhielt, wahrscheinlich unter Einfluss des damaligen Baukunstausschusses (Vorsitz Leo von Klenze) die heutige Form mit Flachdach, die an italienische Campanile erinnert. Der Chor wurde erst 1846 wiederhergestellt. Die 1913 begonnenen Planungen von Heinrich Hauberrisser, einen neobarocken Neubau zu errichten, wurden durch den Ersten Weltkrieg und die anschließende Inflation beendet. 1933 (Architekt: Hans Döllgast) sowie 1972 erfolgten Teilabbrüche und Erweiterungen unter Verwendung alter Bauteile sowie der Innenausstattung. Die Seitenaltäre, dem Heiligen Sebastian sowie der Heiligen Maria geweiht, stammen aus der Zeit des Rokoko. Der Hauptaltar ist ein mächtiger Säulenaufbau von 1846. Das Orgelgehäuse ist ein Werk des Amberger Orgelbauers Johann Conrad Vogel aus dem Jahr 1695.[10]

Glocken:

Die historischen Glocken der Pfarrkirche überstanden bis auf die Sterbeglocke den Turmeinsturz von 1807:

Feuerglocke oder Große Glocke (Ton a´), 1563 in Nürnberg von Gawerhiel Kirder gegossen, ca. 19 Zentner schwer, Durchmesser 1 Meter. Stundenschlag.
12er- oder Angelusglocke (Ton c´´), 1733 von Martin Neumeier in Stadtamhof gegossen, 400 kg, Durchmesser 75 cm. Unterer Viertelstundenschlag und Gebetsläuten.
11er- bzw. Mittagsglocke (Ton d´´), 1772 von Johann Erhard Kößner in Stadtamhof gegossen, Durchmesser 64 cm. Oberer Viertelstundenschlag.
Hussitenglocke (Ton a´´), 1,2 Zentner. Laut englischer Inschrift 1944 von G. Bergholtz in Stockholm gegossen, Ersatz für die Sterbeglocke von Joseph Philippi, Stadtamhof, 1834 (nach Abgabe im WK 2. nicht mehr zurückgekommen). Sie wurde 1945 von der amerikanischen Militärregierung übergeben. Bis 1972 Sterbeglocke, heute Hussitenglöckerl (20 Uhr).
Sterbeglocke (Ton g´´), 1475 gegossen, Minuskelinschrift: Ave Maria gratia plena Dominus tecum, Durchmesser 55 cm. Bis 1972 Achtuhrglocke bzw. Hussitenglocke, heute Sterbeglocke. Wird nie mit den anderen Glocken zusammen geläutet (Schonung der historischen Glocke, dissonanter Ton g´´ innerhalb a´, c´´, d´´, a´´).[11]

Die historischen Glocken aus Gotik, Renaissance und Barock zählen zu den interessantesten Geläuten des Vilstales. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier des Marktes wurden die Glocken am 14. November 2010 in einem Glockenkonzert vorgestellt.[12]

Kirche St. Georg

Die Kirche wurde um 1600 errichtet und hatte eine Art Portalfunktion zum Friedhof. Dies belegen Reste von Fresken (heute übermalt), die mit Scheinarchitekturen die ehemaligen Eingänge an den beiden Langseiten umrahmen. Um 1700 wurde der Chor angebaut und das Langhaus erhöht. Obwohl die Ausstattungsstücke aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammen (Barock, Rokoko und Historismus), vermittelt die Kirche durch die seit der letzten Restaurierung 2009 wiederhergestellte Farbfassung des späten Historismus (um 1890) ein Bild von seltener Einheitlichkeit.[8]

Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit auf dem Kreuzberg
Kreuzbergkirche im Frühjahr

Der vorgeschichtliche Ringwall auf dem Kreuzberg bei Schmidmühlen zeugt von der langen Besiedelungstradition des Vils- und Lauterachtals. Inmitten dieser keltischen Wohn- und Kultstätte beschwört eine Wallfahrtskirche mit christlicher Geduld die alten heidnischen Geister. Ihre Entstehung verdankt das Kirchlein vermutlich einem Gelübde der Marktbürger und Bauern der Umgebung, als 1697 eine Viehseuche wütete. Wie das große Vorbild der Mariahilfkirche in Amberg sollte die Dreifaltigkeitskirche mit einer mächtigen Freitreppe majestätisch auf dem Kreuzberg thronen und weit hinauf in das Vilstal grüßen. Durch die Wirren des Spanischen Erbfolgekrieges in dieser Gegend (Schlacht bei Schmidmühlen) konnte jedoch nur der Chor verwirklicht werden. Seit ihrer Entstehung ist die Kreuzbergkirche eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte, wovon noch zahlreiche Votivbilder zeugen. Seit 1953 im Truppenübungsplatz Hohenfels gelegen, drohte dem Kirchlein wie allen Gebäuden in diesem Gebiet Verfall und Zerstörung. Dieses Schicksal konnte 1969 durch einen Rückkauf von Bergkuppe und Ringwall durch die Pfarrei verhindert werden. Als einzige Enklave im Truppenübungsplatz Hohenfels ist die Kreuzbergkirche das Wahrzeichen des Marktes Schmidmühlen und setzt durch ihre Existenz ein Zeichen christlicher Werte inmitten eines intensiv militärisch genutzten Gebiets.[13]

Schlösser
Hammerschloss (Unteres Schloss)
Bellona – Göttin des Krieges, Fresko von Hans Georg Asam
Hauptartikel: Unteres Schloss Schmidmühlen

Das Hammerschloss zeugt von der großen Vergangenheit Schmidmühlens als Zentrum der Oberpfälzer Eisenindustrie, eine Bedeutung, die sich am Ortsnamen ablesen lässt. Im Kern noch spätgotisch, sind die Architektur des Schlosses und seine Ausstattung vom italienischen Barock geprägt. Der Bauherr Johann Hector von Vischbach, durch seinen Aufenthalt während der Türkenkriege am Wiener Hof mit den neuesten Strömungen der Baukunst diese Zeit in Berührung gekommen, ließ sich ein Schloss nach Vorbild italienischer Adelspaläste erbauen. Berühmtestes Beispiel für diesen Schlosstypus ist der Mittelbau von Schloss Nymphenburg in München. Phantasievolle Stuckdecken von italienischen Künstlern und Fresken von Hans Georg Asam, dem Vater der Gebrüder Asam, erheben das Schmidmühlner Hammerschloss zu einem der wichtigsten Bauwerke des Landkreises. Das Schloss dient heute als Kultur-, Pfarr- und Gemeindezentrum und war Kulisse für das Festspiel Erasmus Grasser anlässlich der 1000-Jahr-Feier des Marktes im Jahre 2010.[7]

Oberes Schloss (Rathaus)

Ursprünglich als Wasserburg der Herren von Schmidmühlen (berühmtestes Mitglied: Albert von Schmidmühlen, Abt von St. Emmeram zu Regensburg 1324–1358) errichtet, wurde dem Oberen Schloss von Georg Hausner von Winbuch um 1600 die heutige Form gegeben. Die Jahreszahl befindet sich an einem der prächtigen Türgewände des Rittersaals, der eine kunsthistorische Besonderheit birgt. Seine Wände sind mit Fresken geschmückt, die in heiter moralisierender Art der Renaissance Tugenden und Monatsdarstellungen zeigen. Ähnliche Renaissancefresken dieser Güte findet man in Bayern nur noch auf Burg Trausnitz in Landshut. In zwei Stockwerken reicher Akanthusstuck von Phillip Jakob Schmuzer (Wessobrunner Schule) um 1715. Er schuf auch die Stuckaturen in der Klosterkirche zu Ensdorf.
Vor dem Oberen Schloss steht auf dem Brunnen das gegossene Abbild eines Moriskentänzers und erinnert an seinen Schöpfer Erasmus Grasser, den spätgotischen Bildhauer und großen Sohn Schmidmühlens. Die berühmten Moriskentänzer schuf Grasser für den Festsaal im Alten Rathaus zu München.[14]

Zieglerschloss

Erbaut 1757 von Georg Felsner, der durch eine Schnupftabakdosenfabrik zu Reichtum gekommen war, im Stil eines französischen Landschlösschens. 1896 abgebrannt und vereinfacht wieder aufgebaut, ist das Schloss heute in Privatbesitz.[15]

Skulpturenweg

Die von Erasmus Grasser im Jahre 1480 geschnitzten Moriskentänzer sind ein Kabinettstück der spätgotischen Kunst in Deutschland. Die Nachbildungen dieser Moriskentänzer wurden vom Künstler Franz Schmid bewusst in Eisen geschaffen, um auf die lange Tradition der Eisenverarbeitung in Schmidmühlen Bezug zu nehmen. Die Moriskentänzer sind auf der südlichen Hochwasserschutzmauer aufgestellt und können von der gegenüberliegenden Lauterachseite betrachtet werden. Die Metallskulpturen wurden anlässlich der 1000-Jahr-Feier des Marktes Schmidmühlen im Jahr 2010 in Auftrag gegeben und am 6. November 2011 durch Landtagsvizepräsident Franz Maget eingeweiht.[8]

Kultur

Kulturelle Höhepunkte sind das jährlich stattfindende Marktfest, bei dem Vereine, Gasthöfe und Anlieger den alten Ortskern in das größte Freiluftfest des Landkreises verwandeln, sowie die Wildwochen im Herbst. Wildspezialitäten aus Wald und Flur der Region stehen bei den drei Wildwirten auf der Speisekarte. Den Auftakt bildet eine Hubertusmesse, die von Jagdhornbläsern umrahmt wird.

Die berühmten Lauterach-Forellen gelten schon lange als das kulinarische Aushängeschild Schmidmühlens. Daraus hervorgegangen ist der jährlich am Aschermittwoch stattfindende traditionelle Fischzug, dessen Ursprünge als Heischebrauch zumindest bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Bei diesem Brauch ziehen die männlichen Bewohner des Marktes, festlich gekleidet mit Gehrock, Zylinder und einem auf den Rücken gemalten Fisch, schweigend (bei Nichtbeachtung Geldbuße fünf Euro) in vorgeschriebenen Bahnen von Wirtshaus zu Wirtshaus (früher 18 Gastwirtschaften, z. Zt. zwei Gasthöfe, zwei Gasthäuser, eine Pizzeria und fünf Vereinsheime) um das im Fasching übrig gebliebene Bier vor dem sicheren Verderben während der Fastenzeit zu bewahren. An Essen nehmen sie dabei nur Brot und Fisch (Hering) zu sich. Der zum Schluss leere Geldbeutel wird gegen 22 Uhr unter einer Trauerrede am Hammerplatz begraben.

Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

1998:

Nach der amtlichen Statistik waren im produzierenden Gewerbe 136 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort.
In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 117 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnort Schmidmühlen gab es insgesamt 819. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe.

1999:

Es bestanden 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1270 Hektar, davon waren 971 Hektar Ackerfläche und 299 Hektar Dauergrünfläche.
Verkehr

Schmidmühlen liegt an zwei Staatsstraßen. Die St 2165 führt in nördlicher Richtung nach Amberg, in südlicher Richtung nach Regensburg. Die St2235 führt von Kastl im Westen nach Burglengenfeld im Osten. Zudem führt die Kreisstraße As34 nach Schwandorf.
Bis etwa 1990 besaß Schmidmühlen einen Eisenbahnanschluss. Die Gemeinde war Endbahnhof der Bahnstrecke Amberg–Schmidmühlen.[6]

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2007):

Kindergarten: 76 Kindergartenplätze (53 ganztags und 23 halbtags) mit 76 Kindern
Volksschule: mit 17 Lehrern und 201 Schülern
Söhne und Töchter der Gemeinde
Adolf Eichenseer (1934–2015), Mundartdichter und Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz
Albert von Schmidmühlen, Abt von St. Emmeram zu Regensburg 1324–1358
Johann Georg von Gleißenthal (* um 1507 in Emhof; † 1580 in Speinshart), deutscher Abt in der Reformation, Führer der Prälatenbank in der Oberpfalz und Viztum der Oberen Pfalz; Epitaph in Neustadt am Kulm
Erasmus Grasser (um 1450–1518), Bildhauer und Architekt
Max Pollwein (1885–1944), Jurist, Magistratsrat, Oberbürgermeister von Bad Kissingen
Literatur
Klaus Altenbuchner, Michael A. Schmid: Das Hammerschloss in Schmidmühlen. Zur Wiederentdeckung eines italienisch geprägten Schlosses und seiner bedeutenden Dekoration. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. 143, 2003, S. 397–418.
Klaus Altenbuchner, Josef Popp: Entdecken Sie Schmidmühlen. Sehenswürdigkeiten in und um den Markt Schmidmühlen. Flyer zum Skulpturenweg. Schmidmühlen 2010.
Ambronn, Karl: Archivalien des Marktarchivs Schmidmühlen zur Geschichte des Armen- und Gesundheitswesens im 19. Jahrhundert. Ausstellung im Staatsarchiv Amberg anlässlich der Oberpfälzischen Archivpflegertagung am 29. Juli 1995. Amberg 1995.
Franz Xaver Eichenseer: Der Markt Schmidmühlen in der Oberpfalz. Schmidmühlen 1990.
Hannelore Fleißer: Das Hammergut Schmidmühlen. In: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum. Theuern 1987.
Josef Popp: Schmidmühlen: … im Wandel der Zeit. Die Ortschaften der Marktgemeinde Schmidmühlen. Schmidmühlen 2001.