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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Schonungen nicht vorenthalten.

Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert

Orte mit der Endung ungen deuten auf thüringischen Ursprung hin. Die Thüringer beherrschten das nördliche Mainfranken, bis sie ab dem 6. Jahrhundert von den Franken zurückgedrängt bzw. überlagert wurden.

Schonungen wurde wohl im 5. Jahrhundert gegründet. Der Name besagt entweder, dass es eine schöne, stattliche Siedlung war (sconi = ansehnlich, schön) oder die Niederlassung einer Sippe des Schön (Scono = Personenname). (Siehe auch: Sennfelder Seenkranz#Verlauf des Alten Mains)

Erste bekannte Erwähnung ist in einer Urkunde vom Jahre 1194 zu finden, mit der Kaiser Heinrich VI. Schenkungen bestätigte. Begütert waren in Schonungen außer den Grafen von Henneberg die Herren von Lobdeburg, von Thundorf und von Wenkheim, die Klöster Theres, Ebrach und Heidenfeld sowie das Stift Haug in Würzburg.

Im Markgräflerkrieg brannte Schonungen 1553 fast völlig nieder. 300 Jahre später ereilte den Ort abermals dieses Schicksal: Ursache war ein Funkenflug an der ein Jahr zuvor eröffneten Eisenbahnstrecke von Bamberg nach Schweinfurt.

Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

20. und 21. Jahrhundert

1978 wurde Schonungen im Zuge einer Gebietsreform zur Großgemeinde.
Neben den Ortsteilen gibt es im Gemeindegebiet Schonungen noch die vier Weiler Bayerhof, Kaltenhof, Rednershof und auf der anderen Mainseite, nur über Gochsheim oder Sennfeld erreichbar, Reichelshof.

Ende 2000 wurde die Gemeinde landesweit bekannt durch die so genannte Sattler-Altlast; so wurde die großflächige Bodenbelastung mit Schweinfurter Grün genannt, da sie in der Zeit von 1814 bis 1930 von der einstigen Farbenfabrik Wilhelm Sattler verursacht wurde. Am 24. Oktober 2002 wurde ein Bericht vom Magazin monitor des WDR über die Sattler-Altlast ausgestrahlt, der Schonungen bundesweit in die Schlagzeilen brachte. Im Oktober 2011 begannen die Vorbereitungen zur Sanierung des betroffenen Geländes, unter anderem mit dem Abbruch mehrerer Gebäude.[5] Da der Verursacher der Belastung nicht mehr greifbar ist, wären laut geltender Gesetze die aktuellen Eigentümer der Grundstücke dazu verpflichtet, sich bis zur Höhe des Wertes ihrer Grundstücke an den Sanierungskosten zu beteiligen. Nach langen Verhandlungen wurde zwischen den Grundstückseigentümern und dem Freistaat Bayern ein Kompromiss gefunden, der die Haftung der Grundstückseigentümer auf 13,33 € pro Quadratmeter begrenzt.[6][7]

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Mainberg eingegliedert. Dies geschah gegen den mehrheitlichen Willen der Bevölkerung, die einen Anschluss an die Stadt Schweinfurt wegen der engen auch historischen Verflechtungen wollte. Am 1. Mai 1978 kamen Abersfeld, Forst, Hausen, Löffelsterz, Marktsteinach, Reichmannshausen und Waldsachsen hinzu.[8]

Einwohnerentwicklung

Einwohner auf heutigem Gebietsstand:

1961: 8111 Einwohner[8]
1970: 8286 Einwohner[8]
1991: 8230 Einwohner
1995: 8289 Einwohner
2003: 8243 Einwohner
2004: 8200 Einwohner
2005: 8232 Einwohner
2006: 8137 Einwohner
2007: 8074 Einwohner
2008: 8001 Einwohner
2009: 7901 Einwohner
2010: 7834 Einwohner
2011: 7714 Einwohner
2012: 7661 Einwohner
2013: 7635 Einwohner
2014: 7663 Einwohner
2015: 7701 Einwohner

Religionen
Alte St.-Georgs-Kirche

1332 wurde Schonungen Pfarrei durch Stiftung des Ehepaares von Wenkheim. Die durch den Dorfbrand 1853 zerstörte alte St.-Georgs-Kirche im Neumannstil wurde nach dem Wiederaufbau 1858 eingeweiht. Ihr spitzer Echterturm prägt den alten Ortskern.

1959–1961 wurde die neue St.-Georgs-Kirche an der Hauptstraße erbaut. Außer diesen beiden katholischen Kirchen gibt es seit 1954 am Schrotberg die evangelische Christuskirche. Die evangelische Pfarrgemeinde Schonungen wurde zunächst von Schweinfurt St. Johannis betreut, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg einen eigenen Seelsorger erhielt. 1953 wurde das Vikariat zu einer Pfarrstelle erhoben.

Im 18. Jahrhundert siedelten sich, begünstigt durch die Herren von Thundorf, einzelne jüdische Familien an. 1725 bestand die Jüdische Gemeinde aus acht Familien. Das von ihnen errichtete Bethaus fiel dem Dorfbrand 1853 zum Opfer, wurde aber 1855/56 wieder aufgebaut und neu eingeweiht. Die jüdische Gemeinde hatte einen eigenen Lehrer. Die Inneneinrichtung der Synagoge in der Bachstraße 21 wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern zerstört; das Gebäude wurde nach 1945 zu einer Autogarage und Wohnhaus umgebaut. Dort erinnert eine Gedenktafel an das Gotteshaus und die jüdischen Mitbürger, die Opfer der Shoa wurden.[9]

Politik
Gemeinderat
Rathaus

Der Gemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder.

CSU: 5 Sitze
SPD: 3 Sitze
Allgemeine Bürgergemeinschaft: 2 Sitze
Wählergemeinschaft Marktsteinach: 2 Sitze
Liste Löffelsterz: 1 Sitz
Dorfgemeinschaft Freie Wählergemeinschaft Hausen: 1 Sitz
Freie Wähler Großgemeinde e.V.: 2 Sitze
Liste für Ökologie und Soziales: 2 Sitze
Oberlandliste Waldsachsen: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahlen am 16. März 2014)

Bürgermeister

Am 11. März 2012 wurde Stefan Rottmann (SPD) zum neuen Bürgermeister als Nachfolger von Kilian Hartmann (CSU) gewählt. Mit 25 Jahren wurde er der damals jüngste Bürgermeister Deutschlands. Er setzte sich mit drei Stimmen Vorsprung gegen den Kandidaten von der CSU durch.[10] Der sehr knappe Wahlausgang und die Titulierung als „jüngster hauptamtlicher Bürgermeister“ hatten überregionale Berichte zur Folge. Artikel über Rottmann erschienen in den Tagen nach der Wahl unter anderem im Hamburger Abendblatt, im Focus und auf Spiegel.de.[11][12][13]

Interkommunale Allianz Schweinfurter OberLand

Die Gemeinde ist Gründungsmitglied der Interkommunalen Allianz Schweinfurter OberLand, der außerdem die Gemeinden Maßbach, Rannungen, Thundorf in Unterfranken, Üchtelhausen und Stadtlauringen angehören (siehe auch Schweinfurter Rhön).

Städtepartnerschaften

Die Gemeinde Schonungen hat eine Städtepartnerschaft mit Alban (Tarn, Frankreich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Alte Apotheke
Bauwerke
Alte Kirche in Schonungen. Dort finden gelegentlich Kulturveranstaltungen statt.
Schloss Mainberg
Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Schonungen
Museum

Begründet durch die Apothekerfamilie Schumm gibt es seit 1998 ein Apothekenmuseum mit drei Räumen auf etwa 50 Quadratmetern. Es ist nach Vereinbarung öffentlich zugänglich.[14]

Naherholung
Main bei Mainberg
Blick von Mainberg über den Main zum Reichelshof
Logo
Main-Radweg
Schonunger Bucht

Mainbucht mit Badestrand und Campingplatz.

Reichelshof

Im Natur- und Umweltgarten Reichelshof, einer 2004 staatlich anerkannten Umweltstation, haben Kinder und Erwachsene die Möglichkeit die Natur zu erleben und ihre Umwelt zu gestalten.[15]

Rad- und Wanderwege

Der 600 Kilometer lange Main-Radweg wurde 2008 als erster deutscher Radfernweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit fünf Sternen ausgezeichnet.[16]

Im Gemeindebereich gibt es in der Schweinfurter Rhön ein dichtes Netz von Wanderwegen, insbesondere um den Ottenhäuser Grund. Das Wanderwegenetz führt über das Gemeindegebiet hinaus, unter anderen zum nahen Ellertshäuser See.

Golfplatz

Golfplatz des Golf Clubs Schweinfurt in Löffelsterz: 18-Loch-Platz, öffentlicher 6-Loch-Platz und öffentliche Driving Range.[17]

Felsensee

Einer der sehenswertesten Orte der Schweinfurter Rhön liegt abgeschieden im Schonunger Gemeindegebiet, ist nahezu unbekannt und weder zugänglich noch einsehbar. Ein 2,57 ha großer Grundwassersee, an drei Seiten von steilen Abbruch-Felswänden umgeben, ca. 275 m ü. NN, in einem 1998 stillgelegten Kalksteinbruch, am Naturschutzgebiet Hausener Talhänge am Ottenhäuser Grund, nördlich von Hausen.[18]

Wirtschaft und Infrastruktur
Der Ort besitzt alle wesentlichen Einrichtungen eines Kleinzentrums, z. B. Ärzte, Zahnärzte, Apotheke, Schulen, Postagentur, Banken, Spiel- und Sportstätten, Hallenbad, Autoreparaturwerkstatt mit Tankstelle, Friseure, Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Naturfreundehaus und in zwei Gasthöfen
Mit der Jugend-Umweltstation der Katholischen Jungen Gemeinde und dem Naturerlebnisgarten Reichelshof befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde zwei staatlich anerkannte Umweltstationen.
Die evangelische Kirchengemeinde betreibt auf den Dächern der Christuskirche und des Gemeindehauses zwei Photovoltaikanlagen mit insgesamt 14 kWp. Auf dem Dach des Rathauses befindet sich ebenfalls eine Photovoltaikanlage.
Im nordöstlichen Gemeindebereich zwischen Forst und Waldsachsen erzeugen mehrere Windkraftanlagen Strom: Acht mit je 1,0 MW, zwei mit 2,5 MW.
Verkehr
Der Ort wird von der Bundesstraße 26 (Schweinfurt–Bamberg) durchzogen, von der im Ortskern die Staatsstraße St 2266 nach Hofheim abzweigt. 2 km östlich besteht Anschluss an die B 303 nach Coburg und an die A 70 (Maintalautobahn).
Seit Dezember 2014 erhält Schonungen wieder Anschluss an die Bahnstrecke Bamberg–Würzburg durch einen neuen Haltepunkt.[19][20] Der alte Bahnhof wurde im Oktober 1983 stillgelegt.
Der Ort ist an das Verkehrsnetz der Stadtbusse Schweinfurt angeschlossen und die Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF) führt mehrere Buslinien (z. B.: 8130, 8156) durch Schonungen.
Medien

Die Gemeinde Schonungen gibt ein Gemeindeblatt heraus, das jeden Freitag erscheint.

Bildung

Der Ort hat eine Grundschule, eine Realschule und ein Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung (Schule für Kinder und Jugendliche mit Körperbehinderung) der Lebenshilfe Schweinfurt e.V.

Siehe auch
Schweinfurter Rhön
Literatur
Gemeinde Schonungen (Hrsg.): 800 Jahre Schonungen 1194–1994, Schonungen 1993
Rudolf Metz: Schonungen anno 1986, Schonungen 1988
Robert Mantel: 1200 Jahre Abersfeld 788-1988, Schonungen 1988
Joachim Ahlborn/Norbert Kraus: Forst im Wandel der Zeiten, Schonungen 1984
Rita Steger-Frühwacht, 800 Jahre Hausen. Ein Dorf in der Schweinfurter Rhön 1194–1994, Hausen 1994
Erich Schröder: Löffelsterz auf dem Schlettach. Das Dorf und seine Menschen, Löffelsterz 1994
Erich Schröder: Löffelsterz auf dem Schlettach im Einflußbereich der Popponen und Henneberger, Löffelsterz 1993
Rudolf Metz/Ingrid Räder: Reichmannshausen. Geschichte und Geschehen im liebenswerten Schlettachdorf, Schonungen 1999
Robert Hofmann: Reichmannshausen und ich. Jugenderinnerungen, Schonungen, 2. Aufl. 1995
Weblinks
 Commons: Schonungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Geographisches Lexikon von Franken (1802): Schonungen – Quellen und Volltexte
Gemeinde Schonungen
Ortsteil Waldsachsen
Eintrag zum Wappen von Schonungen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Informationen zur jüdischen Geschichte des Ortes bei Alemannia Judaica
Schonungen: Amtliche Statistik des LfStat