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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Schrecksbach nicht vorenthalten.

Geschichte

Im Jahre 1140 ging der zu diesem Zeitpunkt erstmals urkundlich erwähnte Ort Schrecksbach in den Besitz des Klosters Fulda über. Im 14. Jahrhundert wurde im Ort ein fuldischer Zehnthof eingerichtet; dort residierte ein Decimator, der die Güter bewirtschaftete und eine Vorratshaltung für durchreisende höhere Bedienstete betrieb. Zwischen 1307 und 1447 fiel der Ort schrittweise an die Grafen von Ziegenhain, die ihre Stellung als Vögte der Abtei Fulda erfolgreich zur Erweiterung ihres eigenen Besitzes nutzten. Nach dem Erlöschen des Ziegenhainer Grafengeschlechts im Jahre 1450 mit Johann II. fiel die gesamte Grafschaft an Landgraf Ludwig I. von Hessen.

1526 wurde Schrecksbach mit der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen protestantisch. Als erster lutherischer Pfarrer nahm 1568 Diedrich Helm (in anderer Schreibweise auch Hell) seine Arbeit auf. Da Schrecksbach bei der Teilung der Landgrafschaft Hessen im Jahre 1567 südlicher Grenzort der Landgrafschaft Hessen-Kassel gegenüber der Landgrafschaft Hessen-Marburg geworden war, wurde der Ort in den Folgejahren durch Verteidigungsanlagen und durch unterirdische Gänge miteinander verbundene burgartige Adelssitze befestigt. Als Lehnsmannen der Landgrafen von Hessen-Kassel hatten verschiedene Adelsgeschlechter Burgsitze, befestigte Häuser, im Ort und die damit verbundene Verpflichtung, den Ort militärisch zu schützen. Von den einst sechs bekannten Burgsitzen im Ort – Altes Burghaus, Hattenbachscher Burgsitz, Schleierscher Burgsitz, Schwertzellscher Burgsitz sowie je ein weiterer derer von Langenstein und von Hattenbach – sind heute nur noch zwei in Teilen erhalten, das von den Herren von Langenstein genannt Gonzenrod erbaute Alte Burghaus (heute als Restaurant genutzt) und der Schwerzellsche Burgsitz (Mauerreste heute in das Gemeindezentrum integriert).

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schrecksbach am Weihnachtstag 1635 von kroatische Reitern geplündert und weitgehend niedergebrannt. Eine Anzahl der Einwohner soll sich in die Gänge zwischen den Kellern zweier Burgsitze gerettet haben, andere flohen in die Gruft unter der Kirche, heißt es in alten Überlieferungen. Ein zweites Mal wurde das Ortsgebiet am 14. November 1640, am Tage vor dem Gefecht am Riebelsdorfer Berg, heimgesucht, als kaiserliche Truppen des Generals Hans Rudolf von Breda die Siedlungen der Umgebung niederbrannten.[2]

Das Tunnelsystem, wenn es ein solches gab, ist seit Generationen nicht mehr begehbar, aber im Keller des Alten Burghauses sind noch immer die Eingänge von mindestens drei Gängen (oder weiteren Kellergewölben) sichtbar, eingefasst mit schweren Sandsteinblöcken und ausgemauert mit Feldsteinen.[3]

Der Name des Ortsteils Holzburg deutet ebenfalls auf eine ehemalige Burganlage hin. Auch auf dem Burgküppel zwischen Schrecksbach und Röllshausen befand sich einst eine kleine Turmhügelburg, von der heute noch Wall und Graben zu sehen sind.

Mit der Annexion Kurhessens 1866 fiel Schrecksbach an Preußen. In den 1920er und 1930er Jahren wurde der Ort modernisiert. Eine Kanalisation wurde geschaffen, die Straßen verbessert und 1938/39 eine Wasserleitung eingerichtet. Nach 1945 kamen ca. 200 heimatvertriebene Sudetendeutsche in den Ort.

Eingemeindungen

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Holzburg eingegliedert. Am 1. Januar 1974 kamen Röllshausen und Salmshausen hinzu.[4]

Religion und Kirche

Die erste christliche Kirche wurde um das Jahr 800 erbaut. Von ihr ist nur noch ein Bogenfenster im romanischen Stil vorhanden. Ein Neubau im gotischen Stil wurde am 22. Februar 1413 eingeweiht, worauf eine Inschrift auf einem nahen Gehöft hinweist. 300 Jahre später war auch dieses Gotteshaus baufällig geworden. Dank großzügiger Unterstützung durch die Gemeinde und den Landgrafen Wilhelm VII. konnte 1754 die neue barocke Kirche eingeweiht werden. Die Kirchenglocken stammen aus den Jahren 1350, 1430 und 1755. Die Kirchenorgel stammt aus dem Jahr 1770 und war eine Stiftung des kinderlosen Bauern Adam Michel.

1526 wurde Schrecksbach mit der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen protestantisch.

1933 kam es zu Misshandlungen der einzigen ortsansässigen jüdischen Familie Spier durch SA-Männer aus der Stadt Alsfeld.

Für die Gottesdienste der mehrheitlich katholischen sudetendeutschen Zuwanderer nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zunächst die evangelische Kirche genutzt, bis 1950 auch eine eigene katholische Kirche geweiht wurde.

Politik
Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016

   

Insgesamt 17 Sitze SPD: 8 CDU: 4 UWG: 5

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 48,5 8 49,4 9 46,5 11 50,9 12
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 28,8 5 25,8 4 23,2 5 16,0 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,6 4 24,8 4 17,3 4 19,7 4
FWG Freie Wählergemeinschaft 13,0 3 13,5 3
Gesamt 100,0 17 100,0 17 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 59,5 57,7 54,8 69,3

Unregelmäßigkeiten und Neuwahl

Das Verwaltungsgericht Kassel erklärte nach einer eingegangenen Klage am 30. August 2012 die Wahl zum Gemeindeparlament im Wahlkreis 1 (Schrecksbach) für ungültig, da Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Das Gericht ordnete eine Neuwahl im Wahlkreis 1 innerhalb von vier Monaten an.[8] Aufgrund des engen Ausgangs der ursprünglichen Wahl könnte die Neuwahl eine Veränderung der Mehrheitsverhältnisse im Gemeindeparlament mit sich bringen.

Bürgermeister

Erich Diehl (SPD) amtierte knapp 23 Jahre als Bürgermeister. In der Sitzung der Gemeindevertretung am 29. September 2011 gab er bekannt, mit Ablauf des 31. Dezember 2011 ein Jahr früher als geplant aus dem Amt zu scheiden. Die Neuwahl des Bürgermeisters fand am 11. März 2012 statt.[9] Die Wahlen am 11. März gewann Andreas Schultheis mit 71,1 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 84,9 %. Der Kandidat der SPD, Torsten Biesenroth, errang 28,9 %.[10] Am 3. Dezember 2017 wurde Andreas Schultheis als einziger Kandidat mit 89,1 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 61,1 % im Amt bestätigt. [11]

Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen

In Schrecksbach befindet sich ein großes Beton-Fertigteilwerk.

Verkehr

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch den Nordhessischen Verkehrsverbund organisiert. Das Gemeindegebiet wird durch Buslinien erschlossen und an die Bahnhöfe Treysa (Intercity-Haltepunkt) und Alsfeld angebunden.
Westlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 254, in Form einer Ortsumgehung. Durch den Ort verläuft der Hessische Radfernweg R4 und der Schwalm-Radweg.

Kultur

Im Ortsteil Schönberg befindet sich das Kulturdenkmal Kapelle Schönberg.

Schrecksbach und insbesondere Röllshausen waren Wohnort einiger Mitglieder der Willingshäuser Malerkolonie.

Die Band The Petards stammt ursprünglich aus Schrecksbach und spielten auch in der dortigen Diskothek Mylord. Die Wald Beat Show von 1967 in Schrecksbach kann als ein Vorläufer des Burg-Herzberg-Festivals angesehen werden.

Sport

Der Ort verfügt mit dem Metzenbergstadion, das vom VfB Schrecksbach genutzt wird und der Motocross-Rennstrecke „Rund am Bodenrain“ über vergleichsweise große Sportanlagen. Die vom Motorsportclub Schrecksbach (MCS) genutzte Motocross-Strecke existiert seit 1966 und war in den Jahren 1975 und 1977 Austragungsort des Großen Preises von Deutschland als Teil der FIM-Motocross-Weltmeisterschaft.[12][13]

Söhne und Töchter des Orts
Friedrich Scheffer (1800–1879), kurhessischer Innenminister
Hans-Dieter Diehl (* 1941), Fußballspieler
Berndt Schulz (* 1942), Schriftsteller
Hans-Dieter Diehl (* 1951), Fußballspieler
Elisabeth Apel (* 1958), Hessische Landtagsabgeordnete
Sören Gonther (* 1986), Fußballspieler
Literatur
Werner Almási (u. a.): Schrecksbach. Ein Gang durch die Geschichte dieses Schwälmer Dorfes, Schwalmstadt-Treysa, 1989
Weblinks
 Commons: Schrecksbach – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Schrecksbach – Reiseführer
Internetauftritt der Gemeinde Schrecksbach
Schrecksbach, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Literatur über Schrecksbach in der Hessischen Bibliographie