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Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert

Der Name Schwarzenbruck kommt von einer Brücke über die Schwarzach, (heute an der Dürrenhembacher Straße)[3]. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte am 6. Mai 1025 durch Kaiser Konrad II. 1367 gab es in Schwarzenbruck 7 und 1732 13 Anwesen. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts gehörten Schwarzenbruck und Ochenbruck kirchlich zu Wendelstein.

Das neben der Brücke gelegene Schloss Schwarzenbruck, heute das Petz’sche Schloss[4], wurde zum ersten Mal 1425 erwähnt[5]. Nachdem es in die Hände des Markgrafen gelangt war, kaufte es ihm 1502 die Reichsstadt Nürnberg für den hohen Preis von 16.000 Gulden ab. 1553 wurde es im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört und 1562 durch Sigmund Pfinzing wieder aufgebaut.[6] Seit 1876 besitzen es die Herren Petz von Lichtenhof.[7]

Petzsches Schloss in Schwarzenbruck

Von 1439 bis 1441 stellten Ochenbruck und Schwarzenbruck der Feuchter Oberhauptmannschaft Milizen zur Hussitenabwehr.[8] Im 16. Jahrhundert gab es neben dem Schloss an der Brücke eine Mühle und sechs Höfe, 1500–1580 einen Eisenhammer. 1883 erbaute der Bleistiftfabrikant Lothar von Faber am Südufer der Schwarzach, gegenüber dem Petz’schen Schloss, das Faberschloss im Stil der Neurenaissance.

Schon damals gehörte auch Ochenbruck, dessen Name sich ebenfalls auf eine Brücke über die Schwarzach bezieht, zu Schwarzenbruck. Über diese Brücke führte die wichtige Straße von Nürnberg nach Regensburg. Der Brückenzoll wurde ab dem 11./12. Jahrhundert von Feucht aus erhoben [9]. Ab 1458 ist eine Mühle bezeugt, etwas später eine Schankstätte. Die Mahlmühle hatte 1751 fünf Gänge und drei Wasserräder; eine zusätzliche Sägemühle wurde von einem weiteren Wasserrad angetrieben [10].

1504 zogen im Landshuter Erbfolgekrieg 2000 pfälzische Soldaten von Neumarkt heran und brannten Schwarzenbruck nieder.[11] 1552/53 wurden sie im Zweiten Markgrafenkrieg erneut zerstört. 1871 bekam Ochenbruck einen Bahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg.

Wie Ochenbruck gehörte auch Gsteinach zu Schwarzenbruck. 1500 entstand dort ein Eisenhammer, später wurden Kugeln hergestellt.

Faberschloss in Schwarzenbruck

Alle drei Ortsteile hatten über den Grundbesitz Nürnberger Bürger enge Bindungen zur Reichsstadt Nürnberg [12].

20. Jahrhundert

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges verteidigte sich in Ochenbruck eine SS-Abteilung drei Tage lang gegen die vorrückenden Amerikaner. Dabei wurden sieben Häuser zerstört und zahlreiche andere beschädigt. Ein alliierter Aufklärer entdeckte in Schwarzenbruck eine 30 Mann starke SS-Abteilung; daraufhin kam es am 20. April 1945 zu einem Tieffliegerangriff mit einem Todesopfer und zwölf völlig zerstörten Häusern[13].

1971 wurde Schwarzenbruck um Rummelsberg, 1972 um Altenthann, Lindelburg und Pfeifferhütte erweitert. 1984 wurde in Ochenbruck mit der Bebauung am Frauenfeld zwischen dem Bahnhof und der Bundesstraße begonnen.

Eingemeindungen

Ochenbruck und Gsteinach gehören schon seit dem Mittelalter zu Schwarzenbruck.

Die erste Urkunde über Rummelsberg stammte aus dem Jahr 1369, bis Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichnete es einen Bauernhof, 1623 wurde ein Herrensitz gebaut. 1903 erwarb der Landesverein für Innere Mission das Anwesen. 1907 wurde der Hof Fröschau erworben, 1925 der halbe Mauschelhof.
Nach dem Ersten Weltkrieg begann eine starke Bautätigkeit. Heute gehören Krankenhäuser, Einrichtungen der Alten- und Jugendhilfe und viele weitere Einrichtungen zu den Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission e. V.[14]

Altenthann, 1141 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ging 1504 von den pfälzischen Wittelsbachern an die Reichsstadt Nürnberg über. 1535 erwarb die Nürnberger Patrizierfamilie Grundherr 16 Bauerngüter und nannte sich Grundherr von Altenthann. 1972 wurde Altenthann nach Schwarzenbruck eingemeindet, ebenso der ehemalige Einzelhof Wallersberg [15].

Das ursprünglich „Lindelberg“ genannte Lindelburg wurde 1295 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, eine Burg gab es dort nie. 1367 lebten dort sieben Bauern, die kirchlich zu Wendelstein gehörten und erst in der Neuzeit dem näheren Oberferrieden zugeordnet wurden. Oberlindelburg zählte 1732 acht, Unterlindelburg zehn Anwesen. Sie gehörten alle Nürnberger Grundherren.[16]

Pfeifferhütte entstand 1714 aus einer Hütte eines Bettlers an der Straße von Nürnberg nach Regensburg unter Aufsicht der markgräflichen Forstverwaltung. Das Projekt eines Plandorfes im Jahre 1728 wurde nie verwirklicht.

Rummelsberg wurde als Teil der ehemaligen Gemeinde Moosbach am 1. April 1971, der Großteil der ehemaligen Gemeinde Altenthann und das bis dahin selbständige Lindelburg wurden am 1. Januar 1972 eingegliedert.[17]

Kirchengemeinden
Martin-Luther-Kirche
St.-Josef-Kirche
Evangelische Martin-Luther-Kirche
Katholische Pfarrei St. Josef

Lebten vor dem Zweiten Weltkrieg nur rund 20 Katholiken in Schwarzenbruck, so änderte sich dies durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen nach Kriegsende. So wurde 1954 die St.-Josef-Kirche als Kuratiekirche errichtet. Am 1. September 1964 wurde die Kuratie zur Pfarrei erhoben. Die geschwärzte Kreuzigungsgruppe über dem Altar stammt aus einer Kapelle in Mögeldorf, wo sie in einer Bombennacht durch Feuer geschwärzt wurde.[18]

Sehenswürdigkeiten
Das Petzsche Schloss, Schlosshof 1–9
Das Faberschloss[19], Dürrenhembacher Straße 15, heute Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberger Land e. V.
Die Schwarzachklamm
Der Brückkanal und der Ludwig-Donau-Main-Kanal
Der Thanngraben
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schwarzenbruck und Liste der Bodendenkmäler in Schwarzenbruck
Verkehr

Der Bahnhof im Gemeindegebiet befindet sich im Ortsteil Ochenbruck und ist auch nach diesem benannt.[20] Er wird durch die S-Bahn-Linie 3 im 20/40-Minutentakt bedient. Die Gleisanlage besteht aktuell aus drei Bahnsteiggleisen, diese sind auf einen Seitenbahnsteig (Hausbahnsteig) und einen Inselbahnsteig aufgeteilt.
Die VGN-Buslinie 502 führt vom Bahnhof durch den Ort und endet in Gsteinach. Des Weiteren besteht die VGN-Linie 553 nach Altdorf.
An Wochenende besteht die Nightliner Linie N15, die den Ort in den Nachtstunden mit Nürnberg und Ezelsdorf verbindet. Am Rathaus Ochenbruck beginnt der Nightliner N59 in Richtung Winkelhaid.

Die Bundesstraße 8 führt mitten durch den Ortsteil Ochenbruck.

Politik
Sitzverteilung im Gemeinderat (Ergebnis 2014)
6

8

4

2
6 8 4 2 

Insgesamt 20 Sitze CSU: 6 SPD: 8 Grüne: 4 FW: 2

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Schwarzenbruck setzt sich aus 20 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister Bernd Ernstberger zusammen.

CSU SPD Grüne FWG Gesamt
2014 6 8 [21] 4 [22] 2 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen

Blasonierung: In Silber eine durchgehende, gemauerte schwarze Brücke mit zwei Jochen, darüber schwebend ein rotes Mühlrad. [23]

Kultur

Einmal im Jahr werden auf dem Platz vor dem Petz’schen Schloss im Rahmen der Reihe Musik am Schloss Konzerte veranstaltet.[24] Im Juni 2013 traten die Folkrockgruppe The Seer und die Bluesgruppe Blues Company auf.[25]

Zu jedem Vollmond in den Monaten zwischen Frühling und Herbst findet auf dem zentralen Plärrer der sogenannte Mondscheinmarkt statt. Diese Feier wird neben diversen Ständen mit Essen und Getränken jeweils von einer wechselnden Band begleitet. Das Motto wechselt von Monat zu Monat.[26]

Natur- und Landschaftsschutz

Im Gemeindegebiet von Schwarzenbruck befinden sich Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Natura 2000 Gebiete, geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmäler und Geotope. Die unterschiedlichen Gebiete überschneiden sich teilweise.

Naturschutzgebiete

Der Schwarzach-Durchbruch (NSG-00300.01, WDPA-Nr. 165487[27]) ist etwa 38 ha groß. 25 ha davon gehören zum Landkreis Nürnberger Land und 13 ha zum Landkreis Roth. Das bereits seit 1936 ausgewiesene Naturschutzgebiet ist zusätzlich als Geotop ausgewiesen. Es zählt zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern.

Das Schwarzenbrucker Moor (NSG-00415.01, WDPA-Nr. 165504[28]) hat eine Fläche von rund 10 ha und ist seit 1992 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es liegt vollständig im Bereich von Schwarzenbruck nahe dem Ortsteil Gsteinach.

Landschaftsschutz- und Natura2000 Gebiete

Große Teile der unbebauten Fläche von Schwarzenbruck sind Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes Schwarzachtal mit Nebentälern (LSG-00587.01, WDPA-Nr. 396136[29]) und des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets NSG Schwarzach-Durchbruch und Rhätschluchten bei Burgthann (FFH-Nr. 6633-371; WDPA-Nr. 555521646[30]). Das Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald (FFH-Nr.  6533-471; WDPA-Nr. 555537802 [31]) liegt ebenfalls teilweise im Gemeindegebiet von Schwarzenbruck.
Annähernd 2,5 ha des Thanngrabens bei Altenthann sind als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen.

Geotope und Naturdenkmäler

Neben dem Schwarzach-Durchbruch befinden sich noch zwei weitere Geotope im Gemeindebereich.
Der Burgsandsteinfelsen in Rummelsberg (574R006) ist ein markanter Burgsandsteinfelsen im Ortskern von Rummelsberg. An der Gemeindegrenze zu Burgthann befindet sich die Wolfsschlucht nördlich von Wallersberg (574R004), die auch als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Den Abschluss in der tiefeingeschnittenen kleinen Rhätsandsteinschlucht bildet im Westen ein kleiner Wasserfall.

Weitere Naturdenkmäler sind die Eiche am Vogelherd (Altenthann), die Fröschauer Eiche (Fröschau), die Eiche im Schwarzachtal (Affalterbach) und die Linde beim Mauschelhof.

Persönlichkeiten
Roland Graf von Faber-Castell (1905–1978), in Schwarzenbruck geborener Unternehmer
Christian Conrad Nopitsch (1759–1838), evangelischer Theologe, Pfarrer zu Altenthann, Verfasser eines Reiseführers über Nürnberg, Fortführer des Will’schen Gelehrtenlexikons; Mitglied des Pegnesischen Blumenordens
Hans-Jürgen Hopf (* 1959), Diakon, Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am Bande, CSU-Kommunal- und Sozialpolitiker
Angelika Söder (* 1989), Fußballschiedsrichterin
Martin Sommer (1915–1988), auch als Henker von Buchenwald bekannt, lebte bis zu seinem Tod am 7. Juni 1988 in den Rummelsberger Anstalten.
Gerhard Wehr (1931–2015), evangelischer Theologe und Esoterik-Forscher mit Lehrauftrag in Rummelsberg lebte viele Jahre bis zu seinem Tod hier.
Ehrenbürger
Dekan Blasius Meixner (* 1928, katholischer Pfarrer der Gemeinde von 1964 bis 2001)
Franz Winter (ehemaliger evangelischer Pfarrer, Ehrenbürger seit 2004)
Albrecht Frister (* 1933, Bürgermeister der Gemeinde von 1966 bis 1996, Vizepräsident des Bayerischen Gemeindetags von 1990 bis 1996)
Norbert Reh (* 1943, Bürgermeister der Gemeinde von 1996 bis 2008, stellvertretender Landrat seit 2008, Ehrenbürger seit 2011, Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, dem Bundesverdienstkreuz am Bande, Verwaltungsrat bei der Sparkasse Nürnberg, langjähriger Vorsitzender des TSV Ochenbruck, Vorsitzender des Fördervereins Jugendhilfe Rummelsberg)
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Hartmut Glienke (* 1940–2012), Träger des Ehrenzeichens des bayerischen Ministerpräsidenten für die ehrenamtliche Schwimmausbildung von über 7000 Kindern
Sonstiges

Die Stadt war Mitglied der Cittàslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten. Diese Mitgliedschaft wurde zum Jahresende 2010 aufgekündigt.[32]