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Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert

Die Kolonisation im 12. Jahrhundert brachte Siedler aus dem bayerischen Raum in die Region um Selb. Ein Adelsgeschlecht, das sich „de Selewen“ nannte, ist seit 1135 nachgewiesen. 1281 wurde Selb erstmals urkundlich erwähnt, als es von Kaiser Friedrich II. zusammen mit dem benachbarten Aš (Asch) im heutigen Tschechien an den Feldhauptmann Vogt Heinrich von Plauen verpfändet wurde und der römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg darüber eine Urkunde ausstellen ließ. 1357 wurde Selb als Reichslehen an das Geschlecht der Forster übertragen, weil von dort aus der Egerer Reichsforst verwaltet wurde. 1412 wurde Selb an die Burggrafen von Nürnberg verkauft. Diese schufen 1437 das Sechsämterland, so genannt, weil die Verwaltungsaufgaben dezentral auf sechs Amtsstädte verteilt waren. Eines dieser sechs Ämter war Selb. 1426 verlieh Markgraf Friedrich I. von Bayreuth-Brandenburg der Stadt ein erstes Stadtrecht (das sogenannte Wunsiedler Stadtrecht). Selb blieb Zentrum des markgräflichen Forstes und bevorzugtes Jagdrevier der Bayreuther Fürsten. Die Hirschgeweihe im Stadtwappen erinnern an die jagdgeschichtliche Bedeutung der Stadt.

Schausteinbruch auf der Häusellohe

Nach mehreren Besitzerwechseln und kriegerischen Zerstörungen in den darauffolgenden Jahrhunderten erlangte Selb bis weit ins 18. Jahrhundert Bedeutung als Bergbaustandort in Verbindung mit Hammer- und Eisenschmelzwerken. Die bedeutendsten Hammerwerke (Wenden-, Kaiser-, Schwarzen- und Hendelhammer) nutzten die Wasserkraft der Eger. Bergbau wurde im Steinbruch auf der Häusellohe (heutiger Schausteinbruch) betrieben. Das dortige sehr feinkörnige Granitvorkommen, das keine Eisenbeimengungen enthält, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem zur Herstellung von technischen Walzen für die Porzellanindustrie und von Mühlsteinen genutzt.

Selb war im 18. Jahrhundert eine Handwerkerstadt mit etwa 1500 Einwohnern und mit Zünften der Schreiner, Zimmerleute, Gerber, Müller, Schuster und Weber. 1709 errichtete der Papiermacher Johann Georg Jäger eine Papiermühle. Sie war der erste Industriebetrieb der Stadt, der bis in die 1970er Jahre Bedeutung für die Druckindustrie hatte.

Nach dem Friedensschluss von Wien 1809 wurde Selb am 30. Juni 1810 bayerisch. Am 17. Juni 1836 wurde es zur Stadt erhoben. Durch die Unachtsamkeit einer Magd gerieten am 18. März 1856 die Gebäude bei der alten Apotheke in Brand. Das sich schnell ausbreitende Feuer, bekannt als „Selber Brand“ zerstörte die Stadt und damit auch den mittelalterlichen Stadtkern. Nur wenige Gebäude überstanden den Feuersturm unversehrt, darunter die Gottesackerkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit von 1612 und die sogenannte Pechhütte von etwa 1583, ein kleiner profaner Fachwerkbau, in dem das Pechsiederhandwerk ausgeführt wurde; diese beiden Gebäude befanden sich außerhalb des Stadtkerns. Insgesamt wurden 221 Häuser und 408 Nebengebäude in Schutt und Asche gelegt, 624 Familien (über 3500 Personen) wurden obdachlos.

Hutschenreuther-Werk in der Stadtgeschichte auf Porzellan am Welzel-Haus

Um 1857 entwickelte sich Selb zur Porzellanstadt. Die durch den Selber Brand arbeitslos gewordenen Weber fanden teilweise wieder Arbeit, als Lorenz Hutschenreuther 1857 die erste Porzellanfabrik auf der Ludwigsmühle errichtete. Seine Pioniertat bestand darin, dass er die industrielle Serienfertigung von Porzellan ermöglichte. Das „weiße Gold“ wurde für Normalbürger erschwinglich.

Rosenthal-Manufakturgebäude (heute Outlet Center)

Der Anschluss 1864 an die Bahnstrecke Hof–Eger begünstigte die einsetzende rasante Industrieentwicklung in Selb. Es gründeten sich die Porzellanfabriken Jakob Zeidler & Co., J. Rieber, Rosenthal, Krautheim, Müller, Heinrich & Co., Jäger & Werner, Gräf & Krippner, Krautheim & Adelberg, Zeidler & Purucker, Gebr. Hofmann und die Oberfränkische Porzellanfabrik. 1900 hatte Selb bereits 7200 Einwohner. Es gab 20 Porzellanfabriken mit zusammen 100 Rundöfen.

20. Jahrhundert

Am 1. Juli 1919 wurde Selb aus dem Landkreis Rehau ausgegliedert und zur kreisfreien Stadt erklärt.
1930 war die Stadt auf 14.200 Einwohner angewachsen. Die Zahl der Porzellanfabriken war jedoch im Zuge der Weltwirtschaftskrise und der Inflation der 1920er Jahre gesunken. Die meisten Fabriken waren durch Fusionen auf andere Unternehmen übergegangen. Die übrig gebliebenen entwickelten sich zu Weltmarken. Heute noch sind die weltweit bekannten Marken Rosenthal und Hutschenreuther in Selb ansässig.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Selb von amerikanischen Truppen eingenommen. 3500 Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten kamen in die Stadt. Durch die neue Grenzziehung fielen für die Porzellanindustrie die Tschechoslowakei und Sachsen als Märkte und Rohstoffquellen weg.

Im Zuge der Gebietsreform wurde Selb am 1. Juli 1972 als Große Kreisstadt dem Landkreis Wunsiedel zugeordnet.

In den 1990er Jahren erfuhren die Bereiche Tafel- und Luxusgeschirr eine Krise. Die Zahl der Arbeitsplätze in den Porzellanunternehmen ging von 5000 im Jahr 1965 auf weniger als 1000 zurück. Technisierung, Rationalisierung und die Verlagerung der Produktion ins Ausland, um Kosten einzusparen, leiteten in der Stadt und der Region einen einschneidenden Strukturwandel ein. Heute prägen zahlreiche andere Branchen die Wirtschaftsstruktur in Selb. An diesem Industriestandort haben sich neben der keramischen Industrie vor allem der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobilzulieferindustrie und die Kunststoffverarbeitung etabliert.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1978 wurden die Gemeinden Erkersreuth, Heidelheim, Längenau, Mühlbach, Oberweißenbach, Selb-Plößberg (bis zum 5. Juli 1953 Plößberg bei Selb),[4] Silberbach, Spielberg und Unterweißenbach sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Lauterbach und Vielitz eingegliedert.[5] Zum 1. August 2013 wurde das gemeindefreie Gebiet Selber Forst vollständig sowie ein Teil des gemeindefreien Gebiets Hohenberger Forst eingemeindet.[6]

Einwohnerentwicklung

Die Zahl der Einwohner entwickelte sich wie folgt:[7]

Datum Einwohner
1. Dezember 1840 6.141
1. Dezember 1871 7.405
1. Dezember 1900 10.766
16. Juni 1925 17.554
17. Mai 1939 17.637
13. September 1950 24.336
6. Juni 1961 24.532
27. Mai 1970 24.039
25. Mai 1987 19.615
31. Dezember 1991 19.771
31. Dezember 1995 19.533
31. Dezember 2001 17.870
30. Juni 2005 17.156
31. Dezember 2010 15.894
9. Mai 2011 15.425
31. Dezember 2015 14.928
8. November 2017 16.500

Politik
Bürgermeister (seit 1912)
1912–1920: Heinrich Marquart
1920–1929: Viktor Häublein
1930–1934: Kurt Schröter
1934–1945: Fritz Eichinger (NSDAP)
1945–1948: Hans Feßl
1948–1956: Franz Bogner (SPD)
1956–1988: Christian Höfer (SPD)
1988–2001: Werner Schürer (SPD)
2001–2013: Wolfgang Kreil (CSU/Freie Wähler)
seit 2013: Ulrich Pötzsch (Aktive Bürger)
Stadtrat

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

Partei / Liste 2002 2008 2014
CSU/Freie Wähler Selb 11 12 9
Aktive Bürger 5 6 8
SPD 8 6 7
Gesamt 24 24 24

Wappen

Wappenbeschreibung: „Gespalten; vorne geviert von Blau und Silber; hinten geteilt von Blau und Rot, darin je ein silbernes Hirschgeweih.“[8]

Bedeutung: Selb kam 1412 an die Burggrafen von Nürnberg, die dem Markt 1426 Stadtrechte verliehen. Aus dem Jahr 1430 sind Abdrucke eines Siegels überliefert, das wohl im Zusammenhang mit der Stadterhebung entstanden ist. Das Bild zeigt vorne die zollerische Vierung von Silber und Schwarz, hinten übereinander zwei Hirschgeweihe. Selb war Zentrum des markgräflichen Forstes und Jagdrevier der Fürsten sowie Sitz eines Amtes im Sechsämterland. In einer farbigen Abbildung von 1581 erscheint die hintere Schildhälfte in Silber, die Hirschgeweihe sind schwarzbraun. Die Teilung der hinteren Schildhälfte taucht erstmals in einer Abbildung von 1767 auf. In einem Magistratsbericht von 1812 zeigt die Zollernvierung die Farben Gold und Silber, die Felder in der hinteren Schildhälfte sind Blau und Rot. Seit 1819 ist die Zollernvierung in den bayerischen Landesfarben Silber und Blau, sie blieb es bis heute. Seit 1819 sind die Geweihe silbern statt golden. Hupp gibt das Wappen in seiner historisch richtigen Tingierung an.[8]

Städtepartnerschaften

Selb unterhält Städtepartnerschaften mit dem französischen Beaucouzé, dem tschechischen Pardubice (deutsch Pardubitz) und dem japanischen Mizunami.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater

Kultureller Mittelpunkt der Stadt ist das Rosenthal-Theater. Es liegt mitten in Selb am Hang des Selbbachtales. Die Spannbreite des Kulturprogramms reicht von Opernwerken, Operetten und Musicals bis hin zu Schauspielaufführungen; außerdem wechseln sich Symphoniekonzerte mit Kammerkonzerten, Jazzkonzerten, Kleinkunstveranstaltungen und Aufführungen örtlicher Bühnenvereine sowie der Gesangs-, Geselligkeits- und Musikvereine ab. Besonderes Augenmerk wird auf das Angebot im Bereich Kinder- und Jugendtheater gerichtet.

Museen
Eingang zum Porzellanikon
Porzellanikon Selb
Porzellanikon, ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH), ist die Bezeichnung für einen ganzen Museumskomplex in der historischen Porzellanfabrik Selb-Plößberg. Der Besucher kann sich über die Herstellungsgeschichte von Porzellan in den letzten drei Jahrhunderten informieren, unterstützt durch Vorführungen an den Arbeitsplätzen, durch Videogroßprojektionen und weitere Medien. Fertige Produkte sind im ebenfalls dort befindlichen Rosenthal-Museum zu sehen. 125 Jahre Unternehmensgeschichte werden in Design und Kunst präsentiert. Seit Oktober 2005 hat die dritte museale Einheit ihre Pforten geöffnet: das Europäische Museum für Technische Keramik. Der Komplex in Selb-Plößberg ist zusammen mit dem Deutschen Porzellanmuseum in Hohenberg an der Eger das größte Spezialmuseum für Porzellan in Europa.
Historischer Schausteinbruch in der Häuselloh
Alle Einrichtungen und Maschinen sind weitgehend im Originalzustand erhalten und betriebsbereit. Führungen finden normalerweise in den Monaten April bis Oktober statt.
Historischer Lokschuppen
Bestand (2008): 25 Originalfahrzeuge. Dazu zählen eine Dampflokomotive, eine Elektrolokomotive, fünf Normalspurdieselloks, zwei Schmalspurdieselloks, zwei Motordraisinen, ein Packwagen, ein Personenwagen und zwölf Güterwagen. Besichtigungsmöglichkeit jeden Samstag zwischen 12:00 und 16:00 Uhr.
Bauwerke
Porzellanbrunnen auf dem Martin-Luther-Platz
Porzellanbrunnen in der Fußgängerzone von Selb
Im Jahr 2003 von der Porzellanmanufaktur Barbara Flügel neu gestalteter Porzellanbrunnen, der in frischen Blau- und Türkistönen ein markanter Blickpunkt ist und seine edle Wirkung durch Weiß und Gold unterstreicht. Über 45.000 Porzellanplättchen wurden dazu verarbeitet.
Stadtkirche St. Andreas
Die Stadtkirche St. Andreas wurde nach dem verheerenden Selber Brand 1856 an dem Standort der alten Stadtkirche, nicht jedoch auf deren Fundament errichtet. Bemerkenswert an der Kirche, die im neugotischen Stil erbaut wurde, sind unter anderem die Orgel mit ihren insgesamt 2711 Pfeifen, von denen 554 noch Originalpfeifen aus der Werkstatt von Heinrich Keller sind, und die barocken Vortragekreuze aus dem 18. Jahrhundert.
Porzellangässchen
Ein einmaliges Wahrzeichen der Stadt ist das Porzellangässchen: 55.000 farbige Porzellanfliesen wurden als Mosaik aneinandergefügt. Der Werbespruch lautet: „Hier geht man wahrhaftig auf einem teuren Pflaster.“
Lebensbrunnen auf dem Gerberplatz
Der von dem bekannten Selber Bildhauer Wolfgang Stefan geschaffene Lebensbrunnen auf dem Gerberplatz symbolisiert den Kreislauf des Lebens, indem er die Entwicklung des Menschen vom Kind zum Greis plastisch darstellt.
Stadtgeschichte auf Porzellan am Welzel-Haus
Hutschenreuther-Wappen am Welzel-Haus
Eines der größten Kunstwerke aus Porzellan in Selb ist die Stadtgeschichte auf Porzellan am Welzel-Haus. Die 1988 zum 125-jährigen Betriebsjubiläum von der Hutschenreuther AG gestiftete Porzellanwand zeigt die bedeutenden Stationen der Selber Stadtgeschichte, angefangen mit der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahre 1281. Nach dem Selber Brand 1856 begann der Wiederaufbau bis zum Bau der ersten Porzellanfabrik 1857 durch Lorenz Hutschenreuther. Auch die Wappen der Adelshäuser, unter deren Herrschaft sich Selb im Laufe seiner Entwicklung befand, sind auf der Porzellanwand zu sehen, ebenso das Selber Stadtwappen.
„Stereo“-Pozellanglockenspiel am Rathaus
Glockenspiel: Freude, schöner Götterfunken von Ludwig van Beethoven
Glockenspiel und Stadtwappen aus Porzellan
Das Porzellanglockenspiel aus Meißner Porzellan am Selber Rathaus besteht aus 22 Glocken und wurde 1994 von der Staatlichen Fachschule für Keramik gestaltet. Der Jahreszeit angepasst, erklingen verschiedene Melodien um 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr aufgrund der beidseitigen Schallquellen neben dem Rathausbalkon mit Stereoeffekt.
Buberlbrunnen
Buberlbrunnen
Neben dem allgegenwärtigen Porzellan ist er das Wahrzeichen der Stadt Selb. Er besteht schon seit 1921, einer Zeit, als noch niemand daran dachte, die Industriestadt Selb mit Kunstwerken auszustatten.
Fabrikfassaden der Rosenthal AG
Büroturm im Hundertwasser-Stil
Gestaltet von Otto Piene, Friedensreich Hundertwasser und Marcello Morandini in der Wittelsbacherstraße, von Professor Walter Gropius das Werk Rothbühl.
Porzellanbrunnen bei der Sparkasse
Der Brunnen wurde von Hans Achtziger und Erich Höfer entworfen.
Gottesackerkirche zur heiligen Dreifaltigkeit
Erbaut 1612
Pechhütte
Kleiner profaner Fachwerkbau, in dem das Pechsiederhandwerk ausgeführt wurde (von etwa 1583).
Schloss Erkersreuth
1748 im Stile des Rokokos von Johann Christian August von Lindensfels erbaut.
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Selb
Freizeit und Sport

Die Stadt liegt am Fuße des Fichtelgebirges und bietet viele Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung, wie etwa das Skifahren im Winter auf dem Wartberg oder dem Kornberg oder der Besuch des Waldbades „Langer Teich“ im Sommer. In der Stadt gibt es die Hutschenreuther-Eissporthalle, das Rosenthal-Theater sowie das Hallenbad. Der bekannteste Selber Sportverein ist der Eishockey-Club VER Selb.

Regelmäßige Veranstaltungen
Selber Kunstnacht
Die Kunstnacht findet seit 2001 jährlich im März statt. Zahlreiche Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen aus Selb präsentieren, über das ganze Stadtgebiet verteilt, Kunst, Kultur und kulinarische Genüsse.
Internationale Grenzland-Filmtage
Das Internationale Filmfestival, das jedes Jahr in der Woche nach Ostern stattfindet, wurde 1977 in Wunsiedel gegründet; seit 1981 ist der Spielort das Kino-Center in Selb. Es gehört zu den ältesten Filmfestivals Deutschlands und ist das älteste deutsche Filmfestival mit osteuropäischem Schwerpunkt.
Bürgerfest
Das Bürgerfest findet immer am ersten Samstag im Juni statt. Selber Vereine und Vereinigungen präsentieren sich dabei im gesamten Innenstadtbereich. Außerdem findet ein Flohmarkt statt.
Meilerfest
Jedes Jahr in der Fronleichnamswoche findet auf der Häusellohe das Meilerfest statt.
Heimat- und Wiesenfest
Das Selber Heimat- und Wiesenfest findet jedes Jahr am zweiten Juli-Wochenende auf dem Goldberg statt. Die Ursprünge dieses Heimat- und Kinderfestes gehen ins Jahr 1807 zurück.
Wochen des Weißen Goldes
Juli/August
Fest der Porzelliner
Seit 1989 wird das Porzellinerfest mit Europas größtem Porzellanflohmarkt jährlich am ersten Samstag im August gefeiert.
Festival-Mediaval
Seit 2008 findet jährlich im September Europas größtes Mittelalter-Festival in Selb statt.
Wirtschaft und Infrastruktur

Selb ist nach wie vor das Zentrum der Porzellanindustrie in Deutschland, die dort aufgrund kleiner und um 1900 schon erschöpfter Kaolinvorkommen ab 1856 entstanden ist. Die Unternehmen Hutschenreuther, Rosenthal und BHS Tabletop stellen fast die Hälfte der deutschen Produktion her. Des Weiteren finden sich in der Stadt Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus, der technischen Keramik, der Elektrotechnik sowie der Kunststoffverarbeitung.

Ansässige Unternehmen
Rosenthal GmbH mit Hutschenreuther (Porzellan)
BHS tabletop AG (Porzellan)
Linseis Messgeräte GmbH (Gerätebau, Messdatenerfassung)
Vishay Europe GmbH (Technologie)
Netzsch-Gruppe (Maschinenbau, Apparate- und Gerätebau)
Rapa – Rausch & Pausch GmbH (Automobilzulieferer)
TRW Automotive Inc. (Automobilzulieferer)
H.C. Starck Ceramics GmbH & Co. KG (Keramik)
Playmobil (Kunststoff)[10]
Textilveredlung Drechsel (Beschichtung und Färberei)
andré Andres GmbH (Werbung)
Bohemia Cristal Handelsg.mbH (Glas / Porzellan)
Andritz Separation GmbH (Filtrationstechnik)
Grießhammer Werkzeug- und Formenbau (Metallverarbeitung)
Dressel GmbH (Kunststoff-Verarbeitung)
BKW Kunststoff GmbH
Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (Energieversorger)
ML-INFRASYSTEME GmbH (Spezialdienstleister Straßen- und Flughafenbau)
Kirschneck GmbH Folienfabrik (Folienhersteller)
SI-KA-TEC GmbH engineering coating (Silikonbeschichter technischer Textilien)
BVS Busverkehr Selb
Bildung
Walter-Gropius-Gymnasium
Volksschule Selb I + II, Hauptschule und Grundschule
Volksschule Selb III (Luitpoldschule)
Volksschule Erkersreuth Grundschule
Staatliche Realschule Selb
Staatliches Walter-Gropius-Gymnasium Selb
Private Schule zur Lernförderung Selb
Staatliches Berufliches Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik Selb
Staatliche Fachschule für Produktdesign
Staatliche Berufsfachschule für Produktdesign
Staatliche Fachschule für Werkstoff- und Prüftechnik
Staatliche Berufsschule Selb
Berufliches Fortbildungszentrum Hof (bfz GmbH)
Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe
Lehrbauhof der Handwerkskammer
Musikschule Selb
Volkshochschule Selb
Stadtbücherei Selb
Station des Erdbebendiensts Bayern

Im Ortsteil Vielitz wurde während eines Erdbebenschwarms in den Jahren 1985/86 eine der ältesten Stationen des Erdbebendiensts Bayern im Nordosten des Freistaats errichtet, sie hat seitdem viele wichtige Daten für wissenschaftliche Untersuchungen geliefert. Die Station ist in einem ehemaligen Wasserhochbehälter oberhalb der Stadt Selb nahe der tschechischen Grenze untergebracht.

Stationsdaten im Einzelnen:

Höhe: 670 m ü.NN
Geografische Lage: 12,103 Grad östlicher Länge und 50,186 Grad nördlicher Breite
Seismometer: Lennartz Le3D-1 Hz 3 Komponenten
Digitalisierer: Lennartz M24 (Abtastrate 200 Hz)
Öffentliche Einrichtungen

Selb ist Standort einer Bundespolizeiinspektion, die von Ende 2012 bis Sommer 2014 einen Neubau erhielt.[11][12]

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Lorenz Hutschenreuther (25. Dezember 1885)
Viktor Hutschenreuther (10. Oktober 1900)
Wilhelm Baumann (12. Juli 1907)
Philipp Rosenthal (15. Februar 1918)
Christian Povenz (9. Februar 1927)
Franz Bogner (1. Januar 1946)
Carl Wilhelm Netzsch
Philip Rosenthal M. A. (4. Juli 1989)
Roland Dorschner
Jürgen Warnke (1932–2013) Bundesminister a. D.
Söhne und Töchter der Stadt
Herbert Güthlein (* 1935), Politiker (SPD)
Helmut Baumgärtel (* 1936), Chemiker
Ewald Jarmer (* 1942), dreifacher deutscher Meister im Amateurboxen und Olympiateilnehmer 1972
Jürgen G. Heinrich (* 1949), Keramik-Ingenieur
Richard Rogler (* 1949), Kabarettist
Gerhard Schmid (* 1952), Unternehmer und Gründer von mobilcom
Siegfried Hausner (1952–1975), Mitglied der RAF
Kalle Schwensen (* 1953), Hamburger Rotlichtgröße und Unternehmer
Peter Schiller (* 1957), Eishockey-Nationalspieler (40 Länderspiele)
Manfred Ahne (* 1961), Eishockey-Nationalspieler (82 Länderspiele)
Anja Tuckermann (* 1961), Autorin und Journalistin
Jörg Hanft (* 1964), Eishockey-Nationalspieler (34 Länderspiele)
Udo Döhler (* 1967), Eishockey-Nationalspieler (15 Länderspiele)
Andreas Strobel (* 1972), Skibergsteiger und Radsportler
Florian Ondruschka (* 1987), Eishockeyspieler (Straubing Tigers)
Sebastian Bösel (* 1994), Fußballspieler
Weblinks
 Commons: Selb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Selb – Reiseführer
 Wikisource: Selb in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte
Internetpräsenz der Stadt Selb
Eintrag zum Wappen von Selb in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Selb: Amtliche Statistik des LfStat