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Wir lieben Statistiken und Daten…

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Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Seßlach nicht vorenthalten.

Geschichte
Teil der mittelalterlichen Stadtmauer
Rothenberger Stadttor
Innenstadt Seßlach
Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer
Hattersdorfer Stadttor
Bis zum 19. Jahrhundert

Nach der Zerschlagung des Thüringer Reiches (531) wurde der Grabfeldgau durch fränkische Bauern besiedelt. Aus dem Osten drangen auch slawische Siedler auf der Flucht vor ihren awarischen Bedrängern in das Gebiet des Obermains vor. Noch im 11. Jahrhundert waren zahlreiche Slawen in Franken noch nicht christianisiert. Als Urpfarreien des Bistums Würzburg wurden u. a. Baunach, Pfarrweisach und Seßlach angelegt. Der Schutzpatron Seßlachs, der heilige Johannes der Täufer, verweist als Missionsheiliger auf die Funktion der Pfarrei als Stützpunkt der Slawenmission. 1007 wurde das Bistum Bamberg im Slawengebiet begründet.

Die erste urkundliche Erwähnung der beiden Ansiedlungen auf dem Kirchhügel und dem Geiersberg war im Jahr 800 n. Chr. Die Äbtissin Emhild des Klosters Milz übertrug in dieser Urkunde der Abtei Fulda die Milzer Güter in „Duo Sezelaha“ zusammen mit dem übrigen Klosterbesitz.

Bereits 837 wurde in einer weiteren Urkunde von „Sezzilahono marca“ gesprochen, als Gaugraf Asis, ein Enkel Karls des Großen, seine Besitzungen ebenfalls der Abtei Fulda vermachte.

Nachdem der Würzburger Bischof 1120 durch Kaiser Heinrich V. mit dem Herzogtum Franken belehnt worden war, bestimmte man Seßlach zum Amtssitz und Zentgericht. 1154 erschien ein Hugo von Sezzelah als würzburgischer Dienstmann auf der Burg Geiersberg über dem Ort. Die Burg dürfte also um 1120/30 entstanden sein.

1223 wurde die Siedlung als „Sezzelaha“ in einer Urkunde genannt. Sie wurde 1244 in einem Konflikt zwischen Herzog Otto VIII. von Meran und dem Hochstift Würzburg zerstört.

1335 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer der Civitas das Stadt- und Befestigungsrecht nach dem Muster der Stadt Gelnhausen. Die Nachbarstadt Ebern wurde gleichzeitig in dieser Weise aufgewertet.

1399 schlossen sich die Seßlacher Bürger dem Elfstädtebund gegen das Würzburger Hochstift an. Die Städte versuchten damals, sich von der Abhängigkeit vom Hochstift zu lösen und den Status der Reichsunmittelbarkeit zu erlangen. Dieses Bündnis wurde 1400 in der Schlacht von Bergtheim zerschlagen. Maßgeblichen Anteil an der Niederlage des Städtebundes hatten die etwa 60 Ritter und Edelknechte aus den benachbarten Haßbergen.

Auch die Beteiligung der Bürgerschaft am Bauernkrieg von 1525 endete tragisch. Der Würzburger Bischof Konrad ließ fünf Rädelsführer auf dem Marktplatz enthaupten, nachdem er bereits am selben Tag im nahen Ebern elf Mann gerichtet hatte.

Während des Dreißigjährigen Krieges kam es zu mehreren Plünderungen und Brandschatzungen. Bei der Erstürmung der Stadt durch die kaiserlichen Truppen waren neben vielen Verletzten auch sechs Tote zu beklagen (1640). Die eigentlich verbündeten Soldaten hatten die Stadttore verschlossen vorgefunden.

In der Zeit der Napoleonischen Kriege hatte Seßlach unter zahlreichen Einquartierungen und Truppenaushebungen zu leiden. 1802 wurde das Hochstift Würzburg säkularisiert. Seßlach kam über das Großherzogtum Würzburg schließlich 1810 zum Königreich Bayern. 1812 wurde das königliche Landgericht (ab 1879 Amtsgericht Seßlach im Bezirksamt Staffelstein) eingerichtet. Im Jahr 1840 hatte Seßlach 665 Einwohner.[4] In Seßlach ist seit dem Jahr 1361 ein mittelalterliches Leprosorium auf einem „mons leprosorum“ nachweisbar, das Nikolaus geweiht war. Später war von dem Leprosorium noch eine Siechkapelle erhalten.[5]

20. Jahrhundert

1905 fielen 13 Wohnhäuser und zahlreiche Scheunen und Nebengebäude einem Großbrand um den Marktplatz zum Opfer. Die anschließende historisierende Neubebauung fügt sich trotz einiger Jugendstilelemente gut in das alte Stadtbild ein. Am 1. Oktober 1913 wurde Seßlach mit der Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Rodachbrücke

Im Zweiten Weltkrieg ergab sich die Stadt am 9. April 1945 kampflos den anrückenden Amerikanern. Beim Vormarsch durch das Rodachtal kam es jedoch zu einigen Schäden in den Ortsteilen Rothenberg, Oberelldorf und Dietersdorf.

Durch die Teilung Deutschlands verlor Seßlach sein Hinterland in Südthüringen. Besonders die Verbindungen zur Nachbarstadt Heldburg wurden vollständig unterbrochen. Allerdings hatte man sich auch schon vorher größtenteils nach Süden und Westen orientiert. Durch die Ansiedlung zahlreicher Flüchtlinge und Heimatvertriebener wuchs das mittelalterliche Städtchen weit über seine historischen Stadtmauern hinaus. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich nahezu, große Neubaugebiete entstanden.

1971 begann die Gemeinde mit der Sanierung der historischen Altstadt. 1986/87 errang Seßlach die Titel Landes- bzw. Bundessieger für beispielhafte Stadtsanierung.

1985 konnte man das 650-jährige Stadtjubiläum feiern. Durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs 1989 verlor die Stadt ihre ungünstigen Randlage an der innerdeutschen Grenze. Die alten Verbindungen nach Thüringen konnten teilweise rasch wiederhergestellt werden. Das in seltener Vollständigkeit erhaltene historische Stadtbild zieht zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland an.

Verwaltungszugehörigkeit

Am 1. Juli 1972 wurde das Seßlacher Land im Zuge der Gebietsreform trotz der historischen Verbindungen zu Unterfranken dem Landkreis Coburg zugeschlagen. Allerdings gehörte das Gebiet bereits vorher zum aufgelösten Landkreis Staffelstein und somit zu Oberfranken.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberelldorf eingegliedert. Gleismuthhausen kam am 1. Januar 1977 hinzu. Lechenroth folgte am 1. Oktober 1977. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Hattersdorf am 1. Januar 1978 sowie von Autenhausen, Dietersdorf, Gemünda in Oberfranken, Heilgersdorf, Merlach, Rothenberg und Unterelldorf am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[6]

Politik
Stadtrat

Die Kommunalwahl 2014 führte zu folgender Sitzverteilung (Vergleich zu 2008):

CSU/Landvolk 8 Sitze (+1)
SPD 3 Sitze (+3)
Freie Wählergruppe Bürgerblock 5 Sitze (−4)
Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2014 Martin Mittag (CSU). Sein Vorgänger war Hendrik Dressel (Freie Wähler).

Wappen

Beschreibung: In Rot der silbern gekleidete, bärtige heilige Johannes der Täufer, der auf einer silbernen Truhenbank sitzt und mit beiden Händen eine goldene Scheibe mit dem silbernen Gotteslamm emporhält.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Lichtenstein-Epitaphien in der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer
Schloss Geiersberg

Die Altstadt von Seßlach ist noch nahezu vollständig von ihrem spätmittelalterlichen Mauerring umgeben. Ungewöhnlich sind die losen Rollsteine auf der Mauerkrone anstelle eines Wehrganges. Auch die drei Tortürme haben sich erhalten. Die Befestigungsanlage der würzburgischen Amtsstadt entstand im 14./15. Jahrhundert und wurde im 16. und 17. Jahrhundert ausgebaut. Vor dem Rothenberger Tor ergänzt eine barocke Bogenbrücke das historische Ensemble.

Neben zahlreichen Wohn- und Wirtschaftsbauten des 16.–18. Jahrhunderts prägen die repräsentativen bischöflichen Amtsbauten und der Gülthof des Würzburger Juliusspitals das malerische Ortsbild. Einige Häuser im „Heimatstil“ des frühen 20. Jahrhunderts wurden nach dem großen Stadtbrand von 1905 errichtet.

Die spätgotische Staffelhalle der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Von der älteren Ausstattung sind besonders einige Renaissance-Epitaphien der Familie von Lichtenstein und ein spätgotischer Flügelaltar hervorzuheben. Vor dem Hattersdorfer Tor steht an der Straße nach Dietersdorf die barocke Friedhofskapelle Heilig Kreuz

Über der Stadt liegt das Schloss Geiersberg auf einem Hügel. An die mittelalterliche Burganlage der Lichtensteiner erinnern noch Reste der Schildmauer und des Bergfriedes. Der Hauptbau mit seinem Treppenturm geht auf das 17. Jahrhundert zurück, als die Burg der Sitz des würzburgischen Amtmannes war. Die Wirtschaftsbauten stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Das Schloss Heilgersdorf im Ortsteil Heilgersdorf ist ein typisches Beispiel eines fränkischen Landschlosses. Der barocke Dreiflügelbau kann nur von außen besichtigt werden.

Der stattliche Satteldachbau des Schlosses Wiesen zwischen Seßlach und Heilgersdorf datiert ins 16. Jahrhundert. Auch dieser ehemalige Adelssitz befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zugänglich.

Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Seßlach
Film und Fernsehen

In der Altstadt, auf dem historischen Marktplatz und vor der historischen Stadtmauer wurden Teile einiger Kinofilme gedreht:

Luther mit Joseph Fiennes und Sir Peter Ustinov
Der Räuber Hotzenplotz mit Armin Rohde und Katharina Thalbach
Sonstiges

Seßlach beherbergt eines der wenigen noch aktiven Gemeindebrauhäuser. Im 1892 errichteten Kommunbrauhaus wird immer freitags braunes Landbier und saisonbedingt auch Bockbier hergestellt. 1300 bis 1500 Hektoliter werden jährlich gebraut und als Hausbräu unter anderem an zwei Gasthöfe abgegeben.

Söhne und Töchter der Stadt
Heinrich Stephani (* 1. April 1761 in Gemünda; † 25. Dezember 1850 in Gorka (Schlesien)), Pädagoge und Schulreformer
Joseph Otto Kolb (* 9. August 1881 in Seßlach; † 29. März 1955 in Bamberg), Erzbischof von Bamberg 1943 bis 1955
Heinrich Eckstein (* 19. Mai 1907 in Autenhausen; † 6. August 1992 in Aschaffenburg), Politiker (CDU)
Friedrich Schaller (* 30. August 1920 in Gleismuthhausen), Zoologe
Robert Hartmann (* 1949 in Seßlach), Maler
Weitere Persönlichkeiten

Friedrich Rückert (1788–1866), Dichter und Begründer der deutschen Orientalistik, schrieb bei seinen Eltern in Seßlach (1807/09) seine ersten Gedichte.

Kirchen der Stadtteile

Bischwind, Evang.-Luth. Kirche

Dietersdorf, Katholische Filialkirche St. Kilian

Gemünda, Evang.-Luth. Johanniskirche

Gleismuthhausen, Katholische Filialkirche St. Antonius Abbas

Heilgersdorf, Evang.-Luth. Pfarrkirche

Oberelldorf, Katholische Filialkirche St. Nikolaus

Rothenberg, Katholische Filialkirche St. Laurentius

Literatur
Klaus J. Schulz u. a.: Öffentliche Maßnahmen regen Investitionen der Bürger an. Herausgeber: Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, München 1994, RB-Nr. 03B/93/17, Städtebauförderung in Bayern Nr. 9.
Gertrud Frerichs: Sesslach und seine Stadtteile – wie es früher war. Horb 1989, ISBN 3-89264-349-0.
Roland Günter: Seßlach, eine fränkische Stadt im Einklang mit der Natur; gewidmet einer liebenswerten Stadt und ihren Einwohnern. Selbstverlag, Seßlach 2000.
Konrad Hartig: Seßlach und seine Geschichte. Staffelstein 1934.
Alfred Höhn: Zeugnisse zur Geschichte Seßlachs im Mittelalter. Coburg 1985.
Kleinod des Coburger Landes – 650 Jahre Stadt Seßlach (Sonderheft der Neuen Presse Coburg). Coburg 1985.
Stefan Nöth: Die Stadtbücher von Seßlach aus den Jahren 1485 und 1550. Lichtenfels 2005, ISBN 3-87735-181-6.
Hans Reiser: Der Amtsgerichtsbezirk Seßlach und seine Umgebung – ein Handbuch für einheimische Touristen und Sommerfrischler. Seßlach 1903.
Hans Reiser: Historische Nachrichten über Seßlach und Umgebung. Bamberg 1920.
Weblinks
 Commons: Seßlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Seßlach in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte
Homepage der Stadt Seßlach
Eintrag zum Wappen von Seßlach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Seßlach: Amtliche Statistik des LfStat (PDF, 1,66 MB)