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Wir lieben Statistiken und Daten…

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Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Sieverstedt nicht vorenthalten.

Geschichte

Sieverstedt ist in der heutigen Form eine noch recht junge Gemeinde. Sie wurde im Jahre 1971 neu gebildet. Ihre Einwohnerzahl ist von damals ca. 1300 Einwohnern auf heute etwa 1600 Einwohner gewachsen. Sie ist mit dem gleichnamigen Kirchspiel von der Fläche her identisch.

Im Gegensatz zu der noch jungen Gemeinde sind die Orte und ehemals selbstständigen Gemeinden über Jahrhunderte organisch und historisch gewachsene Siedlungskerne, deren Namen man in veränderter Form weit zurückverfolgen kann.

Mittelalter

Das Dorf Stenderup wurde um 1196 Stenthorp genannt, was wohl mit Steindorf gedeutet werden kann. Im Jahr 1100 entstand die im romanischen Baustil aus Feldstein erbaute St.-Petri-Kirche. Stendorp war bis zur Reformation auch der Name des Kirchspiels. 1440 und 1463 heißt es dann Stendorp, 1511 wird Stendorpp und 1630 Stendorff genannt und bedeutet also Steindorf. In England gibt es ein Stainthorp, ein Ort, der auf die Beziehungen zur Auswanderung der Angeln aus ihrer Urheimat im Jahre 449 hinweist.

Nach „Jensens Angeln“ sind die auf -stedt endenden Ortsnamen als die ältesten anzusehen. Sie haben ihre Namen, so glaubt man, von dem ersten Siedler, im Falle Sieverstedt also von einem mit dem Namen Sievert. Der Ortsname änderte immer wieder seine Schreibweise. 1472 wird er als Suuetstedt, 1483 als Sunerstede, 1511 als Suderstede und 1670 als Suverstede überliefert. Es kann auch angenommen werden, dass die Dörfer Sieverstedt und Stenderup in früheren Jahren von den Süderschmedebyern als „Suderkaspel“ (also als Suderkirchspiel) bezeichnet wurden und der Name davon abgeleitet wurde.

Süderschmedeby, im Gegensatz zu Norderschmedeby bei Bau nördlich der Grenze, das nur noch Smedeby heißt, wird um 1342 Smedebu genannt. 1472 heißt es Smedeby, 1538 Smeby und 1681 Schmedebui. Namen mit der Endung -by stammen wahrscheinlich aus der späten Eisenzeit oder Wikingerzeit und sind dänischen oder schwedischen Ursprungs. Der Name ist als das Schmiededorf zu deuten. Hier wurde in der Feldmark Raseneisenerz gefunden und in besonderen Öfen gegossen und geschmiedet (Funde befinden sich im Dorfmuseum in Süderschmedeby). Auch Poppholz wird in alten Archiven öfter genannt. Hier soll der Bischof Poppo der Sage nach den dänischen König Harald Blauzahn in der nahen Helligbek (heiliger Bach, davor Jütenbach) getauft haben. 1472 hieß es Poppenholt, 1499 Popholte und 1648 Popholdt. Jalm hieß 1519 Hellym, 1543 Helm und 1667 Jallum.

So lassen sich auch weitere Ortsteile und Ausbauten deuten, wie etwa Thorwald oder Krittenburg. 180 nachgewiesene vor- und frühgeschichtliche Grabhügel, von denen heute nur noch wenige als solche erkennbar sind, wurden festgestellt und registriert. Viele wertvolle Funde stammen aus diesen Grabhügeln, darunter einige, die in ganz Norddeutschland und in Skandinavien von großem Seltenheitswert sind. Sie sind in den Museen in Schleswig und Flensburg, in Kopenhagen und Kiel ausgestellt. Aus der früheren Steinzeit fand und findet man Äxte und Steinbeile, die auf eine noch frühere Besiedelung hindeuten. Urnenfriedhöfe von etwa 1000 v. Chr. sind festgestellt worden. 500 Jahre später lernte man Raseneisenerz zu schmelzen und zu schmieden, womit das Ende der Bronzezeit eingeleitet wurde.

Genau wie heute lag auch damals schon die Gemeinde in einem „Verkehrsdreieck“, auf das die frühe und sehr zahlreiche Besiedelung zurückzuführen ist, nämlich der östliche Heerweg oder Ochsenweg, der Stapelholmer Weg und der Angelboweg. Im Gegensatz zu den Straßen von heute mieden die Wege Höhenzüge oder Niederungen und sie durchquerter Bäche und Flüsse, wo sie flaches Wasser vorfanden.

Ob in der Schlacht bei Eggebek am 12. August 1410 auch diese Dörfer in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist nirgendwo vermerkt, doch ein großes Heer befand sich im Jahre 1522 dort. König Christian II. hatte den Landtag nach Stenderupau einberufen und er kam, wie zur Schlacht mit vielen Soldaten.

Neuzeit

Im Dreißigjährigen Krieg waren es die Truppen Tillys und Wallensteins, die raubend und plündernd durch die Dörfer zogen. Die Menschen mussten in die Wälder flüchten, um das nackte Leben zu retten; Häuser und Höfe standen „wüste“, sie waren niedergebrannt und nicht mehr bewohnbar. In den Jahren 1848 und 1864 waren es Soldaten aus Schleswig-Holstein, Dänemark, Preußen und Österreich, die in den Dörfern Quartier bezogen. Von den Gefechten in der Gemeinde zeugen noch die Gräber. In Poppholz Westerhöh befindet sich das Grab des dänischen Secondlieutenants Wilhelm Carl Joseph von Nordberg, der hier am 24. Juni 1850 (bei der Schlacht bei Idstedt) fiel. In Süderschmedeby, unmittelbar neben der Straße, ist das Grab des österreichischen Korporals Joseph Ecielsky, der am 6. Februar 1864 an dieser Stelle, vor dem Gefecht von Oeversee, gefallen ist.

Eingemeindungen

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Stenderup bei Havetoft und Süderschmedeby in die neue Gemeinde Sieverstedt eingegliedert.[2]

Politik

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die Wählergemeinschaft WUBS hat fünf Sitze und die Wählergemeinschaft BfB einen Sitz.

Wappen

Blasonierung: „Von Blau und Grün durch einen schmalen goldenen Wellenbalken gesenkt geteilt. Oben ein goldenes Steingrab aus drei Tragsteinen und einem Deckenstein, belegt mit einer roten Mitra. In den Oberecken rechts von einem kleinen goldenen Amboss, links von einem kleinen goldenen Schlüssel begleitet.“[3]

Das Wappen der Gemeinde Sieverstedt verbindet verschiedene historische Symbole aus der Geschichte der Siedlungen Sieverstedts. Der Amboss weist auf die Schmiedetradition Süderschmedebys hin und der Schlüssel auf die alte historische Kirche von Sieverstedt. Das zentrale Element des Wappens ist der stilisierte Poppostein mit einer Bischofsmütze in der Mitte, der auf die Sage des sog. Poppostein hinweist. Die Wellenlinie im unteren Bereich soll die Bollingstedter Au symbolisieren, welche die Gemeinde durchfließt. Die Farbgebung des Wappens verweist auf die Zugehörigkeit zum Herzogtum Schleswig.

Wirtschaft

Über dreißig Gewerbebetriebe beschäftigen viele Sieverstedter; circa einhundert auswärtige Personen kommen zur Arbeit in die Gemeinde Sieverstedt. Über sechshundert Sieverstedter arbeiten außerhalb von Sieverstedt.

Verkehr

Autobahnanbindung über die Autobahnabfahrt Tarp der Bundesautobahn 7.

Die Zuganbindung erfolgt über die Haltestelle Tarp der Linie Hamburg-Flensburg und über Sörup der Linie Flensburg-Kiel.

Der ÖPNV (Öffentliche Personennahverkehr) wird durch eine Busverbindung abgewickelt, die stündlich in Nord- bzw. Südrichtung verkehrt.

Bildungseinrichtungen

Die Grund- und Hauptschule wurde 1971 erbaut. Die Grundschule (vier Klassen) vor Ort, die Realschule in Tarp und die Gymnasien in Flensburg, Schleswig und Satrup decken den Schulbedarf der Kinder ab.

Die kleinen Kinder gehen in einen zweizügigen Kindergarten, der 1994 erbaut wurde.

Freizeit- und Sportanlagen

In der Gemeinde sind eine Turnhalle, ein Kleinspielfeld, ein Sportplatz, ein Schwimmbad, eine Reithalle, ein Jugendraum, eine Altentagesstätte und Kinderspielplätze vorhanden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Vereinstätigkeiten werden im Sportverein (450 Mitglieder), Voltigierverein, Ringreiterverein, Schützenverein, Männerchor, Singkreis, Landfrauenverein, DRK-Ortsverein, Börsenclub, in der Jugendgruppe sowie in den zwei Freiwillige Feuerwehren mit einer breite Palette von Freizeitbeschäftigungen angeboten.

In der Liste der Kulturdenkmale in Sieverstedt stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Museen

In der Eisenzeitliche Sammlung Süderschmedeby sind volkskundliche Sammlungsgegenstände ausgestellt. Als Schwerpunkt dokumentiert diese Sammlung die vorgeschichtliche Eisengewinnung und -verarbeitung aus Raseneisenerz. Es ist eine alte Eisenverhüttungsanlage rekonstruiert worden. Leider wurde das Museum aufgelöst.

St.-Petri-Kirche

Im 12. Jahrhundert, etwa 1050–1200 entstand die St.-Petri-Kirche auf einem Hügel am Kreuzungspunkt zweier Hauptwege. Eventuell ist die Kirche Nachfolgerin einer Holzkirche, die vermutlich auf dem Grönshoy (dänisch für Grüner Hügel) stand.

Ursprünglich bestand die Kirche nur aus einem Schiff und einem Chor mit Frauen- (Nord) und Männereingang (Süd). Das Vorhaus (als Waffenhaus und Leichenaufbewahrungshaus genutzt) kam später hinzu. Im Schiff an Nord- und Südseite waren ursprünglich je zwei kleine, hochliegende Fenster, die auf der Südseite später vergrößert wurden. Im Chor gab es je ein kleines Fenster in jede Richtung. Das Dach ist eine flache Balkendecke.

Mitte des 14. Jahrhunderts wurden Schiff und Chor mit Gewölben ausgestattet, das Dach wurde mit Holzschindeln eingedeckt. Die Fenster an der West- und in der Nordwand wurden dabei vermauert, in der Südwand wurden zwei neue, große Fenster eingebaut. Die Bogen an der Westwand des Schiffes enden in Höhe des Chorbogens (vermutlich Seitenaltäre). In der Südostecke des Chores schließen die Bögen an einen Kamin an (ein ungewöhnlicher Luxus im Mittelalter). Die spätgotische Malerei, hauptsächlich Rankenwerk, wurde immer wieder übergekalkt, bis sie 1906 wiederentdeckt und restauriert wurde. Im Geschmack der Zeit wurde sie 1913 von Dekorationsmaler Both in kräftigen Farben übermalt.
Bei der großen Renovierung 1961 wurde die Übermalung entfernt und die Originalmalerei mit modernen Methoden konserviert. Darunter sind noch Überreste noch älterer Malerei entdeckt worden, die nicht mehr so gut zu deuten sind.
Die Kanzel von etwa 1670 ist eine Renaissancearbeit. Die drei Felder stellen Geburt (Jesaja 9,5), Kreuzigung (Jesaja 53,4) und Auferstehung (Joh. 11,25) Jesu dar. Der Schalldeckel ist sechsgeteilt und hat in der Mitte das Motiv der Heiliggeisttaube hängen.
Über dem Chorbogen hängt ein Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert.
1835 wurde die erste Orgel wird in der Kirche eingebaut. Sie war von schlechter Qualität und wurde am 7. Dezember 1902 von einer neuen Sauer-Orgel abgelöst.
1967 wurde eine gebrauchte 1962 gebaute Kemper-Orgel erworben, die noch heute im Dienst ist.
Ca. 1864–1885 wurde in der Amtszeit von Pastor Matzen die erste Kirchenheizung in Form von zwei „Kopenhagener Öfen“ installiert.
Am 4. Februar 1906 kam nach einem Defekt in der Heizung die alte Malerei wieder zum Vorschein.
Am 30. August 1914 wurde das neue Gestühl, das aufgrund der neuen Heizung benötigt wurde, eingeweiht.
1859 wurde das Satteldach des Glockenhauses durch einen Achteckhelm ersetzt. Dadurch bekam das Glockenhaus mehr „Turmcharakter“.
Seit 1953 wird die Kirche mit Elektrizität versorgt, so dass die Glocken nun elektrisch geläutet werden können.

1961 fand eine große Kirchenrenovierung statt, bei der die Übermalungen entfernt wurden und die Originalmalereien konserviert werden konnten. Die Kirche wird seitdem besser belüftet, der Altarraum wurde neu gestaltet:

Hochaltar weg – Boden erhöht gepflastert,
kleine Fenster an Nord- und Ostseite wieder geöffnet,
neuer Altar mit Natursteinplatte und Messingkreuz,
das gespendete farbige Fenster eingesetzt und
der Kamin wiedergefunden.

Die Kanzel wurde dabei versetzt und die Nordempore verkürzt.
Der Taufstein, der vorher in der Vorhalle stand, wurde in die Kirche geholt.
1966 wurde die Leichenhalle gebaut und 1981 wurde die Altentagesstätte eingeweiht. 1992 fand die letzte Renovierung der Kirche statt; neuer Klimaausgleich, Malerei neu konserviert, neue Heizung, neue Lampen.

Ausstattung der St. Petri-Kirche

Ältestes Stück ist der Taufstein, der vermutlich älter ist als die Kirche.
Das Kruzifix und der Chorbogen sind von Ende des 15. Jahrhunderts, die Kanzel von 1620. Der Annenblock stammt von 1681, das Gestühl ist von 1914.
Es gibt zwölf Felder an der Empore, von denen neun gemalte Motive haben. Man kann in den Feldern auf der rechten Seite die vier Apostel, symbolisiert durch den Adler (Johannes), Ochsen (Lukas), Löwen (Markus), Menschen mit Flügeln (Matthäus) erkennen. In der Vorhalle hängen Grabsteine aus grauem Sandstein aus dem 18. Jahrhundert.

Weblinks
 Commons: Sieverstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gemeinde Sieverstedt