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Geschichte
Kopf einer Mithrasstatue aus dem römischen Sindelfingen
Bis zum 19. Jahrhundert

Im 4. Jahrtausend v. Chr. existierte eine jungsteinzeitliche Siedlung im Gewann Hinterweil. Auch in der Urnenfelder-, Hallstatt- und Latènezeit gab es im Stadtgebiet vereinzelte Besiedlung, wie Scherbenfunde, Grabhügel und Urnengräber belegen. Im 1. bis 3. Jahrhundert existierte am Nordhang des Goldbergs ein römischer Vicus (Straßendorf), daneben standen über die Gemarkung verteilt kleinere Gutshöfe. Bald nach dem Fall des Limes 260 n. Chr. siedelten sich hier die Alamannen an, die auf der heutigen Sindelfinger Kerngemarkung die drei Dörfer Sindelfingen, Altingen und Bochtelfingen gründeten.

Seit etwa 700 stand im Bereich eines älteren Herrenhofes von Vorfahren der späteren Grafen von Calw ein Vorgängerbau der heutigen Martinskirche mit Friedhof. In der fränkischen Zeit vom 8. bis zum 11. Jahrhundert war Sindelfingen der Mittelpunkt einer fränkischen Grafschaft, die den späteren Grafen von Calw, einer der bedeutendsten Adelsfamilien im heutigen Baden-Württemberg, unterstand. Nach den im 13. Jahrhundert verfassten Sindelfinger Annalen gründete Graf Adalbert (II.) Atzinbart etwa 1050 in seinem Sindelfinger Stammsitz ein Benediktinerdoppelkloster für Mönche und Nonnen, das er bald darauf nach Hirsau in das von ihm wiederaufgebaute Aureliuskloster verlegte, aus dem das weltberühmte Reformkloster Hirsau hervorging. Stattdessen gründete er um 1065 in Sindelfingen ein Chorherrenstift, das 1155 als „praepositura in Sindelvinga“ erstmals urkundlich erwähnt wurde. Für dessen Bau brach er seinen Stammsitz mit der älteren Martinskirche ab und verlegte seinen Sitz nach Calw. Dort baute er eine neue Herrenburg und erschloss sich durch Rodungsarbeit ein geschlossenes Machtterritorium. Der Bau der neuen Martinskirche in Sindelfingen schritt nur langsam voran; 1100 wurde die Krypta geweiht, doch die eigentliche Kirche wurde erst 1132 von den Welfen fertiggestellt, die in Sindelfingen eine Münzstätte einrichteten.
Das Sindelfinger Chorherrenstift wurde in den nächsten Jahrhunderten durch weitere Stiftungen reich und bedeutend, geriet aber 1351 unter die Landesherrschaft der Grafen und späteren Herzöge von Württemberg. 1476 wurde von diesen in Tübingen ein neues Stift gegründet, dessen Besitz den finanziellen Grundstock für die berühmte Eberhard Karls Universität bildete. Dieses neue Stift erhielt den größten Teil des alten Sindelfinger Stiftsbesitzes. Die Sindelfinger Chorherren wurden die ersten Professoren und der Propst Johannes Tegen deren erster Kanzler. Aus den Besitzresten wurde in Sindelfingen das nachfolgende Augustiner-Chorherrenstift gegründet, das 1535 im Rahmen der Reformation durch die Herzöge von Württemberg endgültig aufgelöst wurde.

Sindelfingen 1681, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Um 1130 kam das Dorf Sindelfingen durch Uta von Schauenburg, die Erbtochter Graf Gottfrieds von Calw und Gemahlin Herzog Welfs, mit seinem Nachbardorf Böblingen in den Besitz der Welfen. Im darauffolgenden Erbstreit wurde das Dorf Sindelfingen 1133 von Utas Vetter Adalbert IV. von Calw niedergebrannt. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bestand in Sindelfingen eine welfische Münzstätte; ein Topf mit zahlreichen Silberbrakteaten aus dieser Werkstatt wurde 1973 im Boden der Martinskirche vergraben entdeckt. Der Besitzübergang an die Pfalzgrafen von Tübingen ist nicht völlig geklärt; er dürfte über den Kauf der Besitzungen Welf V. durch Kaiser Friedrich Barbarossa und eine nachfolgende Belehnung an die Tübinger Pfalzgrafen erfolgt sein. Im Rahmen von Erbteilungen kamen die Dörfer der Sindelfinger Gemarkung in den Besitz des Grafen Rudolf der Scherer von Tübingen-Herrenberg, das Dorf Böblingen an seinen Vetter, der dort ca. 1250 eine Stadt gründete. Als Reaktion erfolgte 1263 die Gründung der Stadt Sindelfingen zwischen Stiftsbezirk und Dorf Sindelfingen durch den Grafen Rudolf der Scherer; die Dörfer Sindelfingen, Altingen und Bochtelfingen gingen später in der neuen Stadt auf. 1274 erging ein Schreiben von König Rudolph, dass Sindelfingen die gleiche Freiheit wie Tübingen genießen solle.[3] Schon bevor die Stadtmauer fertiggestellt worden war, griffen die Böblinger die Stadt Sindelfingen an. Seit damals bestand eine ausgeprägte Rivalität zwischen den beiden Nachbarstädten. 1351 wurde die Stadt an Württemberg verkauft. Die neuen Herren führten 1535 die Reformation ein. Sindelfingen blieb aber lange Zeit ein unbedeutendes Landstädtchen, das sich nie damit abfinden konnte, im Rahmen des Herzogtums Württemberg zum Oberamt Böblingen zu gehören und der Nachbarstadt untergeordnet zu sein. 1607 erreichten die Bürger Sindelfingens durch eine außerordentliche Steuerzahlung an den Herzog endlich, aus diesem Oberamt herausgelöst zu werden und eine von Böblingen unabhängige Amtsstadt ohne eigene Amtsorte zu werden. Dieses Privileg wurde ihnen dann im 18. Jahrhundert wieder genommen.

Von 1562 bis 1684 gerieten in den Hexenverfolgungen in Sindelfingen 34 Frauen in Hexereiverdacht. 19 der angeklagten Frauen wurden in Hexenprozessen hingerichtet,[4] darunter Barbara Breuninger, die 1609 im Alter von 85 Jahren verurteilt wurde, und Judith Stick 1615.[5] Geführt wurden die Hexenprozesse im Rathaus vor dem Gericht der Stadt.

Im 19. Jahrhundert wurden mechanische Webereien eingeführt, und Sindelfingen wurde eine bedeutende Weberstadt. Aus dieser Zeit stammt die in Sindelfingen beheimatete Weberfachschule. 1850 hatte Sindelfingen 4304 evangelische und 6 katholische Einwohner, die in 461 Haupt- und 203 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[6]
Im Rahmen des Eisenbahnbaus von Stuttgart nach Böblingen zahlten die Sindelfinger Bürger wieder selbst dafür, dass die Bahnlinie über Sindelfingen mit einem eigenen Bahnhof verlaufen sollte. Nachdem die Zahlungen in Stuttgart eingegangen waren, wurde der Streckenverlauf wieder Richtung Böblingen verlegt, ohne Sindelfingen zu berühren. All diese Ereignisse vertieften die traditionelle Feindschaft zwischen den Städten Sindelfingen und Böblingen.

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert erfolgte eine bedeutende Industrialisierung. Es wurden Maschinenfabriken sowie Industrien für Autos, Büromaschinen, Schuhe, Uhren und anderes errichtet. 1914 wurde das Daimler-Werk in Sindelfingen angesiedelt. Auch die DEHOMAG, eine Büromaschinenfabrik, die den Vorgänger des Computers produzierte und 1929 durch IBM aufgekauft wurde, hatte in Sindelfingen ihren Sitz.

Wilhelm Friedle, bis 1935 Betriebsdirektor der Daimler-Benz AG im Werk Sindelfingen, brachte das Fließband nach Deutschland. Sindelfingen wuchs zu einer bedeutenden Industriestadt heran.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Daimler-Benz zu einem der größten Produzenten von Rüstungsgütern. Dies wurde auch gewährleistet durch den Einsatz von Zwangsarbeitern, die nach Deutschland verschleppt wurden, davon allein in Sindelfingen in Daimler-eigenen Werkslagern etwa 3.000 Frauen, Kinder und Männer vorwiegend aus der Sowjetunion und Polen. Mindestens 46 von ihnen wurden Opfer der Zwangsarbeit, wovon Gedenksteine auf dem Alten Friedhof in der Bleichmühlestraße zeugen. Schwangere Zwangsarbeiterinnen kamen in eine „Entbindungsstation“ im Lager Böblinger Allee, das mit seinen Bedingungen für ein rasches Sterben der Neugeborenen sorgte. Später wurden die Frauen zu Abtreibungen gezwungen, weil ihre Kinder als „rassisch minderwertig“ galten.[7]

Aufgrund des industriellen Rüstungspotentials wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg verhältnismäßig stark zerstört, danach jedoch wieder aufgebaut. Der starke Einwohnerzuwachs führte zum Bau zahlreicher Wohnsiedlungen. Die Stadt, deren Einwohnerzahl nach Kriegsende bei ca. 8500 lag, überschritt 1957 die Grenze von 20.000. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, dem die Landesregierung von Baden-Württemberg mit Wirkung vom 1. Februar 1962 zustimmte.

Das Rathaus am Rathausplatz 1

Bei der Gebietsreform 1971 erreichte das Stadtgebiet schließlich seine heutige Ausdehnung. Von der Landesregierung war seinerzeit eine Fusion mit der Nachbarstadt Böblingen zur Großstadt Böblingen-Sindelfingen vorgesehen und sogar schon beschlossen worden. Aber vor Inkrafttreten der neuen Rechtsbestimmung erreichte der geschlossene Widerstand der Bürger beider Städte, der seine Kraft aus der jahrhundertelangen Feindschaft beider Städte bezog, dass dieser Plan nicht umgesetzt werden konnte. Ein nicht zu lösender Streitpunkt war dabei der neue gemeinsame Name der neuen Doppelstadt.

1990 war Sindelfingen Gastgeber der zehnten Landesgartenschau Baden-Württemberg.

Eingemeindungen
1. September 1971: Darmsheim[8]
1. Dezember 1971: Maichingen[8]
Einwohnerentwicklung
Einwohnerentwicklung von 1500 bis Nov.  2017

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (*) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). Alle Zahlen seit 1871 stammen vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.[9]

Jahr Einwohner
1500 ca. 1000
1600 ca. 1400
1702 1402
1803 2981
1850[6] 4310
1861 3804
1. Dezember 1871 * 3704
1. Dezember 1880 * 3934
1. Dezember 1890 * 4239
1. Dezember 1900 * 4291
1. Dezember 1910 * 4589
16. Juni 1925 * 5394
16. Juni 1933 * 6986
17. Mai 1939 * 8465
Jahr Einwohner
1946 10.027
13. September 1950 * 11.448
6. Juni 1961 * 26.127
27. Mai 1970 * 40.785
31. Dezember 1975 54.134
31. Dezember 1980 54.808
27. Mai 1987 * 57.005
31. Dezember 1990 58.805
31. Dezember 1995 59.435
31. Dezember 2000 60.843
31. Dezember 2005 60.843
31. Dezember 2010 60.445
31. Dezember 2015 63.971
30. November 2017[10] 64.100

Religionen
Martinskirche
Protestanten

Die Bevölkerung von Sindelfingen gehörte ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Stadt seit dem 14. Jahrhundert zu Württemberg gehörte, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher war Sindelfingen über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Sie gehört seit jener Zeit zum Dekanat Böblingen. Die Hauptkirche der Stadt ist die Martinskirche, eine der ältesten Kirchen des Landes (Weihe 1083). Die zugehörige Kirchengemeinde Sindelfingen war zunächst die einzige der Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung infolge Zuzugs stark an. Daher wurde die Kirchengemeinde geteilt. Es entstand die Christusgemeinde (Kirche von 1958), die Johannesgemeinde (Kirche von 1962) und die Versöhnungsgemeinde (Kirche von 1967). Innerhalb der Martinsgemeinde gibt es noch das 1976 erbaute Markuszentrum; die Nikodemuskirche im Hinterweil gehört zur Christusgemeinde. Alle vier Kirchengemeinden bilden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Sindelfingen.

Auch in den beiden Stadtteilen Darmsheim und Maichingen wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zu Württemberg die Reformation eingeführt. Auch dort gibt es jeweils eine evangelische Kirchengemeinde, die in alten Kirchen ihre Gottesdienste feiert, in Darmsheim in einer ehemaligen Wehrkirche mit spätgotischem Westturm und Fresken im Innern bzw. in Maichingen in einer umgebauten Chorturmkirche mit Erweiterungen aus dem Jahr 1609. Auch die beiden Stadtteilgemeinden gehören wie alle Sindelfinger Kirchengemeinden zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Böblingen innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Katholiken
Kirche „St. Joseph der Arbeiter“, erbaut 1958–1960[11]

Katholiken gibt es in Sindelfingen nach der Reformation erst wieder seit Ende des 19. Jahrhunderts. Für sie wurde 1952 eine eigene Kirche „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ gebaut und eine Pfarrei eingerichtet. Weitere Kirchen wurden 1960 (St. Joseph,[11] Pfarrei seit 1965), 1969 (Auferstehung Christi, Pfarrei seit 1974), 1970 (St. Paulus, Pfarrei seit 1974) und 1972 (St. Maria Königin des Friedens, Pfarrei seit 1974) erbaut. Durch die in der Industriestadt Sindelfingen besonders starke Zuwanderung der „Gastarbeiter“ gab es neue Aufgaben für die Seelsorge, denn die meisten von ihnen kamen aus katholischen Ländern: Italien, Spanien und Portugal sowie die große Gruppe der Kroaten aus dem damaligen Jugoslawien.

In Darmsheim gibt es seit 1974 die Kirche St. Stephan. Sie gehört zur Nachbargemeinde Christkönig Dagersheim, mit der sie eine Kirchengemeinde bildet. In Maichingen wurde 1955 die Kirche St. Anna erbaut. Die Pfarrei Maichingen wurde 1961 errichtet.

Im neu gebauten Stadtteil Hinterweil gab es seit 1980 zuerst ein provisorisches Kirchengebäude, das von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt wurde. An gleicher Stelle wurde 1993 ein ökumenisch ausgerichtetes Gemeindezentrum eingeweiht. Die integrierte Kirche St. Franziskus gehört von Anfang an zu Josefsgemeinde.

Die katholischen Gemeinden im Sindelfinger Stadtgebiet bilden die Seelsorgeeinheiten 7, 9 und 10, zu denen teilweise noch benachbarte Kirchengemeinden gehören. Sie alle gehören zum Dekanat Böblingen (zuvor Dekanat Weil der Stadt) der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Freikirchen

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Sindelfingen auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Erlöserkirche), die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine christliche, türkischsprachige Gemeinde (Türkçe Konuşan Kilise Topluluğu) und das Internationale Christliche Zentrum (ICZ). Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Sindelfingen vertreten.

Orthodoxe

Seit den 60er Jahren wanderten Griechen zu, die fast ausnahmslos orthodoxe Christen sind. Sie gründeten eine „griechische Gemeinde“ als Verein, der 2013 sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte. Seit Anfang der 80er Jahre gibt es eine griechisch-orthodoxe Kirche in Sindelfingen.[12]

Muslime
Ulu-Moschee in Sindelfingen

Neben den christlichen Glaubensgemeinschaften lebt in Sindelfingen auch eine große Anzahl von Muslimen, die mittlerweile einige Moscheen errichtet haben.

Politik
Gemeinderat

In Sindelfingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Sindelfingen hat nach der letzten Wahl 41 Mitglieder (vorher 42). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtliche Endergebnis.[13] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009

Kommunalwahl 2014

 %403020100

33,42 %21,06 %18,41 %16,59 %5,35 %4,54 %0,64 %n. k.

CDUFWSPDGrüneFDPLinkeFRiDiEB
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   4   2   0  -2  -4  -6

+1,28 %p
-0,65 %p-0,02 %p+2,33 %p-5,04 %p+1,60 %p+0,64 %p-0,1 %p
CDUFWSPDGrüneFDPLinkeFRiDiEBVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe – Dunkel

CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,42 14 32,14 14
FWS Freie Wähler Sindelfingen 21,06 9 21,71 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,41 7 18,43 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,59 7 14,26 6
FDP Freie Demokratische Partei 5,35 2 10,39 4
Linke Die Linke 4,54 2 2,94 1
FRiDi Wählervereinigung FRiDi 0,64 0
EB Einzelbewerber 0,13 0
gesamt 100,0 41 100,0 42
Wahlbeteiligung 42,35 % 41,83 %

Am 17. Juli 2012 beschloss der Gemeinderat die Einführung eines Jugendgemeinderats in Sindelfingen. Die ersten Wahlen fanden vom 22. bis zum 30. April 2013 statt. Am 3. Mai 2013 wurde der erste Jugendgemeinderat in sein Amt eingesetzt. Aktuell umfasst der Jugendgemeinderat 26 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren. Der zweite Jugendgemeinderat wurde am 3. November 2014 in sein Amt eingesetzt. Für die Periode 2015/16 wurde Ariane Schachtschabel zur Vorsitzenden des Jugendgemeinderats gewählt, sie folgt auf Samet Mutlu, der den Vorsitz 2014/2015 innehatte.[14]

Bürgermeister

Ein Schultheiß des Dorfes Sindelfingen wird 1255 erwähnt; 1271 wird erstmals ein Schultheiß der Stadt erwähnt, seit 1280 gab es einen Vogt, der bis 1605 in Böblingen seinen Sitz hatte, bis die Stadt vom Amt Böblingen getrennt wurde. Dann leiteten Amtmänner bzw. Oberamtmänner die Stadtverwaltung.

Seit 1819 trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung „Stadtschultheiß“ und seit 1930 Bürgermeister. Mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Februar 1962 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ und der 2. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Stadtoberhäupter seit 1819

1819–1826: Johann Friedrich Dinkelacker
1826–1832: Johann Breuning
1832–1849: Christian Immanuel Conz
1850–1895: Johann Gottfried Frank
1895–1932: Wilhelm Hörmann
1932–1945: Karl Pfitzer
1945–1946: Werner Häring
1946–1977: Arthur Gruber
1977–1993: Dieter Burger
1993–2001: Joachim Rücker (SPD)
seit 2001: Bernd Vöhringer (CDU). Zuletzt wurde Vöhringer im Mai 2017 wiedergewählt.[15]

Zwei Straßen im Bereich der Kernstadt wurden nach ehemaligen Stadtoberhäuptern benannt, die Wilhelm-Hörmann-Straße oberhalb des Klostersees und die Arthur-Gruber-Straße, vormals Jahnstraße, auf dem Weg hinauf zum (ehemals) Städtischen Krankenhaus.

Wappen und Flagge

Das Wappen der Stadt Sindelfingen zeigt in Silber drei liegende schwarze Hirschstangen übereinander, darunter ein schwarzes Kreuz. Die Sindelfinger Stadtflagge ist schwarz-weiß. Wappen und Flagge haben lange Tradition und wurden 1927 offiziell festgelegt. Die Hirschstangen symbolisieren die Zugehörigkeit zu Württemberg. Das Kreuz weist auf die Martinskirche hin, die sich bis ins 7. Jhd bzw. bis ins Jahr 1059 zurückverfolgen lässt.

Wappen der Stadt und der ehemals selbständigen Gemeinden

Stadt Sindelfingen

Maichingen

Darmsheim

Zum Vergleich: das Wappen Württembergs

Maichingens Wappen zeigte eine aufrechte grüne Eichel mit Stiel, das von Darmsheim zwei schräggekreuzte goldene Glevenstäbe.

Städtepartnerschaften

Sindelfingen unterhält mit folgenden Städten offizielle Partnerschaften:

Schweiz Schaffhausen (Schweiz), Städtefreundschaft seit 1952
Frankreich Corbeil-Essonnes (Frankreich), Städteverbindung seit 1958, Städtepartnerschaft seit 1961
Italien Sondrio (Italien), Städteverbindung seit 1962, Städtepartnerschaft seit 1969
Vereinigtes Konigreich Dronfield, North East Derbyshire (Vereinigtes Königreich), Städteverbindung seit 1971, Städtepartnerschaft seit 1981
Sachsen Torgau (Sachsen), Städteverbindung seit 1987, Städtepartnerschaft seit 1988
Ungarn Győr (Ungarn), Städtefreundschaft seit 1987, Städtepartnerschaft seit 1989
Polen Chełm (Polen), seit 2001
Patenschaft

Sindelfingen hat seit 1955 eine Patenschaft für die Vertriebenen aus der Stadt und dem Gerichtsbezirk Würbenthal im Kreis Freudenthal im Sudetenland übernommen.[16] Seit 1964 besteht eine Patenschaft der Stadt Sindelfingen über die Volksgruppe der Deutschen aus Jugoslawien.[17] Mit Unterstützung der Stadt wurde das Haus der Donauschwaben in der Goldmühlestraße gebaut und 1970 eingeweiht. In ihm haben diese Einrichtungen ihren Sitz: Der Verein Haus der Donauschwaben e.V.; der Weltdachverband der Donauschwaben; die Landsmannschaft der Donauschwaben, Bundes- und Landesverband und Kreisverband Böblingen; der Kreisverband Böblingen der Banater Schwaben und der Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher.[18]

Wirtschaft und Infrastruktur
Daimler-Werk Sindelfingen

Die Stadt ist geprägt durch die Automobilindustrie, besonders durch das Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen. Mit rund 27.000 Beschäftigten sowie weiteren rund 6.000 Mitarbeitern in der ebenfalls am Standort angesiedelten PKW-Entwicklung von Mercedes-Benz Cars ist es das weltweit größte Automobilwerk der Daimler AG.

In der frühen Neuzeit war das Weberhandwerk ansässig, daher gibt es auch heute noch viele Modefirmen. Die Energieinfrastruktur wird durch die Stadtwerke Sindelfingen GmbH betrieben, an der die Stadt Sindelfingen mit 37,4 % beteiligt ist.

Verkehr

Sindelfingen ist über die Anschlussstellen Sindelfingen-Ost und Böblingen/Sindelfingen der Bundesautobahn 81 (Würzburg–Gottmadingen), die sich im nordöstlichen Stadtgebiet an der Grenze zu Stuttgart mit der A 8 kreuzt, gut erreichbar. Ferner verläuft die Bundesstraße 464 (nach Reutlingen) durch das westliche Stadtgebiet. Die B 14 führt an Sindelfingen vorbei.

Das schon genannte Autobahnkreuz von A 8 und A 81, das Kreuz Stuttgart, liegt auf Sindelfinger Gemarkung; ebenso die Raststätte „Sindelfinger Wald“ und ein Parkplatz an der A 8, der Sommerhofen genannt wird. Die A 81 markiert recht genau die Trennlinie von Sindelfingen gegenüber Böblingen; zu beiden Seiten liegen Wohngebiete in direkter Nähe.[19]

Der S-Bahnhof Sindelfingen liegt an der Rankbachbahn von Böblingen nach Renningen. Auf dieser Strecke fahren Güterzüge (Güterzugumgehung Stuttgart). Die zeitweise stillgelegten Bahnhöfe Sindelfingen und Maichingen wurden als Haltepunkte seit 14. Juni 2010 für die Linie S60 der S-Bahn Stuttgart wiedereröffnet. Anfangs war das Angebot auf Montag bis Freitag beschränkt, seit 12. Juni 2011 läuft der Betrieb an allen Wochentagen im 30-Minuten-Takt von 5:00 bis 23:00 Uhr mit Anschluss in Böblingen an die S1 und an die Schönbuchbahn.[20] Hierfür wurde die Bahnstrecke von Sindelfingen bis Renningen zweigleisig ausgebaut. Neben „Sindelfingen“ sind „Maichingen“ und „Maichingen-Nord“ S-Bahn-Haltepunkte in Sindelfingen.

Die drei S-Bahn-Haltepunkte an der Linie S1 von Stuttgart nach Herrenberg, „Goldberg“, „Böblingen“ (Bahnhof) und „Hulb“, sind von Sindelfingen aus gut zu erreichen, sie liegen im Bereich der Stadt Böblingen. Die Buslinien des Stadtverkehrs Böblingen-Sindelfingen und die S-Bahn sind in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) integriert.

Der nahegelegene Flughafen Stuttgart ist über die Autobahn sowie mit der S-Bahn erreichbar. Der Umstieg am Bahnhof Rohr ist zeitlich und kostenmäßig sehr günstig.

Öffentliche Einrichtungen

Sindelfingen hat ein Notariat und eine Außenstelle des Landratsamts Böblingen (Amt für Schule und Bildung und Schulpsychologische Beratungsstelle). Das Amt für Schule und Bildung ist seit dem 1. November 2006 im Landratsamt in Böblingen eingegliedert. Damit ist die durch die Verwaltungsreform des Landes Baden-Württemberg festgelegte Zuordnung zum Landkreis auch räumlich abgeschlossen.

Die Stadt Sindelfingen baute – ausgelöst durch eine Spende – ein Städtisches Krankenhaus,[21] der alte Standort war beim heutigen Rathaus (dem Dritten Rathaus). Nach dem Krieg blieb man dieser Tradition treu; das neue Krankenhaus auf der Steige war aber im Wald über der Stadt. Heute gehören die Kliniken Sindelfingen[22] zum Klinikverbund Südwest.

Medien

In Sindelfingen erscheint als Tageszeitung die Sindelfinger Zeitung.[23] Außerdem erscheint in Sindelfingen das Wochenblatt Böblingen.[24]
Auf dem Wasserturm Steige befindet sich ein UKW-Sender, der das Programm von Energy (Böblingen, Calw, Freudenstadt) ausstrahlt.[25] Bis 2006 gab es auf dem Kamin des Daimler-Heizkraftwerkes einen Analogfernsehsender von Regio TV Böblingen.

Bildungseinrichtungen

In Sindelfingen gibt es ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (seit 2016 Grundschulseminar).

Ferner gibt es fünf Gymnasien (Goldberg-,[26] Pfarrwiesen- und Stiftsgymnasium, Gymnasium Unterrieden und das Technische Gymnasium innerhalb der Gottlieb-Daimler-Schulen), drei Realschulen (Realschule am Goldberg, Klostergarten und Hinterweil), eine Förderschule (Martinsschule), drei Gemeinschaftsschulen (Eichholzschule, Goldberg und Johannes-Widmann-Schule Maichingen) und sechs selbständige Grundschulen (Darmsheim, Gartenstraße, Hinterweil, Klostergarten, Königsknoll und Sommerhofen).

Der Landkreis Böblingen ist Schulträger der beiden Beruflichen Schulen unter dem Namen Gottlieb-Daimler-Schulen im Technischen Schulzentrum (Gottlieb-Daimler-Schule I und Gottlieb-Daimler-Schule II) sowie der Bodelschwinghschule für Geistigbehinderte mit Bodelschwingh-Schulkindergarten für Geistigbehinderte, der Schule für Körperbehinderte mit Schulkindergarten und der Schule für Sprachbehinderte und Kranke in längerer Krankenhausbehandlung mit Schulkindergarten für Sprachbehinderte.

Die private Abendrealschule Böblingen-Sindelfingen e. V. rundet das schulische Angebot in Sindelfingen ab.

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Gastronomie
Museen
Altes Rathaus, heute Stadtmuseum
Mittleres Rathaus am Marktplatz, heute Galerie der Stadt Sindelfingen (Lütze-Museum)
Marktplatz-Brunnen
Einer der berühmten Zebrastreifen aus Marmor an der Ziegelstraße
Bild einer städtischen Mülltonne in der Nähe des Krankenhaus in Sindelfingen.
Der 1964 erbaute Sprungturm im Sindelfinger Badezentrum. Der 17 Meter hohe Sprungturm verfügt über alle standardisierten Bretthöhen

Das 1970 eingerichtete Donauschwäbische Museum im Haus der Donauschwaben zeigt eine Sammlung donauschwäbischen Kulturgutes. Angeschlossen ist eine Spezialbibliothek für donauschwäbisches Schrifttum.

Die Galerie Stadt Sindelfingen wurde 1990 gegründet und zeigt Positionen aktueller und moderner Kunst. Sie beherbergt neben der Sammlung Lütze auch die städtische Sammlung. Seither wurden rund 180 Gruppen- und Einzelausstellung mit mehr als 500 nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, sowie mit Kunstwerken aus dem eigenen Sammlungsbestand gezeigt.

Über die Stadtgeschichte informiert das Stadtmuseum im Alten Rathaus von 1478 mit angrenzendem Salzhaus von 1592. Im Salzhaus ist auch die Würbenthaler Heimatstube untergebracht.

In der Alten Webschule befindet sich das Haus der Handweberei mit Webereimuseum.

Das Museum Schauwerk Sindelfingen wurde 2010 eröffnet. Es zeigt deutsche und internationale Kunst der 1960er bis in die Gegenwart.[27]

Bauwerke

Das Alte Rathaus (heute das Stadtmuseum, der Eintritt ist frei) und die Martinskirche (geweiht 1083) sind die Wahrzeichen der Stadt. Weitere Sehenswürdigkeiten:

Das neue Rathaus zwischen Wolboldstraße, Gerhardtstraße und Rathausplatz wurde im Januar 2014 als Beispiel für den Verwaltungsbau der 1960er und 1970er Jahre in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgenommen.[28]
Das mittlere Rathaus am Marktplatz, heute Galerie der Stadt Sindelfingen (Lütze-Museum), der Eintritt ist frei
Kurze Gasse und weitere Gassen der Altstadt mit Fachwerkhäusern in einer breiten Auswahl an Stilrichtungen und Bautypen
eines der größeren Häuser wird „Storchenhaus“ genannt
zum „Chorherrenhaus“ siehe Stift Sindelfingen
Alter Friedhof (hinter der Stadtbibliothek) mit Friedhofskapelle
Sporthalle Glaspalast, entworfen von Günter Behnisch, eröffnet 1977
Hallenbad und Badezentrum (seit 1985 Landes-Leistungszentrum des Württembergischen Schwimmverbands)
Sprungturm mit 10-Meter-Brett im Freibad
Vogelschutzinformationszentrum (VIZ) am Freibad (Eintritt frei)
Wasserturm Steige (Nähe Krankenhaus)
Goldbergturm
Wasserturm Eichholz
Alte Realschule von 1790 (jetzt Bürgerzentrum Ernst-Schäfer-Haus) am Corbeil-Essonnes-Platz
Kaufhaus-Projekt „DOMO“ im Stadtzentrum (zzt. weitgehend leerstehend)[29]
Zweigart-Brücke, benannt nach dem Unternehmer Paul Zweigart, dem Gründer des Textilunternehmens Zweigart & Sawitzki
Würbenthaler Heimatstube (Eintritt frei)
Heizkraftwerk Daimler AG mit zwei Stahlbetonkaminen. Der höhere der beiden Kamine ist 120 Meter hoch. Er trug bis 2006 auf seiner Spitze die Sendeantennen zur terrestrischen Verbreitung des Fernsehprogramms Regio TV, mit der seine Höhe 123 Meter betrug. Der andere Kamin ist 100 Meter hoch.
IBM-Hochhaus an der Leonberger Straße

Sowie

Schwätzweiberbrunnen
Freundschaftsbrunnen auf dem Marktplatz, gestaltet von Bonifatius Stirnberg. Um einen zentralen Brunnen mit dem Sagenpferd Pegasus sind sechs kleine Brunnen angeordnet, die für die vier Partnerstädte und zwei Patenschaften Sindelfingens stehen. Die Figuren sind drehbar.
Schwätzweiberbrunnen auf dem Corbeil-Essonnes-Platz 10 von Josef Zeitler mit dem Standbild der „Schwätzweiber“, Ausführung durch R. F. Schäfer
Friedhöfe (Liste der Friedhöfe in Sindelfingen)
Klostersee
Ehemalige Landesgartenschau (mit der Kleinbahn Sommerhofen-Park)
Anti-Gewalt-Mahnmal vor dem Gemeindezentrum Hinterweil
Berühmte Zebrastreifen: An der Ziegelstraße wurden in den 1970er-Jahren, zu Zeiten hoher Gewerbesteuereinnahmen, Zebrastreifen aus Carrara-Marmor eingebaut, allerdings keine großformatigen Platten, sondern kleine Quader minderer Qualität (taubes Gestein)
Fernsehumsetzer Darmsheim (seit der DVB-T-Umstellung des Stuttgarter Fernmeldeturm außer Betrieb)
Freizeiteinrichtungen
Badezentrum Sindelfingen
Die Kleinbahn Sommerhofen-Park (Fahrbetrieb sonntags, von April bis September)
Der Glaspalast ist eine Sporthalle mit 200-m-Tartan-Laufbahn (4 Rundbahnen), 2 Judohallen, Kegelbahn (8 Bahnen), Trainings- und Gymnastikräumen.
Das Floschenstadion ist ein Leichtathletikstadion. Wenn keine Veranstaltungen stattfinden, ist es öffentlich zugänglich. 2008 wurde ein Abriss des Stadions beschlossen.[30] 2016 wurde der Abrissbeschluss widerrufen und stattdessen eine Sanierung des Stadions mit Neubau des Funktionsgebäudes beschlossen.[31]
Regelmäßige Veranstaltungen
Das Internationale Straßenfest am dritten Juniwochenende ist eines der größten Straßenfeste Europas. Drei Tage am Stück werden mit Tanz, Folklore und Hunderten von Ständen (meist Kulturvereine und Verbände) die verschiedenen Kulturen der Stadt und natürlich besonders beliebt, die Delikatessen der jeweiligen Heimat präsentiert und gefeiert.
Die Internationale Briefmarkenbörse findet am letzten Oktoberwochenende in der Messehalle statt.
Sindelfingen ist eine der wenigen Städte, welche ihr traditionelles Volksfest aufgegeben haben. Das alljährlich im Sommer stattfindende Volksfest mit Straßenumzug, der „Kuchenritt“, fand 1987 zum letzten Mal statt. Der „Festplatz“ (Hauptnutzung: Parkplatz) war zum Teil des Geländes der Landesgartenschau geworden, und es wurde kein geeignetes anderes Veranstaltungsareal gefunden.
Sport in der Halle:
Am Jahresanfang fand bis 2003 im Glaspalast jährlich ein internationales Hallen-Leichtathletikmeeting statt. Dort stellte Colin Jackson 1994 in 7,3 s den immer noch aktuellen Weltrekord über 60 m Hürden der Männer auf.
Weiterhin in den Wochen um dem Jahreswechsel herum findet im Glaspalast die Sindelfinger Hallenfußball-Gala statt, in deren Rahmen der Mercedes-Benz Junior Cup einen Platz gefunden hat. Der Junior-Cup ist ein weltbekanntes U19-Turnier, zu dem jährlich die A-Jugend-Teams europäischer Großvereine wie des FC Schalke 04, des AS Monaco und Dinamo Zagrebs sowie sogar Jugendnationalmannschaften wie die von Südafrika anreisen.
Im Glaspalast finden regelmäßig nationale, aber auch internationale, Darts-Turniere statt, unter anderem auch die European Darts Trophy.[32][33]
Musik

Die seit 1986 bestehende Punk-Rock-Band WIZO stammt aus Sindelfingen.

2010 haben sich außerdem Heisskalt in Sindelfingen aus On Top of the Avalanche und der ebenfalls Sindelfinger Band Big Spin gegründet.

Brauereiwesen

1823 gründete Max Bernauer, der damalige Wirt des Gasthauses Lamm, für die Bewirtung der eigenen Gäste die Brauerei „Lamm Bräu“. Bereits ein Jahr später wurde die Brauerei an Johann Jakob Schlanderer verkauft. 2005 wurde die Bierherstellung aufgegeben. Das ehemalige Brauereigelände zwischen Lange Anwanden, Eyachstraße und Mahdentalstraße wurde mittlerweile mit Wohnhäusern bebaut.[34]

Vereine
Der Flugsportverein Sindelfingen bietet in den Abteilungen Motor-, Segel- und Modellflug ein breites Spektrum von der Anfängerausbildung bis hin zum Hochleistungssport.
VfL Sindelfingen; dessen Frauenfußballmannschaft spielte während der Saison 2005/06 und seit 2012 in der Frauen-Bundesliga des deutschen Fußball-Bundes.
Der Tages- und Pflegeelternverein e. V. ist ein Zusammenschluss von Tagesmüttern, Kinderfrauen und Eltern der Tageskinder, Vollzeit- und Bereitschaftspflegeeltern, Adoptiveltern.
BC Sindelfingen; spielt derzeit in der Poolbillard-Regionalliga und wurde in der Saison 2008/09 Deutscher Meister.
Der MSC Sindelfingen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiss nimmt mit Musikzug, Stadtbullen und Schwätzweibern am Faschingstreiben teil. Eigene Veranstaltungen übers Jahr: Auftaktsitzung im November, Tanz in den Mai und Teilnahme am internationalen Straßenfest.
Die Herren-, Junioren-, Jugend- und Schülerspieler des Baseballvereins „Sindelfinger Squirrels“ kümmern sich um den Baseballruf der Stadt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Sindelfingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

1918: Mina Zweigart, Mitinhaberin der Firma Zweigart
1946: Wilhelm Hörmann, Bürgermeister
1951: Wilhelm Haspel, Direktor und Vorstandsvorsitzender von Daimler-Benz
1963: Wilhelm Langheck, Direktor von Daimler-Benz
1963: Arthur K. Watson, Präsident von IBM
1970: Karl Hummel, Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender
1975: Ernst Schäfer, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter
1977: Arthur Gruber, Oberbürgermeister

Daneben vergibt die Stadt Sindelfingen noch Ehrenplaketten in Gold und Silber an Personen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben. Ehrungen dieser Art erhielten unter anderem Roger Combrisson (Bürgermeister der Partnerstadt Corbeil-Essonnes) und Arthur Gruber.

Söhne und Töchter der Stadt
um 1444, Johannes Widmann (in Maichingen), † 31. Dezember 1524 in Pforzheim, Leibarzt des Herzogs Eberhard im Bart und des Herzogs Ulrich von Württemberg
um 1482 Jakob Henrichmann, † 28. Juni 1561 in Augsburg, Humanist, Jurist und Geistlicher
um 1524, Barbara Breuninger, † August 1609 in Sindelfingen, Opfer der Hexenverfolgungen in Sindelfingen im Alter von 85 Jahren
1782, 30. April, Albert Schott, † 6. Juni 1861 in Stuttgart, Jurist und Politiker, Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung
1806, 6. Juni, Ottmar Schönhuth, † 6. Februar 1864 in Edelfingen (heute Bad Mergentheim), Pfarrer und Historiker
1820, 26. November, Friedrich Heise, † 22. Juli 1866 in Cannstatt, Komiker
1837, 21. Dezember, Ferdinand Haug, † 21. Juni 1925 in Stuttgart, klassischer Archäologe, Schuldirektor am Gymnasium Mannheim
1921, 25. April, Karl Ganzhorn, † 25. August 2014 in Sindelfingen, Physiker, Gründer des IBM-Labors Böblingen und Vorstandsmitglied von IBM Deutschland
1926, 7. Januar, Otto Knoch, † 17. November 1993 in Beutelsbach, katholischer Theologe, Geistlicher und Exeget
1933, 8. März, Gert Hummel, † 15. Mai 2004 in Tiflis, evangelischer Theologe und Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien
1941, 30. Januar, Horst K. Jandl, österreichischer Maler
1941, 27. April, Lutz Ackermann, Bildhauer
1941, 30. Juni, Wolfgang Hermann Körner, Schriftsteller
1943, 14. Juli, Werner Schmidt, Bankier
1947, 11. August, Thomas Vogel, † 20. Oktober 2017 in Tübingen, Schriftsteller und Journalist
1948, 6. April, Friederike Roth, Schriftstellerin
1948, 25. November, Günter Müller, Wirtschaftsinformatiker
1952, 11. September, Harald Braun, Diplomat, Vizepräsident der UN-Generalversammlung
1954, 25. April, Erich Klemm, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates der Daimler AG
1963, Ursel Fantz, Plasmaphysikerin
1965, 22. Februar, Ulrich Michael Heissig – alias Irmgard Knef, Kabarettist – Deutscher Kabarettpreis 2004
1965, 26. Juli, Heidrun Gärtner, Schauspielerin
1966, Uwe Spinder, Kabarettist
1966, 24. Mai, Elke Zimmer, Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Landtagsabgeordnete
1966, 20. November, Oliver Hasenfratz, † 14. November 2001 in Berlin, Schauspieler
1967, 1. Juli, Ulrike Egelhaaf-Gaiser, Altphilologin
1967, 19. August, Jörg Baldauf, Behindertensportler
1968, Monika Henschel, Henschel Quartett (Viola)
1968, Marlis Petersen, Sängerin
1968, 25. Januar, Petra Schwille, Physikerin
1968, 14. Februar, Gerd Dörich, Radrennfahrer
1968, 24. Oktober, Bernd Vöhringer, Politiker (CDU), seit 2001 Oberbürgermeister von Sindelfingen
1968, 23. November, Stefan Bayer, Ökonom, Hochschullehrer
1969, Iris Alanyalı, Journalistin und Schriftstellerin
1969, Christoph Henschel, ebenfalls Henschel Quartett (Violine)
1970, Harley Krohmer, Direktor des Instituts für Marketing und Unternehmensführung an der Universität Bern
1971, 17. März, Pia Maier, Bundestagsabgeordnete (PDS)
1971, 3. Juli, Pascal Kober, Pfarrer und Politiker (FDP), Bundestagsabgeordneter
1976, Claudia Trippel, Professorin für Psychologie an der Hochschule Kehl
1978, 11. Oktober, Sascha Reinelt, Hockeyspieler
1983, 22. Juli, Marko Kopilas, deutsch-kroatischer Fußballspieler
1984, Matthias Ebner, Politiker (Tierschutzpartei)
1984, 1. September, Susanne Stadlmüller, Eiskunstläuferin
1985, 14. September, Dennis Wilke, Handballspieler
1987, 20. April, Michael Klauß, Fußballspieler
Weitere Persönlichkeiten

die in Sindelfingen gewirkt haben, ohne dort geboren zu sein:

Wilhelm Friedle, Betriebsdirektor der Daimler-Benz AG Werk Sindelfingen bis 1935 brachte das Fließband nach Deutschland
Gustl Hohenstein, Erbauer der Häuser der Konfektion und der Messe Sindelfingen
Roland Emmerich, Hollywood-Regisseur; wuchs in Sindelfingen auf und drehte in der Umgebung seine ersten Filme
Paul Nagler, Architekt; plante rund 40 Kirchenbauten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und darüber hinaus
Eberhard Gabler, Ornithologe; Gründer und langjähriger Leiter des Vogelschutz-Informations-Zentrum (VIZ) in Sindelfingen
Karl-Heinz Reinheimer, † 23. April 2009 in Sindelfingen, langjähriger Stadtrat
Literatur
Erich Keyser (Hrsg.): Württembergisches Städtebuch. (Deutsches Städtebuch. Band 4.2). Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart, 1961, DNB 454817088.
S. Lorenz, G. Scholz (Hrsg.): Böblingen. Vom Mammutzahn zum Mikrochip. Filderstadt 2003, ISBN 3-935129-09-2.
Hermann Weisert: Sindelfingen im Wandel der Zeit. Röhm Verlag, Sindelfingen 1988.
Stadt Sindelfingen (Hrsg.), Dorothee Ade-Rademacher, Reinhard Rademacher: Reich an Vergangenheit. Römer und Alamannen in Sindelfingen. (= Schriftenreihe des Stadtarchivs Sindelfingen. Band 6). Sindelfingen 2004, ISBN 3-00-014744-6.
Thomas Knopf: Das römische Sindelfingen. (= Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg. Band 55). Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-8062-1497-2.
Alfred Beck: Chronik von Darmsheim. Böblingen 1930. (Neuauflage 2003)
Tim Schweiker: Mercedes, Beat und Kegelbahn – Geschichten und Anekdoten aus Sindelfingen. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2012, ISBN 978-3-8313-2408-8.
Peter Bausch, Dieter E. Hülle (Hrsg.): Mein Sindelfingen – 36 Blicke auf die 750-jährige Stadt. Röhm Verlag Sindelfingen 2013, ISBN 978-3-937267-28-9.
Rundfunkberichte
Anita Bindner: Sindelfingen – Der Film – Die Geschichte – zum 750-jährigen Bestehen, ARD 2013, (Mediathek)
Weblinks
 Commons: Sindelfingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Sindelfingen in der Topographia Sueviae (Mathäus Merian) von 1656 – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Sindelfingen in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850 – Quellen und Volltexte
Internetpräsenz der Stadt Sindelfingen