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Geschichte
Bis zur Reformation

Funde aus der Steinzeit, bronzezeitliche Grabhügel sowie ein Siedlungsplatz aus der vorrömischen Eisenzeit in Lenzinghausen belegen erste Siedlungsspuren bereits aus vorrömischer Zeit. Das Gebiet war zunächst das Gebiet der sächsischen Engern, nach Unterwerfung des Sachsenherzogs Widukind durch Karl den Großen um 1000 fränkisch. Die älteste urkundliche Erwähnung bezieht sich auf ein Relief in der Marienkirche in Wallenbrück im Jahre 1096. Die Steinplatte mit einer Relieffigur eines jungen Heiligen, der in der Hand ein Kirchenmodell hält, ist auch heute noch dort zu finden. Der dargestellte Heilige könnte der im Alter von zwölf Jahren verstorbene Kirchenstifter Gerhard sein. Auch der Vorgängerbau der heutigen Spenger ev.-luth. St.-Martinskirche geht vermutlich bis ins 9. Jahrhundert zurück. Der jetzige Bau ist jedoch ein Neubau der bis 1220 erwähnten Edlen von Spenge. Der Martinsaltar in der Kirche ist um 1470 entstanden. Die übrigen Ortsteile wurden im 12. bzw. 13. Jahrhundert erstmals erwähnt. Seit der Reformation, etwa im 16. Jahrhundert, wurde Spenge wie das gesamte Ravensberger Land lutherisch, was die Unterschiede zwischen den benachbarten niedersächsischen katholischen Gebieten bis heute prägt.

Die Menschen in Spenge und im Ravensberger Land lebten zunächst in Drubbeln inmitten ungeteilter Marken. Die Gewalt wurde von weltlicher Seite durch fränkische Gaugrafen ausgeübt, wohingegen auf kirchlicher Seite das Stift Herford eine wichtige Rolle spielte. Die Menschen mussten an diese Institutionen Abgaben leisten. Das Land war durch die Lößböden fruchtbar und gehörte damit zum Altsiedelland. Die Bevölkerung vermehrte sich rasch und durch das Anerbenrecht und das Heuerlingswesen entstanden nacheinander mehrere Schichten in der Bevölkerung. Die Erben bewirtschafteten den elterlichen Hof. Die Erbkötter, d.h. die nicht erbberechtigten Erben, gründeten ab etwa 1000 nahe der Drubbel eigene Höfe. Die Markkötter, die nur einen sehr bescheidenen Erbanteil erhielten, errichteten ab etwa 1450 Höfe in der bewaldeten Mark und bewirtschaften und rodeten Teile dieser, wenngleich die Bewirtschaftung der Mark eigentlich gemeinschaftlich erfolgen sollte und die Markkötter nur geduldet wurden.

Bis 1945

Seit dem 16. Jahrhundert bildete eine weitere Gruppe, die Heuerlinge, die Unterschicht der Gesellschaft ohne Grundbesitz. Sie waren nicht mehr als wirtschaftlich und rechtlich abhängige Gehilfen der Erbbauern, in deren Reichweite sie einen kleinen Kotten bewohnten. Die geschilderten ärmeren Gesellschaftsgruppen erschlossen sich daher im 15. Jahrhundert mit Flachsanbau und -verarbeitung zu Leinen eine neue Erwerbsmöglichkeit. Diese Frühform der Industrialisierung im Ravensberger Landes wird als Protoindustrie charakterisiert. Die Leineweber verarbeiteten den Flachs im Winter zum bekannten Ravensberger Leinen. In preußischer Zeit (ab 1614) wurde das Leinengewerbe zur Erhöhung des Steueraufkommens (Merkantilismus) gefördert, und die Zahl der Heuerlinge wuchs dadurch rasch. Im Jahre 1770 wurde die Mark auf preußischen Druck hin vollständig privatisiert und größtenteils zu Ackerland landwirtschaftlicher Kleinbetriebe. Diese kleinbäuerlichen Besitzverhältnisse konnten sich bis in die 1950er-Jahre halten. Die Sieke wurden in dieser Zeit verbreitert, um Weide für das Vieh zu schaffen, das bisher nur in der Mark weidete.

Bis zur Franzosenzeit (1807–1813), als Spenge Teil des Königreiches Westfalen (ab 1811 sogar Teil des Kaiserreich Frankreichs) war, waren Spenge und seine Ortsteile ein Teil des Amtes Limberg, das zur Grafschaft Ravensberg gehörte, die wiederum ab 1614 Teil Preußens war. Nach Ende der napoleonischen Zeit wurde die Grafschaft Ravensberg wiederhergestellt und war wieder preußisch, ab 1719 aber in einer preußischen Verwaltungseinheit Minden-Ravensberg zusammen mit dem nördlich gelegenen Fürstentum Minden verwaltet.

Als die Leinenverarbeitung infolge des Aufkommens mechanischer Webstühle Mitte des 19. Jahrhunderts immer unrentabler wurde und die Landbevölkerung sich dadurch kaum noch ernähren konnte, bot die um 1860 vor allem in nahen Bünde aufkommende Tabakindustrie ein neuerliches Auskommen. Die Spenger rollten und pressten die Zigarren in Heimarbeit oder in Zigarrenfabriken. Weiterhin bedeutend war die Holzwirtschaft; heute ist kaum noch Wald erhalten.

Seit 1843 wurden die selbstständigen Gemeinden Wallenbrück, Hücker-Aschen, Spenge, Bardüttingdorf und Lenzinghausen in einem gemeinsamen Amt Spenge verwaltet.

Am 9. August 1891 kam es in Spenge zur sogenannten Spenger Schlacht, einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen etwa 500 Sozialdemokraten und Angehörigen konservativer Kreise, vornehmlich 1500 Bauern und Knechten unter der Führung des Gohfelder Pastors Karl Iskraut.[7]

Am 20. September 1900 nahm die Herforder Kleinbahn mit 1000 mm Spurweite ihren Betrieb auf, ab Anfang der 1930er Jahre fuhr sie elektrisch.
Der Streckenverlauf war: Spenge, Siedlung – Enger – Oetinghausen – Sundern – Herford, Kleinbahnhof.

Am 4. November 1944 wurde die Jüdin Franziska Spiegel durch zwei SS-Männer aus einem Kotten in Bünde-Werfen entführt und später im Hückerholz erschossen[8].
In Gedenken an diese Tat wurde am 4. November 1991 ein Gedenkstein installiert, der Ende Januar 2006 Ziel eines Anschlags wurde.[9]

Ab 1945

Die Kleinbahnstrecke zwischen Wallenbrück und Spenge, Siedlung wurde am 2. November 1963 stillgelegt.

Das seit 1843 bestehende Amt Spenge mit den selbstständigen Gemeinden Wallenbrück, Hücker-Aschen, Spenge, Bardüttingdorf und Lenzinghausen geht mit der Kommunalreform am 1. Januar 1969 in eine neue Kommune, danach zur Stadt Spenge über.[10] Die ehemaligen Gemeinden wurden ab 1969 als Ortsteile bezeichnet.[11]

Memoschild auf dem Rathausplatz

1978 führen Planungen für einen Regionalflughafen im Nagelsholz zu mehreren Demonstrationen. Die Planungen für den Flughafen begannen mit einer Konferenz der damaligen Landkreise Bielefeld und Detmold, der Industrie- und Handelskammer Bielefeld und der IHK Detmold im März 1960, die 1963 veröffentlicht wurden.[12]

Dort ging es um Planungen für einen Regionalflughafen für Ostwestfalen-Lippe. 1970 wurde hierzu die Genehmigung für Bau und Betrieb des Flughafens durch den zuständigen Landesminister erteilt. Dagegen klagte die Stadt Spenge. 1971 wurde das Gebiet in das damalige Amt Jöllenbeck (Kreis Bielefeld) umgemeindet, jedoch nach dem endgültigen Scheitern des Planungen im Laufe des Jahres 1980 von der in der Zwischenzeit vergrößerten kreisfreien Stadt Bielefeld am 1. Juli 1982 wieder der Stadt Spenge zurückgegeben.[13]

Zu diesem Anlass wurde auf dem nördlichen Rathausvorplatz ein Baum gepflanzt.

Seit 1993 ist der um 1470 in mittelalterlich-westfälischer Holzbildhauerkunst hergestellte Altar der Martinskirche wieder in der Kirche aufgestellt.

Bevölkerung
Religionen
Übersicht
2005 neuerbaute Wegscheider-Orgel der St.-Martinskirche in Spenge

Die überwiegende Mehrheit (62,7 Prozent) der Einwohner ist evangelisch-lutherisch. 10,31 Prozent der bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche. 27 Prozent geben an, konfessionslos zu sein oder eines anderen Glaubens beziehungsweise einer anderen Konfession anzugehören, darunter sind beispielsweise evangelisch-reformierte Christen, orthodoxe Christen und Muslime[14].

Evangelische Gemeinden

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Spenge hat rund 10.000 Mitglieder und teilt sich auf in die Pfarrbezirke Spenge-Mitte mit der St.-Martinskirche, Hücker-Aschen mit Kirche in Klein-Aschen, Wallenbrück mit der Marienkirche sowie Lenzinghausen mit der Pauluskirche. In Groß-Aschen liegt in einem Ortsteil der Stadt Melle in Niedersachsen eine kleine Kapelle, die noch zum Pfarrbezirk Hücker-Aschen gehört.

Katholische Gemeinde
Katholische Kirche in der Bussche-Münch-Straße

Die Zahl der Gemeindemitglieder stieg nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug Vertriebener (z. B. aus dem überwiegend katholischen Schlesien) sprunghaft an und steht nun bei gut 1527 Mitgliedern.[14] Die katholische Kirche St. Josef an der Bussche-Münch-Straße wurde in den 1950er Jahren als Neubau errichtet. Spenge gehört zum Dekanat Herford-Minden, dieses wiederum ist Teil des Erzbistums Paderborn. Außerdem ist die katholische Kirchengemeinde St. Josef Mitglied im Pastoralverbund Widukindsland.

Weitere christliche Gemeinschaften und aus dem Christentum hervorgegangene Sondergemeinschaften

In Spenge gibt es zudem eine neuapostolische Kirche.

Muslimische Gemeinde

An der Ravensberger Straße befindet sich in einem früher anderweitig genutzten Gebäude eine Moschee.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen auf dem Gebiet der Stadt bzw. auf der des flächenidentischen Amtes Spenge seit 1968.

Jahr Einwohner
1961 (6. Juni) 11.7913
1968 (31. Dez.) 12.8411
1970 (27. Mai) 12.7753
1972 (31. Dez.) 13.1122
1974 (30. Juni) 13.2632
1976 (31. Dez.) 13.3862
1981 (31. Dez.) 13.7202
1986 (31. Dez.) 13.8732
1991 (31. Dez.) 15.1632
Jahr Einwohner
1996 15.6912
2001 15.7962
2006 15.3722
2012 14.6812

1 Amt Spenge[15]
2 Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik[16]
3Volkszählungsergebnis

Politik
Bürgermeister
Rathaus Spenge, Haupteingang

Bürgermeister der Stadt war von 1995 bis 2009 Christian Manz (CDU). Er trat am 1. November 1995 sein Amt an und wurde durch den Stadtrat gewählt. Er wurde 1999 und 2004 in einer direkten Wahl durch die Wahlberechtigten der Stadt im Amt bestätigt. 2004 erhielt er im ersten Wahlgang 70,39 Prozent der Stimmen. Manz war der erste hauptamtliche Bürgermeister und löste damit gleichzeitig den letzten Stadtdirektor ab, dessen Verwaltungsaufgaben jetzt durch den Bürgermeister wahrgenommen werden.

Bei der Bürgermeisterwahl 2009 trat Manz nicht mehr an, da er für das Amt des Landrats des Kreises Herford kandidierte. Zu seinem Nachfolger wurde Bernd Dumcke (SPD) gewählt, der sich mit 44,89 Prozent der Stimmen knapp gegen den für CDU und FDP kandidierenden Jan Christian Janßen (43,23 Prozent) durchsetzte.

Die Bürgermeister der Stadt bzw. die Amtsbürgermeister des Amtes Spenge sind in folgender Liste aufgeführt. Die Amtsbürgermeister bis 1969 standen aber nicht einer mit heute vergleichbaren Stadt vor, sondern waren Repräsentanten des Amtes Spenge, in dem sich fünf politisch weiterhin selbstständige Gemeinden zur gemeinsamen Verwaltung zusammengeschlossen hatten.

Amt Spenge:

1946–1948: Heinrich Freese (SPD, Amtsbürgermeister)
1948–1956: Walter Foth (SPD, Amtsbürgermeister)
1956–1964: Heinrich Hildebrand (SPD, Amtsbürgermeister)
1964–1968: Wilhelm Froböse (SPD, Amtsbürgermeister)

Stadt Spenge

1969–1984: Karl Obermann (UWG)
1984–1995: Karl-Heinz Wiegelmann (SPD)
1995–2009: Christian Manz (CDU)
2009–1984: Bernd Dumcke (SPD)

Stadtdirektoren

Der Stadtdirektor der Stadt Spenge ab 1969 bzw. die Amtsdirektoren des Amtes Spenge bis 1968 führten die Verwaltung der Stadt bzw. des Amtes. 1995 wurde der Posten des Stadtdirektors abgeschafft, und seine Aufgaben wurden dem hauptamtlichen Bürgermeister übertragen. Stadt und Amt hatten folgende Verwaltungschefs:

1954–1966: Josef Roberz (Amtsdirektor)
1966–1995: Günter Hemminghaus (seit 1966 Amtsdirektor, nach der Erhebung des Amtes Spenge zur Stadt 1. Januar 1969 Stadtdirektor)

Stadtratswahl 2014
in Prozent

 %403020100

38,3933,219,7515,333,32

SPDCDUGrüneUWGFDP
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   4   2   0  -2  -4

+2,23
-0,34-0,03+0,50-2,35
SPDCDUGrüneUWGFDP

Sitzverteilung im
Stadtrat 2014

     

Insgesamt 32 Sitze GRÜNE: 3 SPD: 12 UWG: 5 FDP: 1 CDU: 11

Stadtrat

Der Stadtrat von Spenge hat derzeit 32 Mitglieder. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Rates und die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[17][18][19][20][21] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
SPD 12 38,39 11 36,16 10 31,99 12 38,30 17 41,54 16 44,91 15 42,35 14 41,71 16 48,46
CDU 11 33,21 11 33,55 12 37,29 12 36,29 11 26,97 7 21,18 6 19,22 8 23,55 7 22,88
UWG1 5 15,33 5 14,83 5 14,25 4 12,50 5 13,10 7 21,67 9 25,93 9 27,51 10 28,66
Grüne 3 9,75 3 9,78 3 8,00 1 4,99 3 7,90 3 8,19 3 9,09
FDP 1 3,32 2 5,67 1 3,72 1 2,88 0 3,52 0 4,05 0 3,41 2 7,23
DAS2 1 4,75 2 5,04 3 6,98
Gesamt3 32 100 32 100 32 100 32 100 39 100 33 100 33 100 33 100 33 100
Wahlbeteiligung 60,86 61,56 62,38 66,27 85,40 70,82 74,72 81,55 90,50

1Unabhängige Wählergemeinschaft
2Demokratische Alternative Spenge
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Wappen und Motto

Blasonierung des Stadtwappens: „In Silber drei rote Sparren, überdeckt mit einer goldenen runden Spange mit abwärtsgerichtetem Dorn.“

Die Sparren bezeugen die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Ravensberg. Die Seitenansicht zweier gegeneinander gelehnter Sparren hat zur Bezeichnung dieses Wappenbildes in Wappenbeschreibungen geführt. Das Ravensberger Wappen enthielt drei rote Sparren auf silbernen Grund und war nach Übernahme der Grafschaft durch Preußen auch Teil des großen preußischen Wappens. Heute findet es sich auch in mehreren Kreis- und Stadtwappen der Region, etwa in denen von Bielefeld, Vlotho, und des Kreises Minden-Lübbecke. Die Spange ist wohl eine Referenz an den Stadtnamen Spenge.

Das Stadtmotto zur Außendarstellung lautet „Spenge, die aufstrebende Stadt im Grünen“. Dieses Motto löste den Spruch „Spenge, die freundliche Einkaufsstadt im Grünen“ ab.

Siehe auch: Liste der Wappen im Kreis Herford und Liste der Flaggen im Kreis Herford
Städtepartnerschaften

Spenge hält nur indirekt über den Kreis Herford einige Partnerschaften mit anderen Städten.

Finanzen

Die Schulden der Stadt Spenge (einschließlich der Schulden der städtischen Unternehmen) lagen zum 31. Dezember 2012 bei 54,04 Millionen Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3.668 Euro je Einwohner.[22] Als eine der ersten Städte in Deutschland hat die Stadt Spenge für den Bereich der städtischen Finanzen freiwillig eine so genannte Nachhaltigkeitssatzung eingeführt, über die die Stadt anstrebt, das Schuldenwachstum zu bremsen und Schulden abzubauen.[23]

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Straßenverkehr

Die Autobahn A 30 verläuft nur wenige Kilometer nördlich der Stadt vorbei. Bis zu den Anschlussstellen Bruchmühlen oder Bünde sind es vom Stadtzentrum aus nur wenige Kilometer.

Die Anschlussstelle Nr. 27 (Bünde) ist über die L 783 und L 546, die Nr. 26 (Bruchmühlen) über die L 859, K 19, die niedersächsische K 208 und L 546 erreichbar.

Anbindung an Großstädte über A 2, A 30 und A 33

Die A 30 bindet die Großstadt Osnabrück an die Kleinstadt Spenge an. Die Entfernung ab AS Bruchmühlen beträgt ca. 30 Kilometer. Hannover erreicht man über die andere Fahrtrichtung. Ab AS Bünde beträgt die Entfernung aktuell ca.100 Kilometer. Bald kann man Bad Oeynhausen nördlich umfahren, allerdings wird die Strecke so länger. Ab dem Autobahnkreuz Bad Oeynhausen wechselt man auf die A 2. Eine Alternative dazu wäre ab der AS Herford/Bad Salzuflen allein die A2 zu nutzen.

Über die A 33 gelangt man ab der AS Bielefeld-Zentrum mit 35 Kilometern nach Paderborn; über die A 44 gelangt man nach Kassel.
Über die A 33 gelangt man auch über das Autobahnkreuz Bielefeld auf die A 2. Bis nach Dortmund benötigt man ca. 85 Kilometer. Von dort aus gelangt man leicht ins Ruhrgebiet.

Nach Bielefeld führt die L 783, nach Werther die L 782. In die Gegenrichtung führt diese nach Enger und dann über die L 712 weiter nach Herford.

Öffentlicher Personennahverkehr
Schienenverkehr

Bis 1966 war Spenge mit einem Bahnhof an der jetzt stillgelegten Herforder Kleinbahn an das Schienennetz angeschlossen.

Busverkehr

Es bestehen folgende Busverbindungen im Regiotakt:

Linie 56 nach Bielefeld-Babenhausen Süd (Anschlussverbindung in Bielefeld an die Stadtbahn (Linie 3))
Linie 156 nach Bielefeld-Schildesche (Anschlussverbindung in Bielefeld an die Stadtbahn (Linie 1))
Linie 572 nach Bünde (meist TaxiBus/Anrufbus)
Linie 465/466 nach Enger und Herford
Linie 66 nach Werther, (meist TaxiBus)

Ein Bürgerbus bedient die Stadtteile Wallenbrück (Linie 666) und Bardüttingdorf (Linie 667).

Medien
NW-Lokalausgabe für Spenge

Als Tageszeitungen erscheinen jeweils mit einem Lokalteil für Spenge die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt. Das Lokalradio Radio Herford ist im Stadtgebiet auf 94,9 MHz zu empfangen.

Ansässige Unternehmen

Zu den größeren Arbeitgebern in Spenge gehören überwiegend mittelständische Unternehmen:

Frommholz: Hersteller von Polstermöbeln, im Wesentlichen Sesseln und Sofas
Vollmer: Hersteller von Hundenahrung
Papierverarbeitungs Gesellschaft mbH (PVG): zum Melitta-Konzern gehörendes Unternehmen zur Herstellung von Staubsaugerbeuteln aus Papier
Heinze: zum Hettich-Konzern gehörendes Unternehmen zur Herstellung von Beschlägen für Möbel
Delius: eine 1924 entstandene mechanische Weberei für Seidenstoffe. Im Jahre 2006 wurde die Produktion eingestellt; die Gebäude werden als Lager für Seidenstoffe genutzt.
Öffentliche Einrichtungen
Polizei

Der Bezirksdienst der Polizei Herford ist in Spenge in der Schulstraße 1 vertreten. Dabei ist die nicht durchgängig besetzte Wache im Schulgebäude separat untergebracht.[24]

Gesundheitseinrichtungen

Spenge verfügt über kein Krankenhaus. Die nächstgelegenen Krankenhäuser befinden sich in Bielefeld, Herford oder Bünde.

Arbeitsagentur

Die Bundesagentur für Arbeit ist in Spenge nicht vertreten.

Schwimmbäder

Das beheizte Werburger Waldbad wurde in den 1950er Jahren errichtet. Es wurde ursprünglich rein elektrisch beheizt und in den frühen 1980er Jahren unterstützend mit einer Solaranlage ausgestattet. Aktuell dient zur Beheizung eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das Freibad besteht aus einem 50-Meter-Freiluftbecken mit acht Bahnen, zwei Ein-Meter-Sprungtürmen und einem Drei-Meter-Sprungturm an der Sprunggrube, einer Rutsche im Nichtschwimmerbereich, einem separaten Kinderbecken sowie einer umlaufenden Liegewiese.

Das Freibad Lenzinghausen (geographische Lage: 52° 7′ 16″ N, 8° 29′ 46″ O52.1212048.496026) ist unbeheizt und bietet den Besuchern eine komfortable Liegewiese.

Feuerwehr
Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr in Spenge
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Spenge verfügt über fünf Standorte:
Spenge Mitte
Lenzinghausen
Hücker-Aschen
Wallenbrück
Bardüttingdorf
Weitere öffentliche Einrichtungen
Stadtbücherei im Bürgerzentrum Spenge, rund 30.000 Medien. Bis in die 1980er Jahre war die Stadtbücherei im ehemaligen Kantorhaus südöstlich in der Nähe der Martinskirche untergebracht.
Jugend- und Kulturzentrum Charlottenburg
Musikschule Enger-Spenge (zusammen mit der Nachbarkommune Enger)
Bildung
Grundschulen
Aulagebäude der Grundschule Spenge
Grundschule Spenge/Hücker-Aschen: Seitdem es die kleine Dorfschule in Hücker-Aschen nicht mehr gibt, besuchen auch die Kinder aus Hücker-Aschen die größte Grundschule in Spenge. Bis 1980 war im heutigen Gebäude der Grundschule eine Hauptschule untergebracht, davor eine Volksschule. Seit 2006 Offene Ganztagsschule.
Grundschulverbund Spenge-Land:
Hauptstandort Lenzinghausen: Grundsteinlegung 1963. Seit 2006 Offene Ganztagsschule („OGS“). Bis 2011: Grundschule Lenzinghausen.
Teilstandort Wallenbrück-Bardüttingdorf: Sehr kleine Dorfschule in Bardüttingdorf. Seit 2006 offene Ganztagsschule. Bis 2011: Grundschule Wallenbrück-Bardüttingdorf.
Gesamtschule
Regenbogengesamtschule: Größte Schule in Spenge, neben der Realschule gelegen. Es ist die einzige Schule in Spenge, an der die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben werden kann.
Realschule
Städtische Realschule: Älteste weiterführende Schule in Spenge, in den 1950er Jahren entstanden. Seit 2006 Offene Ganztagsschule.
Sonderschule
Heideschule: Sonderschule in Westerenger (Stadt Enger), wird gemeinsam mit der Stadt Enger unterhalten.
Kultur und Freizeit
Stadthalle
Theater

Die Stadt Spenge besitzt kein ständiges Theater und keine ständige Theaterbühne.

Museen

Im Jahr 2016 ist im Herrenhaus der Werburg ein Kinder- und Familienmuseum eröffnet worden. Die Ausstellung thematisiert das Leben auf einem westfälischen Landadelsgut während der Renaissance und dem Barock.

Musik

Mehrere Gesangsvereine sind in Spenge beheimatet, die zu besonderen Anlässen öffentlich auftreten.

Bauwerke

Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen die Kirchen, das Schloss Mühlenburg sowie die erhaltenen Teile des Herrensitzes Haus Werburg.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Spenge
Kirchen
Evang.-luth. Kirche St. Martin in Spenge mit dem um 1470 entstandenen Martinsaltar. Vorgängerbau vermutlich aus dem 9. Jahrhundert. Gotisches Langhaus mit neogotischen Anbauten im Osten von 1877, bei denen der alte Chorbereich in ein Querhaus verändert und dieses mit einem neuen Chor versehen worden ist.
Evang.-luth. Marienkirche in Wallenbrück. Erster Bau um 1096. Orgel erbaut vor 1650.
Evang.-luth. Pauluskirche (Lenzinghausen)
Evang.-Luth. Kirche zu Klein-Aschen
Kath. Kirche St. Josef (erbaut 1951/52)
Schlösser und Herrensitze
Schloss Mühlenburg von 1468. Der nahe vorbeifließende Mühlenbach trieb in der angrenzenden Mühle ein in den 1960er Jahren demontiertes Wasserrad. Die zugehörigen Bauten außerhalb des Schlosses dienen derzeit als Lager für Saatgut.
Haus Werburg von 1596 besteht aus dem Herrenhaus, dem Torhaus und zwei Wirtschaftsgebäuden. Der Torbogen wurde im Stil der Weserrenaissance am Mühlenbach errichtet. In den 1990er Jahren wurde hier das Trauzimmer des Standesamtes untergebracht.
Sonstiges
Windmühle Hücker-Aschen: die im Jahr 1831 erbaute Wall-Holländer-Windmühle wurde im Jahr 2005 mit neuen Flügeln ausgestattet.
zahlreiche Bauernhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts, u.a. die Höfe Meyer zu Düttingdorf und Mönck in Bardüttingdorf von 1800 und 1824. In Wallenbrück sind das Pfarrhaus von 1782 und ein Fachwerkhaus von 1717 gegenüber der Kirche erhalten.

Wall-Holländer-Windmühle am Gehlenbrink
in Hücker-Aschen

St. Marien
in Wallenbrück

St.-Martinskirche in Spenge, 13. Jahrhundert;
im März 2006

Tor zum Schloss Mühlenburg;
im Juli 2004

Rittergut Werburg
in Spenge

Torhaus der Werburg,
heute Standesamt, Westseite

Wirtschaftsgebäude
von Haus Werburg

Torhaus des Haus Werburg
von 1596, Ostseite

Parks

Spenge weist heute keine intakten Parks auf.

Katzenholz
Der Beginn des Landratsweg in das Katzenholz nahe dem Tannenweg im Juli 2004
Das Hücker Moor

Das so genannte Katzenholz befindet sich in einem Siek südlich des Schlosses Mühlenburg. In den 1960 und 1970er Jahren wurde dieses Waldstück parkähnlich gestaltet und hauptsächlich durch Hermann Schaub regelrecht bewacht. Seit den 1990er Jahren werden die Strukturen von der Natur zurückerobert. Am mittlerweile verlandeten Ententeich (geographische Lage: 52° 8′ 6″ N, 8° 28′ 40″ O52.134968.477733) steht ein geschnitzter Holzstamm mit der Inschrift August Griese 1895–1962, Freund des Waldes. August Griese war Landrat des damaligen Landkreises Herford in der Zeit nach 1945. Der Landratsweg führt durch das Waldstück mit den Enden an der Bielefelder Straße in Höhe der Hausnummer 72 sowie an der Ecke Tannenweg/alte Mühlenburger Straße.

Naherholung

Hücker Moor

Das Erholungsgebiet Hücker Moor ist ein Moorsee, der im Stadtteil Hücker-Aschen im Norden der Stadt liegt. Das Gewässer ist im Laufe des 18. und 19. Jh. durch Austorfung eines Flachmoores und Volllaufen entstanden. Mit einer Fläche von etwa 12 ha bildet es das größte Binnengewässer im gesamten Kreis Herford.

Naturschutzgebiete

Auf dem Stadtgebiet von Spenge sind zwei Naturschutzgebiete in drei Teilflächen mit einer Gesamtgröße von rund 56,2 ha ausgewiesen. Dies entspricht etwa 1,4 % der Stadtfläche und ist sowohl absolut wie auch prozentual der geringste Wert im Kreis Herford. Die ausgewiesenen Gebiete sind

Naturschutzgebiet Warmenau: Teile rechts der Warmenau in Nordspenge zwischen der Martmühle und Strangfeld sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die beiden Teilflächen sind insgesamt ca. 27,1 ha groß.[25]
Naturschutzgebiet Turenbusch: Der Turenbusch an der Grenze zu Suttorf hat eine Größe von 29,1 ha und besteht zu einem großen Teil aus naturnahen Waldgesellschaften, einigen kleineren Fichtenforsten und Grünland.[25]
Landschaftsschutzgebiet
Spenger Mühlenbachsiek

Das weitläufige Spenger Mühlenbachsiek umfasst etwa 180 ha Gesamtfläche. Die Liegenschaften sind westlich der Stadt Spenge angesiedelt.

Naturdenkmäler

Spenge verfügt über keine Naturdenkmäler

Sport

Der Turn- und Sportverein (TuS) Spenge spielte bis 2008 in der zweiten Handballbundesliga. In der neuen Saison 08/09 spielt die erste Mannschaft des TuS Spenge in der Regionalliga.

Im Werburger Wald wurde zu Beginn der 1970er Jahre ein Trimm-dich-Pfad mit einigen Übungsgeräten angelegt, der auch von Schülern der damaligen Hauptschule während des Sportunterrichts genutzt wurde. Mit Beginn des Joggen, Aerobic und Tennis als Breitensport verlor diese Anlage an Bedeutung, heute ist sie fast vollständig verfallen.

Regelmäßige Veranstaltungen
Spenger Poll: Ursprünglich ein Jahrmarkt, heute mit dem Schützenfest zusammengelegt, Anfang Juni
Dorfgemeinschaftsfest in Wallenbrück, Reithalle; im Frühsommer
Ferienspiele: Freizeitangebot in den Schulsommerferien für Kinder. Bis 2004 durch die Stadt Spenge, seit 2005 durch die evangelische Kirchengemeinde der Stadt Spenge durchgeführt. Montag bis Freitag am Vor- und Nachmittag in der zweiten, dritten und vierten Woche der Schul-Sommerferien.
Spenger Stadtfest: ausgerichtet von dem örtlichen Einzelhandelsverband, am zweiten Septemberwochenende
Spenger Filmforum: Vorführung des „besonderen Films“ im örtlichen Kino Zentraltheater, jeden ersten Mittwoch im Monat. Veranstalter sind das Kulturamt Spenge und das Zentraltheater; vergünstigter Eintritt.
Freibadfete: jährlich im August stattfindende Veranstaltung des Stadtjugendring e.V. im Werburger Waldbad.
Kulinarische Spezialitäten

Spenge hat keine überregional bekannte Spezialität. Traditionell kochen die Spenger deftig westfälisch.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Straßenschild der Bussche-Münch-Str. in Spenge
Freiherr von dem Bussche-Münch
In Spenge geborene Persönlichkeiten
Caspar Heinrich Oldemeier (1841–1926), Unternehmer.
Hermann Jellinghaus (1847–1929), Sprachforscher und Volkskundler
Christoph Siebe, (1849–1912), akademischer Bildhauer und Maler der Wiedenbrücker Schule, geboren in Wallenbrück
Heinrich Specht (1885–1952), Rektor, Heimatkundler, Schriftsteller und Landtagsabgeordneter, geboren in Diemke-Wallenbrück
Eberhard Werdin (1911–1991), Komponist und Musikpädagoge
Horst Dietrich Schlemm (1919–2011), lutherischer Geistlicher und Posaunenwart
Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf (* 1942), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Europarlaments von 1984–1987 und 1989–2009.
Mit Spenge verbunden
Peter Ostermeyer (*1943), Schachmeister, spielte in Spenge
Hans Thimme, (*1909 †2006), 1934 bis 1939 Pfarrer in Spenge
Florian Anders (*1980), Regisseur, 1990 bis 2004 in Spenge, Träger des Spenger Kulturförderpreises 2005
Literatur
Mathias Austermann: Die Ausgrabung in der ev. luth. Kirche St. Martinus in Spenge, Kreis Herford. In: Westfalen. 70 (1992), S. 124–131.
Reinhard Oldemeier (Hrsg.): Zusammengetragen, ausgewählt und bearbeitet: Dokumente von fünf Generationen vom Stammbaum bis hin zu einzelnen Jahresringen. Selbstverlag, Lügde 2005.
Eberhard Groeger: Eine Nacht im Turm. Geschichten aus Spenge und Umgebung und von anderswo. Verlag Ernst Knoth, Melle 1999, ISBN 3-88368-308-6.
Dieter Meyer (Hrsg.): Franziska Spiegel – Die Stadt Spenge gedenkt eines jüdischen Schicksals – Eine Dokumentation mit Beiträgen zur Erinnerungsarbeit. 2. Auflage. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1995, ISBN 3-89534-145-2.
Christine Hartmann, Gerhard Heining, Ilse Kirchhof: Spuren der Geschichte in Wallenbrück und Bardüttingdorf. Ein Geschichtslehrpfad. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1992, ISBN 3-927085-55-3.
Eberhard Groeger: Ich will euch von meiner Kindheit in Spenge erzählen. Knoth, Melle 1991, ISBN 3-88368-216-0.
Werner Freitag: Spenge 1900–1950: Lebenswelten in einer ländlich-industriellen Dorfgesellschaft. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1988, ISBN 3-927085-10-3.
Wolfgang Mager (Hrsg.): Geschichte der Stadt Spenge. Verlag C. Ramm, Neu Wulmstorf 1984, ISBN 3-921917-99-9.
Norbert Sahrhage: „… weil sie hier mehr im Verborgenen ihr Wesen treiben können.“ Jüdische Spuren im Amt Spenge. In: Historisches Jahrbuch für den Kreis Herford 2005. ISBN 3-89534-592-X, S. 196–204.
Norbert Sahrhage: Vom Handballdorf zur Handballstadt. Die Geschichte der Handballhochburgen Spenge und Lenzinghausen. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89534-682-8.
August Wehrenbrecht: Bilder und Geschichten aus sechs Jahrhunderten. Gieselmann, Bielefeld 1987, ISBN 3-923830-08-4.
August Wehrenbrecht: Spenge – Anno dazumal. Selbstverlag, Spenge 1981.
Weblinks
 Commons: Spenge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Website der Stadt Spenge
Spenge im Kulturatlas Westfalen