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Wer im Recruiting die falschen Kanäle nutzt, verspielt die Chance auf qualifizierte Bewerber. Wir beraten Sie, wie Sie Ihr Budget optimal einsetzen und dabei Ihre Ziele erreichen.

Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Traunreut nicht vorenthalten.

Geschichte
20. und 21. Jahrhundert

Traunreut entstand aus einer Munitionsanstalt (Muna). Im Jahre 1938 errichtete die Wehrmacht im St.-Georgs-Forst die Heeres-Munitionsanstalt St. Georgen. Besitzteile der Stadt Traunstein sowie der Gemeinden Stein, Traunwalchen, Pierling und Palling waren Teil eines streng abgeschlossenen Bereichs von 242 ha. In mehr als 150 Holzbaracken, Steinhäusern und Bunkern wurden Giftgasgranaten gefüllt und in den Bunkern gelagert. 1941 verließ die erste Gasmunition die Fertigungshallen. In der Muna waren 2000 Personen beschäftigt. Am 3. Mai 1945 wurde die Fabrik kampflos durch die US-Armee eingenommen.

Nach 1945 siedelten sich viele Heimatvertriebene auf dem Gebiet der Industriesiedlung St. Georgen („Muna“) an. 1949 gründeten die Firmen Siemens und Heidenhain Betriebe in den Gebäuden der ehemaligen Munitionsanlage, die die notwendigen Arbeitsplätze schufen. 1947 gab es bei Entschärfungsarbeiten elf Tote. 1948 begannen die Entgiftungsarbeiten durch die STEG (Staatliche Erfassungsgesellschaft für öffentliches Gut), die Amerikaner verließen die Muna.

Am 25. Juni 1949 war Grundsteinlegung der Industriesiedlung St. Georgen. Am 1. Oktober 1950 wurde durch Betreiben von Lorenz Brandl in München/Regierung von Oberbayern die neue Gemeinde mit dem Namen Traunreut aus Gebietsteilen der Gemeinden Palling, Pierling, Stein an der Traun und Traunwalchen neu gebildet.[3] Andere Namensvorschläge waren unter anderem Georgenstadt, Neu-Stein und Neuwaldtraud. Traunreut hatte damals 1381 Einwohner. Lorenz Brandl war nach der Gründung im Jahre 1950 ein Jahr lang kommissarischer Bürgermeister, bis Karl Löppen 1951 erster offiziell gewählter Bürgermeister wurde.[4]

Im Jahre 1954 wurden die katholische Erlöserkirche und die evangelische Pauluskirche fertiggestellt. 1958 wurde Franz Haberlander Bürgermeister und blieb es bis 1984. 1960 wurde Traunreut zur Stadt erhoben. Am 29. September 1963 erfolgte die vorerst letzte Personenfahrt auf der Eisenbahnstrecke Traunreut–Hörpolding. 1966 wurde die zehntausendste Bürgerin geboren.

Im Jahr 1984 wurde Eduard Wiesmann Erster Bürgermeister und blieb es bis 2002. 2002 wurde Franz Parzinger Erster Bürgermeister und blieb es bis 2014. 2004 war die Industrie- und Einkaufsstadt Traunreut mit mehr als 22.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis. 2006 wurde die Bahnstrecke Traunstein–Traunreut wieder in Betrieb genommen. Seit 2014 ist Klaus Ritter Erster Bürgermeister.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1978 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Pierling eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Stein an der Traun und Traunwalchen aufgelöst und nach Traunreut eingemeindet.[5]

Bevölkerung
Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl ist bis 2002 fast kontinuierlich angestiegen, sank aber von 2003 bis 2011 in jedem Jahr. Seitdem steigt sie wieder stetig, wie die Tabelle zeigt:[6]

Jahr 1950* 1961* 1970* 1987* 1991 1995 2000 2002 2003 2004 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Einwohner 5.263 10.438 16.678 19.278 21.302 21.182 21.403 22.171 22.112 22.048 21.224 21.062 20.922 20.821 20.658 20.010 20.172 20.300 20.537 20.799

* Volkszählung

Altersstruktur

Die Altersstruktur hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt, wie der Vergleich der Zahlen von 1970 und 2008 deutlich zeigt.[6]

 
Alter
27. Mai 1970 31. Dezember 2008
Gesamt in %* dav. weiblich in %* Gesamt in %* dav. weiblich in %*
unter 6 Jahre 1698 10,1 831 9,6 996 4,8 507 4,7
6 bis 15 Jahre 2614 15,7 1231 14,2 1696 8,1 824 7,6
15 bis 18 Jahre 769 4,6 339 3,9 721 3,4 354 3,3
18 bis 25 Jahre 1643 9,9 900 10,4 1641 7,8 787 7,3
25 bis 30 Jahre 1315 7,9 685 7,7 1146 5,5 576 5,3
30 bis 40 Jahre 2699 16,2 1340 15,4 2528 12,1 1211 11,2
40 bis 50 Jahre 2173 13,0 1175 13,5 3317 15,9 1617 15,0
50 bis 65 Jahre 2131 12,8 1195 13,8 4176 20,0 2168 20,1
65 Jahre und älter 1636 9,8 1006 11,6 4701 22,5 2758 25,5

* der Gesamtbevölkerung bzw. der weiblichen Bevölkerung

Politik
Bürgermeister

Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 siegte Klaus Ritter (Freie Wähler) gegen den bisherigen Amtsinhaber Franz Parzinger (CSU).

Stadtrat
Rathausplatz

Der Traunreuter Stadtrat besteht aus 30 Sitzen, die seit den Kommunalwahlen in Bayern 2014 auf folgende Parteien und Listen verteilt sind:

Partei/Liste CSU SPD FW Bürgerliste Grüne Gesamt
Sitze 11 5 6 5 3 30
Stimmenanteil 37,23 % 16,31 % 21,1 % 16,25 % 9,11 % 100 %

Wappen und Flagge

Blasonierung: In Grün ein silbernes Zahnrad über einem silbernen Wellenbalken.

Das Zahnrad symbolisiert die industrielle Wirtschaftsstruktur des Ortes und nimmt Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Stadt als Industriesiedlung auf dem Gelände einer ehemaligen Heeresmunitionsanstalt. Der Wellenbalken nimmt als redendes Element den Namen der Gemeinde auf und verweist auf die Lage am Ufer der Traun.

Das Wappen wird nach Beschluss des Gemeinderats und der Zustimmung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern seit dem 3. Oktober 1955 geführt. Zuvor hatte die Gemeinde am 14. Juli 1953 eine Flagge in den Farben Weiß und Grün angenommen.

Städtepartnerschaften
Nettuno, Italien, seit 1974
Lucé, Frankreich, seit 1989
Virovitica, Kroatien, seit 1999
Religion

Katholisch sind 67 % der Einwohner, evangelisch 21 %, eine sonstige Religionszugehörigkeit oder keine Religion haben 12 % der Einwohner. Katholische Pfarrgemeinden existieren in Traunwalchen, St. Georgen und Traunreut, eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde sowie eine evangelische Freikirche in Traunreut.

Katholische Pfarrkirche am Rathausplatz

Evangelische Pauluskirche

Evangelische Freikirche Münchner Straße

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schloss Stein in Stein an der Traun (größte Höhlenburg Deutschlands)
Schloss Pertenstein
Pfarrkirche Traunwalchen
Pfarrkirche St. Georgen
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Traunreut
Museum

In 2011 eröffnete der Galerist Heiner Friedrich in Traunreut ein neues Museum, DASMAXIMUM KunstGegenwart, in dem u. a. Werke von Georg Baselitz, Imi Knoebel, Walter de Maria, John Chamberlain, Dan Flavin und Andy Warhol zu sehen sind.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Straße

Westlich der Stadt verläuft die Bundesstraße 304, die nördlich nach München und südlich nach Traunstein führt.

Schiene
Bahnhof Traunreut

Mit der Traun-Alz-Bahn der DB Regio/Südostbayernbahn besteht eine Bahnverbindung von und zur Kreisstadt Traunstein.

Bus

RVO-Linien-Busse der Regionalverkehr Oberbayern GmbH fahren innerorts als Citybus und verbinden Traunreut mit Trostberg und Traunstein.

Ansässige Unternehmen

In Traunreut sind einige mittelständische Unternehmen ansässig, geprägt wird die Traunreuter Wirtschaft aber von den drei großen Industriebetrieben Dr. Johannes Heidenhain GmbH (Messtechnik), BSH Hausgeräte GmbH und Siteco Beleuchtungstechnik GmbH.

Sport

Mit dem TUS Traunreut, dem FC Traunreut, dem TSV Traunwalchen-Matzing und dem TSV Stein-St. Georgen existieren 4 große Fußball- und Breitensportvereine. Weitere Sportvereine sind u.a. die NK Croatia Kickers, die Sportschützen in Stein, Traunwalchen und Traunreut, die Bogenschützen Poschmühle, der Kegelverein Gut Holz Traunreut und die Pferdefreunde Schloss Stein und Schloss Pertenstein.

Mit dem „Traunreuter Stadtlauf“ seit 2004 jährlich im Juli eine Laufsportveranstaltung durchgeführt.

Bildung

In Traunreut gibt es drei Grundschulen, eine Mittelschule, eine Realschule, zwei Gymnasien, eine Förderschule, sowie eine Volkshochschule.

Grundschule Traunreut-Nord, Grundschule Sankt Georgen-Sonnenschule, Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen
Werner-von-Siemens-Mittelschule
Walter-Mohr-Realschule
Johannes-Heidenhain-Gymnasium
Schule Schloss Stein (privat)
Wilhelm-Löhe-Zentrum
Volkshochschule
Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Traunreut

Söhne und Töchter
Alois Glück (* 1940 in Hörzing), CSU-Politiker
Peter Ramsauer (* 1954 in Traunwalchen), CSU-Politiker
Persönlichkeiten
Lorenz Brandl (* 8. August 1882 in Steineck; † 18. Juli 1955 in Trostberg) war Bürgermeister der Gemeinde Stein an der Traun und an der Gründung der Gemeinde Traunreut maßgeblich beteiligt.
Raimund Bauer (* 1955 in Heiligkreuz, Bayern), Bühnenbildner und Professor in Hamburg, hat bei Siemens eine kaufmännische Lehre gemacht.
Norbert Kühne (* 1941 in Groß-Ottersleben, heute Magdeburg), deutscher Schriftsteller und Psychologe, lebte von 1970 bis 1973 in Traunreut. Er war zum Schluss seines Aufenthalts für die SPD im Rat der Stadt.
Wilhelm Manske, deutscher Schauspieler, wohnte zu Beginn der 1970er Jahre in Traunreut.[8]
Ralph Möbius (1950 bis 1996) (Rio Reiser), Komponist, Sänger und Schauspieler wohnte von 1951 bis 1956 in Traunreut, sein Vater war Ingenieur bei Siemens.
Literatur
Franz Ebert: Traunreut 1938–1960. Die Kampfstoffarbeiter. Die Pioniere. Die Munesier. Die junge Gemeinde, herausgegeben von der Stadt Traunreut, Traunreut [etwa 1984]
Norbert Kühne: Zu den Bedingungen für die Jugendarbeit in der Provinz – Dargestellt am Beispiel des DVV-Jugendreferenten an der VHS Traunreut/Obb. In: Norbert Kühne: Wir arbeiten mit Jugendlichen. Andreas Achenbach Verlag, Gießen 1975; Seite 95–99, ISBN 3-87958-126-6
Ossip Ottersleben: Der Mord am Bürgermeister. Literarischer Verlag Braun, Köln 1977, ISBN 3-88097-060-2 (Der Roman wurde in Traunreut geschrieben; die Stadt diente als Vorlage.)
Mario H. Puhane: Traunreut. Sutton Verlag, 2003, ISBN 3-89702-614-7