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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Unterschwaningen nicht vorenthalten.

Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert

In der Gegend um Unterschwaningen war schon in der Jungsteinzeit besiedelt, wie Funde aus der Zeit um 5600 v. Chr. belegen.
Ab 90 n. Chr. war das Gebiet von den Römern besetzt, die ein Holzkastell mit Lagerdorf, ein Landgut und befestigte Straßen hinterließen.[3] In dieser Zeit gründete wohl ein Teil von ihnen Unterschwaningen. Darauf ist auch die Endung „-ingen“ des Ortsnamens zurückzuführen. Der Name hat aber nichts mit einem Schwan zu tun, wie man aufgrund des Wappentieres vermuten könnte. Er stammt auch nicht vom altenglischen Wort „swan“, das junger Mann, Knecht oder Hirte bedeutet, sondern wahrscheinlich von Sweno, dem Urahn eines fränkischen Rittergeschlechtes. Eine alemannische Urkunde von 920 n. Chr. berichtet von einem Ort namens Sweininga, der in dieser Gegend lag.

In einer Urkunde von 1053 wird „Sweiningen“ erstmals urkundlich erwähnt. Darin ist von Heinrick Sweininga die Rede, dessen Rittergeschlecht ein Wasserschloss und Unterschwaningen besaß. Während deren Herrschaftszeit wurde 1388 durch einen Eichstätter Bischof die erste Unterschwaninger Kirche geweiht.

Das Adelsgeschlecht der Sweininger starb 1455 mit Hans von Sweiningen aus. Bereits 1429 verkaufte aber Conrad von Sweiningen die Besitztümer von Unterschwaningen an seinen Schwager Conrad von Holzingen. In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Gut mehrmals den Besitzer. 1487 verkaufte Sigmund von Holzingen das Rittergut seinem Schwiegersohn Hans von Gundolsheim, dieser übertrug es 1511 als Lehen dem Markgrafen von Ansbach. Damit kamen die Ansbacher Markgrafen das erste Mal in Kontakt mit Unterschwaningen. 1517 bekommt der Ritter Ernst von Rechenberg Schloss und Gut übertragen. Im Jahre 1543 wurde Unterschwaningen durch die Reformation in den protestantischen Glauben übergeführt. Da der letzte Besitzer Conrad von Rechenberg 1583 kinderlos starb, fielen die Besitzungen an den Lehnsherren zurück. Jetzt lag Unterschwaningen wieder im direkten Zuständigkeitsbereich von Markgraf Georg Friedrich, der dem Gericht von Unterschwaningen 1599 das bis heute erhaltene Gemeindewappen verlieh.

Unter der Herrschaft von Markgraf Joachim Ernst erwirbt 1603 der Kriegsobrist und Geheimrat Johann Philipp Fuchs von Bimbach mit allen Rechten das Lehen Unterschwaningen. Es war jedoch ein Kauf auf Abbruch, das alte Wasserschloss war baufällig, unansehnlich und unmodern geworden. Der neue Besitzer war wohlhabend und konnte für den Bau eines neuen Schlosses an gleicher Stelle den Baumeister Blasius Berwart d. J. gewinnen. Als das Schloss mit wehrhaftem Charakter 1620 fertiggestellt wurde, hätte sich sein Besitzer daran freuen können, aber er hatte andere Pläne.

Skizze vom alten Schloss
Das Schloss

So trat er während des Dreißigjährigen Krieges, der damals über dem deutschen Land lag, in die Armee von Christian IV. von Dänemark ein. Für diesen Verrat wurde er vom deutschen Kaiser Ferdinand II. in die Reichsacht gestellt und für vogelfrei erklärt. Im August 1626 wurde die dänische Armee bei Lutter am Barenberge von den vereinigten Truppen Tillys und Wallensteins geschlagen. Johann Philipp Fuchs von Bimbach fand am 27. August 1626 als dänischer General den Tod.

Nun fiel der Besitz des Geächteten dem Kaiser zu. Dieser übergab Schloss und Gut des Verstorbenen an dessen katholischen Vetter Hans Karl von Bimbach. 1628 ließ er den katholischen Glauben wieder einführen. Aber bald darauf endete seine Herrschaft. Finanziell abgefunden, übergab er 1630 Unterschwaningen an den Markgrafen von Ansbach. Am 7. März 1630 wurde mit Wendelin Zahner wieder ein evangelischer Geistlicher eingeführt. Nach dessen Tod 1632 blieb die Pfarrstelle aufgrund der Kriegswirren unbesetzt. Der Herbst 1634 brachte nach der Schlacht bei Nördlingen die beinahe völlige Verwüstung des Ortes. Neben dem Schloss waren nur noch vier Häuser verschont geblieben. Schon seit den frühen 1640er Jahren wurde der Ort zur Zufluchtsstätte zahlreicher Glaubensflüchtlinge (Exulanten) aus Österreich, die der dortigen Gegenreformation hatten weichen müssen und in Franken eine neue Heimat fanden.[4]

Nun wurde es lange still um Unterschwaningen. Erst als die Markgräfin Christiane Charlotte 1712 dem Erbprinzen Karl Wilhelm Friedrich am ansbachischen Markgrafenhof das Leben schenkte, hatte die Stagnation ein Ende. Aus Freude über diese Geburt schenkte der Markgraf seiner Frau das Schloss auf Lebenszeit. Ihr war das Schloss allerdings zu altmodisch, zu unbequem und zu nüchtern. Vor allem fehlten die zierlichen Gärten, die gerade jetzt in Mode kamen. So beauftragte sie den Oberbaudirektor Carl Friedrich von Zocha, den Umbau zu leiten. Das neue Schloss wurde um 1719 fertiggestellt. Jetzt war westlich des alten Schlosses ein mehrflügliger Gebäudekomplex im Stil der französischen Renaissancearchitektur entstanden, der überwiegend als Wirtschaftsgebäude genutzt wurde.

Im Mai 1729 heiratete ihr einziger Sohn Karl Wilhelm Friedrich im Alter von 17 Jahren die zwei Jahre jüngere Prinzessin Friederike Luise von Preußen. In Berlin geboren, war sie die Tochter von Friedrich Wilhelm I., der auch als Soldatenkönig bekannt wurde. Am 8. April 1733 schenkte Friederike Luise dem Erbprinzen Karl Friedrich August das Leben und bekam bereits einen Tag später das Amt Unterschwaningen als Lehnssitz übertragen. Tatkräftig und kunstverständig stattete sie das graue Schloss mit kostbarem Rokokoprunk aus. Danach erstreckte sich an der Südostseite ein Lustgarten und Park, der nach französischem Muster angelegt wurde. Sie ließ außerdem einen künstlichen Wasserlauf errichten, der sich an den Garten anschloss und nach einer Länge von ca. einem Kilometer hinter einer geschwungenen Brücke endete. Am Südostende war der Kanal zu einem kleinen See erweitert, in dessen Mitte sich eine Insel mit Glaspavillon erhob.

Künstlicher Wasserlauf mit Kirche im Hintergrund
Skizze von Schloss und Park

Am 8. Mai 1737 starb der älteste Sohn von Markgräfin Friederike Luise. Der Markgraf und die ansbachische Hofgesellschaft gaben ihr die Schuld daran, deshalb wurde sie unter Anführung des Marschalls von Seckendorff nach Unterschwaningen in die Verbannung geschickt.

Auf Wunsch der Markgräfin sollte die baufällige gotische Ortskapelle durch ein neues Gotteshaus ersetzt werden. Als geeigneten Bauplatz befand man den höchsten Punkt Unterschwaningens. Nachdem der vormalige Besitzer gewichen war, konnte im September 1738 der Grundstein gelegt werden. Der Bau, der von Schlossbaumeister Leopoldo Retti geleitet wurde, ging schnell voran. Bereits 1739 war das Kirchenschiff fertiggestellt. Zwischenzeitlich brachen die ersten beiden Schlesischen Kriege gegen Österreich aus und so verzögerten sich die Arbeiten am Turm. Deshalb konnte die Weihe erst am 9. Mai 1743 gefeiert werden. An der Stelle eines ruinösen Gebäudes wurde darüber hinaus 1753 ein Pfarrhaus im Stil des Barock fertiggestellt.

1757 starb der Markgraf, aber Friederike Luise verblieb in Unterschwaningen, bis sie am 4. Februar 1784 an einer Lungenentzündung starb. Jedoch sollte das Schloss nicht lange ohne Herrin bleiben. Im Juni desselben Jahres schenkte der letzte Markgraf Christian Friedrich Karl Alexander seiner Frau Friederika Carolina das Schloss und Amt.[5] Die kränkliche Markgräfin starb bereits am 18. Februar 1791 im Alter von 55 Jahren. Der Markgraf verkaufte die Liegenschaften an seinen Vetter, König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, bevor er mit seiner Geliebten, Lady Craven, nach England auswanderte.

Die Säle des Schlosses blieben unbenutzt, die große Bibliothek, deren Werke Friederike Luise gesammelt hatte, bekam die Universität Erlangen, sonstige wertvolle Gegenstände wurden in die Ansbacher Residenz gebracht. Was zurückblieb, wurde gestohlen oder vernichtet.

Aber das Schloss sollte nochmals für kurze Zeit adelige Bewohner bekommen. 1795 zogen 63 Flüchtlinge, die vor den Wirren der Französischen Revolution flohen, in die Räume. Erst der Friede von Lunéville 1801 brachte dem Land wieder Ruhe. 1802 kehrten die Flüchtlinge und der Fürst von Oettingen-Wallerstein, der ebenfalls vor den französischen Truppen Schutz suchte, in ihre Heimat zurück.

Ehem. Eckpavillon des Schlosses
Vorderansicht Rathaus Friederike-Louise-Allee

Im Jahr 1806 fiel Franken und alle preußischen Besitztümer an das neue Königreich Bayern. Da das Königreich sich weigerte, für den weiteren Unterhalt des Schlosses aufzukommen, wurden 1807 sämtliche Liegenschaften mit Ausnahme von Wald, Park und Schloss versteigert. Nach vergeblichen Versuchen, in Teilen des Schlosses einen Kornspeicher und ein königliches Rentamt einzurichten, wurden 1811 die restlichen Gebäude verkauft. Der neue Besitzer, der Sekretär Wirtmann aus Ansbach, ließ das Ballgebäude und die Verbindungstrakte der hufeisenförmig angeordneten Eckpavillons abreißen. Die vier Eckpavillons eigneten sich zu Wohnzwecken und entgingen so der Zerstörung. Aus den kunstvollen Parkanlagen wurden Wiesen und Felder, der Kanal diente einer nahen Mühle als Wasserspeicher. In die ehemaligen Wirtschaftsgebäude zogen später eine Brauerei, Schule, Kindergarten und Gemeindekanzlei ein.

20. Jahrhundert

In den Jahren von 1969 bis 1991 fanden Flurbereinigungsmaßnahmen statt.

Eingemeindungen

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dennenlohe und Kröttenbach eingemeindet.[6] Oberschwaningen kam am 1. Mai 1978 hinzu.[7]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Unterschwaningen mit eingemeindeten Ortsteilen:

1939: 0866 Einwohner
1950: 1282 Einwohner
1961: 0953 Einwohner[7]
1970: 0913 Einwohner[7]
1979: 0843 Einwohner
1991: 0854 Einwohner
1995: 0873 Einwohner
2003: 0923 Einwohner
2005: 0908 Einwohner
2010: 0864 Einwohner
2015: 0870 Einwohner

Gemeinde Unterschwaningen ohne eingemeindete Ortsteile:

1910: 0552 Einwohner[8]
1933: 0490 Einwohner
1939: 0443 Einwohner[9]
1961: 0522 Einwohner[7]
1970: 0521 Einwohner[7]
Cyriakuskirche Oberschwaningen
Dreifaltigkeitskirche Unterschwaningen
Religion

Die Einwohner von Unterschwaningen sind zu 80 % evangelisch und zu 14 % katholisch.[10] Die evangelischen Kirchengemeinden Ober- und Unterschwaningen gehören zum Dekanat Wassertrüdingen im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die Katholiken in Unterschwaningen gehören zur Pfarrei Heilig Geist im fünf Kilometer südlich gelegenen Wassertrüdingen, Dekanat Herrieden, Bistum Eichstätt.

Politik
Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 hatte der Gemeinderat acht Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,7 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  Freie Wählergruppe    4 Sitze (54,6 %)
  Wählergruppe Ortsteile 4 Sitze (45,4 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister

Seit 2002 ist Friedrich Walter Bürgermeister. Er wurde 2014 mit 71,72 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Geviert von Silber und Schwarz, überdeckt mit einem schreitenden, rot bewehrten silbernen Schwan mit ausgebreiteten Flügeln.

Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Unterschwaningen
Mundart

Die gesprochene Mundart ist ein Ostfränkisch mit schwäbischen Einschlägen, da der Ort in der Übergangszone beider Dialekte liegt.

Persönlichkeiten
Hans Keesebrod (1537–1616), bedeutender Renaissance-Baumeister, Schultheiß und Reformator, Erbauer u. a. des Marktbreiter Rathauses, wurde in Unterschwaningen geboren.
Verkehr

Die Staatsstraßen 2219 und 2221 führen durch Unterschwaningen.
Von diesen zweigen die Kreisstraßen AN 47 und 61 ab.
Der Haltepunkt Unterschwaningen liegt an der Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen. Hier finden in den Sommermonaten Sonderzugfahrten des Bayerischen Eisenbahnmuseums statt.

Literatur
Johann Kaspar Bundschuh: Unterschwaningen. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 647–648 (Digitalisat). 
August Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 15). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450930, S. 201–206. 
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 521 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879). 
Gottfried Stieber: Schwaningen. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 742–753 (Digitalisat). 
Weblinks
 Commons: Unterschwaningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Geographisches Lexikon von Franken (1802): Unterschwaningen – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Schwaningen, in Georg Muck – Geschichte von Kloster Heilsbronn, Band 2 – Quellen und Volltexte
Karte der Gemeinde Unterschwaningen auf dem BayernAtlas
Website von Unterschwaningen
Schloss Unterschwaningen
Region Hesselberg
Eintrag zum Wappen von Unterschwaningen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Unterschwaningen: Amtliche Statistik des LfStat