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Geschichte
Ursprünge
Vareler Wald

Die genaue Entstehung des Namens Varel ist nicht bekannt. Eine Erklärung besagt, es bedeute (wie Driefel) „Trift am Walde“ oder es stamme von dem Wort Farloh (Weg durch den Wald) ab. Andere vermuten, dass das Wort Farle eine Zusammensetzung der friesischen Wörter fran und le beziehungsweise lo sei. Dieses würde soviel wie „Heiliger Wald“ bedeuten. Dafür spricht, dass der heutige Kirchplatz früher einmal eine friesische Kultstätte war . Des Weiteren wird behauptet, dass Varel oder Farle eine Bezeichnung für den Sammelplatz einer germanischen Hundertschaft war.

Erste Besiedlungsfunde sind Grabhügel und Funde längs der Ostfriesischen Heerstraße im Raume Altjührden-Seghorn (etwa 3000–2000 v. Chr.) sowie ein Urnenfriedhof in Borgstede, Jeringhave und Bramloge sowie ein Bohlenweg zwischen Büppel und Jethausen (etwa 2000–750 v. Chr). Gesichert gilt auch eine Chaukische Siedlung in Oldorf (Varelerhafen) (etwa 1. Jahrhundert).

Varel war Gaukirche (= Hauptkirche) des Viertels Varel („Quadrans Varel“) des von Willehad nach 783 missionierten Gaus Rüstringen, der zur Verwaltung in vier Viertel aufgeteilt war. Nach Sturmfluten im 12. bis 14. Jahrhundert, besonders der Zweiten Marcellusflut von 1362, wurde der nördliche Teil dieses Viertels, das dann Viertel Bant genannt wurde, durch das Schwarze Brack von Varel und der Friesischen Wehde getrennt. Varel wurde im 13. Jahrhundert Mittelpunkt seiner umliegenden Region. Urkundlich erwähnt wurde Varel zum ersten Mal 1123 als Meierhof „Farle“ in einem Schreiben des Papstes Kalixt II. an das Rasteder Benediktinerkloster.

Herrschaft der Oldenburger und Bentincks
Modell des Schlosses

Mitte des 15. Jahrhunderts geriet Varel, das zuvor zum friesischen Stammesgebiet gehörte und zuletzt von Häuptlingen regiert wurde, in den Einflussbereich des oldenburgischen Grafenhauses. Ab 1577 war Varel der Sitz eines selbständigen Amtes in der Grafschaft Oldenburg. Mitte des 17. Jahrhunderts bildete Varel dann als Folge einer testamentarischen Verfügung des Grafen Anton Günther von Oldenburg eine reichsgräfliche Herrschaft unter oldenburgischer Oberhoheit. Zunächst regierten die Aldenburger Grafen, später durch Einheirat die Reichsgrafen von Bentinck. In den Jahren 1811 bis 1813 gehörte Varel für kurze Zeit wie das übrige Oldenburger Land zum französischen Kaiserreich und war Sitz einer gleichnamigen Mairie.

Nach dem Ende der französischen Besatzung im Jahre 1813 entstand die reichsgräfliche Herrschaft Varel neu und bildete nun als Amt Varel erneut einen Bestandteil des Großherzogtums Oldenburg, ging aber erst 1854 mit dem Ankauf der verbliebenen bentinckschen Herrschaftsrechte (Ende des „Bentinckschen Erbfolgestreits“) durch den oldenburgischen Staat endgültig darin auf.

Mit Wirkung vom 8. Dezember 1832 bildeten die beiden Bauerschaften Nordende und Südende, d. h. der eigentliche Ort Varel, innerhalb des Kirchspiels Varel den Flecken Varel mit eigener Ortsverwaltung, Ortsausschuss und einem Ortsvorsteher.

Am 1. Mai 1856 entstand aus diesem Teil des Kirchspiels Varel die Stadtgemeinde Varel (Stadt II. Ordnung), aus dem restlichen Teil des Kirchspiels wurde die Landgemeinde Varel gebildet. Die Stadtgemeinde Varel erhielt am 1. Mai 1858 den Status einer amtsfreien Stadt (Stadt I. Ordnung).
Das Amt Varel – mit Amtssitz in der Stadt Varel – umfasste ab dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bis zur Verwaltungsreform von 1933 die Landgemeinde Varel und die Gemeinden Jade, Schweiburg, Bockhorn, Zetel und Neuenburg. Mit der Stadtgemeinde Varel bildete es einen Amtsverband. Im deutschen Kaiserreich war Varel eine Hochburg des Linksliberalismus, die Vareler Tageszeitung Der Gemeinnützige galt als inoffizielles Zentralorgan der Linksliberalen im Großherzogtum Oldenburg. In Varel entwickelte sich auch eine sozialdemokratische Vereinslandschaft, neben der Parteiorganisation (SPD) existierten eine Vielzahl von Arbeitersport- und Kulturvereinen. Durch ein undemokratisches Wahlrecht auf Kommunalebene blieben Stadtrat und Stadtmagistrat aber unangefochtene Domäne der Bürgerlichen.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach der Novemberrevolution 1918 herrschte im Amtsverband Varel und damit auch in der Stadtgemeinde Varel zunächst von November 1918 bis Februar 1919 ein sozialistischer Arbeiter- und Soldatenrat unter dem Vorsitz von Albert Sonnenmoser (USPD). Der 1908 gewählte und 1916 wiedergewählte Bürgermeister Wilhelm Oltmanns, die ebenfalls noch zu Kaisers Zeiten gewählten vier Ratsherren und die 18 Stadträte blieben jedoch zunächst in ihren Ämtern. Am 6. April 1919 fanden dann erstmals Stadtratswahlen nach einem demokratischen Wahlrecht statt. Weitere Stadtratswahlen in der Weimarer Republik fanden jeweils im November der Jahre 1921, 1924, 1927 und 1930 statt. Die bürgerlichen Parteien und Wahlgruppierungen stellten bis 1930 immer die Mehrheit im Stadtrat, die USPD (1919 und 1921), die SPD (1919 bis 1933) und die KPD (1924 bis 1933) blieben in der Minderheit. Im Sommer 1920 trat Bürgermeister Oltmanns zurück und wurde im Mai 1921 zum Ehrenbürger der Stadt Varel ernannt. Zu seinem Nachfolger wählte der Stadtrat im August 1921 Max Berlit.

Im Zuge der politischen Rechtsentwicklung wurde die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) in den zwanziger Jahren stärkste politische Partei in Varel, bereits 1920 entstand in Varel die erste Ortsgruppe im Freistaat Oldenburg des rechtsgerichteten Kampfverbandes Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten.
Im Sommer 1928 erschütterte der Sparkassen-Skandal die Stadt Varel, der 1921 gewählte Bürgermeister Max Berlit wurde in diesem Zusammenhang amtsenthoben und beging am 5. August 1928 Selbstmord. Nachfolger wurde erneut Wilhelm Oltmanns, der das Amt von Juli 1928 bis Februar 1929 kommissarisch verwaltete und dann vom Stadtrat erneut zum Bürgermeister – diesmal „auf Lebenszeit“ – gewählt wurde.

In der Endphase der Weimarer Republik litt die Stadtgemeinde Varel unter einem erheblichen Defizit im städtischen Haushalt und war mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Erwerbslosen und Wohlfahrtsempfängern belastet. Teils gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der NSDAP und ihren Organisationen (besonders SA und SS) mit den Kommunisten bzw. den republikanischen Schutzorganisationen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und Eiserne Front verschärften das kommunalpolitische Klima.

Ab 1930

Bei der Stadtratswahl im November 1930 wurde die im April 1928 gegründete NSDAP-Ortsgruppe Varel stärkste Fraktion im Stadtrat und besaß nach dem Übertritt von zwei bürgerlichen Stadträten mit 11 von 18 Sitzen die absolute Mehrheit. Varel erhielt so bereits Anfang 1931 einen Stadtratsvorsitzenden, Friedrich Wegener senior – Vater von Paul Wegener, dem späteren NSDAP-Gauleiter Weser-Ems, und dem bekannten Arzt Friedrich Wegener junior – sowie einen stellvertretenden Bürgermeister (Kaufmann Hans Flügel) mit nationalsozialistischem Parteibuch. Bei den oldenburgischen Landtagswahlen vom Mai 1932 errangen die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit im Landtag, der Freistaat Oldenburg erhielt damit die erste rein nationalsozialistische Landesregierung in Deutschland (Ministerpräsident Röver).

Nach der NS-Machtübernahme im Reich im Frühjahr 1933 versetzte die NS-Landesregierung Bürgermeister Oltmanns „in den Ruhestand“, Nachfolger in seinem Amt wurde der Nationalsozialist Gustav Menke (bis 1940). Stadtrat und Stadtmagistrat wurden politisch zunächst gleichgeschaltet, mit der Einführung der Deutschen Gemeindeordnung im Jahre 1935 die kommunale Selbstverwaltung endgültig beseitigt. Die weiteren Bürgermeister in der NS-Zeit waren Wilhelm Gerstenberg (1941/42) und Otto Ahlers (1943–1945). Die bürgerlichen Parteien einschließlich der Deutschnationalen hatten sich bis zum Sommer 1933 selbst aufgelöst, die KPD und die SPD samt Nebenorganisationen waren verboten worden und ihre Funktionäre und Mitglieder der besonderen Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt.

Mit der Oldenburgischen Verwaltungsreform vom Mai 1933 wurde der Amtsverband Varel aufgelöst und mit dem Amt Jever zum neugebildeten Amt Friesland vereinigt. Die Stadtgemeinde Varel verlor den Amtssitz und gleichzeitig ihren Status als selbständige „Stadt 1. Ordnung“, sie war nun als „Stadt 2. Ordnung“ der Dienstaufsicht des Amtes (ab 1. Januar 1939: Landkreis) Friesland unterstellt. Die Landgemeinde Varel führte ab 1937 den Namen „Gemeinde Varel-Land“.

Die Stadt Varel war ab März 1934 Sitz der NSDAP-Kreisleitung für den Landkreis Friesland (Kreisleiter: Kaufmann Hans Flügel), hier befand sich auch der Sitz der Führung der SA-Standarte 19 sowie der Kreisleitungen weiterer nationalsozialistischer Verbände und Gliederungen des Landkreises Friesland. Der gebürtige Vareler Paul Wegener, vor der Machtergreifung zeitweise NSDAP-Ortsgruppenleiter in Varel, stieg 1942 bis in die Position des NS-Gauleiters Weser-Ems auf. Der letzte Lagerkommandant des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück, der SS-Sturmbannführer Fritz Suhren, war ebenfalls ein gebürtiger Vareler (Suhren wurde 1950 wegen seiner NS-Verbrechen hingerichtet).

Innenstadt von Varel

Die jüdischen Bürger der Stadt wurden – soweit sie nach der NS-Machtergreifung nicht rechtzeitig auswandern bzw. fliehen konnten – rechtlich und gesellschaftlich diskriminiert und ausgegrenzt. Jüdischer Besitz wurde „arisiert“. Die letzten in Varel lebenden Bürger jüdischen Glaubens waren im sogenannten Jüdischen Altenheim in der Schüttingstraße 13 untergebracht. 29 Altenheim-Bewohner wurden in zwei Deportationen im Oktober 1941 (6 Personen) und Juli 1942 (23 Personen) in die Ghettos Lodz/Litzmannstadt (über Emden und Berlin) und Theresienstadt (über Bremen und Hannover) deportiert, einige von Ihnen weiter in die Vernichtungslager Auschwitz und Chelmo (Kulmhof). Keiner der Deportierten überlebte. Heute erinnert eine Gedenktafel bei der Grundschule Osterstraße an die ehemals gegenüberliegende Synagoge. Diese wurde beim Novemberpogrom 1938 zerstört. Während des Zweiten Weltkrieges lebten eine Vielzahl ausländischer Zivilarbeiter und Kriegsgefangene in Varel, die unter teils erbärmlichen Lebensbedingungen zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Obwohl Varel in unmittelbarer Nachbarschaft des im Zweiten Weltkrieg von alliierten Bomberverbänden über 100-mal angegriffenen Wilhelmshaven lag, blieb die Stadt von weitergehenden Zerstörungen verschont, es gab lediglich einzelne Bombenschäden und mehrere Opfer bei Tieffliegerangriffen in der Endphase des Krieges.

Nach 1945

Nach der kampflosen Besetzung am 6. Mai 1945 durch Truppenverbände der 2. Kanadischen Armee gehörte Varel zur britischen Besatzungszone und seit November 1946 zum neu gebildeten Land Niedersachsen. Varel war zeitweilig Sitz der britischen Kreis-Militärregierung für den Landkreis Friesland. Der erste gewählte Bürgermeister nach dem Kriege war Adolf Heidenreich (SPD).

In den Jahren 1955 bis 1958 wurde in Dangast die Sielschleuse gebaut und so die Entwässerung bis weit nach Ostfriesland hinein sichergestellt. Die Verbindungen der Siele und die Wanderungen der Deiche werden in Mosaiken dargestellt. Bereits 1961 wurde Varel durch Belegung der ehemaligen Kasernen der Kriegsmarine Bundeswehrstandort. Die Standortverwaltung übernahm das ehemalige Hansagebäude (siehe Hansa-Lloyd, 1994 wurde die Standortverwaltung Varel aufgelöst).

Die Große Sturmflut 1962 führte zu weiteren Geestabbrüchen in Dangast. Die Vareler Schleuse wird gefährdet. Planungen für eine Erhöhung der Deiche und eine neue Schleuse beginnen. Im gleichen Jahr beginnen die Bauarbeiten für ein neues Rathaus an der Windallee. 1972 wurden beide Vareler Gemeinden zur heutigen Stadtgemeinde Varel vereinigt. In den Jahren bis 1975 entstand die Autobahn 29. Varel erhält zwei Autobahnanschlussstellen. Die Windmühle wurde in diesen Jahren instand gesetzt und als Teil des Heimatmuseums ausgebaut. Sie ist weiterhin voll funktionstüchtig.

Zwischen 1977 und 1980 gehörte Varel zusammen mit Zetel und Bockhorn zum Landkreis Ammerland. Hintergrund war seinerzeit die Zusammenlegung der übrigen Teile des Landkreises Friesland mit dem Landkreis Wittmund, die jedoch politisch umstritten war und nach einer Klage vom Niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg wieder rückgängig gemacht wurde. Nachdem die Landkreise Wittmund und Friesland wiederhergestellt wurden, kamen auch die genannten drei Kommunen zurück zum Landkreis Friesland.

In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre wurden in Dangast das Meerwasserquellbad gebaut und die Kuranlage Deichhörn gebaut (Kuranlage Deichhörn und der gegenüberliegende Kursaal wurden 2016/2017 zurückgebaut). Innerstädtisch wurde gegen zunächst großen Widerstand der Geschäftsleute die Fußgängerzone angelegt. 1977 wurde die neue Kammerschleuse am Vareler Hafen (Wilhelm-Kammann-Schleuse) und das neue Vareler Siel in Betrieb genommen. Das Land Niedersachsen erkannte 1983 den Ortsteil Dangast als Nordseebad und Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb an.

Seit 1986 ist Varel selbständige Stadt nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz. Die Stadtverwaltung übernimmt also auch Aufgaben der Kreisverwaltung für die Vareler Bürger. Dies kann zum einen mit der Einwohnerzahl Varels erklärt werden, zum anderen auch mit der Tatsache, dass Varel von allen kreisangehörigen Kommunen am weitesten vom Kreissitz Jever entfernt ist.

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Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Varel-Land eingegliedert. Ein kleinerer Teil dieser Gemeinde kam zu Wiefelstede.[4]

Ausgliederungen

Am 1. Januar 1980 wurde ein Gebietsteil mit damals etwa 80 Einwohnern an die Nachbargemeinde Wiefelstede abgetreten.[4]

Religionen
Christliche Gemeinden
Evangelisch-lutherische Kirche

Mit der Reformation wurde die Mehrheit der Vareler Bevölkerung evangelisch-lutherisch. Die Vareler Gemeinde mit den Bezirken Varel, Büppel, Dangastermoor und Obenstrohe gehört zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Hauptkirche ist die Schlosskirche.[5]

Römisch-katholische Kirche

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand in Varel wieder eine katholische Gemeinde. Die neugotische St.-Bonifatius-Kirche wurde 1855–1858 erbaut. Nachdem die Gemeinde durch den Zustrom von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stark angewachsen war, wurde 1965–1967 die neue St.-Bonifatius-Kirche errichtet. Die alte Kirche wurde zum Pfarrheim umgebaut. Die Gemeinde gehört zum Bischöflich Münsterschen Offizialat.[6]

Vereinigung Evangelischer Freikirchen

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen ist in Varel mit folgenden Gemeinden vertreten:

Die Anfänge der Vareler Baptistengemeinde Varel (auch Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde genannt) gehen auf das Jahr 1843 zurück. Erste größere gottesdienstliche Versammlungen in einem Privathaus sind ab 1849 bezeugt.[7] 1858 wurde die erste Kirche der Baptistengemeinde errichtet. Die heutige Friedenskirche an der Mühlenstraße ist das zweite Gotteshaus der Gemeinde. Sie wurde 1922 errichtet. Varel ist auch der Geburtsort des baptistischen Gründervaters Johann Gerhard Oncken (1800–1884).

Ein Gotteshaus der Siebenten-Tags-Adventisten befindet sich an der Lerchenstraße 6.

Neuapostolische Kirche

Seit 1928 existiert in Varel eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche. 1978 konnte die Gemeinde ein eigenes Kirchengebäude in der Bahnhofstraße beziehen.[8]

Evangelisch-lutherische Schlosskirche

Katholische St.-Bonifatius-Kirche

Friedenskirche der Vareler Baptisten

Neuapostolische Kirche Varel

Politik
Stadtrat

Der Stadtrat von Varel besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren. Die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.001 und 25.000 beträgt normalerweise 34 Ratsmitglieder. Auf Beschluss des Stadtrates wurde diese Zahl um zwei Ratsmitglieder reduziert.[9] Der Stadtrat wird durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Gerd-Christian Wagner von der SPD.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[10]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
SPD 27,27 % 9 −2,56 % −1
CDU 19,65 % 6 −02,10 % −1
Zukunft Varel 28,62 % 9 +13,36 % +4
Bündnis 90/Die Grünen 9,18 % 3 -01,65 % 00
BBV 04,25 % 1 -01,33 % −1
FDP 04,59 % 1 +01,07 % 0
Die Linke 02,43 % 1 +00,59 % +1
Einzelbewerber Breitenfeldt 02,03 % 1 +02,03 % +1
Einzelbewerber Westerman 01,92 % 1 +01,92 % +1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 58,54 %[10] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[11] Zum Vergleich: Bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 57,56 %.

Bürgermeister
Rathaus

Bei den letzten Bürgermeisterwahlen am 16. Juni 2014 wurde der bisherige Amtsinhaber Gerd-Christian Wagner (SPD) zum hauptamtlichen Bürgermeister wiedergewählt. Bei der Stichwahl erhielt Wagner 56,52 % der Stimmen, sein Gegenkandidat Rainer Rädicker 43,47 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,87 %.[12] Gerd-Christian Wagner trat seine weitere Amtszeit zum 1. November 2014 an.

Liste der Vareler Bürgermeister
1945–1946: Adolf Heidenreich, SPD
1946–1948: Bernhard Albrechts, FDP
1948–1949: Adolf Heidenreich, SPD
1949–1950: Bernhard Albrechts, FDP
1950–1952: Adolf Heidenreich, SPD
1952–1961: Karl Nieraad, CDU
1961–1976: Wilhelm Kammann, SPD
1976–1981: Karlheinz Bäker, CDU
1981–1996: Karl-Heinz Funke, SPD
1997–2001: Hans Fabian, SPD
2001–2006: Wolfgang Busch, SPD
seit 2006: Gerd-Christian Wagner, SPD
Vertreter in Land- und Bundestag
Landtagsabgeordneter Olaf Lies

Bei den Wahlen zum Niedersächsischen Landtag gehört Varel zum Landtagswahlkreis 070 Friesland, der den gesamten Landkreis Friesland umfasst. Das Direktmandat wurde im Januar 2013 durch Olaf Lies von der SPD gewonnen. Am 19. Februar 2013 wurde Lies zum niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ernannt.[13] Vorgezogene Neuwahlen zum Landtag fanden am 15. Oktober 2017 statt, Olaf Lies wurde wiederum als Direktkandidat gewählt.

Varel gehört zum Bundestagswahlkreis Friesland – Wilhelmshaven. Er umfasst die Stadt Wilhelmshaven sowie die Landkreise Friesland und Wittmund.[14] Direkt gewählte Abgeordnete ist Siemtje Möller (SPD). Über Listenplätze der Parteien zog kein Kandidat der Parteien aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.[15]

Wappen

Blasonierung: „In Blau eine bis zur Schildmitte wachsende, schwarzgefugte, silberne, gezinnte Stadtmauer mit mittigem, von je einem runden blauen Fenster beseitetem, offenem blauem Portal, darin ein gelehnter goldener Anker, mittig ein wachsender, zweistufiger Zinnenturm mit eingezogener oberer Stufe, beide Stufen mit mittigem schwarzen Bogenfenster, oben begleitet vorne von einem gleicharmigen goldenen Ankerkreuz und hinten von einer goldenen Rose.“

Nach der städtischen Hauptsatzung: Das Wappen der Stadt Varel zeigt eine silberne Stadtmauer mit Turm und Torbogen in ultramarin-blauem Felde. Die Mauerstriche sind schwarz. Rechts vom Turm befindet sich eine goldene Rose und links vom Turm ein goldenes Ankerkreuz. Im Torbogen liegt ein nach links neigender goldener Anker.[16]

Die Stadtmauer mit Turm und Torbogen erinnert an die Erlangung der Stadtrechte im Jahr 1856. Der goldene Anker im Torbogen weist auf die Bedeutung des Hafens für die Stadt hin und an die ersten Herren von Varel erinnern die Symbole „Goldenes Ankerkreuz“ (Herrschaft der Grafen von Bentinck) sowie die „Goldene Rose“ (Herrschaft der Grafen von Aldenburg).

Flagge

Die Flagge der Stadt Varel zeigt ein weißes Kreuz auf blauem Hintergrund. Die Farben der Stadt Varel sind: Weiß-Blau.[16]

Städtepartnerschaften
Deutschland Barth (Mecklenburg-Vorpommern), seit 21. Dezember 1990
Vereinigte Staaten Jackson, Michigan (USA)
Spijöök Museum
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen und Archive
„Sowjetisches Atom-U-Boot“ der SULO-Klasse vor dem Spijöök Museum
Heimatmuseum Varel mit Windmühle
Spijöök Museum für Kuriositäten und Seemannslegenden (Vareler Hafen)
Franz-Radziwill-Haus (Dangast)
Zollamt-Galerie im Vareler Hafen
Bauwerke
Leuchtturm Arngast von 1909 im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Schlosskirche am Schlossplatz (Patrozinium: Peter und Paul) wurde ursprünglich als Holzkirche um 800 errichtet, im 12. Jahrhundert als Steinkirche mit Findlingen aufgebaut und mehrfach erweitert. 1634 stiftete Graf Anton Günther den Münstermann-Altar, -Kanzel und -Taufbecken. Unter dem Altarraum befindet sich die Familiengruft der Grafen Bentinck. Die Schlosskirche ist das älteste Bauwerk Varels (Baujahr nach Überlieferung 1144). Die heutige Orgel wurde 1978 von der Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt erbaut und ersetzte eine Vorgängerorgel von Philipp Furtwängler aus dem Jahr 1861.[17]
Die fünfgeschossige Vareler Windmühle aus dem Jahre 1847 ist mit 30 m eine der größten Windmühlen in ganz Deutschland. Heute befinden sich hier eine umfangreiche heimatkundliche Sammlung sowie eine Sammlung zur Vareler Industriegeschichte.
das Waisenhaus – hier befindet sich die Jugendhilfeeinrichtung Waisenstift Varel.
der Vareler Wasserturm wurde 1913–1914 erbaut und versorgt die Stadt noch heute mit Wasser aus eigenen Brunnen.
das denkmalgeschützte Hansagebäude.
das Amtsgericht.
der Vareler Bahnhof.
die Kapelle der Evangelisch-Freikirchlichen Baptistengemeinde.
das Gebäude des ehemaligen Technikums (heute: Grundschule Osterstraße) mit der Erinnerungstafel an die ehemalige Synagogengemeinde und Synagoge in Varel in der Osterstraße (woran auch in Yad Vashem erinnert wird).
das ehemalige Reedergebäude am Neumarktplatz.
das Stadthaus Lange Straße 49 mit der alten Kaimauer, Elternhaus der Professorenbrüder Schuhr.
das Heimatmuseum.
die kleinste Kneipe Deutschlands „Up´n Prüfstand“[18]
Im Ortsteil Hohenberge an der Neuwangerooger Straße liegt der 1.822 m² große jüdische Friedhof, auf dem sich 120 Grabsteine befinden.

Leuchtturm Arngast

Die Vareler Windmühle

Vareler Wasserturm

Schöpfwerk am Vareler Hafen

Waisenhaus Varel

Sehenswürdigkeiten
Nordseebad Dangast – Hafen

Das Nordseebad Dangast bietet den einzigen kostenfreien Strand an der Deutschen Nordseeküste und war Mitte des 20. Jahrhunderts Aufenthaltsort der Brücke-Maler im Sommer. Eine reiche Künstlertradition hat sich dort erhalten.

Der Vareler Hafen mit der Wilhelm-Kammann-Schleuse ist die Verbindung über den Jadebusen zur Nordsee. Im Hafenbereich lassen sich noch Spuren der einst dänischen Christiansburg mit den Festungswällen und -gräben (Lageplantafel am Hafen) finden.

In der Innenstadt

ist das legendäre HANSA PKW Produktionsgebäude (Lloyd (Auto)) und die Hansa-Siedlung in der Koppenstraße sowie das Rennfahrerhaus erhalten.
Obenstrohes liegt das Naturschutzgebiet Mühlenteich mit dem Mühlenradbassin, ein Orchideenrefugium.
befindet sich das einzige erhaltene Kellerhaus am Logemoorweg nahe der Burganlage Bramloge.
Sport

Verschiedene Sportvereine in Varel ermöglichen die Ausübung der meisten Sportarten. So ist neben Fußball und Leichtathletik auch Schwimmen, Handball, Segeln, Triathlon, Boßeln, Volleyball, Badminton, Reiten und Rugby zu nennen.

Über Varel hinaus bekannt ist die HSG Varel-Friesland (früher SG/VTB Altjührden), die einst in der Handball-Bundesliga spielte und auch einige deutsche Nationalmannschaftsspieler hervorgebracht hat (zum Beispiel Jan Fegter und Johannes Bitter). Die Heimspiele der HSG Varel-Friesland finden in der Manfred-Schmidt-Sporthalle Altjührden statt, in der auch die Sportarten Badminton, Faustball und Gymnastik vom Turnverein Altjührden e.V. angeboten werden.

Der SC Varel bietet bereits seit langem eine Rugby-Sparte. Der Club hat seit den 30er Jahren mehrere regionale Meisterschaften gewonnen und verschiedene Auswahl- und Nationalspieler hervorgebracht. Der SC Varel ist der einzige Rugby-Club im Raum Weser-Ems und zählt heute zu den ältesten in Deutschland spielenden Rugby-Vereinen.

Regelmäßige Veranstaltungen
Vareler Musikwettstreit im April[19]
Frühlingsfest im April/Mai
Beach-Handball-Cup Dangast Ende Juni
Töpfermarkt im August
Vareler Mittwoch Live, jeden Mittwoch in den Sommerferien auf dem Schloßplatz
Schleusenfest (direkt an der Vareler Schleuse) im Juli
Kramermarkt im September
Pferde- und Fohlenmarkt im Oktober
Weihnachtsmarkt im November
Vareler Bahnhof: Kultur am Haltepunkt 6-mal im Jahr
Kulinarische Spezialitäten
Skulpturengruppe Krabbenpulerin in der Fußgängerzone

Wie an vielen Orten an der Nordseeküste sind Fisch und Granat (Krabben) in besonders guter Qualität, oftmals fangfrisch vom Fischkutter zu genießen.

Im Winter, nach dem ersten Frost, ist Grünkohl mit Kassler und Pinkel nach einem langen Spaziergang zu empfehlen. Auch Aktivitäten, wie Boßeln, Besenwerfen und Klootschießen gehören zu den winterlichen Vergnügen vor dem gemeinschaftlichen Grünkohlessen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Varel ist vor allem durch mittelständische Betriebe geprägt. Ein Schwerpunkt ist die Flugzeugindustrie mit der Airbus-Tochter Premium-Aerotec und dem Zulieferer Deharde. Im Lebensmittelsektor hat der Hersteller Bahlsen in Varel ein Produktionswerk. Zahlreiche Betriebe haben sich in der Vergangenheit durch Erweiterungen und Modernisierungen auf die Anforderungen der Zukunft eingestellt, und der Handel konnte die Stellung Varels als Einkaufsstadt festigen.

Einen hohen Stellenwert hat der Fremdenverkehr im Nordseebad Dangast mit seinem Heilquellen-Kurbetrieb.

In Varel befand sich eine große Kaserne der Bundeswehr. Am 9. September 2007 verabschiedete sich das Fallschirmjägerbataillon 313 mit 1060 Soldaten mit einem Tag der offenen Tür von der Vareler Bevölkerung. Der Vareler Standort wurde aufgelöst und das Bataillon wurde nach Seedorf verlegt.

Varel ist Sitz eines Amtsgerichtes.

Die Landwirtschaft ist weiterhin ein wichtiger Kultur- und Wirtschaftsfaktor. Neben der Rinderzucht (Milch- und Fleischproduktion) werden insbesondere am Deich auch Schafe gehalten.

Verkehr

Die Stadt liegt an der Bundesautobahn A 29 zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven und ist über zwei Abfahrten (Varel-Obenstrohe und Varel/Bockhorn) zu erreichen.

Varel liegt weiterhin an der B 437, die unter anderem die A 29 mit der A 27 verbindet. Die Eröffnung des Wesertunnels am 20. Januar 2004 hat das Verkehrsaufkommen auf dieser ehemals ruhigen Bundesstraße schlagartig erhöht. Vor Eröffnung des Wesertunnels wurde die Bundesstraße innerörtlich rückgebaut. Die ehemalige Bundesstraße B 69 führte auch durch Varel. Die Streckenabschnitte sind heute zum Großteil als Landesstraße klassifiziert.

Varelerhafen
Krabbenkutter VAR-16 vor der Vareler Schleuse (2011)

Vom Bahnhof im Nordosten der Stadt verkehren stündlich Züge der NordWestBahn auf der Bahnstrecke Wilhelmshaven–Oldenburg nach Wilhelmshaven und Osnabrück über Oldenburg. Zudem gibt es täglich vier Direktverbindungen von und nach Bremen. Nächste Bahnhöfe sind Rastede (südlich) und Sande (nördlich). Vom Bahnhofsvorplatz sind Busse in die Friesische Wehde zu erreichen. Oldenburg ist mit der Buslinie 340 über Jaderberg, Rastede, Wahnbek zu erreichen.

Ab 1893 wurde das Netz der Vareler Nebenbahnen aufgebaut, sowie 1913 die Bahnstrecke Varel–Rodenkirchen eröffnet.[20] All diese Strecken sind inzwischen stillgelegt.

Wie in vielen Teilen Norddeutschland üblich, ist das Fahrrad eines der beliebtesten Transportmittel in und um Varel. Entlang der Bundes- und der meisten Landesstraßen sind Fahrradwege ausgebaut. Varel ist an das europäische Rad-Weitwanderweg-Netz (EuroVelo) angeschlossen. Der EV 12 (Nordseeküsten-Radweg) führt von Wilhelmshaven kommend über Dangast und Varel am Jadebusen entlang Richtung Norden bis weiter an die Weser. Es besteht entlang der alten B 69 ein gut ausgebauter Radweg nach Süden in Richtung Oldenburg. Die Ost-West-Verbindung verläuft entlang der B 437.

Blick von der Vareler Sielschleuse auf den Jadebusen bei Niedrigwasser

Auch über den direkten Seewasserweg mit Schleuse und Hafen ist Varel erreichbar. Der Vareler Hafen, einst der größte deutsche Amerika-Hafen (Oldenburg, hatte als erstes deutsches Land ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten geschlossen), ist heute hauptsächlich ein Sportboothafen.

Die 1977 neu gebaute Vareler Seeschleuse53.4097222222228.1883333333333 ist eine Sielschleuse und kann nur bei Gleichstand von Außen- und Binnenwasser geöffnet werden.[21] Die Schleuse wurde 1984 nach dem langjährigen Bürgermeister von Varel Wilhelm Kammann in „Wilhelm-Kammann-Schleuse“ umbenannt. Vom Hafen aus führt der Seeweg über einen Priggenweg im Wattenmeer des Jadebusens zum Tonnenweg nach Wilhelmshaven und von dort in die Nordsee. Im nördlichen Teil wird die Fahrrinne durch den Leuchtturm Arngast angezeigt. Gezeiten können beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie[22] abgefragt werden.

Von 1877 bis 1913 wurde die Ansteuerung durch den Leuchtturm Vareler Siel erleichtert.

Medien

In Varel wird als Abo-Zeitung hauptsächlich die Nordwest-Zeitung (Oldenburg) mit dem Lokalteil und eigenständiger Redaktion Der Gemeinnützige gelesen.[23]

Das Anzeigenblatt Friesländer Bote erscheint wöchentlich und wird kostenlos an die Haushalte in Varel sowie in den angrenzenden Gemeinden Bockhorn, Zetel und Jade abgegeben (Gesamtauflage rd. 28.000 Ex.) und hat große Akzeptanz. Der Friebo bestand im November 2006 25 Jahre. Zudem erscheint monatlich das Anzeigenblatt Jade-Weser-Zeitung mit einer Gesamtauflage von 13.000 Exemplaren.

Bezüglich regionalen Rundfunks sind im Stadtgebiet unter anderem der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und Radio Bremen terrestrisch zu empfangen. Radio Jade aus Wilhelmshaven ist das lokale und nichtkommerzielle Bürgerradio in der Stadt Varel. Der Sender ist einer von 15 niedersächsischen Veranstaltern von Bürgerrundfunk. Er hatte seinen Sendestart am 30. September 1997 und wird über die Niedersächsische Landesmedienanstalt aus Mitteln der Rundfunkgebühr gefördert.

Bildung

Varel hat insgesamt sechs Grundschulen. Mit der Grundschule Osterstraße (das Gebäude wurde ehemals als Technikum, Lehrerbildungsanstalt und zuletzt als Knabenschule genutzt), der ehemaligen Mädchenschule Am Schloßplatz und der Hafenschule befinden sich drei Grundschulen im Stadtbereich.
Im Landbereich bestehen weitere drei Grundschulen in Büppel, Langendamm und in Obenstrohe (Georg-Ruseler-Grundschule).

Der Sekundarbereich 1 wird gebildet von

zwei Hauptschulen
Hauptschule mit Orientierungsstufe Arngaster Straße (1974–2002), jetzt Haupt- und Realschule Arngaster Straße
Hauptschule mit Orientierungsstufe Obenstrohe (bis 2002), bis 2007 Schulversuch Sekundarschule, jetzt Haupt- und Realschule Obenstrohe
zwei Realschulen
Haupt- und Realschule Arngaster Straße.
Haupt- und Realschule Obenstrohe

Im Zuge der Einführung der Oberschule in Niedersachsen haben die Schulstandorte Varel Arngaster Straße und Obenstrohe diese Schulform gewählt und ihren Namen in Oberschule Varel bzw. Oberschule Obenstrohe geändert.[24]

sowie dem Lothar-Meyer-Gymnasium Varel

Weiterhin befinden sich in Varel mehrere Berufsbildenden Schulen an einem gemeinsamen Standort. Hier ist auch das Fachgymnasium Wirtschaft beheimatet. Die Pestalozzischule ist Förderschule (Sonderschule) und befindet sich im ehemaligen Gebäude der Realschule an der Oldenburger Straße. Eine weitere Förderschule ist die Von-Aldenburg-Schule des Waisenstiftes Varel. Sie ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt „Emotionale und Soziale Entwicklung“.
Das Gebäude der ehemaligen Katholischen Grundschule ist heute Volkshochschule und Kreismusikschule.

Ansässige Unternehmen

In Varel produzieren eine Reihe von Industrieunternehmen. Größtes Unternehmen ist das Premium Aerotec-Werk Varel, in dem Flugzeugteile hergestellt werden. Das zur Airbus Group gehörende Werk ist 2009 in die neu gegründete Firma ausgelagert worden. Der Flugzeugbau hat im Vareler Werk eine lange Tradition. Bereits früher produzierten hier Flugzeugunternehmen wie VFW-Fokker, Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) und die DASA.

Weitere Industriebetriebe sind die Papier- und Kartonfabrik Varel, die Maschinenbau-Gruppe Heinen mit den Sparten Heinen Tobacco, Heinen Systems, Heinen Freezing und Heinen Drying sowie der Backwarenhersteller Bahlsen, der in Varel sein zweitgrößtes Werk nach dem Stammhaus in Hannover betreibt. Eines der ältesten Unternehmen ist die Metallgießerei Alexander Speith. Seit 1926 werden in Varel Aluminiumgussteile in allen gängigen Legierungen hergestellt und endbearbeitet.

Auf dem Dienstleistungssektor ist unter anderem das Unternehmen Maschal-Möbel im Stadtteil Altjührden zu nennen, eines der größten Möbelhäuser Norddeutschlands.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Lothar von Meyer
Johann Gerhard Oncken, Gründer der kontinental-europäischen Baptistengemeinden
Ferdinand Hardekopf, Dichter, Publizist, Übersetzer
Anton II. von Aldenburg (1681–1738), Reichsgraf und Landesherr von Kniphausen und Varel, Vater von Charlotte Sophie Bentinck (s. u.)
Charlotte Sophie Bentinck (1715–1800), Vertraute Voltaires & Friedrichs des Großen
Johann Ludwig Mosle (1794–1877), oldenburgischer Offizier, Diplomat und Minister
Heinrich Johann Wilhelm Bentinck (1796–1878), britischer General
Johann Gerhard Oncken (1800–1884), Begründer der deutschen und kontinentaleuropäischen Baptistengemeinden
Georg Karl Grundmann (1828–1896), Kirchenmusiker, Organist, studierte in Leipzig bei Felix Mendelssohn Bartholdy und war dessen Lieblingsschüler, Hofmusikdirektor in Oldenburg [25]
Lothar Meyer (1830–1895), entwickelte etwa gleichzeitig mit und unabhängig von Mendelejew das moderne Periodensystem der Elemente
Oskar Emil Meyer (1834–1909), Physiker
Karl Sattler (1850–1906), Reichstags- und Landtagsabgeordneter
Eugen von Finckh (1860–1930), Politiker, Ministerpräsident des Freistaates Oldenburg
Anton Hartmann (1864–1912), Schauspieler und Theaterdirektor
Georg Ruseler (1866–1920), Schriftsteller
Wilhelm Hegeler (1870–1943), Schriftsteller
Ferdinand Hardekopf (1876–1954), Dichter, Journalist, Übersetzer und Reichstagsstenograf
Carl Carls (1880–1958), Schachmeister
Carl Becker (1895–1966), Generalleutnant
Friedrich Wegener (1907–1990), Pathologe
Fritz Suhren (1908–1950), SS-Sturmbannführer und Lagerkommandant im KZ Ravensbrück
Paul Wegener (1908–1993), Gauleiter und NSDAP-Reichstagsabgeordneter
Jan Eilers (1909–2000), Politiker (FDP, CDU, MdB, Finanzminister von Niedersachsen)
Hans Walter Berg (1916–2003), Auslandskorrespondent der ARD in Asien
Hildegard Behrens (1937–2009), Sängerin (Sopran)
Ulrich Eigenfeld (* 1947), NPD-Politiker
John Feldmann (* 1949), Mitglied des Vorstands der BASF SE
Hans-Paul Bürkner (* 1952), ehem. CEO der Boston Consulting Group
Hubertus Hess-Grunewald (* 1960), Rechtsanwalt und Fußballfunktionär
Hans-Joachim Janßen (* 1960), Politiker, MdL seit 2003, Bündnis 90/Die Grünen
Dietmar Hogrefe (* 1962), Vielseitigkeitsreiter, der 1984 Olympiadritter mit der Mannschaft wurde
Ines Varenkamp (* 1963), Radrennfahrerin
Gerd-Christian Wagner (* 1964), Politiker (seit 1986: SPD)
Markus Eichler (* 1982), Radrennfahrer
Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt haben
Gustav Martin Theodor Hoyer, erster Buchrestaurator aus Varel
Gerd der Mutige (1430–1500), veranlasste den ersten großen Ausbau der Schlosskirche 1481
Anton I. von Aldenburg (1633–1680), Reichsgraf und Statthalter der Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst, außerdem Landesherr von Kniphausen und Varel, starb in Varel
Maria Rampendahl (1645–1705), war die letzte als Hexe angeklagte (und freigesprochene) Frau in Lemgo und zog mit ihrem aus Varel stammenden Mann Hermann Hermessen, Barbiergeselle, die letzten 22 Jahre ihres Lebens hierher, wo sie auch verstarb
Abraham Trembley (1710–1784), Schweizer Zoologe, war etwa zwei Jahre Hauslehrer für den Landgrafen von Hessen-Homburg, der in Varel einen Teil seiner Jugend verbrachte
Eilert Hörmann genannt Meischen (1785–1865), Schmiedemeister
Hedwig Hülle (1794–1861), Dichterin und Schriftstellerin
Johann Otto Böckeler (1803–1899), bedeutender Botaniker, lebte ab 1827 in Varel und war zunächst Mitarbeiter, ab 1829 Eigentümer der Alten Apotheke
August Friedrich Wilhelm Haese (1824–1912), Baptistenpastor und Metta Schütte. Sie waren das erste Ehepaar in Deutschland, das zivilrechtlich heiratete. Datum der Eheschließung: 12. Juli 1855
Julius Preller (1834–1914), Kunstmaler
Gustav Schwabe-Barlewin (1856–1933), Kaufmann, 1885 bis 1933 Vorsteher der Synagogengemeinde Varel
Ernst Ahnert (1859–1944), bedeutender Stenograf u. a. der Reden Bismarcks (1895) und bei den Friedensverhandlungen in Versailles (1919); lebte und wirkte von 1884 bis 1897 in Varel
Gertrud Storm (1865–1936), Herausgeberin von Werken und Briefen ihres Vaters Theodor Storm und Storm-Biografin; lebte von 1898 bis 1924 in Varel
Georg Ruseler (1866–1920), Heimatdichter
Olga Potthast von Minden (1869–1942), Kunstmalerin
Erich Heckel (1883–1970), Maler, Brücke-Künstler
Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976), Maler, Brücke-Künstler
Franz Radziwill (1895–1983), Maler
Edo Osterloh (1909–1964), Evangelischer Pfarrer, Oberkirchenrat und Kultusminister in Schleswig-Holstein
Willy Hinck (1915–2002), Maler und Photograph
Gerd Lüpke (1920–2002), Schriftsteller, Hörfunkautor, Übersetzer, Hörfunksprecher und Rezitator, der besonders im niederdeutschen Sprachraum bekannt ist
Wilhelm Kammann (1922–1980), ehemaliger Landtagsabgeordneter (1959–1978) und langjähriger Bürgermeister (SPD)[26]
Judith von Eßen (1924–2004), Bildhauerin
August Osterloh (* 1933), Stadtdirektor der Stadt Varel von 1972 bis 1996, vorher Gemeindedirektor Varel-Land von 1966 bis 1972.
Karl-Heinz Funke (* 1946), ehemaliger Landes- und Bundes-Landwirtschaftsminister, langjähriger Bürgermeister, parteilos (ehemals SPD)
Peter Behrens (1947–2016), Musiker, wuchs in Varel auf
Bernd Lange (* 1955), Politiker (SPD/SPE), MdEP 1994–2004
Heiko Daxl (1957–2012), Medienkünstler und Ausstellungskurator
Holger Frerichs (* 1958), Rettungsassistent und Autor
Jan Fegter (* 1969), Handballnationalspieler
Zehn-Mark-Banknote
Ausschnitt von der 10 Deutsche-Mark-Note mit Varel als Messpunkt

Im Juni 1825 hielt sich Carl Friedrich Gauß zu Vermessungsarbeiten zeitweise in Varel auf.[27] Die 10 Deutsche-Mark-Note in der Vierten Serie („BBk III“) zeigte auf der Rückseite eine Skizze über die Triangulation von Wangerooge und Neuwerk mit Varel als Messpunkt.

Literatur
Georg Sello: Östringen und Rüstringen. Ad. Littmann, Oldenburg 1928.
Albrecht Eckhardt, Heinrich Schmidt (Hrsg.): Geschichte des Landes Oldenburg. 3. Auflage. Holzberg, Oldenburg 1998, ISBN 3-87358-285-6.
Hans Patze, Ernst Schubert (Hrsg.): Geschichte Niedersachsens. 3 Bände. Lax, Hildesheim, (letzter Band 3, Teil 1: 1998, ISBN 3-7752-5901-5)
Hermann Oltmanns: Ortsfamilienbuch (=Ortssippenbuch) Varel (auf CD-ROM), 2002.[28]
Autorengruppe (Buchtmann, Frerichs, Funke, Klün, Schiffhauer, Janssen, Soltau, Metelmann, Wildvang): 150 Jahre Stadtrechte Varel – Beiträge zur Vareler Geschichte, herausgegeben von der Stadt Varel und vom Heimatverein Varel e. V. Stadt Varel und Heimatverein Varel, Varel 2006, ISBN 3-9807784-4-4. 
Rudolf Brahms: Geschichte einer ungeliebten Minderheit. Die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Varel von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu ihrem Untergang in Nationalsozialistischer Zeit. Isensee Verlag, Oldenburg 2008, ISBN 978-3-89995-382-4. 
Holger Frerichs: Von der Monarchie zur Republik – Der politische Umbruch in Varel, der Friesischen Wehde und in Jade/Schweiburg 1918/19. 1. Auflage. Verlag CCV, Varel 2001, ISBN 3-934606-08-3.
Holger Frerichs: Der Marsch ins Dritte Reich. Dokumentation zur Geschichte der NSDAP im Gebiet Varel, Friesische Wehde und Jade/Schweiburg von den Anfängen bis zur Machtergreifung 1933. Verlag Hermann Lüers, Jever 2002, ISBN 3-9806885-7-7.
Holger Frerichs: Varel unter dem Hakenkreuz – Texte und Dokumente zur Geschichte Varels 1933 bis 1945. 1. Auflage. Verlag Hermann Lüers, Jever 2007, ISBN 978-3-9809226-9-2.
Holger Frerichs: Der Bombenkrieg in Friesland 1939 bis 1945. 3. Auflage. Verlag Hermann Lüers, Jever 2002, ISBN 3-00-002189-2.
Holger Frerichs: Das Kriegsende 1945 in Varel – Das Ende des Zweiten Weltkrieges und der Beginn der alliierten Besatzungszeit im südlichen Landkreis Friesland 1945/46. 1. Auflage. Verlag Hermann Lüers, Jever 2004, ISBN 3-9809226-1-8.
Holger Frerichs: Spurensuche. Das jüdische Altenheim in Varel 1937–1942. Die Familie Weinberg, die 40 Bewohner der Schüttingstraße 13 und die Deportation 1941/42. 1. Auflage. Verlag Hermann Lüers, Jever 2012, ISBN 978-3-9815257-0-0.
Hans Sauer: Ferdinand Hardekopf – Schriftsteller und Stenograf. In: Oldenburger Jahrbuch Band 116 (2016) S. 111–128.
Weblinks
 Commons: Varel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Webpräsenz der Stadt Varel
Vareler Hafen
Varel Lexikon der Nordwest-Zeitung
Spijöök – Museum am Vareler Hafen
Linkkatalog zum Thema Varel bei curlie.org (ehemals DMOZ)