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Geschichte
1000 Jahre Markt- und Münzrecht in Verden: Briefmarke von 1985

Bis in die frühe Eisenzeit lassen sich im Weichbild der Stadt Spuren menschlicher Siedlung nachweisen.

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Ferdi in Saxonia, unter dieser Bezeichnung wird Verden in einer Urkunde Karls des Großen zum ersten Mal in etwa heutiger Namensform erwähnt. Der Name weist auf Furt oder Fähre hin. 782 fand im Raum Verden die Unterwerfung der Sachsen im Verlauf der Sachsenkriege durch Karl den Großen einen grausamen Höhepunkt: Angeblich 4500 Bewohner der damals dünnbesiedelten Region wurden bei dem sogenannten „Verdener Blutgericht“ hingerichtet, nachdem sie sich geweigert hatten, sich dem Frankenkönig Karl zu unterwerfen und den christlichen Glauben anzunehmen. Um 850[2] wurde das Bistum Verden errichtet, das als kirchliche Diözese in der Reformation unterging. In den folgenden Jahrhunderten wuchs die Stadt aus zwei Siedlungskernen zusammen: der Norderstadt mit Rathaus und Johanniskirche und der Süderstadt mit dem geistigen Zentrum um den Dom, dem die Fischersiedlung an der Aller angegliedert war. Daneben bestand noch die Nikolaikirche am Sandberg. Vom 11. Jahrhundert bis 1648 bestand das Fürstbistum Verden als eigenständiges Territorium, in dem die Verdener Bischöfe und deren lutherische Rechtsnachfolger als Reichsfürsten herrschten. Am 12. März 1259 wurde Verden durch bischöfliches Privileg das Stadtrecht nach bremischen Recht verliehen. 1476 gründete Berthold II. von Landsberg das Benediktinerinnen-Kloster Mariengarten „unser leven Frouven Rosengarten“ in der Norderstadt, in dessen Räume Franz Wilhelm von Wartenberg 1630 die Jesuiten einziehen ließ, sodass die Nonnen in das Kloster Frankenberg ziehen mussten. Im 15. Jahrhundert wurde Verden freie Reichsstadt bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. 1568 wurde die Reformation im „Stifte Verden“ durch den Landesherrn und evangelischen Bischof Eberhard von Holle (geb. 1531 in Uchte) eingeführt.

Hexenverfolgung

Verden war 1517–1683 von Hexenverfolgung betroffen. 80 Frauen und neun Männer gerieten in Hexenprozesse, 26 Frauen und sechs Männer wurden verbrannt. Margarethe Sievers, 15 Jahre, Tochter eines Steinhauers, vermutlich nervenkrank, angezeigt von den eigenen Eltern, wurde 1618 enthauptet. Sechs Frauen starben unter der Folter, fünf in der Haft. Im Jahr 1606 wird bei 16 Prozessen vermerkt: Flucht, Prozessausgang unbekannt.[3] Heinrich Rimphoff, ab 1642 Superintendent über das Bistum Verden, war für die Wiederaufnahme der Hexenverfolgungen im Bistum Verden verantwortlich. Zusammen mit dem Verdener Domkapitel, dem Magistrat und der juristischen Fakultät der Universität Rinteln war er 1647 treibende Kraft in einem Hexenprozess, der für mehrere Frauen mit dem Tod endete.

Der Hexenprozess gegen Catharine Wolpmann war 1667 der Auslöser für das Verbot von Hexenprozessen im schwedischen Königreich, zu dem Verden an der Aller damals gehörte, durch die Königin Christina.[4]

Zugehörigkeit zu Schweden und Hannover, Napoleonische Zeit

Durch den Westfälischen Frieden fiel das Bistum Verden als Reichslehen an die schwedische Krone. 1667 wurden die Norder- und Süderstadt durch die schwedische Krone zwangsvereint. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg wurde 1675 Verden in einem Feldzug durch mehrere Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark erobert und blieb bis zum Kriegsende 1679 in alliiertem Besitz. Im Zuge des Frieden von Saint-Germain im Jahr 1679 fiel Verden wieder an Schweden. Durch Kauf kam Verden dann nach kurzer dänischer Herrschaft 1719 zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, welches umgangssprachlich auch als Kurhannover bekannt war. Von März bis Dezember 1810 war Verden Distrikthauptstadt im Departement der Elbe- und Weser-Mündung, einem Teil des Königreichs Westphalen. Dann wurde es vom Kaiserreich Frankreich annektiert und war bis Ende 1813 ein Teil des Departement der Wesermündungen. 1814 kam Verden wieder zu Kurhannover, das auf dem Wiener Kongress zum Königreich Hannover erhoben wurde.

Preußen
Hauptartikel: Provinz Hannover

Nach dem verlorenen Deutschen Krieg gelangte Verden wie das gesamte Königreich Hannover durch Annexion unter preußische Herrschaft, wo es 80 Jahre lang verblieb. Ab 1873 führte das Haus Hohenzollern und somit der Deutsche Kaiser auch den Titel Fürst zu Verden. Bis zum Zweiten Weltkrieg bestimmten Handel und Handwerk sowie zahlreiche örtliche und überörtliche Behörden und Dienststellen und die Garnison (berittene Artillerie) die Entwicklung Verdens. Die Wehrmacht hatte in den zum Teil noch heute erhaltenen Kasernen Front- und Ersatztruppenteile sowie andernorts Kommandobehörden bzw. Dienststellen und andere Einrichtungen des Wehrkreis X untergebracht. Verden war ab November 1943 formeller Sitz eines Plünderungs-Sondergerichtes[5]. Mit der Möbelfabrik Wöhler, dem Gaswerk sowie einzelnen Handwerksbetrieben („Sozialgewerk“) befanden sich in der Stadt Verden Firmen, die zivile Zwangsarbeiter einsetzten. Des Weiteren betrieb das KZ Neuengamme vom Januar bis April 1945 in Verden ein Außenlager, in dem acht KZ-Häftlinge für die SS-Bauleitung Verden beim Ausbau einer Schulungsstätte der Schutzstaffel (SS) im Sachsenhain arbeiten mussten[6]. Von Kampfhandlungen blieb die Stadt weitgehend verschont.

Nachkriegszeit

Zu Beginn der 1950er Jahre stellte die Sozialistische Reichspartei die stärkste Fraktion in Verden.[7] Von 1945 bis 1993 war Verden Garnisonsstadt der Britischen Rheinarmee, unter anderem der britischen 7. Panzerdivision. Im Stadtgebiet siedelten sich viele Vertriebene aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern, der Tschechoslowakei und Bessarabien an. Hinzu kamen in den 1960er Jahren Gastarbeiter aus Südeuropa und Anatolien. Im Jahr 1985 feierte die Stadt das 1000-jährige Bestehen von eigenen Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrechten. Nach 1990 kamen viele Zuwanderer aus Osteuropa nach Verden, wo nicht zuletzt auch als Folge des Abzugs der britischen Truppen Wohnraum frei geworden war.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Borstel, Dauelsen, Döhlbergen, Eitze, Groß Hutbergen, Hönisch, Klein Hutbergen, Scharnhorst und Walle eingegliedert.[8]

Religion
Gedenkmedaille zum 1000-jährigen Bestehen von eigenen Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrechten
Evangelische Gemeinden

Seit der Reformation ist Verden evangelisch-lutherisch geprägt. Heute ist es Sitz des Kirchenkreises Verden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Es gibt vier dazu gehörende Kirchengemeinden.

Außerdem sind ansässig:

Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (Zionsgemeinde),
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)[9]
Freie Christengemeinde
Adventgemeinde
Katholische Kirche

Verden ist Sitz eines römisch-katholischen Dekanats im Bistum Hildesheim mit Sitz in der Propsteikirche Sankt Josef.

Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche hat eine Gemeinde in Verden.

Zeugen Jehovas

Die Zeugen Jehovas unterhalten in der Borsteler Chaussee im Stadtteil Eitze einen Königreichssaal.

Islamische Gemeinde

In der Verdener Innenstadt, unweit des Domes, befindet sich in einem früheren Lagergebäude eine islamische Moscheegemeinde, die organisatorisch zur DITIB gehört.

Jüdische Gemeinde

Bis 1938 existierte in Verden eine jüdische Gemeinde mit einer Synagoge im Bereich des Johanniswalls, nahe dem heutigen Justizzentrum. Diese Synagoge wurde im Zuge der Reichspogromnacht zerstört, an die Gemeinde erinnert noch ein erhaltener jüdischer Friedhof an der Ecke Ahornweg/Eichenweg.

Politik
Stadtrat

Stadtratswahl 2016[10][11]

 %403020100

35,3 %35,2 %11,1 %8,9 %3,7 %3,7 %2,0 %

SPDCDUGrüneFDPLinkeALFAPiraten
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2011
 %p   4   2   0  -2  -4  -6  -8-10

-8,1 %p
+0,1 %p-1,8 %p+3,9 %p+1,9 %p+3,7 %p+2,0 %p
SPDCDUGrüneFDPLinkeALFAPiratenVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

Der Rat der Stadt Verden (Aller) besteht aus 36 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 25.001 und 30.000 Einwohnern.[12] Die 36 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021. Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD). Die letzte Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016 ergab das folgende Ergebnis: (in Klammern die Veränderungen zur Kommunalwahlen in Niedersachsen 2011)

SPD: 13 Sitze (–2)
CDU: 13 Sitze (+1)
GRÜNE: 4 Sitze (–1)
FDP: 3 Sitze (+1)
LINKE: 1 Sitz (±0)
ALFA: 1 Sitz (+1)
Piraten: 1 Sitz (+1)
Bürgermeister

Lutz Brockmann (SPD) ist seit 2004 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Verden (Aller). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 wurde er als Amtsinhaber mit 61,1 % der Stimmen wiedergewählt. Sein Gegenkandidat Heinrich Klopp (CDU) erhielt 38,9 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,6 %.[13] Brockmann trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2011 an. ;Ehemalige hauptamtliche Bürgermeister

1806–1837: Carl-Christian Münchmeyer
1837–1855: Christoph Gottlieb Pfannkuche
1855–1890: Theodor Otto Münchmeyer
1890–1919: Wilhelm Schorcht
1919–1937: Friedrich Urban
1937–1945: Eduard Lang
1945–1946: Johann Thies (von der Besatzungsmacht eingesetzt)
Ehemalige ehrenamtliche Bürgermeister
1946–1948: Andreas Willmesen (DP-CDU)
1948–1951: Gustav Schäfer (SPD)
1951–1952: Andreas Willmsen (DP-CDU)
1952–1956: Gustav Schäfer (SPD)
1956–1961: Hartmut Friedrichs (Wahlgemeinschaft)
1961–1964: Johann Thies (CDU)
1964–1969: Kurt Winkel (SPD)
1970: Hanns Toonen (SPD)
1970–1990: Hartmut Friedrichs (CDU)
1990–2001: Wolfgang Krippendorff (CDU)
2001–2004: Angelika Lürman (CDU)
Ehemalige Stadtdirektoren

Nach Einführung der kommunalen Eingleisigkeit und Ablauf der Amtszeit des letzten Stadtdirektors sind beide Positionen seit dem 1. April 2004 im Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters vereint.

1946–1947: Werner Cassebaum
1948–1955: Gustav Hoffmann
1955–1964: Helgo-Fritz Töwe
1964–1985: Kai Füllgraf
1985–2004: Dirk Richter
Wappen

Blasonierung: „In Silber ein schwarzes fußgespitzes Tatzenhochkreuz (sogenanntes „Nagelkreuz“).“

Die älteste Abbildung ist auf einem Siegel aus dem Jahr 1338 zu finden.

Partnerschaften und Patenschaften

Verden unterhält folgende Partnerschaften und Patenschaften:[14]

Partnerstädte
Frankreich Saumur/Frankreich (1967),
Sachsen-Anhalt Havelberg/Sachsen-Anhalt, Deutschland (1990),
Vereinigtes Konigreich Warwick/Großbritannien (1990),
Polen Zielona Góra (fr. Grünberg)/Polen (1993),
Russland Stadt Bagrationowsk und Rajon Bagrationowsk (fr. Preußisch Eylau)/Russland (1996),
Polen Stadt Górowo Iławeckie und Gmina Górowo Iławeckie (Landgemeinde) (fr. Landsberg)/Polen (1996),
Polen Powiat Bartoszycki (Landkreis) (fr. Grünberg)/Polen (1993)
Patenschaften
Kreisgemeinschaft Preußisch Eylau
Auf den Namen Verden wurde 1997 ein Airbus A319-114 (Kennung: D-AILU, Seriennummer: 744) der Lufthansa getauft. Davor trug eine Lufthansa-Boeing 737-230 (D-ABMF, 23158/1089) den Namen der Stadt.
Verden hat 1966 die Patenschaft für das Schnellboot Hyäne der Deutschen Marine übernommen. Das Boot gehört dem 7. Schnellbootgeschwader mit Heimathafen Warnemünde an.
Verden ist im Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen vertreten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater und Museen
Das Domherrenhaus – Historisches Museum Verden, im ältesten Stadtteil, dem Fischerviertel, gelegen, birgt u. a. eines von dreien der ältesten Holzartefakte der Menschheit, die „Lanze von Lehringen“; dieser Fundkomplex dokumentiert ein Jagdgeschehen einer Neandertaler-Jagdgruppe auf einen Waldelefanten und ist für die Erforschung der Evolution des Menschen von weltweiter Bedeutung.
Deutsches Pferdemuseum am Holzmarkt, welches deutschlandweit einzigartig die Kulturgeschichte des Pferdes und dessen Funktionen für den Menschen im Laufe der Jahrhunderte präsentiert.
Der Magic Park Verden, ein Freizeitpark für Kinder, der sich auf Zauberkunst und Märchen spezialisiert hat.
Bauwerke
Dom, Südseite
Rathaus und St.-Johannis-Kirche
Altstadt an der Aller mit der Fußgängerzone Große Straße, dem Domviertel am Lugenstein, der Stadthalle und dem Domherrenhaus
Altes Rathaus, Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, 1903–1905 umgebaut und erweitert, dabei der neubarocke Turm errichtet
Fachwerkhaus Strukturstraße 7, 1577
Dom zu Verden, gotische dreischiffige Hallenkirche aus dem 13. und 15. Jahrhundert
St.-Andreas-Kirche, spätromanischer Backsteinbau, um 1200 errichtet, in dem die Grabplatte des Bischofs Yso aufbewahrt wird
St.-Johannis-Kirche, um 1150 errichtet, zählt zu den ältesten Backsteinkirchen Norddeutschlands, die gotischen Seitenschiffe wurden im 14. Jahrhundert hinzugefügt, Turm mit barocker Haube von 1697
römisch-katholische Propsteikirche Sankt Josef, neuromanische dreischiffige Basilika aus Backstein, erbaut nach Entwurf von Richard Herzig, geweiht am 5. August 1894
evangelisch-lutherische Zionskirche der SELK, Backsteinbau nach Entwurf des Berliner Architekten Richard Oertwig (1908–1944), errichtet 1937–1938, eingeweiht am 26. Juni 1938[15]
Ehemalige Nikolaikirche auf dem Sandberg. Die im Mittelalter erbaute gotische Kirche diente zuletzt bis 1810 als Garnisonskirche, wurde 1814 profaniert und wird seitdem unter Veränderung ihres äußeren Erscheinungsbildes für nichtkirchliche Zwecke genutzt.[16][17][18]
Das einzige Denkmal für John Lennon in Deutschland befindet sich in der Altstadt. Es erinnert an Dreharbeiten in der Verdener Altstadt zum Film Wie ich den Krieg gewann, in dem John Lennon mitwirkte.
der Syndikatshof am Norderstädtischen Markt
Grünflächen und Naherholung
Mahnmal der Vertriebenen im Bürgerpark
Im Sachsenhain (Ortsteil Dauelsen) stehen beiderseits eines von großen Eichen gesäumten Weges 4500 Findlinge, die 1935 zum Gedenken an die hier angeblich hingerichteten Sachsen aufgestellt wurden.
Auf dem Domfriedhof befindet sich das „Goldmanngrab“, das durch seine Einzäunung auffällt. Am 11. Mai 1818 verstarb Franz Goldmann im jungen Alter von nur 20 Jahren infolge eines Jagdunfalls in Rieda bei Verden. Sein Vater, der Amtmann und Pächter zu Förste am Harz Christoph Goldmann, hielt die Erinnerung seines Sohnes durch ein Vermächtnis aufrecht, für das er 1000 Thaler stiftete. Am 11. Mai jeden Jahres sollte ein „unbescholtenes und tugendhaftes Mädchen“ 30 Thaler erhalten, wenn sie am gleichen Tag heiratete und am Tag zuvor das Grab von Franz Goldmann mit Blumen geschmückt hatte und dort betete. Das Vermächtnis wird heute noch erfüllt.
In der Stadt Verden liegt das Naturschutzgebiet Verdener Dünen.
Im Nordosten der Stadt, unweit der Dünen, befindet sich die ehemalige Heilquelle Verdener Brunnen.
Sport

Verden hat ein umfangreiches Sportangebot mit über 40 Sportvereinen. Neben einer Vielzahl von kleineren Freiluftanlagen und Sporthallen sind das Stadion am Berliner Ring sowie die Aller-Weser-Halle als Verdens größte Sportstätten erwähnenswert. In der Niedersachsenhalle finden überwiegend Veranstaltungen des Reitsports und Viehauktionen statt.

Regelmäßige Veranstaltungen
Show der Besten, Rinderzuchtshow (einmal im Jahr)
Pferdeauktionen, nationale und internationale Turniere, Pferderennen, Ausstellungen, Freizeit- und Breitensportfestival rund ums Pferd
Verdener Domweih, eines der ältesten Volksfeste Norddeutschlands; in der Innenstadt (Anfang Juni)
Verdener Wochenmarkt, jeden Dienstag und Freitag
Lätarespende, Verteilung von Brot und Heringen als Vermächtnis von Klaus Störtebeker (am Montag nach dem Lätare Sonntag – drei Wochen vor Ostern)[19][20]
Domfestspiele, saisonales Freilichttheater im Schatten des Doms
Verdener Jazz- und Bluestage
Kurzfilmfestival „Filmsalat“, veranstaltet vom Verein Kommunal Kino Verden e.V. (seit 1987)
Autosonntag (einmal im Jahr)
Sport und Schau (einmal im Jahr, meistens Januar)
Verdener Tanznacht (dreimal im Jahr)
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen
Die Mars Petcare, Anbieter im Heimtierbedarf, ist der größte Industriebetrieb in Verden.
Die Block Transformatoren-Elektronik GmbH ist ein Anbieter der Stromversorgungen, elektrischen Filtern und Transformatoren.
Die Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag.
Das Kühl- und Logistikunternehmen Nordfrost.
der Verpackungsmaschinenhersteller Focke & Co.
der Matthäi Straßenbau
die Tierzucht Masterrind GmbH
Sowie die Badenhop Fleischwerke, der Vemag Maschinen- und Anlagenbau, die Thom Metall- und Maschinenbau, die Oelkers Bauunternehmung, der Holzkamm Hochbau, die Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung und der Hannoveraner-Zuchtverband
Im Umland der Stadt wird unter anderem Pferdezucht und Milchwirtschaft betrieben.
Verden besitzt Geschäftsstellen der Volksbank Aller-Weser eG und der Kreissparkasse Verden, die hier ihren Sitz hat.
Verden ist ein Zentrum der Pferdezucht. So hat der Verband der Hannoveraner-Pferde seinen Hauptsitz in Verden, in der zugehörigen Niedersachsenhalle werden auch die international besuchten Hannoveraner-Auktionen abgehalten. Daneben spielt die Rinderzucht ebenfalls eine bedeutende Rolle. Die hier ansässige Masterrind GmbH veranstaltet ebenfalls Auktionen in der Niedersachsenhalle.
Öffentliche Einrichtungen
Das Rathaus der Stadt Verden (Aller), Große Straße 40, 27283 Verden (Aller)
Die Stadtbibliothek, Am Holzmarkt 7
Die Freiwillige Feuerwehr, Lindhooper Straße 52
Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung
Verden ist mit Achim (Landkreis Verden) Standort der Aller-Weser-Klinik, eines Krankenhauses im ProDiako-Verbund in kommunaler Trägerschaft.
Kindertagesstätten: sieben städtische Kindertagesstätten und fünf Kindertagesstätten von freien Trägern
Jugendheime: die Jugendherberge Verden
Altenheime: Seniorenresidenz „Am Burgberg“, die St.-Johannis- sowie die Sankt-Josef-Seniorenwohnanlage, Pflegeheim CURA
Bildung
Fünf Grundschulen (am Lönsweg, am Sachsenhain, Jahnschule, Nicolaischule, Walle)
Klaus Störtebeker-Schule als Hauptschule,
Andreasschule und Janusz Korczak-Schule als Förderschulen
Eine Realschule
Gymnasium am Wall
Domgymnasium Verden, das Nachfolger einer vor 1002 bestehenden Schule ist
Berufsbildende Schule Verden
Kreisvolkshochschule.
Verkehr
Eisenbahnbrücke Neubau (2015)
Fahrgastschiff am Anleger Verden

Der Bahnhof Verden verknüpft im Netz der Deutschen Bahn die Bahnstrecke Wunstorf–Bremen mit der nach Rotenburg (Wümme). Er ist Halt für Intercity-, Regionalexpress-, Regionalbahn- und (vereinzelt) ICE-Züge. Seit Mitte Dezember 2011 ist Verden in das Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen eingebunden.[21]

Die Eisenbahnbrücke über die Aller ist seit 2016 ein Neubau, der den Vorgängerbau ersetzte, mit einer Gesamtlänge von 380 Metern.
Verden ist Sitz der Verden-Walsroder Eisenbahn (VWE), deren Stammstrecke in eine 12,5 km lange Bahnstrecke von Verden nach Stemmen und eine weitere von Böhme nach Walsrode zerfallen ist. Auf den VWE-Strecken findet seit Jahrzehnten nur Güterverkehr und gelegentlicher Museumseisenbahnverkehr statt. Unter anderem wird über die VWE das Mars-Werk an das Schienennetz angebunden. Darüber hinaus verfügt die Stadt über einige lokale und regionale Buslinien. Verden gehört dem Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen an. Der innerstädtische Verkehr und der Busverkehr nach Kirchlinteln wird von der Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG, Tochter der VWE) versorgt, während die meisten regionalen Verbindungen von Bussen der Verden-Walsroder Eisenbahn, vereinzelt auch von der Weser-Ems Bus (WEB) bedient werden.

Verden liegt an der Bundesautobahn 27 Cuxhaven-Bremen-Walsrode, an der Bundesstraße 215 Rotenburg (Wümme)-Nienburg/Weser-Minden sowie an den Landesstraßen 171 Verden – Visselhövede – Schneverdingen und 203 Richtung Thedinghausen. Im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin gibt es drei Fotos, die den Bau der „Allerbrücke bei Verden“ dokumentieren.[22]

In Verden-Scharnhorst befindet sich der Flugplatz Verden-Scharnhorst, ein Verkehrslandeplatz (ICAO-Code: EDWV) für Maschinen bis 2000 kg Höchstabfluggewicht. Die Kernstadt liegt unmittelbar an der für die Binnenschifffahrt befahrbaren Aller (nur äußerst geringer Sportboot- und Ausflugsschiff-Verkehr), die im Norden des Stadtgebietes (Ortsteil Eissel bei Dauelsen) in die Weser mündet. Die Weser wird auch für die gewerbliche Binnenschifffahrt genutzt. Das Ausflugsschiff fährt gelegentlich nach Intschede und Bremen. Die Lage an zwei Flüssen führt regelmäßig zum Ende des Winters zu Hochwasser. Dabei werden zumeist die Landesstraße 203 (Verden-Blender) sowie die Kreisstraße zwischen Eissel und Verden sowie Eissel und Langwedel überflutungsbedingt gesperrt. Eissel ist dann vorübergehend nur per Boot zu erreichen, Autofahrer aus Richtung Blender müssen kilometerweite Umwege über Hoya (Kreis Nienburg) oder Achim in Kauf nehmen.

vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenAltarm der Aller
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Stadt Verden
1862: Wilhelm Freiherr von Hammerstein, 1854–1862 Amtmann (Landrat) des Kreises Verden, später Minister des Königs von Hannover
1868: Hermann Gottlieb Plass, 1833–1871 Direktor des Verdener Domgymnasiums
1887: Friedrich Georg Wilhelm Müller, Justizrat, Bürgervorsteher
1890: Theodor Otto Münchmeyer, 1855–1890 Bürgermeister der Stadt Verden
1919: Wilhelm Schorcht, 1890–1919 Bürgermeister der Stadt Verden
Söhne und Töchter der Stadt Verden
Gerhard Matthäus Friedrich Brawe (1745–1787), deutscher Mediziner und Autor
Johann Friedrich Barnstedt (1750–1839), deutscher Jurist, Gutsbesitzer und Bürgermeister von Delmenhorst
Karl Christian Matthaei (1770–1847), deutscher Arzt
Karl August Pfannkuche (1794–1869), Hannoverscher Generalleutnant und Präsident des Generalkriegsgerichts
William Adolph von Hassell (1796–1865), Hannoverscher Generalleutnant und Hippologe
Georg Friedrich August von Alten (1815–1882), Diplomat
Marcus Lehmann (1831–1890), orthodoxer Rabbiner
William von Hassell (1833–1915), Hannoverscher Offizier und Historiker
Siegmund Seligmann (1853–1925), langjähriger Generaldirektor der Gummiwerke Continental AG in Hannover
Anita Augspurg (1857–1943), Frauenrechtlerin, Wahlrechtreformerin
Hermann Schröder (1876–1942), Zahnarzt, Professor in Greifswald und Berlin
Bernhard Karnatz (1882–1976), Jurist, evangelischer Oberkonsistorialrat
Adolf Köster (1883–1930), Politiker und Diplomat
Carl Hatzky (1889–1962), Kommunalpolitiker (SPD), 1. Vorsitzender des Arbeiterrates in Verden
Thomas-Emil von Wickede (1893–1944), deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie im Zweiten Weltkrieg
Gerhard Lindemann (1896–1994), deutscher Offizier, zuletzt Generalmajor im Zweiten Weltkrieg
Adolf Heincke (1901–1986), Politiker (NSDAP)
Hans Meyboden (1901–1965), Maler, Professur an der Karlsruher Akademie der Bildenden Künste
Hanna Zuschneid (1922–2010), Teilnehmerin der Olympischen Sommerspiele 1952
Udo Worschech (* 1942) Theologe, Palästina Archäologe, Hochschulprofessor, ehem. Hochschulrektor
Martin Biermann (* 1943), Kommunalpolitiker, ehemaliger Oberbürgermeister von Celle
Hartwig Fischer (* 1948), Politiker (CDU), ehemaliger Bundestagsabgeordneter
Johannes von Lüpke (* 1951), evangelischer Theologe und Universitätsprofessor
Kuno Kruse (* 1953), Journalist und Autor
Holger Mühlenkamp (* 1958), Ökonom, Professur an der Universität Speyer
Thomas Rönnau (* 1962), Professor an der Bucerius Law School in Hamburg
Volker Münz (* 1964), Politiker (AfD)
Florian Langmann (* 1983), Pokerspieler
mit Verden verbunden
Johann Bornemacher († 3. Januar 1526), luth. Theologe und Märtyrer, auf dem Scheiterhaufen in Verden/Aller verbrannt
Friedrich Lang (1778–1859), Jurist und Politiker, Stadtsyndikus in Verden
Karl von Einem (1853–1934), von 1873 bis 1876 Regimentsadjutant in Verden, späterer preußischer Kriegsminister
Wilhelm von Dommes (1867–1959), Generalleutnant
Walther von Seydlitz-Kurzbach (1888–1976), General der Artillerie
Ernst Kühlbrandt (1891-1975), Maler
Ludwig Stubbendorff (1906–1941), 1936 Doppelolympiasieger in der Einzel- und Mannschaftswertung der reiterlichen Vielseitigkeitsprüfung (Military)
Hans Joachim Köhler (Hippologe) (1917–1997), Hippologe, Begründer der hannoverschen Reitpferde-Auktionen
Helga Köhler (1925–2014), von Ende der 40er bis Anfang der 60er Jahre erfolgreichste deutsche Springreiterin
Rigolf Hennig (* 1935),  Arzt, rechtsextremer Publizist, Holocaustleugner, Politiker der NPD
Tillmann Benfer (* 1956), Kirchenmusikdirektor
Henning Pertiet (* 1965), Blues- und Jazz-Pianist
Artur Becker (* 1968 in Bartoszyce), in Verden lebender Schriftsteller
Sven Giegold (* 1969), Wirtschaftswissenschaftler und Politiker
Peter Bohlmann (* 1972 in Coesfeld), Politiker, Landrat des Landkreises Verden
Literatur
Die Geschichte von Verden wurde in 17 Bänden von 1972–1991 aufgearbeitet.
Jürgen Weidemann: Novemberpogrom 1938 „Kristallnacht“ in Verden. 1988
Das Weinkaufsbuch, Übertragung von Carl-Christian Hesse 1988
Urgroßvaters Tagebuch, Max Lehmann 1936–1989
J. C. Trumph: 1744 – Die Verdener, ihre Gesundheit und ihr Bier. Neubearbeitung: F. Schmitz, W. Schöttler, 1991
Otto Voigt: Bauernreihen in den Dörfern der Kirchspiele des alten Amtes Verden. 2 Bände, 1993
Margarethe Wolters: Testamente 1774–1850. 2 Bände, o.J. (ca. 1994)
Björn Emigholz: Die Tagebücher der Gertrud Schädla 1914–1918. 2000
Jürgen Siemers: Das historische Verden. 2000
Edmund von Lührte: Die Holzmarktkaserne im Wandel zu einem neuen Zentrum städtischen Lebens. 2002
Joachim Woock: Zwangsarbeit ausländischer Arbeitskräfte im Regionalbereich Verden/Aller (1939–1945). 2004
Daniela Piplat: Entwicklung und gegenwärtige Struktur der Pferdehaltung im Raum Verden. 2005
Bernd Kappelhoff, Jan Lokers: Verdener Gerichts- und Geschichtsquellen 1663–1909. 2006
Chroniken der zu Verden gehörenden Orte
Elisabeth Söhl: Scharnhorst. 1981
Otto Voigt: Walle. 1981
Else Arens: Eitze. 1989
Jürgen Siemers: Döhlbergen-Hutbergen. 1995
Arbeitskreis Dorfchronik (Hrsg.): Eissel. 1996
Arbeitskreis Dorfchronik: (Hrsg.): Dauelsen.1996
Jürgen Siemers, Arbeitskreis Dorfchronik (Hrsg.): Hönisch. 1997
Heimatverein Borstel in Verden e.V. (Hrsg.): Borstel. 2004

weitere Werke

Karl Nerger: Verden stellt sich vor. Ein Führer für Touristen. Verden (Aller) 1981, 24 S. m. 12 Abb.
Jürgen Bohmbach: Verden. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2 (1668 S.), Göttingen 2005, Seite 1518–1523; ISBN 3-89244-753-5
Bilderbuch Deutschland: Verden – die Reiterstadt. Dokumentation, 45 Min. Ein Film von Britta Lübke, Produktion: Radio Bremen, Erstsendung: Sonntag, 5. November 2006.
Weblinks
 Commons: Verden (Aller) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Verden – Reiseführer
 Wikisource: Verden – Quellen und Volltexte
Verdens Website
Historisches Museum Verden