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Geschichte
Bis zur Gemeindegründung

Um das Jahr 1000 findet sich in einer Beschreibung die erste Erwähnung des Ortes als Dorf Pipurch. 1308 wird Vilsbiburg erstmals als Markt und gleichzeitig Stadt benannt, hatte also damals wohl schon sowohl Markt- als auch Stadtrechte. Nach 1340 blieb nur noch die Bezeichnung Markt bestehen. 1648 fielen mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Pest zum Opfer. 1760 wurde die Verwaltung des Pflegamts Geisenhausen auf Vilsbiburg übertragen. Es gehörte zum Rentamt Landshut des Kurfürstentums Bayern und besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. 1803 erhielt es einen Teil des Landgerichts Teisbach mit Frontenhausen. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert

1862 wurden aus dem Landgericht Vilsbiburg das Amtsgericht, Bezirksamt und Notariat. Seither prägten mehrere Textilbetriebe Vilsbiburg, was zu einem starken Bevölkerungswachstum führte. 1864 wurde die mechanische Weberei und Wäschefabrik Carl Zollner gegründet. 1919 entstand die mechanische Weberei und Wäschefabrik E. Siegelin.

1929 wurde die Marktgemeinde Vilsbiburg offiziell zur Stadt erhoben. 1950 ließ sich die ursprünglich aus Eger stammende Gebr. Seiler Kammgarnspinnerei und Textilwerk in Vilsbiburg nieder. In den 1950er Jahren kam das Werk der Firma Rank & Sohn hinzu, 1963 nahm die Firma Hudson ihre Produktion in Vilsbiburg auf.

In diese Zeit fallen auch die Ansiedlungen der heute größten Industriebetriebe Vilsbiburgs: Flottweg nahm seinen Produktionsstandort 1943 in Betrieb, Dräxlmaier wurde 1958 gegründet und Hiller entstand 1971.

Bei der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Vilsbiburg beinahe zur Gänze dem Landkreis Landshut zugeordnet.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Bergham eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 wurden die ehemaligen Gemeinden Frauensattling, Gaindorf, Haarbach und Seyboldsdorf sowie große Teile der Gemeinden Neufraunhofen und Wolferding nach Vilsbiburg eingemeindet.[4]

Religionen

Bekannt ist Vilsbiburg durch die katholische Wallfahrtskirche Maria Hilf am südlichen Ortsausgang, die sich aus einer Kapelle vom Jahr 1686 entwickelte, in welcher ein Maria-Hilf-Gnadenbild verehrt wird. Zusätzlich malte in dem Klosterkomplex der bayerische Redemptorist Max Schmalzl 1872 eine Kopie des berühmten römischen Gnadenbildes „Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe“, was der örtlichen Marienverehrung noch weiteren Auftrieb gab. So entstand eine überregional bekannte „Maria-Hilf-Wallfahrt“, die nach dem Weggang der Redemptoristen vor allem durch die Kapuziner gefördert wurde.

Die imposante Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt befindet sich einige hundert Meter nordöstlich des Stadtplatzes. Sie wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut und ist dank ihres 75 Meter hohen Zwiebelturms weithin sichtbar.

Die evangelische Christuskirche wurde im Jahr 1958 erbaut. Ihre Glasfenster stellen die sieben Ich-Bin-Worte Jesu dar.

Einwohner

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt:

Stand Einwohner
1960 08.646
1970 09.355
1980 09.525
1990 10.416
1995 10.815
2000 11.147
2005 11.593
Stand Einwohner
2006 11.550
2007 11.560
2008 11.527
2009 11.517
2010 11.426
2011 11.108
2012 11.184
Stand Einwohner
2013 11.309
2014 11.411
2015 11.535

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 2004 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 18,93 Prozent. In den letzten zehn Jahren schrumpfte sie um 0,13 Prozent. In den letzten fünf Jahren ist aber ein Wachstum um 3,84 Prozent festzustellen.

Altersstruktur der Bevölkerung Vilsbiburgs gemäß Zensus 2011

Alter Einwohner nach Alter[5]
jünger als 18 18,4 %
18 bis 29 14,1 %
30 bis 49 29,3 %
50 bis 64 19,5 %
älter als 65 18,7 %

Ehemalige Gemeinden auf dem heutigen Stadtgebiet
Frauensattling
Frauensattling mit der Filialkirche Mariä Heimsuchung

Frauensattling liegt zwischen dem Binatal und Vilstal auf einem Höhenrücken, 490 m über Seehöhe.
Zum Vilsbiburger Ortsteil Frauensattling zählen heute neben Einzelgehöften: Frauensattling, Frauensattling-Grub, Niedersattling, Hörasdorf, Solling.
Durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 kam Frauensattling zur Stadt Vilsbiburg. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008: 554 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Gaindorf

Gaindorf liegt im Tertiärhügelland an der oberen Vils. Es entwickelte sich am Kreuzungspunkt der alten Vilstalstraße links der großen Vils von Velden kommend, und einem sehr alten Weg, der, von Altötting kommend, bei Gaindorf die Vils überquerte und nach Geisenhausen in Richtung Norden führte.
Zum Vilsbiburger Ortsteil Gaindorf zählen heute neben Einzelgehöften: Frauenhaarbach, Gaindorf, Herrnfelden, Schaidham, Tannet.
Durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 kam Gaindorf zur Stadt Vilsbiburg. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008: 437 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Haarbach

Zum Vilsbiburger Ortsteil Haarbach zählen heute neben Einzelgehöften: Haarbach, Tattendorf, Kurzbach, Ödwimm, Schnedenhaarbach und andere mehr.
Am 1. Mai 1978 wurde mit Durchführung der Gebietsreform die Gemeinde Haarbach aufgelöst und als Ortsteil der Stadt Vilsbiburg angegliedert.
Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008: 662 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Seyboldsdorf

Seyboldsdorf liegt 490 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Höhenrücken im Holzland zwischen großer und kleiner Vils.
Zum Vilsbiburger Ortsteil Seyboldsdorf zählen heute neben Einzelgehöften: Seyboldsdorf, Geiselsdorf, Geratspoint, Giersdorf, Mühlen.
Durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 kam Seyboldsdorf zur Stadt Vilsbiburg. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008: 380 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Wolferding

Wolferding lässt sich auf eine Siedlung an einem alten Straßenverbindungsweg zurückführen.
Zum Vilsbiburger Ortsteil Wolferding zählen heute neben Einzelgehöften: Achldorf, Eibelswinn, Johanneskirchen, Kirchstetten, Oberenglberg, Wolferding, Trauterfing, Unterenglberg.
Durch die Gemeindegebietsreform kam Wolferding am 1. Mai 1978 zur Stadt Vilsbiburg. Kleinere Gemeindeteile wurden nach Bodenkirchen umgegliedert. Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2008: 792 (Haupt- und Nebenwohnsitze).

Politik

Kommunalwahl 2014[6][7][8]
Wahlbeteiligung: 58,9 %
(2008: 63,3 %)

 %403020100

34,3 %28,1 %23,2 %14,3 %

CSUFWSPDGrüned
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2008
 %p   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8

-6,8 %p
+0,9 %p+1,5 %p+4,3 %p
CSUFWSPDGrünedVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen

Anmerkungen:d Bürger- und Umweltliste/Grüne

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[9]

Die Stadt Vilsbiburg ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:[10]

Gewässerunterhaltungszweckverband Landshut-Kelheim-Dingolfing-Landau
Regionaler Planungsverband Landshut
Schulverband Gerzen
Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern
Zweckverband zur Wasserversorgung der Binatal-Gruppe

Die Stadt Vilsbiburg erbringt 302 verschiedene behördliche Leistungen.[10]

Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus 24 Personen. Nach der Kommunalwahl 2014 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2008) sind darunter 18 (18) Männer und sechs (sechs) Frauen.[6][8] Die Wahl führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

CSU 8 (10) Sitze
Freie Wähler 7 (7) Sitze,
SPD 6 (5) Sitze und
Bürger- und Umweltliste/Grüne 3 (2) Sitze.

2008 waren die Grünen nicht im Stadtrat vertreten. 2014 trat die Bürger- und Umweltliste zusammen mit die Grünen in einer Listengemeinschaft zur Wahl an.

Bei der Stadtratswahl waren 8.820 (8.474) Bürger stimmberechtigt. 5.198 (5.361) davon haben als Wähler teilgenommen, was einer Wahlbeteiligung von 58,9 (63,3) Prozent entspricht. 5.087 (5230) gültige und 111 (131) ungültige Stimmen wurden abgegeben.[11][12]

Die nächsten Kommunalwahlen finden 2020 statt.

Bürgermeister

Seit 1996 ist Helmut Haider (Freie Wähler) Bürgermeister. Er wurde bei den Kommunalwahlen 2014 in seinem Amt bestätigt.[13][14]

Ehemalige Bürgermeister

Amtszeit Bürgermeister
1905–1917 Michael Winkler
1919–1929 Josef Brandl
1929–1934 Karl Schöx
1934–1945 Karl Köhler, NSDAP
Amtszeit Bürgermeister
1945–1946 Anton Feistle, CSU
1946–1948 Ernst Puchner, SPD
1948–1960 Hans Kögl, parteilos
1960–1990 Josef Billinger, SPD
Amtszeit Bürgermeister
1990–1996 Peter Barteit, SPD

Gemeindefinanzen

Im Jahr 2013 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 16.427.000 Euro, davon waren 9 097.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

In Folge einer entsprechenden Bewertung ihrer Wirtschaftskraft wurden der Stadt Vilsbiburg für das Jahr 2016 vom Freistaat Bayern Schlüsselzuweisungen in Höhe von 514.488 zugeteilt, nachdem man 2015 leer ausgegangen war.[15]

Schlüsselzuweisungen
in Euro[15]

Zuweisungen an Jahr
2015 2016 2017
Stadt Vilsbiburg 0 514.488 0[16]

Städtepartnerschaft

Vilsbiburg unterhält eine Partnerschaft mit Buja (Italien).

Wirtschaft und Infrastruktur
Bauen und Wohnen
Hauptartikel: Bodenrichtwert

Bodenrichtwerte 2011/2012[17]

Ortsteil Wohnbauflächen
ausgewiesene
Baugebiete
unbeplanter
Innenbereich
ausgewiesene
gewerbliche
Bauflächen
Ackerland
Vilsbiburg 190 €
150 € Grub
190 € 60 €
120 € BP GE West
(SO Einzelhandel)
7 €
Achldorf 120 € 100 € 7 €
Frauensattling 90 € 90 € 7 €
Gaindorf 90 € 7 €
Seyboldsdorf 80 € 80 € 7 €
Haarbach 90 € 90 € 7 €
Geiselsdorf 65 € 7 €

Verkehr

Vilsbiburg liegt am Knotenpunkt der Bundesstraßen 388 (München–Passau) und 299 (Landshut–Altötting). Dank der Ortsumfahrungen im Zuge dieser Fernstraßen konnte die Kernstadt weitgehend vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Am Bahnhof halten Regionalbahnen der Verbindung Landshut – Neumarkt-Sankt Veit – Mühldorf. Tagsüber fahren stündlich Züge über Mühldorf hinaus bis Freilassing, Salzburg oder Rosenheim.[18]

In der Nähe des Ortsteils Achldorf befindet sich der Sonderlandeplatz Vilsbiburg, welcher vom örtlichen Luftsportverein betrieben wird.

Kfz-Kennzeichen

Mit der Zuordnung großer Teile des Landkreises Vilsbiburg zum Landkreis Landshut durch die Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 übernahm die Stadt Vilsbiburg auch das seit 1. Juli 1956 im Landkreis Landshut gültige Kfz-Kennzeichen LA. Seit Juli 2014 ist auch das Kennzeichen des Altlandkreises Vilsbiburg (VIB) wieder erhältlich.[19]

Ansässige Unternehmen

Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage verfügt Vilsbiburg über verhältnismäßig viele Gewerbe- und Industriebetriebe, von denen hier nur die wichtigsten und bekanntesten aufgezählt sind:

Autohaus Ostermaier: Mit sieben Filialen, ca. 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 180 Millionen Euro zählt der VW-, Audi- und Skoda-Händler zu den großen Autohäusern in Südostbayern. Hauptsitz ist Vilsbiburg, Filialen befinden sich u. a. in Eggenfelden, Landshut, Straubing und Mühldorf.
Bachmeyer GmbH: Das im Bereich Interior Design tätige Unternehmen beliefert sowohl Privat- als auch Geschäftskunden und öffentliche Einrichtung wie Schulen oder Kindergärten.
Bäckerei Mareis: Die 1913 gegründete und mittlerweile in dritter Generation familiengeführte Bäckerei betreibt heute neben der Backstube in Vilsbiburg einige Bäckereien und Cafés in Vilsbiburg und Landshut. Das Unternehmen legt Wert darauf, dass alle verkauften Backwaren aus eigener Produktion stammen und mit hochwertigen, regionalen Rohstoffen hergestellt werden.
Breiteneicher: Der mittelständische Familienbetrieb ist in den Bereichen Hoch-, Tief- und Straßenbau tätig und bietet etwa 70 Arbeitnehmern eine Beschäftigung. Die Firma hat bereits zahlreiche Großprojekte in der Region verwirklicht.
Der Hammer!: Das Vilsbiburger Traditionsunternehmen am Stadtplatz betreibt sowohl einen Elektrofachhandel als auch eine Meisterwerkstatt. Das Elektroinstallationsteam findet in den im Industriegebiet ansässigen Firmen gute Kunden.
Dräxlmaier Group: Das größte in Vilsbiburg ansässige Unternehmen (und größtes Unternehmen mit Hauptsitz in Niederbayern) gehört zu den Top 100 Automobilzulieferern und fungiert als Systemlieferant für Kunden aus Premiumbereich wie Audi, BMW, Bugatti, Cadillac, Jaguar, Lamborghini, Land Rover, Maserati, Mercedes-Benz, Porsche oder VW. Die Firmengruppe hat sich auf Interieur sowie Elektrik- und Elektroniksysteme bis hin zu Bordnetzsystemen spezialisiert. Am Standort Vilsbiburg sind etwa 2.000 Mitarbeiter, weltweit sind es ca. 48.000 Beschäftigte an 53 Standorten in 21 Ländern (Stand: März 2014).
Flottweg SE: Auch der Hersteller von Dekantern, Zentrifugen und Anlagen für die mechanische Flüssig-Fest-Trennung hat seinen Hauptsitz und Produktionsstandort in Vilsbiburg. Mit Vertriebs- und Servicezentren bzw. Vertretungen in fast allen Ländern der Welt erreicht das Unternehmen einen Exportanteil von 85 % und einen Jahresumsatz von 145 Mio. € bei nur 750 Mitarbeitern. Die von Flottweg produzierten Maschinen finden in vielen Branchen ihre Anwendung – von der Lebensmittel- über die Mineralölindustrie bis hin zu Kläranlagen.
Hiller separation & process: In direkter Konkurrenz zu Flottweg sitzt mit Hiller ein weiterer, international agierender Hersteller von Dekantierzentrifugen und anderen Anlagen der Flüssig-Fest-Trennung in Vilsbiburg. Dabei ist Hiller mit 200 Mitarbeitern und rund 40 Mio. € Jahresumsatz die kleinere Firma.
Holz Balk: Der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Familienbetrieb bietet für den Groß- und Einzelhandel alles rund um das Thema Holz – von einem Säge- und Hobelwerk über einen Holzbau-Zimmerei-Großhandel und einen Bodenbelagsgroßhandel bis hin zum Holzfachmarkt für den Einzelhandel.
Veldener Präzisionstechnik produziert hochpräzise Drehteile aus unterschiedlichen Stahlsorten für den Einsatz in Automobilen, Nutzfahrzeugen, der Energietechnik, dem Maschinenbau und weiteren Anwendungsbereichen. Mit 200 Mitarbeitern werden die Bauteile in der eigenen Fertigung spanabhebend bearbeitet, wärmebehandelt und schließlich einbaufertig geschliffen an den Kunden geliefert. Der Jahresumsatz beträgt ca. 30 Millionen Euro.[20]
Zollner Objekttextilien: Einer der wenigen Textilbetriebe, die sich nach dem einstigen Boom noch bis heute in Vilsbiburg halten konnten, ist die Weberei und Wäschefabrik Zollner. Mit den Erzeugnissen – Hotel- und Gastronomietextilien sowie Klinik- und Pflegetextilien – werden heute nur noch Großkunden beliefert.

Die meisten der genannten Betriebe sind im großen Industriegebiet am nördlichen Ortsausgang Richtung Landshut ansässig. Dieses liegt direkt an der B 299.

Wasserversorgung

Der Trinkwasserbedarf der Stadt Vilsbiburg mit seinen Ortsteilen liegt bei 600.000 Kubikmeter. Die Versorgung wird durch die Stadtwerke Vilsbiburg erbracht. Sie beliefert mit weiteren 500.000 Kubikmetern auch die Binatal- und die Isar-Vils-Gruppe sowie die Gemeinde Schalkham mit Trinkwasser.[21]

Gesundheitswesen

Das Krankenhaus Vilsbiburg ist Traumazentrum und verfügt unter anderem über mehrere Chirurgische Kliniken mit den Schwerpunkten Endoprothetik und Endokrinologie, eine Medizinische Klinik mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Neurogastroenterologie und Behandlung von Schlaganfallpatienten, über ein Interdisziplinäres Zentrum für Schmerztherapie, ein Interdisziplinäres Inkontinenz- und Beckenbodenzentrum sowie eine Frauenklinik. Das Krankenhaus gehört dem Landshuter Kommunalunternehmen für medizinische Versorgung (La.KUMed) an. La.KUMed umfasst die drei kommunalen Krankenhäuser des Landkreises Landshut: Landshut-Achdorf, Vilsbiburg und Schlossklinik Rottenburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist der langgezogene Stadtplatz mit zum Teil gut erhaltenen Bürgerhäusern, „Altes Rathaus“ 17./18. Jahrhundert, „Torturm“ 16. Jahrhundert. Die imposante Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Wallfahrtskirche Maria Hilf auf dem Mariahilfberg wurde im 19. Jahrhundert im neuromanischen Stil erbaut. Sehenswert sind ferner das Heimatmuseum Vilsbiburg und das Kröninger Hafnermuseum.

Stadtansichten

Der obere Torturm, links davon die ehemalige Spitalkirche mit dem Heimatmuseum

Das Rathaus von Vilsbiburg

Der langgezogene Stadtplatz von Vilsbiburg

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Wallfahrtskirche Maria Hilf

Stadtplatz im Winter mit Vilsbrücke und Rathaus

Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Vilsbiburg
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Vilsbiburg
Söhne und Töchter der Stadt
Karl Anton Lang (* 1815; † 1890) Reichstags- und Landtagsabgeordneter (Zentrum)
Georg Kremplsetzer (* 1827; † 1871), Komponist und Dirigent
Heinz Angermeier (* 1924; † 2007), Historiker
Remo Leghissa (* 1963), Bildhauer mit Atelier in Wölflau
Johannes Schmid (* 1973), Regisseur und Drehbuchautor
Wilhelm Schwinghammer (* 1977), Opernsänger an der Hamburgischen Staatsoper
Florian Oßner (* 1980) deutscher Politiker (CSU) und Mitglied des Deutschen Bundestages
Florian Gruber (* 1983), Rennfahrer
Markus Karl (* 1986), Fußballspieler (u. a. Hamburger SV)
Nicole Bauer (* 1987), deutsche Politikerin (FDP) und Mitglied des Deutschen Bundestages
Sonstige bekannte Persönlichkeiten
Von 1940 bis 1941 lebte die Malerin Elsa Haensgen-Dingkuhn (1898–1991) in Vilsbiburg.
Lorenz Klimmer (1868–1919) war ein katholischer Pfarrer, Politiker und Mitglied des Bayerischen Landtages.
Sonstiges
Regelmäßige Veranstaltungen

Das Fest Mariä Namen Mitte September wird alljährlich mit Wallfahrt und Lichterprozession vom Stadtplatz zur Wallfahrtskirche begangen.[22]

Im Oktober findet der Dionysimarkt statt, mit einer mehr als 500-jährigen Geschichte der älteste Pferdemarkt Niederbayerns. Höhepunkt des altbayrischen Pferdemarkts ist der Dionysi-Umritt mit über 250 Pferden und 40 Kutschen-Gespannen.[23]

Seit 1992 findet jährlich im Januar die Beach Party der Narrhalla Vilsbiburg statt, die Tausende von Besuchern anzieht. Hierfür wird Sand auf dem Boden der Stadthalle aufgeschüttet und die Halle auf sommerliche Temperaturen geheizt.

Sport

Mit den „Roten Raben“ gibt es eine erfolgreiche Volleyball-Bundesligamannschaft. 2005 und 2006 gewann sie den zweiten Platz in der Meisterschaft der Frauen und wurde im April 2008 Deutscher Meister. 2009 sicherte sie sich den DVV-Pokal und 2010 erneut die deutsche Meisterschaft. 2014 folgte der zweite Pokalsieg.

E-Sport

Vilsbiburg und Umgebung sind für ihre E-Sport-Szene und LAN-Partys bekannt. Seit 2005 findet mehrmals jährlich der „Gamers‘ Congress“ statt.

Freizeit

Neben einem regen Vereinsleben gibt es in Vilsbiburg ein Freibad, ein Hallenbad, ein modernes Cineplex-Kino, den Einheimischen als Lichtspielberg bekannt, sowie eine Kartbahn.