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Geschichte
Panorama der Stadt Vlotho, in der Gesamtansicht vom Winterberg (links) bis zum Amtshausberg (rechts) vom Standort Uffelner Buhn aus
Das Stadtzentrum, die Weser und der Ortsteil Uffeln
Das Stadtzentrum, der Amtshausberg und die Weser
Einleitung

Werkzeugfunde in der alten Kiesgrube im Stadtteil Uffeln lassen darauf schließen, dass das Gebiet von und um Vlotho mindestens seit dem Mesolithikum, der mittleren Steinzeit (4.000 v. Chr.) besiedelt ist. Die Entdeckung der Reste eines germanischen Wohnplatzes in der Nachbarstadt Bad Salzuflen (Ortsteil Wüsten, etwa 200 n. Chr.) weist ebenso wie die 1933 vorgefundenen Hügelgräber auf dem Uffelner Buhn (etwa 2000 bis 3000 v. Chr.) auf weitere durchgängige Besiedlung hin. Das wird unterstützt durch Zeugnis von anderen Grabstätten um 700 v. Chr. im heutigen Vlothoer Stadtgebiet links der Weser, die bis auf eine Ausnahme (im Ortsteil Exter) nicht mehr direkt nachweisbar sind.

Der Vlothoer Amtshausberg wurde wahrscheinlich schon vor etwa 2.000 Jahren durch eine Wallburg befestigt. Zur Zeit der Karolinger um 850 n. Chr. befand sich hier ein befestigter Königshof. Auch auf dem Paterberg konnte die Existenz einer alten Wallburg, genannt „Hünenburg“ nachgewiesen werden.

Durch die zwischen zwei Höhenzügen (Teutoburger Wald und Wiehengebirge) liegende Ravensberger Mulde führten schon lange wichtige Handelswege in Richtung Porta Westfalica und zum Naturhafen in Vlotho. Die Weser konnte hier über die in Richtung Rehme nahe liegende sogenannte Vössener Furt überquert werden. In Vlotho gab es bis ins 20. Jahrhundert Fährbetrieb, der von Harland[8] schon für 1336 vermutet wurde, frühere Hinweise sind nicht bekannt. Der moderne Stadtchronist Karl Großmann schreibt von einer urkundlichen Erwähnung im Jahr 1423. Aus dem 16. Jahrhundert bekannte Flurnamen sind weitere Belege. Es lag nahe, hier sowohl für den Verkehr auf dem Wasser als auch auf dem Lande eine Zollstelle einzurichten. In Folge kam es zu Ansiedlungen.

Für die erste urkundliche Erwähnung Vlothos wird das Jahr 1185 angenommen, als ein Gottfried von Vlotho dem Kloster Loccum sieben Hufen Land geschenkt hat. Beurkundet hat den Vorgang Bischof Anno von Landsberg, die vorliegende Urkundenabschrift ist allerdings nicht datiert. Sie ist auch einer der wenigen Hinweise auf die Existenz der Herren von Vlotho, von denen nichts weiter bekannt ist, wie schon 1829 von Ledebur in seiner Diplomatischen Geschichte der Stadt und Herrschaft Vlotho bemerkte. Auch von ihrem vermutlich erstem Sitz, der Wasserburg Schune, ist nichts mehr vorhanden.[9]

Zur Herkunft des heutigen Namens Vlotho wird vermutet, dass er sich aus Vlothowe entwickelt hat. Das niederdeutsche Wort ist eine Zusammensetzung aus Vlauthe, Vlothe oder ähnliches (dem heutigen Forellenbach) und owe für Flussaue.[10] Der Forellenbach wird von Anhöhen seitlich eng begrenzt, was verhinderte, dass sich an seinen Ufern nennenswerte Landwirtschaft entwickelte.

Geschichte des Amtes Vlotho bis 1969
Bis 14. Jahrhundert
Burg Vlotho – heutige Ansicht

Der Wirkungsbereich der Herren von Vlotho, das alte Amt Vlotho, entsprach in etwa dem heutigen Stadtgebiet. Hinzuzurechnen ist aber das Gebiet des heutigen Ortsteiles Rehme der Stadt Bad Oeynhausen. Ihren Sitz, die Wasserburg Schune im Mündungsbereich des Forellenbaches in die Weser gaben sie um 1150 auf. Von der auf dem heutigen Amtshausberg errichteten Burg aus kontrollierten sie von da an den Wasserweg Weser, aber auch die örtlichen Landwege.

Von den Herren von Vlotho ist so gut wie nichts bekannt. Als sie ausstarben, übernahmen die Grafen von Ravensberg die Herrschaft, mussten ihre Hoheitsrechte aber mit anderen Grundherren teilen. Schon im 10. Jahrhundert waren einige Bauernhöfe den alten Klöstern in Herford und Möllenbeck abgabepflichtig gewesen. Als weitere Rechteinhaber sind u. a. das Herforder Stift auf dem Berge und das Kloster Segenstal in Vlotho zu nennen, aber auch das Paderborner Kloster Abdinghof gehörte zu den Nutznießern.

Bis 17. Jahrhundert

Als Teil der Grafschaft Ravensberg war die Herrschaft Vlotho an das Haus Jülich-Kleve-Berg gefallen. Mitte des 16. Jahrhunderts veranlasste Wilhelm der Reiche, Herzog von Jülich, Kleve und Berg die Erstellung eines Katasters. Dieses Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556 enthält detaillierte Aufzeichnungen auch zum damaligen Amt Vlotho. So blieben Angaben erhalten über die Anzahl der Hofstätten, deren Bewohner und welche Leistungen und Abgaben von diesen an wen zu erbringen waren sowie Angaben zu Gehörigkeiten.

Danach bestand das Amt Vlotho aus den Vogteien Wehrendorf und Vlotho. Von den 225 Hofstätten letzterer lagen 91 im Kirchspiel Exter mit den Bauerschaften Exter, Schwarzenmoor und Solterwisch, welche kirchlich zum Herforder Stift Berg gehörten. Im Kirchspiel Rehme (87 Stätten) waren die Bauerschaften Rehme (Kirchenstandort), Nieder- und Oberbecksen, Bessingen, Babbenhausen sowie Reelsen zusammengefasst. Der Flecken Vlotho zählte 47 Stätten.

Zur Vogtei Wehrendorf wurden 136 Hofstätten für das Kirchspiel Valdorf verzeichnet. Dieses Gebiet mit den zusammengefassten Bauerschaften Bonneberg, Brockhagen, Maasbecke, Nieder- und Oberhollwiesen, Nienhagen und Valdorf (Kirchenstandort) blieb weitgehend unverändert und entspricht damit dem heutigen Vlothoer Stadtteil Valdorf.

18. Jahrhundert
Amt Vlotho um 1797

Mit dem Übergang der Grafschaft Ravensberg an Brandenburg Anfang des 17. Jahrhunderts hatte sich gebietsmäßig für Vlotho nichts geändert. 1786 wurden mit der Grafschaft Lippe einige unklare Grenzverhältnisse im Bereich der Bauerschaften Steinbründorf, Wehrendorf und Exter geregelt. Für 1796 sind in den Bauerschaften 636 Kolonate mit 484 Kötterhäusern bekannt sowie 235 Bürgerhäuser in der Stadt Vlotho. Aus diesem Jahr stammt auch ein erster Stadtplan.

19. Jahrhundert
Weserhafen, Stadt und Amtshausberg um 1850

Nach dem Frieden von Tilsit trat Preußen im Jahr 1807 alle Gebiete westlich der Elbe ab. Das neue Königreich Westphalen wurde nach französischem Vorbild neu eingeteilt. Der aus Ravensberg gebildete Distrikt Bielefeld gehörte zum Weser-Departement mit der Hauptstadt Osnabrück und bestand aus 11 Kantonen.

Der Kanton Vlotho entsprach im Gebiet genau dem bisherigen preußischen Amt. Das änderte sich nach der Kontinentalsperre, in der sein Gebiet westlich der Weser und nördlich der Werre dem französischen Kaiserreich zugeschlagen wurde. Der verbleibende Rest des Distriktes Bielefeld insgesamt wurde mit dem Departement der Fulda vereinigt, Schwarzenmoor dem Kanton Herford zugeschlagen. Der Kanton Vlotho erhielt den verbliebenen Teil des Kantons Bünde mit den Hauptorten Gohfeld und Löhne.

Das blieb bis 1815 so, als dem da neugebildeten Kreis Bünde das Kirchspiel Gohfeld zugeschlagen wurde. Vlothos Gebiet umfasste damit wieder die Kirchspiele Vlotho, Valdorf, Exter (aber ohne Schwarzenmoor) und Rehme. Hinzu kam die Gemeinde Dehme.

Das Jahr brachte die Vereinigung der Kreise Bünde und Herford zum in etwa heutigen Kreis Herford. Das Amt Dützen im Kreis Minden bekam das Kirchspiel Rehme zugeschlagen. 1843 wurde Rehme zum eigenständigen Amt. Was das Amt Vlotho angeht, veränderte sich nach 1832 nichts mehr.

20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg wurde die Gemeinde Valdorf in Valdorf-Ost (Winterberger Gebiet) und Valdorf-West (Hauptgebiet u. a. mit der Horst und dem Bereich Bäder/Kirche) geteilt. Das Jahr 1969 brachte im Zuge der Gemeindereform die Auflösung des Amtes zur Stadt Vlotho. 1973 kam die ehemals zum Amt Hausberge (Kreis Minden) gehörige Gemeinde Uffeln zu Vlotho und gehörte damit zum Kreis Herford.

Geschichte der Stadt Vlotho
Ab dem 13. Jahrhundert

Die Geschichte der Stadt Vlotho ist eng verbunden mit der der um 1250 errichteten Höhenburg auf dem Amtshausberg. Verlässliche Angaben über ihre Gründung liegen nicht vor. Der Vlothoer Chronist Großmann schreibt im Zusammenhang mit der Geschichte der Kirche in Valdorf dazu: „Anscheinend ging die Absicht der Herren von Vlotho dahin, aus der Siedlung am Fuße des Amtshausberges eine Art Landeshauptstadt zu machen. Zu diesem Zwecke schnitten sie aus dem Gebiet des Kirchspiels Valdorf (45 km²) ein Gebiet von nur rund 6 km² heraus und gaben der Siedlung Vlotho Stadtrechte.“ Das bedeutete, dass es hier einen eigenen Stadtrichter gab und der Ort mit entsprechenden Stadtrechten versehen war.

1368 fielen die Mindener ein und zerstörten Burg und Stadt fast völlig. In der Folge verlor Vlotho die Stadtrechte wieder und gehörte unter das Gaugericht zu Herford.

Ab dem 17. Jahrhundert
Nachbau (2000) des Bootes eines Vlothoer Binnenfischers. Solche Lattenboote wurden auch im Fährbetrieb auf der Weser eingesetzt.

Über das Schicksal der Stadt Vlotho im Dreißigjährigen Krieg gibt es nur wenige schriftliche Überlieferungen.[11] Soweit bekannt ist, war Vlotho eher am Rande des Kriegsgeschehens in Form von Durchmärschen und Einquartierungen verschiedener Truppen betroffen. Die einzige größere Kriegshandlung der Gegend war ein nur wenige Stunden dauerndes Gefecht im heutigen Vlothoer Stadtteil Valdorf. Das Ereignis wird heute auch als Schlacht bei Valdorf bzw. Vlotho bezeichnet.

Erst 1650 durften die Vlothoer unter dem Großen Churfürsten jährlich einen Jahrmarkt abhalten. Auch sonst erlebte der Ort eine neue Blüte. Auffällig ist, dass anderenorts so kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg die Normalität vergleichsweise stockend einsetzte.

Eine wesentliche Rolle für die rasch wieder zunehmende Bedeutung der Weserstadt spielte der Hafen, aus dem Handelsgüter und Rohstoffe bis weit ins lippische und Ravensberger Hinterland transportiert wurden und zurück. Dass ausgerechnet in Vlotho der wichtigste Hafen zwischen Minden und Hameln entstehen konnte, lag daran, dass hier Inseln (Werder) den Strom teilten. Im ruhigen Arm (dort, wo seit 1875 die Eisenbahntrasse verläuft) konnten nach Großmann bis zu hundert Schiffe anlegen, ankern und sogar überwintern.

Die Gründung der Vlothoer Schiffergilde, einer Vereinigung der im Ort ansässigen Binnenschiffer, ist auf diesen Aufschwung mit zurückzuführen. Analog dazu hatten sich viele Vlothoer auf das Fuhrgewerbe eingerichtet, die Stadt lebte in hohem Maße vom Güterverkehr, der Naturhafen erwies sich als Segen. Vlotho wurde zum Leggeort (Zentrum des Leinenhandels), erhielt 1719 städtische Rechte als Titularstadt und 1740 wieder einen eigenen Magistrat.

Große Bedeutung hatte auch die Floßschiffahrt, die neben dem Rohstoff Holz unter anderem Mühlsteine auf der Weser stromabwärts transportierte. Bis aus dem Thüringer Wald kamen die Fuhrwerke stromaufwärts mit ihrer schweren Last, die dann ihren Weg auf dem Wasser in nördlicher Richtung fortsetzte. Das letzte kommerziell betriebene Floß passierte 1964 auch die Stadt Vlotho.

19. Jahrhundert
Wasserrad der früheren Kuhl’schen Mühle am Forellenbach

Als 1813 auch die Stadt Vlotho wieder unter preußische Verwaltung kam, profitierte sie erneut von der günstigen Lage an der wichtigen Wasserstraße Weser.

Mitte des 19. Jahrhunderts wird von reger Gewerbetätigkeit berichtet. Ansatzweise wollte man von Mineralquellen im Westen der Stadt in Form von Bade- und Kurbetrieb profitieren, was jedoch rasch wieder aufgegeben wurde. In der kleinen Stadt produzierten unter anderem zwei Zuckerfabriken. Arbeitsplätze bot weiterhin der Schiffbau im rechtsseitig der Weser gelegenen Uffeln, das erst später nach Vlotho eingemeindet wurde. Die natürliche Ressource Wasserkraft des Forellenbaches nutzten sieben Öl-, Korn- und Graupen-Mühlen. Der Handel mit Öl und nach wie vor rege Speditionsbetrieb veranlasste 1864 den Historiker Vormbaum, zu Papier zu bringen, … daß Vlotho unter den kleinen Städten zu den bedeutendsten Oertern der Grafschaft Ravensberg gehört.

1843 wurde die Eisenbahn zwischen Köln und Minden eröffnet, durch die wichtige Warenströme an Vlotho vorbeigelenkt wurden. Erst 1875 erhielt Vlotho durch die Einrichtung der in Löhne beginnenden und bis Vienenburg geplanten Eisenbahnstrecke Anschluss an das immer dichter werdende moderne Schienennetz. Verbunden war damit aber das weitgehende Ende der Überland-Speditionen.

Vlotho war in dieser Zeit die wichtigste Tabakstadt im Ravensberger Land; der Rohstoff kam über die Weser auf direktem Wege von Bremen. Der Weserhafen erhielt 1875 allerdings keine Eisenbahnanbindung, weil der Verkehr auf dem Strom immer mehr abnahm. Gegen die expansive Eisenbahn hatte der Schifffahrtverkehr nur wenig Chancen. Die Rolle der „Zigarrenstadt Deutschlands“ übernahm die Stadt Bünde bis heute. Deren Vorteil war unter anderem die vorteilhafte Lage im Kreuzungspunkt wichtiger Schienenverbindungen nach Osnabrück und Bremen im Fernverkehr und Minden sowie Herford im regionalen Bereich.

20. und 21. Jahrhundert
Ehemalige Zigarrenfabrik Schöning. Heute mit Jugendzentrum, Jugendkunstschule, Stadtbücherei und Heimatstube als »Kulturfabrik« bekannt

Die Weserstadt mit ihren etwa 4.000 Einwohnern hatte in ihrer Tallage Probleme sich auszuweiten. Erst 1903 erschloss die Streckenführung der Herforder Kleinbahn vom Weserhafen bis nach Wallenbrück die wichtige Anbindung an den südlichen Kreis Herford sowie die Städte Bad Salzuflen und Herford.

1928 trug der Bau einer Straßenbrücke dem immer weiter zunehmenden Fahrzeugverkehr Rechnung, den die Weserfähre nicht mehr bewältigen konnte. Mit diesem Brückenschlag war Vlotho direkt mit der damals noch zum Kreis Minden gehörenden Gemeinde Uffeln verbunden. Bis dahin war ein weiter und beschwerlicher Umweg über Porta Westfalica bzw. Rinteln erforderlich, wollte oder konnte man nicht die Fähre benutzen, vor allem bei schlechtem Wetter. 1945 wurde die Brücke in den letzten Kriegstagen zerstört, von 1946 bis zur Instandsetzung 1951 nahm die Fähre übergangsweise den Verkehr wieder auf. Vorübergehend fand in Vlotho und im benachbarten Varenholz die UFA eine Bleibe.

Vom Wiederaufbau profitierte Vlotho nur indirekt, nennenswerte Industrie siedelte sich eher in den Nachbarorten im Amt Vlotho neu an, so lange dieses noch bestand. Zu den Betrieben, die nach dem Krieg besonders wichtig für die Weserstadt waren, gehörte unter anderem die stark expandierende Firma Meyra (Krankenfahrzeuge), die kurzzeitig auch Kleinautos produzierte. Heute befinden sich Verwaltung und Produktion in Kalldorf, einem Ortsteil der lippischen Nachbargemeinde Kalletal. Auf großen Teilen des früheren Meyra-Geländes befindet sich heute mit dem Minskemarkt ein Einkaufszentrum, in dem überwiegend Discounter vertreten sind.

Mitte der 1950er-Jahre schien der Wirtschaftsfaktor Hafen im Abseits zu landen, auch als die Herforder Kleinbahnen die Anbindung aufgaben. Eine kurze Renaissance erlebte er, als vornehmlich lippische Möbelindustrie ihn als nahegelegenen Umschlagplatz für Tropenhölzer entdeckte. Der Norddeutsche Rundfunk machte ihn einige Male zum Schauplatz seiner Hafenkonzerte. Ein langer Betrieb war ihm nicht beschieden, der Warenverkehr auf der Weser nahm rapide ab. 2006 schließlich folgte der Schlussstrich, die noch vorhandenen Reste der Hafenanlage wurden entfernt. Heute gibt es lediglich linksseitig Anlegemöglichkeiten für Ausflugschiffe und Sportboote, aber auch Stellflächen mit Versorgungseinrichtung für Wohnmobile.

Die einst für Vlotho wichtige Tabakindustrie erlebte auch hier nach der Aufhebung des Maschinenverbots in der Produktion ihren Niedergang. Bis Anfang der 1970er Jahre gab es nur noch ein Unternehmen, das aber in Vlotho auch schon nicht mehr produzierte.

Die Gemeindereform vereinigte die alte Stadt Vlotho am 1. Januar 1969 mit den Gemeinden Exter und Valdorf.[12] Durch die Kreisreform kam 1973 die Gemeinde Uffeln aus dem früheren Kreis Minden hinzu.

In diese Zeit fällt der Bau der heutigen Mindener Straße (L 778), die zwar die Stadt zerschneidet, sie andererseits durch die Fortführung über die Weser an das Umland anbindet. Im „alten“ Stadtgebiet selbst wurde beim Bau weitgehend die Trasse der 1962 auch zwischen Vlotho und Herford endgültig eingestellten Kleinbahn genutzt.

Religionen
St.-Stephans-Kirche
St.-Johannis-Kirche

Vlotho ist durch seine lange Zugehörigkeit zur Grafschaft Ravensberg traditionell evangelisch geprägt. Es gibt im Stadtgebiet sechs lutherische Kirchengemeinden (Bonneberg, Exter, Uffeln, Valdorf, St. Stephan (Vlotho-Stadt) und Wehrendorf) und eine reformierte Gemeinde (St. Johannis (Vlotho)). Diese Gemeinden gehören zum Kirchenkreis Vlotho mit Sitz im benachbarten Bad Oeynhausen. Weiterhin sind zwei katholische Gemeinden ansässig (Heilig Kreuz und St. Hedwig).

Kath. Heilig-Kreuz-Kirche in Vlotho

Vertreten sind ebenso die Pfingstgemeinde (Freie Christengemeinde), Neuapostolische Kirchengemeinde Vlotho und die Zeugen Jehovas. Die Religionsgemeinschaft „Das Leben e. V.“, auch Norweger-Gemeinde oder „Smithianer“ genannt, unterhält im Ortsteil Exter ein Versammlungshaus. EC-Gemeinschaften gibt es in der Kernstadt und in Wehrendorf, einer Ortschaft im Ortsteil Valdorf.

Die Dorfkirche im Ortsteil Exter wurde 1959 zur ersten evangelischen Autobahnkirche geweiht, der Turm ist noch der ursprüngliche etwa 1676 gebaute, das heute vorhandene Kirchenschiff ersetzte 1951 den damals ursprünglichen, verputzten Fachwerkbau.

Ein Indiz für die Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Schüler in Vlotho sein. Demnach gaben im Schuljahr 2006/2007 66,8 % der Schüler evangelisch, 7,6 % katholisch und 6,7 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 7,2 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 11,7 % keine Konfession an.[13]

Die Grundschule in Exter ist eine der wenigen evangelischen Bekenntnisschulen in der Region. Sie wird heute als Dependance der Grundschule Uffeln betrieben.

Jüdische Bürger

Aus dem Jahr 1690 sind zwei so genannte Judenbriefe als ältester Nachweis für die Ansiedlung erhalten. Auf dem alten jüdischen Friedhof am Oberg wurde als ältester datierter ein Grabstein von 1713 gefunden, der mit weiteren gut erhaltenen nun auf dem neuen jüdischen Friedhof Vlotho an der Wasserstraße steht. Die Vlothoer Juden waren als Viehhändler und Schlachter tätig und auch im Garn- und Leinenhandel. 1850/1851 lebten 137 Vertreter dieses Glaubens in der Stadt. Die zu diesem Zeitpunkt gebaute neue Synagoge wurde am 10. November 1938 zerstört, am Tag nach der „Reichspogromnacht“. Vier der damaligen nationalsozialistischen Gewalttäter wurden im März 1946 vor dem Schwurgericht in Bielefeld zu Freiheitsstrafen verurteilt. Von den 1933 im Amt Vlotho lebenden 87 Personen jüdischen Glaubens wanderten 28 ins Ausland aus. Es kann von 41 Vlothoer Holocaustopfern ausgegangen werden, zwei weitere Verschleppte kehrten in ihre Heimatstadt zurück, um sie kurz darauf wieder zu verlassen. Heute leben in Vlotho keine jüdischen Bürger mehr, dem seinerzeit in die USA ausgewanderten Stephen Hans Loeb wurde 1991 die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen.[14]

Eingemeindungen

Durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Herford und der kreisfreien Stadt Herford[15] wurde das Amt Vlotho zum 1. Januar 1969 aufgelöst. Die bisherigen amtsangehörigen Gemeinden Exter, Valdorf und die Stadt Vlotho wurden zur neuen Stadt Vlotho als Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amtes zusammengeschlossen.

Auf Grund des Bielefeld-Gesetzes[16] wurde die Gemeinde Uffeln aus dem Amt Hausberge im Kreis Minden am 1. Januar 1973 in die Stadt Vlotho eingegliedert und änderte damit auch seine Kreiszugehörigkeit.[17]

Einwohnerentwicklung
Bevölkerungsentwicklung in Vlotho von 1730 bis 2007 (obere Linie: heutiger Gebietsstand,
untere Linie: jeweiliger Gebietsstand)

Angaben jeweils am 31. Dezember, 1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai und 1974 am 30. Juni

Vlotho nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1730 1.300
1844 2.171
1871 3.066
1901 4.336
1925 4.989
1939 5.561
1950 8.150
1961 8.124
1969 8.707
1984 7.392

Vlotho nach dem heutigen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1961 19.394
1970 19.681
1972 21.135
1974 21.009
1975 20.629
1980 19.949
1985 18.963
1990 19.952
1995 20.520
2000 20.533
Jahr Einwohner
2004 20.138
2005 20.035
2007 19.729
2009 19.500
2010 19.282
2011 19.075
2012 19.035
2013 18.970

Politik
Stadtrat

Der Stadtrat von Vlotho hat gegenwärtig 34 Mitglieder. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[18][19][20][21][22][23][24] 2014[25] 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
SPD 12 36,01 12 34,35 12 36,46 12 35,92 17 42,50 16 40,51 16 39,66 16 39,67 16 41,35
CDU 12 34,75 11 32,18 13 39,73 17 48,34 16 40,11 11 27,50 9 21,49 15 35,35 15 36,86
GLV1 5 15,3 5 14,36 5 13,31 3 8,83 4 10,57 4 10,80 3 8,64 0 4,70
FDP 3 7,36 4 12,92 4 10,50 2 6,92 2 6,82 4 10,40 3 8,86 2 5,40 2 6,22
Die Linke 2 6,84 2 5,70
Einzelbewerber 0 0,49
VBU2 4 10,80 6 14,48
FWG3 2 6,87 6 14,88 6 15,56
Gesamt4 34 100 34 100 34 100 34 100 39 100 39 100 39 100 39 100 39 100
Wahlbeteiligung 51,02 54,53 52,36 58,57 81,98 67,15 72,86 76,25 87,62

{{{1}}}
1 Grüne Liste Vlotho
2 Vlothoer Bürger Union
3 Freie Wählergemeinschaft
4 ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen
Sitzverteilung im
Stadtrat 2014

     

Insgesamt 34 Sitze Linke: 2 Grüne Liste: 5 SPD: 12 FDP: 3 CDU: 12

Ortsvorsteher

Verbunden jeweils mit der Kommunalwahl werden vom neu konstituierten Stadtrat für die Stadtteile Ortsvorsteher gewählt.[26] Sie werden meist von der Partei mit den meisten Stimmen in den Stadtteil-Wahlbezirken gestellt.

Bürgermeister
Rathaus, die großen Fenster des Sitzungssaales wurden 1963 von der Landsmannschaft der „Sommerfelder Heimattreuen“ gespendet.

Bis 1808 konnte der Status des Amtmannes gepachtet werden. Ab dann, im unter napoleonischen Herrschaft stehenden Königreich Westphalen, gab es den Maire, den Bürgermeister. Es wurden u. a. die Aufgaben von Rechtsprechung und Verwaltung getrennt. Auch nach Ende der Fremdherrschaft wurde er im Amte Vlotho als Cantonatsbeamter bezeichnet, bis nach der 1841 eingeführten Landgemeinde-Ordnung die Dienstbezeichnung Amtmann eingeführt wurde. Erst mit der Eingemeindung ab dem Jahr 1969 wurde Vlotho zu dem, was dem historischen Stadtbegriff entspricht. Das bedeutete, dass bis dahin der oberste Verwaltungsbeamte des Amtes auch für den Ort Vlotho zuständig war. Zwar bot sich 1843 die Gelegenheit, aus dem Amtsbezirk auszuscheiden, die jedoch nicht genutzt wurde, Vlotho blieb weiterhin Titularstadt.[27]

Bürgermeister in Amt und Stadt Vlotho bis 1968
1808–1832: Ernst Andreas Martzilger, ehemaliger Königlicher Offiziant
1832–1851: Philipp Poehlmann, Regierungsreferendar
1851–1855: Karl Albert Strosser, Berufsoffizier
1855–1894: Heinrich Müller, vormaliger Amtmann in Alswede
1894–1919: Heinrich Brüggenschmidt, ehemaliger Offizier
1920–1935: Paul Schildwächter
1935–1945: Wilhelm Sappke, Verwaltungsbeamter aus Schlesien
1945–1945: Wilhelm Lücking (Vlotho und Bonneberg), kaufmännischer Angestellter (In den Gemeinden Exter und Valdorf wurden von den Alliierten besondere Bürgermeister eingesetzt)
1945–1946: Julius Schöning, Zigarrenfabrikant
1946–1961: Friedrich Albrecht, Leiter des Arbeitsamtes
1961–1968: Werner Eversmeier, Kaufmann
Bürgermeister der Stadt Vlotho ab 1969 (Gemeindereform)
1969–1978: Rudolf Kaiser (CDU)
1978–1979: Wilhelm Weber (FWG)
1979–1984: Heinz Reinhardt (CDU)
1984–1994: Gerhard Wattenberg (SPD)
1994–1999: Ulrich Sturhahn (SPD)
1999–2003: Lieselore Curländer (CDU), hauptamtlich (vor Ablauf der Amtszeit von 2003 bis 2009 Landrätin Kreis Herford)
2003–2015: Bernd Stute (2003–2013 SPD, 2013–2015 parteilos)
seit 2015: Rocco Wilken (SPD)

Quelle:[28]

Stadtdirektoren

Die Position des Stadtdirektors (bis 1968 Amtsdirektor genannt) gab es in Vlotho von 1946 bis 1999. Er ist ein Kennzeichen der Norddeutschen Ratsverfassung mit seiner typischen Doppelspitze. Der Stadtdirektor war hauptamtlich beschäftigt und stand der Stadtverwaltung vor, während der Bürgermeister (alter Art) ehrenamtlich tätig war, den Vorsitz über den Stadtrat hatte und zudem überwiegend repräsentative Aufgaben wahrnahm.[29]

1946–1951: Wilhelm Lücking
1951–1966: Dr. Hans Hohenstein
1967–1981: Heinz Volkmann
1981–1984: Jürgen Stracke (vom Stadtrat abgewählt)[30]
1985–1993: Hermann Kölling
1993–1999: Jochen Zülka (SPD)
Wappen, Flagge, Dienstsiegel
Wappen der Stadt Vlotho

Der Stadt Vlotho ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Detmold vom 30. November 1970 das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge, eines Banners und eines Dienstsiegels verliehen worden. Diese sind in § 3 der Hauptsatzung[31] wie folgt beschrieben:

Wappenbeschreibung
„Von Silber (Weiß) und Rot wellenförmig geteilt: oben freischwebend drei rote Sparren, unten auf grünem Boden zwei grüne, nach außen gebogene Lilien mit silbernen (weißen) Blüten.“

Bedeutung

Die drei Sparren entstammen dem Wappen der Grafschaft Ravensberg, zu der Vlotho über Jahrhunderte gehörte. Der Wellenschnitt symbolisiert die Weser. Die Lilien weisen auf das Zisterzienser-Nonnenkloster hin.

Flaggenbeschreibung

„Von Rot-Weiß-Rot-Weiß-Rot im Verhältnis 1 : 1 : 1 : 1 : 1 längsgestreift mit dem von der Mitte zur Stange verschobenen Wappenschild der Stadt.“
Bannerbeschreibung

„Von Rot-Weiß-Rot-Weiß-Rot im Verhältnis 1 : 1 : 1 : 1 : 1 längsgestreift mit dem Wappenschild der Stadt oberhalb der Mitte.“
Siegelbeschreibung

Umschrift oben: STADT VLOTHO/ unten: KREIS HERFORD.
Siegelbild: Der Wappenschild, in dem der Inhalt des Gemeindewappens, und zwar die roten Sparren und Grün in Schwarz, und sonst in Umrissen wiedergegeben ist.
Siehe auch: Liste der Wappen im Kreis Herford und Liste der Flaggen im Kreis Herford
Städtepartnerschaften
Aubigny-sur-Nère, Frankreich (seit 1989)
Lubsko, Polen (seit 1992)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater, Konzert, Kino, Kunst
Fassadenmalerei am Sommerfelder Platz in Vlotho.

Theater- und Konzertfreunde nutzen die Angebote in Herford (Stadttheater, nur Gastspiele sowie die Nordwestdeutsche Philharmonie), aber auch in Bielefeld und in Detmold. In der Kirche St. Stephan im Zentrum werden regelmäßig Orgelkonzerte abgehalten.

Im Ortsteil Bonneberg gibt es eine Laienspielgruppe.

In den 1990er-Jahren wurde das letzte Vlothoer Kino, die Weser-Lichtspiele, geschlossen. Das nächste Lichtspiel-Angebot befindet sich mit dem Multiplex-Kino UCI im benachbarten Bad Oeynhausen.

In der ehemaligen Zigarrenfabrik Schöning gegenüber dem Bahnhof Vlotho befindet sich die so genannte »Kulturfabrik« mit Jugendzentrum, Jugendkunstschule, Stadtbücherei und Heimatmuseum. Hier finden regelmäßig Kleinkunst-Veranstaltungen statt.

Seit 2013 sind großflächige Fassadengemälde in der Innenstadt entstanden und zu besonderen Sehenswürdigkeiten von Vlotho geworden. Vom Aquarell über die Fotografie bis zum Trompe-l’œil reicht das Spektrum der Arbeiten, mit denen mehr als 25 Künstler zahlreiche Mauern, Fenster und sogar Stromkästen (vorwiegend am Sommerfelder Platz und in der Langen Straße) gestaltet haben. Auch in Blumenbeeten und an Bäumen finden sich künstlerische Objekte, „die zum Nachdenken und Staunen verleiten“ sollen.

Museen

Das Heimatmuseum des Heimatvereins Vlotho führt regelmäßig Vorführungen der Spinnstube und zur traditionellen Zigarrenherstellung durch. Außerdem wurde im Heimatmuseum ein typischer „Tante-Emma-Laden“ rekonstruiert. Der Heimatverein betreibt weiterhin die restaurierte Hammerschmiede Gnuse.

Das Kutschenmuseum Bad Seebruch zeigt in wechselnden Ausstellungen europäische Kutschen aus zwei Jahrhunderten.

Bauwerke

In der Kernstadt befinden sich unter anderem die nachstehenden bemerkenswerten Bauwerke:

Die evangelisch-lutherische Sankt-Stephans-Kirche war ursprünglich das Gotteshaus für die Nonnen des 1252 gegründeten und 1288 in die Stadt verlegten Zisterzienserinnenklosters Segenstal. Reste des Kreuzganges sind am Außernbau noch sichtbar. Der einfache gotische Rechtecksaal mit Dachreiter wurde 1659/60 durch ein zweites Schiff im Süden erweitert. Zur Ausstattung gehören die 1660 von Hans Küchlein geschnitzte Kanzel und die Emporenbrüstungen des 17. Jahrhunderts. Der Altar wurde nach 1660 geschaffen.
Die evangelisch-reformierte Sankt-Johannis-Kirche, ein achteckiger Zentralbau mit halbrunder Apsis, wurde 1782/83 errichtet. Das Innere verfügt noch über eine schlichte klassizistische Ausstattung.
Trotz der zu Anfang der 1970er Jahre durchgeführten Stadtsanierung und des Ausbaus der Bundesstraße 514, dem ganze Häuserzeilen zum Opfer fielen, haben sich im Ortskern noch einige, zumeist giebelständige Fachwerkbauten des 16. und 17. Jahrhunderts erhalten. Ein besonders schönes Ensemble befindet sich am so genannten Brink, einem erhöhten und mit Stützmauern gesicherten Abschnitt der Langen Straße. Unter der Adresse Lange Straße 71 steht ein ehemaliges Dielenhaus von 1619, unter Nummer 101 ein mit 1652 datiertes Giebelhaus mit seitlicher Utlucht. Ebenfalls über eine Utlucht verfügt das einstige Café Sturhan, Nr. 116. Das evangelisch-lutherische Pfarrhaus trägt die Hausnummer 108; der zweigeschossige Fachwerkbau ist inschriftlich auf 1650 datiert. Zu den am besten erhaltenen Fachwerkbauten Vlothos zählt das so genannte Haus Malz, Lange Straße 136. Das stattliche Dielenhaus mit Utlucht wurde 1684 durch Baumeister Henrich Helle für den Kaufmann Otto Heinrich Schürmann und seine Frau Elisabeth Waddenberg errichtet. Das Innere des Gebäudes, dessen dauerhafte Erhaltung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz[32] gewährleistet ist, kann auf Anfrage besichtigt werden. Die Gaststätte Alt Heidelberg, Lange Straße 70, stammte ursprünglich von 1604. Das Haus wurde jedoch 1983/84 abgebaut und anschließend – unter Verwendung einiger originaler Balken – durch einen Neubau ersetzt, der sich äußerlich an den Vorgängerbau anlehnt. Ein weiteres kleines Fachwerkhaus findet sich am Roseneck 2, das seit seiner Sanierung 1976 als Gaststätte („Zunfthaus“) genutzt wird. Angeblich um 1570 entstanden, dürfte es im Kern zu den ältesten Gebäuden der Stadt gehören. Mit der Jahreszahl „1570“ ist auch der Türsturz des verputzten Fachwerkbaus Weserstraße 27 versehen. Mit dem kleinbürgerlichen Wohnhaus Lange Straße 32, das 1568 entstand, ging eines der ältesten Häuser des Ortes verloren.[33] Es wurde 1969 abgetragen und 2005 bis 2007 auf dem Gelände des Bauernhausmuseums in Bielefeld wiederaufgebaut.
Auf dem Amtshausberg liegen die Reste der seit dem 12. Jh. bezeugten Burg Vlotho. Die Anlage wurde 1709 größtenteils abgetragen. Ihre Fundamente wurden in der Zeit von 1936 bis 1939 freigelegt, die Burg selbst nicht wiederhergestellt, sondern als Ruine rekonstruiert. Etwa 500 m nordwestlich der Burgruine liegt eine heute noch gut erkennbare Wallanlage, die sogenannte „Schwedenschanze“. Die Funktion und das Alter dieser Schanze ist bislang noch ungeklärt.

Aus den Ortsteilen sind diese Bauwerke besonders hervorzuheben:

Evangelisch-lutherische Kirche zu Valdorf. Spätgotischer Sakralbau, der 2008 sein 750-jähriges Jubiläum feierte.
Windmühle Exter: Im Ortsteil Exter findet man auf einer Anhöhe die 1850 gebaute Windmühle, die vom Verein Windmühle e. V. betreut wird, seit Juli 2009 finden dort standesamtliche Trauungen statt.
Talbrücke Exter: die Autobahnbrücke der Autobahn A 2 wurde 1991 in die Denkmalliste der Reichsautobahnzeit aufgenommen
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Vlotho

Der Vlothoer Brink in der unteren „Langen Straße“

Haus Malz (Lange Str. 136) von 1684

Zunfthaus (Roseneck 2) datiert auf 1570

Pfarrhaus (Lange Str. 108) von 1650

Café am Markt (Lange Str. 116) von 1651

Denkmäler
Zum Gedenken an die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Vlothoer Juden wurde 1969 ein Mahnmal am jüdischen Friedhof Vlotho in der Wasserstraße errichtet.
In der Langen Straße erinnert seit 1988 ein Gedenkstein an die am 10. November 1938 zerstörte Vlothoer Synagoge.
Zwischen 2006 und 2007 wurden insgesamt 41 sogenannte Stolpersteine vom Künstler Gunter Demnig zur Erinnerung an die ermordeten Vlothoer Juden verlegt. → Hauptartikel: Liste der Stolpersteine in Vlotho
Kriegerdenkmäler zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges gibt es in Vlotho an der Burgstraße zum Amtshausberg sowie am Valdorfer Friedhof und in Exter. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie heute eher als Mahnmale bezeichnet.
An den Begründer der Städtepartnerschaft mit Sommerfeld Dr. Georg Schultze (1889–1982), erinnert ein Gedenkstein am Dr.-Georg-Schultze-Platz.
Am ehemaligen Vlothoer Amtsgericht in der Langen Straße erinnert eine Gedenktafel an den Politiker und Gerichtsdirektor Franz Leo Benedikt Waldeck (1802–1870).
An Friedrich Ludwig Jahn erinnert seit 1928 ein Denkmal am Ludwig-Jahn-Stadion auf dem Amtshausberg.
In Valdorf wurde 1917 ein Gedenkstein für Eberhard Delius (1843–1917) dem ehemaligen Pfarrer der Kirchengemeinde Valdorf und Superintendenten des Kirchenkreises Vlotho errichtet.
Auf dem Eiberg in Valdorf erinnert ein Gedenkstein an die Völkerschlacht bei Leipzig (18. Oktober 1813) und die Schlacht bei Vlotho bzw. Valdorf (17. Oktober 1638).

Mahnmal am Jüdischen Friedhof

Gedenkstein für die 1938 zerstörte Vlothoer Synagoge

Stolpersteine zur Erinnerung an ermordete Vlothoer Juden

Kriegerdenkmal am Amtshausberg

Dr. Georg Schultze Gedenkstein

Erinnerungstafel an Franz Leo Benedikt Waldeck

Ludwig Jahn Denkmal auf dem Amtshausberg

Gedenkstein für die Völkerschlacht bei Leipzig und die Schlacht bei Vlotho

Parks und Naturschutzgebiete

Vlotho hat einen öffentlich zugänglichen Kurpark, der gemeinsam von Bad Senkelteich und Bad Seebruch (Weserlandklinik) genutzt wird. Im Kurpark befinden sich ein Klanggarten und das ehemalige Haus des Gastes der Stadt. Er wird von der Linnenbeeke durchflossen.

Vlotho hat mit Abstand die meisten Naturschutzgebiete je Gemeinde im Kreis Herford, insgesamt 13. Diese sind das Arnholz, der Borstenbach, der Eiberg, das Heideholz, der kleine Selberg, die Linnenbeeke, das Mittelbachtal, der Paterberg, das Plögereisiek, das Salze-Glimketal, die Sandgrube Exter, Siebenstücken und die Vlothoer Weserwiesen. Zusammen bedecken diese Gebiete rund 204 ha, beziehungsweise 2,65 % der Stadtfläche.

Regelmäßige Veranstaltungen
Brückenfest (März – am linksseitigen Brückenkopf der Straßenbrücke über die Weser)
Freibadfete im Waldfreibad Valdorf ausgerichtet durch die DLRG und den Freibadförderverein (Anfang Juli)
Exter-Triathlon (Juli/August – seit 1989 Dreikampf Schwimmen-Radfahren-Laufen mit meist 400 bis über 500 auch überregionalen Teilnehmern)
Hafenfest (Sommer – am Vlothoer Weserhafen)
Tag des Bauernbades (2. Sonntag im September – Es präsentieren sich Bad Seebruch und Bad Senkelteich)
Weihnachtsmärkte der Stadtteil-Vereine (der erste, 1995 in Exter abgehaltene fand viele Nachahmer in der Region)
Uffelner Meile Die Geschäftswelt, Vereine und Einrichtungen aus Uffeln und Vlotho präsentieren im Mai/Juni im dreijährigen Abstand ihr Angebot entlang der Durchgangsstraße Mindener Straße
Das seit 1975 stattfindende Vlothoer Musikfestival umsonst und draußen findet bis auf weiteres nicht mehr im Stadtgebiet Vlotho statt. Organisator ist der in Vlotho ansässige »Verein umsonst & draussen Kultur e. V. Vlotho«, der von den Initiatoren der ersten Veranstaltungen gegründet wurde.[34]
Stadtfest (Juni – Innenstadt Vlotho) – Diese Veranstaltung wurde in der bisherigen Form im Jahr 2015 letztmals begangen, in kleinerem Umfang ist vorerst für 2017 ein Innenstadtfest vorgesehen.[35]
Kulinarische Spezialitäten

Ausgesprochene Vlothoer Spezialitäten gibt es nicht, neben einem normal zu bezeichnenden Gastronomieangebot ohne besondere Höhepunkte ist vielleicht das beliebte Grünkohlessen im Spätherbst zu erwähnen. Es gibt auch keine speziellen Brände oder andere alkoholische Getränke für Vlotho.

Moorland-Klinik in Bad Senkelteich
Verschneiter Waldweg am Bonstapel
Tourismus
In Uffeln, auf dem Freizeitgelände Borlefzen, befindet sich ein 80.000 m² großer Bootshafen mit Zugang zur Weser und zwei Campingplätze. Entlang des Flusses finden sich Badeseen.
Der Vlothoer Weserhafen wird heute nur noch touristisch genutzt. Seit einiger Zeit bietet die Stadt Vlotho Wohnmobilen eine beschränkte Anzahl an Stellplätzen an, Versorgungseinheiten sind vorhanden. An zwei Schwimmstegen können Motorsportboote auch bei Hochwasser anlegen.
Besonders hervorzuheben sind die Moorbäder Bad Seebruch (Weserlandklinik) und Bad Senkelteich (Moorland-Klinik) in Valdorf, in denen bereits seit dem 19. Jahrhundert Kurbetrieb stattfindet. Seit 1978 ist ein Teil von Valdorf mit Bad Seebruch und Bad Senkelteich staatlich anerkannter Luftkurort mit Kurmittelgebiet.[36]
Der Naturlehrpfad Bonstapel führt als Rundweg auf 5 km Länge auf dem Berg Bonstapel in über 300 m Höhe zu vierzehn Stationen, an denen Informationstafeln über die Geschichte der Landschaft und ihre Flora und Fauna berichten. Ein Beispiel für die didaktische Qualität ist eine Insektenwand, die Lebensräume vieler Waldinsekten am lebendigen Beispiel zeigt.
Vlotho liegt an der etwa 500 km langen Wellness-Radroute Teutoburger Wald, die als Radrundweg ausgeführt ist, am 491 km langen Weserradweg und am Soleweg. Darüber hinaus sind etwa 25 km örtliche Radwanderwege im Stadtgebiet markiert. Weiterhin sind vier örtliche Wanderwege mit Längen zwischen einem und 10 km ausgeschildert.
In den Sommermonaten bietet die Mindener Fahrgastschifffahrt Dampferfahrten auf der Weser nach Hameln, Rinteln und Minden an.
Es werden historische Stadtführungen angeboten. Die Burg ist das Ziel des „Burggemunkels“, bei dem das Burggelände bei Dunkelheit erkundet werden kann.
Im Ortsteil Exter wurde im Jahr 2014 die so genannte »Exter-Tour« eingerichtet, auf deren zwei Rundwanderwegen (innerörtlich und über die den Ort umgebenden Höhen) über 31 beschilderte Stationen informiert wird. Im Angebot der im Juni 2016 eröffneten und pädagogisch begleiteten »Exter-Tour für Kinder« werden Vorschul- und Schulkinder auf 14 Stationen im Ortskern kindgerecht informiert. [37]
Wirtschaft und Infrastruktur
Weserbrücke
Bahnhofsgebäude: Leerstand und Verfall
Verkehr

Von Herford und Bad Salzuflen aus war von 1903 bis 1962 Vlotho mit der Herforder Kleinbahn über Exter erreichbar, 1963 wurde auch die Verbindung bis Exter eingestellt. An das deutsche Eisenbahnnetz ist Vlotho seit 1875 angeschlossen (Planstrecke Löhne – Vienenburg).

Bereits 1423 wird eine Fährverbindung über die Weser urkundlich erwähnt.[38] 1928 wurde die erste Straßenbrücke über die Weser eingeweiht, damit war Vlotho mit der Gemeinde Uffeln im damaligen Amt Hausberge direkt verbunden. Die Fähre wurde noch bis 1937 betrieben. Die Brücke war bis 1943 mautpflichtig. Sie überstand die Luftangriffe der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, ihr Mittelteil über die Weser wurde jedoch Anfang April von deutschen Pionieren gesprengt. Damit sollte der Vormarsch der Amerikaner aufgehalten werden. Bis zur Einweihung des Brückenneubaues im Jahre 1951 verkehrte ab 1945 wieder eine Fähre über die Weser. Die teilerneuerte Brücke war dem zunehmenden Verkehr auf Dauer nicht gewachsen; sie wurde 1981 durch eine moderne Spannbetonbrücke ersetzt, die wenige hundert Meter stromaufwärts liegt.[39]

Die Bundesautobahn 2 kann über die unmittelbar an der Stadtgrenze gelegenen Anschlussstellen Porta Westfalica (Nr. 33), Kreuz Bad Oeynhausen (Nr. 32) und Herford-Ost (Nr. 30) erreicht werden, die Anschlussstelle Vlotho-West (Nr. 31) befindet sich im westlichen Stadtteil Exter. Ferner verbindet die Bundesstraße 514 Vlotho mit der A 30. Über die durch den Stadtteil Uffeln verlaufende L 778 besteht eine Verbindung zum Flugplatz Vennebeck (Porta Westfalica). Im Bereich des Ortsteils Exter soll von der Anschlussstelle 31 der A2 dem Verlauf der jetzigen Witteler Straße (L 773) folgend die Bundesstraße B 611 dreistreifig neu gebaut werden.[40] Mit vorbereitenden Baumaßnahmen wurde im Dezember 2015 begonnen.

Die Weserbahn (Bünde – Löhne – Hameln – Hildesheim) wird im Stundentakt von der NordWestBahn auf der gleichnamigen Weserbahn (RB 77) befahren. Der Bahnhof Vlotho ist mit einem Fahrkartenautomaten ausgestattet. Das unter Denkmalschutz stehende, 1875 errichtete ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs steht leer und wird nicht mehr für verkehrstechnische Zwecke genutzt. Ein aus einer Bürgerinitiative entstandener Verein hat das Konzept eines so genannten Bürgerbahnhofes entwickelt.

Das Stadtbusnetz („VlothoBus“) besteht seit Dezember 2010 aus fünf Stadtbuslinien, die von Kleinbussen im festen Stundentakt bedient werden. Dieses Netz hat ein vorheriges Angebot mit Anruflinien („Taxibusse“) ersetzt. Durchgehende Busverbindungen zu den Nachbarorten wurden im Zusammenhang mit der Stadtbuseinführung gebrochen. Exter ist Endpunkt der Buslinien von Herford und Bad Salzuflen (433, 434, 435, teilweise „Taxibusse“). Ab Bahnhof verkehren außerdem Anrufbusse nach Porta Westfalica. Im Anschluss an den Linienbetrieb besteht ein Angebot mit Anruf-Sammel-Taxis (AST).

Hauptartikel: Nahverkehr im Kreis Herford

Die nächstgelegenen größeren Flughäfen sind der Flughafen Hannover in etwa 80 km Entfernung, der Flughafen Paderborn/Lippstadt in ca. 84 km Entfernung und der Flughafen Münster/Osnabrück in rund 100 km Entfernung. Der Flugplatz in Porta Westfalica wird vorwiegend von Sportfliegern genutzt.

Medien
Vlothoer Zeitung

Die Vlothoer Zeitung (früher Vlothoer Tageblatt) erscheint als Ausgabe des Bielefelder Westfalen-Blattes bzw. des Herforder Kreisblattes. Einen nur geringen Abonnenten-Stamm hat die Herforder Ausgabe der Neuen Westfälischen Zeitung, Bielefeld. Vlotho gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR. Radio Herford kann über 91,7 MHz empfangen werden und sendet Lokalnachrichten aus Vlotho.

Öffentliche Einrichtungen

Außer der Stadtverwaltung gibt es keine weiteren öffentlichen Einrichtungen mehr. Vlotho gehört heute zum Amtsgerichtsbezirk in Bad Oeynhausen, zum Finanzamtsbezirk Herford sowie zum Bezirk des Arbeitsamtes Herford.

Bildung
LWL-Bildungsstätte Jugendhof Vlotho

Die Stadt bietet mit Ausnahme einer Gesamt- und einer Förderschule alle allgemeinbildenden Schulformen an. Es gibt im Stadtgebiet drei Grundschulen, die Grundschule Vlotho mit zwei Standorten, die Hans-Schwarze-Grundschule sowie die Verbundgrundschule Uffeln-Exter mit zwei Standorten, wobei der Standort Exter den Status einer evangelischen Bekenntnisgrundschule hat. Weiterführende Schule in der Sekundarstufe I ist die Sekundarschule im Schulzentrum Südspange. Sie ist ab dem Schuljahr 2012/13 die Nachfolgerin von Real- und Hauptschule am gleichen Standort. In den Sekundarstufen I und II bietet die Stadt das Weser-Gymnasium.

Im Jahr 2008 wurden an den allgemeinbildenden Vlothoer Schulen mit 132 Lehrkräften insgesamt 2.313 Schüler unterrichtet, davon 34,2 % an den Grundschulen, 9,5 % an der Haupt-, 19,7 % an der Realschule und 36,6 % am Gymnasium.[41]

Die Jugendkunstschule befindet sich in der Kulturfabrik. Darüber hinaus ist die Stadt Sitz des LWL-Bildungszentrums Jugendhof Vlotho, der Bildungsstätte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und weiterer Bildungseinrichtungen: darunter das Gesamteuropäische Studienwerk (GESW), das AKE-Bildungswerk e. V. In der alten Valdorfer Schule gegenüber der Kirche befindet sich die Lehranstalt für Krankengymnastik, deren Träger die Weserland-Klinik Bad Seebruch ist.

Das umstrittene Collegium Humanum, eine ehemalige rechtsextremistische Einrichtung, wurde am 5. August 2009 endgültig vom 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts verboten.

Ansässige Unternehmen
Finke GmbH & Co, Metallblasinstrumente
Kannegiesser, Wäschereimaschinen
pronorm Einbauküchen GmbH, Uffeln
Gustav Steinmann, Orgelbau
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Gustav Bonnemeyer (* 9. April 1847; † 15. Mai 1923), ernannt am 12. Juni 1917.
Heinrich Brüggenschmidt (* 2. Mai 1854; † 15. April 1941), Amtmann, ernannt am 11. November 1921.
Annemarie von Lengerke (* 15. April 1915; † 16. Dezember 2012), ernannt am 15. April 2000.
Stephen Hans Loeb (* 26. September 1916; † 1. Mai 1998), ernannt am 25. September 1991.
Paul Thoß (* 20. November 1860; † 1. Januar 1950) ernannt am 20. November 1930.

Quelle:[42]

Gustav Bonnemeyer wurde die Ehrenbürgerschaft verliehen in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Wohlfahrtspflege der Stadt, worunter zum Beispiel die Stiftung in erheblicher Höhe für ein Krankenhaus fiel. Die Inflation in den 1920er–Jahren vernichtete das Stiftungsvermögen. – Amtmann Heinrich Brüggenschmidt erhielt sie ebenso wie Großkaufmann Paul Thoß in Anerkennung … großer Verdienste vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg. – Paul Thoß war lange Jahre Mitglied der Amtsvertretung, Stadtverordneter, Beigeordneter und hatte Brüggenschmidt während dessen Kriegsdienstes vertreten. – In neuerer Zeit wurde diese Anerkennung Annemarie von Lengerke für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz für ihre Heimatstadt in vielen Funktionen verliehen. – Stephen Hans Loeb verließ als jüdischer Bürger in jungen Jahren in den Anfangsjahren der Naziherrschaft seinen Geburtsort und reichte nach dem Zweiten Weltkrieg versöhnlich symbolisch die Hand, was der Rat der Stadt zum Anlass nahm, ihm die Ehrenbürgerschaft zu verleihen.

In Vlotho geboren
Hermann Petersen (* um 1592; † 1675), Lübecker Kaufmann und Ratsherr.
Arnold Isselhorst (1615–1695), Jurist und Ratssekretär der Hansestadt Lübeck.
Hermann Nottelmann (1626–1674), Pädagoge.
Heinrich Adolf Rinne (1809–1868), Arzt.
Hermann von Kettler (1832–1916), preußischer Generalleutnant.
Karl Theodor Reinhold (1849–1901), Politiker (NLP), Volks- und Staatswissenschaftler.
Theodor Wedepohl (1863–1931), Landschafts- und Porträtmaler.
Gustav Rüdenberg (1868–1942), Kaufmann, Kunstsammler und Opfer des Holocaust.
August Sundermann (1907–1994), Internist.
Gert Adriani (1908–1989), Kunsthistoriker.
Ernst Albrecht (1914–1977), Politiker (SPD), 1961–1968 Bürgermeister von Vlotho und 1962–1977 Landrat des Kreises Herford.
Heinz Röthemeier (* 1924), Politiker (SPD).
Gerhard Wattenberg (1926–2016), Politiker (SPD), 1984–1994 Bürgermeister von Vlotho und 1989–1999 Landrat des Kreises Herford.
Helmut Rethemeier (* 1939), Vielseitigkeitsreiter, Olympiateilnehmer 1976 (Silbermedaillengewinner).
Ortwin Peithmann (* 1946), Ingenieur für Raumplanung.
Georgia Tornow (* 1948), Journalistin.
Fritz Klocke (* 1950), Maschinenbauingenieur und Hochschullehrer.
Armin Burkhardt (* 1952), Germanist.
Jürgen Müller (* 1959), Politiker (SPD), seit 2015 Landrat des Kreises Herford.
Mit Vlotho verbunden
Franz Leo Benedikt Waldeck (1802–1870), Politiker (DFP), 1832–1836 Gerichtsdirektor in Vlotho.
Joseph Gutmann (1865–1941), Pädagoge und Theologe, wuchs in Vlotho auf.
Fritz Löwenthal (1888–1956), Politiker (KPD und SPD), starb in Valdorf.
Karl Großmann (1896–1981), Lehrer und Heimatforscher.
Wilhelm Meyer (1909–2000), Unternehmer, begann seine unternehmerische Tätigkeit in Vlotho (Meyra).
Werner Georg Haverbeck (1909–1999), Theologe und Rechtsextremist, Gründer des Collegium Humanum, verheiratet mit Ursula Haverbeck.
Hans Wagner (1909–1981), Fotograf und Ansichtskartenverleger.
Alexander Dolezalek (1914–1999), Mitbegründer und Dozent am Gesamteuropäischen Studienwerk Vlotho.
Helmut Finke (1923–2009), Instrumentenbauer, hatte seine Werkstatt in Vlotho.
Werner Pohle (1925–2012), Politiker (SPD), lebte in Vlotho.
Udo Walendy (* 1927), Verleger, Politologe und Rechtsextremist.
Ursula Haverbeck (* 1928), Rechtsextremistin, leitete das Collegium Humanum, verheiratet mit Werner Georg Haverbeck.
Martin Kannegiesser (* 1941), Geschäftsführer und Inhaber der Herbert Kannegiesser GmbH, 2000–2012 Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.
Lieselore Curländer (* 1956), Politikerin (CDU), 1999–2003 Bürgermeisterin der Stadt Vlotho, 2003–2009 Landrätin des Kreises Herford.
Jörg Wrachtrup (* 1961 in Herford), Physiker, wuchs im heutigen Ortsteil Exter als Angehöriger einer alteingesessenen Familie auf.
Christian Dahm (* 1963 in Herford), Politiker (SPD), seit 2010 Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen, lebt im Ortsteil Exter.
Hans Bernsdorff (* 1965 in Bad Oeynhausen), Altphilologe, wuchs im heutigen Ortsteil Exter als Arztsohn auf.
Arndt Klocke (* 1971 in Bad Oeynhausen), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), 2006–2010 Landesvorsitzender der Grünen NRW, wuchs in Vlotho auf.
Stefan Schwartze (* 1974 in Bad Oeynhausen), Politiker (SPD), Mitglied des 19. Deutschen Bundestages, wuchs in Vlotho auf und lebt dort.
Joris Ramon Buchholz (* 1989 in Stuhr), Musiker, wuchs in Vlotho auf.
Literatur
Heinrich Harland: Geschichte der Herrschaft und Stadt Vlotho. Vlotho 1888, OCLC 79833997. online verfügbar
Karl Großmann: Geschichte des Amtes Vlotho 1246–1963. Vlotho 1963, DNB 451686136. 
Karl Großmann: Geschichte der Stadt Vlotho. Vlotho 1971, DNB 720233585. 
Peter Sundermann (Hrsg.): 800 Jahre Vlotho – Stadtgeschichte(n). Vlotho 1985, DNB 881137715. 
Geschichtswerkstatt Exter / Heimatverein Vlotho / Mendel-Grundmann-Gesellschaft (Hrsg.): Geschichtslehrpfad – Wege in Vlothos Vergangenheit. Bielefeld 1998, ISBN 3-89534-243-2. 
Geschichtswerkstatt Exter (Hrsg.): Beiträge zur Ortsgeschichte (Sammelreihe). ISSN 1619-7828 (erscheint seit 1992). 
Weblinks
 Commons: Vlotho – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Vlotho – Quellen und Volltexte
Stadt Vlotho
Geschichtswerkstatt Exter – Regionalgeschichte in Vlotho und Umgebung
Mendel-Grundmann-Gesellschaft e. V. Vlotho – Jüdische Regionalgeschichte von Vlotho
Private Homepage mit Informationen und historischen Fotos von Vlotho
Vlotho im Kulturatlas Westfalen