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Geschichte
Frühgeschichte und Antike

Völklingen gehört zu den ältesten Ortschaften im Saarland. Schon in keltischer Zeit war die fruchtbare Talaue zwischen den Einmündungen der Rossel und des Köllerbaches in die Saar besiedelt und in römischer Zeit war hier ein Knotenpunkt für die regionalen Verkehrs- und Wirtschaftsströme.

Mittelalter
Fränkische Besiedelung

Im frühen Mittelalter zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert wurde der Marktflecken bei der ersten Besiedelungswelle der Franken zu einem Zentrum der umliegenden Bauerngehöfte. In Völklingen lag das neben Saarbrücken und Wadgassen bedeutendste Königsgut an der Saar. Hier trafen sich zwei Straßen: Die vom Köllertal zur Saar verlaufende Route mit der alten Römerstraße von Saarbrücken nach Trier. So erhielt Völklingen Bedeutung in der fränkischen Verwaltung, Gerichtsbarkeit und der Ausübung von Herrschaftsrechten.

Erste urkundliche Erwähnungen

Völklingen wurde am 27. Oktober 822 als „Fulcolingas“ erstmals in einer Urkunde des Durandis, des Vizekanzlers Ludwigs des Frommen erwähnt. Der Bau der Völklinger Kirche St. Martin fällt noch in die Karolingerzeit und bezeugt die Funktion des Ortes als zentralem Kirchplatz. Ein zweites Dokument vom 14. April 999 überliefert, dass Kaiser Otto III. das Gut „Fulquelinga“ zusammen mit der Burg Saarbrücken und dem Warndt dem Bischof Adalbero II. von Metz zu Lehen gab, der wiederum die Grafen des unteren Saargaues damit belehnte.

Bäuerliche Siedlung

Völklingen blieb in den folgenden Jahrhunderten eine bäuerliche Siedlung, die der Hochgerichtsbarkeit der Grafen von Saarbrücken unterstand. Somit stand den Grafen von Saarbrücken in Völklingen das Recht der Eintreibung von Abgaben und die Erhebung von Frondienste der Bevölkerung zu. Zu den Hofgütern des Ortes gehörten Fürstenhausen, Geislautern und Wehrden, das im Jahr 1234 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Wehrden erlangte durch seine Saarfähre im Mittelalter an Bedeutung. Aus dem Jahr 1422 datiert das älteste Völklinger Weistum als erste schriftliche Festsetzung der örtlichen Rechtsverhältnisse.

Frühe Neuzeit
Völklinger Bauernaufstand

Im Jahr 1566 kam es zu einem Bauernaufstand gegen den Saarbrücker Grafen. Zur Abwendung neuer, schwerer Frondienste beim Bau des Homburger Schlosses verweigerten die Völklinger den Dienst und stellten sich in den Schutz der Metzer Bischöfe François Beaucaire de Péguillon und Louis (I.) Kardinal de Lorraine-Guise als ihrer obersten Lehensherren. Die Auseinandersetzung, in deren Verlauf es zur Einkerkerung von Völklinger Bauern kam, wurde erst im Jahr 1572 beigelegt. Im Jahr 1575 wurde in der Grafschaft Saarbrücken durch den Grafen Philipp IV. von Nassau-Weilburg zwangsweise die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt.

Frühindustrialisierung

In der frühen Neuzeit gehörte die „hof und frie hofstadt folckelingen“ zu den wohlhabenderen Dörfern in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Durch Steuerlisten ist ein deutliches Bevölkerungswachstum dokumentiert. Im Jahr 1524 wurden 29 Familien und 17 Bauerngüter gezählt, im Jahr 1542 waren es bereits 42 Familien. Eisen- und Kohlefunde führten neben dem traditionellen Handwerk und der Saarfischerei zu einer frühen Industrialisierung. So entstand im heutigen Geislautern mit der Förderung der Grafen von Saarbrücken im Jahr 1572 die älteste größere Eisenschmelze des Saarlandes. Im Jahr 1621 begann mit gräflicher Erlaubnis die Steinkohlegewinnung im Tagebau in Geislautern.

Ansiedelung von calvinistischen Hugenotten

Zur Vermehrung der Bevölkerung und zur Ankurbelung der Wirtschaft wurden im Jahr 1604 im Warndt Hugenotten angesiedelt. Dafür wurde auf dem Land des Völklinger Hofes durch den Saarbrücker Grafen Ludwig II. von Nassau-Weilburg der Ort Ludwigsweiler (heute der Völklinger Ortsteil Ludweiler) angelegt. In einer Urkunde erlaubt der Graf zwölf Hugenotten, die wegen ihres calvinistischen Glaubens vor dem französischen König hatten flüchten müssen, an der „Rixfurth im Warneth“ ein Dorf zu gründen. Der Vorgang ist insofern bemerkenswert, als die Grafen von Nassau-Saarbrücken im Jahre 1575 die Reformation nach Lutherischem Bekenntnis eingeführt hatten und nach den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens (1555) die Calvinisten nicht geduldet waren. Dennoch erhielten die Hugenotten in Ludweiler das Recht, eine eigene Pfarrei zu errichten. Die hugenottischen Einwanderer brachten das Glasbläserhandwerk mit und führten im Jahr 1616 die Glasindustrie an der Saar ein. Der Warndt bot dazu mit dem Vorkommen von Quarzsand, Holzkohle und Farnen zur Pottaschegewinnung günstige Voraussetzungen. Nach einigen Jahrzehnten verkürzte sich der Name Ludwigsweiler in Ludweiler.

Dreißigjähriger Krieg

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde die Bevölkerung Völklingens durch Überfälle der spanischen, schwedischen, lothringischen und französischen Soldateska um fast 84 Prozent dezimiert. Hüttenwerke und Bauernhöfe verwaisten, die wenigen Überlebenden litten unter Hungersnöten.

Reunionspolitik der französischen Krone

Im Jahr 1672 kam es in Völklingen zu französischen Einquartierungen. Der französische König Ludwig XIV. hielt die gesamte Grafschaft Saarbrücken von 1678 bis 1697 besetzt. Zu den positiven Folgewirkungen gehörte eine Bodenreform, die bisher landlosen Bewohnern Völklingens Grund und Boden übereignete. Im Jahr 1697 wurde der Graf von Saarbrücken, Ludwig Crato, durch den Frieden von Ryswick wieder in seine alten Rechte eingesetzt. Der inzwischen katholischen Bevölkerungsmehrheit wurde aber die freie Religionsausübung gestattet.

Merkantilistische Wirtschaftspolitik

Auch die Saarbrücker Grafen förderten nun verstärkt die Wirtschaft und den Wachstum der Bevölkerung. Im Jahr 1700 gab es 90 Häuser mit 480 Bewohnern. Nach der Bodenreform bewirtschafteten nun 96 Bewohner eigenes Land. Im Jahr 1701 wurde bei Wehrden eine hölzerne Brücke über die Saar errichtet. In Geislautern wurde die Glashütte wieder angefahren und in Lauterbach entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine zweite Glasmachersiedlung. Im Jahr 1730 nahm in Geislautern ein neues Eisenwerk mit zwei Hochöfen den Betrieb auf. Auch zwei Kohlegruben sorgten für Arbeitsplätze. Zur Verbesserung der Infrastruktur wurde ab dem Jahr 1734 die Straße von Völklingen nach Bous gebaut. Ab dem Jahr 1742 fuhr die Postkutsche zweimal pro Woche von Saarbrücken über Völklingen nach Saarlouis.
Die letzten beiden absolutistischen Landesherren, Wilhelm Heinrich und Ludwig, stellten mit der Verstaatlichung des Bergbaues und einer forcierten Ansiedelung von Erzschmelzen, Hammer- und Walzwerken entscheidende Weichen für die weitere Entwicklung Völklingens.

Neueste Zeit
Französische Revolution und Herrschaft Napoleons

Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution versuchte das Saarbrücker Grafenhaus durch zögerliche Reformmaßnahmen, den Brandherd der gesellschaftlichen Umwälzungen einzudämmen. So wurden den Völklinger Bauern im Jahr 1790 gegen Zahlung eines jährlichen Frongeldes die Fronfuhren zum Saarbrücker Schloss erlassen und im Jahr 1793, als bereits französische Revolutionstruppen in Völklingen einfielen, die Leibeigenschaft durch Fürst Ludwig aufgehoben. Mit der Flucht des gesundheitlich angeschlagenen Fürsten Ludwig vor der Französischen Revolution im selben Jahr ins Kurmainzer Exil nach Aschaffenburg und dessen Tod im Jahr 1794 wurden die alten feudalen Strukturen in Völklingen beseitigt.

Im Jahr 1801 fielen im Friede von Lunéville die gesamten linksrheinischen Gebiete des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die Frankreich bereits seit 1797 offiziell mit seinem Staatsgebiet vereinigt hatte, der französischen Republik zu.
Napoleon gewährte den linksrheinischen Gebiete die vollen staatsbürgerlichen Rechte, Freiheit des Eigentums, Gewerbefreiheit, Bauernbefreiung und ein fortschrittliches Rechts- und Verwaltungssystem.

Völklingen war seit 1799 eine Mairie im Arrondissement Saarbrücken und profitierte von der im französischen Kaiserreich systematisch betriebenen Förderung von Technik und Forschung. In Geislautern entstand im Jahr 1807 aufgrund einer Anordnung Napoleons aus dem Jahre 1802 die École Pratique des Mines, eine von zwei Berg- und Hüttenschulen des im Jahr 1804 gegründeten französischen Kaiserreiches. Die Schule sollte zur Weiterentwicklung des Bergbau- und Hüttenwesens beitragen und technische Beamte ausbilden. Erster Direktor wurde Jean Baptist Duhamel (Nach ihm wurde der Duhamel-Schacht des Bergwerkes Ensdorf benannt.). In Geislautern wurden in der Folgezeit richtungsweisende Verbesserungen des Schmelzverfahrens entwickelt und eine deutliche Qualitätssteigerung in der Herstellung von Stählen, Eisen und Blechen ermöglicht. Auch mit Verkokungsversuchen und neuen Verzinnungsverfahren wurde in Geislautern Technikgeschichte geschrieben. Ergebnis einer systematischen Bodenerkundung war der Duhamel-Saargruben-Atlas, der heute noch als kartographisches Standardwerk gilt. Ebenso wurden Versuche gemacht, den Kohletransport mit dem Einsatz von dampfbetriebenen Wagen zu erleichtern.

Niederlage Napoleons und Übergang Völklingens an das Königreich Preußen

Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo fiel das Gebiet Völklingens im Jahr 1815 an Preußen. Völklingen wurde Sitz einer Bürgermeisterei, die auch für die Orte Püttlingen, Großwald, Altenkessel/Neudorf und Luisenthal zuständig war. Nächste verwaltungsmäßige Einheit war der Landkreis Saarbrücken. Preußen förderte die vorhandene Industrie und ließ die Infrastruktur systematisch ausbauen. In der Grube Geislautern begann in den 1830er Jahren mit der Kettenförderung und dem Abteufen des ersten Tiefstollens der großindustrielle Steinkohlenbergbau an der Saar. Im Jahr 1840 wurde im Geislauterner Eisenwerk der erste Kokshochofen in der Region angeblasen, wodurch die Massenproduktion von Eisen und Stahl ermöglicht wurde. Im Völklinger Ortsteil Fenne wurde die im Jahr 1812 gegründete Spiegelhütte der größte Hohlglashersteller im südwestdeutschen Raum.

Völklingen wuchs innerhalb weniger Jahrzehnte vom kleinen Dorf zum industriellen Ballungsraum mit über 18.000 Einwohnern heran. Nach der Errichtung einer Postexpedition im Jahr 1847 wurde im Jahr 1860 ein Bahnhof der neuen Eisenbahnlinie Saarbrücken-Merzig-Trier angelegt. Durch den Eisenbahnanschluss wuchsen sowohl die Wirtschaft als auch die Bevölkerung Völklingens rapide an. Im Jahr 1862 wurde Völklingen Sitz eines Amtsgerichtes und im gleichen Jahr erhielt die erste Apotheke ihre Konzession. Die Einrichtung einer eigenen Gendarmeriestation sowie eines modernen Knappschaftskrankenhauses erfolgte im Jahr 1868 und im Jahr darauf wurde die Saar bei Wehrden durch eine neue Brücke überquert.

Durch den Bau eines eigenen Rathauses im Jahr 1876 rückte man das ehemalige Dorfzentrum, das früher direkt an der Saar gelegen hatte, weiter Richtung Norden. Das Ortsbild, das bisher von Bauernhäusern geprägt worden war, wurde nun im Stil des Historismus und des Jugendstils völlig umgestaltet. Das Völklinger Rathaus wurde umfassend erweitert und die Eligiuskirche, die Mühlgewannschule, das Gymnasium sowie das neue Amtsgerichtsgebäude errichtet. Daneben entstanden Stadthäuser und gründerzeitliche Villen der bürgerlichen Führungsschicht der prosperierenden Unternehmen.

Ein eigenes Postamt wurde im Jahr 1883 eingerichtet. Die zentrale Wasserversorgung wurde ab 1894 gebaut und im Jahr 1909 erfolgte die Einweihung der elektrischen Straßenbahn von Völklingen nach Ludweiler.

Hochindustrialisierung
Carl Röchling (1827–1910)

Entscheidend für die weitere Entwicklung Völklingens in dieser Phase war die Übernahme der 1873 gegründeten Völklinger Eisenhütte durch die Gebrüder Röchling im Jahr 1881. Die Hütte, deren erster Hochofen im Jahr 1883 angeblasen wurde, sollte über ein Jahrhundert lang die Stadtentwicklung bestimmten. Das Familienunternehmen Röchling machte Völklingen innerhalb weniger Jahre zum großindustriellen Zentrum.

Das im Bogen der Saar gelegene Unternehmen bestimmte mit seiner Sogkraft von nun an die Entwicklung des Ortes. Bereits im Jahr 1890 war die Hütte der größte Hersteller von geschweißten Eisenträgern im Deutschen Reich. Ein modernes Thomas-Stahlwerk, mit dem auch die Minette-Erze aus dem benachbarten Lothringen verhüttbar waren, ging im Jahr 1891 in Betrieb. Bis zum Jahr 1903 entstanden sechs Hochöfen. Ab dem Jahr 1908 erlaubte ein neuer Induktionsofen die Produktion von Elektrostahl in großen Mengen. Auch an der militärischen Aufrüstung des Deutschen Reiches war Völklingen in erheblichem Maße beteiligt.

Der Einfluss der Unternehmerfamilie Röchling bestimmte sowohl Politik und Gesellschaft. Die beherrschenden Unternehmerpersönlichkeiten waren Kommerzienrat Carl Röchling und dessen Sohn Hermann Röchling, der ab dem Jahr 1898 als Geschäftsführer und technischer Leiter entscheidenden Einfluss im Familienunternehmen hatte.

Auf Initiative der Röchlings entstanden auch vorbildliche soziale Einrichtungen (Kranken-, Pensions- und Invaliditätsabsicherung, Kinderbetreuung, Konsumgenossenschaften, Freizeit- und Bildungseinrichtungen, Bau von mehreren Wohnkolonien und die finanzielle Förderung von Wohneigentum). Ziel dieser sozialpolitischen Maßnahmen war es, eine treue Belegschaft ohne politische Neigungen zu sozialdemokratischem und gewerkschaftlichem Engagement heranzuziehen. Wirtschaftliche Abhängigkeit und das Gefühl der Verpflichtetheit gegenüber den Röchlings schufen eine Generationen überdauernde enge Bindung der Einwohnerschaft Völklingens an das Unternehmen.

Völkerbundszeit und Nationalsozialismus
Völklingen Versöhnungskirche, Deckengemälde
Völklingen Versöhnungskirche, handgranatenschleudernden Soldat als Allegorie der Treue (Stiftung von Hermann Röchling)

Im Jahr 1918 wurde Völklingen nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg von französischen Truppen besetzt und durch den Versailler Vertrag als Teil des Saargebietes unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Die Trennung vom deutschen Wirtschaftsraum erhöhte die Schwierigkeiten bei der Umstellung der Wirtschaft auf Friedensproduktion. Konservative Kräfte in Wirtschaft und Politik konnten das Elend der Nachkriegszeit dazu nutzen, revanchistische Gedanken in der Völklinger Bevölkerung zu propagieren. So thematisiert die im Jahr 1928 vollendete neobarocke evangelische Völklinger Stadtkirche (Erlöserkirche, später Versöhnungskirche), die man als Ersatz für die alte, im Jahr 1922 bei einem Brand zerstörte Martinskirche, errichtet hatte, in ihrem, in den Jahren 1935–1937 entstanden, Deckengemälde ein höchst politisches Thema. Dargestellt ist der Tag des Jüngsten Gerichts mit Christus in der Mitte, umgeben von der Industrielandschaft Völklingens mit rauchenden Fabrikschloten, den verstorbenen Mitgliedern der Stifterfamilie Röchling, einem seine Fesseln abstreifenden zur Freiheit aufstrebenden Adler als allegorischem Verweis auf die Rückgliederung des Saargebietes in das Deutsche Reich 1935 sowie der Gruppe derer, die für den Bau verantwortlich zeichneten (Architekten, Pfarrer, Kirchenmeister), zusammen mit einem kleinen Modell der Kirche. Ebenso stellte man an der Fassade einen handgranatenschleudernden Soldaten dar.

Bei der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 stimmten die Völklinger mit 89,8 Prozent für die Rückkehr zum Deutschen Reich. Die Unternehmensführung unter Hermann Röchling erhielt zunehmend Einfluss im industriepolitisch-militärischen Machtapparat des sogenannten Dritten Reiches. Am 1. April 1937 erhielt die bisherige Bürgermeisterei Völklingen mit den Teilorten Fürstenhausen, Geislautern und Wehrden die Stadtrechte. Aufrüstung und Infrastrukturprogramme zur Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges bescherten Völklingen eine neue Hochkonjunktur.

Im Zweiten Weltkrieg standen die Stahlwerke Völklingens ganz im Dienst der Kriegswirtschaft und Hermann Röchling wurde von Adolf Hitler mit Führungsaufgaben in der Organisation des Hüttenwesens im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten betraut. Nach dem Zusammenbruch des NS-Systems und der Zerstörung Völklingens im Zweiten Weltkrieg wurde Röchling, der zunächst untertauchen konnte, im Jahr 1949 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 10 Jahren Haft in einem Freiburger Diakonissenheim verurteilt, aus der er allerdings schon nach zwei Jahren mit der Auflage entlassen wurde, das Saarland nie wieder betreten zu dürfen.

Unmittelbare Nachkriegszeit und Saarstaat

Im Jahr 1945 wurde die Stadt von US-Truppen besetzt und kam anschließend unter französische Verwaltung. Im Jahr 1947 wurde Völklingen Teil des halbautonomen Saarstaates unter der Regierung von Ministerpräsident Johannes Hoffmann. Die zerstörte Stadt wurde wieder aufgebaut. Im Jahr 1952 in wirtschaftlicher Hinsicht die Vorkriegskapazität wieder erreicht. Neue Produktionsanlagen wurden geschaffen und im Kohleabbau und der Kohleveredelung stieg Völklingen wieder zu den bedeutendsten Industriestädten des Saarlandes auf.

Am 23. Oktober 1954 war zwischen dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Ministerpräsidenten Pierre Mendès France das Abkommen zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über das Statut der Saar ausgehandelt worden. Bis zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland sah das Abkommen die Unterstellung des Saarlandes unter einen Kommissar der Westeuropäischen Union vor. Dieser sollte das Land nach außen vertreten. Die saarländische Regierung sollte jedoch weiter für die inneren Angelegenheiten zuständig und die wirtschaftliche Anbindung an Frankreich erhalten bleiben. Allerdings war auch eine engere wirtschaftliche Vernetzung mit der Bundesrepublik vorgesehen.

Bei der Volksabstimmung zum Abkommen am 23. Oktober 1955 über das europäische Statut des Saarlandes stimmte Völklingen folgendermaßen ab: 7.233 (27,65 %) Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 18.922 (72,34 %) Wahlberechtigte stimmten mit Nein. Der saarländische Landesdurchschnitt der Ja-Sager lag bei 32,3 %, der der Nein-Sager bei 67,7 %.

Durch die darauf folgenden Verhandlungen und den Luxemburger Vertrag vom 27. Oktober 1956, in dem Frankreich der Rückgliederung des Saarlandes unter westdeutsche Hoheit zustimmte, wurde Völklingen zum 1. Januar 1957 politisch und am 6. Juli 1959 („Tag X“) wirtschaftlich der Bundesrepublik Deutschland angeschlossen.[5]

Völklingen in den 1960er und frühen 1970er Jahren

Die Zeit nach der Angliederung an die Bundesrepublik Deutschland bedeutete für Völklingen in wirtschaftlicher Hinsicht „goldene Jahre“.
Im Jahr 1962 kam es durch eine Schlagwetterexplosion in der Grube Luisenthal zu einem Grubenunglück, das 299 Menschenleben forderte. Im Jahr 1965 wurde Völklingen der Status einer Mittelstadt verliehen. Zahlreiche Neubaugebiete entstanden und gleichzeitig gingen ganze Ensembles von Bauwerken aus der Gründerzeit und früheren Epochen im Stadtbild durch Abriss verloren. Am 1. Januar 1974 wurden die Gemeinden Ludweiler und Lauterbach anlässlich der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1974 eingemeindet.

Stahlkrise seit den 1970er Jahren

Mit dem Beginn der Stahlkrise in der Mitte der 1970er Jahre fand die wirtschaftliche Aufwärtsbewegung Völklingens ein abruptes Ende. Ein Abbau von Arbeitsplätzen in einem bisher nicht gekannten Ausmaß war die Folge. Im Jahr 1978 zog sich die Familie Röchling aus der krisengeschüttelten Stadt zurück und die Hütte wurde durch den Luxemburger ARBED-Konzern übernommen. In Völklingen wurde im Jahr 1980 ein neues Blasstahlwerk zur Herstellung hochspezialisierter Qualitätsstähle mit mehreren Walzstraßen in Betrieb genommen. Mit der Verlagerung der Roheisenphase nach Dillingen/Saar schloss im Jahr 1986 die alte Völklinger Hütte. Vom Jahr 1966 bis zum Jahr 1995 schrumpfte die Zahl der bei der Völklinger Hütte beschäftigten Mitarbeiter von 17.500 auf 3.500. Der zusätzliche Abbau von Arbeitsplätzen in der Steinkohleförderung stürzte die Stadt in eine Wirtschaftskrise ungeheuren Ausmaßes.

Im Jahr 1993 kam es zum Konkurs der Saarstahl AG, in welcher auch die Röchlingschen Betriebe aufgegangen waren. Im Jahr 1994 wurde die alte Völklinger Hütte in die Liste der Kulturdenkmäler der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen. Völklingen ist Hauptsitz der Saarstahl AG, die nach Aufhebung des Konkursverfahrens im Jahr 2001 weiterhin produktiv ist.

Die Kernstadt tut sich schwer, ihren 1993 erlangten Ruf als „hässlichste Stadt Deutschlands“[6] loszuwerden. In einigen Bereichen um den Saarhafen und die alte Völklinger Hütte wurde inzwischen jedoch in ein schöneres Stadtbild investiert. Auch der Bereich Stadtmitte wird derzeit einer größeren Umstrukturierung im Rahmen des Forschungsvorhabens „Stadtumbau West“ unterzogen. Die Völklinger Wirtschaft sollte von der Monokultur der Montanwirtschaft hin zu einer diversifizierten Wirtschaftsstruktur entwickelt werden.
Ersatzarbeitsplätze wurden im Bereich der Umwelttechnologie, der Baustoffindustrie und in Produktionsstätten moderner Technologiebereiche geschaffen.[7]
[8]

Kontroverse um Hermann Röchling

Die Stadtverwaltung Völklingens wurde im Jahr 2000 in der ARD-Sendung Kontraste scharf dafür kritisiert, Adolf Hitler und den wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten Hermann Röchling als Ehrenbürger zu führen und nach letzterem einen Stadtteil zu benennen.[9] Die Stadt wurde wegen des Rekordergebnisses der NPD bei den Stadtratswahlen 2004 im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen des gleichen Jahres erwähnt.[10] Im Jahr 2009 halbierte sich deren Ergebnis, rechtsextreme Bewegungen sind in der Stadt aber immer noch stark vertreten.

Im Jahr 1956 war Hermann Röchling anlässlich seines ersten Todestages zu Ehren der Völklinger Stadtteil Bouser Höhe nach ihm umbenannt worden. Der Ortsteil hieß nun Hermann-Röchling-Höhe. Am 31. Januar 2013 entschied der Stadtrat Völklingens nach jahrelangen kommunalpolitischen Diskussionen, den Stadtteil in Röchlinghöhe umzubenennen. Damit soll der Name zukünftig nicht mehr mit Hermann Röchling selbst konnotiert werden, sondern nur noch mit der Unternehmerfamilie Röchling.[11]

Religionen
Versöhnungskirche

Die evangelische Bevölkerung der Stadt gehörte seit 1815 zur Evangelischen Kirche in Preußen, die ab 1922 Evangelische Kirche der altpreußischen Union (APU) hieß. 1947 entstanden aus den vormals altpreußischen Kirchenprovinzen selbständige Landeskirchen; Völklingen gehört seither zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Evangelische Akademie im Saarland hat ihren Sitz in Völklingen.

Die katholische Bevölkerung der Stadt gehört zum Dekanat Völklingen im Bistum Trier.

Zu den Freikirchen in Völklingen gehört u. a. die Apostolische Gemeinschaft.

Trotz des ähnlichen Namens von dieser unterschieden werden muss die Apostolische Gemeinde des Saarlandes, die ebenfalls in Völklingen Gottesdienste abhält.

Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde ist seit 1999 im Stadtteil Heidstock mit einem Gemeindehaus vertreten, nachdem sie zuvor lange in der Innenstadt ansässig war. Die Anfänge der Gemeinde gehen auf das Jahr 1928 zurück. Von Völklingen ging die Initiative zur Gründung von Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Merzig und Saarbrücken aus.[12] Die Gemeinde gehört zum Landesverband Südwest (Rheinland-Pfalz und Saarland) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.[13]

Es gibt auch eine Gemeinde der Zeugen Jehovas mit etwa 135 Mitgliedern. Ihr Königreichssaal befindet sich im Stadtteil Heidstock

Auch die Neuapostolische Kirche ist in Völklingen vertreten.

Eine muslimische Vereinigung, die ein früheres Kinogebäude zu einer Moschee umgebaut hat, stellte den Plan zur Errichtung eines entsprechenden Minaretts zunächst zurück, um zuvor wechselseitige Vorurteile abzubauen.[14] Seit 2011 steht nunmehr das erste saarländische Minarett an der Selimiye-Moschee in Völklingen-Wehrden.[15] Diese Moschee wird ebenso wie die Kocatepe-Moschee im Stadtteil Ludweiler vom Dachverband DITIB geführt. Im Zentrum von Völklingen gibt es in der Moltkestraße die Merkez-Efendi-Moschee unter der Leitung des Dachverbandes VIKZ. Im Stadtteil Luisenthal befindet sich die Ulu-Moschee, die vom Dachverband IGMG getragen wird.[16]

Einwohnerentwicklung[17]

Jahr Einwohner
1822 2.001
1890 13.528
1900 19.792
1916 30.149
1939 35.150
1951 40.840
Jahr Einwohner
1961 42.644
1970 39.461
1980 44.872
1990 43.569
2000 43.051
2005 40.967
Jahr Einwohner
2007 40.163
2008 39.971
2010 39.539
2012 39.509
2013 39.358
2015 39.129

Politik

Kommunalwahl in Völklingen 2014[18]

 %403020100

35,73 %30,72 %10,97 %5,38 %5,13 %3,96 %2,6 %

SPDCDULinkeAfDGrüneNPDFW
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8

+4,65 %p
-0,64 %p-6,94 %p+5,38 %p+0,53 %p-0,61 %p-2,3 %p
SPDCDULinkeAfDGrüneNPDFWVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Altes Rathaus
Stadtrat

Die Anzahl der Sitze im Stadtrat wurde seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 von 51 auf 45 Sitze reduziert.

SPD:   35,73 %  (+ 4,65)   18 Sitze
CDU:   30,72 %  (− 0,68)   15 Sitze
Die Linke:   10,97 %  (− 6,95)   5 Sitze
Grüne:   5,13 %  (+ 0,53)   2 Sitze
AfD:   5,38 %  (+ 5,38)   2 Sitze
Freie Wähler Völklingen:   2,60 %  (− 2,30)   1 Sitz
NPD:   3,96 %  (− 0,61)   1 Sitz

Bürgermeister und Oberbürgermeister

Bürgermeister

1799–1805 Wilhelm Nessler
1805–1813 Joh. Nikolaus Beilstein
1813–1814 Georg Kunkel
1814–1816 Friedrich Schaeffer
1816–1821 Jacob Röchling
1822–1831 Carl Kunkel
183100000 Georg Leber
1831–1849 Carl Schwarz
1849–1851 Georg Flach
1851–1879 Jakob Kühlwein
1879–1903 Carl Stürmer
1903–1907 Siegfried Cloos
1908–1919 Friedrich Sohns
1920–1922 Fr. D. Krawutschke
1922–1933 Karl Janssen
1933–1936 Josef Sieberin
193700000 Julius Weber (NSDAP)
1937–1941 Helmut Eder (NSDAP)
1941–1942 Johann Latz (NSDAP)
1942–1943 Karl Graf (NSDAP)
1943–1945 Johann Latz (NSDAP)
194500000 Wilhelm Limburg
1945–1946 Ernst Kunkel
1946–1948 Anton Tinnes
1949–1956 Rudolf Trenz
1956–1974 Hans Fischer
1974–1980 Heinrich Schüssler
1980–1987 Friedrich Gemmel
1987–2003 Fritz Diehl
2003–2008 Jochen Dahm
2008–0000 Wolfgang Bintz (CDU)

Oberbürgermeister

1956–1968 Otto Hemmer
1968–1989 Raymund Durand
1989–2003 Hans Netzer
2003–0000 Klaus Lorig (CDU)

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 5. September 2010 konnte sich Klaus Lorig mit 61,4 % der abgegebenen Stimmen gegen seine Gegenkandidaten von SPD, Linke und NPD durchsetzen. Lorig ist somit bis 2018 gewählt.

Städtepartnerschaften
Frankreich Ars-sur-Moselle (Frankreich), seit 1973
Frankreich Les Lilas (Frankreich), seit 1984
Frankreich Forbach (Frankreich), seit 1984
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Bauwerke
St. Eligiuskirche
Weltkulturerbe Völklinger Hütte, eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Deutschlands
Katholische Kirche St. Eligius
Altes Rathaus
Alter Bahnhof
Versöhnungskirche
Hugenottenkirche
Evangelische Auferstehungskirche – Wehrden / Geislautern
Katholische Kirche St. Paulinus (Warndtdom) – Lauterbach
Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu Geislautern
Katholische Kirche Herz Jesu – Ludweiler
Katholische Kirche St. Hedwig – Wehrden
Katholische Kirche St. Josef – Wehrden
Katholische Kirche Christkönig – Luisenthal
Katholische Kirche St. Paulus – Heidstock
Katholische Kirche St. Michael – Völklingen
Königreichssaal der Zeugen Jehovas – Heidstock
Bergmannsdenkmal – Lauterbach – Am 5. Juli 1876 kamen im Bergwerk zu Spittel (L’Hôpital (Moselle)) 42 Bergleute ums Leben, darunter 26 aus Lauterbach. Die Lauterbacher Bergleute wurden in einem Massengrab auf dem alten Friedhof neben der St.-Paulinus-Kirche beigesetzt.
Bergmannsdenkmal von Lauterbach
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Völklingen
Natur
Warndt
Saarland-Rundwanderweg
Völklinger Stadtpark
Wildpark
zahlreiche Parks und Grünanlagen
Museen
Weltkulturerbe Völklinger Hütte, ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH)
Warndt-Heimatmuseum
Sonstige Sehenswürdigkeiten
Kulturhalle Wehrden
Saarpromenade (Rad- und Wanderweg am Ufer der Saar)
Theater und Kinos
Residenz-Kino (geschlossen)
In Räumlichkeiten im und um das Weltkulturerbe Völklinger Hütte gibt es regelmäßig kulturelle Angebote der unterschiedlichsten Art.
Sport

Im Hermann-Neuberger-Stadion ist der ehemalige Zweitligist SV Röchling Völklingen zu Hause. In den 1970er-Jahren nahm der SV Röchling Völklingen an der Aufstiegsrunde zur 1. Fußball-Bundesliga teil, derzeit spielt der Verein in der Regionalliga Südwest.

Die Kapazität des Stadions betrug bis 2007 etwa 16.000 – mittlerweile wurde es auf 12.000 Plätze zurückgebaut. Es gehört somit zu den größten Stadien im Saarland.

Folgende Sportstätten gibt es in Völklingen:

2 Stadien (Hermann-Neuberger-Stadion, Warndtstadion)
3 Sporthallen
15 Sportplätze
3 Bouleanlagen
3 Hundedressurplätze und Kleintierzuchtanlage
6 Angelweiher
4 Tennis-/Squashhallen
2 Schießstände
1 Faustballanlage
1 Skate-Anlage
Regelmäßige Veranstaltungen
Oster- und Herbstkirmes
Rosenmontag: Umzug durch die Innenstadt
Saarfest
Autokino am Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Drachenbootrennen
Völklinger City-Lauf, veranstaltet vom Leichtathletik-Club Völklingen
Ausstellungen im Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Feuerwehrfest
Völklinger Drachenfest in Wehrden
Ludweiler Dorffest
Weihnachtsmarkt
Kirmes/Stadtfest
City Open Airs – Live-Konzerte im St. Eligius Pfarrgarten
Kunst gegen Bares (Kleinkunst Veranstaltung)
Wirtschaft und Infrastruktur
Völklinger Hütte
Ortsansässige Unternehmen

Völklingen ist Sitz der u. a. aus dem ortsansässigen Röchling’schen Stahlwerk hervorgegangen Saarstahl AG (Stahlherstellung und Weiterverarbeitung (Montanindustrie)).

Bei Völklingen ist das Kraftwerk Völklingen/Fenne gelegen.

In der Stadt befindet sich eine Anlage für Meeresfischzucht.

Krankenhäuser
St. Michael Krankenhaus (Akutkrankenhaus) (geschlossen 2009)
SHG-Klinik mit Herzzentrum (Diagnostik, Interventionelle Behandlung und Herzchirurgie)
Gerichte

Völklingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört.

Medien

Die Saarbrücker Zeitung gibt als Tageszeitung einen separaten Lokalteil für Völklingen und den Warndt heraus. Als wöchentliche Zeitung erscheint der Wochenspiegel Völklingen, der auch amtliches Bekanntmachungsblatt der Stadt ist. Einmal im Monat erscheint in Teilen der Stadt die Völklinger Stadtbrille. Im Stadtteil Wehrden erscheint unregelmäßig die Stadtteilzeitung Wehrdener Saar-Echo. Und auch die alle zwei Wochen erscheinende Saar-Zeitung enthält viele Beiträge über die Hüttenstadt. In den Stadtteilen Lauterbach, Ludweiler und Geislautern erscheint 14-täglich die Zeitung Warndt aktuell.

Bildung

Völklingen verfügt neben den allgemeinen Grundschulen auch über weiterführende Schulen:

Realschulen
Erweiterte Realschule Am Sonnenhügel Völklingen
Herrmann-Neuberger-Realschule
Gesamtschulen
Graf-Ludwig-Gesamtschule
Gymnasien
Albert-Einstein-Gymnasium
Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium
Warndtgymnasium Völklingen
Berufliches Oberstufengymnasium am BBZ Völklingen

Zudem besteht in Völklingen mit dem BBZ Völklingen ein großes Berufsbildungszentrum mit verschiedenen Schulformen:

Zweijährige Gewerbeschule (GS)
Handelsschule (HS)
Fachoberschule (FOS)
Wirtschaft und Verwaltung
Technische Informatik
Technik
Naturwissenschaften und Umwelttechnik (*)
Berufliches Gymnasium (OG)
Biotechnologie(*)
Elektrotechnik bzw. Maschinenbau/Metalltechnik
Informationstechnik(*)
Höhere Berufsfachschule für Automatisierungs- und Computertechnik (HBFS) (*)

(*) Für diese Schulformen ist das TGSBBZ Völklingen der einzige Standort im Saarland.

Weitere Schulen in Völklingen sind:

Hochschule der bildenden Künste
Volkshochschule
Verkehr
Straßenverkehr

Völklingen ist durch die Bundesautobahn 620 (Saarlouis–Saarbrücken) und die Bundesstraße 51 (Bremen–Saargemünd) an das überregionale Straßennetz angebunden. Beide Straßen verlaufen in Höhe von Völklingen parallel zum Fluss in Nord-Südrichtung.

Eisenbahnverkehr
Bahnhof Völklingen, Gleisseite

Der Bahnhof Völklingen befindet sich an der Bahnstrecke Saarbrücken – Trier und wird von der Deutschen Bahn unterhalten. Es halten Züge der Gattungen Regional-Express (RE) und Regionalbahn (RB) mit Verbindungen nach Saarbrücken, Trier, St. Ingbert, Koblenz, Kaiserslautern und Mannheim.

Innerstädtischer ÖPNV (Busbetrieb)

Der ÖPNV wird heute durch Busse, hauptsächlich der Völklinger Verkehrsbetriebe, gewährleistet. Es bestehen Verbindungen zum Beispiel in den angrenzenden Warndt, nach Lebach, Püttlingen und Bous. Die frühere Straßenbahn Völklingen wurde 1959 stillgelegt und durch den zwischen 1950 und 1967 verkehrenden Oberleitungsbus Völklingen ersetzt. Seit Jahren jedoch ist die Wiedererrichtung eines schienengebundenen Nahverkehrssystems geplant, wonach die Saarbahn durch die Innenstadt über die Gleise der Deutschen Bahn bis hinaus zur Völklinger Hütte fahren soll.

Schifffahrt

An der Saar befindet sich ein Hafen sowie die Schleuse Völklingen, die gemeinsam mit einem Schleusenwärterhäuschen zwischen 1875 und 1879 erbaut wurde und als Ensemble unter Denkmalschutz steht.[19]

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Hermann Röchling (1872–1955), Leiter der Völklinger Hütte
Johannes Schulz (1884–1942) katholischer Priester, Verfolgter des NS-Regimes, der im KZ Dachau verhungerte
Hermann Trittelvitz (1909–1970), Minister für Arbeit und Sozialwesen (SPD), langjähriger Aufsichtsrat der Völklinger Hütte
Tilli Breidenbach (1910–1994), deutsche Schauspielerin
Richard Tamblé (1913–1982), Politiker (SPD), Mitglied des Bundestages
Hermann Neuberger (1919–1992), Präsident des Deutschen Fußball-Bundes
Lothar Friedrich (1930–2015), Radrennfahrer
Hans Otto Bräutigam (* 1931), parteiloser Politiker und Diplomat
Herbert Nikolaus Lenhof SAC (1936–2017), Bischof von Queenstown
Lea Ackermann (* 1937), Ordensschwester, Gründerin des Frauenprojekts SOLWODI
Elke Herrmann (1942–2009), Journalistin, Moderatorin und Redakteurin
Norbert Berger (1945–2012), Sänger des Schlagerduos Cindy & Bert
Werner Kuhn (* 1941), rheinland-pfälzischer Politiker (FDP)
Wolfgang Schneider (* 1950), Professor für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der Universität Würzburg
Birgit Seelbach-Göbel (* 1954), Gynäkologin und Hochschullehrerin
Peter Zimmermann (* 1955), Film- und Fernsehregisseur
Günter Schuler (* 1955), Journalist und Autor
Annegret Kramp-Karrenbauer (* 1962), Ministerpräsidentin des Saarlands (CDU)
Anke Berger (* 1965), Richterin am Bundesarbeitsgericht
Boris Henry (* 1973), Leichtathlet und Olympiateilnehmer
Frank Franz (* 1978), Politiker (NPD)
Konstantin Ames (* 1979), Schriftsteller
Manuel Zeitz (* 1990), Fußballspieler
Yves Kunkel (* 1994), Handballspieler
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben
Carl Hansmann (1852–1917), Pionier der Osteosynthese, von 1893 bis 1907 dirigierender Arzt am Knappschaftslazarett Völklingen
Friedrich Masselter (1908–1979), römisch-katholischer Priester im Völklinger Stadtteil Heidstock
Hans Netzer (* 1935), Politiker (SPD), von 1989 bis 2003 Oberbürgermeister von Völklingen
Roswitha Hollinger (* 1945), Politikerin (SPD), von 1992 bis 2001 Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes Völklingen
Weblinks
 Commons: Völklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Völklingen – Reiseführer
Offizielle Website von Völklingen
Literatur über Völklingen in der Saarländischen Bibliographie
Völklingen im Wandel – Informationswebseite über Völklingen
Linkkatalog zum Thema Völklingen bei curlie.org (ehemals DMOZ)