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Geschichte

Im 9. Jahrhundert gingen der Ursprung und der Name Warendorfs auf den uralten sächsischen Oberhof Warantharpa („Das Dorf am Uferdamm“) zurück, der wahrscheinlich schon vor 700 n. Chr. bestand. Zwischen 1197 und 1201 wird Warendorf zur Stadt. Etwa in dieser Zeit wird neben der bereits bestehenden Pfarrgemeinde, zu der die „Alte Kirche“ (St. Laurentius) gehört, eine zweite Pfarrgemeinde im Westen der Innenstadt mit der „Neuen Kirche“ (St. Marien) gegründet. Eine Urkunde über die Verleihung der münsteranischen Stadtrechte im mittelalterlichen Rechtssinn fehlt allerdings wie in Münster, da während der Herrschaft der Täufer sämtliche Urkunden und Dokumente vernichtet wurden. Zur Stadtwerdung hat insbesondere Bischof Hermann II. von Katzenelnbogen (Bischof 1173–1202) beigetragen.

1224 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung Warendorfs als Civitas, das heißt als bürgerlich-städtische Gemeinde. Der Wohlstand der Warendorfer wuchs stetig an und aus dieser Zeit stammt auch der Spruch „Stadtluft macht frei“. 1255 kam es zum Anschluss an den Rheinischen Landfriedensbund zum Schutz der Kaufleute vor Wegelagerern. Warendorf entwickelte sich in dieser Zeit mehr und mehr zu einer wichtigen Handelsstadt, da es geografisch günstig zwischen Münster und Oelde liegt. Außerdem profitierte Warendorf von der Produktion und dem Handel mit Leinen. Die wohlhabenden Warendorfer siedelten am Marktplatz, in der Ems- und an der Oststraße. Auch heute wird das Warendorfer Stadtbild von dieser Stadtkulisse geprägt. Die ärmere Bevölkerung lebte dagegen in einfachen Häusern mit gestampftem Lehmboden, der teilweise schlechter als der Straßenbelag war. Die schlechten Lebensbedingungen führten zu Seuchen und Krankheiten.

1404 ereignete sich in Warendorf ein Stadtbrand, dem neben 600 Häusern auch die Alte Kirche (St. Laurentius) und das Rathaus mit allem Inventar zum Opfer fielen. Eine große Holztafel im Rathaus erinnert an den Stadtbrand.

1533 breitete sich wie in Münster eine Täuferbewegung in Warendorf aus. Diese übernahm im Oktober 1534 für eine Woche die Macht in der Stadt, bis sie nach einer kurzen Besetzung durch Bischof Franz von Waldeck beendet wurde. Vier täuferische Apostel und die Warendorfer Rädelsführer wurden zum Tode verurteilt und auf dem Marktplatz durch das Schwert gerichtet. Zur Abschreckung wurden die Leichen der „Apostel“ an den vier Stadttoren aufs Rad gelegt. Als Folge verlor Warendorf die Stadtrechte und erlangte sie sukzessive ab 1542 wieder; die freie Wahl des Rates erst im Jahre 1556 unter Bischof Franz‘ Nachfolger. Die Täuferbewegung hielt sich bis ins 17. Jahrhundert hinein im Untergrund, ohne eine Gefahr für Stadt und Kirche zu bedeuten.[3][4]

Warendorf im Jahre 1616

Zwischen 1627 und 1632 kam es zum erneuten Verlust des Stadtrechts während der Glaubenskämpfe im Dreißigjährigen Krieg. Von 1657 stammt die erste Erwähnung des Fettmarkts. Dieser Markt ist bis in die heutige Zeit ein wichtiger Jahrmarkt geblieben. 1741 brach ein weiterer großer Stadtbrand aus, dem die Neue Kirche (St. Marien) und 332 Häuser zum Opfer fielen. Durch den dadurch bedingten Fortzug vieler Handwerker geriet Warendorf in zunehmenden wirtschaftlichen Niedergang.

1802 kam Warendorf unter preußische Oberherrschaft. Die einst blühende Stadt verarmte. 1826 erfolgte die Gründung des Westfälischen Landgestüts in Warendorf durch die preußische Gestütsverwaltung. 1887 wurde die Eisenbahnlinie Münster–Warendorf–Rheda eröffnet. Im Zuge dessen wurde das erste Bahnhofsgebäude errichtet. Dieses ist auch heutzutage noch erhalten, steht jedoch seit einigen Jahren leer. 1902 wurde das neue Bahnhofsgebäude errichtet und in Betrieb genommen, es fiel jedoch am Freitag, dem 13. Januar 1995 einem Brand zum Opfer.

1937/38 wurde Warendorf zur Garnisonsstadt. Es wurden Kasernen im Norden der Stadt gebaut, in denen heute die Sportschule der Bundeswehr ansässig ist.

Archiv

Die Stadt Warendorf betrieb bis 1986 ein eigenes Stadtarchiv. Dann ging es in das Kreiszentralarchiv Warendorf über und liegt dort bis heute.[5]

Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1945 wurde die Gemeinde Neuwarendorf eingegliedert.[6]

Am 1. Juli 1969 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Velsen und Vohren, die seit der Ausgliederung aus Altwarendorf im Jahr 1844 existierten[6], eingemeindet.[7]

Am 1. Januar 1975 erfolgte eine weitere kommunale Neugliederung durch die Integration der Gemeinden Einen und Milte und den Zusammenschluss mit der Stadt Freckenhorst.[8] Der neue Kreis Warendorf wurde durch Zusammenschluss der Kreise Warendorf und Beckum gebildet. Warendorf wurde zur Kreisstadt bestimmt.

Religionen
Katholische Kirche im Ortsteil Einen
Franziskanerkloster
St.-Josef-Kirche (Luftbild, 2014)

Die Stadt ist überwiegend katholisch geprägt. Im Bereich der Kernstadt Warendorf befinden sich folgende Kirchengemeinden:

Die römisch-katholischen Gemeinden

Sankt Laurentius (älteste Gemeinde der Stadt)
Sankt Marien (zweitälteste Gemeinde der Stadt)
Sankt Josef (jüngste Gemeinde der Stadt)

sowie ein Franziskanerkloster, in dessen Kirche sich eine Kanzel von 1771 des Bildhauers Johann Heinrich König aus Münster befindet.

Die drei katholischen Kirchengemeinden sind 2010 zur Gemeinde St. Laurentius fusioniert[9], das Franziskanerkloster wurde vom Orden an einen privaten Investor veräußert, der es nun zu Wohnungen umbaut. Außerdem ist in der ehemaligen Klosteranlage das Westpreußische Landesmuseum angesiedelt.[10]

Im Ortsteil Einen befindet sich eine der ältesten noch im ursprünglichen Baustil erhaltenen Kirchen im Münsterland, an die im Jahre 1983 eine neue Kirche gebaut wurde. Man kann davon ausgehen, dass direkt neben einer der ältesten Kirchen der Region die neueste Kirche steht.

Die evangelische Kirchengemeinde, unterteilt in

Warendorf-Nord
Warendorf-Süd

2005 hat sich ein CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) gegründet.

Außerdem gibt es eine neuapostolische Gemeinde, einen Königsreichsaal der Zeugen Jehovas, eine mennonitische Gemeinde, eine evangelische Freikirche und eine muslimische Gemeinde.

Bis 1941 bestand die Jüdische Gemeinde Warendorf. Die ehemalige Synagoge ist in veränderter Form erhalten.[11] Verschiedene Gedenksteine erinnern an Jüdisches Leben in Warendorf.

Politik

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 57,43 %

 %50403020100

47,56 %23,09 %15,05 %6,60 %6,83 %

CDUSPDGrüneFDPFWG
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   6   4   2   0  -2  -4  -6

+4,26 %p
+2,42 %p+1,23 %p-4,88 %p-3,90 %p
CDUSPDGrüneFDPFWGVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%
Rathaus Warendorf
Stadtrat

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Warendorfer Stadtrat 42 Mitglieder, dem fünf Fraktionen mit folgender Sitzverteilung[12] angehören:

Partei / Liste Sitze
2014 2009
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 20 19
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 10 9
Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 6 6
Freie Demokratische Partei (FDP) 3 5
Freie Wähler (FWG) 3 5

Die Stimmenanteile können dem nebenstehenden Diagramm entnommen werden.

Bürgermeister

Amtierender Bürgermeister ist seit dem 21. Oktober 2015 Axel Linke, der bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2015 von CDU und FDP unterstützt worden war. Der 1966 geborene Verwaltungsexperte war vor seiner Wahl Dezernent bei der Stadt Rheine. Er setzte sich bei der Wahl gegen den Juristen Andreas Hornung durch, der von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FWG unterstützt worden war.

Wappen

Das Wappen der Stadt Warendorf zeigt eine zinnenbewehrte Stadtmauer mit Turm und Stadttor vor goldfarbenem Hintergrund. Über dem geöffneten Stadttor befindet sich ein silberfarbenes Fallgatter. Tor und Turmfenster haben runde Bogen.[13] Es ähnelt dem ältesten erhaltenen Abdruck des Stadtsiegels, das sich an einem Vertrag an die Stadt Köln von 1255 befindet, und wurde in dieser Form 1952 vom Stadtrat angenommen.[14] Die Flagge der Stadt Warendorf besteht aus zwölf gleich breiten, senkrechten Streifen in den Farben weiß-blau-rot, viermal nebeneinander.[13] Ihre Verwendung ist seit 1680 belegt.[15]

Städtepartnerschaften

Warendorf unterhält zu mehreren europäischen Städten teilweise langjährige Beziehungen. Bereits 1951 übernahm die Stadt die Patenschaft über das schlesische Reichenbach, da viele von dort Vertriebene im Kreis Warendorf aufgenommen worden waren. Die längste Partnerschaft nach Frankreich – seit 1965 – besteht zwischen Warendorf und Barentin in der Normandie; sieben Jahre später unterzeichneten das damals noch selbständige Freckenhorst und das ebenfalls in der Normandie gelegene Pavilly Partnerschaftsurkunden. Beide Städtepartnerschaften dienten gerade in den ersten Jahren ihres Bestehens der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zuge des zusammenwachsenden Europas unterzeichneten die Bürgermeister des niederschlesischen Oleśnica, das frühere Oels (Polen), und Warendorfs im Jahr 2002 Freundschaftsbriefe. Seit 2007 besteht eine Partnerschaft mit dem südenglischen Petersfield, das seinerseits ebenfalls Partnerstadt Barentins ist. Allen Städtepartnerschaften gingen private Kontakte voraus.

Im Jahr 2001 wurde Warendorf das Europadiplom durch den Europarat in Straßburg verliehen. Als Begründung werden Warendorfs Verdienste um die deutsch-französische Beziehung genannt. Das Diplom gilt als erste von vier Auszeichnungsstufen zum Europapreis.[16]

Darüber hinaus ist Warendorf Mitglied im Hansebund der Neuzeit.

Sehenswürdigkeiten
Gotischer Turm (circa 1200) der alten Marienkirche
Die Lüningerstraße in der Altstadt
Historische Altstadt mit Marktplatz, an dem Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten und Stilepochen zu bewundern sind
Marienkirche, neoromanische Basilika von 1911, daneben gotischer Kirchturm der alten Marienkirche (zirka 1200), Vesperbild (um 1400), Gnadenbild (18. Jahrhundert)
Laurentiuskirche (errichtet nach dem Stadtbrand von 1404) mit Altarbild (1430)
Nordrhein-Westfälisches Landgestüt Warendorf
Stiftskirche in Freckenhorst (1129) (aus der Kunstgeschichte weithin bekannt, vor allem wegen des Taufbeckens)
Dezentrales Stadtmuseum (mit Gadem am Zuckertimpen, Tapetensaal, Fabrikantenvilla Bispinck, historischem Rathaus und Torschreiberhaus)
Theater am Wall (1950er Jahre Kino)
Franziskanerkloster (1673) mit Kirche und Pforte (1683)
evangelische Christuskirche von 1899
Bentheimer Turm (letzter Turm der ehemaligen Stadtmauer)
Halla-Denkmal (Bronze-Statue der Wunderstute Halla)
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Warendorf
Kultur
Museen
Westpreußisches Landesmuseum -hat Ende 2014 im ehemaligen Franziskanerkloster in Warendorf neu eröffnet.
Dezentrales Stadtmuseum ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Museumsstandorten innerhalb der Historischen Altstadt. Das Gadem Zuckertimpen 4 repräsentiert die Wohnsituation zweier einfacher Arbeiterfamilien in der Zeit um 1925. In den Objekten Haus Bispinck und Klosterstraße 7 bieten die aufwändige Deckengestaltung zum einen und historische französische Bildtapeten sowie ein Biedermeier-Salon einen Einblick in das Lebensumfeld zweier Fabrikantenfamilien. Das Torschreiberhaus am Osttor zeigt den Lebens- und Arbeitsbereich des letzten Warendorfer Torschreibers. Das Historische Rathaus am Markt ist der Informationsmittelpunkt für das Dezentrale Stadtmuseum. Neben dem Historischen Ratssaal zeigen die Stadt Warendorf und deren Kooperationspartner dort wechselnde Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst oder zu kulturgeschichtlichen Themen der Stadt und des Umlandes.
Heinrich Friederichs Museum
Musik
Symphonieorchester Warendorf: Das im Herbst 2006 gegründete Orchester erarbeitet symphonische Musik des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Pro Jahr wird ein Konzertprogramm erarbeitet und zumeist in Warendorf und Versmold aufgeführt. Unter dem Dach der Kreismusikschule Beckum-Warendorf handelt es sich um ein Ensemble, in dem ambitionierte erwachsene Musiker die Möglichkeit haben, den in jüngeren Jahren begonnenen Prozess der musikalischen Bildung fortzusetzen.
Musik an St. Marien (Musik in der „Neuen Kirche“): Kirchenchor, Gospelchor, Kinderchor, Jugendchor, Musikfreunde St. Marien, regelmäßige Konzerte in der Marienkirche und im Pfarrsaal.
Kammerchor Warendorf: Der Chor wurde von Ansgar Kreutz, dem Kantor der Mariengemeinde, als A-cappella-Chor für Warendorf und die Region gegründet und singt Konzerte mit geistlichen und weltlichen Inhalten. Er ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe.
Freckenhorster Sommerkonzerte: alljährlich am dritten Wochenende im August finden am Freitagabend vor der Kulisse von Schloss Westerholt im Ortsteil Freckenhorst Freiluftkonzerte mit internationalen Künstlern statt.
iFAN Musik-Festival: alljährlich im April findet das Indoor-Rock-Festival in der Kreienbaum-Halle in Warendorf statt. Im Laufe der letzten Jahre sind beim iFAN Musik-Festival[17] u.a. die Guano Apes, Prinz Pi, Milliarden, Massendefekt und Ichty Poopzkid aufgetreten.
Theater
Theater am Wall
Emssee, im Hintergrund die Brücke/Trennung zum Fluss Ems
Blick auf die Altstadt von Warendorf vom Emsufer.

Das Theater am Wall wurde am 2. November 1950 als Lichtspielhaus eröffnet und wurde nach Einstellung des Kinobetriebs im Jahr 1990 von der Stadt Warendorf übernommen. Seit dem Jahr 1997 kooperieren die Stadt Warendorf und der Betreiberverein TaW e. V. Der Spielplan besteht aus den drei Säulen Schauspiel, Kleinkunst-Kabarett und Kindertheater.

Freizeit

Radfahren und Reiten gehören zu den traditionellen Freizeitsportarten in Warendorf. Auf dem Stadtgebiet verlaufen der im Rahmen Regionale 2004 konzipierte und zum Teil neu gebaute EmsAuenWeg, ein Radwanderweg durch die Emsauen von Warendorf nach Rheine, und der Europaradwanderweg R1. Das Radwegnetz wird durch eine Vielzahl befestigter Wirtschaftswege und straßenbegleitende Radwege ergänzt. Außerdem wurden, ebenfalls als Projekt der Regionale 2004, 140 km Reitwege in und um Warendorf errichtet. Zudem gibt es in Warendorf einen Golfplatz, Gewässer für Angler und einen Campingplatz.

Auf dem Warendorfer Emssee, einem nahe der Altstadt gelegenen alten Arm der begradigten Ems, besteht die Möglichkeit zum Erwerb eines Segel- oder Motorbootführerscheines. Ebenfalls können in den Sommermonaten Ruderboote gemietet werden. Die Stadt betreibt zwei Hallenbäder und ein Freibad. Das Freibad am Rande der Innenstadt auf der Emsinsel wurde im Jahr 2009 saniert.[18]

Sport

Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der bedeutendsten Sportstädte in Deutschland entwickelt. So sind dort die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), das der FN angeschlossene Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) und das Bundesleistungszentrum (BLZ) Reiten ansässig. Das nordrhein-westfälische Landgestüt, das 1826 als Preußisches Landgestüt gegründet wurde, hat seinen Sitz in Warendorf. Die Deutsche Reitschule ist ebenfalls in Warendorf auf dem Gelände des Landgestüts beheimatet.
Prominente Reiter wie beispielsweise Hans Günter Winkler haben oder hatten ihren Wohnsitz in Warendorf. Außerdem befindet sich mit dem Hof Schulze Niehues eine Fachschule für Reitausbildung in Warendorf.

Die Sportschule der Bundeswehr hat ebenfalls ihren Sitz in Warendorf. Auf deren Gelände befinden sich der Olympiastützpunkt Westfalen, als auch das Sportmedizinische Institut der Bundeswehr und ein Standort der Sportfördergruppe der Bundeswehr, in der bekannte Sportler wie Michael Groß, Thomas Hellriegel, Annika Mehlhorn, Ralf Eggert, Fatmire Bajramaj und Ursula Holl trainierten und trainieren. Die Deutschen Schwimmmeisterschaften fanden 1995 und 2002 in Warendorf statt.

Der größte Sportverein in Warendorf ist die Warendorfer Sportunion (WSU), die zu den zehn größten Klubs in Nordrhein-Westfalen zählt. Die erfolgreichste Abteilung der WSU ist der Volleyball. Die Damenmannschaft spielte in der 2. Bundesliga Nord, in der sie in der Saison 20Archiv04/2005 Vizemeister war. In der Saison 2007/08 mussten sie den Abstieg in die Regionalliga hinnehmen. Der Rollstuhlbasketballmannschaft des BBC Warendorf gelang in der Saison 2007/08 der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dieser wurde aus finanziellen Gründen abgelehnt.

Das Bundesligateam des 1986 gegründeten Surfclubs Warendorf wurde in der Saison 2008 Deutscher Meister.

Archiv

Das Archiv und damit die Stadtgeschichte der Stadt Warendorf liegt im Kreisarchiv Warendorf.

Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft

In Warendorf sind etwa 1000 vorwiegend mittelständische Unternehmen ansässig. Zudem gibt es einige nennenswerte größere Unternehmen, die Standorte in Warendorf unterhalten:

Im Osten der Stadt befindet sich die ehemalige Miele-Küchenfabrikation, die 2005 von der Arbonia-Forster-Gruppe übernommen und in „Warendorfer Küchen GmbH“ umbenannt wurde. Die Firma ist auf Ende 2012 an den amerikanischen Investor CoBe Capital verkauft worden. Zudem befindet sich auf dem Grundstück noch das Miele-Kunststoffwerk.
Die „Schuhpark Fascies GmbH“ hat in Warendorf ihren Unternehmenssitz und betreibt von hier aus ihre rund 80 Filialen
der Baumarkt-Zulieferer „Sanitop-Wingeroth“ unterhält in Warendorf neben der Unternehmenszentrale auch ein Logistikzentrum
Der Firmensitz des Holz- und Farbspezialisten „Osmo“ ist ebenfalls in Warendorf ansässig

In Warendorf sind etwa 11.000 Menschen beschäftigt, die Arbeitslosenquote lag im Januar 2006 bei unterdurchschnittlichen 7,1 %. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraftkennziffer lag in Warendorf 2003 bei 99,1 je Einwohner also nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 100, als Kaufkraft wurde 201,3 Mio. Euro ermittelt. Die Umsatzkennziffer je Einwohner lag bei 104,1, die Zentralitätskennziffer bei 105,1 je Einwohner, was einen Kaufkraftzufluss aus anderen Regionen bedeutet.

Verkehr
Einkaufszentrum am Warendorfer Bahnhof
Skulptur am Bahnhof
Fahrradstation am Bahnhof

Im Stadtgebiet kreuzen sich die Bundesstraßen 64 und 475. Während die B 475 östlich an Warendorf vorbeiführt, verläuft die B 64 südlich der Innenstadt entlang der Bahnlinie. Die jetzige B64-Trasse wurde als Ersatz gebaut, da die direkte Innenstadt dem Verkehr nicht mehr gewachsen war. Laut Bundesverkehrswegeplan 2003 besteht für eine Umgehungsstraße vordringlicher Bedarf. Die nächstgelegene Autobahn ist die A 2. Die Anschlussstelle Beckum ist etwa 25 km entfernt.

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück, der etwa 35 km entfernt ist. Außerdem gibt es in Telgte den Flugplatz Münster-Telgte, einen Verkehrslandeplatz. Weitere internationale Flughäfen befinden sich Paderborn (70 km), Dortmund (84 km), Düsseldorf (153 km), Bremen (170 km) und Weeze (185 km).

Anschluss an das Schienennetz besteht durch den Bahnhof Warendorf an der Bahnstrecke Münster–Rheda-Wiedenbrück [19] sowie bis 1956 an der Bahnstrecke Neubeckum–Warendorf; ein weiterer Haltepunkt im Stadtteil Einen/Müssingen wurde im Dezember 2016 in Betrieb genommen[20]. Bis Dezember 2006 gab es in der Bauerschaft Vohren einen Haltepunkt, der im Interesse der Höchstgeschwindigkeit geschlossen wurde. Seit Dezember 2013 wird die Kursbuchstrecke 406 Münster–Bielefeld–Bünde–Rahden durch die RB 67 „Der Warendorfer“ im Stundentakt bedient.

Neben dem Bahnhof befindet sich ein Omnibusbahnhof, von wo stündlich Regionalbusse nach Münster (über Telgte bzw. über Freckenhorst, Everswinkel), Sassenberg, Ahlen und Beckum (über Freckenhorst, Westkirchen, Ennigerloh) fahren. Außerdem verbindet eine Schnellbuslinie den Warendorfer Süden und Freckenhorst im Stundentakt mit Münster.

Der öffentliche Personennahverkehr wird von den Verkehrsunternehmen Eurobahn, Westfalenbus und Regionalverkehr Münsterland durchgeführt.

Zahlreiche Radwanderwege führen durch Telgte, u. a. der EmsRadweg (verläuft vom Teutoburger Wald bis zur Nordsee), der Europaradweg R1 (von Frankreich bis nach Russland), die Grenzgängerroute, die Radroute Historische Stadtkerne und die 100 Schlösser-Route.[21]

Gesundheitswesen

Das von einer freigemeinnützigen Stiftung betriebene Josephs-Hospital ist ein Krankenhaus mit 300 Betten. Es befindet sich rechts der Ems im Norden der Stadt in Nachbarschaft zur Bundeswehr-Sportschule mit dem zugehörigen Zentrum für Sportmedizin. Das Josephs-Hospital ist akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Es verfügt über die Fachabteilungen Allgemein- und Gefäßchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Innere Medizin, Kardiologie, Gynäkologie, Anästhesiologie, Urologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Eingriffe im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Ophthalmologie (Augenheilkunde), sowie ein großes Spektrum plastisch-chirurgischer Eingriffe werden ambulant durchgeführt. Jährlich werden zirka 30.000 Patienten sowohl stationär als auch ambulant versorgt. Das Josephs-Hospital stellt als Klinikum im medizinischen Sektor eine der wenigen konfessionslos-privaten Stiftungen im Münsterland dar. Mit rund 500 Mitarbeitern zählt die Klinik zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Im Krankenhaus befindet sich die Notdienstzentrale der niedergelassenen Ärzte. Ein Gesundheitszentrum mit niedergelassenen Ärzten verschiedenster Fachrichtungen wurde durch die Stiftung errichtet. In der Stadt Versmold im Kreis Gütersloh betreibt die Stiftung ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit mehreren Fachärzten. Außerdem befindet sich in Warendorf eine psychiatrische Tagesklinik unter der Trägerschaft des St. Rochus-Hospitals Telgte.

Bildung

In Warendorf sind folgende Schulformen vertreten

acht Grundschulen: Laurentiusschule, Bodelschwinghschule, Josefschule, Overbergschule, Everwordschule Freckenhorst, W.- Achtermann-Schule Milte, Grundschule Einen, Dechant-Wessing-Schule Hoetmar
eine Gesamtschule: Städtische Gesamtschule Warendorf
zwei Realschulen: Von-Galen-Schule (mit Aufbauzweig), Johann-Heinrich-Schmülling-Schule (bischöfliche Realschule)
drei Gymnasien: Gymnasium Laurentianum, Mariengymnasium, Augustin-Wibbelt-Gymnasium (Aufbaugymnasium)
drei Förderschulen: Franziskusschule (Schwerpunkt Lernen), Heinrich-Tellen-Schule (Schwerpunkt geistige Entwicklung), Astrid-Lindgren-Schule (Schwerpunkt Sprache)
zwei berufsbildende Schulen: Die Europaschule Paul-Spiegel-Berufskolleg des Kreises Warendorf und Edith-Stein-Kolleg (staatlich anerkanntes Fachseminar für Altenpflege, staatlich anerkanntes Fachseminar für Familienpflege und Schule für Podologie)

Die meisten Schulen befinden sich in städtischer Trägerschaft. Weitere Schulträger sind der Kreis Warendorf (Astrid-Lindgren-Schule und Berufskolleg), der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf (Heinrich-Tellen-Schule und Edith-Stein-Kolleg) und das Bistum Münster (Johann-Heinrich-Schmülling-Schule).

Ein wichtiger Partner der Schulen bei der Leseförderung ist die Stadtbücherei Warendorf. Das „Haus mit vielen Seiten“ in der Kurzen Kesselstraße 17 versteht sich als Bildungseinrichtung und Informationsdienstleister für alle Bürger Warendorfs.[22]

Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Warendorf besteht neben einer Jugendfeuerwehr und sechs Ehrenabteilungen aus
sieben aktiven Löschzügen:

Löschzüge 1 und 2 Kernstadt Warendorf
Löschzug 3 Ortsteil Freckenhorst
Löschzug 4 Ortsteil Hoetmar
Löschzug 5 Ortsteil Milte
Löschzug 6 Ortsteil Einen
Löschzug 7 Ortsteil Vohren

Diese sieben Löschzüge des Stadtverbandes der Feuerwehr Warendorf bestehen aus insgesamt 291 aktiven Feuerwehrleuten und verfügen über 36 Lösch- und Sonderfahrzeuge (Stand: 15. März 2014)[23]

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Hermann Göring (1893–1946), Nationalsozialist (2001 gestrichen)
Heinrich Blum (1909–1964), Lehrer am Gymnasium Laurentianum, übergab Warendorf nach dem Zweiten Weltkrieg an US-amerikanische Truppen
Hans Kluck (1921–1990), Bürgermeister von 1964 bis 1980, Mitbegründer der Städtepartnerschaft zu Barentin (Frankreich)
Günther Drescher (1926–2010), Altbürgermeister
Josef Höchst (1907–1996), Mitglied des Bundestages, unter seiner Mitwirkung blieb Warendorf 1975 Kreisstadt
Hugo Spiegel (1905–1987), Vater von Paul Spiegel, Holocaust-Überlebender und herausragender Vertreter der Jüdischen Gemeinde Warendorf
Richard Winkels (1921–2009), stellvertretender Landtagspräsident, Präsident des Landessportbundes NRW und Träger des Bundesverdienstkreuzes[24]
Paul Spiegel (1937–2006), von 2000 bis 2006 Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland
Heinrich Windelen (1921–2015), 1969 Vertriebenenminister und von 1983 bis 1987 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen
Hans Günter Winkler (* 1926 in Barmen), erfolgreicher Springreiter (Olympiasieger 1956)
Söhne und Töchter der Stadt
Johann Hermann Budde (1735–1805), Schreineramtsmeister, Mitinitiator der Warendorfer Marienbögen in Anlehnung an die Wiener Triumphbögen zu Ehren der Kaiserin Maria Theresia.[25]
Peter Budde (1781–1848), Schreinermeister, entscheidender Gestaltgeber und Bildhauer einiger Mariä-Himmelfahrts-Bögen.[25]
Christoph Bernhard Schlüter (1801–1884), Dichter und Philosoph
Johann Heinrich Kalthoff (1803–1839), Hebraist, Pädagoge und Hochschullehrer
Franz Darpe (1842–1911), Historiker
Franz Joseph Wilhelm Kappelhoff (1843–1907)[26], Großvater der Sängerin und Schauspielerin Doris Day[27]
Sophie Rogge-Börner (1878–1955), Schriftstellerin
Franz Wulf (1895–1940), Verleger
Josef Otto Plassmann (1895–1964), Germanist und SS-Obersturmbannführer
Bernhard Sprengel (1899–1985), Schokoladenfabrikant und Kunstmäzen (Sprengel-Museum, Hannover)
Julius Angerhausen (1911–1990), von 1959 bis 1986 Weihbischof in Essen
Paul Schallück (1922–1976), Schriftsteller, Namensgeber des großen Saals im Warendorfer Theater
Friedrich Vogel (1929–2005), von 1982 bis 1987 Staatsminister beim Bundeskanzler († in Warendorf)
Gustav Trampe (1932–2006), Fernsehjournalist
Hans Grotegut (1939–2014), Radrennfahrer und Schrittmacher
Ludger Heid (* 1945), Neuzeithistoriker
Rainer A. Krewerth (1943–2003), Schriftsteller und Journalist
Peter Ottmann (* 1951), Landrat des Kreises Viersen
Andreas Ridder (* 1964), Fußballspieler
Klaus Welle (* 1964), Generalsekretär des EU-Parlamentes
Frank Ostholt (* 1975), Vielseitigkeitsreiter (Olympiasieger), Leiter des DOKR-Bundesleistungszentrums Reiten
Maximilian Schulze Niehues (* 1988), Fußballspieler
Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben
Anton Aulke (1887–1974), bedeutender Vertreter mundartlicher Dichtung im Münsterland; Abitur und Lehrertätigkeit am Gymnasium Laurentianum
Josef Homeyer (1929–2010), von 1983 bis 2001 Bischof von Hildesheim, hat in Warendorf auf dem Gymnasium Laurentianum Abitur gemacht und war zwischen 1958 und 1961 Kaplan in St. Joseph, Warendorf.
Guido Maria Kretschmer (* 1965), deutscher Modedesigner, der in Einen aufgewachsen ist
Elpidius Markötter (1911–1942), Franziskaner, NS-Opfer
Georg Segler (1906–1978) war ein deutscher Agrarwissenschaftler, Ingenieur, Autor und Erfinder
Hugo Spiegel (1905–1987), Vater von Paul Spiegel und Förderer des Judentums im Münsterland nach dem Holocaust
Kuno Stierlin (1886–1967), Komponist
Franz-Joseph Zumloh (1764–1854), Stifter des Josephs-Hospitals
Luigi Colani (* 1928), Designer, residierte zeitweise auf Schloss Harkotten bei Warendorf
Paul Leidinger (Historiker) (* 1932), Historiker und in Warendorf wirkender Heimatforscher
Harald Norpoth (* 1942), Leichtathlet, unterrichtete 1971–2002 an der Sportschule der Bundeswehr
Bernd Kannenberg (* 1942), Olympiasieger, langjähriger Unteroffizier an der Sportschule der Bundeswehr
Personen, die von der Stadt öffentlich geehrt werden
Carl-Friedrich von Langen, Namensgeber einer Straße
Sonstiges
Gartenfestival auf dem Gelände des Landgestüts Warendorf
Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz

Die Stadt Warendorf war am 26. Mai 1965 Sieger der ersten Ausgabe von „Spiel ohne Grenzen“. Das Team Warendorf gewann in der von Arnim Dahl moderierten Spielshow (Camillo Felgen wirkte zunächst nur als Dolmetscher mit) gegen das Team aus Dax im Finale mit 4:0 Punkten.

Regelmäßige Veranstaltungen
April: Frühlingserwachen verkaufsoffener Sonntag
Juli: Emsflimmern (Open-Air-Kino)
Juli: Mittelalterliches Marktfest
Juli: Warendorfer Sommerzone
Mitte August: Mariä Himmelfahrt mit neun Marienbögen und viertägiger großer Kirmes und Illumination der Altstadt mit „Bungen“
Mitte August: Freckenhorster Sommerkonzerte Schloss Westerholt
August: Symphonie der Hengste
August/September: Bundeschampionat der Nachwuchspferde
August/September: Warendorfer Pferdenacht[28]
September/Oktober: Warendorfer Hengstparade
Oktober: Fettmarkt mit fünftägiger großer Kirmes, verkaufsoffener Sonntag und Altstadttrödel
November/Dezember: Weihnachtsmarkt Warendorfer Weihnachtswäldchen
Literatur
Barbara Rüschoff-Thale: Die Toten von Neuwarendorf in Westfalen. 341 Gräber vom Endneolithikum bis in die Spätlatènezeit (Bodenaltertümer Westfalens Band 41). Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2004, ISBN 3-8053-3342-0 (Dissertation mit Vorlage des größten zusammenhängenden Gräberfeldes der Bronze- und Eisenzeit Nordwesteuropas, ausgestellt im LWL-Museum für Archäologie in Herne).
Laurenz Sandmann: Warendorf. Schaffen und Streben. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-123-3
Paul Leidinger (Hrsg.): Geschichte der Stadt Warendorf, Ardey-Verlag, Münster 2000, ISBN 3-87023-179-3
Weblinks
 Commons: Warendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Warendorf – Quellen und Volltexte
Website der Stadt Warendorf
Warendorf im Kulturatlas Westfalen