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Geschichte
Klosteranlage des ehem. Benediktinerinnenklosters Willebadessen um 1910

Hauptstädte und Städte des Fürstbistums Paderborn bis 1802/03 (Stand 1789):
Paderborn, Warburg, Brakel, Borgentreich | Beverungen, Borgholz, Bredenborn, Büren, Driburg, Dringenberg, Gehrden, Calenberg, Kleinenberg, Lichtenau, Lippspringe, Lügde, Nieheim, Peckelsheim, Salzkotten, Steinheim, Vörden, Willebadessen, Wünnenberg

Willebadessen wird zum ersten Mal in einer Urkunde vom 8. Dezember 1065 unter dem Namen Wilbutissun erwähnt, zur Zeit des deutschen Königs und späteren Kaisers Heinrich IV., der durch seinen Gang nach Canossa im Jahr 1077 Berühmtheit erlangte. König Heinrich IV. schenkte 1065 seinem ehemaligen Lehrer, dem Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen, einen Forst „Herescephe (Herrschaft)“ im Gau Engern. In der genannten Urkunde wird als Grenze davon angegeben: „Von der Mündung der Ambrinna (Emmer) das Ufer der Wisera (Weser) hoch bis zur Mündung der Dimila (Diemel) und von der Dimila aufwärts bis zum Dorf Scerna (Scherfede) und von dort aus durch die nach Norden verlaufende Linie der Dörfer Burchartinchusen (Borlinghausen), Wilbvtissun (Willebadessen), Altinherise (Altenheerse), Langineissina (Langeneissen), Dringin (Dringen), Tutenhusun (Donhausen), Eumissum und Bellictors bis zur Ambrinna (Emmer) und diesen Fluss hinunter bis zur Wisera.“

Willebadessen gehörte seit der Gründung zur weltlichen Herrschaft des deutschen Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. 1802/03 wurde das Hochstift vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit war der Ort Teil des Königreiches Westphalen und dem Kanton Dringenberg unterstellt. Seit 1815 gehörte Willebadessen endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 war es Teil des Deutschen Reiches. Mit der Gründung des Kreises Warburg 1816 wurde Willebadessen Teil des Amtes Dringenberg, das 1856 mit dem Amt Gehrden zum Amt Dringenberg-Gehrden vereinigt wurde. Mit Auflösung des Kreises Warburg und des Amts Dringenberg-Gehrden 1975 durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz wurde die Stadt Willebadessen Rechtsnachfolger der Ämter Peckelsheim und Dringenberg-Gehrden.
Von 1945 bis 1949 war Willebadessen Teil der britischen Besatzungszone, seit 1946 gehört es zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Der heutige Ortsteil Engar war Sitz eines Rittergeschlechtes im Hochstift Paderborn.

Religionen

Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum ehemaligen Hochstift Paderborn ist die Bevölkerung Willebadessens traditionell mehrheitlich katholisch. Von 1149 bis 1810 existierte das Benediktinerinnenkloster Willebadessen. Die neun katholischen Pfarrgemeinden im Stadtgebiet sind im Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim organisiert. Dieser gehört zum Dekanat Höxter im Erzbistum Paderborn.

Angehörige der Evangelischen Kirche im Stadtgebiet Willebadessen betreut die Evangelische Kirchengemeinde Peckelsheim, die zum Kirchenkreis Paderborn der Evangelischen Kirche von Westfalen gehört.

Des Weiteren gibt es eine baptistische Gemeinde mit eigenem Gemeindehaus.

Ein Indiz für die Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Willebadessener Schüler sein. Demnach gaben im Schuljahr 2006/2007 11,4 % der Schüler evangelisch, 61,1 % katholisch, 0,7 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 22,3 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 4,4 % keine Konfession an.[6]

Eingemeindungen

Auf der Basis des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/Paderborn (Sauerland/Paderborn-Gesetz) vom 5. November 1974 wurden die Städte Peckelsheim und Willebadessen sowie die Gemeinden Altenheerse, Borlinghausen, Eissen, Engar, Fölsen, Helmern (Amt Peckelsheim), Ikenhausen, Löwen, Niesen, Schweckhausen und Willegassen mit Wirkung zum 1. Januar 1975 zur Stadt Willebadessen zusammengeschlossen.[7] In diesem Gesetz ist auch die Zugehörigkeit der Stadt zum Kreis Höxter geregelt.[8]

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung von Willebadessen seit 1961 im jeweiligen Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesbetriebs Information und Technik NRW, Geschäftsbereich Statistik.[9], die Angabe für 1987 ist ein Volkszählungsergebnis[10] und die Zahlen ab 1990 sind Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich vor 1985 auf die Wohnbevölkerung und ab diesem Zeitpunkt auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Einwohnerentwicklung von 1961 bis 2012. Obere Kurve nach dem heutigen Gebietsstand

Willebadessen nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1961 (6. Juni) 1939
1970 (27. Mai) 2026
1974 (30. Juni) 2151

Willebadessen nach dem heutigen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1961 (6. Juni) 7481
1970 (27. Mai) 7672
1974 (30. Juni) 7688
1975 (31. Dez.) 7665
1980 (31. Dez.) 7784
1985 (31. Dez.) 7587
1987 (25. Mai) 7822
1990 (31. Dez.) 8234
Jahr Einwohner
1995 (31. Dez.) 8959
2000 (31. Dez.) 9103
2005 (31. Dez.) 8799
2008 (31. Dez.) 8649
2011 (30. Juni) 8483
2012 (31. Dez.) 8343

Politik
Stadtrat

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Stadtrates und die Kommunalwahlergebnisse seit 1975[11][12]:

Rat der Stadt Willebadessen: Wähleranteil und Gemeinderäte seit 1975

CWG1

WGB2

Einzel-
bewerber

Gesamt3 Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  %  %  %  %  %  %  %  %  %
1975–1979 60,11 17 22,49 6 5,73 1 11,67 3 100 27
1979–1984 50,92 14 24,27 6 6,55 2 17,06 5 0 1,2 100 27 82,65
1984–1989 48,36 14 23,78 7 3,84 0 17,60 5 6,43 1 100 27 79,74
1989–1994 40,80 11 28,88 8 10,60 3 19,72 5 FDP 100 27 79,05
1994–1999 49,51 14 30,49 9 4,25 0 10,72 3 FDP 100 29 85,04
1999–2004 60,28 16 31,65 8 2,12 1 5,95 1 100 26 66,76
2004–2009 68,51 18 26,30 7 3,19 1 100 26 67,01
2009–2014 57,42 15 34,72 9 7,87 2 100 26 62,28
2014–2019[13] 56,2 15 43,8 11 100 26 62,3
Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW;[14] Landesbetrieb Information und Technik NRW[15]

1 Unabhängige Wählergemeinschaft
2 Wähler Gemeinschaft Bürgernähe (WGB): Ergebnisse 1994 und 1989: Wahlgemeinschaft mit der FDP, siehe FDP
3 ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister

Bürgermeister von Willebadessen ist Hans Hermann Bluhm (CDU). Er trat bei der Wahl für das Bürgermeisteramt zunächst als Einzelbewerber an und wurde am 10. Oktober 2004 in einer Stichwahl gegen einen Kandidaten der CDU mit 57,7 % der gültigen Stimmen gewählt. Erst später wurde er Mitglied der CDU und wurde als deren Kandidat am 30. August 2009 mit 63,92 % wiedergewählt, auch 2014 wurde Bluhm im Amt bestätigt (mit 59,8 %). Sein Vorgänger war Karl-Heinz Glaremin (CDU), der am 12. September 1999 mit 58,1 % der gültigen Stimmen gewählt wurde.

Wappen

Wappenbeschreibung:
In Gold unter einem roten, gotischen doppelten Torbogen stehend in blauen Gewändern vorn die Figur des heiligen Vitus und hinten die eines Bischofs.

Herkunft:
Die älteste bekannte Wappendarstellung von 1318 ist an das Wappen des Klosters Willebadessen angelehnt: vor einer gotischen Kirche standen die beiden Patrone St. Vitus und Maria. In dieser Darstellung war im Fuß ein Abbild des Bischofs von Paderborn. In einer Darstellung von 1908 wurde der Bischof nicht mehr abgebildet.

Das heutige Wappen wurde mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Detmold vom 17. Februar 1977 verliehen. Von der gotischen Kirche ist nur der Doppelbogen übrig geblieben. Die dreizehn Kugeln auf dem Torbogen repräsentieren die Stadtteile nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975. Der Heilige Vitus wurde übernommen, die Muttergottes wurde durch die Darstellung eines Bischofs ersetzt. Dieser stammt aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Peckelsheim, die heute Ortsteil von Willebadessen ist.

Städtepartnerschaften

Willebadessen unterhält keine Partnerschaften.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen

Die Stiftung Europäischer Skulpturenpark e.V. zeigt in dem das ehemalige Benediktinerinnenkloster umgebenden Parkgelände verschiedene Großplastiken u.a. die Großplastiken Zweiklang von Hans Huschka und die Betonskulptur Farbspiel von Herbert Aulich.

Musik

In Willebadessen gibt es zwei allgemeine Musikvereine und einen Fanfarenzug.

Bauwerke
Wasserturm in Willebadessen
Wasserschloss Borlinghausen
Schloss Schweckhausen
Aussichtsturm Bierbaums Nagel
Fernmeldeturm Willebadessen

Das Benediktinerinnenkloster Willebadessen wurde 1149 gegründet und bestand bis zur Aufhebung 1810. Die Klosterkirche wurde ursprünglich eine kreuzförmige dreischiffige Pfeilerbasilika, die mehrfach umgebaut wurde. Heute dient die Kirche als Pfarrkirche. Von den weiteren Klosterbauten sind die Abtei mit dem Kreuzgang erhalten. Diese Bauten gingen zunächst in Adelsbesitz über und sind seit 1979 im Besitz der Stiftung Europäischer Skulpturenpark Willebadessen. Die Gründerkapelle des Klosters, die früher zweischiffig war und später verkleinert wurde, ist ebenfalls erhalten.

Die Vituskapelle liegt im Südosten der Stadt und ist Station der jährlichen Karfreitagsprozession. Die verputzte Kapelle ist sechseckig und hat ein Zeltdach mit einem Glockenreiter. Der Innenraum wird von vier schmalen Fenstern beleuchtet. Der Inschrift über dem Portal ist zu entnehmen, dass die Kapelle 1687 von der Äbtissin Anna Ursula von Keller erbaut wurde.

Der Wasserturm bei Willegassen/Schönthal wurde 1904 errichtet. Er verfügt über Intzewasserbehälter sowie ein Pumpenwindrad.

1338 verließen die Ritter von Spiegel ihre Burg auf dem Desenberg und ließen sich unter anderem in Borlinghausen nieder. Werner und Katharina ließen das Wasserschloss Borlinghausen bis 1587 neu errichten. Die zweiflügelige Anlage ist nach Süden und Westen ausgerichtet und hat einen achteckigen Treppenturm im Hof. Im frühen 17. Jahrhundert wurde der Nordgiebel errichtet.

Das Schloss Schweckhausen wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance von der Familie Spiegel errichtet. Heute ist die Wasserburg in Privatbesitz und dient der Erholung und Freizeitgestaltung mit Pferden.

Der Aussichtsturm Bierbaums Nagel steht im Eggegebirge bei Borlinghausen und ist der älteste Aussichtsturm in Ostwestfalen. 1849 wurde er von Julius Bierbaum errichtet, damit seine aus Kassel stammende Ehefrau bei Heimweh den Herkules, das Wahrzeichen ihrer Heimatstadt, sehen konnte.

Der Fernmeldeturm Willebadessen misst 152,5 Meter und wird von der Deutschen Telekom betrieben. Er wurde 1989 errichtet und dient dem Richtfunk, Mobilfunk und der Ausstrahlung des UKW-Radioprogramms von Radio Hochstift. Die Antennen für die öffentlich-rechtlichen Sender ZDF und WDR wurden mit der Einführung von DVB-T im Jahr 2007 abgebaut.

Der 1996 bis 2003 erbaute Eggetunnel ist 2880 m lang und liegt auf der Bahnstrecke von Hamm nach Warburg. Nachdem die Tunnelplanungen bei Neuenheerse im Jahr 1847 zu aufwändig waren, wurde dieser einröhrige und zweigleisige Eggetunnel erbaut. Er ersetzte damit die ursprüngliche, am 4. Oktober 1850 eröffnete, östlich verlaufende oberirdische Trassierung. Sie führte östlich des Paderborner Berges und der Teufelsküche zwischen Neuenheerse und Herbram-Wald, wurde jedoch mehrfach bei Hangrutschen zerstört und ließ nur mittlere Geschwindigkeiten zu. Etwas südlich der neuen Strecke wurde 1853 der Viadukt Willebadessen über das Tal des Rickebachs (Riekebach, Hellebach) errichtet.

Die Alte Eisenbahn liegt westlich von Willebadessen und ist heute ein Bodendenkmal. Nachdem man hier begonnen hatte, einen Eisenbahntunnel zu errichten, ging die Baufirma, die Köln–Minden–Thüringischen–Verbindungs–Eisenbahn–Gesellschaft (KMTVEG) in Konkurs und der Tunnel blieb unvollendet.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Willebadessen
Parks

Der Skulpturenpark ist mit sieben Hektar der größte Willebadessener Park. Er ist im Besitz der Stadt und öffentlich zugänglich. Im Bereich des einst hier befindlichen Benediktinerinnenklosters und im angrenzenden Kurpark wurden verschiedene moderne Skulpturen aufgestellt[16].

Der drei Hektar große Schlosspark Schweckhausen ist in Privatbesitz, aber öffentlich zugänglich. Der Schlossgarten ist noch deutlich erkennbar, aber recht verwahrlost[17].

Der Schlosspark Borlinghausen ist ein in Privatbesitz befindliches nicht öffentlich zugängliches Areal von ca. drei Hektar Größe. Der Landschaftsgarten ist gepflegt und bestimmt sich heute durch weite Rasenflächen und alten Baumbestand. Das historische Wegesystem ist größtenteils verändert. Hauptmerkmale sind ein großes rundes Wasserbecken mit Fontäne und eine historische Gartenskulptur, sowie eine mehrere hundert Meter lange Lindenallee[18].

Der Schlosspark Niesen ist ebenfalls in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Der Landschaftspark ist rund drei Hektar groß. Der überwiegende Teil des Parks wird heute forstwirtschaftlich genutzt, allerdings sind am Herrenhaus neben dem Bestand an alten Bäumen noch Teiche und Ausstattungen der ehemaligen Wasseranlagen erhalten[19].

Der Gutspark Helmern ist ein in Privatbesitz befindliches nicht öffentlich zugängliches Gelände von etwa zwei Hektar Größe. Dieser Landschaftspark wurde nordwestlich des Gutshauses vermutlich zur Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Der zum Teil verwilderte historische Landschaftspark ist in seinen Grundzügen noch durch den Bestand an alten Bäumen erkennbar. Im Norden begrenzt eine alte Mauer die Anlage. Während der größte Teil heute als Weideland genutzt wird, ist in unmittelbarer Umgebung des Gutshauses eine Wiederanlage der Gartenanlagen sichtbar. Eine Kastanienallee säumt den Richtung Süden verlaufenden Wirtschaftsweg[20].

Ferner beheimatet die Stadt ein Wildtiergehege am Eggegebirge.[21]

Naturdenkmäler
Tausendjährige Rieseneiche bei Borlinghausen
Mosaik eines Bläulings als Symbol des Schmetterlingspfades auf den Kalktriften

Auf dem Weg von Borlinghausen nach Helmern steht eine Tausendjährige Eiche. Einer Legende nach wurde sie von Karl dem Großen gepflanzt. Die Karlsschanze ist eine Wallburg in Willebadessen, die den frühen Bewohnern der Gegend als Zufluchtsstätte diente.

Am Ostrand des Eggegebirges in Borlinghausen befindet sich das Naturschutzgebiet Teutoniaklippen und Teutonia. Die schroffen Sandsteinfelsen und der Blockschutt werden von einem Buchenwald eingefasst. Das Gebiet erstreckt sich über 78 Hektar und ist als EG-Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Weitere Naturschutzgebiete in Willebadessen sind der „Hirschstein“, das „Quellgebiet Bockskopf“, der „Königsblick“, der „Kuhkamp“, das Schutzgebiet „Nethe“ und die „Kalktriften Willebadessen“. Die Gebiete haben eine Gesamtgröße von etwa 971 ha.

Sport

In der Stadt Willebadessen existieren zwölf allgemeine Sportvereine, die sich überwiegend dem Breitensport verschrieben haben. Fünf Tennisvereine ergänzen dieses Angebot. Außerdem gibt es Vereine die Wassergymnastik, Aquajogging, Schwimmsport Schießsport, Reitsport, Tanzsport oder Bewegungs-, Gesundheits- und Rehabilitationssport anbieten.

Es existieren zwei Großturnhallen sowie drei Sporthallen, die allesamt an Schulen angeschlossen sind. Darüber hinaus existiert die Sporthalle der TTG Ikenhausen.

Weiter gibt es fünf Tennisplätze und für die Wintersaison eine Tennishalle. Hinzu kommen sieben Sportplätze, sechs Bolzplätze und drei Kleinspielfelder.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich am Rosenmontag gibt es einen Karnevalsumzug.

Am Sonntag nach dem 15. Juni ist Vitusfest zu Ehren des Stadtpatrons.

Anfang Dezember ist in Willebadessen Weihnachtsmarkt.

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr

Willebadessen liegt an der Landesstraße 828 (Scherfede – Horn-Bad Meinberg) und an der Landesstraße 763 (Kleinenberg – B 252). An den Ortsteilen Peckelsheim und Niesen führt die B 252 (Ostwestfalenstraße) direkt vorbei. Der Bahnhof Willebadessen an der Bahnstrecke Hamm–Warburg (Kursbuchstrecke 430) wurde zum 12. Dezember 2003 nach elf Jahren ohne Zughalte reaktiviert. Von hier fahren Züge im 120-Minuten-Takt Richtung Warburg und Münster, Letztere durch den ebenfalls 2003 eröffneten Eggetunnel über Altenbeken und Paderborn. Mehrere Buslinien verbinden Willebadessen mit den umliegenden Ortschaften. Willebadessen gehört zum Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter (nph), der zum 1. August 2017 im Westfalentarif aufgegangen ist. Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Paderborn-Lippstadt in rund 44 km Entfernung. Der Europäische Fernwanderweg E1, der von Schweden nach Italien verläuft, führt direkt an Willebadessen vorbei.

Medien

Als Tageszeitungen erscheinen die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt, sie berichten an sechs Tagen pro Woche über lokale Ereignisse. Die Mantelausgabe beider Zeitungen wird von den jeweiligen Hauptredaktionen aus Bielefeld bezogen. Zudem erscheint vierteljährlich im Hochstift Paderborn die Zeitschrift Die Warte für die Kreise Paderborn und Höxter mit Beiträgen zur Regionalgeschichte, Literatur und Kunst.

Willebadessen gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR. Im Gebiet des Hochstifts Paderborn, zu dem auch Willebadessen gehört, gibt es seit 1991 den Radiosender Radio Hochstift, der insbesondere regionale Themen aufgreift und dessen Sendegebiet die Kreise Paderborn und Höxter sind.

Öffentliche Einrichtungen

Die Stadt Willebadessen verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr mit den Löschzügen Willebadessen und Peckelsheim. In den übrigen elf Stadtteilen sind Löschgruppen installiert. Zur Nachwuchsförderungen gibt es in vier Stadtteilen eine Jugendfeuerwehr.

Bildung

Die Stadt bietet mit Ausnahme von Gesamtschule und Gymnasium alle Schulformen an. Es gibt zwei Grundschulen und jeweils eine Schule der anderen verfügbaren Typen. Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Stadt mit 74 Lehrkräften insgesamt 1.097 Schüler unterrichtet, davon 38,3 % an den Grundschulen, 26,8 % an der Hauptschule und 30,3 % an der Realschule, sowie 5,6 % an der Förderschule[4].

Für die frühkindliche Bildung gibt es in Willebadessen vier Kindergärten. Träger sind die Stadt, die katholische Kirchengemeinde und zwei Elterninitiativen. Der Volkshochschulzweckverband Diemel-Egge-Weser hat seine Hauptgeschäftsstelle in Warburg und betreibt in Willebadessen und Peckelsheim Zweigstellen. Die Volkshochschule macht Kursangebote für die Erwachsenenbildung. Die Stadt unterhält darüber hinaus Büchereien in Peckelsheim und Willebadessen.

Eine benediktische Frauenkommunität unterhält das christliche Bildungswerk Die Hegge. Ferner existiert das Seminarzentrum velcrea in den ehemaligen Klostergebäuden.

Ansässige Unternehmen

Willebadessen zeichnet sich durch eine mittelständische Wirtschaftsstruktur aus. Großunternehmen sind nicht ansässig. Bedeutendster Erwerbszweig in absoluten Zahlen ist das Erziehungswesen, in dem 19,9 % der am Ort Beschäftigten tätig sind, dicht gefolgt vom Handel, in dem 18,1 % der am Ort Beschäftigten arbeiten. Die Beschäftigung in der Industrie liegt mit 11,3 % deutlich unter dem Durchschnitt (36,8 %) der Gemeinden gleichen Typs.

Auszeichnungen
Bundeswettbewerb

Willebadessen ist einer von drei Sieger im Bundeswettbewerb Bioenergie-Kommunen 2016 des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)[22].

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Fritz Lippert († 1972), Heimatautor, 1966 Ernennung zum Ehrenbürger von Borlinghausen
Söhne und Töchter der Stadt
August Gockel (1826–1861), Komponist und Pianist
Anton David (Jesuit) (1851–1931), Jesuit, Pädagoge, Rektor des Kollegs Stella Matutina
Elisabeth Maria Anna Benedicta von Spiegel Freiin Spiegel von und zu Peckelsheim auf Gut Helmern, OSB (1874–1950), Äbtissin der Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt
Literatur
Gerd Grasse, Thomas Thalmaier (Hrsg.): 950 Jahre Willebadessen. Eine Festschrift. Willebadessen 2015. 
Karl Hengst, Heinrich Müller (Hrsg.): Willebadessen gestern und heute. Bonifatius, Paderborn 1999, ISBN 3-89710-104-1. 
Gregor Schell, Heike Laufenburg (Illustrator): www.willebadessen.eu: 22 Jahre Bilder aus Willebadessen. Zwiebelzwerg Verlag, 2009, ISBN 978-3-86806-032-4. 
Heiner Grieb: Romanische Goldschmiedekunst nach Theophilus. Der Vitusschrein aus Willebadessen. Siegl’S Fachbuchhandlung, Paderborn 2004, ISBN 978-3-935643-24-5. 
Gregor Schell, Heike Laufenburg (Illustrator, Fotograf): Feen in Willebadessen: Bilderbuch-Dokumente. Zwiebelzwerg Verlag, 2006, ISBN 978-3-931123-85-7. 
St. Vituspfarrei Willebadessen (Hrsg.): Willebadessen 1207-1958. Selbstverlag, Willebadessen 1958 (82 Seiten). 
Karl Meisohle: August Gockel 1826-1861 aus Willebadessen Westfalen. Sein Leben, sein Wirken, sein Werk. 
Willi Sasse, Waldemar Becker: Das Kriegsende 1944/45 in Willebadessen. 2006. 
Weblinks
 Commons: Willebadessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Internetauftritt der Stadt
Wiki Willebadessen des Verkehrsvereins Willebadessen e.V.
Willebadessen im Kulturatlas Westfalen