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Geschichte
Namensgebung

Der heutige Ortsname Wolfenbüttel setzt sich aus dem Grundwort -büttel und dem Bestimmungswort Wolfen zusammen. Das Bestimmungswort vor -büttel ist nicht – wie anzunehmen – in Verbindung mit Wolf zu setzen, sondern es ist ein verschliffener Personenname und geht wahrscheinlich zurück auf einen sächsischen Siedler namens Wulferi bzw. Wulfheri, der sich an einer Furt an der Oker niedergelassen und die Siedlung Wulferis Buttle (Wulferebutele) gegründet haben soll. Das Suffix –büttel stammt von dem altniederdeutschen Wort bodal und bedeutet „Haus und Hof“ oder „Siedlung“.[8]

Die Verbreitung von Büttel-Orten ist auf den norddeutschen Raum begrenzt. Wolfenbüttel ist die südlichste von über 150 Büttel-Ortschaften. In der Gemeinde Busenwurth im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein existiert ein weiterer Ort mit dem Ortsnamen Wolfenbüttel.

Stadtgründung
Historisches Wappen der Stadt Wolfenbüttel
Der Stadtmarkt mit dem Reiterdenkmal von Herzog August

Die vermuteten Ursprünge Wolfenbüttels sind ungefähr im 10. Jahrhundert zu finden, als sich ein Siedler namens Wulferus (Wulferi) an einer Furt in den sumpfigen Okerauen niedergelassen haben soll. Diese Überquerungsmöglichkeit über die Oker zog die ersten Siedler an. An einer frequentierten Handels- und Heerstraße zwischen Rhein und Elbe gelegen, entstand dort die Siedlung Wulferisbuttle. Der Weg führte über das benachbarte Braunschweig, die Bistümer Halberstadt und Hildesheim nach Leipzig.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wolfenbüttel im Jahr 1118 als W[u]lferesbutle (auch Wulferisbutle genannt). Zu dieser Zeit baute Widekind von Wolfenbüttel die Siedlung zu einer Festung aus. Die Wasserburg sollte den Kaufleuten und Reisenden in unsicheren Zeiten Schutz bieten. Aus der Wasserburg Wolfenbüttel ging die heutige Stadt Wolfenbüttel hervor.

Entwicklung und Erweiterung der Stadt bis zum 18. Jahrhundert

Im Jahr 1283 wurde Wolfenbüttel unter dem Welfen-Herzog Heinrich dem Wunderlichen zu einer Residenzfestung ausgebaut und 1500 ummauert. Etwa ab 1430 war Wolfenbüttel zur ständigen Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg geworden[9], die 1542 durch die Truppen des Schmalkaldischen Bundes zerstört wurde. Nach diesem Einschnitt wurde unter der Regierung des Herzogs Julius die Dammtorfestung um die Residenz verstärkt und anschließend die Neue Heinrichstadt im Osten der Stadt großzügig geplant und errichtet. In diesem Zuge ließ Julius in der Heinrichstadt ein verzweigtes Grachtensystem durch den Niederländer Hans Vredeman de Vries anlegen, dessen Reste noch heute in Klein Venedig zu sehen sind.

Siehe auch: Oker in Wolfenbüttel

1567 entstand neben der Heinrich-Vorstadt die Julius-Vorstadt, das ehemalige Gotteslager (vom niederdeutschen goods für Güter, also Stapelplatz). Diese Vorstadt war als Händlersiedlung geplant, die – durch herzogliche Gnade gefördert – Braunschweig als Handelsplatz den Rang ablaufen sollte. Im Jahr 1570 erhielt Wolfenbüttel das Marktrecht,[10] 1572 gründete Julius die Herzogliche Bibliothek. Unter der Regierung des Herzogs August dem Jüngeren wurde 1652 im westlichen Anschluss der Dammtorfestung die Auguststadt als Handwerker- und Soldatensiedlung angelegt.

Bis 1753 blieb Wolfenbüttel Residenzstadt des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. Die bedeutendsten Herrscher mit Residenz in Wolfenbüttel waren die Herzöge Julius, Heinrich Julius und August der Jüngere, die von hier aus das Teilfürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel regierten.

Im frühen 17. Jahrhundert war der Komponist und Musikschriftsteller Michael Praetorius als herzoglicher Hofkapellmeister in Wolfenbüttel tätig. Im Sommer 1764, wahrscheinlich vom 12. bis 20. Juli, hielt sich der venezianische Schriftsteller und Abenteurer Giacomo Casanova (1725−1798) in der Herzog August Bibliothek auf, um Material für seine Iliade („Dell’ Iliade di Omero tradotta in ottava rima“) zu sammeln, deren erster Band im Jahr 1775 erschien.[11] In seinen Memoiren („Geschichte meines Lebens“) berichtet er später: „Ich kann diese acht Tage zu den glücklichsten meines Lebens zählen“.[12]

Als Bibliothekare der Herzog August Bibliothek wirkten Gottfried Wilhelm Leibniz (1690 bis 1716) und Gotthold Ephraim Lessing (1770 bis 1781), der hier das Drama Nathan der Weise verfasste. Die Stadt wird daher auch als Lessingstadt bezeichnet.

Wolfenbüttel ist eine typische Renaissance-Residenzstadt mit Schloss, Marienkirche, Johanniskirche, Trinitatiskirche, Zeughaus, Kanzlei und zahlreichen gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Reste eines umfangreichen Grachtensystems sind erhalten geblieben und heute unter dem Namen Klein Venedig bekannt.

Residenz, Festung und Garnison
Residenz und Festung der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg (1432–1753)
Schloss Wolfenbüttel als Merian-Stich 1654

Wolfenbüttel hat eine lange militärische Tradition als Garnisonsstadt, die sich in teilweise erhaltenen Verteidigungsanlagen im Stadtgebiet widerspiegelt. Die Garnisonsstadt Wolfenbüttel gilt als eine der ältesten und beständigsten Garnisonen im norddeutschen Raum.

Schon im 12. Jahrhundert existierte in Wolfenbüttel eine befestigte Burg, die 1191 von Heinrich dem Löwen zerstört wurde. Ein Wiederaufbau der Burg wurde im Jahre 1255 von Herzog Albrecht I. erneut zerstört. Diese Zerstörungen sind damit zu erklären, dass sich zu dieser Zeit Graf Gunzelin von Wolfenbüttel auf die Seite der Staufer schlug und damit eine unmittelbare Bedrohung für die Welfen darstellte. Nachdem die Welfen Wolfenbüttel endgültig übernommen hatten, bauten sie die Wasserburg, das spätere Schloss Wolfenbüttel, wieder auf. Von 1432 bis 1753 wurde Wolfenbüttel zur Residenz der Herzöge und zur Landesfestung des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel ausgebaut.

Im Jahr 1542 wurde Wolfenbüttel von Truppen des Schmalkaldischen Bundes erobert, und die Festungsmauern wurden geschleift. Während der fünfjährigen Besatzungszeit bis 1547 unter dem Statthalter Bernhard von Mila kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen und Zerstörungen durch die schmalkaldischen Truppen.

Ab 1570 wurde die zwischenzeitlich wieder aufgebaute Festung nach neu-italienischer Manier mit Bastionen und Kurtinen versehen. Herzog Heinrich Julius stellte 1589 zu seinem Schutz mehrere Kompanien mit berittenen und Fußsoldaten auf. Die Soldaten trugen einheitliche Uniformen.

Unmittelbar vor dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Befestigungen unter Herzog Heinrich Julius noch einmal verstärkt. Das Zeughaus und Reste der Festungswälle, Befestigungsgräben und der Bastionen sind heute noch im Stadtbild Zeugen dieser Zeit. Das Zeughaus wurde als Rüstkammer für den Landesausschuss gebaut und beherbergte auch dessen Geschütze. Der Schloßplatz zwischen Schloss und Zeughaus diente seit dem späten 17. Jahrhundert auch als Exerzierplatz für die herzoglichen Truppen (nach einem Stich Merians nach Konrad Bruno).

Durch Bestechung des amtierenden Kanzlers Johann Eberhard zu Eltz konnte der dänische König Christian IV. zu Beginn des Jahres 1626 mit seinen protestantischen Truppen in die Festung Wolfenbüttel einziehen. Damit wurde das Kriegsgeschehen im Dreißigjährigen Krieg auch in das Fürstentum verlagert. Unmittelbar nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge im August 1626 setzten kaiserliche Truppen unter dem Befehl von Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim den geschlagenen dänisch-niedersächsischen Truppen Christians IV. nach. Sie belagerten die Landesfestung Wolfenbüttel, die damals zu den am besten gesicherten Festungen Norddeutschlands gehörte. Da alle Angriffsmaßnahmen angesichts der verstärkten Festung versagten, ließ Pappenheim mit Hilfe von zu Zwangsdienst verpflichteten Bauern einen Damm errichten, der die Oker aufstaute. In der Festung stand 140 Tage das Wasser mehr als einen Mann hoch. Die Festungsbesatzung musste schließlich im Dezember 1627 aufgeben.

Pappenheim übertrug zunächst das Kommando über die Festungsstadt an Gottfried Huyn von Geleen. Spätestens ab 1634
löste der Obristen Lieutenant Johannes Ernst von Reuschenberg zu Setterich seinen Vorgesetzten ab und verteidigte bis 1643 Wolfenbüttel.[13] Zwei Belagerungen in den Jahren 1634 bis 1641 scheiterten am Kriegsgeschick von Reuschenbergs und seines Helfers Levin Zanner, genannt „Rittmeister Immernüchtern“.

Das heute als Schwedendamm bezeichnete Gebilde (als leichte Bodenwelle sichtbar) findet sich nördlich Wolfenbüttels bei Groß Stöckheim unmittelbar vor der Autobahn A 395. Die Kaiserlichen Truppen errichteten diesen Damm mit dem Ziel, die Stadt Wolfenbüttel zu fluten. Die Schweden setzten diesen Damm 1641 in Wolfenbüttel erneut ein, um so wiederum die kaiserliche Besatzung in Bedrängnis zu bringen, aber sie konnten die Festung nicht einnehmen. Heute erinnert die Straße „Am Schwedendamm“ im Nordwesten von Wolfenbüttel an diese Ereignisse. In der weiteren Umgebung ließen sich durch u. a. Luftbildarchäologie Schanzen aus dieser Zeit nachweisen.

Während des Siebenjährigen Krieges wurde Wolfenbüttel durch französische Truppen erneut belagert.

Reste der Befestigung können noch heute in Wolfenbüttel besichtigt werden, obwohl die Festung Wolfenbüttel ab 1798 geschleift wurde. Die Oker, die einst mittels Gräben um die Befestigungsanlagen geleitet wurde, war Teil des Befestigungssystems. Der heutige Stadtgraben, auch Ententeich genannt, ist nur ein kleiner Abschnitt der Wassergräben, die Wolfenbüttel umgeben haben.

Von den ehemals neun großen Bastionen, die die Festung sicherten, sind die Reste vierer dieser Befestigungswerke im Stadtbild anzutreffen. Unmittelbar am Stadtgraben findet sich die Bastion „Corneliusberg“. Die Straße „Am Rosenwall“ führt an den imposanten Erhebungen der ehemaligen Bastion „Joachimsberg“ vorbei, die die Mächtigkeit der Bastionen der Landesfestung erahnen lässt. Unter dieser Bastion befinden sich Kasematten, die allerdings nicht betreten werden können. Im „Seeliger-Park“ hinter dem Schloss liegen unter der heutigen „Seeliger-Villa“ die Reste der Bastion „Lindenberg“, deren Kasematten zu besichtigen sind (Anfragen an die Touristinformation Wolfenbüttel am Stadtmarkt). Direkt hinter Pavillonbauten des Gymnasiums im Schloss liegt ein Gewölbe, das ehemals zum rückwärtigen Teil einer Kurtine (Wallanlage) gehörte. Das Parkhotel am Kaffeehaus ist auf der Bastion „Karlsberg“ errichtet worden. Erst nach Voranmeldung zugänglich ist der Bereich des Philipsberges, der in der JVA Wolfenbüttel liegt.

Während eine Umwidmung und aktive Nutzung der Kasematten in heutiger Zeit nicht gelungen ist, gibt es zwei gelungene Umwidmungen alter Reithallen. Das Fachwerkgebäude zwischen dem imponierenden Proviantboden hinter dem Zeughaus und der Bibliothek ist als Jahnturnhalle bekannt und muss saniert werden. Drei Gebäude gehören wohl zu der sogenannten Schlosskaserne, die von der Herzoglichen Braunschweigischen Feldbatterie 1867 bezogen worden ist. Den großen Backsteinbau am Teichgarten nutzt nach gelungener Renovierung eine ortsansässige Tanzschule.

Zur Entwicklung des Postwesens in Wolfenbüttel siehe
Postroute Wolfenbüttel-Harzburg
Wolfenbüttel als Garnisonsstadt im 19. und 20. Jahrhundert

Im Rahmen der Neuordnung des preußischen Heeres nach der Schlacht bei Langensalza wurde die 4. Herzoglich Braunschweigische Feldbatterie am 5. Dezember 1867 nach Wolfenbüttel verlegt, und das Zeughaus wurde in den folgenden Jahren zur Kaserne.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1936 eine neue Kaserne am Waldrand im Nordosten von Wolfenbüttel errichtet. Sie diente als Garnison für das 36. Flak-Regiment und das „Fallschirm-Infanterie-Bataillon 1“ der Luftwaffe in Braunschweig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Britische Rheinarmee die Kaserne und benannte sie in „Northampton Barracks“ um. Wolfenbüttel lag unweit der innerdeutschen Demarkationslinie und an der Norddeutschen Tiefebene, der im Kalten Krieg große strategische Bedeutung zugemessen wurde. Kurz nach der Vereinigung Deutschlands verließen die Briten die Wolfenbütteler Kaserne. Seitdem wird das ehemalige Kasernengelände zivil genutzt. Das Gelände „Am Exer“ dient jetzt hauptsächlich als Fachhochschul-Campus für die Ostfalia – Hochschule für angewandte Wissenschaften. Auf dem Campus befinden sich die Fachbereiche Soziale Arbeit, Informatik und Versorgungstechnik, die FH-Bibliothek, zwei Studentenwohnheime, mehrere Fremdfirmen (u. a. handwerkliche Betriebe) sowie der WoBau Wolfenbüttel.

Zwischen Lindener Straße und Cranachstraße war die Gneisenau-Kaserne Standort des Heeres der deutschen Bundeswehr. Dort war vom 15. August 1956 bis zu seiner Auflösung am 30. September 1972 das Panzergrenadierbataillon 22 stationiert, danach das Beobachtungsbataillon 13 und die Instandsetzungsausbildungskompanie 5/1. Mit der Schließung der Kaserne im Jahr 1994 endete die über 400-jährige Garnisonsgeschichte der Stadt Wolfenbüttel. Heute sind auf dem Gelände der ehemaligen Gneisenau-Kaserne u. a. der Rettungsdienst des DRK, das Technische Hilfswerk und die Polizei untergebracht. Große Teile des ehemaligen Kasernengeländes werden zudem als städtischer Wohnraum genutzt.

Hexenprozesse

Zwischen 1590 und 1620 wurden 114 Personen wegen Zauberei aktenkundig: 97 Frauen und 17 Männer. In diesen dreißig Jahren wurden 50 Menschen verbrannt, drei enthauptet, vier ausgewiesen, eine Person war in der Haft gestorben. Der Frauenanteil in den Verfahren lag bei 90 %. Bei 50 Verfahren blieb der Ausgang offen.[14][15][16][17] Der Wolfenbütteler Gerichtssekretär und Referent für Kriminalsachen Friedrich Ortlep hielt 1602 schriftlich fest, dass seit seiner Amtseinführung im Jahre 1597 keine einzige Frau als „Zauberin“ in Wolfenbüttel verbrannt wurde.

In Wolfenbüttel starb Justus Oldekop am 20. Februar 1667, einer der bekanntesten Gegner der Hexenverfolgung.

Stadtsanierung in der Gegenwart
Nicht renoviertes Haus Am Ziegenmarkt

In Wolfenbüttel hat sich infolge der vergleichsweise geringen Kriegsschäden ein nahezu geschlossenes historisches Stadtbild erhalten. Um dieses Stadtbild zu erhalten und um zu verhindern, dass die Bewohner der historischen Innenstadt in Neubaugebiete im Umland abwandern, wurde in den 1970er Jahren ein umfangreiches Sanierungsprogramm aufgelegt. Das im Jahre 1978 festgelegte Sanierungsgebiet war damals eines der größten Stadtsanierungsgebiete Deutschlands. Die Stadt hat auf diese Weise seit 1974 den Hauseigentümern Zuschüsse mit der Maßgabe zur Verfügung gestellt, diese für eine denkmalgerechte Sanierung zu verwenden. Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen ist es gelungen, weite Teile der Altstadt (Heinrichstadt, Auguststadt, Juliusstadt) denkmalgerecht zu modernisieren; weit über 150 Einzelobjekte wurden hergerichtet. Ein besonders gelungenes Beispiel ist in diesem Zusammenhang die Sanierung der zahlreichen kleinen Fachwerkhäuser in der Krummen Straße. Die Stadtverwaltung hat die mit der Stadtsanierung eingeschlagene Linie nicht immer durchgehalten. Vornehmlich bei Bauwerken größerer Investoren hat die Stadtverwaltung wiederholt denkmalschützerische Belange hintangestellt. So wurde ein Kaufhausneubau am Schloßplatz/Großer Zimmerhof in den 1970er Jahren gegen den Widerstand eines erheblichen Teils der Bevölkerung genehmigt. Auch der wuchtige Neubau einer Bank am Kornmarkt, in unmittelbarer Nachbarschaft der Marienkirche, fügte dem geschlossen Stadtbild erheblichen Schaden zu. Dass die Stadtverwaltung auch heute noch den Denkmalschutz hintanzustellen bereit ist, zeigte der genehmigte Neubau eines großen Wohnblocks am Schloßplatz, dem ein denkmalgeschütztes (allerdings seit über 30 Jahren verfallendes) Gebäude weichen musste. Dass sich Neubau und Denkmalschutz durchaus vertragen können, beweisen zahlreiche Bauwerke, die sich – anders als die genannten Neubauten – in die historische Altstadt einfügen. Beispielhaft sei hier das Gebäude der Kreisvolkshochschule in der Harzstraße genannt.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Adersheim, Ahlum, Atzum, Fümmelse, Groß Stöckheim, Halchter, Leinde, Linden, Salzdahlum und Wendessen in die Kreisstadt Wolfenbüttel eingegliedert.[18]

Einwohnerentwicklung

Wolfenbüttel dient 52.269 Personen als Hauptwohnsitz und ungefähr weiteren 2000 als Zweitwohnsitz.
Bevölkerungsfortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik; amtliche Fortschreibung jeweils zum 31. Dezember.[19]

Einwohnerentwicklung von Wolfenbüttel von 1755 bis 2011

Jahr Einwohner
1755 9.212
1764 6.999
1776 5.631
1781 6.000
1885 13.453
1917 17.228
1939 24.813
1950 34.401
1961 38.060
1970 40.279
1974 53.064
1985 48.641
1987 50.711
1990 52.032
1992 53.226
1994 53.622
1996 53.602
Jahr Einwohner
1997 53.760
1998 53.968
1999 54.344
2000 54.680
2001 54.517
2002 54.643
2003 54.687
2004 54.730
2005 54.461
2006 54.124
2007 53.954
2008 53.797
2009 53.460
2010 53.353
2011a 53.427
2011b 51.581

1776: Verlegung des Hofes nach Braunschweig und Siebenjähriger Krieg
1974: Eingemeindung von zehn Ortschaften
1987: Volkszählung
2011a: amtliche Fortschreibung
2011b: Volkszählung/Zensus 2011

Religionen
Evangelisch-lutherische Kirche
Turm der Marienkirche BMV
Bischofsstadt

Landeskirchenamt und Kirchenregierung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig haben ihren Sitz in Wolfenbüttel. Der Landesbischof ist Vorsitzender sowohl des Landeskirchenamtes als auch der Kirchenregierung und hat seinen Amtssitz in der Bischofsstadt Wolfenbüttel. Die Braunschweigische Landeskirche hatte Anfang 2007 über 400.000 Gemeindemitglieder. Zur Landeskirche gehören 414 Kirchengemeinden, welche in 13 Unterbezirken, den Propsteien, zusammengefasst sind. Weiterhin unterhält die Landeskirche etwa 480 Kirchengebäude; Hauptkirche ist der Braunschweiger Dom St. Blasii, während die Wolfenbütteler Beatae Mariae Virginis früher als Sitz des Obersten Generalsuperintendenten die wichtigste Kirche des Herzogtums war.

Propstei Wolfenbüttel

Die Propstei Wolfenbüttel ist eine von 13 Propsteien der Braunschweigischen Landeskirche und ist umgeben von den Propsteien Braunschweig, Königslutter, Salzgitter-Lebenstedt, Goslar und Schöppenstedt, wobei Landkreis und Propstei Wolfenbüttel nicht deckungsgleich sind. Zur Propstei Wolfenbüttel gehören 28 Kirchengemeinden mit über 32.000 Gemeindemitgliedern (Stand 2008). In Wolfenbüttel befindet sich das Propsteibüro, der Amtssitz des Propstes.

Folgende Kirchen gehören der Propstei Wolfenbüttel in der Landeskirche Braunschweig an:

St.-Jacobi-Kirche (Adersheim)
Dorfkirche (Ahlum)
Dorfkirche (Atzum)
Gethsemanekirche (Fümmelse)
Apostelkirche (Groß Stöckheim)
Dorfkirche (Halchter)
Dorfkirche (Leinde)
St.-Brictius-Kirche (Linden)
Dorfkirche (Salzdahlum)
Dorfkirche (Wendessen)
Marienkirche (Wolfenbüttel)
Martin-Luther-Kirche (Wolfenbüttel)
St.-Johannis-Kirche (Wolfenbüttel-Auguststadt)
St.-Thomas-Kirche (Wolfenbüttel)
Trinitatiskirche (Wolfenbüttel)
Versöhnungskirche (Wolfenbüttel)

Trinitatiskirche

Trinitatiskirche, Innenansicht

Die Marienkirche (BMV)

Innenansicht

St.-Ansgar-Kirche
Katholische Kirche

Wolfenbüttel ist Sitz der katholischen Pfarrgemeinde St. Petrus. Zu ihr gehören auch die St.-Ansgar-Kirche in Wolfenbüttel sowie im Landkreis Wolfenbüttel die Kirchen St. Joseph in Schöppenstedt, St. Bernward in Börßum (inzwischen profaniert), Heilig Kreuz in Dorstadt und St. Peter und Paul in Heiningen.

Sonstige Kirchen

Eine Baptisten-Gemeinde, die Christus Gemeinde Wolfenbüttel, befindet sich seit etwa 1980 an der Leopoldstraße 14. Ursprünglich von der Gemeinde in Braunschweig-Heidberg aus gegründet, wurde die Gemeinde in Wolfenbüttel 1991 selbständig. Sie gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland.

Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Lessingstraße. Ihr Gebäude wurde 1916 errichtet und 1967 zur heutigen Form erweitert. Der neuapostolische Kirchenbezirk Wolfenbüttel, zur Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland gehörend, umfasst das Gebiet von Wolfenbüttel über Salzgitter-Bad bis hin nach Gittelde.

Jüdische Gemeinde

Die erste jüdische Gemeinde wurde von Marcus Gumpel Moses Fulda (1660–1733) gegründet. Dessen Enkel, die Gebrüder Herz und Philipp Samson hatten in der Folgezeit großen Einfluss auf das jüdische Leben in Wolfenbüttel und Braunschweig. Im Jahre 1786 gründete der Hofbankier Philip Samson aus dem 20.000 Reichstaler betragenden Stiftungskapital seines Vaters Samson Gumpel eine Talmud-Tora-Freischule.[20] In unmittelbarer Umgebung ließ er im Hinterhof seines Hauses in der Harzstraße 12 eine Synagoge einrichten. Samson war Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Wolfenbüttel. Der zweistöckige Fachwerkbau diente von 1781 bis 1893 als Synagoge und bot bis zu 80 Menschen Platz zum Beten.[21] Die zu klein gewordene Synagoge in der Harzstraße wurde von der 1893 neu errichteten Synagoge in der Lessingstraße abgelöst. Architekt der neuen Synagoge war Constantin Uhde. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge zerstört. Eine Wolfenbütteler jüdische Gemeinde gibt es seit dieser Zeit nicht mehr. Heute erinnert nur noch ein jüdischer Friedhof an die ehemalige jüdische Gemeinde.[22]

Politik

Stadtratswahl 2016[23]
Wahlbeteiligung: 56,63 (+5,30 %p)

 %403020100

32,35 %31,65 %13,51 %10,78 %5,91 %4,14 %1,47 %0,15 %n. k.

SPDCDUGrüneAfDFDPLinkePiratenDie Ge DehRRP
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2011
 %p 12 10   8   6   4   2   0  -2  -4  -6

-3,88 %p
-3,91 %p-4,54 %p+10,78 %p+2,92 %p+1,31 %p-1,99 %p+0,15 %p-0,84 %p
SPDCDUGrüneAfDFDPLinkePiratenDie Ge DehRRPVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen

Anmerkungen:h Die Gerechten Demokraten

Sitzverteilung im Stadtrat

       

Insgesamt 42 Sitze Linke: 2 SPD: 14 Grüne: 6 Piraten: 1 FDP: 2 CDU: 13 AfD: 4

Rat der Stadt

Der Rat der Stadt Wolfenbüttel besteht aus 42 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 50.001 und 75.000 Einwohnern.[24] Die 42 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit beginnt am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Thomas Pink (CDU).

Die letzten Kommunalwahlen am 11. September 2011 und am 11. September 2016 führten zu folgendem Ergebnis:

Partei Sitze (2016) Sitze (2011)
SPD 14 15
CDU 13 15
GRÜNE 6 8
AfD 4 0
FDP 2 1
LINKE 2 1
PIRATEN 1 2
Gesamt 42 42

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel ist seit 1. November 2006 Thomas Pink (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber mit 67,7 % der Stimmen wiedergewählt. Seine Gegenkandidatin Astrid Salle-Eltner (SPD) erhielt 32,3 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,3 %.[25] Pink trat seine zweite Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen, Flagge und Dienstsiegel

Im Jahr 1570 verlieh Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel seiner Residenzstadt, die damals noch Heinrichstadt hieß, das Marktrecht. Zugleich erhielt die neue Stadt ein eigenes Wappen. Die seit dem neunzehnten Jahrhundert überlieferten Stadtfarben sind von diesem Wappen abgeleitet.

Wappenbeschreibung
„In Blau eine wachsende rote Säule, auf der eine von einem silbernen Stern überhöhte Krone ruht; der Säulenschaft ist überlegt mit einem schwarz gesattelten und gezäumten, springenden silbernen Ross“.[26]

Den Wappenschild zierten Elemente der Helmzier des herzoglichen Wappens (siehe Sachsenross). Ältere Darstellungen zeigen statt eines silbernen einen goldenen Stern, was der Darstellung in der Helmzier der Herzöge entspricht.

Als Schildhalter dienen zwei Engel. Der heraldisch rechts stehende Engel trägt Gewänder in den Farben rot und gold, der links stehende Engel in schwarz und silber. Diese Farbkombinationen stammen aus den Wappen der Welfen und der Hohenzollern. Herzog Julius bezog sich damit auf das Wappen seiner Familie und das Wappen der Familie seiner Frau Hedwig von Brandenburg.[27]

Flaggenbeschreibung

Die Farben der Stadt sind „rot-weiß-blau“. Die Stadtflagge trägt zusätzlich das Wappen der Stadt.[26]

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Umschrift „Stadt Wolfenbüttel“.[26]

traditionelles Stadtwappen

stilisierte moderne Fassung

„rot-weiß-blau“, die Stadtfarben, vom Wappen abgeleitet

historische Siegelmarke mit dem von zwei Engeln gehaltenen Wappenschild

Städtepartnerschaften

Die Stadt Wolfenbüttel unterhält Städtepartnerschaften[28] mit

Frankreich Sèvres (Frankreich)  Entstanden auf Initiative des Deutsch-Französischen Jugendwerks, seit 1958
Vereinigte Staaten Kenosha (USA) Hervorgegangen aus dem US-Begegnungsprogramm von Präsident Eisenhower People to People, seit 1969
Rumänien Satu Mare (Rumänien) Umfangreiche Hilfsmaßnahmen von Stadt und Landkreis zugunsten der Hochwasseropfer in Siebenbürgen führten zu dieser Partnerschaft, seit 1970
Polen Kamienna Góra (Polen) Der Partnerschaft ging eine 50-jährige Patenschaft von Stadt und Landkreis Wolfenbüttel für die Vertriebenen aus Stadt und Kreis des ehemaligen Ortes Landeshut in Schlesien voraus, seit 2001

Nach jeder dieser Städte ist eine Wolfenbütteler Brücke benannt. In Sèvres gibt es eine „Rue de Wolfenbüttel“, in Kenosha den „Wolfenbüttel Park“.

Die Städtepartnerschaften sind geprägt durch gegenseitige Besuche von Schulklassen, Chören, Orchestern, anderen Gruppen und Privatpersonen.

Seit 1990 unterhält Wolfenbüttel eine Städtefreundschaft mit der Stadt Blankenburg (Harz) in Sachsen-Anhalt.
Seit den 1960er Jahren unterhält der Ortsteil Salzdahlum eine Partnerschaft mit der Kleinstadt Briouze in der Normandie (Frankreich). Zwischen dem Ortsteil Linden und dem Dorf Beltiug/Bildegg im Kreis Satu Mare existiert seit 2001 eine Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kultur- und Baudenkmäler
Kanzleigebäude, entworfen von Hans Vredeman de Vries

In Wolfenbüttel befindet sich das zweitgrößte noch erhaltene Schloss Niedersachsens, das Schloss Wolfenbüttel. Das aus einer Wasserburg hervorgegangene Schloss wurde mehrmals belagert, zerstört und wieder aufgebaut. Deswegen ist das Bauwerk auch von mehreren Epochen und Baumeistern geprägt. Am Schloßplatz, einem ehemaligen Exerzierplatz, befinden sich außerdem die Herzog August Bibliothek, das Lessinghaus, das Zeughaus und das Kleine Schloss, in dem sich früher die Ritterakademie Rudolph-Antoniana befand. Die Herzog August Bibliothek beherbergt unter anderem das Evangeliar Heinrichs des Löwen, das 1983 für 32,5 Millionen DM für die Bibliothek erworben wurde. Im 17. Jahrhundert galt die Bibliotheksrotunde „Bibliotheca Augusta“ nördlich der Alpen als die größte ihrer Art und wurde als achtes Weltwunder bezeichnet. Im heutigen Lessinghaus wohnte Gotthold Ephraim Lessing eine Zeitlang, der sich als Bibliothekar der Augusta verdient machte. Als Museum beherbergt es nun eine Dauerausstellung über das Leben und Wirken Lessings. Das Zeughaus diente in Residenzzeiten als Waffenarsenal und Kornspeicher. Heute wird es als Bibliothekserweiterung der Herzog August Bibliothek genutzt. Direkt neben dem Schloss steht das Kleine Schloss, welches früher eine Ritterakademie war und heute als Wohnhaus genutzt wird. Berühmte Schüler der Wolfenbütteler Ritterakademie waren z. B. der Baron von Münchhausen und Anton Wilhelm Amo.

In der Wolfenbütteler Innenstadt befinden sich die beiden protestantischen Kirchen Beatae Mariae Virginis (BMV), kurz Marienkirche, und die Trinitatiskirche. Die Marienkirche ist zugleich Wolfenbüttels Hauptkirche. Nahe der Marienkirche steht die barocke Trinitatiskirche, welche vor der Kirchennutzung als Stadttor diente. Als Klein Venedig bezeichnet man ein kleines Gebiet an der Oker. Dabei handelt es sich um die Überreste eines ausgedehnten Grachtensystems, welches die Stadt früher durchzog. Der niederländische Architekt Hans Vredeman de Vries schuf in Wolfenbüttel das Kanzleigebäude und nach holländischem Vorbild die Grachten. Im Kanzleigebäude befindet sich heute die Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Braunschweigischen Landesmuseums. Mit den direkt am Fluss gebauten Häusern entsteht ein gewisses „Venedig-Flair“ im Herzen der Stadt. Die gut erhaltenen alten Bauten Wolfenbüttels waren ein Grund dafür, dass die neuere Fassung der Feuerzangenbowle mit Nadja Tiller und Walter Giller in Wolfenbüttel gedreht wurde.

Schloss Wolfenbüttel

Herzog August Bibliothek von Süden

Lessinghaus von Süden

Wolfenbütteler Zeughaus

Marktplatz (Panorama)

Klein Venedig

Nachweis historischer Bebauung im Untergrund aus der Frühen Neuzeit
Zu Zeiten der Residenz wurde die Oker zu Verteidigungszwecken genutzt und in Festungsgräben um die Stadt geleitet. Außerdem wurde das Wasser in zahlreichen Gräben durch die Stadt geleitet und u. a. zum Betrieb von Mühlen und Sägewerken verwendet. Schleusen regulierten nicht nur den Wasserstand, sondern machten auch den Transport von Waren auf Schuten möglich. So ist man beim Neubau der Straße Schulwall mit dem Unterbau auf einen massiv gebauten Tunnel gestoßen, der wohl Teil dieses Wasserbaues war.
Die Bastion Lindenberg, heute bebaut von der Villa der Familie Seeliger. Bei Freilegung einer der Kasematten wurden mehrere tausend Kanonenkugeln aus dem Aushub geborgen, darunter auch mehrere Kugeln für eine Steinbüchse (Mörser). Sie gehören wohl zu jenen Kanonenkugeln, die um 1575 im Auftrag des Herzogs Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel) gegossen wurden. Im Jahr 2006 wurden rund 2000 Kugeln, darunter jene mit dem Monogramm des Herzogs (15 HI 75), gestohlen.
Weitere Institutionen
Gedenkstätte Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel
Staatsarchiv Wolfenbüttel, eine Abteilung des Niedersächsischen Landesarchivs
Niedersächsisches Wirtschaftsarchiv Braunschweig
Niedersächsisches Forstplanungsamt
die Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Braunschweigischen Landesmuseums
Unterhaltung

In Wolfenbüttel gibt es zwei Kinos. Der Filmpalast Wolfenbüttel ist schon älter und verfügt über drei Vorführsäle. Das neuere Großraumkino Cinestar hat dagegen sechs Säle, von denen einer mit 3D-Technik ausgestattet ist. Im Jahre 2011 hat der Filmpalast Wolfenbüttel ebenfalls auf 3D nachgerüstet.

Im Lessingtheater, zu dem kein festes Ensemble gehört, sind verschiedene Tourneetheater unregelmäßig zu Gast. Neben dem Laienensemble Kleine Bühne waren hier mit verschiedenen Theatergruppen häufig bekannte Schauspieler auf der Bühne zu sehen.[29]
Im Januar 2007 wurde das Theater aus Brandschutzgründen geschlossen. Die Renovierung begann am 4. Oktober 2010, im Mai 2013 wurde das Theater wieder eröffnet.[30]

Im Schloss befindet sich das Schlosstheater mit einem Foyer-Bereich, das hauptsächlich vom Gymnasium im Schloss als Aula genutzt wird.

Musik

Wolfenbüttel ist auch eine Stadt der Musik, was sich nicht nur auf das Wirken des Komponisten Michael Praetorius und Johann Rosenmüller in der Vergangenheit beschränkt. Seit 2009 ist die Stadt auch Sitz der Landesmusikakademie Niedersachsen. Auch der Arbeitskreis Musik in der Jugend, gegründet 1947 in Hamburg, ist seit 1978 in Wolfenbüttel ansässig und organisiert in regelmäßigen Abständen den Eurotreff, ein internationales Chortreffen mit Workshops und vielen Konzerten. Dieses trägt die offizielle Bezeichnung Eurotreff seit Gründung des Chorfestivals 1981, also bereits vor der Europäischen Währungsunion. Das Wolfenbütteler Kammerorchester (früher Instrumentalkreis) ist ein Streichorchester, das regelmäßig klassische Musik zur Aufführung bringt. Darüber hinaus ist Wolfenbüttel Sitz des Landesposaunenwartes, der für alle Posaunenchöre der Braunschweigischen Landeskirche verantwortlich ist. Das musikalische Leben wird auch durch die Bevölkerung geprägt, so gibt es zahlreiche Schulorchester, Chöre und Spielmannszüge sowie Blaskapellen.

Gärtnerei

Wolfenbüttel ist eine Stadt der Gärtner, was durch ein Gärtnerdenkmal, den Gärtnergesangverein, und ein geplantes Gärtnereimuseum unterstrichen wird. Die Konservenfabriken sind allerdings lange geschlossen, und die gärtnerischen Anbauflächen sind in den letzten Jahren durch Umwidmung zu Bauland deutlich zurückgegangen.

Veranstaltungsorte
Lindenhalle
In Wolfenbüttel gibt es zwei große Veranstaltungshallen, die 2005 renovierte Lindenhalle, benannt nach dem gleichnamigen Stadtteil Linden, sowie die KuBa-Halle.
Gästehaus der Bundesakademie für kulturelle Bildung, „Schünemann’sche Mühle“, eine Wassermühle seit 1630, Rosenwall[31], mit Gruppenräumen bis zu 120 Personen; regelmäßige Jahrestreffen mit dem Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ.
Sport
Luftsportverein im Stadtteil WF-Linden

In Wolfenbüttel gibt es die Sportvereine MTV Wolfenbüttel, Germania Wolfenbüttel, ESV Wolfenbüttel, KSC Wolfenbüttel und den Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921.

Wolfenbüttel ist zudem für eine lange Basketballtradition bekannt, aktuell spielen die Wolfenbüttel Wildcats (Damen) und die Herzöge Wolfenbüttel (Herren) in der 1. bzw. 2. Bundesliga. Als größte Erfolge der Herren gelten die deutschen Pokalsiege 1972 und 1982 sowie die Vizemeisterschaft 1976. Den Damen gelang im Jahr 2012 der Gewinn der deutschen Meisterschaft.

Mit der KG Braunschweig/Wolfenbüttel (hervorgegangen aus dem BAC Wolfenbüttel) hat die Stadt auch einen Box-Zweitligisten.

Seit Anfang 2005 gibt es in Wolfenbüttel auch eine American-Football-Mannschaft, die Wolfenbüttel Black Wolves.

Die TG (Turngemeinde) der Großen Schule Wolfenbüttel wurde 1828 gegründet und ist damit eine der ältesten noch bestehenden allein organisierten und sich selbst finanzierenden Turngemeinden der Republik.

Die Luftsportgemeinschaft Wolfenbüttel würde 1949 gegründet und befindet sich auf der Großen Wiese in Wolfenbüttel Linden. Sie hat rund 80 Mitglieder.

Der Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921 ist überregional durch Erfolge seiner Wasserballteams bekannt geworden. Die Männermannschaft wurde 1968 deutscher Titelträger bei den Wettbewerben für Vereine ohne Winterbad (VoW) und spielte 1979 kurzzeitig in der Bundesliga. Der Klub verfügt mit dem Freibad Fümmelsee über ein vereinseigenes Naturbad.

Wolfenbüttel besitzt mit dem DC Bulldogs auch einen Dartverein, der sich seit fünf Jahren in der Dart-Bundesliga hält.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wolfenbütteler Wirtschaft wird durch klein- und mittelständische Unternehmen geprägt. Größere Industriebetriebe gibt es in Wolfenbüttel nicht.

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Bedeutende aktive Unternehmen
Bankhaus Seeliger von 1794

Bankhaus C. L. Seeliger

Das Bankhaus C. L. Seeliger ist eine Privatbank mit Sitz und Stammhaus in Wolfenbüttel. Gegründet wurde es im Jahr 1794 als Handelsgeschäft.

Eder Maschinenbau GmbH

Die Eder Maschinenbau GmbH baut unter anderem Holzbearbeitungsgeräte (Spalt-, Schäl-, Schnitzgeräte), die in diesem Marktsegment europaweit bekannt sind.[32]

Ficosa International – Metallwarenfabrik Wilke GmbH & Co. KG

Ficosa Werk Wolfenbüttel. Zulieferer für Automobilindustrie

Die Metallwarenfabrik Wilke GmbH & Co. KG entwickelt und produziert Rückspiegel für Busse, Landmaschinen, LKW und Nutzfahrzeuge. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1925 in Börßum, vier Jahre später zog die Metallwarenfabrik Wilke nach Wolfenbüttel. Von Anfang an stellte Wilke Teile für Motorfahrzeuge her. Wilke gehörte zwischenzeitlich zum Hella-Konzern und seit 1999 zur spanischen Ficosa-Unternehmensgruppe, einem Zulieferer für die Automobilindustrie. Das Unternehmen ist einer der größten Spiegelhersteller für Busse und LKW. Außerdem verbauen alle weltweit tätigen Traktorenhersteller Rückspiegel von Wilke. Mit über 150 Mitarbeitern wurden 2008 35 Millionen Euro umgesetzt, was fast einer Verdoppelung des Umsatzes von 18 Millionen Euro aus dem Jahr 2002 entspricht.[33]

Karl Heinrich Möseler Verlag

Der Möseler Verlag ist ein Verlag für „klassische“ Musik. Das Programm umfasst weltliche und geistliche Chormusik, Kammermusik und Orchestermusik von der Renaissance bis in das 21. Jahrhundert.

Lehnkering – Logistics & Services

Lehnkering – Logistics & Services ist ein Logistik-Dienstleister für die Chemie- und Stahlbranche und betreibt einen Standort in Wolfenbüttel. Als Bayer CropScience im Jahr 2008 seinen Standort auflöste, übernahm Lehnkering Bürogebäude und einige Mitarbeiter.

Mast-Jägermeister

Jägermeister Hauptsitz Wolfenbüttel

Aus Wolfenbüttel kommt der weltbekannte Kräuterlikör Jägermeister. In der Wolfenbütteler Jägermeisterstraße befinden sich der Hauptsitz der Mast-Jägermeister SE mit Produktionsstätten und Verwaltungsgebäuden. Günter Mast, langjähriger Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied, führte in der Saison 1973/74 die Trikotwerbung bei Eintracht Braunschweig in der Bundesliga ein.

MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co.

Die Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co. (MKN) baut Küchenanlagen für Gastronomiebetriebe zu Land oder zu Wasser. Die Unternehmensgeschichte beginnt 1946 mit der Gründung einer kleinen Reparaturwerkstatt für Landmaschinen. Der Gründer Kurt Neubauer und drei weitere Mitarbeiter arbeiteten damals in dem Betrieb. Aus Kapazitätsgründen bezog das Unternehmen 1962 das neue Gelände an der Halberstädter Straße, vorher war der Produktionsstandort in Salzgitter. Heute beschäftigt MKN etwa 320 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von etwa 56 Millionen Euro (Geschäftsjahr 1. Juli 2007 bis 30. Juni 2008).[34]

Pan Acoustics GmbH

Die Pan Acoustics GmbH mit Sitz in Wolfenbüttel wurde 2002 von Udo Borgmann gegründet. Sie entwickelt Lautsprecher und digitale Tonübertragungslösungen für den gehobenen und den höchsten Anspruch, und zwar kabellos. Die Zeilenlautsprecher „Pan Beam“ sind beispielsweise in den Pariser Flughäfen, in der Warner Bros. Movie World in Bottrop sowie in einem königlichen Palast in Marokko und in der Moschee Touba in Senegal installiert.

Reliatech Receptor Ligand Technologies GmbH

Die Reliatech GmbH („Receptor Ligand Technologies GmbH“) ist ein biotechnisches Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Wolfenbüttel. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens ist auf die Herstellung von Reagenzien für die Forschung spezialisiert, mit Kunden aus Deutschland, Europa sowie Nordamerika und Asien.

Schmidt-Kupplung GmbH

Das Unternehmen Schmidt-Kupplung GmbH wurde 1965 von Richard Schmidt und Walter Haarmann in Wolfenbüttel gegründet. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens liegt in der Entwicklung und der internationalen Vermarktung von drehsteifen Ausgleichskupplungen für den Maschinenbau. Basisprodukt ist die 1966 patentierte und nach dem Erfinder Richard Schmidt benannte Schmidt-Kupplung. Dieses Kupplungssystem ist eine drehsteife und kurzbauende Kupplung für einen großen veränderlichen Radialversatz und findet Einsatz u. a. in Profilieranlagen, Beschichtungsanlagen und Walzenantrieben. Das aktuelle Produktprogramm umfasst torsionssteife Kupplungen für Drehgeber, Spindelhubgetriebe bis hin zu Montageautomaten, Druck- und Verpackungsmaschinen.[35]

Volksbank eG

Eine Vorläuferinstitution der Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter eG wurde 1902 gegründet. Die Genossenschaftsbank hatte zuletzt über 12.000 Mitglieder. 2016 erfolgte eine Fusion mit den Volksbanken Vechelde-Wendeburg und Helmstedt zur Volksbank eG mit Sitz in Wolfenbüttel.

Welger Maschinenfabrik GmbH

Die Welger Maschinenfabrik GmbH ist ein Hersteller von Verdichtungstechnik für den landwirtschaftlichen und den industriellen Sektor. Das Unternehmen stellt überwiegend Strohpressen und Pressen für Verpackungsmaterialien her. Die Anfänge dieses Familienunternehmens liegen im Jahr 1856 als der Vater Gottfried Welger in Seehausen in der Magdeburger Börde eine Schlosserei eröffnete. In den 1890ern entstand in Seehausen das erste Werk für Landmaschinen. Mit seinen beiden älteren Söhnen Carl und Emil führte er das Unternehmen, welches unter „Gebrüder Welger, Maschinenfabrik“ firmierte.[36]
Die Wolfenbütteler „Maschinenfabrik Gebrüder Welger“ wurde 1899 von den jüngeren Brüdern Franz und Gustav Welger gegründet. Die Gebrüder Welger hatten zum Ziel, die landwirtschaftliche Arbeit mit automatischen Strohpressen zu vereinfachen.

Bedeutende Unternehmen der Vergangenheit

ANT Nachrichtentechnik GmbH

In den Räumen der ehemaligen Kuba-Imperial wurden in Wolfenbüttel Rundfunkübertragungswagen bei der ANT Nachrichtentechnik GmbH (später Bosch) gebaut bzw. ausgestattet. Die ANT ist auch Namensgeber für die in Wolfenbüttel ansässige Relaisfunkstelle DB0ANT des Deutschen Amateur Radio Clubs e.V. Ortsverband Wolfenbüttel (H36), da dafür anfänglich Funkgeräte von ANT benutzt wurden.

Busch, Barnewitz & Co.

In der Konservenfabrik Busch, Barnewitz & Co. wurden Obst und Gemüse in Konservendosen abgefüllt. Obst und Gemüse stammten direkt von den Wolfenbütteler Gärtnern, welche im Stadtgebiet und im Umland ihre Äcker und Plantagen hatten. Die Familie Busch war eng verwandt mit dem Dichter Wilhelm Busch.

Eisvoigt Anlagen- und Gerätebau GmbH

Die Eisvoigt Anlagen- und Gerätebau GmbH war Hersteller von Kühlgeräten (unter anderem Verkaufskühltruhen).

Kuba-Imperial

KuBa-Halle

Gerhard Kubetschek gründete 1948 das „Kuba“-Werk für Tonmöbel. Darunter verstand man seinerzeit stilvoll gestaltete Fernseher, Musiktruhen und Radios, die als wertvolle Einrichtungsgegenstände betrachtet wurden. 1957 wurde die Continental – Rundfunk GmbH Teil des neuen Unternehmens Kuba-Imperial. Mitte der 1960er Jahre waren über 4000 Personen im Kuba-Imperial-Werk an der Lindener Straße beschäftigt. Das Unternehmen war zu der Zeit der drittgrößte Hersteller von Radios und Fernsehern und hatte einen Jahresumsatz von etwa 220 Millionen DM. Im Jahre 1966 verkaufte Kubetscheck das Unternehmen an den amerikanischen Elektronik-Konzern General Electric für 80 Millionen DM. Die ehemaligen Produktionsgebäude in der Lindener Straße existieren noch immer und werden von kleineren Betrieben und für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ein Museum erinnert an das Wirken von Kubetschek und die Geschichte seiner Firma.[37]

Maschinenfabrik H. Eberhardt GmbH

Das Unternehmen wurde 1860 von Heinrich Eberhardt als Armaturenfabrik gegründet. Nach einiger Zeit spezialisierte man sich auf Kalkbrenn- und Kalkmilchanlagen, insbesondere Kalköfen für die Chemie und Zuckerindustrie, die von Wolfenbüttel aus in alle Welt geliefert wurden. Um das Jahr 2000 wurde die Produktion an der Frankfurter Straße aufgegeben. Heute gibt es noch ein Konstruktionsbüro, welches immer noch weltweit tätig ist. Der Firmensitz von Eberhardt ist seit 2008 in Lemgo.

Rudolf Jäger Planen- und Zeltfabrik

Im Jahre 1885 gründete der Kaufmann Rudolf Jäger, genannt „der Wasserdichte“, geboren 1853 in Einbeck, in der Dr. Heinrich-Jasper-Str. Nr. 5–7 eine Manufaktur für Säcke, Pferdedecken und Bedarfsartikel für die Landwirtschaft. Im Ersten Weltkrieg kam dazu die Herstellung von Zelten für die Armee. In den 1930er Jahren wurde das Angebot erweitert, und die Herstellung von LKW-Planen kam dazu. In den Hochzeiten vor und während des Zweiten Weltkrieges hatte das Unternehmen zeitweise bis zu 200 Beschäftigte. Rudolf Jäger starb 1943. Seine Söhne Hans und Rudolf führten den Betrieb bis 1975 weiter. Nach dem Tod von Hans Jäger wurde die Fima an das Braunschweiger Unternehmen Karl Amme verpachtet.

Mühlenbauanstalt Luther & Peters

In Wolfenbüttel wurde die Oker nicht nur zu Verteidigungszwecken aufgestaut und verschlungen durch die Stadt geleitet, sondern es wurden auch mehrere Mühlen an der Oker platziert. 1852 wurde die Mühlenbauanstalt Luther & Peters in Wolfenbüttel gegründet, die später nach Braunschweig umzog und unter Hugo Luther weltweite Bedeutung erlangte.

Richard Schulz Seifenfabrik GmbH

Die GmbH wurde 1907 gegründet. Sie war angesiedelt in der Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 55 und betrieb die Herstellung und Vertrieb von Wasch- und Reinigungsmitteln, Leder- und Fußbodenpflegemitteln, kosmetischen Artikeln im Groß- und Kleinhandel. Geschäftsführer war Wilhelm Rode. Ab 1967 lag der Firmensitz in Lengerich/Westfalen.

Robert Bosch GmbH

Die Robert Bosch GmbH übernahm die ANT Nachrichtentechnik GmbH und stellte in Wolfenbüttel außerdem Telefone her.

Schering

Das Pharmaunternehmen Schering und seine Nachfolger unterhielten in Wolfenbüttel einen Standort für Forschung und Produktion. 1978 ereignete sich dort eine Explosion mit anschließendem Großbrand. Lange Zeit prägte der „Scheringturm“ – ein hoher und massiver Schornstein, welcher im Jahr 2007 abgetragen wurde – Wolfenbüttels Skyline. Im Jahr 2006 übernahm die Bayer AG Schering und zog sich 2008 aus Wolfenbüttel zurück. Der Transportlogistiker Lehnkering übernahm die Bürogebäude und einen Teil der Belegschaft. Ein Großteil der Fertigungsgebäude wurde abgerissen.

Signum-Hemden

Bis zur Verlagerung nach Braunschweig wurden in Wolfenbüttel Signum-Hemden produziert.

Tourismus

Für das Jahr 2007 konnte Wolfenbüttel seine Übernachtungszahlen gegenüber 84.601 im Jahre 1999 auf 120.244 steigern. Gesteigert werden konnten zum einen die Anzahl der Mehrtages-Pauschalgäste von 365 mit 730 Übernachtungen (1999) auf 813 mit 1358 Übernachtungen. Zum anderen erhöhte sich die Zahl der Tagespauschalgäste von 1447 im Jahre 2003 auf 4405 Gäste im Jahr 2007. Bemerkbar machten sich die gestiegenen Besucherzahlen auch in der Anzahl der Stadtführungen, hier ist ein Sprung von 9320 im Jahre 1999 auf 16.640 gebuchte Stadtführungen zu erkennen.[38]

Im Januar 2009 wurde die Stadt Wolfenbüttel vom Land Niedersachsen als staatlich anerkannter Ausflugsort ausgezeichnet. Der historische Stadtkern von 1750 mit Innenstadt, Auguststadt und Juliusstadt zieht jährlich bis zu 1,8 Millionen Touristen in die Stadt. Das Prädikat staatlich anerkannter Ausflugsort ermöglicht Wolfenbüttel, u. a. bis zu 8[39] verkaufsoffene Sonntage einzurichten.[40]

Verkehr
Der Bahnhof Wolfenbüttel

Individualverkehr
Wolfenbüttel ist mit vier Anschlussstellen der Bundesautobahn A 395 an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen. Außerdem verläuft die Bundesstraße B 79 durch Wolfenbüttel.
Über die B 248 und B 79 ist die Stadt an die A 39 angeschlossen.

Die B 4 führte ursprünglich durch Wolfenbüttel, wurde im Zuge des Baus der A 395 von Braunschweig nach Bad Harzburg in diesem Bereich aufgehoben bzw. hinabgestuft und in den betroffenen Straßenabschnitten im Okertal auf Landstraßenniveau zurückgebaut.

Bahn- und Busverkehr
Wolfenbüttel ist mit dem Bahnhof Wolfenbüttel, betrieblich ein Haltepunkt, an das Streckennetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Bereits 1838 erhielt die Stadt Bahnanschluss durch die Eröffnung der Bahnstrecke nach Braunschweig. Nach dem Bau der Strecken Wolfenbüttel–Oschersleben und Oschersleben–Magdeburg sowie der Köln-Mindener Bahn bildete ab 1847 die Strecke Wolfenbüttel–Braunschweig einen Teil der Ost-West-Achse Berlin–Hannover–Rheinland. Mit dem Bau der Berlin-Lehrter Bahn 1871 und der direkten Strecke Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg 1872 endete die Phase dieser erstklassigen Verkehrsanbindung Wolfenbüttels.

Der Haltepunkt liegt an den Bahnstrecken Braunschweig–Bad Harzburg und Braunschweig–Schöppenstedt. Bis zum Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2007 fuhren Züge auf letztgenannter Strecke bis Helmstedt durch. Alle Züge verkehren als Regionalbahnen. Das historische Empfangsgebäude dient seit einem Umbau, bei dem auch eines der ehemals drei Gleise entfernt wurde, nicht mehr dem Bahnbetrieb. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist der Braunschweiger Hauptbahnhof.

Seit 2013 sind Bergen, Berlin, Celle, Chemnitz, Dresden, Hamburg, Kiel, Rostock und Rostock-Warnemünde mit direkten Fernbusverbindungen von Wolfenbüttel aus erreichbar. Der Ein- und Ausstiegspunkt ist das Schmidt-Terminal.

In der Stadt selbst verkehren neun innerstädtische Buslinien, die seit 1992 von der KVG Braunschweig betrieben werden. Ergänzt wird der öffentliche Personennahverkehr durch diverse lokale Busunternehmen, die Linien in die umliegenden Gemeinden und Städte unterhalten. Auch nach Braunschweig und Salzgitter existieren direkte Busverbindungen.

Vom 28. Oktober 1897 bis zum 1. Juli 1954 bestand eine Straßenbahnanbindung Wolfenbüttels an Braunschweig. Nach der Aufhebung der Linie wurde die Strecke zurückgebaut und die Straßenbahn durch Busse ersetzt.

Flughäfen
In 80 km Entfernung liegt der internationale Flughafen Hannover. Mit dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg in Braunschweig befindet sich ein weiterer nationaler Flughafen in der Nähe.

Sonstiges
Mit dem europäischen Fernwanderweg E6 führt ein rund 5.200 km langer Wanderweg von Kilpisjärvi bis in die Dardanellen durch Wolfenbüttel.

Unterirdische Bauwerke
Der Scheringtunnel ist ein Verbindungstunnel für Fußgänger von der ehemaligen Bundesstraße B4 (ungefähr am Stadtbad) zum Firmengelände an der Halchterschen Straße, der nicht mehr zugänglich ist.
Etwa im Bereich des alten Güterbahnhofs gab es einen Schießtunnel einer Munitionsanstalt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Gesundheitswesen
Städtisches Klinikum

Das Städtische Klinikum Wolfenbüttel ist ein Akut-Krankenhaus und akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen. Das Klinikum hat eine Kapazität von 300 Betten; über 585 Mitarbeiter versorgen jährlich 11.700 stationäre und 7.300 ambulante Patienten.[41]

Seit 1983 ist der Rettungshubschrauber (RTH) Christoph 30 am Wolfenbütteler Klinikum stationiert.
Der RTH wird vom ADAC betrieben und im Rettungsdienst des DRK Wolfenbüttel eingesetzt. Die Besatzung des Christoph 30 setzt sich aus Notärzten des Wolfenbütteler Klinikums, Luftrettungsassistenten des DRK KV Wolfenbüttel und Piloten vom ADAC zusammen. Christoph 30 ist einer von fünf in Niedersachsen betriebenen Rettungshubschraubern. Das Einsatzgebiet des RTH erstreckt sich über einen Radius von 50 km rund um Wolfenbüttel. Einsatzbereit ist der RTH täglich von 7:00 Uhr bis zum Sonnenuntergang.[42]

Ebenso ist der DRK Kreisverband Wolfenbüttel für den bodengebundenen Rettungsdienst und den Krankentransport in der Stadt und im Landkreis verantwortlich und stellt dafür Fahrzeuge und Personal bereit. Neben der Hauptwache auf dem Gelände der ehemaligen Gneisenau-Kaserne in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße werden RTW-Stationen Am Exer, in Schöppenstedt und Heiningen unterhalten. Am Klinikum Wolfenbüttel ist ein Notarzteinsatzfahrzeug mit einem Rettungsassistenten stationiert. Den diensthabenden Notarzt stellt das Klinikum Wolfenbüttel.

Medien
Titelblatt der Erstausgabe der Aviso Relation oder Zeitung vom 15. Januar 1609
Titelblatt der Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, Ausgabe vom 13. November 1790

Am 15. Januar 1609 erschien in Wolfenbüttel die erste Ausgabe der Zeitung „Aviso, Relation oder Zeitung“ herausgegeben von Julius Adolph von Söhne. Der Aviso gilt als zweitälteste deutschsprachige Zeitung. Er sollte eine elitäre Zielgruppe mit Nachrichten aus großen Metropolen der damaligen Zeit unterhalten.[43]

Im Jahre 1786 begann der Pastor Hermann Braess aus Dettum die „Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, insonderheit für die Lieben Landleute alt und jung.“ herauszugeben. Die sogenannte Rothe Zeitung war eine lokale Zeitung und sprach als Leser die gemeine Bevölkerung, also eine breite Leserschaft, an. Durch Mitteilung nützlicher Kenntnisse und umfassende Berichterstattung, z. B. von der französischen Revolution, sollte die Aufklärung der Landleute betrieben werden. Dem allgemeinen Trend des Lesens folgend, wurde auch im aufgeklärten Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel Ende des 18. Jahrhunderts zunehmend gelesen. Die „Rothe Zeitung“ setzte auf nüchterne und sachliche Berichterstattung.

Die „Rothe Zeitung“ gilt als Vorläufer der „Wolfenbütteler Zeitung“, eine lokale Tageszeitung mit Wolfenbütteler Stadt- und Kreisnachrichten. Der Wechsel zum Wolfenbütteler Heckner Verlag im Jahre 1866 ermöglichte die Herausgabe als lokale Tageszeitung für Wolfenbüttel und den Kreis. Von 1937 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gab es einen Einschnitt; das Neueste aus dem Kreis erschien in der Braunschweiger Zeitung.[43] Am 25. November 1986 feierte die „Wolfenbütteler Zeitung“ ihr 200-jähriges Bestehen. 1993 ging die „Wolfenbütteler Zeitung“ im Braunschweiger Zeitungsverlag auf. Die „Braunschweiger Zeitung“ unterhält seitdem in Wolfenbüttel eine Geschäftsstelle und die Lokalredaktion „Wolfenbütteler Zeitung und Anzeiger“.

Mit dem werbefinanzierten „Wolfenbütteler Schaufenster“ erscheint zweimal wöchentlich ein auf das Stadtgebiet begrenztes Lokalblatt. Darüber hinaus gibt es auch die tägliche Online Zeitung „WolfenbüttelHeute“.

Bildung und Wissenschaft

Wolfenbüttel hatte als Wohnsitz der Herzöge früh Bedeutung als Stadt der Schulen und der Wissenschaft erlangt. Insbesondere die Forschungsbibliothek Herzog August Bibliothek ist bis heute ein Anziehungspunkt für Wissenschaftler aus aller Welt, hier haben Gotthold Ephraim Lessing und der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz als Bibliothekare gewirkt. Die Physiker Julius Elster und Hans Friedrich Geitel waren in Wolfenbüttel als Forscher und Lehrer tätig. Heute gibt es in Wolfenbüttel neben den allgemeinbildenden Schulen berufsbildende und fortbildende Einrichtungen bis hin zur Fachhochschule.

Allgemeinbildende Schulen

Wolfenbüttel verfügt über neun Grundschulen, von denen sich vier in den außenliegenden Stadtteilen Fümmelse, Groß Stöckheim, Halchter und Salzdahlum befinden. Die vier weiteren Einrichtungen Wilhelm-Busch-Grundschule (früher: Grundschule Cranachstraße), Grundschule am Geitelplatz, Grundschule Harztorwall und Grundschule Karlstraße sind auf das Stadtgebiet verteilt. Die Wilhelm-Raabe-Schule wird als kombinierte Grund- und Hauptschule geführt, während die Erich-Kästner-Schule eine reine Hauptschule ist. Weiterhin existieren noch zwei Realschulen im Stadtgebiet, die offene Ganztagsschule Leibniz-Realschule und die ehemalige UNESCO Projekt Schule Lessing-Realschule. Zu den zwei integrierten Gesamtschulen zählen seit 2010 die Integrierte Gesamtschule Wallstraße und seit 2012 die IGS Ravensbergerstraße. Die Wilhelm-Busch-Grundschule, die Erich-Kästner-Schule und die Leibniz-Realschule bilden den Schulkomplex an der Cranachstraße; die IGS Ravensbergerstraße und die UNESCO-Projekt-Schule Lessing-Realschule das Schulzentrum Ravenbergerstraße. Zusätzlich gibt es die Förderschulen Peter-Räuber-Schule (geistige Entwicklung) und die Schule am Teichgarten (Schwerpunkt Lernen).

Theodor-Heuss-Gymnasium

Die weiterführenden Schulen befinden sich ausschließlich im Stadtgebiet. 2004 fielen in Wolfenbüttel die Orientierungsstufen weg. Mit den gestiegenen Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen mussten neue Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. So wurden die Klassenräume der ehemaligen Orientierungsstufe Schule Wallstraße anfangs als Erweiterung für die drei Wolfenbütteler Gymnasien genutzt und seit 2010 als integrierte Gesamtschule. Das Schulgebäude an der Wallstraße beherbergte über die Jahre hinweg viele unterschiedliche Schulformen: 1885 als Erste Bürgerschule Wolfenbüttel eröffnet, bis 2004 mit einer Orientierungsstufe und Hauptschule zwei Schulformen und seit 2004 die unteren Jahrgänge der drei Gymnasien. Neben der seit 2010 im Aufbau befindlichen integrierten Gesamtschule Wallstraße werden noch vom bis 2014 Räumlichkeiten des Gymnasiums im Schloss genutzt. Die ehemalige Grund- und Hauptschule Karlstraße wurde zu einer Grundschule und der Hauptschulzweig wurde in das Schulzentrum Cranachstraße verlegt und in Erich-Kästner-Schule umbenannt.

Etwa 3300 Schüler besuchen eines der drei Wolfenbütteler Gymnasien. Mit über 1450 Schülern ist das Gymnasium im Schloss (GiS) die größte Einrichtung dieser Art in Wolfenbüttel. Das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) wird von ca. 950 Schülern besucht. Die Große Schule ist mit 900 Schülern das kleinste Gymnasium in Wolfenbüttel.[44]

Gymnasium im Schloss
Die Anfänge des Gymnasium im Schloss gehen zurück auf die 1866 gegründete Anna-Vorwerk Schule für Mädchen. Was mit einem kleinen Kindergarten in den ehemals herzoglichen Räumlichkeiten des Residenzschlosses anfing entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zu einer Mädchenschule und noch später zu einem Lehrerinnenseminar. Anna Vorwerk konnte mit ihren neugegründeten Bildungseinrichtungen für Mädchen und Lehrerinnen die Räume des Schloss Wolfenbüttel, nutzen, weil der gesamte Hofstaat über 100 Jahre zuvor nach Braunschweig verlegt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts verfügten die Schloßanstalten über einen Kindergarten, eine Schule für höhere Töchter, ein Internat für auswärtige Schülerinnen, ein Lehrerinnenseminar und sogar ein Feierabendhaus für pensionierte Lehrerinnen. Die anfangs privat geführten Bildungseinrichtungen waren zunehmend auf staatliche Unterstützung angewiesen und wurden im Laufe der Zeit in die Hände der Stadt Wolfenbüttel und des Braunschweiger Landes gegeben. 1923 erfolgte nun unter staatlicher Verantwortung die Umbenennung in Anna-Vorwerk-Oberschule. Seit 1969 ist das Gymnasium im Schloß, heute: Gymnasium im Schloss, eine Schule für Jungen und Mädchen.

Theodor-Heuss-Gymnasium
Das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) wurde 24. März 1884 als „höhere Bürgerschule“ gegründet. Die Schule hatte anfänglich 140 Schüler und neun Lehrer, mittlerweile werden hier ca. 950 Jungen und Mädchen von etwa 90 Lehrern unterrichtet. Das THG zog am 25. September 1962 vom Wolfenbütteler Schloss in die Karl-von-Hörstenstraße 7–9 um. Zugleich wurde die Schule nach Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, benannt. Das Schulgebäude gliedert sich in einen Neu- und einen Altbau, in denen sich 57 Klassenräume, zwei Physikräume, zwei Chemieräume, zwei Biologieräume, zwei Turnhallen, zwei Musikräume, eine Aula, eine Pausenhalle, ein Sprachlabor, eine Bücherei und ein großer Schulhof befinden.

Große Schule
Die Große Schule hat ihre Wurzeln im Jahr 1542 als Knabenschule für Christentum und alte Sprachen. Mit dem Einzug in ein neues Schulgebäude an der Marienkirche BMV wurde auch der Schwerpunkt der Lehre auf logisches Denken und Gotteserkenntnis gelegt. Über 100 Jahre später zog die Hochfürstliche Schule in Wolfenbüttel dann 1705 in die herzogliche Kommisse ein. Ihren heutigen Namen Große Schule erhielt sie im Jahre 1749, als sie in Herzogliche Große Schule umbenannt wurde. Ein weiterer Umzug erfolgte 1879, als der Schulneubau Am Rosenwall 12 bezogen wurde, welcher noch heute genutzt wird. Mit Julius Elster und Hans Friedrich Geitel, die seit etwa 1881 als Lehrer der Großen Schule angestellt waren, zählen zwei berühmte Physiker zum Lehrerkollegium. Der Schriftsteller und Altphilologe Wilhelm Brandes leitete die Große Schule von 1893 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1921.

Fachhochschule
Ostfalia Hochschule

Die heutige Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften umfasst am Standort Wolfenbüttel neben den typischen Ingenieursstudiengängen, wie Elektrotechnik, Maschinenbau und Versorgungstechnik auch Fachbereiche für Informatik, Recht und Sozialpädagogik. Am Standort Wolfsburg wird u. a. Fahrzeugtechnik angeboten und am Standort Salzgitter befindet sich zudem eine Fakultät für Verkehr, Sport, Tourismus und Medien. Im Sommersemester 2010 neu hinzugekommen ist der Standort Suderburg mit den Fakultäten „Bau-Wasser-Boden“ und „Handel und Soziale Arbeit“. Insgesamt zählt die Ostfalia mit vier Standorten, zwölf Fakultäten, 70 Studiengängen über 11.000 Studenten und über 800 Mitarbeiter (davon ca. 200 Professoren). Hervorgegangen ist der technische Bereich der Fachhochschule aus dem 1928 von Bernhard Harder gegründeten privaten Technikum Wolfenbüttel. Als private Bildungseinrichtung für Elektrotechnik und Maschinenbau hatte das Technikum am Rosenwall anfänglich nur zwei Lehrkräfte, Harder und Fritz Massig, und war dem Braunschweigischen Volksbildungsminister unterstellt. Der erste Jahrgang umfasste 48 Studenten. Ein Jahr später erhielt das Technikum von der Staatsregierung Braunschweig die Anerkennung als Höhere Technische Lehranstalt. Das fünfsemestrige Studium an der HTL Wolfenbüttel schloss mit einer staatlich anerkannten Prüfung ab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1947 erst wenige Lehrveranstaltungen durchgeführt, 1949 erfolgte ein Neubeginn als staatliche Ingenieurschule. Zu dieser Zeit war die Wolfenbütteler Ingenieurschule die einzige intakte ihrer Art in Niedersachsen. Mit der Einweihung des neuen Standortes an der Salzdahlumer Straße im Jahre 1955 verließ man das Gebäude Am Rosenwall 14, welches heute im Besitz des Gymnasiums Große Schule ist. Zur Zeit der großen Studentenproteste folgte 1968 die Umwandlung der staatlichen Ingenieurschule in eine staatliche Ingenieurakademie. In den Folgejahren und nach weiteren Protesten und Bildungsstreiks für mehr Demokratie im Bildungsbetrieb folgte 1971 die Zusammenlegung mit der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik der Stadt Braunschweig und im Rahmen der bundesweiten Einrichtung von Fachhochschulen 1972 die Umwandlung in eine staatliche Fachhochschule mit den Fachbereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Sozialwesen. Der Standort Wolfsburg wurde Ende der 1980er Jahre und der Standort Salzgitter wurde Anfang der 1990er Jahre eröffnet. 2009 erhielt die Fachhochschule den heutigen Namen Ostfalia. Nach der Verlegung der Braunschweiger Fakultät soziale Arbeit mit dem Studiengang Sozialpädagogik nach Wolfenbüttel im Jahr 2010 zählte der Standort über 4000 Studierende. Der größte Standort ist der Wolfenbütteler Campus mit über 5000 von insgesamt 11.680 Studierenden an allen Ostfalia-Standorten.[45]

Sonstige Bildungs- und Forschungseinrichtungen

In Wolfenbüttel befinden sich zwei berufsbildende Schulen: zum einen die öffentliche berufsbildende Carl-Gotthard-Langhans-Schule und zum anderen die private berufsbildende Oskar-Kämmer-Schule. Die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel ist eine Fortbildungseinrichtung für Menschen, die an allen möglichen Stellen des Kulturbetriebes und besonders in der Kulturvermittlung arbeiten. Sie veranstaltet regelmäßig Workshops, Seminare und Tagungen. An der Justizvollzugsschule werden Justizvollzugsbeamte des Landes Niedersachsens ausgebildet.

An der Herzog August Bibliothek (HAB) wird Forschung zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit betrieben und gefördert, unter anderem durch Stipendien. Neben den vor Ort zu besichtigen Werken können auch digitalisierte Bücher, Zeichnungen und Kupferstiche in Onlinedatenbanken wie dem Virtuellen Kupferstichkabinett über das Internet eingesehen werden. In den Räumlichkeiten der HAB befindet sich die Lessing-Akademie. Sie dient als gemeinnütziger Verein in erster Linie der Erforschung von Werk und Leben Lessings und seiner Zeit, der Aufklärungsepoche.

Seit 2009 ist auch die Landesmusikakademie Niedersachsen in der Stadt, am Rande des Seeliger-Parks, angesiedelt. Die Peter-Räuber-Schule ist eine 1976 gegründete Förderschule.

Ehemalige Ausbildungsstätten

Wolfenbüttel war in der Vergangenheit Sitz eines Lehrerseminars, eines Predigerseminars, der Ritterakademie Rudolph-Antoniana und der Bundesfachschule für das Konditorenhandwerk. Von 1786 bis 1928 bestand mit der Samson-Schule eine überregional bedeutende jüdische Freischule.

Personen
Ehrenbürger der Stadt
Bibliothekar und Literaturwissenschaftler Paul Raabe, 1991
Schriftsteller, Lyriker und Essayist Kurt Meyer-Rotermund, 1959
Söhne und Töchter der Stadt

In Wolfenbüttel geboren wurden:

1489: Heinrich II. Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel
1528: Julius Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel
1683: Elisabeth Sophie Marie von Schleswig-Holstein-Norburg, durch Heirat Fürstin von Braunschweig-Wolfenbüttel
1685: Adolph Friedrich Graf von der Schulenburg-Beetzendorf, Reichsgraf, Generalleutnant im preußischen Heer und Vertrauter von König Friedrich Wilhelm I. von Preußen
1696: August Querfurt, Genre-, Pferde-, Jagd- und Schlachtenmaler.
1715: Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, Gemahlin des Friedrich II. Königin in Preußen
1720: Georg Ludwig von Hardenberg, evangelischer Domdechant und Hymnologe
1724: Johann Julius Walbaum, Mediziner, Naturforscher
1728: Urban Brückmann, Arzt, Mineraloge und naturwissenschaftlicher Schriftsteller
1729: Georg Samuel Madihn, Jurist und Hochschullehrer
1737: Johann Gottfried Schwanberger, Hofkapellmeister, Klaviervirtuose und Komponist
1738: Herz Samson, herzoglich-braunschweigischer Hofbankier und Kammeragent
1739: Anna Amalie von Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzogin und Komponistin
1743: Philipp Samson, Hofbankier, Mitbegründer und Namensgeber der Samson-Schule
1746: Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel, Tochter von Herzog Karl I. (Braunschweig)
1747: Karl Wilhelm Jerusalem, Jurist, Urbild für die literarische Figur des Werther in Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“
1752: Konrad Heusinger, Pädagoge und Philologe
1755: Carl Ferdinand Bosse, Hofgärtner
1757: Karoline Ludecus, Schriftstellerin
1774: Carl Brandan Mollweide, Mathematiker und Astronom
1774: Friederike von Reden, Mutter des Hirschberger Tales
1800: Johann Wilhelm Österreich, Jurist und Politiker
1810: August Ludwig von Rochau, Publizist und Politiker
1813: Theodor Engelbrecht, Arzt und Pomologe
1816: Theodore Eisfeld, Komponist, Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker
1831: Ernst von Unger, General der Kavallerie
1834: Karl Schrader (Politiker, 1834), Jurist, Reichstagsabgeordneter
1851: Victor Ehrenberg, Rechtswissenschaftler
1857: Richard Ehrenberg, Nationalökonom
1866: Erich Rosendahl, Heimatforscher, Journalist und Autor
1868: Hans Ferdinand Gerhard, Journalist, Theaterkritiker, Schriftsteller, Archivar und Heimatforscher
1871: Albert Südekum, Journalist und Politiker
1872: Karl Steinacker, Kunsthistoriker und Museumsdirektor
1872: Paul Eyferth, von 1917 bis 1933 Bürgermeister der Stadt
1875: Karl Friedrich August Bergwitz, Physiker
1884: Wilhelm Blume, Pädagoge
1884: Kurt Meyer-Rotermund, Schriftsteller, Lyriker und Essayist
1890: Georg Scholz, Maler
1890: August Fink, Kunsthistoriker und Museumsdirektor
1893: Henry Pinkepank, Politiker (SPD)
1899: Robert Brandes, NSDAP–Funktionär, 1944/45 Oberbürgermeister von Köln
1927: Friedrich Flohr, Mathematik-Professor
1938: Mechthild Wiswe, Historikerin, Volkskundlerin und Autorin
1943: Maina-Miriam Munsky, Malerin
1946: Jörg Beiderbeck, Schiffsbauingenieur
1950: Sigrid Engeler, Übersetzerin
1950: Rainer Westermann, Rektor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
1951: Klaus-Peter Bachmann, Politiker (SPD), seit 2013 Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags
1956: Tine Schneider, Jazzpianistin
1957: Lutz Erich Niemann, General der Bundeswehr
1960: Jürgen Lossau, Fernsehproduzent, Buchautor und Journalist
1961: Kristian Köchy, Professor für Philosophie
1961: Anna Susanne Jahn, Malerin
1961: Gunnar Kunz, Schriftsteller und Illustrator
1962: Dagmar Freist, Historikerin
1963: Thorsten Stelzner, Lyriker, Satiriker, Verleger und Galerist
1964: Hans-Jörg Meyer, Sportschütze
1966: Kai Nürnberger, Basketballnationalspieler
1968: Andreas Weiß, Filmemacher
1970: Sybille Hein, Kinderbuchautorin, Illustratorin und Designerin
1972: Ina Dietz, deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin
1972: Normen Odenthal, Fernsehmoderator („heute nacht“)
1975: Tim Frühling, Radio- und Fernsehmoderator
1977: Stefan Schempershauwe, Fußballschiedsrichter
1985: Anike Hage, Comiczeichnerin
1987: Arnd Peiffer, Biathlet
1991: Lars Kokemüller, Schauspieler und Regisseur
Mit Wolfenbüttel verbundene Personen
Mihai Albu (1938–2017), Basketballspieler und -trainer
Anton Wilhelm Amo (* um 1703 in Nkubeam bei Axim, heute Ghana; † nach 1753 vermutlich im heutigen Ghana), Philosoph und Rechtswissenschaftler
August Carl Eduard Baldamus (* 18. April 1812 in Giersleben; † 30. Oktober 1893 in Wolfenbüttel), evangelischer Theologe, Lehrer und Ornithologe
Emil Berliner (* 20. Mai 1851 in Hannover; † 3. August 1929 in Washington, D.C.), Erfinder der Schallplatte
Gottlieb Bertrand (* 23. März 1775 in Braunschweig; † 15. Juli 1813 in Osterwieck), Schriftsteller
Conrad Buno (* 1613 in Hessisch-Frankenberg; † 22. Mai 1671 in Wolfenbüttel), Maler und Kupferstecher, erster Buchhändler der Stadt und Stadtkämmerer[46]
Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl, † 9. Januar 1908 in Mechtshausen), Dichter und Zeichner
Dominicus Dreuer (* ? in Goslar; † vor 1568 in Lüneburg ?), Hofbediensteter bei Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel und braunschweigischer Landeshistoriker.
Julius Johann Philipp Ludwig Elster (* 24. Dezember 1854 in Blankenburg, † 6. April 1920 in Bad Harzburg), Gymnasiallehrer und Physiker
Johann Eberhard zu Eltz (1594–1655), Kanzler im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel (1626/27) und in Diensten Wallensteins Kanzler im Herzogtum Mecklenburg (1628-34)
Paul Francke (* 1537 in Weimar, † 10. November 1610 in Wolfenbüttel), herzoglicher Baumeister
Hans Friedrich Geitel (* 16. Juli 1855 in Braunschweig, † 15. August 1923 in Wolfenbüttel), Gymnasiallehrer und Physiker
Ludwig von Gemmingen-Hornberg (* 1694 † 1771), Oberappellationsrat und Vizepräsident in Celle, außerordentlicher Minister von König Georg II. von Großbritannien
Johann Christian Giermann (* 7. November 1936 in Lübeck), Flottillenadmiral a. D.
Martin Gosky (* 1586 in Gardelegen (?); † 17. Juni 1656 in Wolfenbüttel), Mediziner und Dichter der Barockzeit
Carl Heinrich Graun (* 1704 in Wahrenbrück; † 8. August 1759 in Berlin), Komponist und Tenor
Johann Friedrich Ludwig Günther (* 15. März 1773 in Gandersheim; † 17. Oktober 1854 in Wolfenbüttel) Rechtswissenschaftler, Richter und Hochschullehrer sowie Politiker
Gunzelin von Wolfenbüttel (* um 1170; † 2. Februar 1255), Truchsess unter Otto IV. und Friedrich II., Reichslegat in der Toskana und Feldherr
Otto von Heinemann (* 7. März 1824 in Helmstedt; † 7. Juni 1904 in Wolfenbüttel), Bibliothekar und Historiker. Von 1868 bis 1904 leitete er die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
Isaak Markus Jost (* 22. Februar 1793 in Bernburg/Saale; † 20. November 1860 in Frankfurt am Main), Historiker
Erhart Kästner (* 13. März 1904 in Schweinfurt; † 3. Februar 1974 in Staufen im Breisgau), Schriftsteller, Bibliothekar in Wolfenbüttel von 1950 bis 1968
Heinrich Andreas Koch (* wohl im Mai, Taufe am 2. Juni 1707 in Helmstedt; † 27. August 1766 in Wolfenbüttel), Jurist und Landeshistoriker
Ludwig Köpp (* 28. August 1800 in Salzgitter-Watenstedt; † 6. Oktober 1890 in Wolfenbüttel), Politiker im Herzogtum Braunschweig und Mitglied der Braunschweigischen Landesversammlung
Hermann Korb (* 1656 in Niese; † 23. Dezember 1735 in Wolfenbüttel), herzoglicher Baumeister
Gerhard Kubetschek (* 6. Dezember 1909 in Breslau; † 4. März 1976 in Wolfenbüttel), Gründer der Tonmöbelfabrik Kuba-Imperial
Bernhard Lambrecht (1897–1971), Konditor und Autor, Verfasser mehrere Lehr- und Fachbücher über das Konditorhandwerk und Gründungsdirektor der Bundesfachschule für das Konditorenhandwerk
Gotthold Ephraim Lessing (* 22. Januar 1729 in Kamenz; † 15. Februar 1781 in Braunschweig), Dichter, ab 1770 Bibliothekar in Wolfenbüttel
Johann Balthasar Lauterbach, Mathematiker und Architekt
Gottfried Wilhelm Leibniz, Universal-Wissenschaftler, Bibliothekar an der HAB
Günter Mast, Unternehmer und ehemaliges Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied der Mast-Jägermeister SE
Bernhard von Mila (* 1498 (?), † 1561 in Herbsleben), schwedischer Admiral, sächsischer Oberst und Landvogt, von 1542 bis 1547 Statthalter der Residenz Wolfenbüttel
Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen, Adliger, auch bekannt als Baron Münchhausen
Rudolf August Nolte (* 8. Januar 1703 in Schöningen; † 14. September 1752 in Wolfenbüttel), Jurist und Lokalhistoriker
Justus Oldekop (* 1597 in Hildesheim; † 20. Februar 1667 in Wolfenbüttel), Jurist, Ratsherr und Rechtsanwalt
Georg Österreich, Komponist
Albert Rudolf Plücker (* 24. April 1864 in Mönchengladbach; † 13. Juni 1945 in Wolfenbüttel), Sanitätsrat, Ehrenmitglied der Ärzteschaft von Stadt und Kreis Wolfenbüttel, zuletzt Leitender Chefarzt des evangelischen Krankenhauses zu Wolfenbüttel
Michael Praetorius (* 15. Februar 1571 in Creuzburg, † 15. Februar 1621 in Wolfenbüttel), Komponist und Hofkapellmeister
Wilhelm Raabe (* 8. September 1831 in Eschershausen † 15. November 1910 in Braunschweig), Schriftsteller
Johannes Reiske (* 25. Mai 1641 in Gera; † 20. Februar 1701 in Wolfenbüttel), Pädagoge und Historiker
Johann von Reuschenberg (* 1603; † 31. März 1660 in Köln); von 1634 bis 1643 Kommandant der Festung Wolfenbüttel, später bayerischer sowie kaiserlicher Feldmarschall
Johann Rosenmüller (* 1619 in Oelsnitz (Vogtland), † 10. September 1684 in Wolfenbüttel), Komponist
Christian August Salig (1692–1738), Gelehrter und in der Leitung des Gymnasiums zu Wolfenbüttel
Karl Schaper, deutscher Maler, Bildhauer, Grafiker und Konzeptkünstler
Werner Scholem, deutscher Politiker
Justus Georg Schottelius, Dichter und Sprachgelehrter der Barockzeit
Georg Caspar Schürmann, Hofkapellmeister, Komponist und Sänger
Georg Stölting (1836–1901), Schul- und Seminardirektor in Wolfenbüttel und Rektor in der Bürgerschule von Calvörde
Julius Adolph von Söhne, Drucker und Herausgeber der zweitältesten deutschsprachigen Zeitung, der Aviso, Relation oder Zeitung
Friedrich Karl von Strombeck, Rechtsgelehrter
Johann Theile, Komponist und Hofkapellmeister
Ernst Christian Trapp (1745–1818), Pädagoge und erster deutscher Inhaber eines Lehrstuhls für Pädagogik
Christian Friedrich Weichmann (* 24. August 1698 in Harburg; † 4. August 1770 in Wolfenbüttel), Jurist, Publizist und Dichter
Widekind von Wolfenbüttel, Erbauer der Wasserburg Wolfenbüttel und Begründer der Linie von Wolfenbüttel
Levin Zanner (genannt „Rittmeister Immernüchtern“ oder „Nimmernüchtern“, * ?; † 7. Oktober 1641 in Hildesheim), deutscher Freireuter (Freischärler, Freikorpsführer) im Dreißigjährigen Krieg, unterstützte von 1634 bis 1641 mit seiner Reitertruppe den Kommandanten der Festung Wolfenbüttel Johann von Reuschenberg
Leopold Zunz, deutscher Religionswissenschaftler
Literatur

Allgemeine Literatur zur Stadtgeschichte

Karl Bege: Chronik der Stadt Wolfenbüttel und ihrer Vorstädte; Wolfenbüttel (1839) (Digitalisat)
Jochen Bepler: Kleine Wolfenbütteler Stadtgeschichte. Pustet, Regensburg 2011. ISBN 978-3-7917-2328-0.
Horst-Rüdiger Jarck, Gerhard Schildt (Hrsg.): Die Braunschweigische Landesgeschichte. Jahrtausendrückblick einer Region. 2. Auflage. Appelhans Verlag, Braunschweig 2001, ISBN 3-930292-28-9. 
Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7. 
Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 19. und 20. Jahrhundert. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8. 
Oskar Karpa: Wolfenbüttel (Deutsche Lande – Deutsche Kunst); 2. Auflage, München/Berlin (1965)
Wolfgang Kelsch, Wolfgang Lange: Schatzkammer Wolfenbüttel; 2. Auflage, Wolfenbüttel 1983 DNB
Jörg Leuschner, Karl Heinrich Kaufhold, Claudia Märtl (Hrsg.): Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Braunschweigischen Landes vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Band 1: Mittelalter, Band 2: Frühneuzeit, Band 3: Neuzeit; Georg Olms Verlag, Hildesheim (2008) ISBN 978-3-487-13599-1
Paul Jonas Meier: Die Kunstdenkmale der Stadt Wolfenbüttel. Osnabrück 1978 DNB (Neudruck der Ausgabe von 1904)

Literatur zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit (Geschichte der Residenz und Festung Wolfenbüttel)

Martin Fimpel: Erst Großbaustelle und dann eine andere Stadt. Der lange Abschied von der Festung Wolfenbüttel, in: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte Bd. 94, 2013, S. 161–192.
Hans Henning Grote: Schloss Wolfenbüttel, Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg. Appelhans Verlag, Braunschweig 2005
Ulrich Schwarz (Hrsg.): Auf dem Weg zur herzoglichen Residenz. Wolfenbüttel im Mittelalter. Appelhans Verlag, Braunschweig 2003
Friederich Thöne: Geist und Glanz einer alten Residenz. F. Bruckmann, München 1963

Literatur zur Stadtgeschichte vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik

Marlies Buchholz: Wolfenbüttel 1871 bis 1914. Aus der Geschichte einer Kleinstadt im Kaiserreich; Beiträge zur Geschichte der Stadt Wolfenbüttel, Band 4, Wolfenbüttel 1992 DNB
Christina Wötzel: Die Geschichte der Stadt Wolfenbüttel 1914 bis 1933; Beiträge zur Geschichte der Stadt Wolfenbüttel, Band 8, Wolfenbüttel 1995 DNB

Literatur zur Stadtgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus

Stadt Wolfenbüttel (Hrsg.): Wolfenbüttel unter dem Hakenkreuz. Fünf Vorträge von Reinhard Försterling, Dietrich Kuessner, Hans-Ulrich Ludewig, Wilfried Knauer, Dieter Lent; Heckner-Print-Service-GmbH, Wolfenbüttel 2000 GBV

Schriftenreihe Spurensuche, herausgegeben von der Aktionsgemeinschaft Altstadt Wolfenbüttel e. V.

Dieter Kertscher: Wolfenbüttel in alten Karten; Heft 1 (2002)
Dietmar Dolle u. a.: Wolfenbüttel auf alten Ansichtskarten; Heft 2 (2003)
Dieter Kertscher u. a.: Festungsbaukunst in Wolfenbüttel; Heft 3 (2004)
Rüdiger Hagen u. a.: Mühlenbau in und um Wolfenbüttel; Heft 4 (2005)

Braunschweiger Zeitung „Spezial“

Residenzstadt Wolfenbüttel – Ein Streifzug durch die Geschichte; Nr. 9 (2004)
Junges Leben in alten Häusern – 25 Jahre Stadtsanierung in Wolfenbüttel; Nr. 9 (2005)
Andere Medien

Karten

Ludwig Güßfeld und Homann Erben: Die Fürstenthümer Grubenhagen, Calenberg, Wolfenbüttel und Blankenburg 1786, Historische Karte, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1786/2002, ISBN 3-936030-51-0

Video

Peter Moers: Bilderbuch Deutschland – Wolfenbüttel; Dokumentation (NDR 1996)
Jürgen Lossau: Sechs Damen vom Grill (Wo Würstchen zur Nebensache werden); Dokumentation (NDR 2006) [1]
Helmut Käutner: Die Feuerzangenbowle; Kinofilm (1970) [2]
Christian Görlitz: Die Geisel; Fernsehfilm (2003) [3]
Sebastian Grobler: Der ganz große Traum; Kinofilm (2011) [4]

Audio

Michael Praetorius: Es ist ein Ros’ entsprungen; Evangelisches Gesangbuch (EG 30), Weihnachts Messe (1609)
Otto Waalkes: Der Würger von Wolfenbüttel; Otto (1973)
Weblinks
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 Wiktionary: Wolfenbüttel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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