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Geschichte
Bis zum 18. Jahrhundert

Wolfratshausen fand seine erste Erwähnung als „Wolueradeshusun“ in einer Urkunde des Königs Heinrich II. vom 30. Juni 1003, am Hofe von Regensburg in Zusammenhang mit der Abgrenzung eines Jagdgebietes. Die Wolfratshauser Burg wurde im Jahr 1116 von den Grafen von Wolfratshausen, einer Seitenlinie der Dießen-Andechser Grafen errichtet. Im Jahre 1280 wurde Wolfratshausen erstmals als Markt bezeichnet. Ab dem 12. Jahrhundert legten Flöße von Wolfratshausen Richtung München ab. Es wurden hauptsächlich Baumaterialien transportiert. Seit dem 13. Jahrhundert ist Wolfratshausen Sitz eines Landgerichts.

Im Jahre 1632 – während des Dreißigjährigen Kriegs – brachen die Schweden in Wolfratshausen ein, steckten viele Gebäude (u. a. die Kirche) in Brand und töteten zahlreiche Bewohner. 1634 brachten spanische Soldaten die Pest nach Wolfratshausen, durch die wieder zahlreiche Einwohner starben. Am 7. April 1734 zerstörte die Explosion von mehr als 17 Tonnen Pulver nach einem Blitzeinschlag in den Pulverturm die Burg. Die Steine der Ruine wurden zum Bau der Münchner Residenz und vieler Wolfratshauser Häuser verwendet.

19. Jahrhundert

Die Floßfahrt erreichte 1848 ihren Höhepunkt mit jährlich ca. 5800 Flößen. 1853 erlebte Wolfratshausen das größte Hochwasser seiner Geschichte. Der TSV Wolfratshausen, der älteste Sportverein im Altlandkreis, wurde 1864 gegründet, die Freiwillige Feuerwehr Wolfratshausen im Jahr 1865. 1870/71 fielen fünf Wolfratshauser im Deutsch-Französischen Krieg. 1874 brannte der Obermarkt. Zahlreiche Gebäude zwischen dem „Peterbäck“ und dem Gasthaus zur Post wurden ein Raub der Flammen. Am 27. Juli 1891 nahm die Isartalbahn ihren Betrieb auf und beförderte Personen und Fracht von und nach München. 1894 hielt die Elektrizität durch den Umbau der alten Kastenmühle in ein Wasserkraftwerk Einzug.

20. Jahrhundert

1901 wurde die Pupplinger Au unter Naturschutz gestellt. 1902 bekam Wolfratshausen sein Bezirksamt (alte Bezeichnung für Landratsamt) wieder zurück, nachdem es ab 1862 von München aus verwaltet worden war. 1911 begann der Ausbau der Staatsstraße am Wolfratshauser Berg. Ein Erdbeben mittlerer Stärke verursachte Schäden. Während des 1914 ausgebrochenen Ersten Weltkrieges verloren 85 Wolfratshauser ihr Leben an der Front. Aufgrund der zunehmenden Motorisierung und der damit einhergehenden Steigerung des Verkehrs beschloss der Gemeinderat, ab 1. Januar 1920 auf den Pflasterzoll zu verzichten. Der Loisachkanal wurde 1924 fertiggestellt. 1928 war die Zeit des Hochwassers endlich vorbei. Die Loisach wurde begradigt und die neue obere Loisachbrücke wurde dem Verkehr übergeben.

1933 übernahmen die Nationalsozialisten das Wolfratshauser Rathaus. Immerhin konnte bis zu den Novemberpogromen 1938 eine rein jüdische hauswirtschaftliche Frauenfachschule in einer Gründerzeitvilla weiter existieren. Dann mussten aber die Schülerinnen binnen zweier Stunden den Ort verlassen, die Schule wurde geräumt und nach dem Krieg abgerissen. 1937 wurde im Staatsforst Wolfratshausen mit dem Bau einer Sprengstofffabrik und den Unterkünften für deren deutsche Arbeiter und ausländische Zwangsarbeiter begonnen. Nach dem Krieg entstand aus einem dieser Lager, dem ehemaligen Lager Föhrenwald, ein Lager für sogenannte „displaced persons“, 1957 dann der Ortsteil Waldram. Auf dem weitläufigen Gelände im Staatsforst entstand im Laufe der Jahre die Stadt Geretsried (Gerolzried). Bis auf die Sprengung der oberen Loisachbrücke im Jahr 1945 blieb Wolfratshausen in beiden Weltkriegen von schwerwiegenden Schäden verschont. Der Markt wurde den Amerikanern kampflos übergeben. Leider verloren jedoch 160 Wolfratshauser ihr Leben während des Zweiten Weltkrieges. Kurz vor Kriegsende wurden KZ-Häftlinge durch Wolfratshausen getrieben. An den Elendszug erinnern noch heute viele Denkmäler entlang der Wegstrecke.

Am 25. Januar 1946 wurde bei der ersten Kommunalwahl demokratisch eine Gemeindeverwaltung gewählt. 1961 wurde der bisherige Markt zur Stadt erhoben. 1962 entstand der Neubau der Grund- und Hauptschule Waldram. Das neue Kreiskrankenhaus wurde 1966 eingeweiht. Am 1. Juli 1972 entstand im Zuge der Gebietsreform aus den früheren Landkreisen Bad Tölz und Wolfratshausen der neue Landkreis Bad Tölz, der am 1. Mai 1973 in Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen umbenannt wurde. Im Jahr 1972 fuhr die S-Bahn erstmals bis in die Loisachstadt. Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Weidach eingegliedert.[4]

Das Kulturzentrum Loisachhalle wurde 1980 eingeweiht. 20 Jahre später wurde sie wegen Baumängeln und nicht mehr ausreichendem Brandschutz geschlossen. Der damalige bayerische Innenminister Edmund Stoiber setzte 1989 den Grundstein für die neue, 142 Meter lange und ca. 4,3 Millionen Euro teure, Marienbrücke. Ein großer Finanzskandal erschütterte 1994 Wolfratshausen. Beamte der Oberfinanzdirektion und Staatsanwaltschaft durchsuchten nach einer anonymen Anzeige das Finanzamt Wolfratshausen. Vier Beamte wurden in Haft genommen.

21. Jahrhundert

Am 11. Januar 2002 trafen sich Edmund Stoiber und Angela Merkel zum „Wolfratshauser Frühstück“, bei dem die sogenannte K-Frage entschieden wurde. 2003 feierte Wolfratshausen sein 1000-jähriges Bestehen. Im August 2005 wurde der Markt zur Einbahnstraße. Nach langwierigen Finanzierungsverhandlungen wurde die Loisachhalle modernisiert und im Juli 2009 wieder in Betrieb genommen.

Religionen

44,5 % der Bevölkerung von Wolfratshausen sind römisch-katholisch und 16,8 % evangelisch (Stand lt. Wolfratshausen aktuell, Ausgabe 1/2015, Stichtag 31. Dezember 2014).

Demografie

Am 31. Dezember 2014 lebten 19.659 Personen in Wolfratshausen, davon 18.520 mit dem Hauptwohnsitz. Bei den Altersgruppen stellen die 19 bis 65-jährigen den größten Anteil (62,3 %) und die 15 bis 18-jährigen den kleinsten Anteil (16,1 %). Der Ausländeranteil lag bei 14,88 %.

Geburten

2009: 170
2010: 171
2011: 158
2012: 174
2013: 208
2014: 230

Todesfälle

2009: 263
2010: 286
2011: 310
2012: 302
2013: 288
2014: 296

(Quelle: Wolfratshausen aktuell, Ausgabe 1/2015)[5]

Politik
Stadtrat

Stadtratswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 53,38 %

 %403020100

33,6 %32,5 %22,5 %11,5 %

BVWCSUSPDGrüneVorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

Folgende Fraktionen bilden den Stadtrat (2014)[7]:

BVW: 8 Stadträte
CSU: 8 Stadträte
SPD: 5 Stadträte
GRÜNE: 3 Stadträte
Bürgermeister seit dem 1. Mai 2014
Bürgermeister: Klaus Heilinglechner BVW
Bürgermeister: Fritz Schnaller SPD
Bürgermeister: Helmuth Holzheu CSU
Wahlen

Bei den Landtagswahlen am 21. September 2003 lag die Wahlbeteiligung bei 65,6 %. Die meisten Stimmen erhielt dabei die CSU (64,6 %).

Bei den Europawahlen ist die Wahlbeteiligung, ähnlich wie im Bundesdurchschnitt, deutlich geringer: Bei der Wahl am 13. Juni 2004 lag sie bei 44,1 %. Stärkste Partei wurde auch hier die CSU mit 57,5 %.

Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 gaben 9.787 Wolfratshauser ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 76,16 % entspricht. Stärkste Partei war die CSU mit 50,95 %.

Die Wahlbeteiligung bei der letzten Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 lag bei 53,46 %[8] (2008 = 60,85 %). Bei der am 30. März 2014 durchgeführten Stichwahl sank diese auf 49,02 %. Hier ging der Vertreter der Bürgervereinigung-Wolfratshausen, Klaus Heilinglechner, mit 55,90 % als Sieger hervor.[9]

Haushalt

Schuldenentwicklung in EUR (seit 2009):

2009: 16.113.743 (pro Kopf 0907)
2010: 18.876.336 (pro Kopf 1054)
2011: 18.153.582 (pro Kopf 1012)
2012: 17.347.347 (pro Kopf 0966)
2013: 16.568.447 (pro Kopf 0923)
2014: 15.184.123 (pro Kopf 0860)
Wappen

Blasonierung: „In Silber ein steigender, rot bewehrter und rotgezungter schwarzer Wolf.“

Der Wolf im Wappen der Stadt ist ungefähr seit Anfang des 15. Jahrhunderts das Wappentier Wolfratshausens.
Im Laufe der Jahrhunderte soll er aber auch hin und wieder als Fuchs dargestellt worden sein. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich vom Namen „Wolfrat“ ab. Anfangs lautete der Name Wolveradeshusun.

Wirtschaft

Größter Arbeitgeber in Wolfratshausen ist die EagleBurgmann Germany GmbH & Co. KG mit mehr als 5000 Mitarbeitern, mehr als 1000 davon in den Werken Wolfratshausen und Eurasburg. Sie wurde von Feodor Burgmann 1884 in Dresden unter dem Namen „Feodor Burgmann Handelsgesellschaft in technischen Artikeln“ gegründet. 1951 wurde der Unternehmenssitz nach Wolfratshausen verlagert. Die Säule des Geschäfts bildet die Herstellung und der Vertrieb von Gleitringdichtungen. Seit März 2004 ist Burgmann eine von zehn operativ selbstständigen Geschäftsgruppen von Freudenberg und bildet zusammen mit Eagle Industry, Japan, eine weltweite Allianz (EagleBurgmann) für Dichtungstechnik.

Wolfratshausen ist Unternehmenssitz des Chemieunternehmens TUNAP.

In Wolfratshausen war zudem ein Möbelhaus des Handelsunternehmens Möbel Mahler mit beinahe 40.000 m² Verkaufsfläche ansässig.[10]

Partner-, Freund- und Patenschaften[11]
Städtepartnerschaften

Folgende Städtepartnerschaften existieren:

seit 1970 Frankreich Barbezieux
seit 1987 Japan Iruma
Städtefreundschaften

Folgende Städtefreundschaften existieren:

seit 2009 Ukraine Brody
seit 2011 Italien Manzano
Patenschaften

Folgende Patenschaften existieren:

seit 1961 Deutschland Bad Tölz. Zur Stadterhebung hat die Stadt Bad Tölz für die damals junge Stadt Wolfratshausen eine Patenschaft übernommen.
seit 2003 Deutschland A52 Oste Flottendienstboot
Kultur, Sehenswürdigkeiten und Freizeit
Baudenkmäler
Pfarrkirche St. Andreas (erbaut 1484, 1626 nach einem Brand erneuert)

Wolfratshausener Marienbrunnen mit dem Kirchturm von St. Andreas im Hintergrund

Mittelschiff der Kirche mit Blick zur Apsis mit dem Hochaltar

linkes Seitenschiff von St. Andreas

rechtes Seitenschiff von St. Andreas

Rathaus, erbaut 1805
Der Humplbräu (1619 erstmals urkundlich erwähnt)
Altstadt (seit August 2005 verkehrsberuhigter Einbahnstraßenverkehr)
Das Schwankl-Eck
Loisachhalle
Buckhaus
Beim Oberfärber
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Wolfratshausen
Museen
Heimatmuseum (zur 1000-Jahr-Feier im Jahr 2003 erweitert und renoviert)
Freizeit und Ausflugsziele
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenIn Wolfratshausen beginnen viele der beliebten Isar Floßfahrten nach München, im Bild noch auf der Loisach. In der Saison vom 1. Mai bis Mitte August legen die Flöße täglich ab.
Freizeitpark Märchenwald im Isartal (eröffnet 1968). Viele Attraktionen warten hier auf Jung und Alt, zum Beispiel die „Oachkatzl“-Achterbahn.
Isar-Floßfahrten (Beginn der Floßfahrten und morgendlicher Zusammenbau der Flöße).
Burg Wolfratshausen: Auch wenn nur mehr ein Gedenkstein und einige Tuffsteinreste an die Burg erinnern, kann man doch die Ausmaße erahnen. 1734 wurde die Burg durch eine von einem Blitzschlag ausgelöste Explosion des Pulverturms zerstört.
Eine Wanderung durch den Bergwald eröffnet malerische Blicke auf das gesamte Stadtgebiet und die Gipfel des Karwendel- und Wettersteingebirges vom Wendelstein im Osten bis zur Zugspitze im Süden.
Radtouren oder Inlineskaten durch das Naturschutzgebiet Isarauen/Pupplinger Au.
Der japanische Garten Yuko Nihon Teien, ein Geschenk der japanischen Partnerstadt Iruma.
Radtour zum Starnberger See (Entfernung etwa zwölf Kilometer)
Die Via Bavarica Tyrolensis, ein 225 km langer Radweg von München durch die Tiroler Gebirgswelt ins Inntal, führt durch die Pupplinger Au.
Skifahren, besonders für Kinder, an den Liften in Peretshofen und Beuerberg. Die großen Skigebiete können innerhalb von ein bis zwei Stunden erreicht werden.
Langläufer finden ca. 200 km Loipen in der Umgebung.
Schulen und Bildungseinrichtungen
Spätberufenenseminar St. Matthias mit Gymnasium und Kolleg: Eine Schule des Zweiten Bildungsweges zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur)
Grund- und Mittelschule Wolfratshausen
Grundschule Weidach
Grund- und Mittelschule Waldram
Staatliche Realschule Wolfratshausen
Staatliche Berufsschule Bad Tölz-Wolfratshausen
Volkshochschule Wolfratshausen e.V.
Stadtbücherei Hammerschmiedweg
Stadtbücherei Kardinal-Wendel-Straße
Städtische Musikschule
Freie Schule Wolfratshausen (auf Grundlage der Waldorfpädagogik)
Medical Rescue College GmbH (Berufsfachschule für Rettungsassistenten)
1926–1938 wurde eine wirtschaftliche Frauenschule (später Landwirtschaftliche Frauenschule) der Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes. in München in Wolfratshausen betrieben.[12]
Vereine
Klecks, Schule der Phantasie e. V.:[13] Bei dem im Jahre 1999 gegründeten Verein handelt es sich um eine der größten freien Kunstschulen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Bayern. Aufgabe der Kunstschule ist es, die künstlerische Persönlichkeitsentwicklung über den Weg der kreativen Selbsterfahrung und Sensibilisierung der Wahrnehmung zu fördern. In Bayern gibt es vergleichbare Einrichtungen seit 1980, als Rudolf Seitz von der Münchner Kunstakademie zusammen mit Kunststudenten die erste Schule der Phantasie an Münchner Grundschulen gründete. In Bayern gibt es nur noch wenige freie Kunstschulen, da die arbeitsintensive ehrenamtliche Vereinstätigkeit und sinkende öffentliche Förderung diese besondere Form einer Kunstschule kaum noch zulässt. Viele der ehemaligen Kunstschulen haben ihre Tätigkeit eingestellt oder sind in öffentlichen Einrichtungen übergegangen.
BCF Wolfratshausen e. V., Bayernliga Süd – 2014/15 – 7. Platz
TSV Wolfratshausen v. 1864 e. V.
Bürger für Bürger, Nachbarschaftshilfe Wolfratshausen e. V.
Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen e. V.
Burgverein Wolfratshausen e. V. (widmet sich der Pflege des Andenkens an die Burg Wolfratshausen)[14]
Freiwillige Feuerwehr Wolfratshausen e. V.
1. FC Weidach e. V.
Freiwillige Feuerwehr Weidach e. V.
Burschenverein Weidach e. V.
Gebirgstrachtenerhaltungsverein D’Loisachtaler Wolfratshausen e. V.
Stadtkapelle Wolfratshausen e. V. ([15]) und Jugendkapelle: konzertante und bayerisch-böhmische Blasmusik
Sonstiges
Jugendhaus „La Vida“
Isar-Loisach-Stadion
Verkehr
Empfangsgebäude des Bahnhofs Wolfratshausen
Busbahnhof am Wolfratshauser Bahnhof

Die Bundesstraße 11 führt durch Wolfratshausen und belastet insbesondere die Altstadt mit einem hohen Verkehrsaufkommen. Zur Entzerrung des Verkehrs und Unterstützung des Altstadt-Einzelhandels darf die Altstadt seit dem 13. August 2005, im Zuge einer einjährigen Testphase, nur mehr in Richtung Süden befahren werden. Der Nordverkehr wird über die Bahnhofstraße umgeleitet.

Die Bundesautobahn 95 (München–Garmisch-Partenkirchen) führt nahe an der Stadt vorbei; Wolfratshausen hat zudem einen Autobahnanschluss. München ist somit in ca. 20 Minuten zu erreichen. Die Bundesautobahn 8 (München–Salzburg) ist über Sauerlach in ca. 20 Minuten erreichbar.

Der Bahnhof Wolfratshausen ist Endstation der Linie S7 der S-Bahn München, die einen Abschnitt der früheren Isartalbahn, die von München nach Bichl führte, benutzt. Der Münchner Hauptbahnhof wird in ca. 40 Minuten erreicht, der Flughafen München in ca. 90 Minuten. Der Bahnhof wird außerdem für den Güterverkehr verwendet, insbesondere von der Firma Tyczka, einem in Geretsried ansässigen Unternehmen für Flüssiggasherstellung und Energieversorgung. Der Wolfratshauser Bahnhof stellt auch einen zentralen Busbahnhof für das Umland dar. Neben Buslinien des Regionalverkehr Oberbayern, die Anbindungen zu den einzelnen Ortsteilen und umliegenden Gemeinden herstellen, verkehren von hier auch Stadtbuslinien. Am Bahnhof stehen Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung.

Die S7 soll nach Geretsried verlängert werden. Eine Nutzen-Kosten-Analyse erbrachte einen Faktor von 1,09, wobei aber eine von Wolfratshausen nicht gewünschte Schrankenlösung an der Sauerlacher Straße zugrunde liegt. Stattdessen wird eine Bahnunterquerung dieser Staatsstraße gefordert. Aus Kostengründen wird die S-Bahn-Trasse voraussichtlich über Geretsried-Gelting verlaufen. Nach Einreichung der Planfeststellungsunterlagen im Dezember 2011 durch die DB-Projektbau beim Eisenbahn-Bundesamt wird mit der Fertigstellung der S7-Verlängerung nicht vor Ende 2018 gerechnet.

Im Jahr 2003 ereigneten sich in Wolfratshausen 99 Straßenverkehrsunfälle ohne Personenschaden und 75 mit Personenschaden, dabei verletzten sich 94 Personen (keine Todesopfer).

Medien

In Wolfratshausen erscheint als Tageszeitung die Wolfratshauser SZ (Lokalausgabe der Süddeutschen Zeitung), sowie der Isar-Loisachbote (Lokalausgabe des Münchner Merkur). Vierteljährlich erscheint die kostenlose Bürgerinformation Wolfratshausen aktuell, die von der Stadt Wolfratshausen herausgegeben wird.
Die Fernsehserie Hubert und Staller handelt vom Polizeirevier Wolfratshausen und die Episoden werden in der Umgebung von Wolfratshausen gedreht. Das Polizeirevier ist ein leerstehendes Bürogebäude in der Sauerlacher Straße 25.[16]

Persönlichkeiten
Nantovinus († um 1286), katholischer Heiliger, Pilger und Märtyrer
Rudolf II. der Blinde (1306–1353) Pfalzgraf bei Rhein
Ruprecht I. von der Pfalz (1309–1390), Pfalzgraf bei Rhein und Kurfürst von der Pfalz; Gründer nach ihm benannten Universität Heidelberg.
Hans Urmiller, Richter und Pfleger des Landgerichts Wolfratshausen vom 16. Januar 1529 bis 20. April 1535
Felix Bockhorni (1801–1878), Zeichner, Lithograph und Maler
Friedrich von Pechmann (1862–1919), bayerischer Freiherr und Generalmajor
Hermann Neuhaus (1863–1941), Maler, seine Fresken schmücken die evangelische Kirche
Richard Wagner (1878–1947), Porträtist und Kunstmaler
Ernst Wiechert (1887–1950), Schriftsteller und Dichter, erwarb 1936 den Gagerthof in Wolfratshausen
Hans Stuck (1900–1978), Automobilrennfahrer[17]
Willy Thieme (1912–1979), Landrat, Bürgermeister, Landtags- und Bundestagsabgeordneter
Fritz Hopmeier (1930–2014), Jurist und Politiker (CDU), Landtagspräsident Baden-Württembergs 1992–1996
Edmund Stoiber (* 1941), Jurist und Politiker (CSU), Ministerpräsident des Freistaates Bayern 1993–2007
Saul Rubinek (* 1948), Hollywoodschauspieler, Regisseur und Filmproduzent
Towje Kleiner (1948–2012), Schauspieler und Drehbuchautor
Sigi Heinrich (* 1953), Redakteur und Sportreporter
Oliver Simon (1957–2013), Sänger
Martin Hauber (* 1964), Komponist und Pianist
Michael Wenninger (* 1969), Schauspieler
Claudia Klischat (* 1970), Schriftstellerin
Johanna Hagn (* 1973), Judoka
Matthias Kiefersauer (* 1973), Regisseur und Drehbuchautor
Florian Wanner (* 1978), Judoka
Murat Bosporus (* 1979), Wrestlingsportler
Markus Janka (* 1980), Eishockeytorwart
Stephanie Lottermoser (* 1983), Jazzmusikerin
Claudia Lichtenberg (* 1985), Radsportlerin
Michael Baindl (* 1986), Eishockeyspieler
Literatur
Quirin Beer: Chronik der Stadt Wolfratshausen: Geschichte der Burg Wolfratshausen und des gleichnamigen Marktes bis zur Stadterhebung. Dachau 1986, ISBN 3-922394-76-0.
Cornelia Baumann-Oelwein: Der Haderbräu in Wolfratshausen: Gastwirtschaft und Brauerei durch vier Jahrhunderte. hrsg. von der Messerschmitt Stiftung, München/Wien 1993, ISBN 3-486-56040-9.
Constantion Gantner: Wolfratshausen, Kirchen und Kapellen der Pfarrei. München 1984, ISBN 3-7954-4334-2.
Gisela Schinzel-Penth: Sagen und Legenden aus Wolfratshausen und Umgebung. Andechs 1992, ISBN 3-921445-19-1.
Stadt Wolfratshausen: Heimatbuch. Herausgegeben zum 1000-jährigen Jubiläum 2003. Wolfratshausen 2002, DNB 976171414.
Weblinks
 Commons: Wolfratshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wolfratshausen – Reiseführer
 Wikisource: Wolfertshausen in der Topographia Bavariae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Offizielle Website der Stadt Wolfratshausen
Heimatmuseum Wolfratshausen
Die NS-Zeit in Wolfratshausen
Eintrag zum Wappen von Wolfratshausen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Wolfratshausen: Amtliche Statistik des LfStat
Siehe auch

Wolfratshausener See