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Geschichte
Briefmarke zur Erinnerung an den Reichstag von 1495
Name
Hauptartikel: Borbetomagus

Die älteste überlieferte Form des Ortsnamens (Borbetomagus oder Bormetomagus) ist keltischen Ursprungs und wird auf einen Begriff für Wasser oder Quelle beziehungsweise die davon abgeleiteten Namen eines Gottes Bormo oder eines Flüsschens zurückgeführt.[8] In der latinisierten Endung -magus hat sich das keltische Wort für Feld, Wiese, Ebene, erhalten. Der Name würde also Quellenfeld, Feld des Bormo oder Feld an der Bormita bedeuten.[9] Das nachmalige Worms wurde Hauptort des halbautonomen Verwaltungsbezirks (lat. Civitas) Civitas Vangionum. Dieser war nach dem hier seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert ansässigen Stamm der Vangionen benannt. Vangionen nannten sich die Wormser noch bis in das 16. Jahrhundert. Von dieser Bezeichnung ist der Name Wangengau für die Umgebung von Worms abgeleitet, der dann vom Volksmund in das verständlichere Wonnegau umgesetzt wurde. Der deutsche Name Worms, wie die Stadt seit dem 6./7. Jahrhundert heißt, geht jedoch auf das gallo-keltische Borbetomagus/Bormetomagus zurück. Durch einen späteren Lautwandel wurde das anlautende B zu W. So wandelte sich Borbetomagus in der Sprache der germanischen Siedler im Frühmittelalter schließlich zu Warmazfeld, Warmazia/Varmacia, Wormazia/Wormatia und am Ende zu Worms. Die lateinische Form Wormatia ist im alten hebräischen Namen der Stadt, die im Mittelalter eine bedeutende jüdische Gemeinde aufwies,[10] als Warmaisa (hebräisch וורמש) noch erhalten.[11]

Stadtentstehung bis 9. Jahrhundert

Das Stadtgebiet von Worms wurde erstmals in der Jungsteinzeit (Neolithikum) etwa um 5000 v. Chr. von Ackerbauern und Viehzüchtern besiedelt. Während die ältere Forschung eine sehr hohe Siedlungskontinuität für den Bereich von Worms seit dieser Zeit postulierte, die sich auch in einem bereits frühzeitig funktionierenden Markt- und Verkehrswesen niedergeschlagen habe, gehen neuere Publikationen von einem Wechsel zwischen besiedelten und siedlungsfreien Phasen aus.[12] Letztmals wird für die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. für Worms und Rheinhessen eine mindestens 60 Jahre dauernde weitgehende Siedlungsleere angenommen.[13]

Auf der unscheinbaren Anhöhe Adlerberg am Rhein im Süden von Worms wurden von 1896 bis 1951 insgesamt 25 Gräber aus verschiedenen Zeiten entdeckt. Davon stammen nach heutiger Kenntnis acht Gräber von der Adlerbergkultur (etwa 2300/2200–1800 v. Chr.) aus der Frühbronzezeit. Um die Erforschung dieser Funde hat sich der Wormser Arzt Karl Koehl verdient gemacht, auf den der Begriff „Adlerbergkultur“ zurückgeht.[14]

Seit augusteischer Zeit (31 v. Chr. bis 14 n. Chr.) gehörten Worms und sein Umland zum römischen Herrschaftsgebiet. Ab Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis etwa 85 n. Chr. existierte auf dem Boden des heutigen Worms ein römischer Militärstützpunkt.[15] Die zugehörige Zivilsiedlung mit dem aus dem Keltischen stammenden Namen Borbetomagus wurde Hauptort der Civitas Vangionum und entwickelte städtische Strukturen.

In fränkischer Zeit setzt die gesicherte Wormser Bischofsliste mit Bischof Berchtulf ein, der 614 an der Pariser Synode teilnahm. Die frühen Bischöfe Amandus von Worms († 7. Jahrhundert) und Rupert von Salzburg († 718) zählen zu den Heiligen der römisch-katholischen Kirche. Amandus wurde Schutzpatron des Bistums und der Stadt Worms.[16] Unter den Karolingern bildete Worms eines der Machtzentren, so dass seine Bischöfe im 8. und 9. Jahrhundert dem Königshof nahestanden.

Mittelalter und frühe Neuzeit
Worms – nach Sebastian Münster 1550
Worms – nach Braun/Hogenberg 1576
Worms – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655

Im 9. Jahrhundert machte Kaiser Karl der Große Worms zu seinem Wintersitz. 829 und 926 fanden Reichstage des Franken- bzw. Ostfrankenreiches in Worms statt. Zu dieser Zeit war Worms, das im 9. Jahrhundert noch eines der karolingischen Machtzentren gewesen war, durch die fränkische Reichsteilung schon in eine Randlage gerückt. Auf dem Hoftag zu Worms im Mai 961 ließ Otto der Große seinen siebenjährigen Sohn Otto II. zum Mitkönig erheben. Am 2. Februar 965 feierte Otto I. nach der Rückreise von Italien in Worms den Jahrestag seiner Kaiserkrönung und im August 966 regelte er in Worms die Vertretung für die Zeit seiner neuerlichen Abwesenheit. 976 erhielt Otto von Worms das neugeschaffene Herzogtum Kärnten zu Lehen, das vorher ein Teil Bayerns gewesen war.

Mit den Saliern begann der Aufstieg der Stadt zu ihrer größten Blüte. 1074 erlangte sie die Zollfreiheit. 1076 fand hier ein weiterer Hoftag statt, auf dem König Heinrich IV. Papst Gregor VII. für abgesetzt erklärte und dafür umgehend mit dem Kirchenbann belegt wurde – eine der Folgen dieser Ereignisse war dann der Gang nach Canossa.

1122 wurde in Worms das nach der Stadt benannte Wormser Konkordat geschlossen. In dieser Zeit bildet sich die städtische Verfassung mit einem selbständig agierenden Stadtrat als Vertreter der Bürgerschaft heraus. Nach dem Untergang der Salier 1125 verbanden sich auch die Staufer eng mit der Stadt. 1184 räumte Kaiser Friedrich Barbarossa der Stadt umfangreiche Freiheitsrechte ein, was als Begründung der Reichsstadt gelten kann. Das 12. Jahrhundert war dann vom beginnenden Streit zwischen dem Bischof und dem Stadtrat um die faktische Herrschaft über die Stadt geprägt – ein Konflikt, der bis ins 16. Jahrhundert andauern sollte.

1495 fand unter Kaiser Maximilian erneut ein Reichstag statt, auf dem die Reichssteuer, das Reichskammergericht und das Fehdeverbot des Ewigen Landfriedens eingeführt wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt den Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen Blüte schon überschritten. Der Bürgeraufstand 1512/13 und die Fehde mit Franz von Sickingen 1515–1519 zerrütteten die finanziellen Verhältnisse der Stadt weiter. Faktisch war die Stadt zwar eine freie Reichsstadt, aber dem Bischof und der Geistlichkeit, die nach verschiedenen Schätzungen zwischen 30 und 50 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachten (wobei Gesinde und Dienstpersonal mitgezählt werden), war es in zähen Verhandlungen gelungen, derart viele Sonderrechte durchzusetzen, dass der Handlungsspielraum des Stadtrates eng begrenzt war. Außerdem war im Laufe des 15. Jahrhunderts der Einfluss der kurpfälzischen Rheingrafen auf die Stadt stark gestiegen. Zeitweise waren der Wormser und der Speyerer Bischofsstuhl von Brüdern des Pfalzgrafen besetzt.

Wie in vielen anderen Städten breitete sich besonders im geistig freien Stadtklima das neue Gedankengut der Reformation auch in Worms früh und schnell aus. Beschleunigt wurde dies durch den 1521 abgehaltenen Reichstag zu Worms, auf dem Martin Luther gegenüber Kaiser Karl V. seine in Wittenberg veröffentlichten 95 Thesen verteidigte. Worms wurde zu einem Zentrum und Experimentierfeld der Reformation: 1524 wurde hier erstmals eine deutsche evangelische Messe gedruckt, 1526 veröffentlichte William Tyndale die erste englische Version des Neuen Testaments in Worms. Der Versuch des Wormser Stadtrates, in der Zeit des Bauernkrieges 1525 die bischöfliche Bevormundung zu beenden, scheiterte. Worms wurde zwar evangelisch (Katholiken waren beispielsweise bis 1792 vom Stadtrat ausgeschlossen), der Bischof und die Geistlichen behielten aber ihre Sonderrechte und den Dom.

1689 wurde die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch Truppen König Ludwig XIV. zerstört.

19. und 20. Jahrhundert
Worms von Westen, um 1900

Von 1792 bis 1814 gehörte Worms zur Ersten Französischen Republik und zum Ersten Kaiserreich, seit 1815 zum Großherzogtum Hessen als Teil der Provinz Rheinhessen. Der Geometer Konrad Schredelseker erarbeitete 1809 bis 1810 den ersten Katasterplan von Worms „Atlas géometrique de la ville de Worms.“[17] 1835 wurden in Rheinhessen die vier Kreise Mainz, Bingen, Alzey und Worms als staatliche Verwaltungsbezirke eingerichtet.

Im Zuge der 1874 im Großherzogtum Hessen nach preußischem Vorbild vorgenommenen Reform der Kreisverfassung kam es auch zu einer neuen Kreiseinteilung. Die damals geschaffene Gliederung der Provinz Rheinhessen in fünf Kreise (Alzey, Bingen, Mainz, Worms, Oppenheim) hatte mehr als sechs Jahrzehnte Bestand.

Nach der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen wurde am 1. November 1938 in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. Im Umkreis von Worms wurden der Kreis Oppenheim und der Kreis Bensheim aufgelöst. Dabei wurden die rechtsrheinischen Gemeinden Lampertheim, Bürstadt, Hofheim und Biblis dem neugeschaffenen Landkreis Worms, der aus dem Kreis Worms hervorging, angegliedert. Die Städte Mainz und Worms wurden als Stadtkreise verselbständigt. Diese so geschaffene Verwaltungsgliederung hatte bis zum Kriegsende 1945 Bestand.

Durch zwei alliierte Bombenangriffe am 21. Februar und 18. März 1945 wurde die Stadt weitgehend zerstört. Der britische Luftangriff vom 21. Februar 1945 zielte auf den am Rand der Innenstadt gelegenen Hauptbahnhof und die südwestlich des Stadtzentrums gelegenen Chemiefabriken, zerstörte aber auch weite Teile des Stadtzentrums, darunter auch die 1709–1725 als „Reformationsgedächtniskirche“ errichtete Dreifaltigkeitskirche, die bis auf die Außenmauern und Teile des Turmes komplett ausbrannte. In Brand gesetzt wurde dabei auch der Wormser Dom. 239 Einwohner starben. Beim US-amerikanischen Angriff vom 18. März 1945 wurden 141 Personen getötet. Durch die Angriffe wurden etwa 15.000 Einwohner obdachlos. 35 % des Gebäudebestands wurden vollständig zerstört, weitere 29 % unterschiedlich schwer beschädigt.[18] Die Innenstadt wurde nach dem Krieg in größtenteils modernem Stil wieder aufgebaut.

Die vormalige hessische Provinz Rheinhessen wurde 1946 zum Regierungsbezirk Rheinhessen des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. Von 1968 bis zur Auflösung der rheinland-pfälzischen Regierungsbezirke 2000 gehörte Worms dem Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz an.

Juden in Worms
Darstellung eines jüdischen Ehepaars aus Worms, 16. Jahrhundert
Stadtplan von Worms 1630, der jüdische Stadtteil ist farbig markiert
Ruinen der bei den Novemberpogromen 1938 in Brand gesteckten Synagoge, Aufnahme nach 1945
1961 fertigstellte Rekonstruktion der Synagoge, Aufnahme 2007

Eine herausragende Stellung nahm die jüdische Gemeinde ein, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine der bedeutendsten im Heiligen Römischen Reich war und zusammen mit der jüdischen Gemeinde von Mainz und Speyer die sogenannten SCHUM-Städte bildete. Ab etwa 960 in Worms belegt, genossen die jüdischen Kaufleute in Worms, die besonders im Fernhandel tätig waren, seit dem 11. Jahrhundert kaiserliche Zollfreiheiten und wie die Juden in Speyer Handelsfreiheit im ganzen Reichsgebiet. In Worms entstand eine berühmte Talmudschule, die auch der bedeutende französische jüdische Gelehrte Raschi besuchte. Eine Synagoge wurde 1034 eingeweiht, der noch erhaltene jüdische Friedhof, der älteste in Europa, besteht mindestens seit 1058/59. Trotz ihrer privilegierten Stellung wurden 1096, als das Kreuzfahrerheer des ersten Kreuzzuges Worms erreichte, alle Juden ermordet, die sich nicht der Zwangstaufe unterzogen oder stattdessen Selbstmord begangen hatten. Nachdem der kaiserliche Schutz wiederhergestellt war, siedelten sich in Worms erneut Juden an, den Zwangsgetauften wurde die Rückkehr zum Judentum gestattet. Während des zweiten Kreuzzuges konnten sich die Wormser Juden rechtzeitig in Sicherheit bringen.[19]

Im späteren 12. Jahrhundert wurde eine neue Synagoge errichtet und ausgebaut. Im 13. Jahrhundert begann die Bedeutung der jüdischen Gelehrten Worms’ abzunehmen. Erhalten geblieben ist ein Gebetbuch, das Wormser Machsor von 1272, das auch das älteste schriftliche Zeugnis in jiddischer Sprache enthält. Zur Zeit der großen Pest wurde die jüdische Gemeinde in Worms 1349 vernichtet, im Mai 1353 wurde Juden die Ansiedlung in Worms im Interesse des „Stadtwohls“ wieder gestattet, Grundbesitz war ihnen fortan jedoch verboten und die jüdische Gemeinde erreichte ihre frühere Bedeutung nie mehr.[19]

Im Jahr 1615 flohen die Juden erneut aus der Stadt, konnten im folgenden Jahr jedoch zurückkehren. Das Judenviertel bestand aus der parallel zur Stadtmauer verlaufenden großen Judengasse und der nach Süden abzweigenden hinteren Judengasse und war für seine engen Wohnverhältnisse berüchtigt.[20] Zehn Jahre nachdem die Franzosen 1689 Worms in Schutt und Asche gelegt hatten, entstand wiederum eine jüdische Gemeinde in der Stadt, die aber nicht mehr zu den bedeutenden jüdischen Gemeinden Deutschlands gehörte.[19]

Im 19. Jahrhundert lebten etwa 800 Juden in Worms, die 1848 die bürgerliche Gleichstellung mit den Christen erlangten, und im darauffolgenden Jahr wurde mit Ferdinand Eberstadt erstmals ein Jude zum Bürgermeister der Stadt gewählt, nachdem sein Vorgänger Georg Friedrich Renz sein Amt niedergelegt hatte. Eberstadt kandidierte mit zwei weiteren Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters, jedoch erschien der Regierung in Darmstadt der Weinhändler Johann Philipp Bandel als zu radikal eingestellt und der Bürgerwehrobrist Ludwig Blenker zu übermütig ohne politische Weitsicht; woraufhin der Handelsmann Eberstadt zu Beginn des Jahres 1849 als Bürgermeister der Stadt Worms vom Großherzog ernannt wurde.[21]

1933 zählte die Stadt gut 1000 Juden, die mehrheitlich nach dem Machtantritt der Nazis wegzogen und teilweise emigrierten. Die alte Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 weitgehend zerstört,[22] der alte jüdische Friedhof Heiliger Sand blieb jedoch erhalten. Die in Worms verbliebenen rund 300 Juden wurden in Konzentrationslager deportiert, die nur wenige von ihnen überlebten.[19] Die der alten Synagoge gegenüberliegende Levy‘sche Synagoge (auch Neue Synagoge) von 1875 überstand zwar die Pogrome von 1938 weitgehend unbeschädigt, sie wurde aber 1945 bei einem der Fliegerangriffe schwer beschädigt und 1947 abgebrochen.[23] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebten in der Stadt wieder vereinzelt Juden, es gab aber kein jüdisches Gemeindeleben mehr. Die alte Synagoge wurde vom Staat von 1958 bis 1961 wiederaufgebaut, 1982 wurde das jüdische Museum im Raschi-Haus eröffnet, dessen Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert stammen. Anfang des 21. Jahrhunderts leben in Worms mehr als hundert Juden, größtenteils Einwanderer aus der früheren Sowjetunion, die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Mainz sind.[19]

Eingemeindungen
1. April 1898: Neuhausen
1. Oktober 1898: Hochheim, Pfiffligheim
1. April 1942: Herrnsheim, Horchheim, Leiselheim, Weinsheim
7. Juni 1969: Abenheim, Heppenheim an der Wiese, Ibersheim, Pfeddersheim (Stadt), Rheindürkheim, Wies-Oppenheim; Umgemeindung eines Gebietsteils der Stadt Osthofen mit 181 Einwohnern nach Worms[24]

Im Oktober 1937 wurde der rechtsrheinische Erbhöfeweiler Rosengarten aus Teilen der Gemarkungen Bürstadt, Hofheim und Lampertheim gebildet und in die Stadt Worms eingemeindet. Im Zuge der Grenzziehung zwischen französischer und amerikanischer Besatzungszone fiel er 1945 dem Land Groß-Hessen zu.

Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
Einwohnerentwicklung

In seiner Blütezeit um 1500 hatte Worms etwa 6.000 Einwohner. Durch die Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) und eine Pestepidemie 1666/67 sank die Einwohnerzahl auf nur noch 3.000. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1800 erst 5.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits über 40.000. Die Eingemeindungen mehrerer Orte 1969 brachten einen Zuwachs von 15.000 Personen auf 78.000 Einwohner.

Ende 2014 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Worms nach Zahlen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 81.010.[25] Damit ist Worms die sechstgrößte rheinland-pfälzische Stadt und die viertgrößte im Rhein-Neckar-Dreieck. Worms hat einen Ausländeranteil von 16,3 %.[26] Der Anteil von Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund lag in Worms an allgemeinbildenden Schulen bei 22 % (Schuljahr 2012/13).[27] Damit wird die Liste im Städtevergleich Rheinland-Pfalz, nach Ludwigshafen und Mainz, angeführt. In den Tageseinrichtungen hatten Anfang 2015 über 49 % der Kinder einen Migrationshintergrund.[28]
Worms lag 2005 mit einem Durchschnittsalter von 41,5 Jahren an zweiter Stelle der kreisfreien Städte hinter Mainz (41,2 Jahre). Damit hat Worms auch im bundesweiten Vergleich eine relativ junge Bevölkerung. In Rheinland-Pfalz beträgt das Durchschnittsalter 41,6 Jahre und im Bundesgebiet 41,8 Jahre.[29]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1820 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1500 6.000
1667 3.000
1689 5.000
1798 4.984
1805 5.461
1816 6.259
1820 7.085
1. Dezember 1831 ¹ 8.230
1. Dezember 1840 ¹ 8.358
3. Dezember 1852 ¹ 9.102
3. Dezember 1855 ¹ 9.720
3. Dezember 1858 ¹ 10.178
3. Dezember 1861 ¹ 11.587
3. Dezember 1864 ¹ 11.988
3. Dezember 1867 ¹ 13.381
1. Dezember 1871 ¹ 14.484
1. Dezember 1875 ¹ 16.594
1. Dezember 1880 ¹ 19.024
1. Dezember 1885 ¹ 21.927
Jahr Einwohner
1. Dezember 1890 ¹ 25.444
2. Dezember 1895 ¹ 28.611
1898: Gebietsveränderungen
1. Dezember 1900 ¹ 40.705
1. Dezember 1905 ¹ 43.841
1. Dezember 1910 ¹ 46.819
1. Dezember 1916 ¹ 39.688
5. Dezember 1917 ¹ 40.036
8. Oktober 1919 ¹ 44.285
16. Juni 1925 ¹ 47.015
16. Juni 1933 ¹ 51.346
17. Mai 1939 ¹ 50.661
1942: Gebietsveränderungen
31. Dezember 1943 57.876
1945: Stadtzerstörung, Evakuierung
1. April 1945 36.403
31. Dezember 1945 47.994
29. Oktober 1946 ¹ 47.074
13. September 1950 ¹ 52.239
Jahr Einwohner
25. September 1956 ¹ 56.740
6. Juni 1961 ¹ 62.392
31. Dezember 1965 63.578
1969: Gebietsveränderungen
27. Mai 1970 ¹ 76.697
31. Dezember 1975 75.732
31. Dezember 1980 73.603
31. Dezember 1985 71.829
25. Mai 1987 ¹ 73.635
31. Dezember 1990 76.503
31. Dezember 1995 80.014
31. Dezember 2000 80.361
31. Oktober 2005 81.457
31. Dezember 2007 82.290
31. Dezember 2010 81.736
31. Dezember 2011 ¹ 79.526
31. Dezember 2013 80.296
31. Dezember 2015 82.102
31. Dezember 2016 85.619

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Am 31. Dezember 2015 verteilten sich die Religionszugehörigkeiten der Einwohner folgendermaßen:[30]

28.054 evangelisch
22.245 römisch-katholisch
9.347 sonstige
25.433 ohne Angabe
31 jüdisch
16 freireligiös
8 altkatholisch
Politik

Stadtratswahl 2014
Gewichtetes Ergebnis[31]

Wahlbeteiligung: 47,0 %

 %403020100

34,2 %31,8 %12,0 %9,3 %6,2 %3,6 %2,8 %

SPDCDUGrüneFWG-BFdFDPLinkeNPD
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   4   2   0  -2  -4  -6

-4,1 %p
-1,4 %p+3,9 %p+3,0 %p-4,3 %p± 0,0 %p+2,8 %p
SPDCDUGrüneFWG-BFdFDPLinkeNPDVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen

Anmerkungen:d Freie Wählergemeinschaft – Wormser Bürgerforum e. V.

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Sitzverteilung im Stadtrat
2

18

5

5

3

17

2
2 18 5 5 3 17 2 

Insgesamt 52 Sitze Linke: 2 SPD: 18 Grüne: 5 FWG-BF: 5 FDP: 3 CDU: 17 fraktionslos: 2

Das Wormser Rathaus
Stadtrat

Der Stadtrat in Worms besteht aus 52 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[31]

Wahl SPD CDU FDP Grüne Linke FWG-BF NPD Gesamt
2014 18 17 3 6 2 5 1 52 Sitze
2009 20 17 6 4 2 3 52 Sitze
2004 19 21 3 4 0 5 52 Sitze

SPD und CDU bilden seit 2009 eine Koalition.[32]

Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Worms
Bürgermeister
Hauptartikel: Liste der Bürgermeister von Worms

Direkt gewählter Oberbürgermeister der Stadt Worms ist seit 2003 Michael Kissel (SPD). In der Leitung der städtischen Geschäfte wird er von einem Bürgermeister und drei Beigeordneten unterstützt.

Siegel und Wappen

Beschreibung: Das Wappen von Worms zeigt in Rot einen schrägrechts gestellten, silbernen Schlüssel, links oben begleitet von einem goldenen fünfstrahligen Stern.

Das älteste erhaltene städtische Wappen erscheint als Siegel im Jahr 1198 als Folge der Freiheitsprivilegien Kaiser Friedrich I. Barbarossa vom Jahre 1184. Es enthält in einer Nische den sitzenden heiligen Petrus, Patron des Wormser Doms, mit dem Schlüssel in der rechten und der Bibel in der Linken Hand. Über ihm die Architektur des Domes mit einer Kuppel zwischen zwei Türmen und an beiden Seiten je ein Stadttor. Dieses Siegel wurde mit verschiedenen Umschriften als Stadtsiegel und Gerichtssiegel bis um das Jahr 1500 verwendet. In dieser Zeit wurde ein neues Stadtsiegel eingeführt auf Grund der Vollmachten, die der damalige König und spätere Kaiser Maximilian im Jahre 1488 der Stadt gab. Es zeigte fortan einen silbernen Schlüssel auf rotem Grund. Seit einem Stadtratsbeschluss von 1890 ist das Wappen außerdem mit einem fünfzackigen Stern versehen.

Die Stadtfarben sind rot-weiß.

Städtepartnerschaften
Wappen der Partnerstädte

Zu sieben Städten pflegt die Stadt Worms freundschaftliche Beziehungen:

St Albans, Vereinigtes Königreich (seit 1957)
Auxerre, Département Yonne, Frankreich (seit 1968)
Parma, Italien (seit 1984)
Tiberias, Israel (seit 1986)
Bautzen, Freistaat Sachsen, Deutschland (seit 1990)
Mobile, State of Alabama, USA (seit 1998, erste Verbindungen seit 1976)
Ningde, Provinz Fujian, Volksrepublik China (seit 2014)[33]

Dazu kommen im Rahmen der rheinland-pfälzischen Verbindungen zu Ruanda freundschaftliche Beziehungen zu Kivumu.

Drei Stadtteile pflegen eigenständige Partnerschaften zu französischen Gemeinden:

Pfeddersheim mit Nolay im Département Côte-d’Or (seit 1966)
Heppenheim an der Wiese mit Ampilly-le-Sec im Département Côte-d’Or (seit 1968)
Ibersheim mit Chemellier im Département Maine-et-Loire (seit 2006).
Städtefreundschaften

Seit 1208 besteht eine Städtefreundschaft zwischen Worms und Speyer. Aus Anlass des 800-jährigen Jubiläums wurde dieser Freundschaftsvertrag im November 2008 bei einer Feierstunde in Worms in Anwesenheit zahlreicher Stadträte aus beiden Städten von den Oberbürgermeistern Michael Kissel (Worms) und Werner Schineller (Speyer) erneuert.[34]

Mitgliedschaften

Die Stadt Worms ist:

einziges deutsches Mitglied im „Most Ancient European Towns Network“ (Arbeitskreis der ältesten Städte Europas)
Gründungsmitglied des „Bundes der Lutherstädte“
Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft der Nibelungenstädte“
seit 2006 Mitglied im weltweiten „Klima-Bündnis“
seit 2012 Mitglied der deutschen Sektion im „Rat der Gemeinden und Regionen Europas“
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Hauptartikel: Liste der Kulturdenkmäler in Worms
Religiöse Bauwerke
Alter jüdischer Friedhof „Heiliger Sand“ mit Blick zum Dom
Dom St. Peter, im Dombezirk die abgegangene Pfarr- und Taufkirche St. Johannes
Alter jüdischer Friedhof Heiliger Sand (ältester erhaltener jüdischer Friedhof in Europa, seit 1076)
Synagoge Worms, erstmals 1034 erwähnt, nach mehreren Zerstörungen (1096, 1146, 1349, 1615, 1689, 1938) zuletzt von 1958 bis 1961 erneuert
Mikwe von 1185/86
Lutherdenkmal
Liebfrauenkirche
Pauluskirche und Dominikanerkloster
Martinskirche (romanische Basilika)
Magnuskirche, kleinste Wormser Kirche, karolingischer Gründung
Andreaskirche mit St. Andreasstift (Museum der Stadt Worms)
Dreifaltigkeitskirche (Marktkirche)
Lutherkirche (Jugendstil)
Lukaskirche, eine der letzten unveränderten Notkirchenbauten
Friedrichskirche
Mennonitenkirche Ibersheim in Worms-Ibersheim
Veysel-Karani-Moschee[35]
Al-Arkam-Moschee[36]
IGMG-Fatih-Moschee[37]
Weltliche Bauwerke
Wormser Wasserturm
Gerechtigkeitsbrunnen am Rathaus
Das Lutherdenkmal 1902
Nibelungenmuseum
Raschi-Haus (Museum und Stadtarchiv Worms)
Nibelungenmühle
teilweise erhaltene Stadtmauer
Hagendenkmal
Ludwigsmühle
Nibelungenbrücke Worms (mit Nibelungenturm) entlang der B 47 über den Rhein
Rheinbrücke Worms, Eisenbahnbrücke der Nibelungenbahn über den Rhein
Wasserturm Worms
Ludwigsdenkmal
Große Fischerweide (einer der ältesten Straßenzüge)
Kiautschau – Arbeitersiedlung (benannt nach der ehemaligen deutschen Kolonie Kiautschou).
Parks

In Worms bzw. an den Stadträndern gibt es folgende Parks:

Albert-Schulte-Park – Park direkt nördlich des Stadtzentrums (Alter Friedhof)
Stadtpark und Bürgerweide – Naherholungsgebiet südlich der Kernstadt
Herrnsheimer Schlosspark – Park in Worms-Herrnsheim
Karl-Bittel-Park (Pfrimmpark) – zwischen den Stadtteilen Pfiffligheim und Hochheim
Tiergarten Worms – innerhalb der Bürgerweide gelegen
Theater
Das Wormser – Kulturzentrum und Gastspielhaus für Schauspiel, Konzerte, Operette, Musical, Ballett und Kindertheater. Nach einer Renovierung und Erweiterung wurde es am 29. Januar 2011 unter der Bezeichnung „Das Wormser“ neu eröffnet, zuvor wurde es als Städtisches Spiel- und Festhaus Worms bezeichnet.
Lincoln Theater Worms – Spielstätte für Kleinkunst, Kabarett, Kindertheater und Konzerte
Kleines Theater der Volksbühne Worms – Amateurtheater mit eigener Spielstätte (seit 1908)
Nibelungenfestspiele Worms – Freiluftbühne vor dem Wormser Dom
Museen
Heylshof
Nibelungenmuseum
Museum der Stadt Worms im Andreasstift
Raschi-Haus – jüdisches Museum der Stadt Worms; benannt nach dem Rabbiner Raschi.
Bibliotheken und Archive
Stadtbibliothek Worms
Stadtarchiv Worms
Regelmäßige Veranstaltungen
Backfischfest 2010
Traditionsveranstaltungen
Wormser Backfischfest, größtes Wein- und Volksfest am Rhein, mit alljährlichem Festumzug und abendlichem Feuerwerk.
Wormser Fastnacht, mehrere Fastnachtsvereine zeigen mit politischen Vorträgen und Kokolores dem Publikum die närrischen Seiten aus Politik und Gesellschaft:
Wormser Narrhalla von 1840 e. V.
Wormser Liederkranz 1875 e. V.
Wormser Carneval Club 1974 e. V.
Wormser Pfingstmarkt, die älteste Verbrauchermesse der Region.
Kulturelle Veranstaltungen
Wormser Nibelungenfestspiele, Theaterfestival mit unterschiedlichen Inszenierungen des Nibelungenlieds (seit 2002).
Blickachse, große Open-air-Kunstausstellung im Herrnsheimer Schlosspark
Musikfestivals
Worms: Jazz & Joy, jährliches dreitägiges Jazz-Festival mit fünf Bühnen rund um den Dom.
Wormser Rocknacht, jährlich stattfindende Rocknacht mit Bands aus Worms und Umgebung.
Wormser Honky Tonk, Kneipenfestival im Frühjahr.
Apostel-Openair, Musikfestival im Sommer.
Wormstock, jährlich stattfindendes Rock-Festival, meistens im Juli.
Sport und Vereine
Freizeiteinrichtungen
Heinrich-Völker-Bad (Frei- und Hallenbad)
Freibad Worms-Pfeddersheim
Herrnsheimer Badesee
Veranstaltungen
EWR Hockey-Days (Turnier zur Saisonvorbereitung der Damen-Feldhockey-Bundesliga; März/April)
Nibelungenlauf (Anfang September)
Tristar 111 Germany (2010–12)
Fußball-Stadtmeisterschaft (jährlich seit 1968)
Sportvereine
VfR Wormatia Worms 08; Fußballverein, sechsmal Südwestmeister, Gründungsmitglied der 2. Bundesliga.
Turngemeinde 1846 Worms (TGW); mit etwa 3000 Mitgliedern größter Sportverein in Worms und einer der größten in Rheinland-Pfalz; 19 Abteilungen mit TGW-Hockey e. V, vier Olympiateilnehmer.
Wormser Schachverein von 1878 (SV); mitgliederstärkster Schach-Verein in Rheinland-Pfalz mit 18 Mannschaften
1. Wormser Schwimmclub Poseidon (WSC); mit über 2.000 Mitgliedern zweitgrößter Verein in Worms und Rheinhessen, Schwimmabteilung, Wasserball und Triathlon
Golfclub Worms; gegründet 1978, einer der ältesten Golfclubs von Rheinland-Pfalz; 9-Loch-Anlage in Hamm am Rhein, Nähe Eicher See, am Gernsheimer Fahrt, Clubhaus
Black & White Racket Club; Squash-Bundesliga-Mannschaft seit 2005
Rugby Club Worms; gegründet 1999, Herrenmannschaft 2007/2008 Meister der Regionalliga Rheinland-Pfalz
TV 1863 Leiselheim; erfolgreichster Tischtennisverein Rheinhessens[38]
Verein für Hallenradsport Worms (VfH); bundesweit bekannter Radsportverein
Wormser Ruderclub Blau-Weiß von 1883; 2006 Zusammenschluss von Ruderclub Blau-Weiß, gegründet 1947, und der Wormser Rudergesellschaft von 1883; erfolgreichstes Mitglied: Peter Uhrig, Weltmeister und zweifacher Olympionike sowie mehrfacher Deutscher Meister.
1. Judo-Club Worms; gegründet 1957, mit den Unterabteilungen Judo, Aikido, Ju Jutsu, Karate, Mixed Martial Arts und Gymnastik
HSG Worms; Handballspielgemeinschaft der drei Vereine TV 1863 Leiselheim, SG Eintracht Herrnsheim und SC Wormatia Worms
ALISA Sport e. V.
Skiclub Worms-Wonnegau e. V.
Luftsportverein Worms e.V.; gegründet 1950, Gründer des Flugplatzes in Worms.
Kultur
Kunstverein Worms, gegründet 2001, etwa 250 Mitglieder, Ausstellungen und Förderung zeitgenössischer Kunst[39]
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft

In Worms gibt es 2.100 Betriebe mit 26.600 Mitarbeitern (Stand Juni 2001). Die Zahl der Einpendler aus dem Umland entspricht einem Anteil von 45 Prozent der Wormser Beschäftigten.

Gewerbe

Im produzierenden Gewerbe gibt es in Worms chemische Industrie und Kunststoffherstellung, Metallerzeugung und Maschinenbau, Herstellung von EDV-Geräten und Optik sowie Holz verarbeitende Industrie. Die früher bedeutende Wormser Lederindustrie spielt hingegen heute keine Rolle mehr.

Dienstleistung und Handel verzeichnen in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum. Gerade in der Logistikbranche, vorrangig im Industriegebiet Worms-Nord,[40] haben sich aufgrund der guten Verkehrssituation zahlreiche Betriebe neu angesiedelt.

Landwirtschaft

Der traditionelle Weinbau in und um Worms ist durch die Wormser Liebfrauenmilch international bekannt. Worms ist mit 1.490 ha bestockter Rebfläche die drittgrößte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz und größte Weinbaugemeinde im Weinbaugebiet Rheinhessen. Daneben befindet sich in Worms eine der größten Mälzereien Europas.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Worms lag Ende Juli 2010 mit 9,0 % höher als im restlichen Rheinhessen, sowie höher als der Bundesdurchschnitt. 45 % der beschäftigten Einwohner von Worms pendeln in die umliegenden Wirtschaftsräume aus, insbesondere nach Ludwigshafen und Mannheim, aber auch nach Mainz und in den Frankfurter Raum.

Fremdenverkehr

Für den Fremdenverkehr stehen in 22 Hotels und Gasthäusern insgesamt 1018 Betten zur Verfügung. Außerdem gibt es ein Jugendgästehaus (gegenüber dem Dom), eine Gruppenherberge im Nibelungenturm der Nibelungenbrücke sowie eine Wohnmobilstation am Rhein. 2004 wurden knapp 60.000 Gäste (darunter rund 7.500 Ausländer) gezählt, die im Durchschnitt zwei Nächte in Worms verbrachten.

Verkehr
Nibelungenbrücke Worms mit Nibelungenturm
Der Wormser Hauptbahnhof (Straßenseite)
Straßenverkehr

Worms liegt an der linksrheinischen Autobahn 61 und der in Richtung Süden vierspurig ausgebauten Bundesstraße 9, über die auch eine Verbindung zur Autobahn 6 besteht, sowie an der durch die Stadt führenden Bundesstraße 47. Durch den 2008 fertiggestellten Bau der zweiten Nibelungenbrücke im Zuge der B 47 erhält Worms nach Abschluss der Reparatur- und Sanierungsarbeiten an der vorübergehend stillgelegten alten Rheinbrücke eine vierspurige Anbindung nach Südhessen und an die rechtsrheinischen Autobahnen 5 und 67. Die „alte“ Nibelungenbrücke mit ihrem „Nibelungenturm“ prägt das Wormser Stadtbild von der Westseite her. Der Turm wurde 1897 bis 1900 nach Plänen von Stadtbaumeister Karl Hofmann erbaut, er wurde im neoromanischen Baustil errichtet und erreicht eine Höhe von 53 Metern. Auf der gegenüber liegenden Rheinseite existierte ein baugleicher zweiter Turm, der jedoch 1945 kurz vor Kriegsende zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde.[41]

ÖPNV
Hauptartikel: Nahverkehr in Worms

Worms liegt an der linksrheinischen Hauptstrecke Mainz–Worms–Ludwigshafen/Mannheim. Neben dem dichten Regionalverkehr halten am Wormser Hauptbahnhof auch einzelne Fernverkehrszüge in Richtung Köln bzw. Stuttgart und München. Worms ist außerdem ein Endpunkt der Rheinhessenbahn nach Bingen und der Nibelungenbahn nach Bensheim. Über die Rheinbrücke Worms und die Riedbahn ist Worms mit Frankfurt am Main verbunden.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 ist eine Anbindung von Worms an das Netz der S-Bahn RheinNeckar geplant.[42] Die neue S-Bahn-Linie wird von Heidelberg über Mannheim/Ludwigshafen nach Mainz über Worms verlaufen. Dafür entstanden auf dem Abschnitt zwischen Ludwigshafen am Rhein und Mainz die zusätzlichen Haltepunkte Frankenthal (Pfalz) Süd und Dienheim.

Das gesamte Stadtgebiet wird von elf Stadtbus- und drei Nachtbuslinien von der Gesellschaft Busverkehr RheinNeckar, die auch die Regionalbuslinien betreibt, bedient. Ruftaxis bedienen im Spätverkehr diejenigen Stadtteile mit schwachem Verkehrsaufkommen. Die Wormser Straßenbahn ist seit 1956 stillgelegt.

Worms ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert. Übergangsregelungen ermöglichen zudem die Nutzung von Fahrscheinen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes und des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbundes.

Fahrradverkehr

Worms ist an regionale, nationale und internationale Radwege angeschlossen, unter anderem an die EuroVelo-Route Rheinradweg[43] an den Zellertalradweg, an den Salierradweg und die Rheinterrassenroute.[44]

Schiffs- und Flugverkehr

Die Stadt Worms besitzt den Hafen Worms mit mehreren für Güterumschlag oder Freizeit genutzten Hafenbecken sowie einem sich bis Rheindürkheim erstreckenden Stromhafen auf dem linksrheinischen Ufer. Südlich der Stadt liegt der überwiegend für Sportfliegerei genutzte Flugplatz Worms.

Bildung
Hochschule Worms im ehemaligen Militärlazarett
Bildungszentrum Worms
BFU Theologische Fernschule
Hochschule Worms
ZTT Zentrum für Technologietransfer und Telekommunikation
Allgemeinbildende Schulen
Integrierte Gesamtschule
Nelly-Sachs-IGS (Horchheim; zuvor: Kerschensteiner Schule)
Gymnasien:
Eleonoren-Gymnasium
Gauß-Gymnasium
Rudi-Stephan-Gymnasium (altsprachlich, mit Ganztagesangebot)
Realschulen:
Pfrimmtal-Realschule plus (zuvor: Diesterweg-/Paternus-Realschule plus)
Karmeliter-Realschule plus (zuvor: Karmeliter-/Staudinger-Realschule plus)
Nibelungen-Realschule plus
Westend-Realschule plus
14 Grundschulen
Geschwister-Scholl-Förderschule
Jugendmusikschule der Stadt Worms (JMS)
Volkshochschule Worms
Medien

Als Tageszeitung erscheint die Wormser Zeitung als Regionalausgabe der Mainzer Allgemeinen Zeitung. Ferner werden die kostenlosen Anzeigenzeitungen Nibelungen-Kurier und Wormser Wochenblatt (je 2x wöchentlich) an alle Wormser Haushalte verteilt. Monatlich erscheint das WO! DAS Wormser Stadtmagazin.

Eine weitere Institution ist der Offene Kanal Worms; seine bekannteste Sendung ist wohl das Wormser Montags-Magazin, welches wegen seines langen Bestehens und seiner Nachhaltigkeit oft mit dem Offenen Kanal identifiziert wird.

Sonstige Infrastruktur

Das Klinikum Worms (ehemals Stadtkrankenhaus Worms), Lehrkrankenhaus der Universität Mainz, gehört mit 696 Betten zu den fünf größten Kliniken in Rheinland-Pfalz.

Worms ist der Sitz mehrerer überregionaler Behörden:

Amtsgericht Worms
Hauptstelle des Finanzamtes Worms-Kirchheimbolanden
Hauptstelle des Gesundheitsamtes Worms-Alzey
Außenstelle des Landesbetriebes Mobilität Rheinland-Pfalz
Außenbezirk Worms/Oppenheim des Wasser- und Schifffahrtsamtes Mannheim
Geschäftsstelle der Flussgebietsgemeinschaft Rhein
Jugendarrestanstalt Worms
Kontaktbüro für Spätausgesiedelte und jüdische Emigrierte des Landes Rheinland-Pfalz
Wichtige Infrastrukturprojekte
Von 2005 bis 2008 wurde die „neue“ Nibelungenbrücke errichtet; nach vollendeter Sanierung der „alten“ Nibelungenbrücke stehen seit September 2013 auf beiden Brücken insgesamt vier Fahrstreifen zur Verfügung.
Der Bau einer Südtangente als Ortsumgehung im Zuge der B 47 sowie der Lückenschluss der Westtangente zwischen B 47 und B 47n befinden sich noch in der Planungsphase.
Die B 9 wird im Norden der Stadt schrittweise vierspurig ausgebaut und gleichzeitig um eine Parallelentlastung im Gewerbegebiet ergänzt.
Der Anschluss an die S-Bahn RheinNeckar ist für 2018 vorgesehen.
Von 2007 bis 2011 wurde das Kultur- und Tagungszentrum Das Wormser auf dem Gelände des Städtischen Spiel- und Festhauses gebaut. Es soll noch um ein Hotel ergänzt werden.
Im Zuge der Konversion militärisch genutzter Flächen wurden auf dem ehemaligen Kasernengelände der Prinz-Carl-Anlage ein Hotel und mehrere Unternehmen, auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände an der Schönauer Straße ein Fachmarktzentrum angesiedelt. Auf dem ehemals von amerikanischen Streitkräften genutzten Liebenauer Feld entsteht ein neues Wohngebiet.
Persönlichkeiten
Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Worms
Ehrenbürger und Träger des Ehrenrings
Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Worms
Zitate über Worms

„Mein Worms ergötzt mich schon von Ferne, wie wird erst die Entzückung seyn, kehr ich beym Glantz der Abendsterne in seinen Mauren jauchtzend ein.“

– Johann Nikolaus Götz[45]

„Hernach sind wir fünf Tage zu Worms geblieben … Da waren wir lustig.“

– Wolfgang Amadeus Mozart: in einem Brief vom 4. Februar 1778 an seinen Vater

„Wie könnte ich Worms und seine lieben Bewohner je vergessen?“

– Johann Wolfgang von Goethe: 1766
Literatur
Geschichte der Stadt Worms. Hrsg. i. A. der Stadt Worms von Gerold Bönnen. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1679-7, darin:
Mathilde Grünewald: Worms von der vorgeschichtlichen Epoche bis in die Karolingerzeit, S. 44–101.
Jörg Koch: 100 Dinge über Worms, die man wissen sollte, Gudensberg-Gleichen 2017, ISBN 978-3-8313-2924-3.
Fritz Reuter: Worms zwischen Reichsstadt und Industriestadt 1800–1882. Beobachtungen und Materialien. Stadtarchiv, Worms 1993.
Hermann Schlösser (Hrsg.): Wormser Fundstücke – Ein literarisches Lesebuch. Worms Verlag, Worms 2014, ISBN 978-3-944380-16-2.
Irene Spille: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 10 = Stadt Worms. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1992. ISBN 978-3-88462-084-7
Weblinks
 Commons: Worms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Worms – Quellen und Volltexte
Offizielle Website der Stadt Worms
Daten zur Geschichte der Stadt Worms auf worms.de (PDF-Datei; 524 kB)
Geschichte der Stadt Worms auf eichfelder.de
verwaltungsgeschichte.de: Stadt- und Landkreis Worms
Bibliographie zur Geschichte der Stadt Worms (PDF-Datei; 289 kB)
Literatur über Worms im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Literatur über Worms in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Linkkatalog zum Thema Worms bei curlie.org (ehemals DMOZ)