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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Zöblitz nicht vorenthalten.

Geschichte
Friedrich der Freidige
Gründung und erste urkundliche Erwähnung

Die Stadt ist eine der ältesten Siedlungsstätten des mittleren und oberen Erzgebirges. Ihre genaue Gründung ist allerdings noch nicht genau geklärt und lässt deshalb Freiraum für Spekulationen. Momentan gibt es 2 Theorien: Die erste Theorie besagt das Zöblitz slawischen Ursprungs ist und etwa im 10. Jahrhundert gegründet wurde. Auslöser für die Gründung im damaligen Dunkelwald Miriquidi könnte gewesen sein, dass die Slawen durch die Vertreibung ihres ursprünglichen Siedlungsgebietes im Rahmen der deutschen Ostbesiedlung vertrieben wurden und deshalb neue Gebiete besiedelt mussten. So könnte Zöblitz als damaligen Weiler erbaut worden sein. Gestützt wird diese Theorie durch slawischen Bezeichnungen in unmittelbarer Nähe, wie zum Beispiel die Bezeichnung der Stadt Zöblitz selbst oder der in der Nähe vorbei fließende Bach Knesenbach.[2] In der zweiten Theorie geht man davon aus, dass Zöblitz von Heinrich II. 1004 gegründet wurde. Dieser zog damals in seinem ersten Feldzug gegen Bolesław I Chrobry nach Böhmen, um die Stadt Saaz zu erobern. Dabei kam er über das Erzgebirge und es ist wahrscheinlich, das er schon damals den als Alten Böhmischen Steig bezeichneten Weg benutzte und auf der Zöblitzer Hochebene sein Lager aufschlug. Für beide Theorien gibt es jedoch keine eindeutigen Quellen.

Sicher ist, dass Zöblitz 1323 erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde. In dieser belehnt Markgraf Friedrich der Freidige von Meißen den Burggrafen Albrecht von Altenburg und Otto von Leisnig mit der Burg Lauterstein und dem „stetechen zcobelin mit dem zcolle“. Dies gilt gleichzeitig als erste Stadtnennung und in der Erwähnung wird deutlich, das Zöblitz damals als Grenzstädchen im Pleißenland und später in der Markgrafschaft Meißen an Bedeutung gewonnen hatte und man an der Stelle Wegzoll bezahlen musste.

Zudem befindet sich in der unmittelbaren Umgebung viele zahlreiche archäologisch nachgewiesene Objekte. So zum Beispiel die ca. 1150 erbaute Burg Nidberg auf dem Löwenkopffelsen oder die im Tal gegenüberliegende aufgegebene Bergbausiedlung Schwedengraben. Diese gilt unter den Historikern als Vorläufer der Stadt Zöblitz und bildete mit der Burg ein Burg-Siedlungskomplex.

Aufschwung und Entwicklung der Serpentinsteinindustrie
älteste Ortsansicht von Wilhelm Dilich aus dem Jahr 1629

Im Jahr 1488 wurde Zöblitz als Bergstadt bezeichnet und im gleichen Jahr wurde eine Kirche, wahrscheinlich eine Wehrkirche, im spätgotischen Stil errichtet. Um 1500 wird Serpentinstein, laut einer Sage, von Matz Brinnel entdeckt. Dieser soll beim Ziegen hüten mit einem Messer Steine bearbeitet haben. Dabei merkte er, das sich einer der Steine leicht bearbeiten ließ. Es begann das Handwerk der Serpentinsteinverarbeitung. 1531 wird Zöblitz Unterbergamt von Freiberg. Mit der Reformation 1539 blieb der Ort eigenständige Parochie. Durch das Wirken des Schweizer Architekten und Bildhauers Giovanni Maria Nosseni nahm ab 1575 die Serpentinverarbeitung einen Aufschwung. 1613 wurde die einzige Serpentinsteindrechsler-Innung der Welt gegründet. Der Serpentinstein wurde weltweit bekannt und kommt u. a. in der Semperoper, Dresdner Hofkirche und im Grünen Gewölbe vor. Außerdem unterstand dem Kurfürsten das Privileg auf rotem Serpentinstein. 1728/1729 wurde eine neue Kirche im Barockstil errichtet, den Bau leitete Johann Christian Simon. In der Kirche befinden sich u.a. einen gedrechselten Taufstein aus Serpentin der 1613/1614 geschaffen wurde, der 1732 entworfene Kanzelaltar von Simon, sowie die 1742 eingebaute und berühmte Orgel von Gottfried Silbermann.
Zöblitz war von 1639 bis 1856 Sitz des Amtes Lauterstein.

Neuzeit und Industrialisierung
Ansichtskarte mit Blick auf den Ort (1918)
Altes Rathaus (Am Marktplatz 23).

Am 23. August 1813 hielten Alexander I. von Russland, Fürst Schwarzenberg, Fürst Repnin-Wolkonski und Fürst Metternich Kriegsrat in Zöblitz. Anlass der Zusammenkunft war die Planung des weiteren Vorgehens gegen Napoleon Bonaparte während der Befreiungskriege, vor der Völkerschlacht bei Leipzig. In dieser Zeit musste die Zöblitzer Bevölkerung mehr als 30.000 Soldaten und 6.000 Pferde versorgen, die um die Stadt lagerten. Die Lebensmittelabgaben hielten noch bis Mitte Oktober 1813 an.

1834 hatte die Stadt erstmals einen Bürgermeister. 1861 wurde die Städtische Sparkasse und Stadtbank Zöblitz gegründet. Ab 1865 begann die Blechwarenherstellung durch Carl Wagner aus Grünhainichen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1870 gegründet. Mit Eröffnung der Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha am 24. Mai 1875 erhielt Zöblitz durch die etwa 1,5 Kilometer westlich des Stadtzentrums, im Tal der Schwarzen Pockau gelegene gleichnamige Station (ab 14. November 1914 „Zöblitz-Pobershau“) einen Eisenbahnanschluss.[3] Die Fertigstellung der Hochdruckwasserleitung erfolgte 1893. Das Rathaus wurde 1907 errichtet und am 30. Juni 1909 besuchte der sächsische König Friedrich August III. die Serpentinsteinwerke. 1911 wurde die Stadt ans Elektrizitätsnetz angeschlossen.

Seit den 30er Jahren war die in Zöblitz ansässige Firma ERMETO der einzige Hersteller in Deutschland von Verbindungsteilen für die Hochdruck-Ölhydraulik. Der Hersteller ERMETO wurde zu Beginn der 70er Jahre verstaatlicht und die Fertigung von Hydraulikelementen wurde in der DDR-Zeit unter dem Namen ESKA weitergeführt. Auch nach der Wende werden in einem privatisierten Unternehmen in Zöblitz weiter derartige Hochdruckteile hergestellt.

Weltkriege und deutsche Teilung

Im Ersten Weltkrieg fielen 62 Zöblitzer.
1921 kam der Gutsbezirk Schlossmühle zu Niederlauterstein.
1926 wurde ein Schwimmbad errichtet, die Gasversorgung wurde 1903 weiter ausgebaut. 1938 wurde im Rahmen der Ausweisung des Schwarzwassertales als Landschaftsschutzgebiet der öffentliche Verkehr auf der Talstraße gesperrt.
1940 erfolgte die Einrichtung einer Kindertagesstätte. Im Februar 1942 wurden die Kirchenglocke zu Kriegszwecken abgeholt. Am 16. April 1945 um 08.15 Uhr kam es zu einem Tieffliegerangriff auf den Bahnhof Zöblitz-Pobershau. Acht Menschen starben und 72 wurden verletzt. Im Zweiten Weltkrieg kamen 118 Zöblitzer ums Leben; etwa 20 werden vermisst.

Zeit im wiedervereinigten Deutschland

Am 1. Januar 1999 wurde Ansprung mit Sorgau und Grundau eingemeindet.[4] Im neuen Jahrtausend ist Zöblitz von vielen demografischen Veränderungen, aber auch von Neuinvestitionen betroffen. So wurde 2006 die Mittelschule im Ort aufgelöst und damit mussten die Schüler nach Marienberg oder Olbernhau ausweichen. 2009 wurde der Markt in Zöblitz neu gestaltet und am 8. und 9. Mai 2010 fand das Marktfest und damit die Einweihung statt. 2011 wurde das ehemalige Restaurant „Stadt Wien“ abgerissen. Schließlich erfolgte die Eingliederung in die Nachbarstadt Marienberg zum 31. Dezember 2012.[5] Letzter Bürgermeister war Dietmar Georgi (FDP). Gründe für die Eingemeindung waren die Kostenreduzierung in der Verwaltung, nachgehen der Forderung des Landes Sachsen (Landkommunen sollen bis 2025 mindestens 5000 Einwohner haben) und die daraus resultierende Belohnung die zum Erhalt der Grundschule dienen soll. Die Grundschule wurde darauf grundhaft saniert und man entschied sich für einen Neubau und damit für den Abriss des Altbaus. So wurde vom 1. Juni bis 18. August 2013 unter großen Protesten der Zöbliter Bevölkerung das 1883 erbaute Schulgebäude in Zöblitz abgerissen. Am 11. Juli 2014 fand die Einweihung des Neubaus und die Namensweihe der „Serpentinstein Grundschule“ unter dem damaligen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Frank Kupfer und dem Landrat Frank Vogel statt. 2015 wurde der Park im Stadtkern umgestaltet.

Einwohnerentwicklung

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007, von 2007 bis 2013 auf dem Sommer, also Juni bis August. Ab 2014 wird Zöblitz ohne seine ehemaligen Ortsteile erfasst:

1982 bis 1988

1982 − 3.897
1983 − 3.871
1984 − 3.857
1985 − 3.823
1986 − 3.780
1987 − 3.795
1988 − 3.752

1989 bis 1995

1989 − 3.680
1990 − 3.640
1991 − 3.559
1992 − 3.575
1993 − 3.543
1994 − 3.510
1995 − 3.516

1996 bis 2002

1996 − 3.438
1997 − 3.415
1998 − 3.388
1999 − 3.362
2000 − 3.316
2001 − 3.232
2002 − 3.199

2003 bis 2009

2003 − 3.167
2004 − 3.167
2005 − 3.016
2006 − 3.016
2007 – 3.016
2008 – 2.995
2009 – 2.918

2010 bis 2016

2010 − 2.878
2011 − 2.846
2012 − 2.810
2013 − 2.760
2014 − 1.766
2015 − 1.758
2016 − 1.757

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Einwohnermeldeamt Zöblitz/Marienberg
Kultur und Sehenswürdigkeiten
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenPanoramablick von Süden auf die Serpentinsteinstadt Zöblitz
Kirche
Stadtkirche Zöblitz
Silbermannorgel

Die Stadtkirche Zöblitz wurde 1488 als spätgotische Kirche errichtet. In den Jahren 1728/1729 entschloss man sich eine neue und größere Kirche im Barockstil zu errichten. Die Kirche besitzt eine Orgel von Gottfried Silbermann aus dem Jahre 1742.[6] Weitere Sehenswürdigkeiten in der Zöblitzer Kirche ist der Kanzelaltar, die Beichtstühle, der gedrechselte Taufstein aus Serpentin sowie die Dekorativenen Elementen der Serpentinsteinballustrate und den Bemalungen. Zudem beherbergt die Kirche 3 Glocken. Die größte Glocke wurde 1710 in Dresden gegossen. Sie wiegt 975 kg und klingt auf dem Ton f. Sie wurde 1942 zu Kriegszwecken abgeholt und sollte eingeschmolzen werden. Jedoch blieb sie unversehrt und wurde zu Pfingsten 1950 wieder eingeweiht. Die mittlere Glocke wurde 1476 gegossen, wiegt 529 kg und klingt im Ton a. Die älteste und kleinste Glocke wurde 1475 gegossen. Sie stammt aus der Kirche in Ruppertsgrün und wurde 1957 nach Zöblitz gebracht. Sie wiegt 230 kg und klingt auf dem Ton c.[7]

Museen und sonstige Einrichtungen
Block aus Zöblitzer Serpentinit mit einer gesägten und polierten Seitenfläche
Serpentinstein-Museum (Serpentinit: Arten, Bildung, Gewinnung, Verwendung, Verarbeitung, Produkte und archäologische Funde der Burg Nidberg)
Erste Bergbauagentur des Erzgebirges Berggeschrey Richter in der Freiberger Straße (Besucherbergwerk, Veranstaltungen in der Kaue)
Denkmale
Stein auf dem Marktplatz erinnert an den Frieden von 1871
„Einheitsobelisk“, früher auch „Siegesdenkmal“, auf dem Marktplatz (Park) zu Ehren des 25. jährigen Jubiläums der Gründung des deutschen Kaiserreiches (Einweihung 1896)
Steinkreuz auf dem Friedhof erinnert an die Gefallenen in beiden Weltkriegen
Denkmal mit Namenstafeln der Gefallenen von Zöblitz, Ansprung und Umgebung auf der Morgensternhöhe
Vereine
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Zöblitz
Förderverein Kirche
Verein zur Förderung der Kultur und der Serpentinsteintradition e.V.
VfB Zöblitz e.V.
RTV Zöblitz
Kegelsportgemeinschaft Zöblitz e.V.
Motorradfreunde Ansprung/Erzgebirge e.V. im ADMV
Zöblitzer Schießgesellschaft 1886 e.V.
Skatclub „Teutonia“
Schnitzergruppe Zöblitz
Hardangergruppe
Gartenverein „Sonnenschein“e.V.
Gartenverein „Waldesruh“e.V.
Kleintierzüchterverein Zöblitz
Schnitzergruppe Zöblitz
Jugendklub Zöblitz
Infrastruktur und Verkehr

Seit dem 15. Dezember 2013 ist der planmäßige Schienenpersonenverkehr auf der Bahnstrecke Pockau-Lengefeld–Marienberg eingestellt und somit wird auch der Bahnhof Zöblitz-Pobershau nicht mehr angefahren.
Durch Zöblitz führt die Bundesstraße 171 und damit auch die Silberstraße sowie die Deutsche Alleenstraße.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
Paul Schürer, gründete 1530 die Glashütte in Falkenau. Seine Nachkommen wurden später als Schürer von Waldheim geadelt.
Daniel Hänichen (1566–1619), Lehrer und Theologe
Christian Gottfried Müller (1747–?), Pädagoge, Schriftsteller, Rektor des Gymnasiums in Naumburg
Heinz Robert Uhlemann (1903–2000), Kunsthistoriker, Träger des Bundesverdienstkreuzes
Wolfram Böhme (1937–2011), Lyriker und erzgebirgischer Mundartdichter
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Wilhelm Steinbach (1691–1752), Pfarrer und Chronist
Carl Wilhelm Hering (1790–1871), Pfarrer und Chronist
Max Wappler (1860–1932), Schuldirektor und Vorsitzenden des Erzgebirgszweigvereins Zöblitz
Hermann Graser, Forstmeister und Ehrendoktor der ETH Zürich
Wolfgang Buschmann (1943–heute), Schriftsteller
Regina Weicker (1945–2003), Drehbuchautorin
Literatur
Zöblitz. In: Max Grohmann: Das Obererzgebirge und seine Städte. Graser, Annaberg 1903
Die Parochie Zöblitz In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Marienberg. Strauch Verlag, Leipzig, Sp. 783–804.
Bert Körner: Zöblitz im 19./20. Jahrhundert und Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Vorgeschichte. Zwickau: Westermann, 2006.
Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis (Hg.): Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1–3).
Julius Schmidt: Geschichte der Serpentin-Industrie zu Zöblitz im sächsischen Erzgebirge. Dresden 1868 (Digitalisat)
Richard Steche: Zöblitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 5. Heft: Amtshauptmannschaft Marienberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 33.
Wilhelm Steinbach: Historia des vom edlen Serpentinstein weitgerühmten Städgens Zöblitz im Meißnischen Obererzgebürge. 1750. (Digitalisat)
Zöblitz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 13. Band. Schumann, Zwickau 1826, S. 657–667. (Digitalisat)
Weblinks
 Commons: Zöblitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Zöbeltz in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Website des Ortes
Zöblitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
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